Berlin-Dahlem

Dahlem
Ortsteil von Berlin

Berlin Brandenburg Wannsee Nikolassee Zehlendorf Dahlem Steglitz Lankwitz LichterfeldeDahlem auf der Karte von Steglitz-Zehlendorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 27′ 29″ N, 13° 17′ 15″ O52.45805555555613.2875Koordinaten: 52° 27′ 29″ N, 13° 17′ 15″ O
Fläche 8,39 km²
Einwohner 15.716 (30. Juni 2011)
Bevölkerungsdichte 1873 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 14169, 14195
Ortsteilnummer 0605
Verwaltungsbezirk Steglitz-Zehlendorf
Klimadiagramm von Berlin-Dahlem
Eingang U-Bahnhof Dahlem-Dorf
Institutsgebäude der Freien Universität Berlin
Ehemaliges Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie (heute: Institut für Biochemie der Freien Universität)
Turm der katholischen Kirche St. Bernhard
Ehemaliges Postamt

Dahlem ist ein Ortsteil im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin, im Südwesten der Stadt zwischen den Ortsteilen Zehlendorf, Steglitz und Lichterfelde-West und dem Grunewald gelegen. Viele Villen und kleine Parkanlagen prägen das Bild des Ortsteils. Zahlreiche Wissenschaftseinrichtungen sind in Dahlem angesiedelt, darunter auch die Freie Universität Berlin. Zudem befindet sich hier ein Museumsstandort der Staatlichen Museen zu Berlin mit einer der weltweit bedeutendsten ethnologischen Sammlungen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Dahlems stammt aus dem Jahr 1275. Im Schossregister findet sich bereits 1450 eine Erwähnung des Ritterhofes des Otto von Milow. Nach dem Tod des letzten Milow ging das Dorf Dahlem und der Ritterhof an die Brüder Heinrich und Peter von Spiel, die schon über 24 der 52 Hufen Dahlems verfügten. Das repräsentative Gutshaus wurde 1560 von den Spiels angefertigt und ist heute das älteste Profangebäude von Berlin. 1655 wurde Dahlem und das Rittergut an Georg Adam von Pfuel verkauft, der es 16 Jahre später an seinen Neffen Cuno Hans von Wilmerstorff veräußerte. Letzterer startete intensive Baumaßnahmen in dem vom Dreißigjährigen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogenen Dorf. 1799 verkaufte der letzte Wilmerstorff Dahlem und Schmargendorf an den Grafen Friedrich Heinrich von Podewils, der aber bereits 1804 starb. In seiner Zeit als Gutsherr wurden die letzten Bauern umgesiedelt und durch Landarbeiter ersetzt. Für 80.000 Taler erwarb Carl Friedrich von Beyme das Gut.

Nach seinem Tod 1838 verkaufte seine Tochter Charlotte Gerlach 1841 das Dorf an den preußischen Domänenfiskus. Ab 1901 erfolgt die Aufteilung der Königlichen Domäne Dahlem mit dem Ziel, dort einen vornehmen Villenort mit angegliederten wissenschaftlichen Einrichtungen („Deutsches Oxford“) zu bauen. Die angrenzenden Gründerzeit-Villenkolonien Lichterfelde-West und Grunewald waren bereits eine begehrte und teure Wohnlage. Dahlem hatte zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als 1000 Einwohner und lag im Landkreis Teltow.

1920 wurde der Gutsbezirk Berlin-Dahlem mit 6244 Einwohnern als ein Ortsteil im Bezirk Zehlendorf nach Groß-Berlin eingemeindet. Martin Niemöller war von 1931 bis zu seiner Inhaftierung 1937 Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Dahlem. Sein Vertreter bis 1940 wurde Helmut Gollwitzer. Die zweite Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche wurde 1934 in Dahlem abgehalten, die das kirchliche Notrecht ausrief.[1]

Gebäude

In Dahlem befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Museen. Darüber hinaus haben sich am Dahlemer Wissenschaftsstandort viele international bedeutende Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen angesiedelt.

Der U-Bahnhof Dahlem-Dorf wurde 1987 in Japan zum schönsten U-Bahnhof Europas gekürt. Die Raumskulpturen Liebespaare auf dem Bahnsteig schuf der in Berlin lebende Bildhauer Wolf van Roy.

Sehenswürdigkeiten

Der dem Ortsteil Dahlem oftmals zugeschriebene Botanische Garten liegt allerdings nicht in Dahlem, sondern seit der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 in Lichterfelde. Ursprünglich (1895) gehörte rund ein Viertel der Fläche zur Gemarkung Dahlem (siehe Grafik im Artikel Botanischer Garten Berlin).

Museen

Wissenschaftsstandort Dahlem

Söhne und Töchter Dahlems

Literatur

  • Michael Engel: Geschichte Dahlems. Berlin-Verlag, Berlin 1984, ISBN 3-87061-155-3.
  • Harry Balkow-Gölitzer: Eine noble Adresse: Prominente in Berlin-Dahlem und ihre Geschichten. Berlin-Edition, Berlin 2005, ISBN 3-8148-0136-9.
  • Eckart Henning, Marion Kazemi: Dahlem – Domäne der Wissenschaft. Ein Spaziergang zu den Berliner Instituten der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft im „deutschen Oxford“. Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin 2002, ISBN 3-927579-16-5.
  • Domäne Dahlem: Dahlem – St. Annen: Zeiten eines Dorfes und seiner Kirche. Verlag und Ökonomie, Berlin 1989, ISBN 3-9802192-1-6.
  • Carl-Philipp Melms: Chronik von Dahlem, 1217 bis 1945: Vom Rittergut zur städtischen Domäne. arani Verlag, Berlin 1957 und 1982, ISBN 3-7605-8528-0.

Weblinks

 Commons: Berlin-Dahlem – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kirchliches Notrecht: Zweite Bekenntnissynode Dahlem in der Ausstellung: Auf dem Weg zur mündigen Gemeinde

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