AFC Champions League
AFC Champions League
Wettbewerbslogo
Verband Asian Football Confederation
Gründung 2002
Teilnehmer 32 Mannschaften
Amtierender Sieger KatarKatar Al-Sadd
Rekordsieger Korea SudSüdkorea Pohang Steelers (1997, 1998, 2009)
Aktueller Wettbewerb AFC Champions League 2011
Internetseite www.the-afc.com

Die AFC Champions League ist ein Kontinentalwettbewerb für Vereinsmannschaften, der vom Asiatischen Fußballverband (AFC) ausgetragen wird und jährlich stattfindet. Sie ist der UEFA Champions League ähnlich und aus den ehemaligen Wettbewerben der asiatischen Landesmeister und Pokalsieger hervorgegangen. Das erste Mal wurde die AFC Champions League in ihrer heutigen Form in der Saison 2002/03 ausgespielt.

Inhaltsverzeichnis

Teilnahmekriterien

Als wichtiger Unterschied zur europäischen Champions League ist zu nennen, dass nicht alle Mitgliedsverbände des AFC teilnahmeberechtigt sind. Bis 2008 waren dies nur die 15 stärksten, von denen jeweils der Meister und der Pokalsieger teilnahmen. Die nächstbesten Verbände entsandten ihre Teilnehmer in den AFC Cup, für „fußballerische Entwicklungsländer“ ist der AFC President's Cup gedacht. Dieses System ist Teil des 2003 vom AFC vorgestellten Plans Vision Asia, mit dem man versucht, den enormen Entwicklungsunterschieden innerhalb des Kontinents Rechnung zu tragen und den Zerfall des Verbandes in verschiedene Interessensphären (siehe Arabische Champions League, A3 Nissan Champions Cup) zu verhindern.

Für die Champions League Saison 2009 wurden die Kriterien noch einmal verschärft. Es dürfen die Länder daran teilnehmen, welche bestimmte vorgegebene Kriterien der AFC erfüllen. Dafür wurde ein eigenes Ranking erstellt.

Der Sieger der AFC Champions League nimmt an der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft teil.

Geschichte

1967–1972

1967 wurde der Wettbewerb zum ersten Male unter dem Namen Asian Champion Club Wettbewerb ausgetragen. Damals sollten acht Meister eines Landes an dem Wettbewerb teilnehmen. Die Meister Irans und Indiens jedoch zogen sich aus dem Wettbewerb bereits vor Start zurück. Mit sechs Mannschaften (South China AA, FC Bangkok Bank, Selangor FA, Vietnam Customs, Hapoel Tel Aviv, Tungsten Mining) wurde der Wettbewerb am 18. Mai 1967 im K.O. System gestartet. Das erste Spiel in der Geschichte des Wettbewerbs fand zwischen der South China AA und dem FC Bangkok Bank statt. Hapoel Tel Aviv[1] gewann am Ende gegen den Vertreter aus Malaysia, Selangor FA, das Finale. [2] 1968 setzte der Asian Champion Club Wettbewerb zum ersten Male aus um dann 1969, diesmal im Format mit Gruppenphase, wieder stattzufinden. 1972 kam dann aber das endgültige Aus. Die Gründe lagen im geringen Interesse der Vereine teilzunehmen. Der Fußball in Asien steckte zum damaligen Zeitpunkt noch in den „Kinderschuhen“ und die Vereine hatten selten das nötige Geld um weite Reisen auf sich zu nehmen.

Früheres Logo

1985–2002

1985 kehrte der Wettbewerb wieder zurück und als Vorbild diente diesmal das alte UEFA-Europapokalformat. Die Teilnahme war beschränkt auf die Meister eines Landes diverser Mitgliedsverbände. Immer wieder kam es dazu, dass sich Vereine aus finanziellen Gründen vom Wettbewerb zurückzogen oder gar nicht erst antraten. 1990 wurde dann der Asiatische Pokal der Pokalsiegerwettbewerb von der AFC eingeführt an dem nur die Pokalsieger der Mitgliedsverbände teilnahmen. Später, siehe weiter unten, wurden die Pokalsieger in den Meisterwettbewerb integriert. Die Gewinner der Meisterrunde und der Pokalrunde, spielten dann den Asiatischen Super Cup aus. Thai Farmers Bank war 1995 der erste Verein welcher es schaffte den Landesmeistertitel zu verteidigen. Die Suwon Samsung Bluewings konnten diese Leistung 2002 wiederholen.

