Nike (Unternehmen)
NIKE Inc.
Logo NIKE.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US6541061031
Gründung 1972
Sitz Beaverton
Leitung Philip Knight (Vorsitzender)
Mark Parker (CEO & President)
Mitarbeiter 30.200 (2008)
Umsatz 19,014 Mrd. US-$ (2010)
Produkte Sportartikel
Website www.nike.com
Fußballschuhe von Nike
Air Max Classic BW

Nike Inc. (engl. [ˈnaɪkiː], angelehnt an gr. νίκη [níːkɛː] „Sieg“; „Nike“) ist ein 1972 gegründeter, international tätiger, US-amerikanischer Sportartikelanbieter. Firmensitz ist Beaverton im US-Bundesstaat Oregon.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Der Wandel vom Vertrieb zum Produzenten

Bill Bowerman, bis kurz zuvor Sporttrainer an der University of Oregon in Eugene, gründete im Juni 1964 das Unternehmen Blue Ribbon Sports, gemeinsam mit Phil Knight. Die Firma vertrieb zunächst Sportschuhe der Marke Onitsuka Tiger (heute Asics), ehe sie selbst 1971 unter dem Namen Nike Schuhe herstellte. 1972 erschien die erste selbst produzierte Kollektion.[1]

Die Anfänge in den 1970er Jahren

Bereits früh war der kommerzielle Erfolg Nikes stark mit der Bindung an berühmte und erfolgreiche Sportler geknüpft. Das Unternehmen rüstete Steve Prefontaine aus, der bei den Olympischen Sommerspielen in München 1972 auf 5000 m den vierten Platz erreichte. Er machte Nike insbesondere bei anderen Läufern bekannt.[2] 1978 begann Nike mit dem Verkauf von Schuhen in Europa.

Die Ära Michael Jordan

1984 nahm Nike den Basketballrookie Michael Jordan unter Vertrag. Gemeinsam entwarfen sie eigene Kollektionen. Allein im ersten Jahr der Zusammenarbeit generierte Nike 130 Mio. US-$ mit der Marke Air Jordan. Insgesamt soll Jordan dem Unternehmen etwa 2,6 Mrd. US-$ Umsatz gebracht haben.[3] 1989 erlangte Nike die weltweit führende Position als Sportartikelanbieter, die es bis heute inne hält.[4]

Ausbau der führenden Position

Nike rüstete weiter Sportler aus, so konnten 1994 die Fußballweltmeister aus Brasilien verpflichtet werden. 1995 übernahm Nike den kanadischen Eishockeyausrüster Canstar für 395 Millionen US-$, darunter die Marke Bauer. 1996 folgte mit dem damals noch wenig bekannten Tiger Woods der nächste Coup nach Michael Jordan. Für 5 Mio. US-$ pro Jahr wurde Nike Ausrüster des späteren Golfstars. Später wurde Lance Armstrong für das Unternehmen gewonnen.[5][6]

Im September 2003 übernahm Nike die Marke Converse für 305 Millionen US-$.[7]

2004 trat Knight als Vorstand ab, sein Nachfolger wurde William D. Perez. Im Januar 2006 wurde Perez von Mark Parker abgelöst.

Mit der Kampagne „Stand up, speak up!“ (zu Deutsch: „Steht auf, erhebt eure Stimme!“) wirbt Nike seit Februar 2005 gegen Rassismus und setzt sich für mehr Toleranz und Akzeptanz in europäischen Fußballstadien ein.

Im April 2008 wurde die Eishockeysparte Nikebauer an eine Investorengruppe aus Kohlberg & Company und dem kanadischen Geschäftsmann W. Graeme Roustan verkauft. Der Verkaufspreis wurde mit 200 Millionen US-$ angegeben.[8]

Die Grafikdesign-Studentin Carolyn Davidson entwarf für rund 35 US-$ das Logo, den so genannten Swoosh; heute ist dieser „Nike-Haken“ eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt.

Kaufhaus

Unter dem Namen Niketown eröffnete Nike 14 Kaufhäuser in den USA, England, Frankreich und in Deutschland. Das erste Niketown wurde 1990 in Portland eröffnet. Das 1996 in Manhattan eröffnete Niketown ist das Aushängeschild von Nike. Seit 1999 gibt es in Berlin-Charlottenburg das erste deutsche Niketown.

Kritik

Das Unternehmen wird u. a. im Schwarzbuch Markenfirmen der Ausbeutung, Kinderarbeit und anderer Missstände in Zulieferbetrieben bezichtigt.[9] Auch der US-amerikanische Filmemacher Michael Moore kritisiert das Unternehmen im Dokumentarfilm Der große Macher. Höhepunkt ist das sehr an Moores früheren Film Roger & Me erinnernde Gespräch zwischen Michael Moore und dem Nike-Vorstandsvorsitzenden Phil Knight über die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Phil Knight behauptet, dass in den USA keiner mehr Schuhe für Nike nähen wolle, er aber über die Errichtung neuer Werke in Amerika nachdenken würde, fänden sich genug Arbeitswillige. Daraufhin präsentiert Moore ihm hunderte Leute, die sofort bei Nike genau diesen Job übernehmen würden. Trotzdem lenkt Knight nicht ein und am Ende einigen sich Moore und Knight auf eine Spende für einen guten Zweck. Nike hatte zuvor einen Großteil seiner Schuhproduktion nach Indonesien ausgelagert, die dort teilweise von Kindern für 19 US-¢ pro Stunde Arbeitslohn gefertigt werden.[10]

Weblinks

 Commons: Nike – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1950er Jahre (englisch)
  2. Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1970er Jahre (englisch)
  3. CNN Money.com: The Jordan Effect The world’s greatest basketball player is also one of its great brands. What is his impact on the economy?, 22nd June 1998 (englisch)
  4. Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1980er Jahre (englisch)
  5. Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1990er Jahre (englisch)
  6. Answers.com: Canstar Sports Inc. (englisch)
  7. Zubin Jelveh (portfolie.com): Just Buy It (englisch)
  8. Nikebiz: Nike Completes Sale of Bauer Hockey!, 17th April 2008 (englisch)
  9. Klaus Werner sowie Hans Weiss: Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne (verschiedensprachig, u. a.: deutsch, englisch, französisch)
  10. Michael Moore (michaelmoore.com): Score one for ‘the big one’! – Nike Raises Minimum Age, 12th May 1998 (englisch)

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