Beiersdorf AG
Beiersdorf AG
Logo der Beiersdorf AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005200000
Gründung 28. März 1882
Sitz Hamburg, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 19.128 (Dezember 2010)[1]
Umsatz 6,194 Mrd. (2010)[1]
Branche Konsumgüterproduktion
Website www.beiersdorf.de
Werkeinfahrt
Hamburg-Hausbruch

Die Beiersdorf AG ist ein börsennotierter, weltweit tätiger, deutscher Konsumgüterkonzern mit Sitz in Hamburg-Eimsbüttel, der sich im Mehrheitsbesitz der maxingvest ag, eines Holdingunternehmens der Familie Herz, befindet. Unter anderem gehören Marken wie Nivea, Labello und Hansaplast zur Beiersdorf AG.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1882 vom Apotheker Paul Carl Beiersdorf in Hamburg gegründet und 1890 von Oscar Troplowitz übernommen. Die Geschichte von Beiersdorf beginnt mit einem Patent des Hamburger Apothekers Paul C. Beiersdorf vom 28. März 1882. Darin wird ein von ihm entwickeltes, neuartiges Verfahren zur Herstellung von medizinischen Pflastern beschrieben. Dieses Datum gilt als das Gründungsdatum des Unternehmens Beiersdorf.

Troplowitz brachte 1911 die erste stabile Fett- und Feuchtigkeitscreme der Welt unter dem Namen Nivea auf den Markt, nachdem er bereits 1906 eine weiße Seife verkauft hatte.

Am 1. April 2001 wurde mit BSN medical eine eigenständige Tochtergesellschaft mit Sitz in Hamburg gegründet. Als Joint Venture von Beiersdorf (Hamburg) und Smith & Nephew (London) agierte BSN medical auf dem Geschäftsfeld der Wundversorgung, Orthopädie und Phlebologie. BSN Medical beschäftigte 2004 in Deutschland 350 und weltweit 3.400 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug 504 Millionen Euro und das operative Ergebnis 70 Millionen Euro. Zum Frühjahr 2006 wurde BSN medical für 1,03 Milliarden Euro an die Beteiligungsgesellschaft Montagu Private Equity verkauft.

2003 erfolgte mit der Gründung der Beiersdorf Shared Services GmbH (BSS) die Auslagerung der IT- und Rechnungswesen-Abteilungen in ein weiteres Tochterunternehmen. Die BSS fungiert dabei als interner IT- und Accounting-Dienstleister und Partner der gesamten Beiersdorf-Gruppe und handelt als eigenständiges Unternehmen. Am Hauptsitz in Hamburg arbeiten derzeit 275 Mitarbeiter, weltweit insgesamt über 350.

Im selben Jahre wurde eine zweijährige Übernahmeschlacht verhindert. Kaufinteressent und Konkurrent Procter & Gamble konnte durch eine sogenannte Hamburger Lösung an einer Beteiligung behindert werden. Ein Konsortium unter Führung der Tchibo Holding AG (jetzt maxingvest ag) kaufte von der Allianz 19,6 Prozent der Aktien und stockte seinen Anteil damit auf 49,9 Prozent auf, während die Allianz 3,6 Prozent behielt. Die der Stadt Hamburg gehörende HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH erwarb weitere 10 Prozent der ehemaligen Anteile der Allianz und veräußerte diese nach rund drei Jahren wieder. 7,4 Prozent kaufte Beiersdorf selbst zurück, drei Prozent gingen zudem an die Beiersdorf-Pensionskasse (Troma Alters- und Hinterbliebenenstiftung).[2] Zuvor hatte die Hamburger Politik befürchtet, Procter & Gamble könnte das Unternehmen ausbluten lassen und lediglich die Marken verwerten, nachdem der US-amerikanische Konzern die nötigen 75% der Anteile zur Restrukturierung eines Unternehmens u.a. durch den Ankauf der Allianz-Anteile erworben hätte. Im Juni 2009 gab die Allianz an, ihren Anteil von zuletzt 7,2 auf 2,88 Prozent verringert zu haben.[3]

Der Finanzvorstand ist seit dem 1. Oktober 2006 Bernhard Düttmann[4], der bis dahin Finanzvorstand bei tesa, einem internationalen Klebstoffunternehmen und hundertprozentigen Tochter der Beiersdorf AG, war.

Am 22. Dezember 2008 wurde die Beiersdorf AG in den Deutschen Aktienindex (DAX) aufgenommen.

Konzernstruktur

Die Beiersdorf AG ist als Dachmarke Hersteller zahlreicher Markenprodukte und Kosmetikprodukte, darunter Nivea, Labello, Hansaplast, Eucerin, Florena, 8x4, atrix oder tesa. Weiterhin stellt Beiersdorf verschiedene Körperpflegeprodukte her (Basis PH, Doppel Dusch, Gammon).

Im Dezember 2010 wurde bekannt, dass sich das Unternehmen im Rahmen einer neuen Markenstrategie von den Marken Juvena und der Haarpflegeprodukte von Marlies Möller trennt. Beide Marken werden von der österreichischen Troll Cosmetics weitergeführt.[5]

Der Hauptsitz befindet sich in Hamburg, weitere deutsche Standorte sind Baden-Baden, Berlin, Emmerich am Rhein, Hannover, Heitersheim, Offenburg und Waldheim. Der Standort in Wien wird als Zentrale für Mittel- und Osteuropa ausgebaut.

Literatur

  • Katrin Cura: Von der Apotheke zur chemischen Fabrik - 125 Jahre Beiersdorf. Naturwissenschaftliche Rundschau 60(11), S. 579–581 (2007), ISSN 0028-1050

Weblinks

 Commons: Beiersdorf AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Beiersdorf AG: Geschäftsbericht 2010. Abgerufen am 19. Mai 2011 (PDF).
  2. Hamburger Abendblatt: Sieg für Hamburg: Tchibo und Stadt kaufen Beiersdorf. 24. Oktober 2003, abgerufen am 8. September 2009.
  3. Die Welt: Allianz reduziert Anteil an Beiersdorf-Konzern. 27. Juni 2009, abgerufen am 8. September 2010.
  4. Beiersdorf AG: Wechsel im Vorstand von Beiersdorf. 17. August 2006, abgerufen am 22. Januar 2009.
  5. Janotta, Anja: Beiersdorf stößt Juvena und Marlies Möller ab. 20. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2010.

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