Staatsbibliothek zu Berlin
Staatsbibliothek zu Berlin
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Gründung 1661
Bestand 22.198.486[1]
Bibliothekstyp wissenschaftliche Universalbibliothek
Ort Berlin
Bibliothekssigel 1 Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden
1a Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer StraßeVorlage:Infobox Bibliothek/Wartung/Sigel
Website http://staatsbibliothek-berlin.de/
Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden
Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße (Eingang)

Die Staatsbibliothek zu Berlin (früher auch Preußische Staatsbibliothek oder Königliche Bibliothek) ist eine Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, einer durch Bundesgesetz errichteten rechtsfähigen Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Die Bibliothek sammelt für den Spitzenbedarf der Forschung wissenschaftlich relevante Literatur aus allen Zeiten, allen Ländern und in allen Sprachen.

Die Staatsbibliothek zu Berlin ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschen Sprachraum. Zu den bedeutendsten Unterstützern der Bibliothek gehört die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit Sitz in Bonn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der frühere Lesesaal der Staatsbibliothek im Haus Unter den Linden, im Zweiten Weltkrieg durch Bomben schwer beschädigt, in den 1970er Jahren abgerissen
  • Die Ablösung der Monarchie in Deutschland nach dem Ende des Ersten Weltkrieges machte eine erneute Umbenennung erforderlich, und so trug die Bibliothek nach 1918 den Namen Preußische Staatsbibliothek.
  • 1941 wurden ab November die damals bereits auf rund drei Millionen Bände und bedeutende Sondersammlungen angewachsenen Bestände nahezu vollständig ins damalige Reichsgebiet ausgelagert, um sie vor Zerstörung durch Bombenangriffe zu schützen. So befanden sich die Sammlungen schließlich in 30 Bergwerken, Kirchen, Schlössern und Schulen, lediglich die Lesesaalbestände und einige nicht transportfähige Gegenstände verblieben in der Hauptstadt. Die in die Ostgebiete des Deutschen Reiches ausgelagerten Bestände befinden sich seit 1945 unter der Bezeichnung Berlinka in polnischem Besitz. Sie gelten wie die nach 1945 von sowjetischen „Trophäenkommissionen“ vereinnahmten und heute in den GUS-Staaten befindlichen Bestände als „Beutekunst“. Die Bibliothek büßte infolge des Zweiten Weltkriegs 800.000 Bände ein.
  • 1945 wurde Deutschland mit Ende des Krieges in Besatzungszonen der Alliierten aufgeteilt. Die bald im Kalten Krieg aufbrechenden Gegensätze der Besatzungsmächte verhinderten eine Zusammenführung der verstreuten Bestände und Nachweisinstrumente der Staatsbibliothek an ihrem Standort in Ost-Berlin. Während unter der sowjetischen Aufsicht der Betrieb Unter den Linden bereits im Februar 1946 provisorisch wiederaufgenommen wurde, blieben die unter der Verwaltung der Westalliierten stehenden Bestände zunächst „heimatlos“: Die westlichen Alliierten entschlossen sich, die Bestände zunächst nicht nach Berlin zurückzubringen. Die in Westdeutschland befindlichen Bestände der Staatsbibliothek wurden 1946 als „Staatsbibliothek im Exil“ zunächst im geräumten Gebäude der Universitätsbibliothek Marburg zusammengeführt und dort als Hessische Bibliothek eröffnet, aus der 1949 die Westdeutsche Bibliothek wurde.
  • Erst 1957 wurde die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gegründet, mit der Aufgabe, die „aus kriegsbedingten Gründen aus Berlin verlagerten Kulturgüter alsbald zurückzuführen“.[2] Allerdings konnte die Stiftung wegen verfassungsrechtlicher Auseinandersetzungen zwischen Bund und Ländern erst vier Jahre später die Arbeit in Berlin aufnehmen.[3]
  • 1961 fand in beiden Teilen Berlins die 300-Jahr-Feier der Staatsbibliothek statt, bei der die beiden Bibliotheken (Westdeutsche Bibliothek in Marburg, Deutsche Staatsbibliothek in Ost-Berlin) zum Politikum im Kalten Krieg wurden.[4] Eine publizistische Kampagne der DDR über das „Marburger Büchergrab“ verstärkte den Handlungsdruck auf der westlichen Seite. Die ostdeutsche Deutsche Staatsbibliothek war der Auffassung: „Die Rückführung der alten Bestände der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek in ihr angestammtes Haus Unter den Linden ist der einzig vernünftige Ausweg aus der Misere ...“[5]
  • 1963 schrieb der Stiftungsrat schließlich einen Wettbewerb für den Neubau der Staatsbibliothek am Kulturforum aus, den Hans Scharoun 1964 gewann.
  • 1978 eröffnete nach einer langen Bauzeit von elf Jahren die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Damit gab es sowohl in Ost- als auch in West-Berlin eine Institution, die sich auf die Preußische Staatsbibliothek bezog.
  • Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden zum 1. Januar 1992 unter dem Namen Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz in Trägerschaft der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beide Standorte zu einer Bibliothek in zwei Häusern zusammengeführt.[6]

