Beilngries
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Beilngries
Beilngries
Deutschlandkarte, Position der Stadt Beilngries hervorgehoben
49.03333333333311.466666666667368
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Höhe: 368 m ü. NN
Fläche: 100,13 km²
Einwohner:

8.748 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92339
Vorwahl: 08461
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 114
Stadtgliederung: 19 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 24
92339 Beilngries
Webpräsenz: www.beilngries.de
Bürgermeisterin: Brigitte Frauenknecht (FW)
Lage der Stadt Beilngries im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Regensburg Landkreis Kelheim Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Ingolstadt Haunstetter Forst Adelschlag Altmannstein Beilngries Böhmfeld Buxheim (Oberbayern) Denkendorf (Oberbayern) Dollnstein Egweil Eichstätt Eitensheim Gaimersheim Großmehring Hepberg Hitzhofen Kinding Kipfenberg Kösching Lenting Mindelstetten Mörnsheim Nassenfels Oberdolling Pollenfeld Pförring Schernfeld Stammham (bei Ingolstadt) Titting Walting Wellheim WettstettenKarte
Über dieses Bild

Beilngries ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Beilngries vom Hirschberg aus

Geographische Lage

Die Stadt liegt in der Altmühl-Jura-Region. Die Altmühl fließt am Südrand der Stadt entlang, die Sulz fließt durch die Stadt und der Main-Donau-Kanal verläuft nördlich der Stadt.

Beilngries ist die nördlichste Gemeinde des Regierungsbezirks Oberbayern.

Stadtgliederung

Die Ortsteile der Stadt sind seit der Gemeindegebietsreform: Beilngries, Amtmannsdorf, Arnbuch, Aschbuch, Biberbach, Eglofsdorf, Gößelthalmühle, Grampersdorf, Hirschberg, Irfersdorf, Kaldorf, Kevenhüll, Kirchbuch, Kottingwörth, Leising, Litterzhofen, Neuzell, Oberndorf, Paulushofen, Wiesenhofen, Wolfsbuch

Geschichte

Im Jahr 1007 wurde Beilngries als Bilingriez erstmals urkundlich erwähnt. Der zum Bistum Eichstätt gehörende Ort erhielt auf Veranlassung des Bischofs und späteren Papstes Viktor II. 1053 Markt- und Zollrecht. Um 1300 wurde die Kirche St. Walburga vollendet, außerdem erhielt die Stadt im Spätmittelalter eine Befestigung mit Mauer und Graben, die im Bauernkrieg eine Zerstörung der Stadt verhinderten. 1633 ergab sich die Stadt kampflos den Truppen Bernhards von Weimar. 1802 dankte der letzte Eichstätter Fürstbischof ab und Beilngries wurde von bayerischen Truppen besetzt. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal wurde 1846 eröffnet und diente Beilngries hauptsächlich zum Holz- und Viehhandel.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Amtmannsdorf, Aschbuch, Eglofsdorf, Hirschberg, Kevenhüll, Litterzhofen, Oberndorf, Paulushofen und Wiesenhofen eingemeindet. Irfersdorf und Wolfsbuch kamen am 1. Juli 1972 hinzu.[2]

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat setzt sich aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CSU 10 Sitze
  • SPD 2 Sitze
  • PB/BL 8 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Bürgermeister

Bürgermeisterin ist seit 15. Juni 2008 Brigitte Frauenknecht von den Freien Wählern. Ihr Vorgänger war von 1994 bis 2008 Franz Xaver Uhl (1955–2011), von 2008 bis zu seinem Tod Landrat des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Wappen

Wappenbeschreibung

Bis 2006: Altes Wappen von Beilngries Gespalten von Blau und Silber. Vorne und hinten je ein aufrechtes, abgewandtes Beil in verwechselten Farben.

2007 wurde ein neues Wappen eingeführt. Es stellt ein rotes Schild mit einem senkrecht stehenden, goldenen Bischofsstab in der Mitte dar, vor dem sich zwei Beile kreuzen. Dieses Wappen war bis kurz vor der Säkularisation gültig, wurde aber 1819 von dem oben genannten Wappen in den Farben Blau/Silber verdrängt.

