Triptis

Triptis
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Triptis
Triptis
Deutschlandkarte, Position der Stadt Triptis hervorgehoben
50.73527777777811.863333333333358
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Triptis
Höhe: 358 m ü. NN
Fläche: 25,9 km²
Einwohner:

3.729 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07819
Vorwahl: 036482
Kfz-Kennzeichen: SOK
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 116
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
07819 Triptis
Webpräsenz: www.triptis.de
Bürgermeister: Berthold Steffen (FWG Triptis)
Lage der Stadt Triptis im Saale-Orla-Kreis
Bad Lobenstein Birkenhügel Blankenberg Blankenstein Bodelwitz Bucha Burgk Chursdorf Crispendorf Dittersdorf Dittersdorf Döbritz Dreba Dreitzsch Eßbach Gefell Geroda Keila Görkwitz Göschitz Gössitz Grobengereuth Harra Hirschberg (Saale) Gertewitz Kirschkau Knau Kospoda Krölpa Langenorla Lausnitz Lemnitz Linda bei Neustadt an der Orla Löhma Miesitz Mittelpöllnitz Moßbach Moxa Neundorf (bei Lobenstein) Neundorf (bei Schleiz) Neustadt an der Orla Neustadt an der Orla Nimritz Oberoppurg Oettersdorf Oppurg Paska Peuschen Pillingsdorf Plothen Pörmitz Pößneck Pottiga Quaschwitz Ranis Remptendorf Rosendorf Saalburg-Ebersdorf Schlegel Schleiz Schmieritz Schmorda Schöndorf Seisla Solkwitz Stanau Tanna Tegau Tömmelsdorf Triptis Volkmannsdorf Weira Wernburg Wilhelmsdorf (Saale) Wurzbach Ziegenrück ThüringenKarte
Über dieses Bild

Triptis ist eine Kleinstadt im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Sie gehört zur gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft Triptis und liegt an der Bundesautobahn 9 und an der Eisenbahnstrecke von Gera nach Saalfeld/Saale.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Triptis liegt unweit der Wasserscheide zwischen Saale und Weißer Elster in einem flachen, nach Westen offenen Talkessel. Im östlichen Teil dieses Gebietes liegt das Quellgebiet der Orla, die südöstlich der Stadt zur Talsperre Triptis aufgestaut wird. Der Ortsteil Oberpöllnitz liegt am Ursprung des Pöllnitzbaches, die Ortsteile Schönborn, Ottmannsdorf und Hasla nahe dem Quellgebiet der Roda und der Ortsteil Döblitz liegt direkt im Orlatal.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Dreitzsch, Geroda, Lemnitz, Miesitz, Mittelpöllnitz, Pillingsdorf, Rosendorf und Tömmelsdorf im Saale-Orla-Kreis, Renthendorf im Saale-Holzland-Kreis sowie die Stadt Auma, Braunsdorf und Schwarzbach im Landkreis Greiz.

Stadtgliederung

Die Gemeinde Triptis besteht aus den Orten Triptis, sowie den Ortsteilen Oberpöllnitz, Döblitz, Hasla, Schönborn und Ottmannsdorf.

Geschichte

Die Kreuzung von Verkehrswegen – von Saalfeld durch den Orlagau zur Weißen Elster bei Gera und von Leipzig nach Nürnberg – war wohl Grund für den Bau einer Wasserburg für die Herren von Lobdeburg in Triptis. Mit der Verlegung eines Benediktinerinnenkloster nach Zwickau wurde Triptis erstmals am 14. Mai 1212 urkundlich erwähnt.[2] Als Stadt Triptis wurde erstmals am 13. Oktober 1328 urkundlich genannt, 1367 erhielt sie durch Landgraf Balthasar und dessen Bruder Wilhelm das Marktrecht. 1373 folgte die Verleihung des Meilen-, Malz- und Braurechtes durch die Landgrafen.

1527 wurde die Reformation eingeführt. Die Stadt, deren Rat seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar ist, gehörte zum Amt Arnshaugk, danach zum Neustädter Kreis und zwischen 1816 und 1920 zu Sachsen-Weimar-Eisenach. 1871 wurde die Bahnlinie zwischen Gera und Saalfeld/Saale eröffnet, 1894 folgte eine Strecke nach Ziegenrück (Oberlandbahn).

