Sotschi
Stadt
Sotschi
Сочи
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Vorlage:Infobox Ort in Russland/Wartung/AltFöderationskreis Südrussland
Region Krasnodar
Stadtkreis Sotschi
Bürgermeister Anatoli Nikolajewitsch Pachomow

(geschäftsführend)

Gegründet 1838
Stadt seit 1917
Fläche 250 km²
Höhe des Zentrums 30 m
Bevölkerung 341.902 Einw. (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte 1.368 Ew./km²
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7)8622
Postleitzahl 354000–354396
Kfz-Kennzeichen 23, 93
OKATO 03 426
Website http://www.sochiadm.ru/
Geographische Lage
Koordinaten 43° 35′ N, 39° 44′ O43.58333333333339.73333333333330Koordinaten: 43° 35′ 0″ N, 39° 44′ 0″ O
Sotschi (Russland)
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Sotschi (Region Krasnodar)
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Region Krasnodar
Liste der Städte in Russland
Logo für die Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2014
Klimadiagramm (1961–1990)
Blick auf Sotschi vom Schwarzen Meer aus
Der Seehafen von Sotschi

Sotschi (russisch Сочи ( Aussprache?/i), englisch Sochi) ist eine Stadt am Schwarzen Meer in Russland. Sie liegt in der Region Krasnodar nahe der Grenze zu Georgien und hat 341.902 Einwohner (Stand 2010). Sotschi ist einer der beliebtesten Bade- und Kurorte Russlands. Die Stadt ist Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 und Spielstätte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018, zudem soll der Große Preis von Russland der Formel 1 in Sotschi stattfinden.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Sotschi erstreckt sich über 145 Kilometer entlang der nordöstlichen Küste des Schwarzen Meeres. Nordwestliche Grenze ist der Fluss Schepsi wenige Kilometer südlich von Tuapse, südöstliche der Fluss Psou, welcher auch die Grenze Russlands zur von Georgien abtrünnigen Republik Abchasien bildet. Das Stadtzentrum ist von der Grenze etwa 30 Kilometer entfernt.

Zum Stadtkreis gehören auch die Siedlung städtischen Typs Krasnaja Poljana (russ. für Rote oder Schöne Lichtung) mit 3972 Einwohnern und 78 Dörfer mit zusammen 69.068 Einwohnern, sodass die Gesamtbevölkerungszahl des Stadtkreises Sotschi 410.987 beträgt (Berechnung 2009). Da zum Stadtkreis auch weiträumige, praktisch unbewohnte Berggebiete gehören, ist die Bevölkerungsdichte des Stadtkreises mit knapp 120 Einwohnern pro km² im Ganzen relativ gering.

Bereits die erste Bergkette des Kaukasus in Küstennähe mit den Kämmen Alek, Bytcha, Mamaiski, Soloniki und Tjupjutschch erreicht Höhen um 1.000 m und ist für das im Winter milde Klima verantwortlich. Die Berge des Kaukasus-Hauptkammes, 25 bis 40 Kilometer von der Küste, sind hier über 3.000 Meter hoch (Zachwoa, 3.345 m).

Auf dem Territorium der Stadt Sotschi erreichen mehrere Bergflüsse, welche die erste Bergkette durchschneiden, das Schwarze Meer. Von Norden nach Süden sind dies Psesuapse, Schache, Sotschi und Msymta.

Klima

Sotschi liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza. Das Klima der Küstenzone Sotschis ist subtropisch mit langen, heißen Sommern, warmem Herbst und kurzen, milden Wintern. Ursache ist die geschützte Lage durch die nahe an das Meer herantretenden Kämme des Kaukasus, welche allerdings auch relativen Niederschlagsreichtum bedingen.

Die Jahresmitteltemperatur beträgt etwa 14 °C. Kälteste Monate sind Januar und Februar mit etwa 6 °C, wärmste Monate Juli und August mit etwa 23 °C. Die geringste je gemessene Temperatur betrug −13,4 °C (25. Januar 1892), die höchste 39,4 °C (30. Juli 2000). Im Januar wurden aber auch schon 21,2 °C gemessen (22. Januar 1948), während die Temperaturen im Juli/August noch nie unter 10 °C gefallen sind.[1][2]

Die durchschnittliche Wassertemperatur des Schwarzen Meeres beträgt im August 24,1 °C[3].

Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt über 1.600 mm (zum Vergleich Berlin: 581 mm). Ein Großteil davon fällt in den Wintermonaten mit einem Maximum von etwa 190 mm im Dezember und Januar. Das sommerliche Minimum im Mai bis Juni von immerhin noch 90 bis 100 mm geht gewöhnlich in Starkregen an nur wenigen Tagen nieder.

In den Gebirgslagen der Stadt sind insbesondere die Wintertemperaturen niedriger, so im knapp 600 Meter hoch gelegenen Krasnaja Poljana, wo die olympischen Skiwettbewerbe 2014 ausgetragen werden, um durchschnittlich 5 bis 6 °C. Damit beträgt sie um 0 °C, in den Hochlagen entsprechend weniger. Eine geschlossene Schneedecke stellt sich im unteren Teil der Pisten gewöhnlich Mitte Januar ein und erreicht im März Höhen von 2 Metern und mehr. Im höher gelegenen Bereich erstreckt sich die Skisaison von November bis Anfang Juni.[4]

Stadtgliederung

Die Stadt ist in vier Stadtrajons gegliedert: Lasarewski, Zentralny, Chostinski, Adlerski (Reihenfolge von Nordwesten nach Südosten).

Stadtrajon
(Gorodskoi Rajon)
Russischer Name Einwohner
1. Januar 2006
Wichtigste Ortsteile
Adlerski Адлерский 70.239 Adler, Krasnaja Poljana
Chostinski Хостинский 62.440 Chosta, Kudepsta, Mazesta
Lasarewski Лазаревский 64.068 Asche, Dagomys, Jakornaja Schtschel, Loo, Magri, Makopse, Lasarewskoje, Soloniki, Wardane
Zentralny Центральный 132.734 Sotschi (Zentrum)

[5]

Verkehr

Der Hauptbahnhof von Sotschi

Im Stadtteil Adler, nahe der Mündung der Msymta in das Schwarze Meer, liegt der internationale Flughafen Sotschi (IATA-Code AER), den 2006 1,35 Millionen Passagiere nutzten. Bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 soll er auf eine Kapazität von vier Millionen Passagieren pro Jahr ausgebaut werden. Mit dem Umbau des benachbarten Flughafen Poti in Georgien zu einem "Drehkreuz" für den Luftverkehr in der Kaukasusregion wurde dank eines Kredits einer arabischen Investmentbank ebenfalls bereits begonnen.

Entlang der Schwarzmeerküste führt durch Sotschi eine zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke mit Schnellzugstationen in allen großen Ortsteilen bis Adler. Es besteht eine Direktverbindung nach Moskau, Sankt Petersburg und in viele russische Städte bis nach Sibirien. Zudem ist Sotschi im Sommer immer samstags aus Berlin ohne Umsteigen zu erreichen.

Der Abschnitt Tuapse–Adler wurde 1929 eröffnet, die Weiterführung nach Sochumi in Abchasien, wo Anschluss an das Transkaukasische Netz geschaffen wurde, 1944/45. Über diese Strecke kann auch heute Abchasien erreicht werden, allerdings ist die Weiterführung von Sochumi nach Georgien seit dem abchasischen Bürgerkrieg Anfang der 1990er Jahre zerstört und außer Betrieb. Die Elektrifizierung erfolgte von 1956 bis 1958. Verlief die Verbindung nach Zentralrussland anfangs über Tuapse–Armawir, so wurde sie 1978 mit Eröffnung einer neuen Direktverbindung (mit einem drei Kilometer langen Tunnel) unter dem Kaukasushauptkamm zwischen Krasnodar und Tuapse erheblich verkürzt.

