HafenCity


HafenCity
Wappen von Hamburg

HafenCity
Stadtteil von Hamburg

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Über dieses Bild
Koordinaten 53° 32′ 30″ N, 9° 59′ 36″ O53.5415629.9932768Koordinaten: 53° 32′ 30″ N, 9° 59′ 36″ O
Höhe m ü. NN
Fläche 2,2 km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Hamburg-Mitte
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Planungsmodell der HafenCity, Blickrichtung Osten, Januar 2010
Luftaufnahme, September 2010

Die Hafencity (Eigenschreibweise meist HafenCity) ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte. Er besteht aus dem Gebiet des Großen Grasbrooks, dem nördlichen Teil der ehemaligen Elbinsel Grasbrook, und der Speicherstadt auf den ehemaligen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm. Er grenzt im Norden, durch den Zollkanal getrennt, an die Hamburger Innenstadt, im Westen und Süden an die Elbe und nach Osten, durch den Oberhafen begrenzt, an Rothenburgsort. Der Stadtteil ist vollständig von Fluss- und Kanalläufen umgeben und hat eine Gesamtfläche von rund 2,2 km².

Im engeren Sinne bezeichnet die HafenCity als Projektname das rund 155 ha große Gebiet auf dem ehemals zum Freihafen gehörenden nördlichen Teil des Großen Grasbrooks. Bis voraussichtlich zur Mitte der 2020er Jahre sollen auf dem Areal Wohneinheiten für bis zu 12.000 Personen und Arbeitsplätze für bis zu 40.000 Personen, vornehmlich im Bürosektor, entstehen. Es ist das flächengrößte laufende Stadtentwicklungsprojekt Hamburgs.

Die Bauarbeiten wurden im Jahr 2003 aufgenommen, 2009 wurde mit dem Teilquartier Am Dalmannkai/Sandtorkai der erste Teil der HafenCity fertiggestellt. Nach Aussage der für die Entwicklung und Vermarktung der HafenCity verantwortlichen HafenCity Hamburg GmbH wurde bereits die Hälfte des im Masterplan zugrunde gelegten Bauvolumens realisiert, befindet sich in Bau oder in der Bauvorbereitung.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung

Magellan-Terrassen im Juni 2009

Am 1. März 2008 wurde die HafenCity durch das Gesetz über die räumliche Gliederung der Freien und Hansestadt Hamburg (RäumGlG) zum eigenen Hamburger Stadtteil erklärt. Er setzt sich aus den ehemaligen Hafenflächen des Großen Grasbrooks sowie der Speicherstadt auf den ehemaligen Inseln Kehrwieder und Wandrahm zusammen und bezieht damit abgetrennte Gebiete der angrenzenden Stadtteile Altstadt, Rothenburgsort und des zusammen mit der Gründung des Stadtteils HafenCity aufgelösten Stadtteils Klostertor ein.[1] Die genaue Grenzfestlegung der beiden Ortsteile des neuen Stadtteils erfolgte bereits am 20. Februar 2007 durch Verordnung des Senats.[2] Fünf Jahre zuvor, am 1. Januar 2003 wurde das Gebiet aus der zollfreien Zone des Hamburger Freihafens entlassen, um eine Wohnbebauung und die Anlegung der entsprechenden Infrastruktur zu ermöglichen.

Speicherstadt

Speicherstadt
Durch die neue Gliederung gehört somit die Speicherstadt verwaltungsrechtlich nicht mehr zur Hamburger Altstadt, sondern bildet den nördlichen Bereich des Stadtteils HafenCity. Dennoch wird unter dem Begriff HafenCity gemeinhin das jetzt im Focus der Stadtentwicklung stehende ehemalige Hafennutzungsgebiet verstanden und die Speicherstadt als eigenständiges Quartier betrachtet.

