Bielefeld Hauptbahnhof
Bielefeld Hbf
Bielefeld Hauptbahnhof 2.jpg
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 7
Reisende 40.000 [1]
Abkürzung EBIL
Eröffnung 1847
Webadresse www.bahnhof.de
Architektonische Daten
Baustil Jugendstil
Lage
Stadt Bielefeld
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 1′ 42″ N, 8° 31′ 54″ O52.0283333333338.5316666666667Koordinaten: 52° 1′ 42″ N, 8° 31′ 54″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

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Der Bielefelder Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof der Region Ostwestfalen-Lippe. Dies verdankt er neben der Größe Bielefelds auch seiner Lage am Bielefelder Pass, welche ihm zum Knotenpunkt zwischen Fern- und Regionalverkehr macht. Der Bahnhof gehört der Bahnhofskategorie 2 an.

Inhaltsverzeichnis

Anlage

Hbf (Mitte), Hauptpost (rechts), Neues Bahnhofsviertel (links), Stadtwerke und Miele (hinten), Ostwestfalendamm (vorn)

Der Bielefelder Hauptbahnhof liegt im Nordwesten Bielefelds und trennt das neue Bahnhofsviertel von der Innenstadt. Unweit des Empfangsgebäudes befinden sich die Zugänge zu der im Innenstadtbereich unterirdisch verkehrenden Stadtbahn. Gegenüber befindet sich mit der Stadthalle Bielefeld das Konferenzzentrum von Bielefeld mit einem Tagungshotel.

Es ist ein Durchgangsbahnhof an der von Südwesten nach Nordosten durch das Stadtgebiet verlaufenden Bahnstrecke Hamm–Minden. Er besitzt keine Bahnsteighalle, weshalb die Bahnsteige einzeln überdacht sind.

Geschichte

Bei der Eröffnung des Abschnittes Hamm - Minden der Köln-Mindener Eisenbahn am 15. Oktober 1847 hatte der Bahnhof in Bielefeld nur einen provisorischen Fachwerkbau. [2] Das erste steinerne Empfangsgebäude wurde 1849 fertiggestellt. Es wurde 1885 umgebaut und erweitert. Der Bahnhof lag damals weit im Norden der Stadt, weil dort ausreichend waagerechtes Gelände zur Verfügung stand. Südwestlich des Bahnhofs führt die Strecke zwar nahe an der Altstadt vorbei, steigt aber schon zum Bielefelder Pass an. Die Entfernung von nahezu einem Kilometer zwischen Altstadt und Bahnhof gab den Anstoß zur Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs in Bielefeld. In den nächsten Jahrzehnten wuchsen Wohn- und Industriebebauung der Stadt an den Bahnhof heran und schließlich weit darüber hinaus.

In den ersten Jahrzehnten des Schnellzugverkehrs hielten nicht alle Züge in Bielefeld. Minden als Sitz eines Regierungspräsidenten und Festung mit großer Garnison war im preußischen Staat wichtiger als das damals nur von Industrie geprägte Bielefeld.

Die Zahl der Reisenden stieg stark an, so dass ein Neubau in Bielefeld erforderlich wurde. 1907 wurde mit der Errichtung des heutigen Empfangsgebäudes begonnen. Der Jugendstilbau mit Natursteinfassaden wurde am 1. Mai 1910 eröffnet. Im Westflügel befanden sich jeweils ein Wartesaal für die erste und zweite sowie einer für die dritte und vierte Klasse, im Ostflügel Dienststellen und Dienstwohnungen. In der Eingangshalle lagen Fahrkartenausgabe und Gepäckschalter. Anfangs hatte das Empfangsgebäude noch Türen zu einem angrenzenden Hausbahnsteig. Beim Umbau der Strecke Hamm–Minden auf vier Gleise in den Jahren 1911–1917 wurden der Passagier- und der Gepäcktunnel angelegt und der Bahnhof bekam sechs Bahnsteiggleise an drei Bahnsteigen, die bis Anfang des 21. Jahrhunderts kaum verändert wurden. Damit führte wie noch heute das erste Gleis direkt am Gebäude entlang und alle Bahnsteige waren nur noch durch die Tunnel zu erreichen. Stilistisch auf die Empfangshalle abgestimmt aber ohne Natursteinfassaden entstand auf der Nordseite der Gleisanalagen ein Güterabfertigungsgebäude.

