Bierkowo
Bierkowo
Bierkowo führt kein Wappen
Bierkowo (Polen)
Bierkowo
Bierkowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Słupsk
Gmina: Słupsk
Fläche: 13,7 km²
Geographische Lage: 54° 29′ N, 16° 56′ O54.477516.929166666667Koordinaten: 54° 28′ 39″ N, 16° 55′ 45″ O
Höhe: 62 m n.p.m
Einwohner:

921

Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: SłupskBruskowo WielkieDuninowo (-Ustka)
Schienenweg: Stargard in Pommern – Danzig
Bahnstation: Słupsk
Nächster int. Flughafen: Danzig

Bierkowo (deutsch Birkow) ist ein Dorf bei Słupsk (Stolp) in Hinterpommern. Es gehört heute zur Gmina Słupsk (Landgemeinde Stolp) im Powiat Słupski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Dorfansicht von Bierkowo (Birkow) mit Dorfkirche

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Bierkowo liegt etwa 6 km westlich von Słupsk (Stolp) an der Landstraße von Słupsk zu dem 8 km entfernten Dorf Bruskowo Wielkie (Groß Brüskow)[1]. Der Ortskern von Bierkowo liegt 1 km südlich dieser Landstraße. Das nächste Dorf ist Bruskowo Wielkie. Die nächste Bahnstation befindet sich in Słupsk.

Geschichte

Der historischen Dorfform nach ist Birkow ein Gassendorf. In preußischer Zeit war der Ort eines von 18 königlichen Dörfern, die dem Amt Stolp unterstanden. 1784 hatte Birkow: 1 Vorwerk, 12 Bauern, 2 Kossäten, 4 Büdner, 1 Schulhaus und 1 Hirtenhaus bei insgesamt 21 Feuerstellen (Haushalten).[2] Die Domäne bewirtschaftete 2500 Morgen, ein Bauer 233 Morgen und jeder der beiden Kossäten 102 Morgen.

Bis 1945 gehörte der Ort zusammen mit den Gemeinden Groß Brüskow (heute polnisch: Bruskowo Wielkie), Grünhagen (Wierzbięcin), Klein Brüskow (Bruskowo Małe), Schwolow (Swołowo) und Steinwald (Krzemienica) zum Amtsbezirk Groß Brüskow im Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern. Das Standesamt war ebenfalls in Groß Brüskow, während der Gendarm in Klein Strellin (Strzelinko) sein Amt hatte. Amtsgerichtsbezirk war Stolp.

Am 7. März 1945 brachen die Birkower Einwohner zur Flucht vor der herannahenden Roten Armee auf. Wegen der winterlichen Wegeverhältnisse kamen sie nicht weit und mussten umkehren. In Birkow waren inzwischen zahllose Flüchtlinge aus den umliegenden Dörfern eingetroffen. Am 8. März 1945 wurde Birkow von russischen Truppen kampflos besetzt. Birkow wurde unter polnische Verwaltung gestellt, und es begann die Zuwanderung von Polen, die zunächst vorwiegend aus Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen, wo man sie vor die Wahl gestellt hatte, entweder eine andere Staatsangehörigkeit anzunehmen oder auswandern zu müssen. Anschließend begann die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aufgrund der Bierut-Dekrete. Das deutsche Birkow wurde in Bierkowo umbenannt.

Bierkowo ist heute ein Ortsteil der Gmina Słupsk im Powiat Słupski der Woiwodschaft Pommern (bis 1998 Woiwodschaft Stolp).

Entwicklung der Einwohnerzahl

  • 1910: 887[3]
  • 1933: 841[4]
  • 1939: 781[4]
  • 2009: 921

Kirche

Birkow war vor 1945 ausnahmslos evangelisch. Es gehörte mit den Dörfern Gatz (heute Gać), Reblin (Reblino), Reddentin (Redęcin), Symbow (Zębowo) und Zitzewitz (Sycewice) zum Kirchspiel Symbow im Kirchenkreis Stolp-Stadt in der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. 1940 zählte das Kirchspiel insgesamt 2374 Gemeindeglieder.

