Madras

Madras, die Hauptstadt der engl. ostind. Compagnie auf der Koromandelküste, unter dem glücklichsten Himmelsstrich gelegen, die Hauptstation für den Handel zwischen England und Indien, der Sammelplatz aller der fleißigen Shawlarbeiter, Tuch- und Mousselinweber, und das Entrepot, auf welchem die europäischen Waaren gegen die seinen indischen Stoffe und kostbaren Sold- und Juwelierarbeiten von Tritschenopoli ausgetauscht werden. Leider hat Madras keinen Hafen, sondern nur eine Rhede, und diese ist höchst gefährlich. Die Stadt theilt sich in die schwarze und weiße. Erstere, das eigentliche Madras, ist schmutzig, eng, verworren gebaut und hat kleine, einstöckige Häuser, aus denen nur hier und da ein in europäischem Stil erbautes Haus hervorsieht, besitzt aber auch schlanke Pagoden und prächtige Moscheen. Auf dem Bazar findet man jene kostbaren Shawls, an denen 6 Arbeiter zwei Jahre lang weben, die köstlichsten Parfümerien, Schmucksachen, welche die europäischen weit übertreffen, seine Mousseline, schöne Goldstoffe, schwere Damastzeuge, Nesseltücher, die mit den Flügeldecken der Canthariden gestickt sind, Kleider von seenartiger Pracht, und wiederum die englischen Fabrikwaaren, von den thönernen Götzenbildern bis zu der feinsten Leinwand und den schönsten Stahl- oder Seidenwaaren. Um die Stadt zieht sich eine große Esplanade, welche theils den Spaziergängern zum Erholungsorte, theils den vielen tausend Pilgern, welche die Pagoden und Moscheen besuchen, zum Sammelplatze dient. Ein Canal durchschneidet dieselbe und verbindet die Stadt mit dem Flusse Ennore. Eine Wasserleitung und eine vierfache, schöne Allee von Tulpenbäumen führt von der Stadt Madras zu der befestigten weißen Stadt. Dort stehen die Gouvernementsgebäude, die Kasernen, die Waarenlager; dort ist die große bischöfliche Kirche, die Münze, die Bank. Von dort aus wird durch einen Gouverneur die Stadt beherrscht und bewacht. Die Europäer (fast durchgängig Engländer) wohnen meistens, wie in Calcutta, außerhalb der Stadt in prächtigen, massiv aufgeführten Gebäuden. Madras hat selbst über 450,000 Ew. und gebietet als Hauptstadt der Präsidentschaft über einen Landstrich von 8800 Quadrat M. mit 19 Mill. Menschen.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • madras — MADRÁS s.n. Ţesătură cu urzeală de mătase şi cu bătătură de bumbac. [< fr. madras, cf. Madras – oraş în India]. Trimis de LauraGellner, 22.05.2005. Sursa: DN  MÁDRAS s. n. ţesătură cu urzeală de mătase şi bătătură de bumbac. (< fr. madras) …   Dicționar Român

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