Brei

Brei

Brei oder Mus ist die ursprünglichste unter den Mehlspeisen, eine möglichst vollkommene Auflösung des Leimstosss mehliger Körner, Samen oder Wurzeln, und aus diesem Grunde eine sehr nahrhafte, gesunde Speise; er dient schon den Säuglingen zur Nahrung und ist in ackerbauenden Ländern die Zuflucht der ärmern Volksklassen. Bereits Cato in seinem Werke vom Ackerbaue erwähnt desselben, und Hippokrates gibt ihm in manchen Fällen den Vorzug vor dem Brote. Man bereitet ihn aus allen Mehlarten; ferner aus Reis, Hirse, Buchweizengrütze, Gries, Kartoffeln u. s. w. Auch gibt der Mais (das Mehl vom türkischen Weizen) einen festen Brei, Polenta genannt, die Lieblingsnahrung des lombardischen Landvolks. Trockne Erbsen, Bohnen und Linsen geben sehr weich gekocht und durchgerührt ebenfalls einen schmackhaften Brei, der wie alle andre bisher genannten Arten noch eines Zusatzes von Butter oder andrer fetter Substanz bedarf. Der schwedische Landmann, wenn er sich auf längere Zeit von seiner Wohnung entfernt, kocht einen dicken Brei von Grütze, läßt ihn trocknen und nimmt selbigen in geschnittenen Stücken mit auf die Reise. Der Italiener bereitet aus Kastanienmehl eine Art Brei als Fastenspeise; in Dänemark ist der Erbsenbrei eine Volksspeise; in Toskana bereitet sich der Landmann aus weißen Bohnen einen Brei mit Schwarzkohl und Brotscheiben angerichtet. Brei von dem Fleisch ausgereifter Kürbisse mit Milch und Gewürz versetzt, erschien im 16. Jahrhundert auf der Tafel der Päpste, und unsere heutige Rumford'sche Suppe ist eine Art Brei.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Brei — im Mund haben: undeutlich reden; schon bei Luther belegt: »sie mummeln, als hetten sie heiszen brei im maule«. Daher auch das noch heute gebräuchliche Schimpfwort ›Breimaul‹.{{ppd}}    Jemandem Brei ums Maul schmieren: ihn mit Versprechungen… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • brei — s.m. (bot.) 1. Mică plantă erbacee cu frunze opuse, flori verzui şi fructul capsulă, răspândită în pădurile umbroase (Mercurialis perennis). 2. Trepădătoare. – Din bg. brei. Trimis de valeriu, 13.09.2007. Sursa: DEX 98  BREI s. (bot.;… …   Dicționar Român

  • Brei — der; (e)s, e; meist Sg; 1 eine gekochte, dickflüssige Speise aus Grieß, Haferflocken, Kartoffeln, Reis o.Ä. || K: Grießbrei, Haferbrei, Kartoffelbrei, Reisbrei 2 eine zähflüssige Masse <etwas zu Brei zerstampfen; einen Brei anrühren> || ID… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Brei — Sm std. (8. Jh.), mhd. brī(e), ahd. brī(o), brīwo, mndd. bri, brīg, mndl. bri Stammwort. Aus vd. * brīwa m. Brei . Dies gehört am ehesten zu der Grundlage von brauen, ig. * bherw /bhreu , aber zu einem sonst nicht belegten Erweiterungstyp * bhr… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Brei — Brei, Speise, die weich u. dünn gekocht ist, daß sie sich wie eine Latwerge streichen läßt. Nach den Bestandtheilen gibt es Äpfel , Birnen , Pflaumen , Kartoffel , Hafer , Grütz B. etc. Der B. ist eine der unschädlichsten u. verdaulichsten… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Brei — 1. ↑Püree, 2. Magma …   Das große Fremdwörterbuch

  • Brei — (der), Papp (der) …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • Brei — Brei: Das westgerm. Wort mhd. brī‹e›, ahd. brīo, niederl. brij, aengl. brīw gehört im Sinne von »Sud, Gekochtes« zu der unter ↑ Bärme dargestellten idg. Wurzel …   Das Herkunftswörterbuch

  • Brei — der; [e]s, e …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Brei — 1. A Brei waart so hiat egh idjen üs r ap den waart. (Nordfries.) Als Trost den Befehlen der gestrengen (grossen und kleinen) Herren gegenüber, um anzudeuten, dass die Strenge in der Ausführung abgeschwächt wird. 2. Brei essen nur Narren mit… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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