Bahnstrecke Aachen Nord–Jülich
Bahnstrecke Aachen Nord–Jülich
Kursbuchstrecke (DB): 452
Streckennummer: 2555 (Aachen Nord–Jülich)
2556 (Mariagrube–Emil Mayrisch)
Streckenlänge: 27,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Linnich
   
von Mönchengladbach
Bahnhof, Station
27,59 Jülich
   
nach Düren
   
nach Stolberg
   
Brücke über die Rur
   
Jülicher Kreisbahn nach Jülich Nord
   
25,1 Kirchberg
   
Jülicher Kreisbahn nach Puffendorf
   
23,1 Bourheim
   
20,6 Aldenhoven-Ost
   
19,56 Aldenhoven
   
18,5 Niedermerz
   
17,1 Schleiden
   
14,2 Hoengen
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5,8 Siersdorf Grube Emil Mayrisch (Anst)
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4,9 Siersdorf
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1,9 Hoengen Nord
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0,0
11,93
Mariagrube
   
Verbindung zur Strecke nach Alsdorf
   
Bahnstrecke Stolberg–Herzogenrath
   
Verbindung zur Strecke von Stolberg
   
9,9 Alsdorf-Ofden
   
8,3 Euchen
   
nach Kohlscheid
   
5,8 Würselen
   
nach Stolberg
   
5,0 Würselen Mitte
   
3,7 Kaisersruh
   
von/nach Aachen-Rothe Erde
   
1,6 Haaren (b Aachen)
Dienst-/Güterbahnhof – Streckenende
0,0 Aachen Nord Anschluss Talbot

Die Bahnstrecke Aachen Nord–Jülich ist eine stillgelegte Eisenbahnstrecke im westlichen Nordrhein-Westfalen. Die Strecke wurde durch die 1871 gegründete Aachener Industriebahn Actiengesellschaft in den 1870er Jahren gebaut und in den 1980er Jahren stillgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Streckenbeschreibung

Bahnhof Jülich

Hauptartikel: Bahnhof Jülich

Jülich hatte von allen Bahnhöfen in der Region den größten mit der Bahnhofsklassifizierung 3 in den 1960er Jahren. Nach dem Rückbau in den 1980er Jahren führt die Strecke nur noch bis Kirchberg. Auf dem Abschnitt Kirchberg–Jülich wurde zuletzt das Streckengleis der Jülicher Kreisbahn genutzt. Das Gleis 6, an dem die Züge einst in Richtung Aachen Nord starteten, ist heute von einer Speditionsfirma überbaut. Das Empfangsgebäude steht heute noch, es hat nur noch eine Funktion als Kulturbahnhof.

Bahnhof Kirchberg

Der Bahnhof Kirchberg verband ursprünglich zwei Strecken: Die hier behandelte Trasse und die Bahnstrecke der Jülicher Kreisbahn. Er besaß zwei Empfangsgebäude. Die JKB hat ein Unterstellhäuschen (Königshütte), das heute noch im marodem Zustand vorhanden ist und ein großes Empfangsgebäude auf Seite der Aachen-Jülicher Bahngesellschaft, das Anfang 2000 aufgrund seines starken Verfalls abgerissen wurde. Heute gehört das Areal zu einer Firma und ist eingezäunt, die Gleisstrecke der DB wurde in eine Fahrradtrasse umgewandelt. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Kirchberg stand bis vor kurzem noch ein stark verfallener Waggon unbekannter Herkunft.

Haltepunkt Bourheim

Dieser Haltepunkt lag am Streckenkilometer 23,1 und hatte keinen Unterstand. Der Bahnsteig existiert heute noch, ist nur stark verwildert. Ein Fahrradweg führt heute daran vorbei.

Bahnhof Aldenhoven

Bahnsteigreste des Bahnhofs Aldenhoven (vorne links) an der ehemaligen, heute als Radweg genutzten Trasse (2010)

Die Gemeinde Aldenhoven hatte früher einen Bahnhof mit Empfangsgebäude, auf dessen Grundstück heute die Feuerwache steht. 1985 wurde das Empfangsgebäude gleich nach der Stilllegung abgerissen. Man kann an der Stelle heute noch die stark überwucherte Bahnsteigkante erkennen.

Haltepunkt Aldenhoven Ost

Ebenso gab es im Ort den Haltepunkt Aldenhoven-Ost (Streckenkilometer 20,6) an der ehemaligen B 56 (Markfeststraße), direkt vor der Kreuzung mit dem Urweg. Dieser Haltepunkt hatte Holzschwellen als Bahnsteigkante und kein Wartehäuschen.

Haltepunkt Niedermerz

Dieser Haltepunkt lag am Streckenkilometer 18,5 und hatte ein kleines Steinhäuschen als Witterungsschutz. Heute ist nichts mehr davon erkennbar. Der Haltepunkt lag an der Kreuzung einer kleinen Straße, die von der L 136 nach Niedermerz führt. Heute ist dort eine Bushaltestelle.

Bahnhof Schleiden

Dieser Bahnhof war ein kleiner Unterwegsbahnhof mit zwei Umfahrgleisen ohne großes Güteraufkommen. Er hatte ein Empfangsgebäude, das nach der Stilllegung umgebaut wurde und sich heute in Privatbesitz befindet.

Bahnhof Hoengen Ost

Hoengener Bahnhof 2007

Der Bahnhof 50.8661196.215287 war nur ein kleiner Bahnhof mit einem Empfangsgebäude, der heute privat genutzt wird. Der Personenverkehr wurde schon 1962 eingestellt.

