Sonneberg


Sonneberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sonneberg
Sonneberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sonneberg hervorgehoben
50.357511.175555555556400
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sonneberg
Höhe: 400 m ü. NN
Fläche: 45,44 km²
Einwohner:

22.356 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 492 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96515
Vorwahl: 03675
Kfz-Kennzeichen: SON
Gemeindeschlüssel: 16 0 72 018
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofsplatz 1
96515 Sonneberg
Webpräsenz: www.sonneberg.de
Bürgermeisterin: Sibylle Abel (CDU)
Lage der Kreisstadt Sonneberg im gleichnamigen Landkreis
Bachfeld Effelder-Rauenstein Föritz Goldisthal Judenbach Lauscha Mengersgereuth-Hämmern Neuhaus am Rennweg Neuhaus-Schierschnitz Oberland am Rennsteig Schalkau Scheibe-Alsbach Siegmundsburg Sonneberg Steinach (Thüringen) Steinheid ThüringenKarte
Über dieses Bild

Sonneberg ist eine Stadt im Süden Thüringens und Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises Sonneberg. Die Stadt ist ein Mittelzentrum und bildet mit der angrenzenden bayerischen Partnerstadt Neustadt bei Coburg eine geografisch und ökonomisch zusammenhängende urbane Einheit.
Bekannt wurde sie als „Weltspielwarenstadt“ – woran heute zum Beispiel das Deutsche Spielzeugmuseum erinnert – und in Fachkreisen durch die 1925 gegründete Sternwarte Sonneberg. Unmittelbar nördlich der Stadt beginnt das Thüringer Schiefergebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt in den Tälern der nach Süden in Richtung Oberfranken abfließenden Röthen und Steinach am Südhang des Thüringer Waldes und erstreckt sich über die davor liegende Linder Ebene bis unmittelbar an die thüringisch-bayerische Landesgrenze.

Nachbargemeinden

In Uhrzeigerrichtung, von Norden beginnend: Steinach, Oberland am Rennsteig, Judenbach, Föritz (alle Landkreis Sonneberg), Mitwitz (Landkreis Kronach), Neustadt bei Coburg (Landkreis Coburg), Mengersgereuth-Hämmern (Landkreis Sonneberg), Effelder - Rauenstein (Landkreis Sonneberg)

Stadtgliederung

  • Oberlind
  • Obere Stadt
  • Steinbach
  • Untere Stadt
  • Unterlind
  • Wehd
  • Wolkenrasen

Eingemeindungen

  • 1919 Bettelhecken
  • 1922 Hönbach
  • 1923 Neufang
  • 1950 Köppelsdorf (die Großgemeinde war 1923 aus Hüttensteinach, K. und Steinbach gebildet worden), Malmerz, Mürschnitz und Oberlind.
  • 1994 Unterlind

Geschichte

Beginn bis 19. Jahrhundert

Sonneberg um 1596

Der Name Sonneberg geht auf das Adelsgeschlecht der Herren von Sonneberg zurück, das im 12. und 13. Jahrhundert beurkundet ist und unterhalb der Burg Sonneberg eine Siedlung gründete, die ursprünglich aus dem Gutshof und zwei Weihern bestand, dem in der Herrnau vermuteten Dorf „Alt-Rötin“ und dem „Stätlein zu Rötin unter der Burg Sonneberg“. Sie waren Ministerialen im Dienst der Herzöge von Andechs-Meranien, die eine herrschaftliche Verwaltung in der Region um Sonneberg und Coburg errichteten. Nach dem Ende der Herzogstums Meranien erwarben sie im Umland umfangreicheren Besitz und stifteten 1252 das Kloster Sonnefeld. Nach dem Aussterben der Sonneberger fiel die kleine Herrschaft 1317 an die Grafen von Henneberg. 1349 bestätigte und erweiterte die neue Landesherrin, die Regentin Jutta von Henneberg die städtischen Rechte Sonnebergs mit einer Urkunde. 1353 fiel Sonneberg zusammen mit dem nahe gelegenen Coburg an die Wettiner. Rat und Bürgermeister hatten die Niedergerichte inne. Die an der Straße von Coburg nach Saalfeld gelegene Stadt mit der Johanniskirche war ummauert.[2] Sie kam 1485 an die Ernestiner, 1572 an Sachsen-Coburg, 1640 an Sachsen-Altenburg und 1672 an Sachsen-Gotha. Von 1826 bis 1918 gehörte Sonneberg zum Herzogtum Sachsen-Meiningen.