1907 wurde in Triptis eine der ersten landwirtschaftlichen Weiterbildungsschulen Thüringens gegründet. Ab 1949 bildete sie Staatlich geprüfte Landwirte/ später Agraringenieure und auch Fernstudenten als Fachschule aus. 1962 wurde die Fachschule Spezialschule für Landtechnik und war später zur Aus- und Weiterbildung ausländischer Landtechniker zuständig. Mit der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten endete 1990 nach 83 Jahren leider die Ausbildung von Landwirten in Triptis.[3]

Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind die Porzellanfabrik Triptis (heute an der Thüringer Porzellanstraße gelegen) und Deutschlands erste Autobahnraststätte Rodaborn, welche von 1934 bis 20. Dezember 1936 an der A9 gebaut wurde.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 128 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in den Orten Pillingsdorf, Rosendorf, Schmieritz und Weltwitz in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[4]

Eingemeindungen

  • 1. Juli 1950
    • Oberpöllnitz
    • Döblitz
  • 1956
    • Hasla
  • 1. Mai 1965
    • Schönborn
    • Ottmannsdorf

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 jeweils 31. Dezember):

  • 1830: 1224
  • 1994: 4636
  • 1995: 4619
  • 1996: 4548
  • 1997: 4542
  • 1998: 4441
  • 1999: 4396
  • 2000: 4340
  • 2001: 4285
  • 2002: 4231
  • 2003: 4164
  • 2004: 4117
  • 2005: 4040
  • 2006: 3954
  • 2007: 3878
  • 2008: 3814
  • 2009: 3756
  • 2010: 3729
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

  • Freie Wählergemeinschaft Triptis: 8 Sitze (48,6 %)
  • CDU: 3 Sitze (16,4 %)
  • Feuerwehrverein Triptis e. V.: 2 Sitze (14,2 %)
  • Die Linke: 2 Sitze (14,1 %)
  • SPD - 1 Sitz (6,7 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 %.

Bürgermeister

Der Bürgermeister Berthold Steffen (Freie Wählergemeinschaft Triptis) wurde am 7. Mai 2006 mit 98,3 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 39,2 % gewählt.

Wappen

Blasonierung: „In Gold auf grünem Rasen eine Eiche mit grünen Blättern und Früchten, unter dieser ein Edelmann, der einer Dame mit Schleier und Krone einen Pokal reicht.“

Das älteste, um 1360 datierte Stadtsiegel zeigt einen Baum und zwei Figuren in langen Gewändern, deren Geschlecht jedoch nicht zu bestimmen ist. Es könnte sich um eine Darstellung von Mariae Heimsuchung handeln. Erst später erfolgte die Wandlung der Figuren im Sinne nachstehender Episode: Dietrich der Bedrängte (1162-1221), später Markgraf von Meißen, stand während der Machtkämpfe um den deutschen Königsthron Anfang des 13.Jh. auf Seiten Philipps von Schwaben, während Ottokar I. von Böhmen, der Gemahl von Dietrichs Schwester Adela, 1198 zur welfischen Gegenpartei übertrat. Als nunmehriger Gegner seines Schwagers verstieß Ottokar im Jahre 1200 seine Gemahlin und schickte sie ihrem Bruder Dietrich zurück, der ihr unweit des Untertores von Triptis unter der alten Eiche des Eichenberges den Willkommenstrunk reichte und ihr im Schloss Aufenthalt gewährte.[5]

Ludwig Bechstein hielt die Sage Das Wappen von Triptis fest, in der sich die Verheirateten Bertha und Graf Debo an einer Quelle ihrer Liebe versichern. Debo, der wieder auf Reisen muss, wird von Bertha bis zu ebenjener Quelle, an der sie Abschied nehmen, begleitet. Als Debo schließlich heimkehrt bricht er an der Quelle tot zusammen, obwohl Bertha ihm frisches Wasser aus der Quelle schöpfte und reichte. Er hatte nicht mehr die Kraft es zu trinken.[6]

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Museum "Haus Schwandke"
  • Museumsscheune Leubsdorf
  • Dorf- und Heimatmuseum in Dreitzsch
Stadtkirche
Der Bergfried vom Stadtzentrum aus gesehen