Gebäude

Seit ihrer Gründung war die Bibliothek bis 1780 im Apothekerflügel des Berliner Stadtschlosses untergebracht.

„Kommode“ am Opernplatz (1780–1913)

Die „Kommode“, bis 1913 Standort der Bibliothek

Das 1780 fertiggestellte Gebäude befindet sich auf der Westseite des Bebelplatzes, früher Opernplatz. Errichtet wurde das Gebäude für die Königliche Bibliothek, die damals über rund 150.000 Bände verfügte. Aufgrund ihrer geschwungenen Form wird die Alte Bibliothek seit nahezu zweihundert Jahren von den Berlinern liebevoll „Kommode“ genannt. Das an der Straße Unter den Linden gelegene Gebäude wurde nach den Plänen von Georg Christian Unger gebaut. Diesen Plänen lag ein Entwurf des österreichischen Architekten Joseph Emanuel Fischer von Erlach zugrunde, weshalb die Alte Bibliothek stark an den Michaelertrakt der Wiener Hofburg (1889) erinnert.

Heute beherbergt das Gebäude die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Königliche Bibliothek zog in den Jahren 1913/1914 in das schräg gegenüber gelegene, für die Bibliothek und ihre Bestände seinerzeit neu errichtete Gebäude Unter den Linden 8, bis heute einer der beiden großen Standorte der Staatsbibliothek zu Berlin.[7]

Heute: Eine Bibliothek in zwei Häusern

Haus Unter den Linden – Innenhof

1914 zog die damals noch Königliche Bibliothek (ab 1918 Preußische Staatsbibliothek) in das Gebäude Unter den Linden ein. Das mit 170 Metern Länge und 107 Metern Breite größte historische Gebäude in Berlin-Mitte wurde von 1903 bis 1914 für die Königliche Bibliothek nach den Entwürfen des Architekten Ernst von Ihne errichtet. Durch Kriegseinwirkungen verlor das Gebäude 1944 sein funktionales und architektonisches Zentrum, den Kuppellesesaal.

Seit dem Jahr 2000 wird das Gebäude saniert und mit Neubauten ergänzt – zentraler Lesesaal, Freihandmagazin, Tresormagazine, Rara-Lesesaal und Öffentlichkeitsbereiche. Dieser Standort der Bibliothek entwickelt sich derzeit zur historischen Forschungsbibliothek.[8]

Seit 1978: Haus Potsdamer Straße 33. Das mächtige „Bücherschiff“ gehört zum Kulturforum Berlin, es wurde von 1967 bis 1978 nach Plänen des Architekten Hans Scharoun errichtet. Nach Scharouns Tod im Jahr 1972 wurde das Gebäude von seinem Schüler Edgar Wisniewski vollendet. Die Raumkomposition des Gebäudes steht mit seiner beeindruckenden Leselandschaft für Offenheit und Gemeinschaft. Dieser Standort entwickelt sich in den nächsten Jahren zur Bibliothek der Moderne.[9]