Die schweren Bombenangriffe auf Bielefeld im September 1944 überstand der Bahnhof nahezu unbeschädigt, so dass die Fassade trotz mehrerer Modernisierungen des Gebäudes bis heute nahezu unverändert ist. Ein Mahnmal auf dem Bahnhofsvorplatz erinnert an die Deportation von Juden in die Vernichtungslager, die während der Nazidiktatur auch vom Bahnhof Bielefeld aus erfolgte.

Die Bedeutung des Bahnhofs im Eisenbahnsystem wurde gefestigt durch die Elektrifizierung der Hauptstrecke Hamm - Hannover am 29. September 1968 und die Einführung der ICE-Verbindung zwischen Köln und Berlin in den 1990er Jahren, auf der Bielefeld Systemhalt mit vertakteter Anbindung der Regionallinien ist.

Bei der Verlegung zentraler Streckenabschnitte der Bielefelder Straßenbahn unter die Erde wurde aus Kostengründen darauf verzichtet, unter dem Hauptbahnhof eine zentrale Haltestelle einzurichten. Diese entstand 150 m südöstlich und ist mit dem Bahnhofsvorplatz durch ein überdachtes Personentransportband verbunden. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde der alte Güterbahnhof abgerissen und machte Platz für die Anbindung der Stadtautobahn Ostwestfalendamm und ein Parkhaus. Der Personenbahnhof wurde auf sieben Bahnsteiggleise an vier Bahnsteigen erweitert und der Passagiertunnel bekam einen Ausgang nach Norden, um hier das Parkhaus zu erreichen.

Umbau

Bielefelder Hauptbahnhof, Nordwestansicht

Für Schlagzeilen sorgte der Ausbau und Modernisierungsumbau des Bahnhofes, der ursprünglich bereits im Jahr 2000 abgeschlossen sein sollte. Nach einer Insolvenz des Generalunternehmers ruhten die Bauarbeiten jedoch aufgrund ungeklärter finanzieller Umstände für einen Zeitraum von 17 Monaten.

Die Baumaßnahmen umfassten die Verbreiterung und Verlängerung des Fußgängertunnels mit Durchstich nach Norden sowie die barrierefreie Modernisierung der vorhandenen Bahnsteige und des denkmalgeschützten historischen Empfangsgebäudes. Ebenso wurden zusätzliche Gleise und ein neuer Bahnsteig gebaut. Da der Um- und Ausbau bei laufendem Betrieb erfolgte, war dieser mit erheblichen Komforteinbußen für die Fahrgäste verbunden. Erst im September 2006 konnten die Baumaßnahmen abgeschlossen werden. Insgesamt wurden 26,2 Mio. Euro investiert.

Der Bahnhof ist direkt mit dem Neuen Bahnhofsviertel auf der Nordseite verbunden, welches die Attraktivität der Stadt steigern und Besucher nach Bielefeld locken soll. Die dort ansässigen gastronomischen Betriebe und Diskotheken profitieren von der direkten Anbindung an den Bahnhof. Bahnhofsviertel und Bahnhof unterstützen sich auch gegenseitig, sodass zum Beispiel das Parkhaus des neuen Viertels auch von Bahnreisenden genutzt wird.

Verbindungen

Vom Bielefelder Hauptbahnhof verkehren Züge des Fern- und Nahverkehrs in der Relation RuhrgebietHannover und Regionalzüge innerhalb der Region Ostwestfalen-Lippe. Weil der Bahnhof nur 7 Gleise hat, werden diese teilweise von zwei Zügen gleichzeitig belegt.

Fernverkehr

Linie Linienverlauf Takt
ICE 10 Berlin Ostbf – Hannover – Bielefeld – Hamm Dortmund – Duisburg – Düsseldorf (– Köln/Bonn Flughafen) Stundentakt (Flügelung in Hamm)
Wuppertal – Köln (– Bonn)
IC 32 Berlin Südkreuz – Hannover – Bielefeld – Hamm – Dortmund – Duisburg – Düsseldorf – Köln Zweistundentakt (Fr/So)
IC 55 Leipzig – Magdeburg – Bielefeld – Wuppertal – Köln Zweistundentakt