2003–2008

Ab 2003 wurden beide Wettbewerbe, der Landesmeister- und der Pokalsiegerwettbewerb zur AFC Champions League zusammengefasst. Die Hauptrunde der neuen Champions League bestand 2003 aus vier Gruppen zu je vier Mannschaften. Aufgrund des SARS-Virus und dem Krieg im Irak fand 2003/04 kein Wettbewerb statt. Im Jahr darauf nahmen dann 28 Mannschaften aus 14 Nationen teil. Die sieben Gruppenersten qualifizierten sich für das Viertelfinale, ebenso wie der Titelverteidiger des Vorjahres. 2007 nahmen zum ersten Mal Vereine aus Australien an der Champions League teil, nachdem der australische Verband 2006 aus der OFC ausgetreten und der AFC beigetreten war.

Seit 2009

Ab 2009 sollte die Champions League in AFC Pro League umbenannt werden. Am Ende behielt man den jetzigen Namen bei, verschärfte aber die Kriterien zur Teilnahme. Im Vorfeld der Änderungen wurden alle Verbände der AFC einer Wertung nach diversen Kriterien unterzogen und dabei nach einem Punktesystem bewertet. Die Kriterien waren u.a. Stadien, Infrastruktur und Marketing bzw. die Vermarktung der Spiele im jeweiligen Land. Zum ersten Mal in der Geschichte der asiatischen Meisterschaften wird es eine Qualifikation zur Hauptrunde der Champions League geben. In der Gruppe West spielen die Meister aus Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und die beiden Finalisten des AFC Cup um den Einzug in die Gruppenphase. In der Gruppe Ost treten die Meister aus Singapur, Thailand, Vietnam und Indonesien an. Die Verlierer der Qualifikationsrunde starten im AFC Cup.

Direkt für die Gruppenphase qualifiziert sein werden jeweils vier Mannschaften aus Saudi-Arabien, dem Iran, China, Südkorea und Japan. Die Vereinigten Arabischen Emirate können drei Mannschaften entsenden, des Weiteren kommen jeweils zwei Mannschaften aus Australien, Usbekistan, Katar und eine Mannschaft aus Indonesien.[3]

Nach der Gruppenphase geht es im K.-o.-Modus bis zum Finale weiter. Das Finale wurde 2009 erstmals in Japan ausgetragen und nicht wie zuvor in Hin -und Rückspiel.

Finals der AFC Champions League seit 2003

Saison Gewinner Ergebnis Finalist
2003 Al Ain Club
Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
2:1
(Nach Hin und Rückspiel)
BEC-Tero Sasana
ThailandThailand
2004 Al-Ittihad
Saudi-ArabienSaudi-Arabien
6:3
(Nach Hin und Rückspiel)
Seongnam Ilhwa Chunma
Korea SudSüdkorea
2005 Al-Ittihad
Saudi-ArabienSaudi-Arabien
5:3
(Nach Hin und Rückspiel)
Al Ain Club
Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
2006 Jeonbuk Hyundai Motors
Korea SudSüdkorea
3:2
(Nach Hin und Rückspiel)
Al-Karama
SyrienSyrien
2007 Urawa Red Diamonds
JapanJapan
3:1
(Nach Hin und Rückspiel)
Sepahan Isfahan
IranIran
2008 Gamba Osaka
JapanJapan
5:0
(Nach Hin und Rückspiel)
Adelaide United
AustralienAustralien
2009 Pohang Steelers
Korea SudSüdkorea
2:1
Al-Ittihad
Saudi-ArabienSaudi-Arabien
2010 Seongnam Ilhwa Chunma
Korea SudSüdkorea
3:1
Zob Ahan Isfahan
IranIran
2011 Al-Sadd
KatarKatar
2:2 n.V., 4:2 n.E.
Jeonbuk Hyundai Motors
Korea SudSüdkorea
2012