Im Jahr 2011 wird ein weiterer Magazinstandort in Betrieb genommen, dort allerdings ohne Benutzungsbetrieb. Das neue Speichermagazin entsteht derzeit im Ortsteil Friedrichshagen nach Plänen des Münchner Architekten Eberhard Wimmer.[10]

Bibliotheksprofil

Bestand

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt Dokumente aus allen Wissenschaftsdisziplinen, Sprachen, Zeiten und Ländern mit einem Schwerpunkt bei den Geistes- und Sozialwissenschaften. Neben dem umfangreichen Hauptbestand werden zahlreiche Sondersammlungen in spezialisierten Abteilungen gepflegt und betreut.[11][12]

Die Bestände werden überwiegend in Magazinen aufbewahrt. Sie können im elektronischen Katalog recherchiert und bestellt werden. Die Benutzung und Ausleihe von Beständen der Staatsbibliothek steht jeder Person ab 18 Jahren frei.[13][14]

Nationales und Weltkulturerbe

Zum Bestand der Bibliothek gehören 320.000 Autografen unter anderem von Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich von Kleist, 200.000 seltene Drucke unter anderem Blockdrucke der frühen Ming-Zeit und ältestes Druckwerk der Welt aus Japan 764 und 770, 41.600 orientalische und 18.000 abendländische Handschriften unter anderem aus Mittelalter und früher Neuzeit, 1.400 Nachlässe, unter anderem von Johann Gottfried Herder, Joseph von Eichendorff, Gerhart Hauptmann, Karl Bonhoeffer und Gustaf Gründgens; Sammlung Deutscher Drucke von 1871 bis 1912, 66.000 Musikautografen, 4.400 Frühdrucke, Einbandsammlung, Mendelssohn-Archiv und rund eine Million Karten und Pläne.

Große Schätze der Weltkultur und des nationalen Kulturerbes werden von den Wissenschaftlern und Bibliothekaren verwahrt – darunter die größte Mozart-Sammlung der Welt, 80 Prozent aller Autographen Johann Sebastian Bachs, die 5. und 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens, Boccaccios Decamerone, der Text des Liedes der Deutschen in der Handschrift Hoffmann von Fallerslebens, einer der äußerst seltenen Drucke der 95 Thesen Martin Luthers, Autografen und Nachlässe berühmter Wissenschaftler und historische Zeitungen aus aller Welt.[11] Große Teile der im Zweiten Weltkrieg in das Kloster Grüssau in Schlesien ausgelagerten Bestände gerieten am Kriegsende in polnischen Besitz und wurden bis heute nicht zurückgegeben. Die als Berlinka bezeichnete Sammlung in der Biblioteka Jagiellońska zu Krakau umfasst rund 300.000 Bände aus wertvollen mittelalterlichen Handschriften, Autografen unter anderem Martin Luthers und Goethes, die Sammlung Varnhagen mit Briefen von und an 9000 Personen, Schillers Doktorarbeit und nicht zuletzt eine einzigartige Musikaliensammlung mit Originalpartituren der meisten Werke von Beethoven und Mozart.[15]

Sondersammelgebiete

Sondersammelgebiete sind die Rechtswissenschaften, Orientalistik bis 2005 als Sondersammelgebiet geführt, Ost- und Südostasien, slawische Sprachen und Literatur, Veröffentlichungen zur Kartografie, ausländische Zeitungen, Parlamentsschriften und topografische Karten.

Organisatorische Gliederung der Bibliothek

Leitung der Bibliothek

Seit Gründung bis 1945

1842–1873 Georg Heinrich Pertz
1873–1884 Karl Richard Lepsius
1886–1905 August Wilmanns
1905–1921 Adolf von Harnack
1921–1925 Fritz Milkau
1925–1945 Hugo Andres Krüß

Staatsbibliothek Ost-Berlin

1946–1950 Rudolf Hoecker
1950–1976 Horst Kunze
1977–1988 Friedhilde Krause
1989–1991 Dieter Schmidmaier