Die katholische Gemeinde unterstand dem Bistum Würzburg. 1526 begann die Reformation, bald darauf wurde die Lateinschule eröffnet. Seit 1500 ist der Abbau von Wetzsteinen und Schiefer für Schiefertafeln bezeugt. Aus der alteingesessenen Holzwarenherstellung entwickelte sich vom 16. Jahrhundert an die Spielwarenherstellung. Um 1700 wurde mit der Firma Dressel, ab 1873 Firma Cuno & Otto Dressel, der größte Spielwaren-Exporteur in Sonneberg gegründet. Ab 1805 entwickelte sich Sonneberg durch die Einführung des Papiermachés zu einem Spielzeugproduktionszentrum mit Weltgeltung. 1840 zerstörte ein Stadtbrand das alte Stadtzentrum um den Marktplatz.

20. Jahrhundert

Durch den Anteil der Sonneberger Produktion am Weltmarkt wurde um 1913 der Begriff „Weltspielwarenstadt“ geprägt. Vor dem ersten Weltkrieg wurden im Raum Sonneberg rund 20 % der auf dem Weltmarkt gehandelten Spielwaren hergestellt. 1901 wurde das Spielzeugmuseum eröffnet, welches 1953 erweitert wurde. Seit 1919 wurden die umliegenden Vororte eingemeindet.

Bahnverbindungen bestehen seit 1858 nach Coburg (Bahnstrecke Coburg-Sonneberg), seit 1886 Richtung Neuhaus (Bahnstrecke Sonneberg–Probstzella) und seit 1910 nach Eisfeld (Hinterlandbahn). Im Jahr 1921 eröffneten die Siemens-Schuckertwerke in Sonneberg ihr Kleinbauwerk II, welches 1939 mit 987 Mitarbeitern Installationsmaterial wie Sicherungselemente und Schalter produzierte.

AOK-Gebäude
Woolworthgebäude, 1928
Handelshaus Kresge
Stele mit Gedenktafel zum Todesmarsch in der Bettelhecker Straße 24

Eine letzte Blüte der Spielwarenindustrie führte in den 1920er Jahren zur Bebauung des Bahnhofplatzes mit repräsentativen Gebäuden. Zuerst errichtete die US-amerikanische Firma Halbourn ein sechsstöckiges Handelshaus, das seit 1925 der AOK gehört. Gegenüberliegend baute im Jahr 1926 die US-amerikanische Kaufhausgesellschaft Woolworth, die schon seit 1880 vor Ort einkaufte, zum Erwerb und Export von Spielwaren und Christbaumschmuck ein Handels- und Lagerhaus. Das fünfstöckige Gebäude aus Eisenbeton mit eigenem Gleisanschluss wurde nach Plänen des Sonneberger Architekten Walter Buchholz errichtet. Es hatte etwa 4.200 m² Grundfläche sowie rund 100.000 m³ umbauten Raum und war eines der größten Lagerhäuser Thüringens. Das Bauwerk, im Zweiten Weltkrieg als Lagerhaus durch die Wehrmacht genutzt, wurde am 11. April 1945 von US-amerikanischen Truppen beschossen und in Brand gesetzt. Gegenüberliegend vom Bahnhof errichtete schließlich die Stadt in den Jahren 1927 und 1928 nach Plänen von Karl Dröner ihr neues Rathaus mit einem 40 Meter hohen Rathausturm. In die gleiche Zeit fällt auch in der König-Straße der Neubau des Einkaufshauses der amerikanischen Firma S.S. Kresge & Co. aus New-York mit seiner expressionistischen Architektur sowie im Jahr 1925 die Gründung der Sternwarte Sonneberg im Ortsteil Neufang durch Professor Cuno Hoffmeister.