Siehe auch: Liste der Intercity-Express-Linien, InterCity-Liniennetz

Nahverkehr

Linie Name Linienverlauf Betreiber
RE 6 Westfalen-Express Minden (Westf) – Bielefeld – Hamm (Westf) – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf DB Regio NRW
RB 61 Wiehengebirgs-Bahn Bielefeld – Herford – Osnabrück – Rheine – Bad Bentheim Westfalenbahn
RB 67 Der Warendorfer Bielefeld – Gütersloh – Warendorf – Münster (Westf) NordWestBahn
RB 69 Ems-Börde-Bahn Bielefeld – Hamm (Westf) – Münster (Westf) Eurobahn
RE 70 Weser-Leine-Express Bielefeld – Minden (Westf) – Hannover – Braunschweig DB Regio Nord
RB 71 Ravensberger Bahn Bielefeld – Herford – Bünde (Westf) – Rahden (Kr Lübbecke) Eurobahn
RB 73 Der Lipperländer Bielefeld – Lage (Lippe) – Lemgo Eurobahn
RB 74 Senne-Bahn Bielefeld – Sennestadt – Paderborn NordWestBahn
RB 75 Haller Willem Bielefeld – Halle (Westf) – Osnabrück NordWestBahn
RE 78 Porta-Express Bielefeld – Herford – Löhne (Westf) – Minden (Westf) – Nienburg (Weser) (Mo bis Fr) DB Regio NRW
RE 82 Der Leineweber Bielefeld – Lage (Lippe) – Detmold (– Altenbeken) NordWestBahn

Siehe auch: Liste der SPNV-Linien in Nordrhein-Westfalen

In allen Regionalzügen, Stadtbahnen und Bussen gilt der regionale Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) und der NRW-Tarif. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Nachtbusse zwischen 1:00 und 5:00 Uhr. Das Niedersachsen-Ticket kann mit einer Zuzahlung ab/bis Löhne bzw. Kirchlengern benutzt werden.

Verkehrsanbindung

U-Bahnhof Hauptbahnhof

Der U-Bahnhof wird von allen Linien der Stadtbahn bedient:

Linie 1 SchildescheHauptbahnhofJahnplatzBethelBrackwedeSenne
Linie 2 Milse – Baumheide – Hauptbahnhof – Jahnplatz – Sieker
Linie 3 Babenhausen-Süd – Hauptbahnhof – Jahnplatz – Sieker Mitte – Stieghorst Zentrum
Linie 4 Lohmannshof – Universität – Hauptbahnhof – Jahnplatz – Rathaus

Ab Bahnhofsvorplatz fahren Busse u. a. nach Bad Salzuflen, Leopoldshöhe, Borgholzhausen, Gütersloh, Steinhagen. Diese bedienen auch innerstädtische Ziele, beispielsweise Heepen, Dornberg und Quelle. Der zentrale Umsteigeknoten im Bielefelder Busnetz befindet sich jedoch am Jahnplatz (eine Stadtbahnhaltestelle entfernt), ab hier verkehren Busse in alle Richtungen.

Die Tageslinien nehmen an Sonnabenden erst um ca. 6:30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen zwischen 8:30 und 9:00 Uhr den Betrieb auf. Ab 5:00 verkehren dann Nachtbusse auf einem besonderen Frühverkehrsnetz. Der Bahnhofsvorplatz wird von den Nachtlinien nicht bedient. Die Linie N 3 (Linienfarbe hellgrün) fährt den Europaplatz auf der Bahnhofsrückseite (Neues Bahnhofsviertel) an, zwei weitere Nachtlinien haben Haltestellen in der Feilenstraße Ecke Bahnhofstraße bzw. in der Herforder Straße Ecke Nahariyastraße.

Park and Ride, Bike and Ride

Blick von Gleis 4 auf Gleis 5 und 6

Im neuem Bahnhofsviertel gibt es ein Parkhaus mit P+R-Stellplätzen für Park-and-ride und Park-and-rail. Eine Fahrradstation für Bike-and-ride besteht direkt neben dem Bahnhofsgebäude.

Zugang

Der Hauptzugang befindet sich am Bahnhofsplatz und ist ca. 200 Meter Fußweg vom Zugang zur Stadtbahn entfernt. Diese ist barrierefrei über Aufzüge und Fahrsteige erreichbar. Weiterhin ist der Bahnhof über das auf der gegenüberliegenden Bahnhofsseite liegende Neue Bahnhofsviertel zugänglich.

Die Gleise 1 bis 6 sind barrierefrei mit Aufzügen erreichbar. Gleis 8 kann mit dem Aufzug zum Neuen Bahnhofsviertel erreicht werden, von wo ein ebenerdiger Zugang besteht.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Neue Westfälische: Bühne des Alltags
  2. Neue Westfälische, 26. September 2010

Weblinks


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