Staatsbibliothek West-Berlin

1948–1961 Martin Cremer
1963–1972 Ludwig Borngässer
1972–1987 Ekkehart Vesper
1987–1995 Richard Landwehrmeyer

Nach der Vereinigung

1995–2002 Antonius Jammers
2002–2003 Graham Jefcoate
seit 2004   Barbara Schneider-Kempf

Abteilungen und Sonderabteilungen

Zentrale Abteilungen

Generaldirektion, Zentralabteilung/Verwaltung, Informations- und Datenmanagement, Bestandsaufbau, Wissenschaftliche Dienste und Katalogsystem, Benutzung, Bestandspflege und Digitalisierung sowie Überregionale Dienste.[12]

Sonderabteilungen

Historische Drucke, Handschriftenabteilung, Musikabteilung, Kartenabteilung, Osteuropaabteilung, Ostasienabteilung, Orientabteilung, Kinder- und Jugendbuchabteilung, Zeitungsabteilung, Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz.[12]

Aufgaben und Projekte der Bibliothek

Bestandserhaltung

Der jährliche Etat für Bestandserhaltung der Sondersammlungen beträgt rund eine Million Euro. Herausragende Projekte der letzten Jahre waren die Restaurierung der größten hebräischen Pergamentbibel Erfurt 1 sowie der Musikhandschriften Johann Sebastian Bachs. Die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. unterstützen die Bibliothek langfristig bei der Bestandserhaltung, unter anderem durch Vergabe von Buchpatenschaften (siehe unten).

Dienstleistung

Einführung eines modernen Zahlungs- und Zugangsverfahrens mit Benutzerchipkarten, Verbundkatalog mittelalterlicher Handschriften, Portal zu europäischen Angelegenheiten für Bibliotheken, Archive, Museen und Denkmalpflege EUBAM und die Zentralkartei der Autographen / Kalliope und Kalliope II.

Digitalisierung

Digitalisierung aller Miniaturen der Shahnama-Handschriften der Orientabteilung, der Berliner Turfansammlung (Alttürkisch, Mitteliranisch), der Berliner Turfansammlung (Tocharisch), der 9. Sinfonie von Beethoven, der Preußischen Amtspresse, des Archivs des Aufbauverlags; Erschließung der Sammlungen an Einbanddurchreibungen der Staatsbibliothek zu Berlin (Einbanddatenbank), von orientalischen wissenschaftshistorisch bedeutsamen Handschriften in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, von Preußischen Rechtsquellen, sowie Mitarbeit an DigiZeitschriften und Zeitungsdigitalisierung Digital-on-Demand.

Erschließung

Beschreibende Kataloge der Manuscripta theologica latina in octavo der Staatsbibliothek zu Berlin, Datenbank der Einblattmaterialien (DEM),[16] Erschließung der Bilderbögen der Kinder- und Jugendbuchabteilung im Rahmen der Datenbank der Einblattmaterialien (DEM),[16] Erschließung der Briefsammlung im Nachlass Busoni (abgeschlossen), Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW), IKAR Landkartendrucke vor 1850, Integration des Alten Realkatalogs in den StaBiKat und Inventarisierung der Manuscripta germanica der Staatsbibliothek zu Berlin.

Katalogisierung der juristischen Handschriften des Historischen Archivs der Stadt Köln (abgeschlossen), der mittelalterlichen Handschriften der Signaturengruppe B der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, der mittelalterlichen Handschriften französischer Sprache (abgeschlossen), der Orientalischen Handschriften in Deutschland, des Musikarchivs der Sing-Akademie zu Berlin (Depositum) und von Handschriften Greifswalder Bestände.

Mitarbeit am English Short Title Catalogue (ESTC), Mitarbeit am Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16), Mitarbeit am Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17), Mitarbeit an der Europäischen Bibliographie zur Osteuropa-Forschung (EB), Nachlasserschließung Jean Paul, Nachlasserschließung Leopold von Ranke, New Contents Slavistics (NCS), retrospektive Konversion und Short Title Catalogue der Drucke des 16. Jahrhunderts im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (ST16). Übernahme der Zeitschriften des Hauses Unter den Linden der Staatsbibliothek in die Zeitschriftendatenbank und Verfilmungsprotokolle historischer Zeitungen.

