Jagdbombergeschwader 33

Jagdbombergeschwader 33
Jagdbombergeschwader 33 (JaboG 33)
Wappen des Jagdbombergeschwaders 33
Internes Verbandsabzeichen (Wappen)
Aufstellung 1. Juli 1958
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Luftwaffe with lettering.svg Luftwaffe
Stärke ca. 2600 Soldaten
Unterstellung Wappen Kdo 2 LwDiv.jpg 2. Luftwaffendivision
Standorte Fliegerkaserne Cochem-Brauheck
Fliegerhorst Büchel
Führung
Kommodore Oberstleutnant Andreas Korb
Luftfahrzeuge
Kampfflugzeug/
-hubschrauber
Tornado "IDS"

Das Jagdbombergeschwader 33 (JaboG 33) ist ein fliegender Kampfverband der deutschen Luftwaffe, der mit dem Waffensystem Panavia Tornado IDS ausgerüstet ist. Das Geschwader ist auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz stationiert. Der Fliegerhorst ist Stationierungsstandort für US-amerikanische Atombomben vom Typ B61.[1]

Inhaltsverzeichnis

Auftrag

Tornado IDS des JaboG 33

Das JaboG 33 hat den Auftrag zur Aufrechterhaltung der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft im Krisen- und Verteidigungsfall. Dazu gehören die Vorbereitungen, schnell verlegbare Reaktionskräfte zu schaffen, Personalabstellung für laufende Einsätze, die Teilnahme an nationalen und NATO-Übungen sowie der Katastrophenschutz.

Atomwaffen

In Spezialbunkern des Fliegerhorstes können bis zu 44 Waffen gelagert werden. Das JaboG 33 ist als einziger fliegender Verband der deutschen Luftwaffe im Rahmen der nuklearen Teilhabe für den Einsatz dieser Waffen ausgebildet. Die Atomwaffen unterliegen jedoch der Kontrolle US-amerikanischer Soldaten.[2] Es befinden sich einige Staffeln der US Air Force 702 Munitions Support Squad (702 MUNSS) im Fliegerhorst, die in Zusammenarbeit mit der Luftwaffensicherungsstaffel "S" für Sonderwaffen die Atombomben bewachen.

2008 meldete die Federation of American Scientists (FAS), dass nach einer internen Studie der amerikanischen Luftwaffe in vielen Atomwaffenlagern nicht die minimalen Sicherheitsstandards des amerikanischen Verteidigungsministeriums eingehalten werden. Darunter soll sich unter anderem auch der Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel befinden. Das Institut schätzt, dass sich zur Zeit zehn bis 20 Atombomben vom Typ B61 an diesem Standort befinden. Das US-Militär plane als erste Reaktion, Atomwaffen auf weniger Standorte in Europa zu verteilen.[3]

Geschichte

Fliegerhorst Büchel (Deutschland)
Fliegerhorst Büchel
Fliegerhorst Büchel
Lage Fliegerhorst Büchel
Koordinaten: N50° 10′ 26″ E07° 03′ 48″

Der Flugplatz Büchel wurde 1954/1955 durch die französischen Streitkräfte angelegt, die zu dieser Zeit Besatzungsmacht in diesem Bereich waren. Kurz nach seiner Fertigstellung wurde der Flugplatz an das Bundesvermögensamt und am 13. August 1955 an die Bundeswehrverwaltung übergeben. Die ersten 250 deutschen Soldaten rückten am 15. August 1955 in den Standort Büchel ein.

Waffenschule der Luftwaffe 30 (1956 - 1958)

Am 13. November 1956 wurde die Waffenschule der Luftwaffe 30 als erster fliegender Verband der neuen Luftwaffe in Fürstenfeldbruck aufgestellt und ab Oktober 1957 nach Büchel verlegt. Der erste Kommodore war Major Walter Krupinski.

Erster Flugzeugtyp war die amerikanische Republic F-84F Thunderstreak, von denen die Waffenschule 30 bei ihrer Indienststellung 75 Exemplare erhielt. Ende Oktober befanden sich auf dem Flugplatz Büchel 72 F-84F, drei Lockheed T-33A und zwei North American T-6 Texan. Hauptaufgabe der Waffenschule 30 war die Ausbildung des Personals für die neu aufzustellenden Jagdbombergeschwader der Luftwaffe. Zusätzlich zu den Flugzeugführern wurde das technische Personal in diesem Verband ausgebildet.

