Geschichte der Republik Kongo

Das Mündungsgebiet des Kongo wurde Ende des 15. Jahrhunderts von Portugal aus erstmals von Europäern erforscht. Damals existierte hier das einheimische Reich Kongo. Dieses trieb mit den Europäern Handel.

Inhaltsverzeichnis

Teil von Französisch-Äquatorialafrika

In den 1880er Jahren kam die Region unter französische Herrschaft. Pierre Savorgnan de Brazza (nach dem Brazzaville benannt ist) wetteiferte mit den Abgesandten des belgischen Königs Leopold II. um die Kontrolle des Kongobeckens. 1885 nahm die Kongokonferenz in Berlin von den mit allen Konferenzteilnehmern bestehenden Abkommen der Association Internationale du Congo, deren Alleineigentümer der belgische König war, Kenntnis. Die Gesellschaft trat am 1. August als neutraler Kongo-Freistaat mit Leopold II. als Souverän in die Verpflichtungen der von der Konferenz verabschiedeten Kongoakte ein. Mit Frankreich hatte sich die Kongogesellschaft am 5. Februar 1885 über den Grenzverlauf geeinigt. Zwischen 1882 und 1891 schloss Frankreich Schutzverträge mit den einheimischen Herrschern westlich des Kongo und Ubangi, so dass diese Flüsse schließlich zur Grenze wurden.

1910 organisierte Frankreich seine Kolonien im heutigen Kongo, Gabun, Zentralafrika und Tschad neu als Französisch-Äquatorialafrika. Brazzaville wurde Hauptstadt dieser Kolonie. Durch das Abkommen vom 4. November 1911 wurde ein Teil gegen deutsche Zugeständnisse in Marokko und die Abtretung des Zwischenstromgebiets zwischen Schari und Logone an das französische Tschad-Territorium an das Deutsche Reich abgetreten, so dass die deutsche Kolonie Kamerun einen Zugang zum Kongo erhielt (Neukamerun). Im Versailler Vertrag wurde dieses Gebiet wieder Französisch-Äquatorialafrika zugeschlagen.

Da der untere Kongo nicht schiffbar ist, wurde 1924 bis 1934 eine Eisenbahn von Brazzaville bis zum Hafen Pointe-Noire gebaut. Nach der französischen Niederlage 1940 schloss sich die Kolonialverwaltung dem freien Frankreich unter Charles de Gaulle an, Brazzaville wurde bis 1943 nominell Hauptstadt des Freien Frankreich. In der Nationalversammlung in Paris wurde das Gebiet von 1945 bis zur Unabhängigkeit stets von Jean Félix-Tchicaya vertreten.

1958 wurde die Kolonie in die vier heutigen Staaten (als Kolonien) aufgeteilt. Am 28. November wurde Mittelkongo in kongolesische Republik umbenannt, am 15. August 1960 unabhängig.

1960 bis 1992

Siehe auch: Volksrepublik Kongo und Kongolesische Arbeitspartei

Der erste Präsident war Fulbert Youlou, ein ehemaliger katholischer Priester. Seine Amtszeit war durch ethnische und politische Unruhen gekennzeichnet. Im August 1963 wurde er gestürzt. Nach einer kurzen Militärregierung wurde Alphonse Massemba-Débat im Dezember 1963 Präsident, Pascal Lissouba wurde Ministerpräsident.

Im Februar und März 1964 erfolgte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Volksrepublik China und der Sowjetunion.

Flagge der Volksrepublik Kongo (1969–1991)

Am 10. Januar 1966 wurde die neue Einheitspartei Mouvement National de la Révolution (MNR) gegründet, die nach ihren eigenen Satzungen als das oberste Organ des Staates gilt. Am 23. Juni 1966 wurde die Armee in eine Nationale Volksarmee umgewandelt. Massamba-Debat wurde im August 1968 durch einen Putsch gestürzt, der zunächst Alfred Raoul ins Präsidentenamt brachte. Am 31. Dezember 1968 wurde dann Major Marien Ngouabi neuer Präsident. Er machte den Kongo zu einer Volksrepublik und lehnte sich politisch an die Sowjetunion an. Er wurde am 18. März 1977 ermordet.

Sein Nachfolger Oberst Joachim Yhombi-Opango wurde wegen Korruption und Abweichung von der Parteilinie am 5. Februar 1979 abgesetzt und durch den Vizepräsidenten und Verteidigungsminister Oberst Denis Sassou-Nguesso als Interimspräsident ersetzt.

Seit 1992

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion änderte die Einheitspartei ihre Politik und ließ schließlich Mehrparteienwahlen zu. Sassou-Nguesso wurde 1992 in freien Wahlen besiegt, sein Nachfolger wurde am 31. August 1992 Professor Pascal Lissouba.

Im November 1992 löste der Präsident die Nationalversammlung auf, die Neuwahlen im Mai 1993 waren umstritten. Dies führte zu gewalttätigen Unruhen, die bis Februar 1994 anhielten.

1997 kam es im Vorfeld der für Juli geplanten Präsidentschaftswahlen zu Spannungen zwischen Lissoubas und Sassous Anhängern. Als Lissoubas Regierungstruppen am 5. Juni Sassous Haus in Brazzaville umstellten, befahl dieser seinen Milizen, Widerstand zu leisten. In viermonatigen Kämpfen wurden große Teile der Hauptstadt zerstört. Anfang Oktober intervenierten angolanische Truppen auf Seiten des Ex-Präsidenten, Mitte Oktober wurde die Regierung gestürzt. Seitdem ist Denis Sassou-Nguesso wieder Präsident.

Siehe auch


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