Burnu (Bornu)

Burnu (Bornu), Bornu, ein mächtiges, aber noch wenig erforschtes Reich in Centralafrika, grenzt im Süden an Mandara und im Osten an den Tschadsee, der ungeheuer groß, mit mehreren Inseln und unermeßlichen Scharen von Vögeln bedeckt und sehr fischreich ist. Die Hitze ist hier unerträglich, im Juli setzen unaufhörliche Regengüsse das Land unter Wasser, im October ist die Ernte und der Winter beginnt; Nordostwinde reinigen die Luft, und die ansteckenden, tödtlichen Fieber der feuchten Jahreszeit verschwinden. Das Land ist stark bevölkert und zählt 13 große Städte. Die Einwohner haben eine hohe Stirn, breites Gesicht, platte Negernase, großen Mund, schöne Zähne, sind leichtsinnig, friedfertig, furchtsam, rachsüchtig. Ihre Kleidung besteht in ein, zwei oder drei weiten Hemden, je nach ihrem Vermögen. Reiche Männer bedecken den Kopf mit einer blauen Mütze. Selten haben die Burnuer mehr als zwei oder drei Frauen; sie können sich von ihnen trennen, wenn sie wollen, müssen ihnen aber in diesem Falle die Mitgift herausgeben. Sie sind, die Gestalt ausgenommen, nicht schön; sie haben einen großen, breiten Mund, dicke Lippen, beschmieren das Haar mit Indigo und Wachs, bemalen sich Wangen, Stirn, Arme, Hüften etc. mit verschiedenen Farben. Sie tättowiren sich, und machen an 20 Schnitte auf beiden Seiten des Gesichts. Sie sind die gehorsamsten, unterthänigsten Weiber auf dem ganzen Erdboden; ihren Männern dürfen sie sich nur auf den Knieen nähern; sprechen sie mit einer fremden Mannsperson, so verhüllen sie das Gesicht. Sie heirathen schon in ihrem 14. oder 15. Jahre. Ihnen liegen die meisten beschwerlichen Arbeiten ob, und sie müssen ganz allein den Ackerbau treiben. Das Land ist ungeheuer reich an Ochsenherden, und der Ochs ist das Thier, auf welchem man alle Lasten fortschafft und auf welchem die Frauen reiten. Bisweilen reitet die Frau oder Tochter eines reichen Mannes auf einem eigenen Ochsen vor dem beladenen her auf den Markt; sie ist herrlich geschmückt mit Bernstein, silbernen Ringen, Corallen etc. Teppiche bedecken ihr unbehülsliges Reitthier, auf welchem sie nach Männerart sitzen und es an der Nase leiten.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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