Belfort
Belfort
Wappen von Belfort
Belfort (Frankreich)
Belfort
Region Franche-Comté
Département Territoire de Belfort (Präfektur)
Arrondissement Belfort
Kanton Chef-lieu von 5 Kantonen
Koordinaten 47° 38′ N, 6° 51′ O47.6411111111116.8494444444444370Koordinaten: 47° 38′ N, 6° 51′ O
Höhe 370 m (354–650 m)
Fläche 17,10 km²
Einwohner 50.346 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 2.944 Einw./km²
Postleitzahl 90000
INSEE-Code
Website http://www.mairie-belfort.com/
Bürgermeister Étienne Butzbach
Belfort 1675
Ansicht von Belfort (Aquarell) aus dem Jahr 1818
Belfort mit der Kathedrale St-Christophe
Der Löwe, Wahrzeichen Belforts
Der Bahnhof von Belfort
Die Zitadelle
Kathedrale St. Christophe

Belfort (deutsch veraltet/ungebräuchlich Beffert oder Befert) ist eine Industrie- und Garnisonsstadt in Ostfrankreich etwa 50 km südwestlich von Mülhausen. Die Stadt ist Verwaltungssitz (chef-lieu) des Départements Territoire de Belfort und hat 52.000 Einwohner (Stand: 2007), mit Vororten ca. 78.000.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Belfort wird 1226 im Friedensvertrag von Grandvillars (Granwiller) zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Bedingt durch ihre Lage in der Burgundischen Pforte hatte die Stadt früher eine große strategische Bedeutung. Bis zum Westfälischen Frieden 1648 gehörte das französischsprachige Belfort zum habsburgischen Sundgau und zum Heiligen Römischen Reich, danach zu Frankreich. Ab 1686 wurde die Zitadelle der Stadt von Vauban im Auftrag von Ludwig XIV. zur Festung ausgebaut, die Stadt ummauert und mit einer Vielzahl heute noch erhaltener wehrhafter Türme versehen. Vom Dezember 1813 bis April 1814 widerstand die Festung 113 Tage lang unter dem Kommandeur Legrand einer Belagerung der Koalitionsarmee von Österreichern, Bayern und Russen. Im Juni/Juli 1815 leistete General Lecourbe mit 8.000 Mann erfolgreich Widerstand gegen eine Armee von 40.000 Österreichern. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 widerstanden die Truppen unter Oberst Pierre Marie Philippe Aristide Denfert-Rochereau 103 Tage lang einer Belagerung durch Preußen; erst auf ausdrücklichen Befehl der französischen Regierung wurden Festung und Stadt am 16. Februar 1871 den feindlichen Truppen übergeben, die die Festung teilweise schleiften. Durch diese erfolgreichen Widerstandsaktionen wurde Belfort und ihre Zitadelle zu einem bekannten Symbol des französischen Freiheits- und Kampfeswillens. Im Frieden von Frankfurt 1871 wurde das Territoire de Belfort, obwohl historisch zum Sundgau und damit zum Oberelsass gehörig, nicht wie das übrige Elsass-Lothringen vom Deutschen Reich annektiert.

Wahrzeichen der Stadt ist der aus gehauenen Sandsteinquadern gebildete monumentale Löwe von Belfort des Bildhauers Frédéric Auguste Bartholdi aus den Jahren 1875/80, der an die Belagerung von 1870/71 erinnert.

Heute gehört das Territoire de Belfort mit seiner Hauptstadt Belfort zur Region Franche-Comté.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft der Stadt ist geprägt durch die Herstellung von Kraftwerksanlagen, hauptsächlich durch die Firma Alstom, Teile der Produktion gehören heute aber auch zu General Electric. In Folge eines stark schrumpfenden europäischen Marktes für Kraftwerksanlagen und damit verbundener wirtschaftlicher Schwierigkeiten von Alstom nahm die Zahl der Beschäftigten auf dem Alstom-Gelände in den letzten zehn Jahren von ursprünglich 18.000 auf unter 6.000 ab. Dies hatte große wirtschaftliche Probleme in der Stadt und der Region zur Folge.

Neben der Elektro- und Elektronikindustrie ist die Textil-und Maschinenbauindustrie vertreten; so werden heute bei Alstom die TGV-Züge gebaut.

