Bad Laer
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Laer
Bad Laer
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Laer hervorgehoben
52.1030555555568.089166666666779
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 79 m ü. NN
Fläche: 46,85 km²
Einwohner:

9.144 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49196
Vorwahl: 05424
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 005
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Glandorfer Straße 5
49196 Bad Laer
Webpräsenz: www.bad-laer.de
Bürgermeister: Holger Richard (CDU)
Lage der Gemeinde Bad Laer im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild

Bad Laer [-ˈlɑːʁ] ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Am bewaldeten Südwesthang des Blombergs, einem Ausläufer des Teutoburger Waldes, liegt Bad Laer im Osnabrücker Land am Übergang zum Münsterland und zu Ostwestfalen. Höchste Erhebung ist der Kleine Berg (208 m [Lüdenstein]) an der östlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden

Bad Laer grenzt im Westen an Glandorf, im Norden an Bad Iburg, im Osten an Hilter am Teutoburger Wald und Bad Rothenfelde sowie im Süden an die nordrhein-westfälischen Städte Versmold (Kreis Gütersloh) und Sassenberg (Kreis Warendorf).

Gemeindegliederung

Gemeindeteile und Einwohnerzahlen (Stand: 2006)

  • Laer (5.740)
  • Remsede (1.149)
  • Müschen (830)
  • Hardensetten (783)
  • Westerwiede (419)
  • Winkelsetten (341)

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Laer am 8. Dezember 851. In der Urkunde schenkte König Ludwig der Deutsche dem Marienkloster in Herford mehrere Höfe in Laer und Erpen, in der Urkunde Arpingi genannt: "[...] in pago, quod dictur Sutherbergi, in villa quae nuncupatur Lodre [...] et in eodem pago, in villa quae vocatur Arpingi."[2] Lodre ist hier das heutige Bad Laer, das bis ins 17. Jahrhundert noch Loder oder Loer geschrieben wurde und erst danach zu Laer verhochdeutscht wurde.[3]

Vermutlich stand im Ortsteil Remsede, der Name leitet sich wohl vom althochdeutschen Hramasithi oder Hramaslehti (Rabenfeld) ab, die erste christliche Kirche der Gegend. Die Inschrift "Aedificatum anno DCCXXXIV", die sich auf einem Stein des Torbogens der Kirche St. Antonius befindet, bezeichnen Jostes und Effmann zwar als Fälschung, sie schließen aber nicht aus, dass in der Kirche noch Reste des ersten Baus stecken. Ein Hinweis darauf könnte sein, dass die Kirche dem hl. Einsiedler Antonius geweiht ist, die nach Kampschulte allen betreffenden Kirchen ein hohes Alter zuweist.[4] Außerdem sind die Remseder "Gefahren" höchst charakteristisch. Dabei handelt es sich um alte Wallfahrten, die sich viermal im Jahr versammelten. Im Volksmund hieß es: "Riämser gefaor kümp veermol int jaor." Die Gläubigen sollen von weit her zum hl. Antonius nach Remsede gepilgert sein, um die Pest und andere Epidemien abzuwehren. Selbst aus Köln sollen Prozessionen gekommen sein, und den Weg, den sie nahmen, nennt man in der Nachbargemeinde Glandorf noch heute Kölner Weg.[5]

Bad Laer ist seit 1975 mit den Kurgebieten in den Gemeindeteilen Hardensetten, Müschen, Westerwiede und Winkelsetten als Soleheilbad staatlich anerkannt und trägt seitdem den Titel Bad. In seiner heutigen Form besteht Bad Laer seit der Ausgliederung der Gemeinde Glandorf am 1.Mai 1981.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Bad Laer seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Gemeinde Bad Laer im jeweiligen Gebietsstand und jeweils zum 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen [6] auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Jahr Einwohner
1987 6142
1990 6497
1995 7893
2000 8913
2005 9181
2010 9144