Geschichte

Sandtorhafen 1888

Das Gelände der ehemaligen Insel Grasbrook, auf der die HafenCity gebaut wird, lag bis Anfang des 19. Jahrhunderts vor den Toren der Stadt. Die Stadtbefestigung verlief in etwa mit der heutigen Straße Am Sandtorkai. Innerhalb der Mauern, im Bereich der heutigen Speicherstadt, lagen die Wohngebiete Kehrwieder und Wandrahm. Vor der Stadtmauer dienten sumpfige Wiesen als Weideland, die Westspitze des Großen Grasbrooks wurde im 15. Jahrhundert als Richtplatz genutzt, bekannt ist insbesondere die Hinrichtung des Piraten Klaus Störtebeker und der Vitalienbrüder. Im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts siedelten sich Schiffbauer und Hafengewerke an. 1844 wurde im nördlichen Teil der Insel die erste Hamburger Gasanstalt errichtet.

Als im 19. Jahrhundert die Kapazitäten des Hafens mit Binnen- und Niederhafen nicht mehr ausreichten, boten sich nach Niederlegung der Stadtmauer die Flächen des Grasbrooks als Hafenerweiterungsgebiet an. 1868 wurde als erstes künstliches Hafenbecken der Sandtorhafen ausgehoben, 1881 kam der Grasbrookhafen hinzu. Es folgten der Strandhafen direkt an der Norderelbe, der Magdeburger Hafen mit Brooktorhafen und Ericusgraben als Verbindung bis zum Oberhafen und schließlich der Baakenhafen mit der Bahnanlage zu den Elbbrücken und der Kirchenpauerhafen mit einem Ankerplatz in der Elbe. Bis 1886 war die gesamte Insel mit Hafenbecken und -anlagen bebaut, zudem war 1872 am Lohseplatz, östlich des Magdeburger Hafens, der Hannoversche Bahnhof eröffnet worden. Exponiertes Bauwerke war der ebenfalls 1872 fertiggestellte erste Kaispeicher A am Sandtorhöft.

Die Wohnviertel Kehrwieder und Wandrahm wurden ab 1883 für die Einrichtung des zoll- und abgabebefreiten Gebiets des Freihafens geräumt und abgerissen, rund zwanzigtausend Menschen wurden dabei umgesiedelt. Bereits 1888 konnte die Speicherstadt an dieser Stelle eingeweiht werden. Am Magdeburger Hafen entstand 1878 der Kaispeicher B und 1885 das Verwaltungsgebäude des Hafenamts. Zur Jahrhundertwende wurden gegenüber erste beheizte Fruchtschuppen und 1928 am Hübnerkai ein von Fritz Schumacher gestaltetes Heringskühlhaus eingerichtet.

Nach den massiven Kriegszerstörungen und dem Wiederaufbau wuchs ab 1955 der Stückgutumschlag kontinuierlich weiter, Anfang der 1960er Jahre wurde am Sandtorhafen das erste RoRo-Schiff in Hamburg gelöscht. Doch für weitere Modernisierungen waren die damals knapp hundert Jahre alten Hafenbecken ungeeignet. Ab Mitte der 1960er Jahre wurden die aktiven Hafenflächen für den aufsteigenden Containerumschlag und die immer größer werdenden Schiffen elbab, westlich des Alten Elbtunnels verlagert, die Flächen des Großen Grasbrook wurden mehr und mehr zur Industriebrache. Bis 2001 betrieb als eines der letzten Unternehmen die Cellpap ein großes Terminal am Strandkai, das die Hamburger Druckindustrie mit Papier versorgte, und benachbart blieb eine Kaffee-Lagerei. Beide wurden verlagert und im Oktober 2002 abgebrochen, so dass einer Bebauung des Gesamtareals nichts mehr im Wege stand. Die Erlöse aus dem Verkauf der stadteigenen Flächen refinanzierten einen Kredit zur Erschließung des Containerhafens Altenwerder in Höhe von mehr als 500 Mio. Euro.[3]