Infolge der Weltwirtschaftskrise und einer Überschuldung wurde Sonneberg 1929 zahlungsunfähig und unter Zwangsverwaltung gestellt.[3]

Bei Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden Einwohner aus politischen, rassischen und religiösen Gründen verfolgt, mit Gefängnis- und Zuchthausstrafen belegt oder in KZ deportiert. Zu ihnen gehörte der Mitbegründer der KPD-Ortsgruppe Otto Bergner in Köppelsdorf, der mehrmals verhaftet, in das KZ Buchenwald überstellt und schließlich in das KZ-Außenkommando Witten-Annen verlegt wurde, wo er im März 1945 ums Leben kam. An ihn erinnert ein Straßenname. An den Arbeiter Adolf Wicklein, der vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Hof des Landgerichts Weimar hingerichtet wurde, erinnerte bis 1990 eine Straße, die seitdem in Marienstraße rückbenannt wurde. In Köppelsdorf regte sich auch Widerstand aus evangelischen Kirchenkreisen gegen das Naziregime, insbesondere gegen die Deutsch-christliche Kirchenleitung. Der Pfarrer Reinhard Metz setzte sich mit Predigten und Briefen für gemaßregelte Pfarrer ein. Ein Mitglied der Bekennenden Kirche (BK) stellte einen Raum in ihrem Fabrikgebäude Friedrichstraße 38 für bekenntnisgebundene kirchliche Jugendarbeit zur Verfügung. Die Juden der Stadt erlitten antisemitische Verfolgung und Deportation, die sie in die Emigration oder in die Vernichtungslager brachte, die nur wenige überlebten. Zwischen 1934 und 1943 wurden 687 Frauen und Männer aus Sonneberg und Umgebung Opfer von Zwangssterilisation.

Im Rahmen der Aufrüstung wurden ab 1935 Rüstungsbetriebe angesiedelt. Darunter war eine Zahnradfabrik des Leipziger Maschinenbauunternehmens G. E. Reinhardt. 1937 kam das Bekleidungsamt der Luftwaffe nach Sonneberg, wodurch die Uniformschneiderei die zurückgehende Spielzeugindustrie teilweise ersetzen konnte.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten etwa 4300 Frauen und Männer vor allem aus der Sowjetunion, aber auch vielen anderen von Deutschland besetzten Nationen Zwangsarbeit vorrangig in der Rüstungsproduktion verrichten: in den Siemens-Schuckert-Werken in Oberlind, bei den Firmen Louis Siegel, I.C. Eckardt, im Zahnradwerk G.E. Reinhardt, der Firma Kopp & Solonot. In dem im September 1944 auf dem Werksgelände von G.E. Reinhardt in der Hallstrasse 39 eröffneten Außenkommando Sonneberg des KZ Buchenwald arbeiteten unter menschenunwürdigen Bedingungen bis 470 meist jüdisch-polnisch/ungarische Häftlinge. Viele von ihnen kamen bei einem Todesmarsch im April 1945 ums Leben. Entlang der Marschroute wurden 1982 auf Veranlassung der SED-Kreisleitung Sonneberg[4] 13 Metalltafeln angebracht, die an sie erinnern: in der Hallstraße, in der Coburger Straße, am Forsthaus in der Bettelhecker Straße, in Grünthal am Kiesteich, in Köppeldorf in der Steinacher Straße, in Oberlind in der Johann-Sebastian-Bach-Straße. Auf dem Hauptfriedhof erinnert ein Ehrenhain an 118 umgekommene sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.[5]

Aus dem damaligen Sonneberg wurden 1946/47 durch sowjetische Militärtribunale 21 Jugendliche (ab 15 Jahren) unter „Werwolf“-Vorwurf zum Tode (3x vollstreckt) oder zu langjährigen Arbeitslager-Strafen verurteilt. 10 von diesen Sonneberger Jugendlichen kamen in den sowjetischen Speziallagern um. Aus dem Bereich des heutigen Sonneberg (einschließlich der erfolgten Eingemeindungen) wurden insgesamt 77 Jugendliche verurteilt, davon wurden 8 erschossen und 30 sind in Lagern verstorben.[6]