Der innerstädtische Verkehr wird mit Omnibussen und Vorortzügen (Elektritschkas) bewältigt. Außerdem gibt es eine Standseilbahn und mehrere Sesselbahnen (z. B. beim Botanischen Garten). Bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 ist ein umfassender Ausbau des innerstädtischen ÖPNV-Angebots geplant, unter anderem ist der Bau einer Stadtbahn mit Haltestellen am Flughafen sowie am neuen Olympiapark im Bau.[6]

Geschichte

Vom 6. bis 15. Jahrhundert gehörte das Gebiet den Königen von Georgien, die dort ein Dutzend Kirchen erbauten. Im Ortsteil Loo steht die Ruine einer byzantinischen Basilika aus dem 11. Jahrhundert. Ab dem 15. Jahrhundert wurde die Küste vom Osmanischen Reich kontrolliert. Nach dem Russisch-Türkischen Krieg 1828–1829 wurde es 1829 mit dem Frieden von Adrianopel vertraglich an Russland abgetreten.

Sotschi wurde 1838 als Fort und Siedlung Alexandrija (Александрия) gegründet. In dieser Zeit entstanden auch weitere Befestigungsanlagen, die später die Kerne heutiger Stadtteile bildeten, so das Fort des Heiligen Geistes (Fort Swjatowo Ducha, 1837, heute Adler), Lasarewski und Golowinski (1839, heute Lasarewskoje und Golowinka). 1839 erfolgte die Umbenennung des Forts Alexandrija in Nawaginskoje, nach dem Namen des dort stationierten Regimentes.

Im Krimkrieg wurde das Fort vorübergehend aufgegeben, 1864 jedoch unter dem Namen Dachowski-Posten (Post Dachowski, wieder nach dem dort stationierten Regiment) wieder errichtet. Später verlor der Posten seine militärische Bedeutung und 1874 erfolgte die erneute Umbenennung in Dachowski Possad. 1896 erhielt die Siedlung ihren heutigen, von der ubychischen Bezeichnung des durch den Ort fließenden Flüsschens, Soatschsche, abgeleiteten Namen (bzw. von der adygeischen Version Schatscha).

Die auf dem Territorium der heutigen Stadt Sotschi siedelnden kaukasischen Völker (Sadsen um das heutige Adler, Ubychen um Sotschi-Zentrum und Golowinka, Schapsugen um Lasarewskoje) wurden im Verlaufe des 19. Jahrhundert von den zuwandernden Russen größtenteils verdrängt.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann Sotschis Entwicklung zu einem Bade- und Kurort der russischen Oberschicht. 1902 begann die Nutzung der Sulfid-Chlorid-Natrium-Heilquellen von Mazesta. 1909 eröffnete der Kurort Kaukasische Riviera mit zunächst zwei Hotels.

1917 erhielt Sotschi das Stadtrecht.

Nach der russischen Oktoberrevolution, am 29. Juni 1918, besetzten die georgische Armee und abchasische Freiwillige die Stadt Adler, am 6. Juli stand Sotschi unter georgischer Kontrolle. Im Jahre 1919 am 26.Januar griffen die Freiwilligen und Soldaten der Armee von Denikin Sotschi an. Großbritannien, das die Souveränität Georgiens garantierte, griff nicht ein. Nach mehreren Kämpfen verließ die georgische Armee Sotschi, die georgische Bevölkerung der Stadt war schutzlos und wurde von den Russen vertrieben.[7]

Die Stadt entwickelte sich in der Sowjetunion zu einem der populärsten Badeorte. Josef Stalin ließ im nördlichen Ortsteil Dagomys eine seiner Datschen, Botscharow Rutschei, errichten. Sie dient bis heute als eine der Residenzen des russischen Präsidenten, in der das Staatsoberhaupt auch ranghohe Gäste empfängt.

Seit 1937 gehört Sotschi zur Region Krasnodar.

Im Zweiten Weltkrieg dienten die Sanatorien und Erholungsheime der Stadt als Lazarette. Hier wurden über 500.000 verwundete Soldaten der Roten Armee behandelt.