Belfort besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Paris–Mulhouse, dieser ist auch Knotenpunkt der hier endenden Bahnstrecke Dole–Besançon–Belfort und der stillgelegten Bahnstrecke (Delémont–)Delle–Belfort, deren Reaktivierung 2012 nach Inbetriebnahme der LGV Rhin-Rhône mit dem neuen Bahnhof Belfort-Montbéliard TGV erfolgen soll.

Wichtige wiederkehrende Ereignisse

Jeden ersten Sonntag von März bis Dezember findet in der gesamten Altstadt von Belfort seit 1966 Ostfrankreichs größter Flohmarkt statt.

Seit 1983 findet jedes Jahr am Pfingstwochenende das Festival international de musique universitaire statt. Musikgruppen und Chöre aus Bildungseinrichtungen aus aller Welt treten auf zahlreichen Bühnen bei diesem für die Besucher kostenlosen Festival auf, das in der Altstadt von Belfort stattfindet.

Sehenswürdigkeiten

Weltliche Bauwerke

Die Zitadelle (frz. La Citadelle), ein 1687 begonnenes und 1703 vollendetes Festungswerk der Baumeister Gaspard de la Suze, Vauban und Général François-Nicolas-Benoît Haxo), verantwortlich für den Umbau ab 1817, mit 1872 von privater Seite gegründeten Kunst- und Stadthistorischem Museum in der Kaserne und Aussichtsplattform

Rathaus am Place d’Armes (1724 vom Ingenieur Mareschal als Stadtpalais für François Noblat erbaut; 1784 von der Bürgerschaft Belforts aufgekauft; 1789 umgebaut unter Jean-Baptiste Kléber nach Plänen von Pierre Valentin Boudhor, bemerkenswertes Treppenhaus, Ehrensaal (1810) von Kléber mit Gemälden zur Geschichte Belforts, Fassade ebenfalls von Kléber)

Place de la République mit dem Bartholdi-Denkmal «des Trois Sièges» von 1913 und einigen markanten Bauten

Markthalle (1905 eröffnet)

L’Étang des Forges (See mit Rundwanderweg) mit darüberliegendem La Tour de la Miotte, Turm eines Forts von 1830

Breisacher Tor (1687 von Vauban erbaut), nordöstlich der Altstadt gelegen, auf dem Frontgiebel das Emblem des Sonnenkönigs Ludwig XIV.

Fassadenmalerei in Fresko-Technik, 47 berühmte Personen auf einer Fläche von 403 Quadratmetern, dargestellt von Ernest Pignon-Ernest (* 1942)

Kunstmuseum Donation Maurice Jardot mit mehr als 100 Gemälden bedeutender Künstler, 1997 von Jardot der Stadt Belfort vermacht, gleichzeitig eine Hommage an Daniel-Henry Kahnweiler, einem großen Kunsthändler, dessen Mitarbeiter Jardot 20 Jahre lang war

Maison de Peuple (Volkshaus), aus Stahlbeton konstruiert, 1933 eingeweiht, mit Dekoration im Stil des art déco

Sakralbauten

Die Kathedrale St. Christophe de Belfort wurde in den Jahren von 1727 bis 1752 aus Vogesen-Sandstein am Place d’Armes erbaut, in der Zeit der französischen Revolution zum „Tempel der Vernunft“ erklärt und mit der Errichtung des Bistum Belfort-Montbéliard im Jahr 1979 zur Kathedrale erhoben. Ihre Orgel (1750) von Valtrin gestaltete Calinet im 19. Jahrhundert um, bevor sie 1966 von Schwenkedel renoviert wurde. Nennenswert sind zwei Gemälde von Gustave Dauphin (1830 und 1843).

Synagoge

Denkmäler

Der Löwe von Belfort (22 Meter lang, 11 Meter hoch) aus Vogesen-Sandstein ist ein Werk von Auguste Bartholdi (1834–1904).

Das Denkmal Quand Même (1884) von Antonin Mercié am Place d’Armes, stellt eine Elsässerin während der Belagerung von 1870/71 dar, die einen sterbenden Soldaten in ihren Armen hält.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks

 Commons: Belfort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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