Canova, Antonio

Canova, Antonio, der berühmteste Bildhauer der neuern Zeit und Stifter einer neuen Schule, welche die seiner Vorgänger Buonarotti und Bernini übertraf, erblickte das Licht der Welt am 1. November 1757 zu Possagno, einem Dorfe bei Treviso. Schon in dem Knaben offenbarte sich auf das Glänzendste das gewaltige Genie eines Talents, das im Laufe eines langen von der Sonne des Glücks unaufhörlich beschienenen Lebens so viele herrliche Kunstwerke schuf. Venedig, dessen Akademie noch heute die Hand und den Meißel des Verewigten aufbewahrt, war die Wiege seiner Kunst. Seine ersten Statuen, Orpheus u. Eurydice, die er als 16 jähriger Jüngling vollendete, erregten für seine Zukunft die höchsten Erwartungen; die Unterstützung des Senates und der Schutz kunstsinniger Gönner brachten ihn nach Rom, wo die Gruppe des Theseus als Sieger des Minotaurus aus seinen Händen hervorging. Dieß Werk und andere, mit denen er namentlich die Peterskirche schmückte, wurden von ganz Italien bewundert und begründeten seinen Ruf. Aus Deutschland, wo er sich während der Revolutionsstürme von 1798 und 1799 aufgehalten hatte, zurückgekehrt, entstanden das Denkmal der Erzherzogin Christine für die Augustinerkirche in Wien, Perseus, Amor und Psyche etc. Der Papst ernannte ihn zum Oberaufseher aller Kunstinstitute des Kirchenstaats, Napoleon berief ihn nach Paris, wo Canova die kolossale Statue des Kaisers und die Büsten mehrer seiner Familienglieder ausführte. 1815 kam er zum zweiten Male und zwar als päpstlicher Gesandter nach Frankreich, um die geraubten Kunstschätze zurückzufordern. Pius VII. erhob ihn darauf zum Marquis von Ischia mit einem reichen Jahrgehalt; von vielen Höfen wurde ihm durch Ordensverleihungen die Anerkennung der Fürsten zu Theil, und der Ruhm der Werke, die aus seinem Atelier noch immer hervorgingen, und unter denen sein geflügelter Amor, Venus und Adonis, Psyche, die Gruppe der Grazien, Hebe, Theseus, den Centaur erlegend, Alfieri's Grabmahl, Washington's Monument die höchste Berühmtheit erlangt haben, vergoldete den Abendhimmel seines glücklichen Lebens. Canova starb am 13. October 1822 in Venedig, wohin er gereist war, um ein Denkmal für Tizian zu arbeiten; dasselbe, später vollendet, deckt in der Kirche dei Frasi seine Hülle. Er hinterließ ein Vermögen von mehrern Millionen, aus demselben wurde nach seinem Willen die prächtige Kirche zu Possagno, seinem Geburtsorte, die er dort gegründet hatte, ausgebaut; sein Bruder ist jetzt Bischof an derselben. Vergleiche über ihn Winkelmann und sein Jahrhundert von Goethe; Biographien lieferten H. Haase und Missinini.

T.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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