Wappenannahme

Das Wappen wurde der Stadt durch Entschließung des Bayerischen Ministeriums des Königlichen Hauses und des Äußeren vom 18. März 1819 verliehen. Vorher führte Beilngries ein Wappen mit zwei schräggekreuzten Beilen, dahinter ein senkrechter Bischofsstab. Der älteste Abdruck dieses Stadtsiegels stammt vom Jahre 1406. Die Benutzung eines eigenen Siegels ist allerdings schon 1378 bezeugt. 2007 wurde aus Marketinggründen wieder das ursprüngliche Wappen (rot, 2 schräg gekreuzte Beile, mit senkrechtem Bischofsstab) eingeführt.

Wappenbegründung

Das Beilngrieser Stadtwappen ist ein redendes Wappen, weil die Beile im Wappen auf den ersten Wortbestandteil von Beilngries anspielen. In Wirklichkeit dürfte allerdings Bilingriez, das 1007 in Zusammenhang mit der Güterausstattung des neu geschaffenen Bistums Bamberg erstmals erwähnt wurde, von Gries (=sandiges Schwemmgeröll) des Bilo herzuleiten sein. Durch Tausch gelangte Beilngries wohl 1016 an die Bischöfe von Eichstätt, die schon 1053 von Kaiser Heinrich III. Markt- und Zollrechte erwirkten. Der Bischofsstab im ursprünglichen Wappen erinnerte an die fürstbischöfliche Herrschaft, nach deren Ende (1803) er 1819 im Stadtwappen weggelassen wurde. Seit der Neueinführung des ursprünglichen Wappens 2007 befindet sich aber der Bischofsstab wieder im Wappen.
(Quelle: Altmühlnet)

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften bestehen mit Biberbach (Österreich) seit dem 6. September 1980, Garda (Italien) seit dem 28. November 2003, Braubach (Rheinland-Pfalz), Rabac (Kroatien), Mayrhofen (Österreich), Grebenzen (Österreich), Burgeis (Südtirol) und Hirschberg (Sauerland).

Eine weitere partnerschaftliche Beziehung gibt es zum Grafengeschlecht der Khevenhüller in Österreich. Seit dem 18. Juni 1994 ist Beilngries Partner des Naturparks Sierra de Maria in Spanien.

Sehenswürdigkeiten

Die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit im Stadtgebiet befindet sich im Stadtteil Kottingwörth: In einer Kapelle im Turmuntergeschoß der Kirche St. Vitus ist ein hervorragender Zyklus mittelalterlicher Wandmalereien erhalten. Dargestellt sind unter anderem das jüngste Gericht sowie verschiedene Heiligenlegenden.

Auf einer Anhöhe oberhalb der Stadt Beilngries liegt das Schloss Hirschberg, noch heute im Besitz des Bistums Eichstätt. Das Barockschloss wurde im 20. Jahrhundert, unter anderem durch Erweiterungsbauten wie eine von Alexander von Branca entworfene Kapelle, zum Bistumshaus umgestaltet.

St. Walburga

In Beilngries befindet sich die neubarocke katholische Stadtpfarrkirche St. Walburga, die in den Jahren 1911 bis 1913 nach Abriss der Vorgängerkirche durch den Münchener Architekten Wilhelm Spannagel neu erbaut wurde. Der nördliche Turm ist mittelalterlich und wurde im 16. Jahrhundert erhöht, die beiden 50 Meter hohen Türme sind mit buntglasierten Ziegeln gedeckt. In den Seitenwänden befinden sich große Radfenster. Die Vorhalle verfügt über Arkaden. In der Kirche gibt es eine Bittner-Orgel von 1913.

Die Kapelle, Frauenkirche genannt, wurde im Jahr 1683 errichtet. 1753 wurde sie durch einen Neubau von Mauritio Pedetti wesentlich vergrößert.

Die ehemalige Franziskaner-Klosterkirche St. Trinitas wurde 1725 und 1736 erbaut.

Des Weiteren befindet sich in der Stadt eine gotische katholische Gottesackerkirche, die St. Lucia (Bühlkirche). Diese war ursprünglich eine von 1469 bis 1576 erbaute Pfarrkirche, die im Jahr 1740 barockisiert wurde. Seit 1995 ist sie wieder mit einem neugotischen Hauptaltar ausgestattet.

