Bergwerk Ost
Bergwerk Ost
Hammerkopfturm der Zeche Heinrich-Robert

Hammerkopfturm der Zeche Heinrich-Robert
Abbau von Steinkohle
Betreibende Gesellschaft Deutsche Steinkohle AG
Beschäftigte ca. 2000
Betriebsbeginn 1998
Betriebsende 2010
Geografische Lage
Koordinaten 51° 39′ 6″ N, 7° 45′ 43″ O51.6516666666677.7619444444445Koordinaten: 51° 39′ 6″ N, 7° 45′ 43″ O
Bergwerk Ost (Regionalverband Ruhr)
Bergwerk Ost
Lage Bergwerk Ost
Standort Hamm
Gemeinde Hamm
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p0p2

Das Bergwerk Ost war ein Steinkohlen-Bergwerk der Deutschen Steinkohle AG in Hamm, am östlichen Rand des Ruhrgebiets.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es entstand 1998 durch Zusammenlegung der vormals eigenständigen Bergwerke „Haus Aden“ in Oberaden , „Monopol“ in Bergkamen und Heinrich-Robert in Hamm. Auf dem Bergwerk waren zuletzt etwa 2.000 Mitarbeiter beschäftigt (Stand: Ende 2009). Die Jahresförderung betrug rund 1,5 Millionen Tonnen. Der Abbau der Steinkohle geschah bei einer Teufe von 1.200 (Bereich „Heinrich-Robert“) bis 1.500 Metern (Bereich „Monopol“). Die größte Tiefe des Bergwerks lag bei 1.470 Metern. Die Länge des Streckennetzes betrug 77 Kilometer und das Grubenfeld erstreckte sich über eine Fläche von 285 Quadratkilometern (Stand: 31. Dezember 2008).

Die Geschichte des Bergwerks geht bis in das Jahr 1873 zurück, als man mit dem Abteufen des Schachtes Grillo 1 des Bergwerks „Monopol“ in Kamen begann. Der Betrieb des Bergwerks „Heinrich-Robert“ begann mit den namensgebenden Schächten Heinrich und Robert im Jahr 1901.

Verschiedene Schachtanlagen (Heinrich-Robert, Lerche, Haus Aden/Monopol), Fördertürme und andere Gebäude des Verbund-Bergwerkes Ost gehören zur Route der Industriekultur.

Luftbild des Bergwerk Ost, Hauptbetriebsstandort in Hamm

Stilllegung

Am Montag, dem 9. Juni 2008, beschloss die Ruhrkohle Aktiengesellschaft, das Bergwerk Ost neun Monate später als geplant, am 30. September 2010, stillzulegen. Die kurzfristige Betriebsverlängerung sollte den Produktionsausfall des Bergwerks Saar auffangen, das nach dem Erdbeben im Februar 2008 zwei Jahre früher als geplant schließen soll und bereits teilweise stillgelegt wurde. Das Hammer Bergwerk war zuletzt das einzige in Deutschland, welches die hochpreisige Kokskohle förderte. Die Betriebseinstellung erfolgte aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, die Lagerstätten sind noch nicht erschöpft: Bis in 1500 Meter Tiefe lagert noch Kohle, die für weitere 25 Jahre Abbaubetrieb gereicht hätte. Betroffen von der Schließung sind 2.500 Kumpel, die (Stand 2008) auf dem Bergwerk beschäftigt waren. Von Ihnen werden nach Berechnungen des Betriebsrates 2.400 als Bergleute in die Anpassung und anschließend in Rente gehen können. Nur rund 100 jüngere Beschäftigte müssen sich Arbeitsplätze in anderen Branchen suchen. Am 30. September 2010 zählte das Werk noch 1622 Bergleute, davon arbeiten rund 600 in anderen Bergwerken des Ruhrgebiets weiter, ein Teil der Belegschaft verbleibt zunächst in Hamm, um bis September 2011 die Abbauarbeiten durchzuführen.

Am 30. September 2010 wurde die letzte Schicht gefahren und die Kohleförderung eingestellt. Nach dem Abbau der Untertageanlagen des Bergwerks werden die Schächte mit Beton verfüllt. Damit endet auch in Hamm die 109-jährige Geschichte des Kohlenbergbaus, die mit der Eröffnung der Schachtanlage De Wendel - später umbenannt in Zeche Heinrich-Robert und anschließend Bergwerk Ost - 1901 begonnen hatte.


Literatur

  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 4. Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus, 1994, ISBN 3-7845-6992-7

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bergwerk Ost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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