Sehenswürdigkeiten

Die ursprüngliche Wasserburg sollte bei Bedarf den Verkehr schützen und kontrollieren. 1290 übernahm der Landgraf von Thüringen die Burg und setzte einen Vogt ein. Später wurde die Veste an die Vögte von Plauen verpfändet. Im Vogtlandkrieg 1354–1358 wurde die Burg zerstört. Nach dem Wiederaufbau der Burg wechselten die Besitzverhältnisse oft. 1540 und 1775 waren erneut Reparaturen der Burg nötig.[7][8] Von der Burg ist heute noch der Bergfried erhalten. Er ist das Wahrzeichen der Stadt und weithin sichtbar.
Das Rundschloss im nordöstlich von Triptis gelegenen Ortsteil Oberpöllnitz verdankt seinen Namen seinem unikaten, nahezu runden Grundriss. Das Schloss besitzt einen kleinen Innenhof. An der Nordseite des Innenhofes befindet sich ein achteckiger Treppenturm, der den Zugang zu verschiedenen Geschossen des Schlosses ermöglicht. Der Turmhelm überragt den Schlossbau. Das Schloss ist Teil eines ehemaligen Rittergutensembles verschiedener Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Dorfkern, die heute zu einem großen Teil nicht mehr existieren. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Schloss 1341 als „Rundbau mit kleinem Innenhof“. Im 16.  Jahrhundert baute Georg Bernhard von Pölnitz das Schloss zu einem schlichten Renaissance-Schloss um. Aus dieser Zeit stammen die Volutengiebel, Obelisken, Grisaillemalereien und Dekore im Inneren des Schlosses. Auch diese sind heute überwiegend zerstört oder in einem bedauerlichen Zustand. Der Schlussstein im Toreingang kündet davon, dass das Rundschloss Oberpöllnitz 1848 erneuert wurde; errichtet sei es 1414. Weitere Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert hinterließen ihre Spuren. Pächter des Rittergutes mit Schloss war ab 1928 der Reichstagsabgeordnete Albert Abicht. 1977 konnte eine Sprengung des Schlossgebäudes wegen der starken baulichen Mängel gerade noch verhindert werden.[9] Seitdem war das Schloss dem Verfall preisgegeben und bereits in 1980er-Jahren stark einsturzgefährdet; schließlich brachen sogar Teile der Außenmauern und des Daches ein. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz half ab 1992 mit erheblichen Mitteln, das mächtige Schieferdach, die Mauern und die Innendecken wieder instand zu setzen.[10] Das Schloss in Oberpöllnitz zählte zu den Stammsitzen derer von Pölnitz.[11]
  • Kirche Döblitz
Im Ortsteil Döblitz ist die Kirche von einer Wallanlage mit Wassergraben umgeben. Die Kirchgemeinde dokumentierte mit dieser Anlage die Sicherheits- und Schutzfunktion für die Bürger. [12]
  • ehemalige Autobahnraststätte Rodaborn
Nordöstlich von Triptis gelegen liegt die ehemalige Raststätte. Unterhalb des Gebäudes kann auch die Rodaquelle besichtigt werden. Eine 2006 neu errichtete Fußgängerbrücke über die A9 ermöglicht einen Rundweg durch waldreiches Gebiet zwischen Triptis und Oberpöllnitz.
Freibad Triptis

Sport

Triptis besitzt ein Freibad, welches erstmals am 24. Juni 1934 eröffnet wurde. Von 1998 bis 2003 wurde es aufwendig umgebaut und saniert. Bereits am 21. Mai 2002 konnte es neu eröffnet werden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Triptis hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Leipzig–Gera–Saalfeld. Der Verkehr auf der hier abzweigenden Oberlandbahn, im Volksmund die „Aum'sche Lydscha“ genannt, wurde 1998 eingestellt. Der Abschnitt zwischen Triptis und Ebersdorf-Friesau wurde von der Deutschen Regionaleisenbahn mit dem Ziel der Trassensicherung gepachtet.

Am Westrand der Stadt verläuft die Bundesautobahn 9 mit einer Anschlussstelle an der Bundesstraße 281.

Raupenschlepper aus Triptis 1949

Industrie

In Triptis hat sich eine mittelständische Industrie herausgebildet. Neben dem alteingesessenen Unternehmen Triptiser Porzellan (Hotel- und Haushaltsporzellan unter der Dachmarke Eschenbach Porzellan GROUP) haben sich Unternehmen der Hochtechnologie (Jenoptik AG mit der Jenoptik Polymer Systems GmbH) und der Kunststoffverarbeitung angesiedelt. Darüber hinaus existieren Unternehmen im Bereich Maschinen- und Fahrzeugbau und der Telekommunikationsbranche.

Weitere Bilder

Persönlichkeiten

Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 289.
  3. Joachim Zeymer und Edgar Fiedler:Von der landwirtschaftlichen Winterschule Triptis zur Fachschule für Landwirtschaft und der Spezialschule für Landtechnik 8. Geschichtsheft Schriftenreihe Heft 13, 2002, Eigenverlag, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Jena, ISSN 0944-0348, S.109-123
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 229, ISBN 3-88864-343-0
  5. Ulle, Hartmut: Neues Thüringer Wappenbuch. hrsg. v.: Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen e.V., Bd.2 [Ilmkreis, Jena, Kyffhäuserkreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt (Landkreis), Schmalkalden-Meiningen (Landkreis), Suhl], Erfurt 1997, S. 46 ISBN 3-9804487-2-X
  6. Bechstein, Ludwig: Gesammelte Werke. hrsg. v. Wolfgang Möhring-Marothi und Heinz Rölleke, Bd.10 [Thüringer Sagenbuch, Zweiter Band], Zürich/New York 2006, S. 117-118. ISBN 978-3-487-13174-0
  7. Bienert, Thomas: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Gudensberg-Gleichen: Wartberg Verlag 2000, S.222f. ISBN 3-86134-631-1
  8. Köhler, Michael: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jena: Jenzig-Verlag 2001, S. 251. ISBN 3-910141-43-9
  9. http://www.denkmalschutz.de/index.php?id=1601 (Stand: 18. Dezember 2008)
  10. Erste Ansätze zur Rettung des Renaissance-Schlosses Oberpöllnitz. In: Monumente, 1992. ISSN: 0941-7125
  11. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A. 40 (1941), S. 406.
  12. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze Jenzig-Verlag 2001 ISBN 3-910141-43-9 S.84

Weblinks

 Commons: Triptis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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