Lotus Cars


Lotus Cars
Lotus Cars plc.
Lotus Cars Logo.svg
Rechtsform Public Limited Company
Gründung 1952
Sitz Hethel, Vereinigtes Königreich
Leitung Colin Chapman
Branche Automobile
Website www.grouplotus.com

Lotus Cars ist ein Hersteller von Automobilen mit Sitz in Hethel bei Norwich (Norfolk), Großbritannien, der von Colin Chapman gegründet wurde. Mit dem Fahrzeughersteller verwandt war das ehemalige Rennsportteam Team Lotus. 1996 wurde Lotus Cars vom malaysischen Konzern Proton übernommen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Lotus Seven
Endfertigungslinie der Produktion von Lotus

Colin Chapman begann seine Karriere als Unternehmer im Jahr 1947 mit Sonderanfertigungen auf Grundlage der Technik des Austin 7. 1952 gründete er die Firma Lotus Engineering, die er 1959 in Lotus Components und Lotus Cars aufteilte. Im Unterschied zu anderen Unternehmen der Lotus Group betrieb Lotus Cars nie selbst Rennsport, sondern unterstützte allenfalls seine Kunden dabei.

Das erste erfolgreiche Serienmodell von Lotus, der Lotus 6, wurde als Bausatz vertrieben. Trotz der geringen Stückzahl von ungefähr 100 Wagen errang der Lotus 6 zahlreiche Erfolge, auch bei Bergrennen. Der darauf folgende und von Frank Costin entwickelte Lotus 8 war nicht nur die Grundlage für seine Nachfolger Mk 9 und Mk 10, an ihm orientierte sich auch der Mk 11, ein Rennwagen, der in seiner Klasse auch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann.

1957 produzierte Lotus sein erstes ausschließlich für Rennen gedachtes Auto. Mit dem Mk 12 begann eine erfolgreiche Rennsportkarriere, in deren Verlauf Lotus mehrmals den Weltmeistertitel der Konstrukteure errang. Titel und erste Preise erreichte Colin Chapman dabei nicht in erster Linie durch Leistungssteigerung, sondern durch Leichtbau und neuartige Fertigungsverfahren. Nicht selten, so warfen ihm Konkurrenten vor, missachtete er elementare Sicherheitsregeln zugunsten fortschrittlicher Technik und verwendete unter anderem „unterdimensionierte" Bauteile, zum Beispiel sehr filigrane Radaufhängungen. Festzuhalten bleibt jedoch, dass Chapman beträchtlich zur Weiterentwicklung des Grand-Prix-Rennwagens beigetragen hat. Ein Beispiel dafür ist der Lotus 25 von 1962, dem bis dahin schlanksten und niedrigsten F1-Rennwagen. Beim Lotus 25 hatte Chapman den Gitterrohrrahmen des nur wenige Wochen vorher herausgebrachten Lotus 24 durch eine vom Flugzeugbau bekannte Monocoque-(Schalen-)Konstruktion ersetzt. Dadurch konnte das Gewicht um etwa 20 kg verringert und die für Straßenlage und Handling wichtige Verwindungssteife erhöht werden. Inzwischen (1957) war der Elite mit einer aerodynamischen Karosserie aus GFK auf dem Markt.

Die ersten Lotus-Cortina wurden in Cheshunt produziert, wohin Lotus Ende der 1950er-Jahre gezogen war. Später baute Lotus ein neues Werk in Hethel, wo 1966 die Produktion des Lotus Europa begann.

1967 kam der Elan +2 ins Programm, ein 2+2-Sitzer, der vom 1961er-Elan abgeleitet worden war. Ein neues frontgetriebenes Modell mit japanischem Vierzylinder-Turbomotor, das 1990 präsentiert wurde, war ein Flop. Die Produktion wurde 1993 schließlich eingestellt und die Lizenz an Kia verkauft. Anfang der Siebziger startete der Esprit, der bis 2004 gebaut wurde.