1Ab 2008 enthalten die den Wanderungsdaten zugrunde liegenden Meldungen der Meldebehörden zahlreiche Melderegisterbereinigungen, die infolge der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer durchgeführt worden sind. Daher sind die Daten nur eingeschränkt aussagekräftig.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 20 Mitglieder aus 3 Parteien oder Gruppen. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Vorsitzender des Rates.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Bad Laer: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD Grüne FDP UWG Einzel-
bewerber
Sonstige Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996 – 2001 57,7 13 11,7 2 3,0 0 - - 27,2 6 - - - - 100 21 69,4
2001 – 2006 48,6 11 13,1 3 2,5 0 - - 35,7 8 - - - - 100 22 60,6
2006 – 2011 72,3 15 16,8 3 4,9 1 4,3 1 - - - - 1,6 0 100 20 57,3
2011 – 2016
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[7], Landkreis Osnabrück[8][9].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Gemeindepartnerschaft

Partnergemeinde von Bad Laer ist seit 2003 Osterfingen im Kanton Schaffhausen in der Schweiz.

Kultur

Bauwerke

Das Wahrzeichen Bad Laers ist der frühromanische Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Marien. Im Osnabrücker Raum ist der Bad Laerer Kirchturm der einzige mittelalterliche Turm, der keine Spitze, sondern ein Satteldach mit Treppengiebel besitzt. Es wurde dem aus dem 11. Jahrhundert stammenden Wehrturm im 13. Jahrhundert aufgesetzt.

In der ehemaligen Vikarie von St. Marien befindet sich das Heimatmuseum.

Regelmäßige Veranstaltungen

Fest der 1000 Fackeln
  • Schützenfest des Bürgerschützenvereins Bad Laer von 1543 am dritten Juliwochenende
  • Fest der 1000 Fackeln am ersten Augustwochenende
  • Bourwinne am ersten Mittwoch im Oktober
  • Sterntalermarkt am Wochenende zum 1. Advent

Vereine

  • Bürgerschützenverein Bad Laer von 1543
  • Bürgerschützenverein Remsede von 1875
  • Bürgerschützenverein Hardensetten-Winkelsetten von 1953
  • Jugendarbeitsgemeinschaft der katholischen Pfarrgemeinde St. Antonius Remsede (JAG)
  • Musikkapelle Bad Laer
  • Sportverein Bad Laer
  • Sportverein Remsede
  • Sportverein Westerwiede

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Dampfzug der TWE im Bahnhof Bad Laer

Im Jahre 1900 wurde Laer an die neu errichtete "Teutoburger Wald-Eisenbahn" angeschlossen. Die Strecke verlief von Gütersloh im Süden bis nach Ibbenbüren im Norden; seit 1901 war der nördliche Abschnitt bis Ibbenbüren fertig gestellt. Der Personenverkehr auf dieser der Teutoburger Wald-Eisenbahn (Veolia-Gruppe) gehörenden Strecke wurde 1968 eingestellt. Aktuell wird eine Reaktivierung des Personennahverkehrs zwischen Gütersloh und Harsewinkel diskutiert; ein Anschluss des heutigen Bad Laer ist in den Planungen nicht vorgesehen. Heute verkehren dort noch Güterzüge und die Museumseisenbahn Teuto-Express, die auch in Bad Laer hält. Im Jahr 2007 wurde der Güterbahnhof abgerissen, seit dem hält nur noch die Museumsbahn. Auf dem Gelände wurden vier Häusern mit Seniorenappartments errichtet.

Bad Laer ist in östlicher Richtung über die Landesstraße L 94 durch die Bundesautobahn A 33 an das Fernstraßennetz angebunden.

Ansässige Unternehmen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbunden

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Roger Wilmans: Die Kaiserurkunden der Provinz Westfalen: 777-1313, 1867, S. 113f.
  3. F. Jostes und W. Effmann: Vorchristliche Altertümer im Gaue Süderberge, 1888, S. 3.
  4. Heinrich Kampschulte: Die westfälischen Kirchen-Patrocinien, 1867.
  5. F. Jostes und W. Effmann: Vorchristliche Altertümer im Gaue Süderberge, 1888, S. 6f.
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  7. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  8. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001
  9. Landkreis Osnabrück, Die Kommunalwahl Osnabrücker Land vom 10. September 2006; Amtliche Endergebnisse

Weblinks

 Commons: Bad Laer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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