Insekten

Insekten, eine Gattung von Thieren, deren Classifikation von den Naturforschern noch immer nicht festgestellt und scharf begrenzt worden ist. Der aus dem Begriff entstandene Name zeigt auf ihr Hauptkennzeichen hin, auf die Einschnitte an ihrem Körper. Kopf, Bruststück und Bauch sind von einander so getrennt, daß sie nur durch das dünne Stück einer häutigen Röhre unter einander zusammenhängen. Sie haben gewöhnlich sechs oder mehr Füße, und an dem sehr beweglichen Kopf eine Menge Augen, worunter sich zwei durch ihre im Verhältniß zum Körper ungeheure Größe auszeichnen und aus einer bewundernswürdigen, den Bienenzellen ähnlichen Aneinanderfügung vieler tausend kleiner Augen bestehen. Neben diesen Organen trägt der Kopf noch die Freßwerkzeuge, Rüssel, Saugstacheln und bei manchen Zangen, Fühlhörner etc. An dem Bruststück sind die Füße befindlich und bei den geflügelten auch die Flügel und Flügeldecken. Der Mechanismus weicht bei Käfern, Mücken, Schmetterlingen etc. hundertfältig von einander ab. Der eigentliche Leib der Insekten umschließt die Verdauungs- und Fortpflanzungswerkzeuge, häufig auch einen Stachel, der zum Angriff und zur Vertheidigung bestimmt ist. Sie haben kein rothes Blut, wie die Säugethiere und Fische, sondern einen mehr oder minder gefärbten, meistens milchweißen Saft, der die Temperatur der Umgebung annimmt und keine eigene innerliche Wärme zeigt, weßhalb die meisten Insekten nur im heißesten Sonnenschein sich wohl befinden und in der Kälte erstarren. Merkwürdig sind sie noch durch einen Lebensprozeß, der sie von allen andern Thieren unterscheidet. Es ist dieß die wiederholte viermalige Verwandlung der Form, indem sie zuerst als Eier, dann als Raupen oder Maden, als Puppen und endlich als vollendete Insekten erscheinen, um wieder Eier zu legen. Auffallend ist noch der ungeheure Schaden, welchen diese kleinen Thiere, wenn sie in großer Anzahl erscheinen, verursachen: die Termiten verwüsten ganze Felder, die Heuschrecken ganze Länder, die Maikäfer fressen ganze Wälder kahl; eben so gefräßig und schadenbringend sind die meisten Raupengattungen, welche das üppige Grün ganzer Haine vertilgen. Andere dagegen bringen Nutzen, wie z. B. die Cochenille, eine kleine Schildlaus, auf dem Cactus in Südamerika lebend; die Biene, die Seidenraupe etc. Einige dienen als Arzneimittel, andere, z. B. Heuschrecken und Maikäfer, manchen Völkerschaften zur Nahrung. Viele vertilgen Aas, Unkraut etc

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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