1952 wurde das Land Thüringen aufgelöst und der Kreis Sonneberg dem Bezirk Suhl zugeordnet. Ab 1953 entstand der Stadtteil Wolkenrasen als Wohnsiedlung auf ehemals Oberlinder Flur. 1952 entstand der VEB Stern-Radio Sonneberg (vormals Elektro-Apparatefabrik Köppelsdorf) und 1956 der VEB Vereinigte Spielwarenwerke Sonneberg „sonni“ (ab 1981 VEB sonni Sonneberg, Stammbetrieb). 1971 werden vier Volkseigene Betriebe zum „Kombinat Spielwaren Sonneberg – sonni“ zusammengeschlossen. 1978 gab es im Kreis Sonneberg elf Volkseigene Spielwarenbetriebe und zwei Kombinate. Das „Elektro-Keramische Kombinat Sonneberg“ und von 1974 bis 1981 das „Kombinat Piko Sonneberg“ danach „VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg“. Während der DDR-Zeit wirkte sich die Lage unmittelbar an der innerdeutschen Grenze nachteilig auf die Entwicklung der Stadt aus, insbesondere zwischen 1961 und 1972, als das Stadtgebiet Grenzsperrgebiet war.

Nach der Wende wurden die Spielwarenbetriebe privatisiert oder reprivatisiert, sofern sie noch bestanden.[7] Am 18. Februar 1990 wurde hier – erstmalig auf dem Gebiet der noch bestehenden DDR – 57 Jahre nach ihrem Verbot durch die Nationalsozialisten die Arbeiterwohlfahrt wiedergegründet. Im Jahr 2002 fand in Sonneberg der Thüringentag statt.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

Bevölkerungsentwicklung

1829 bis 1981

  • 1829: 3.028
  • 1895: 12.167
  • 1905: 15.003
  • 1946: 21.534 1
  • 1950: 30.182 2
  • 1960: 28.936
  • 1981: 28.733

1984 bis 1999

  • 1984: 28.440
  • 1994: 25.880
  • 1995: 25.481
  • 1996: 25.297
  • 1997: 25.151
  • 1998: 24.951
  • 1999: 24.892

2000 bis 2007

  • 2000: 24.837
  • 2001: 24.690
  • 2002: 24.582
  • 2003: 24.246
  • 2004: 24.026
  • 2006: 23.681
  • 2007: 23.252

ab 2008

  • 2008: 22.807
  • 2009: 22.529
  • 2010: 22.356
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Politik

  • Schulden: 920 Euro pro Einwohner
  • Schulden gesamt: etwa 23 Millionen Euro

Stadtrat

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 42,2 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,8%
27,5%
18,6%
13,1%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,4%
-0,5%
+3,1%
+2,7%
Anmerkungen:
b 2004: PDS
Das Rathaus von Sonneberg

Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009, bei der alle Parteien ihre relative Position von 2004 behielten, setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

  • CDU 12 Sitze (40,8 %)
  • Die Linke 8 Sitze (27,5 %)
  • SPD 6 Sitze (18,6 %)
  • FDP 4 Sitze (13,1 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 42,2 %.

Wappen

Sonneberg führt das Wappen offiziell seit dem 5. Oktober 1934:

  • Schwarzer, rot-gezungter Löwe auf goldenem Schild begleitet von zwei achteckigen schwarzen Sternen. Der schwarze, nach links schreitende Löwe verweist auf den Übergang der Stadt an die Markgrafschaft Meißen 1353 und ist seither im Stadtwappen.
  • Die zwei Sterne befinden sich als Beizeichen – mit Unterbrechung im 19. Jahrhundert bis 1934 – seit dem 16. Jahrhundert im Stadtwappen.

Das älteste SIGILLVM STAHT SONNEBERG stammt aus dem 16. Jahrhundert und zeigt den meißenischen Löwen.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die heutige Innenstadt entstand auf dem Reißbrett, nachdem die alte Stadt 1840 durch einen Stadtbrand völlig zerstört wurde. Sie ist daher die einzige aus dem 19. Jahrhundert stammende planmäßige Stadtanlage in Thüringen. Die ursprüngliche Stadt lag oberhalb der heutigen Innenstadt im engen Tal der Röthen. Städtebaulicher Mittelpunkt der neuen Anlage war zunächst der Juttaplatz (benannt nach Jutta von Henneberg, die Sonneberg 1349 die Stadtrechte verlieh) unweit der Stadtkirche, in den 1920er-Jahren kam dann auch noch der Bahnhofsplatz mit seinen repräsentativen Bauten als Bezugspunkt hinzu. Geprägt ist die Sonneberger Innenstadt daher vor allem durch Architektur aus der Zeit zwischen 1840 und 1930, die heute noch ein größtenteils geschlossenes Ensemble bildet.