Am 30. Juni 1958 endete die Ära der Waffenschule 30; das Jagdbombergeschwader 33 wurde in Büchel aufgestellt und im Dezember 1958 offiziell der NATO unterstellt.

Jagdbombergeschwader 33 (1958 - heute)

Am 23. März 1959 hatten die Piloten des JaboG 33 bereits die 10.000ste Flugstunde absolviert. Ebenfalls im Jahr 1959 verlegte das Geschwader erstmalig ins Ausland – fast das gesamte Geschwader flog im Mai 1959 für fast vier Wochen nach Bandirma (Türkei). Ende September 1959 waren die Ausbauarbeiten an der Startbahn in Büchel soweit abgeschlossen, dass der volle Flugbetrieb möglich wurde. Am 3. Juni 1960 veranstaltete die Luftwaffe in Büchel einen Großflugtag, der bei der Bevölkerung großen Anklang fand. An diesem Tag präsentierten sich auch die amerikanischen und italienischen Streitkräfte auf dem Fliegerhorst. Ende des Jahres 1960 verlegte das JaboG 33 zum ersten Mal nach Decimomannu (Sardinien/Italien). Die Auslandskommandos nach „Deci“ finden seit dieser Zeit regelmäßig statt.

In Cochem-Brauheck entstanden 1961 die Truppenunterkünfte des JaboG 33. Dazu wurde dieser Stadtteil von Cochem neu errichtet.

Ab August 1962 erfolgte die Umrüstung des Geschwaders auf die Lockheed F-104G Starfighter.

1982 erreichte das Geschwader 200.000 Starfighter-Flugstunden und somit die bis dahin weltweit meisten Flugstunden auf diesem Muster. Insgesamt wurden bis zur Außerdienststellung am 30. Mai 1985 rund 231.900 Flugstunden auf der F-104G geflogen.

Der letzte Starfighter steht am Haupttor des Fliegerhorstes
Tornado Sonderlackierung „Adler“
Fiat G-91 Gina Ausbildungswerkstatt JaboG33

1985 wurde auf den Flugzeugtyp Panavia Tornado IDS umgerüstet. Die 100.000ste Tornado-Flugstunde wurde am 3. September 1999 erflogen.

2013/14 soll das JaboG 33 als letztes Geschwader der Luftwaffe auf den Eurofighter umgerüstet werden.

Struktur

Das JaboG 33 ist ein Verband der 2. Luftwaffendivision. Der Kommodore des JaboG 33 führt drei Gruppen:

  • Die Fliegende Gruppe setzt sich aus dem Stab, der Flugbetriebstaffel und den beiden Jagdbomberstaffeln zusammen.
  • Die Technische Gruppe ist mit dem Stab, der Instandsetzungs-, Elektronik- und Nachschubstaffel für Wartung und Instandsetzung der Luftfahrzeuge sowie für die Versorgung zuständig. Eine Besonderheit dieser Gruppe ist die Ausbildungswerkstatt, die 1962 eingerichtet wurde. Sie bildet Fluggerätmechaniker und seit 1983 Elektroniker für Geräte und Systeme (EGS) aus. Die Ausbildungswerkstatt ist der größte Ausbildungsbetrieb des Landkreises Cochem-Zell.
  • Das JaboG 33 hat als einziger Verband der Luftwaffe noch eine Fliegerhorstgruppe. Diese setzt sich aus dem Gruppenstab, der Sicherungsstaffel „S“ und der Kfz-Staffel zusammen.

Einsätze im Rahmen des Katastrophenschutzes

Im Dezember 1993 wurden Soldaten des JaboG 33 beim „Jahrhunderthochwasser“ an der Mosel eingesetzt, im August 1997 bei der Hochwasserkatastrophe im Oderbruch und 2002 beim Elbehochwasser.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Atomwaffenstandort Büchel
  2. US - Atomwaffen in Deutschland und Europa
  3. Tagesschau: Atomwaffenlager nicht sicher genug? (nicht mehr online verfügbar)

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