Torschützenkönige seit 2003

Jahr Name des Spielers Verein Tore
2003 China VolksrepublikChina Hao Haidong China VolksrepublikChina Dalian Shide 9
2004 Korea SudSüdkorea Kim Do-hoon Korea SudSüdkorea Seongnam Ilhwa Chunma 9
2005 Sierra LeoneSierra Leone Mohamed Kallon Flag of Saudi Arabia.svg Al-Ittihad 6
2006 BrasilienBrasilien Magno Alves JapanJapan Gamba Osaka 9
2007 BrasilienBrasilien Mota Korea SudSüdkorea Seongnam Ilhwa Chunma 7
2008 ThailandThailand Nantawat Thaensopa ThailandThailand FC Krung Thai Bank 9
2009 BrasilienBrasilien Leandro JapanJapan Gamba Osaka 7
2010 BrasilienBrasilien José Mota Korea SudSüdkorea Suwon Samsung Bluewings 9
2011 Korea SudSüdkorea Lee Dong-gook Korea SudSüdkorea Jeonbuk Hyundai Motors 9

Finals der Vorgängerwettbewerbe

Asien-Klubmeisterschaften

Der Asienpokal der Landesmeister wurde erstmals im Jahr 1967 ausgetragen und ist somit nicht viel jünger als sein europäisches Pendant. Organisatorische Schwierigkeiten[4] und internationale Konflikte[5] führten jedoch zu einer langen Aussetzung des Wettbewerbs.

Saison Gewinner Ergebnis Finalist
1967
Details
Hapoel Tel Aviv
Israel
2:1
(Finale)
Selangor FA
MalaysiaMalaysia
1968 nicht ausgetragen
1969
Details
Maccabi Tel Aviv
Israel
1:0
(Finale)
Yangzee FC
Korea SudSüdkorea
1970
Details
Taj Club
Iran
2:1
(Finale)
Hapoel Tel Aviv
Israel
1971
Details
Maccabi Tel Aviv
Israel
Al-Shorta trat nicht zum Spiel an
(Finale)
Al-Shorta
Flag of Iraq (1963-1991).svg
1972–84 nicht ausgetragen
1985/86
Details
Daewoo Royals
Korea SudSüdkorea
3:1
(Finale)
Al-Ahli
Saudi-Arabien
1986/87
Details
Furukawa Electric SC
JapanJapan
Gruppenerster
(Finalrunde)
Al-Hilal
Saudi-Arabien
1987/88
Details
Yumori FC
JapanJapan
Al-Hilal trat nicht zum Spiel an
(Finale)
Al-Hilal
Saudi-Arabien
1988/89
Details
Al-Sadd
KatarKatar
3:3
(Nach Hin -und Rückspiel)
Al-Raschid
Flag of Iraq (1963-1991).svg
1989/90
Details
Liaoning Hongyun
China VolksrepublikChina
3:2
(Nach Hin -und Rückspiel)
Nissan FC
JapanJapan
1990/91
Details
Esteghlal Teheran
IranIran
2:1
(Finale)
Liaoning Hongyun
China VolksrepublikChina
1991/92
Details
Al-Hilal
Saudi-Arabien
1:1 n.V., 4:3 n.E.
(Finale)
Esteghlal Teheran
IranIran
1992/93
Details
Pas Teheran
IranIran
1:0
(Finale)
Al-Shabab
Saudi-Arabien
1993/94
Details
FC Thai Farmers Bank
ThailandThailand
2:1
(Finale)
Oman Club
OmanOman
1994/95
Details
FC Thai Farmers Bank
ThailandThailand
1:0
(Finale)
al-Arabi
KatarKatar
1995/96
Details
Seongnam Ilhwa Chunma
Korea SudSüdkorea
1:0 n.V.
(Finale)
Al-Nasr
Saudi-Arabien
1996/97
Details
Pohang Steelers
Korea SudSüdkorea
2:1 n.V.
(Finale)
Seongnam Ilhwa Chunma
Korea SudSüdkorea
1997/98
Details
Pohang Steelers
Korea SudSüdkorea
0:0 n.V., 6:5 n.E.
(Finale)
Dalian Wanda
China VolksrepublikChina
1998/99
Details
Júbilo Iwata
JapanJapan
2:1
(Finale)
Esteghlal Teheran
IranIran
1999/00
Details
Al-Hilal
Saudi-Arabien
3:2 n.V.
(Finale)
Júbilo Iwata
JapanJapan
2000/01
Details
Suwon Samsung Bluewings
Korea SudSüdkorea
1:0
(Finale)
Júbilo Iwata
JapanJapan
2001/02
Details
Suwon Samsung Bluewings
Korea SudSüdkorea
0:0 n.V., 4:2 n.E.
(Finale)
Anyang LG Cheetahs
Korea SudSüdkorea