Museen

Das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg
  • Das bekannteste Museum Sonnebergs ist das Deutsche Spielzeugmuseum. Es entstand 1901 und zeigt als ältestes Spielzeugmuseum Deutschlands eine Auswahl aus dem etwa 100.000 Objekte umfassenden Fundus. Das Gebäude wurde 1901 im neubarocken Stil errichtet. Zunächst diente es als Kunstgewerbeschule zur Spielzeug- und Porzellan-Formgestaltung; seit 1938 wird es gänzlich als Museum genutzt.
  • Das Astronomie-Museum Sonneberg befindet sich in den Räumen der Sternwarte und wurde Ende der 1990er Jahre gegründet. Das Museum informiert auch über das Leben des Sternwarten-Gründers Cuno Hoffmeister.
  • In Sonneberg gibt es auch ein Schauaquarium und einen Heimattiergarten.

Bauwerke

Stadtkirche St. Peter
Turm Handelshaus Kresge

Die neugotische Stadtkirche St. Peter wurde zwischen 1843 und 1845 von Carl Alexander Heideloff errichtet. Vorbild war hierbei die Lorenzkirche in Nürnberg. Die Kirche verfügt über ein dreischiffiges Langhaus und eine südwestliche Doppelturmfassade. Als Baumaterial kam Sandstein zum Einsatz, im Innenraum vor allem verputzes Holz. Die Inneneinrichtung stammt hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert. Oberhalb der Stadtkirche liegt der Friedhof.

Die katholische Kirche der Stadt ist die Pfarrkirche St. Stephanus. Sie ist eine neuromanische Basilika aus den Jahren 1902/1903, die unter Leitung des Berliner Architektenbüros Reimarus & Hetzel entstand. An der Kirche sind ein mächtiger Turm zur Straße hin und ein kleiner Turm zum Garten hin angebaut. Die ursprüngliche prachtvolle Innenausmalung von 1913 ist heute ebenso wie der Großteil des alten Inventars nicht mehr erhalten.

Weiterhin von Bedeutung sind einige Gebäude aus den 1920er-Jahren rings um den Bahnhofsplatz. Der Sonneberger Hauptbahnhof selbst stammt aus dem Jahr 1907. Ihm gegenüber steht das Neue Rathaus, ein neoklassizistischer Prachtbau von 1928, der das Stadtbild dominiert. Errichtet wurde er nach Plänen von Karl Dröner. Überragt wird das Rathaus vom 45 Meter hohen Mittelturm. Die Fassade ist durch Säulenanordnungen gegliedert. Neben dem Rathaus steht das AOK-Haus von 1927. Damals wurde das 1922 errichtete Lagerhaus durch Walter Buchholz zum Bürohaus expressionistischer Prägung umgebaut. Die Fassade des fünfgeschossigen Baus wird durch verschiedene Plastiken verziert. Hinter dem AOK-Haus steht die Sonneberger Post, die 1932 im Stil der neuen Sachlichkeit errichtet wurde. Von den einst zahlreichen Handelshäusern in Sonneberg ist das Handelshaus Kresge hervorhebenswert, das sich das amerikanische Unternehmen 1921 von Franz Boxberger und Ernst Herbart entwerfen ließ. Prägend ist der achteckige, expressionistische Turmaufbau im Mittelteil des Gebäudes, der bei einer Erweiterung 1927/28 nach Plänen von Walter Buchholz entstand. Das größte der Handelshäuser in Sonneberg wurde von Woolworth seit 1926 betrieben und stand am Bahnhofsplatz gegenüber dem AOK-Haus. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Internationale Sonneberger Jazztage (jährlich im November)
  • Sonneberger Vogelschießen (jährlich Anfang Juli)
  • Sonneberger Kneipenfest (mehrmals im Jahr, vorwiegend mit regionalen Bands)
  • Sonneberger Musikmeile
  • Puppentheatertage
  • Internationales Puppenfestival (zusammen mit Neustadt bei Coburg)
  • Stadt- und Museumsfest (jährlich im September)
  • Comptoir-Kunstmagazin – die Städtische Galerie (ständig aktuelle Ausstellungen)
  • Veranstaltungen im Gesellschaftshaus (wöchentlich)
  • Vorträge in der Sternwarte (jeden ersten Montag im Monat)

