Hopfen

Hopfen, wird zur 11. Familie, den Urticeen oder nesselartigen Gewächsen gezählt. Eine perennirende, in Nordamerika und in ganz Europa, vorzüglich in Deutschland wachsende Pflanze, mit krautartigem, sehr lang sich windendem, mit kleinen, scharfen Stacheln besetztem Stengel und rauhen, drei- bis fünftheiligen Blättern. Die Ranke schlingt sich um Alles und tragt im Juni oder Juli Blüthen von ganz eigenthümlichem Geruche. Die weiblichen, meist eirunde Zapfen bildenden Blumen, deren lockere Schuppen dachziegelförmig über einander liegen, liefern den wegen seines bittern, aber zugleich angenehmen Geschmacks und balsamischen Geruchs zum Bierbrauen unentbehrlichen Hopfen. Zu diesem Zwecke findet man denselben in mehrern Gegenden Deutschlands und Englands angebaut. Er verlangt einen tiefen, reichhaltigen Boden, der häufig aufgelockert und von Unkraut befreit werden muß. Alle 7–10 Jahr erneuert man die Pflanzung. Im Herbst oder Frühjahr wird die Fortpflanzung durch Zerschneidung der Wurzeln bewerkstelligt. Außer der allgemein bekannten Anwendung des Hopfens zum Bierbrauen benutzt man ihn auch zu Arzneien und in der Hauswirthschaft auf mancherlei Weise. Besonders sind die jungen Wurzelsprossen, welche im Frühjahre beim Ausgraben als übersinnige Stengel abgenommen werden, ein unter dem Namen Hopfenkeime beliebtes Gemüse. Die alten Ranken können wie Hanf bearbeitet und gesponnen werden. Die Blumensprache nennt den Hopfen laute Fröhlichkeit.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Hopfen — Hopfen: Der auf das dt., niederl. und engl. Sprachgebiet beschränkte Pflanzenname (mhd. hopfe, ahd. hopfo, mnd. hoppe, niederl. hop,engl. hop) gehört wahrscheinlich zu der Sippe von schweiz. Hupp‹en› »buschige Quaste«, Huppi »knollen oder… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Hopfen — Sm std. (11. Jh.), mhd. hopfe, ahd. hopfo, mndd. hoppe(n), mndl. hoppe Nicht etymologisierbar. Herkunft unklar. Zu beachten ist die Lautähnlichkeit mit einer anderen Bezeichnung für den Hopfen, nämlich anord. humli, ae. hymele f. Diese passen zu… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Hopfen — (Humŭlus L.), Pflanzengattg. aus der Familie der Urtikazeen, mit zwei Arten, dem gemeinen H. (H. lupŭlus L. [Tafel: Nutzpflanzen I, 4]) und dem japan. H. (H. japonĭcus Sieb. et Zucc.). Der erstere kultiviert wegen der zapfenartigen Fruchtähren… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hopfen — (Humulus lupulus), bekanntes Rankengewächs, zur Familie der Urticeen gehörig, diöcisch, wird vornehmlich in Böhmen, Bayern und Braunschweig, aber mehr und mehr fast überall in Deutschland gebaut. Zu dem vorzüglichsten gehören der Spalter, der… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Hopfen — Hopfen,der:bei/anjmdm.istH.undMalzverloren:⇨unverbesserlich(2) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Hopfen — ↑Humulus …   Das große Fremdwörterbuch

  • Hopfen — Hop|fen [ hɔpf̮n̩], der; s: rankende Pflanze, von der bestimmte Teile bei der Herstellung von Bier als Würze verwendet werden: Hopfen anbauen. * * * họp|fen 〈V. tr.; hat〉 Bier hopfen dem Bier Hopfen zusetzen * * * họp|fen <sw. V.; hat… …   Universal-Lexikon

  • Hopfen — 1. Der Hopfen hat die Maische durchdrungen. (Lit.) Auch der Sanftmüthigste kann zuletzt zornig werden. 2. Es ist ein schlechter Hopfen, den man durch Wermuth bittern muss. (Moskau.) 3. Groben Hopfen sackt man in grosse Ballen, edel Gewürz in… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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