Erwerbung

Die Auswahl der erworbenen Literatur folgt den Grundsätzen des Bestandsaufbaus, nachzulesen auf der Website der Bibliothek. Als besondere Aufgabe wurde die Betreuung verschiedener Zeitsegmente in der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke übernommen.

Fachinformation

Virtuelle Fachbibliotheken: Rechtswissenschaft, Ost- und Südostasien, Slavistik und Zeitgeschichte-online (als Modul von Clio-online).

Information der Öffentlichkeit

Die Öffentlichkeit wird umfassend über die Sammlungen der Bibliothek sowie deren Ausbau, Pflege und Benutzung, über die Entwicklung der Bibliothek als Institution sowie über ihre Rolle im nationalen und internationalen Bibliothekswesen informiert. Hierzu dienen im Wesentlichen

  • die Website,
  • das gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek München publizierte Bibliotheksmagazin,
  • Pressemitteilungen,
  • Führungen und Schulungen,
  • Ausstellungen und Veranstaltungen,
  • gedruckte Kataloge, Akzessionsjournale,
  • themenzentrierte Faltblätter und Broschüren und
  • Informationsblätter für Benutzer / Leser.
  • der online-Newsletter

Weitere Bibliothekssigel

  • 1b Preußischer Kulturbesitz, Bildarchiv[17]
  • 1w Preußischer Kulturbesitz, Zeitungsabteilung im Westhafenspeicher[18]
  • 611 Preußischer Kulturbesitz, Zentralkartei der Autographen / Kalliope-Verbund[19]

Kritikpunkte

Bis heute wurden die Kriegsverluste nicht in den Bestandskatalog eingearbeitet, sodass viele Einträge lediglich den Hinweis „Kriegsverlust möglich“ tragen. Mit den im Ausleihsystem ausgewiesenen Signaturen kann im Katalog gelegentlich nicht der Titel eines Werkes, sondern nur der Titel einer Reihe herausgefunden werden, was oftmals Rückfragen erforderlich macht. In seltenen Fällen müssen für Bestellungen aus dem regulären Bestand weiterhin Leihscheine manuell ausgefüllt werden. Für Fernleihen sind Bestellscheine mit der Schreibmaschine auszufüllen. Ein zurückgegebener Titel kann infolge einer langen Sperr- oder Rücklaufzeit mehr als eine Woche lang weder reserviert noch bestellt werden. Oft gibt das Ausleihsystem keine zuverlässige Information über die Verfügbarkeit eines Titels, sodass statt des bestellten Titels nur eine handgeschriebene Notiz aus dem Magazin geliefert wird.

Die Lesesäle sind nicht nur zu Stoßzeiten regelmäßig überfüllt. Nur ein Teil der Leseplätze in beiden Häusern ist mit einer Steckdose ausgestattet. Das Internet sowie Online-Datenbanken sind nur an einigen speziellen Rechnern verfügbar. Allerdings sind seit dem 24. August 2009 WLAN-Möglichkeiten für angemeldete Nutzer der Bibliothek im Haus Potsdamer Straße vorhanden. Die Einrichtung des WLAN-Zugangs ist allerdings recht kompliziert und damit für weniger erfahrene Benutzer schwierig. Die Kopiergeräte sind veraltet, Digitalisierungen sind nur auf Bestellung möglich.

Verein der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Der Verein wurde 1997 gegründet. Er steht in der Tradition des Vereins der Freunde der Königlichen Bibliothek in Berlin, der 1914 gegründet wurde. Schwerpunktmäßig unterstützt der Verein die Bibliothek durch die Vergabe von Buchpatenschaften,[20] durch einzelne Projekte wie die Restaurierung von Original-Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs und der Erfurter Bibel sowie durch Publikationen und die Verleihung des Max-Herrmann-Preises.