Im Jahre 1895 wurde in Birkow eine eigenständige Kirchengemeinde errichtet, die aber im Verbund mit Symbow blieb. Eine eigene Kirche hatte die Gemeinde zunächst nicht. Im Jahre 1906 beschloss der Gemeindekirchenrat mit Zustimmung der Kirchenpatrone Graf Wilhelm von Zitzewitz auf Zitzewitz und Graf Paul von Below auf Reddentin (Birkow selbst war patronatsfrei), eine neue Kirche zu bauen. Am 16. April (Ostersonntag) im Jahre 1911 wurde sie vom pommerschen Generalsuperintendenten Johannes Büchsel und dem Ortspfarrer Reinhold Rathke feierlich in Dienst genommen. Seitdem erhebt sie sich weithin sichtbar auf dem zugeschütteten Schulteich.

Seit 1945 ist die Bevölkerung von Bierkowo überwiegend katholisch. Die Kirche ist heute wie auch Swołowo (Schwolow) Filialkirche der Pfarrei Bruskowo Wielkie (Groß Brüskow) im Dekanat Ustka (Stolpmünde) im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen. Am 18. November 1945 wurde die Kirche neu geweiht und erhielt den Namen des Hl. Josef.

Heute hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören zum zur Kreuzkirche in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Pfarrer

Vor 1945 waren die evangelischen Prediger[5] an der Birkower Kirche in Symbow (Zębowo), nach 1945 die katholischen Pfarrer in Bruskowo Wielkie (Groß Brüskow) ansässig:

  1. Reinhold Rathke, 1911-1913
  2. Friedrich Witte, 1913-1927
  3. Martin Hedemann, 1927-1934
  4. Oskar Klopsch, 1935-1945
  1. Leon Gliszczyński, 1946-1958
  2. Stanisław Krawczyk, 1958-1979
  3. Jerzy Sikora, 1979-1991
  4. Roman Tarniowy, 1991-1995
  5. Piotr Bruski, 1995-2001
  6. Jan Cychowski, seit 2001

Schule

Das Birkower Schulhaus war vor 1945 ein stattlicher Massivbau aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Häufig ist es aus- und umgebaut worden. Zuletzt hatte es zwei geräumige Klassenzimmer und zwei Lehrerwohnungen. Die letzten deutschen Lehrer waren Walter Lietz und Fritz Müller.

Verweise

Literatur

  • Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. 2, Stettin 1912.
  • Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern: Zeugnisse seiner deutschen Vergangenheit. Bonn: Heimatkreise Stadt Stolp u. Landkreis Stolp, Lübeck 1989., S. 398-402 (Download Ortsbeschreibung Birkow)
  • Reinhard Schulz: Birkow Kreis Stolp in Pommern. Chronik. Das Dorf Birkow und seine Geschichte mit Hofbeschreibungen, den Ahnen und Familien, Daten, Zeitdokumenten, Erlebnisberichten und Bildern zur Erinnerung an die ehemaligen Bewohner, ihre Geschichte, ihr Dorf. Leipzig 2007
  • Ernst Voß: Auf dem Teich entstand das Gotteshaus. Die Geschichte der einhundertjährigen Kirche in Birkow, Kreis Stolp, und ihrer Gemeinde. In: Die Pommersche Zeitung. Folge 10/11 (12. März 2011), S. 8

Fußnoten

  1. Straßenkarte Hinterpommern: Köslin - Stolp - Danzig, 9. Auflage, Höfer Verlag, Dietzenbach 2005, ISBN 978-3931-103-14-9.
  2. Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern (Ludwig Wilhelm Brüggemann, Hrsg). II. Teil, 2. Band, Stettin 1764, S. 930, Nr. 1.
  3. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/pommern/stolp.htm
  4. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/stolp.html
  5. Ernst Müller, Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart, II. Teil, Stettin, 1912, S. 479-481

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