Lotus Elan (ab 2013)

1982 starb Firmengründer Colin Chapman. Das Unternehmen ging 1986 in den Besitz von General Motors über. Im August 1993 verkaufte GM die Firma an die ACBN Holdings S.A. des italienischen Unternehmers Romano Artioli, dem auch Bugatti Automobili SpA gehörte. 1996 übernahm die malaysische Perusahaan Otomobil Nasional Bhd (Proton) die Mehrheit an Lotus. Seit Dezember 2008 ist Lotus auch auf dem Markt der Volksrepublik China mit der Marke Europestar präsent, deren Modelle identisch mit den Protonmodellen sind.

Auf der Mondial de l’Automobile 2010 kündigte Lotus fünf neue Modelle innerhalb der nächsten fünf Jahre an.[1] Es handelt sich dabei um Neuauflagen der Modelle Esprit, Elan (beide ab 2013) und Elite (ab 2014), sowie das Nachfolgemodell der aktuellen Elise (ab 2015). Als neues Modell kündigte Lotus den viersitzigen GT Eterne an. Während Esprit, Elite und Eterne von einem 5-Liter-V8 angetrieben werden, soll der Elan einen 4-Liter-V6 erhalten, die Elise einen 2-Liter-Reihenvierzylinder. Alle neuen Motoren sind aufgeladen.

Modelle

Lotus Eleven (1956 bis 1958)
Lotus Esprit S2, 1980 (1976 bis 2004)

In Produktion

Ehemalige

Zeitleiste

Zeitleiste der Lotus-Straßenmodelle von 1950 bis heute
Karosserieform Motorposition Lotus Engineering weiter unabhängig, Lotus Cars als Teil der Lotus Group ab 1996 von Proton
1950er 60er 70er 80er 90er 2000er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Roadster Frontmotor Seven
Elan Typ 26 Elan M100
Mittelmotor Elise S1 Elise S2
Coupé Frontmotor Elite Typ 14 Elite Typ 75/83
Éclat Excel
Mittelmotor Europa Europa S
Esprit
Exige Exige S2
Evora

Kooperationen mit anderen Automobilherstellern

  • Ford Lotus Cortina MK1 and MK2
  • Für den französischen Hersteller Talbot entwickelte Lotus eine sportlichere Version des Talbot Sunbeam, den Talbot Sunbeam Lotus 16V.
  • Für Opel entwickelte Lotus eine Hochleistungsvariante der Limousine Omega. Das Fahrzeug wurde als Lotus Omega, bzw in England als Lotus Carlton verkauft.
  • Für Opel/Vauxhall entwickelte und produzierte Lotus den Opel Speedster/Vauxhall VX220. Er basiert auf dem verlängerten Lotus Elise Chassis. Auf der gleichen Basis bietet Lotus mittlerweile den Lotus Europa an.
  • Lotus beteiligte sich an der Entwicklung des Tesla Roadster und baut das Fahrzeug in seinem Werk in Hethel.[2]
  • Die Firma ZAP wird bei der Entwicklung eines Elektrosportwagens von Lotus unterstützt.

Siehe auch

Literatur

  • Russell Hayes: Lotus. Heel-Verlag, Königswinter 2007, ISBN 3-89880-823-8
  • Jeremy Walton: Lotus Esprit: The Complete Story. Crowood Press, Großbritannien, 1997, ISBN 1-86126-066-0 (englisch)
  • Owner's Handbook of Lotus Elise S2 111S
  • Jeremy Walton: Lotus Elise: The Official Story continues, Coterie Press, Großbritannien, 2004 (englisch)
  • William Taylor: The Lotus Book S3, Coterie Press, 2004 (englisch)
  • Alastair Clements: Elise Rebirth of the true lotus, Haynes Publishing, 2003 (englisch)

Weblinks

 Commons: Lotus Cars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Chris Knapman (1. Oktober 2010): Paris Motor Show 2010: five new models from Lotus (Englisch). The Daily Telegraph. Abgerufen am 9. November 2010.
  2. Martin Eberhard (25. Juli 2006): Lotus Position (Englisch). Tesla Motors. Abgerufen am 22. November 2008.

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