Literatur

  • Peter Jörg Becker, Tilo Brandis: Altdeutsche Handschriften. Herausgegeben von der Kulturstiftung der Länder in Verbindung mit der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Kulturstiftung der Länder, Berlin 1995 (Kulturstiftung der Länder 87).
  • Ralph Breslau (Red:): Verlagert, verschollen, vernichtet ... Das Schicksal der im Zweiten Weltkrieg ausgelagerten Bestände der Preußischen Staatsbibliothek. Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin 1995, ISBN 3-88053-060-2
  • Walter Ederer, Werner Schochow (Hrsg.): 325 Jahre Staatsbibliothek in Berlin. Das Haus und seine Leute. Reichert, Wiesbaden 1986, ISBN 3-88226-275-3 (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Ausstellungskataloge 27).
  • Martin Hollender (Hrsg.): „Denn eine Staatsbibliothek ist, bitte sehr! kein Vergnügungsetablissemang“. Die Berliner Staatsbibliothek in der schönen Literatur, in Memoiren, Briefen und Bekenntnissen namhafter Zeitgenossen aus fünf Jahrhunderten. Staatsbibliothek, Berlin 2008, ISBN 978-3-88053-142-0 (Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz 25).
  • Friedhilde Krause, Antonius Jammers: „Hier müssen private Kreise mithelfen ...“ Das Engagement des Vereins der Freunde für seine Königliche und Preußische Staatsbibliothek von 1914 bis 1944. Stapp, Berlin 2009. ISBN 978-3-87776-121-2
  • Barbara Schneider-Kempf: 25 Jahre Scharoun-Bau. 25 Jahre Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße. Grußwort der Kommissarischen Generaldirektorin. Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin 2003.
  • Werner Schochow: Bücherschicksale. Die Verlagerungsgeschichte der Preußischen Staatsbibliothek. Auslagerung, Zerstörung, Entfremdung, Rückführung. Dargestellt aus den Quellen. de Gruyter, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-11-017764-1 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin 102).
  • Gudrun Voigt: Die kriegsbedingte Auslagerung von Beständen der Preußischen Staatsbibliothek und ihre Rückführung. Eine historische Skizze auf der Grundlage von Archivmaterialien. Laurentius-Verlag Dehmlow, Hannover 1995, ISBN 3-931614-08-5 (Kleine historische Reihe der Zeitschrift Laurentius 8), (Zugleich: Humboldt-Univ., Diplomarbeit, 1992).

Weblinks

 Commons: Staatsbibliothek zu Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Quelle: staatsbibliothek-berlin.de
  2. Gesetz zur Errichtung einer Stiftung „Preußischer Kulturbesitz“, § 3, Absatz 2
  3. Geschichte der Stiftung auf der Website der SPK
  4. Martin Hollender: Das „Marburger Büchergrab“ – Politische Kontroversen um die beiden Berliner Staatsbibliotheken in Ost und West im Kalten Krieg. Archiv für Geschichte des Buchwesens 63, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24859-7, S. 158
  5. Deutsche Staatsbibliothek: Das Marburger Büchergrab. Berlin 1961, S. 15
  6. Quelle: staatsbibliothek-berlin.de
  7. Quelle: Baugeschichte bei staatsbibliothek-berlin.de
  8. Quelle: Unter den Linden bei bauen.staatsbibliothek-berlin.de
  9. Quelle: Potsdamer Straße bei bauen.staatsbibliothek-berlin.de
  10. Quelle: Friedrichshagen bei bauen.staatsbibliothek-berlin.de
  11. a b Quelle: Sammlungen bei staatsbibliothek-berlin.de
  12. a b c Quelle: Organisation bei staatsbibliothek-berlin.de
  13. Quelle: Benutzungs-/Gebührenordnung (PDF) bei staatsbibliothek-berlin.de
  14. Quelle: stabikat.de
  15. Quelle: Verlagerte Bestände (PDF) bei staatsbibliothek-berlin.de
  16. a b Datenbank der Einblattmaterialien (DEM)
  17. Siehe: dispatch.opac.d-nb.de
  18. Siehe: dispatch.opac.d-nb.de
  19. Siehe: dispatch.opac.d-nb.de
  20. Quelle: freunde-sbb.de
52.50638888888913.370277777778

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