Die Planung der HafenCity

Das Logo der HafenCity

Das früheste und womöglich prominenteste Beispiel für die Umnutzung ehemaliger Hafenflächen sind die Docklands in London. Signifikante Umbauten von Waterfrontzonen finden sich seit einigen Jahrzehnten jedoch in vielen großen Hafenstädten. Grund hierfür war die Entwicklung des Containerumschlags. In Hamburg konnte dem Aufkommen von Schiffen mit immer größerem Tiefgang zwar durch Ausbaggerungen des Flussbetts der Elbe begegnet werden, doch der 1911 in Betrieb genommene St.-Pauli-Elbtunnel, dessen beiden Röhren in einer Tiefe von rund zwölf Metern unter dem Pegel des mittleren Hochwassers liegen, wurde diesbezüglich zu einer Barriere für einen weiteren Ausbau des östlichen Hafengebiets. Die Erweiterung der Hafenanlagen konzentrierte und konzentriert sich daher auf den Ausbau der Kapazitäten im westlichen Teil des Hafens.[4] Durch die innenstadtnahe Lage der brachen Flächen konnte diese Beschränkung jedoch als Chance für die Stadtentwicklung begriffen werden.

Die politische Vorbereitung der HafenCity im Jahr 1997

Erste Planungen für die Bebauung des Großen Grasbrooks wurden Anfang der 1990er Jahre entwickelt. Diese wurden 1997 in wenigen Monaten politisch konkretisiert und beschlossen:

  • Am 7. Mai 1997 gab der damalige Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau in einem Vortrag im Übersee-Club Hamburg zum ersten Mal die Pläne für die komplette Neubebauung des Grasbrooks bekannt[5] und stellte eine Machbarkeitsstudie vor.[6]
  • Am 20. Mai 1997 erschien die offizielle Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft, mit der die Gremien über die Planungen informiert wurden. Herausgestellt wurde die historische Bedeutung des Ortes, an dem im 19. Jahrhundert zukunftsweisend der Hamburger Hafen erweitert worden war. In dieser Tradition sollte „die Zukunft aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus gestaltet“ werden.[7]
  • Nach einer Senatskundgebung mit der Rede des Ersten Bürgermeisters zur Bürgerschaftssitzung am 21. Mai 1997 wurde das Projekt in der Bürgerschaft kontrovers diskutiert. Widerspruch rief insbesondere die Tatsache hervor, dass durch den Verkauf der städtischen Grundstücke im geplanten Neubaugebiet der Bau des Containerterminals Altenwerder (CTA) finanziert werden sollte.[8]
  • Am 18. August 1997 beriet der Stadtentwicklungsausschuss über „Hamburgs Standort- und Hafenentwicklung im 21. Jahrhundert“ und über die daran gekoppelte Finanzierung der Hafenerweiterung in Altenwerder.[9] Am 19. August 1997 stellte die damals oppositionelle CDU-Fraktion einen Antrag unter dem Titel, der grundsätzlich die weitere Planung unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten befürwortet, doch eine Entscheidung in die nächste Legislaturperiode verschieben möchte.[10]
  • Am 20. August 1997 beschloss die Hamburger Bürgerschaft auf der 101. Sitzung die Errichtung einer Hafencity (noch in dieser Schreibweise) auf dem Großen Grasbrook. Dieses Datum gilt als der Startschuss für die Bebauung des neuen Stadtgebiets.[11]

Die Bebauungspläne der HafenCity

Nach einem städtebaulichen Wettbewerb wurde im Jahr 2000 mit dem Masterplan HafenCity das städtebauliche Entwicklungskonzept für die Umwandlung des Hafenrandes zu einer Erweiterung der Hamburger Innenstadt veröffentlicht. Der Masterplan erklärt, dass die HafenCity einer ökonomischen, sozialen, kulturellen und stadtökologischen Zielsetzung folgt. Als besonderes Problem wurde erkannt, dass für einen völlig neu zu bebauenden Stadtteil frühzeitig eine breite Akzeptanz erzielt werden muss, neben dem internationalen städtebaulichen Wettbewerb ist daher auch ein öffentlicher Planungsdialog vorgesehen.[12]