Am 10. Februar 1961 wurden zwei benachbarte Rajons, Lasarewskoje und Adler, eingemeindet, womit das heute existierende und manchmal Groß-Sotschi (Bolschoi Sotschi) genannte administrative Gebilde entstand.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1897 1.352
1926 13.000
1939 71.000
1959 95.234
1970 224.031
1979 287.353
1989 336.514
2002 328.809
2010 341.902

Anmerkung: 1897–2002 Volkszählungsdaten (1926–1939 gerundet)

1959 hatten die noch eigenständigen, 1961 eingemeindeten Rajons Adler und Lasarewskoje entsprechend 55.273 und 37.389 Einwohner, davon die Siedlungen städtischen Typs Adler 19.658, Lasarewskoje 8.966, Dagomys 7.192 und Krasnaja Poljana 4.443.

Gegenwart und Zukunft

Sotschis Dendrarium

Sotschi liegt in einer eindrucksvollen Landschaft am Fuß des Kaukasus. Vom Strand aus sind die schneebedeckten Gipfel zu sehen. Neben Sand- und Kiesstränden lockt die Stadt mit einer subtropischen Vegetation, Heilquellen, zahlreichen Parks, Denkmälern und einer extravaganten stalinistischen Architektur. Sehenswert ist unter anderem die Kathedrale des Erzengels Michael (1891) sowie das Sommertheater (1937). Dies alles führt dazu, dass nach einer Krise in den 1990er Jahren heute wieder über vier Millionen Touristen jährlich die Stadt besuchen.

Sotschi ist auch Konferenzstadt und richtet im Sommer das Filmfestival Kinotawr aus. Seit 2002 ist Sotschi Veranstaltungsort des Internationalen Investitionsforums, das unter der Schirmherrschaft der Russischen Regierung stattfindet und die Beschaffung von Investitionen und Aufträgen für die russische Wirtschaft zum Ziel hat. An dem Forum Sotschi 2007 nahmen rund 10.000 Interessenten aus 40 Ländern teil.[8]

Die Stadt ist bisher für ihre Sommersporteinrichtungen bekannt. Die dortige Tennisschule hat die Spieler Marija Scharapowa und Jewgeni Kafelnikow hervorgebracht. Im Zuge der Bauarbeiten für die Olympischen Spiele 2014 wurden tausende Bürger zwangsenteignet und umgesiedelt.[9]

In den Bergen östlich der Stadt liegt das Kaukasische Biosphären-Reservat, welches einen Teil des von der UNESCO 1999 auf die Liste des Weltnaturerbes gesetzten Gebietes Westlicher Kaukasus darstellt. Wegen der Bauvorhaben für die Olympischen Spiele werden Beeinträchtigungen befürchtet, allerdings liegt der weitaus größte Teil des etwa 2.800 km² großen (mehr als das Saarland) Reservates auf der nordöstlichen, Sotschi abgewandten Seite des Gebirges.[10][11]

Für die Jahre 2014 bis 2020 ist Sotschi als Austragungsort jeweils eines Grand-Prix-Rennens der Formel 1 vorgesehen, das auf der Formel-1-Rennstrecke Sotschi ausgetragen wird. Der Vertrag wurde vom russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und dem Geschäftsführer der Formel-1-Holding Bernie Ecclestone am 14. Oktober 2010 unterzeichnet.[12]

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

Quellenangaben

  1. Berechnung aus Daten der Meteorologischen Station Sotschi 1881–1995, 34 m. ü. M.; nach cliware.meteo.ru
  2. Klimadaten für Sotschi bei pogoda.ru.net
  3. Tourismusportal www.svali.ru
  4. ebd.
  5. Staatliches Statistikamt der Russischen Föderation
  6. Bericht des BBC vom 1. März 2010 (engl.), abgefragt am 20. November 2010
  7. Eroberung von Sotschi (russisch)
  8. Offizielle Webseite des Forums
  9. Zwangsenteignung bei rund tausend Familien in Sotschi sport.orf.at
  10. Offizielle Webseite des Reservates (russisch)
  11. Kaukasisches Biosphären-Reservat auf der Webseite des Zentrums für Naturschutz (russisch)
  12. Formel 1 ab 2014 in Russland, Focus Online, 14. Oktober 2010

Weblinks

 Commons: Sotschi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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