Haltepunkt Hoengen

Dieser Haltepunkt übernahm den Personenverkehr vom Bahnhof Hoengen Ost. Er lag an der Kreuzung Jülicher Straße mit Am Müschekamp/Weißstraße beim Streckenkilometer 13,7. Vor der Stilllegung und Demontage hatte der Haltepunkt einen Seitenbahnsteig und ein Wartehäuschen. Das Wartehäuschen wurde schon kurz vor der Stilllegung entfernt. Heute erinnert nichts mehr an den Haltepunkt von einst.

ehem. Eisenbahnbrücke zwischen Hoengen und Mariadorf
Trasse bei Mariadorf

Bahnhof Mariagrube

Hauptartikel: Bahnhof Mariagrube

Am Bahnhof Mariagrube kreuzte die Bahnstrecke Stolberg–Herzogenrath höhenfrei.

Haltepunkt Alsdorf-Ofden

Der Haltepunkt wurde am Streckenkilometer 9,9 ca. im Jahr 1953 errichtet. Er existiert heute nicht mehr.

Bahnhof Euchen

Dieser Bahnhof war nur ein kleiner Unterwegsbahnhof für den Landhandel. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs steht heute noch und ist in Privatbesitz. Es steht am Westausgang des Orts Euchen an der Broicher Str. (L223).

Bahnhof Würselen

Im Bahnhof Würselen kreuzte früher die Bahnstrecke Kohlscheid–Stolberg. Demzufolge waren die Gleisanlagen sehr umfangreich. Würselen hatte neben einem Empfangsgebäude, das heute als Jugendzentrum genutzt wird, ein Bahnbetriebswerk und zwei Stellwerke. Nach dem Abriss der Bahnanlagen in den 1980er und 1990er Jahren wurde das Bahnhofsgelände mit einer Umgehungsstraße, dem Willy-Brandt-Ring, überbaut. Auf dem ehemaligen Gelände des Bahnbetriebswerks steht heute das Freizeitbad Aquana.

Haltepunkt Würselen Mitte

Der Haltepunkt Würselen Mitte lag im Bereich Markt/Kaiserstraße und existiert heute nicht mehr. Er besaß ein Wartehäuschen. An dieser Stelle befindet sich heute ein Parkplatz.

Haltepunkt Kaisersruh

Bei Streckenkilometer 3,74 lag der Haltepunkt Kaisersruh. Er wurde schon 1973 außer Betrieb genommen. An der Stelle befindet sich heute eine Schutzhütte.

Bahnhof Haaren (bei Aachen)

Dieser ehemalige Bahnhof war Abzweigbahnhof der Verbindungsstrecke zum Bahnhof Aachen-Rothe Erde. Die Strecke Aachen Nord–Jülich streifte ihn lediglich im Bereich des zum Bahnhof gehörigen Gleisdreiecks, über das in beide Richtungen auf die Verbindungsstrecke gewechselt werden konnte.

Bahnhof Aachen Nord

Der Bahnhof Aachen Nord, 1875 errichtet für Personal- und Materialtransport durch die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier, war ein Kopfbahnhof mit 3 Gleisen (2 für den Personenverkehr). Dem vorgelagert war ein Güterbahnhof. Bereits vor der Stilllegung des Personenbahnhofs wurde das Empfangsgebäude von einem Autohändler genutzt. Die Bahnsteigüberdachung wurde zwischen 1978 und 1980 abgerissen. Nach der Stilllegung Mitte 1980 wurden die Gleise im Bereich des Personenbahnhofes entfernt. Heute ist das Areal mit einer Mauer umfriedet und nicht mehr zugänglich. Im ehemaligen Empfangsgebäude befindet sich heute ein Getränkemarkt. Der Güterbahnhof wird heute noch genutzt, dort befindet sich der Gleisanschluss der Waggonfabrik Talbot.

Heutiger Zustand

Die Strecke ist mittlerweile bis auf drei kurze Abschnitte abgebaut. Bei den verbliebenen Abschnitten handelt es sich um

Von diesen drei Abschnitten wird jedoch nur noch der Abschnitt von der Waggonfabrik Talbot nach Haaren und weiter über die Verbindungsstrecke nach Rothe Erde regelmäßig – zur Bedienung des Gleisanschlusses – befahren.

Die Trasse ist teilweise heute noch zu erkennen, beispielsweise anhand des Radwegs Feldstraße–Marienstraße–Pützdrieschstraße–Wirthstraße–Jülicher Straße–Am Müschekamp zwischen Mariadorf und Hoengen in Alsdorf. Zwischen Alsdorf und Jülich wurde die Trasse zum Radweg ausgebaut.

Zukunft

Seit Ende der 1990er Jahre ist eine teilweise Reaktivierung der Strecke im Zuge des euregiobahn-Konzepts in Planung. Dieses sieht vor, dass die Züge von der Ringbahn bei Merzbrück auf die dann wieder aufgebaute Bahnstrecke Stolberg–Kohlscheid fahren und kurz vor dem ehemaligen Würselener Bahnhof auf die Trasse der Strecke nach Aachen Nord wechseln werden. Von Aachen Nord soll die euregiobahn schließlich als Diesel-Straßenbahn nach den Regeln der BOStrab bis zum Aachener Bushof weiter fahren.

Da es in Würselen jedoch Proteste aus der Bevölkerung gab, die teilweise die Lärmbelastung fürchtet, und die Geldmittel für den öffentlichen Personennahverkehr in den Jahren seit Beginn der Planungen gekürzt wurden, kam es immer wieder zu Verzögerungen beim Ausbau der euregiobahn und ist es immer noch fraglich, ob diese Pläne realisiert werden.

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