Die katholische Kapelle St. Johann befindet sich auf dem Friedhof der Stadt. Sie wurde 1496 erbaut. In ihr befindet sich ein Gedächtnisbuch für die Gefallenen und Vermissten der Stadt.

Die Herrgottswieskapelle in der Kelheimer Straße ist mit einem neuen Passionsbild Heiland an der Geißelsäule und einem Spruchband auf Blechtafeln aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet. Einst war diese Kirche eine wichtige Station der barocken Beilngrieser Karfreitagsprozession. Außerdem gab es eine Original-Plastik von Jesus an der Geißelsäule, die jetzt in der Frauenkirche steht.

Am Sportgelände der Stadt steht die Kapelle Seefigur von etwa 1700, die ein neues Maria-Himmelfahrt-Bild besitzt.

Von der Wehranlage ist eine Ringmauer um den Ort aus dem Mittelalter erhalten. Außerdem bestehen noch zwei viereckige Türme und ein runder Turm.

Mehrere Häuser an der Hauptstraße weisen sehenswerte Fassaden und Treppengiebel auf, beispielsweise das Kaiserbeckhaus. Neben Häusern mit den typischen flach geneigten Kalkplattendächern des Altmühl-Jurahauses finden sich im Zentrum auch Gebäude mit steileren Dächern und Fachwerkhäuser, wie sie häufig in Franken (Region) vorkommen.

Das heutige Rathaus wurde in den Jahren 1740 bis 1742 von Gabriel de Gabrieli erbaut, der auch das ehemalige fürstbischöfliche Forstamt errichtet hat.

Der nur wenig außerhalb gelegene Flugplatz beherbergt auch einige historische Flugzeuge und kann auf eine fliegerische Tradition zurückblicken.

Sehenswürdigkeiten in den Ortsteilen


Bildung

In der Stadt ist eine Grundschule vorhanden. Als weiterführende Schulen stehen eine Förderschule, eine Hauptschule, die Altmühltal-Realschule und das Gymnasium Beilngries zur Verfügung. Es gibt ferner eine Volkshochschule, die Akademie der Bayerischen Genossenschaften, das Bistumshaus Schloss Hirschberg und eine verkehrspädagogische Akademie (VPA) zur Fahrlehreraus- und fortbildung.

Sonstiges

In Beilngries mit ihren Ortsteilen gibt es über 100 Vereine, Verbände und Institutionen, die z.T. auch überregional vernetzt sind. So besteht im Ortsteil Paulushofen ein Swingolfverein, der bereits viermal Gastgeber von Deutschen Meisterschaften und zweimal von Europameisterschaften war.

Außerdem gibt es in Beilngries einen Flugplatz und am Main-Donau-Kanal einen Motoryachthafen. Bis 1988 bestand ein eigener Bahnhof.

Medien

Für Beilngries ist ein Sender international koordiniert. Frequenz ist die 105,4 MHz. Ausgestrahlt wird Radio IN aus Ingolstadt.

Zudem gibt es eine Lokalausgabe der Zeitung „Donaukurier“ („B-Ausgabe“ für Beilngries, Riedenburg und Berching) aus Ingolstadt. Die „Mittelbayerische Zeitung“ hat in Beilngries ein kleines Korrespondenz-Büro, das redaktionell mit dem „Neumarkter Tagblatt“, der Lokalzeitung für den Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz zusammenarbeitet. Dies rührt noch aus der Zeit, als Beilngries zur Oberpfalz gehörte.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Michael Harrer, ehemaliger Stadtpfarrer von Beilngries

Söhne und Töchter der Stadt

  • Rosa Aschenbrenner (1885–1967), sozialistische Politikerin, Mitglied des bayerischen Landtages 1921–1932 und 1946–1948
  • Franz Anton Mayer, (* 31. Juli 1773 in Beilngries, † 4. Mai 1854 in München), Priester, Altertums- und Heimatforscher und Autor
  • Hans Mendl (* 1960), römisch-katholischer Theologe

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 433

Weblinks

 Commons: Beilngries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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