Kulinarische Spezialitäten

  • Sonneberger Rostbratwurst – (auf Itzgründisch: Sumbarcher Broudwörscht)
  • Sonneberger Klöße – eine Variante der Thüringer Klöße (auf Itzgründisch: Sumbarcher Arpflsklüeß)
  • Gemüsesuppe – (auf Itzgründisch: Süßa Schniedla oder Saura Schniedla)
  • Fleck – (auf Itzgründisch: Flack)

Mundart

In Sonneberg wird, wie in den umgebenden Orten eine itzgründische Mundart gesprochen. Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Sonneberger Mundart vom Sprachforscher August Schleicher in seinem Werk Volkstümliches aus Sonneberg im Meininger Oberlande[8] beschrieben.

Wirtschaft und Infrastruktur

Industrie

  • Spielwaren- (Piko), Papier-, Keramische-, Autozuliefererindustrie, Möbelproduktion, früher auch Herstellung von Elektrogeräten (EIO; RFT: Kombinat Sternradio) und Bekleidung (VEB Herko Sonneberg)
  • Sonneberg ist die einzige Stadt in den neuen Bundesländern, in der eine Aldi-Süd-Filiale besteht. Alle anderen ostdeutschen Aldi-Filialen gehören zu Aldi Nord.

Verkehr

Straße

Hauptbahnhof Sonneberg

Sonneberg liegt an der Bundesstraße 89 von Kronach über Sonneberg nach Meiningen. Diese wird gegenwärtig um die Stadt herumgeführt. Eine gemeinsame Autobahnanschlussstelle an der A 73 mit der Stadt Neustadt bei Coburg ist derzeit in Bau; sie wird sich etwa 15 Kilometer von Sonneberg entfernt bei Coburg befinden (siehe B 999).

Sonneberg liegt an der Deutschen Spielzeugstraße.

Bahn

Der Hauptbahnhof Sonneberg ist Ausgangspunkt der

Medien

  • SRF (Südthüringer Regionalfernsehen) für Südthüringen mit Regional-Magazinen und Teletext-Informationen zu Öffnungszeiten, Bereitschaftsdiensten, Sportergebnissen unter anderem
  • In Sonneberg erscheint als Tageszeitung das Freie Wort mit einer Lokalausgabe.
  • Im größten Sonneberger Stadtteil erscheint die „Stadtteilzeitung Wolkenrasen“.

Sonstiges

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

Literatur

  • Christian Friedrich Kessler von Sprengseisen: Topographie des Herzoglich-Sachsen-Koburg-Meiningischen Antheils an dem Herzogtthum Koburg…. Sonnenberg 1781, S. 94–116. (Digitalisat)
  • Heinrich Christoph Hensoldt: Beschreibung der durch ihren Welthandel berühmten Stadt Sonneberg im Herzogthum Sachsen-Meiningen, ingleichen der darin im altdeutschen Styl vom Architekten Karl Heideloff zu Nürnberg erbauten Stadtpfarrkirche. Johann Adam Stein, Nürnberg 1845 (Digitalisat)
  • Bücher der Heimat Band 1: Geschichte und Geschichten um 650 Jahre Sonneberg., Herausgeber: Dyba-Werbung und J. Luthardt; Offizin Hildburghausen GmbH, Sonneberg 1998
  • 650 Jahre Stadt Sonneberg. 1349–1999. Sonneberg, Stadt Sonneberg 1999
  • Sonneberg, wie es früher war, Wartberg, Gudensbg. 2001

Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Matthias Merian: Topographia Franconiae, Frankfurt 1648, S. 126
  3. Thomas Schwämmlein: Kulturdenkmale in Thüringen. Landkreis Sonneberg. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2005, S.393
  4. Thomas Schwämmlein: Kulturdenkmale in Thüringen. Landkreis Sonneberg. E. Reinhold Verlag, Altenburg, S.418
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 287ff., ISBN 3-88864-343-0
  6. Benno Prieß:Die Jugendlichen von Sonneberg/Thüringen und den Nachbargemeinden in Erschossen im Morgengrauen. Eigenverlag Calw, 2002. Mitherausgeber: Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. ISBN 3-926802-36-7. S.122-126
  7. [1]
  8. August Schleicher: Volkstümliches aus Sonneberg im Meininger Oberlande. in Commission bei H. Bühlau, Weimar 1858.

Weblinks

 Commons: Sonneberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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