Statistik

Der erfolgreichste Verein sind die Pohang Steelers , die alle ihre drei Finalteilnahmen gewinnen konnten.

Die meisten Finalteilnahmen kann Al-Hilal mit 4 verbuchen.

Besonders die Titelverteidigung ist bei diesem Wettbewerb auffällig, da der FC Thai Farmers Bank, die Pohang Steelers, die Suwon Samsung Bluewings und auch Al-Ittihad ihre Titel je einmal verteidigen konnten.

Rang Verein Titelgewinne Endspielteilnahmen
1 Pohang Steelers 3 3
2 Al-Hilal 2 4
3 Esteghlal Teheran 2 3
Al-Ittihad 2 3
5 Maccabi Tel Aviv 2 2
Suwon Samsung Bluewings 2 2
FC Thai Farmers Bank 2 2
Al-Sadd 2 2
9 Júbilo Iwata 1 3
10 Al Ain Club 1 2
Seongnam Ilhwa Chunma 1 2
Liaoning Hongyun 1 2
Hapoel Tel Aviv 1 2
Jeonbuk Hyundai Motors 1 2
15 Furukawa Electric SC 1 1
Daewoo Royals 1 1
Yumori FC 1 1
Pas Teheran 1 1
Al Ain Club 1 1
Urawa Red Diamonds 1 1
Gamba Osaka 1 1


Die südkoreanischen Vereine dominieren diesen Wettbewerb.

Zwar wurden die ersten Jahre der Asien-Klubmeisterschaften von israelischen Vereinen beherrscht, doch wurden anschließend die Titel bis 1995 recht ausgeglichen unter Katar, Südkorea, dem Iran, Japan, China, Thailand und Saudi-Arabien verteilt. Daraufhin gewannen jedoch südkoreanische Vereine 5 Titel in 7 Jahren. Als die Asienklubmeisterschaft 2003 in AFC Champions League umbenannt wurde, endete diese Erfolgsserie, mit drei Erfolgen arabischer Vereine. Ab dem Jahr 2006 dominieren ostasiatische Vereine (Japan und Südkorea).

Rang Land Titelgewinne
1 Korea SudSüdkorea Südkorea 9
2 JapanJapan Japan 5
3 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 4
4 IranIran Iran 3
IsraelIsrael Israel 3
6 ThailandThailand Thailand 2
KatarKatar Katar 2
8 China VolksrepublikChina China 1
Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 1


Siehe auch

Einzelnachweise und Fußnoten

  1. Israel war zum damaligen Zeitpunkt noch Mitglied in der AFC
  2. rsssf.com: Übersicht über die Saison 1967
  3. the-afc.com:Einteilung der Mannschaften (Seite 16)
  4. Nur die wenigsten Mannschaften konnten sich die kostspieligen Reisen zu den Auswärtsspielen leisten
  5. Israel wurde von der Arabischen Welt nicht anerkannt und trat später der UEFA bei; zudem spaltete der Kalte Krieg den Kontinent

Weblinks


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