Großer Grasbrook mit SAP-Haus (rechts), Juli 2005
HafenCity von der Elbe aus, März 2008
HafenCity von der Elbe aus, August 2011

Die behördliche Planung und die verwaltungsrechtlichen Bebauungspläne werden seit 2004 schrittweise und arealbezogen festgestellt:

  • Hamburg-Altstadt 31, festgestellt am 9. Juni 1992: fünf Jahre vor der Rede Henning Voscheraus für dem Übersee-Club wurde am Eingang der heutigen HafenCity das Hanseatic Trade Center planerisch möglich gemacht, indem die Freihafengrenze um das Areal des Grundstücks bis zur Speicherstadt verschoben wurde. Bereits dieses Projekt wurde in der Stadt kontrovers diskutiert. Gleichwohl wird das Hanseatic Trade Center nicht zum Projekt HafenCity gezählt.
  • Hamburg-Altstadt 32 / HafenCity 1, festgestellt am 3. November 2004: Festlegung der Neubebauung am Sandtorkai und am Dalmannkai, ursprünglich war die Umnutzung des Kaispeichers A für den einen sogenannten MediaCityPort geplant.
  • Hamburg-Altstadt 34 / HafenCity 2, festgestellt am 4. Dezember 2007: Festlegung der Neubebauung Brooktorkai, die ehemaligen Zollflächen sollen zum Hotel- und Bürostandort, z.B. für den Germanischen Lloyd, werden.
  • Hamburg-Altstadt 35 / HafenCity 3, festgestellt am 4. Dezember 2007: Planung der Neubebauung am Sandtorpark, dem Gelände der ehemaligen Kaffeelagerei östlich des Sandtorhafens. Es sollen Büros und Wohnungen, eine Schule und eine Parkanlage entstehen. Des Weiteren wurden neue Straßenverkehrsflächen ausgewiesen.[13] Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs war vom 10. Juli 2007 bis 27. Juli 2007.
  • Hamburg-Altstadt 36 / HafenCity 4, festgestellt am 24. April 2007: Dieser Bebauungsplan ersetzt einen Teil des Plans Hamburg-Altstadt 32 / HafenCity 1, statt des MediaCityPorts wurde hier der Umbau und die Aufstockung des Kaispeichers A zur Elbphilharmonie festgelegt.
  • Hamburg-Altstadt 39 / HafenCity 5, festgestellt am 19. Februar 2008: dieser Plan behandelt das Areal westlich des Magdeburger Hafens, das zum Überseequartier als Zentrum der HafenCity entwickelt werden soll. Geplant sind insbesondere Büros, Einzelhandel, Geschosswohnungen, Gastronomie, Einrichtungen für Wissenschaft, Kultur und Freizeit, sowie ein Kreuzfahrtterminal mit zwei Liegeplätzen und den Einrichtungen für die Abfertigung. Außerdem sollen innerstädtische Freiraummilieus entstehen. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs war im November/Dezember 2006.[14]
  • HafenCity 6: Bau der HafenCity Universität südlich der Versmannstraße im Eckbereich von Magdeburger Hafen und Baakenhafen. Weitere Bürohäuser und öffentlich zugänglichen Promenaden am Ostufer des Magdeburger Hafens sowie Nordufer des Baakenhafens sollen geschaffen werden. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs war im November 2007.
  • Hamburg-Altstadt 41 / HafenCity 7: Am Strandkai wurde die neue Unilever-Zentrale auf einer ehemalige Kraftwerksfläche ausgewiesen. Das Plangebiet umfasst die Landzunge zwischen Grasbrookhafen und Norderelbe und den Bereich östlich der Landzunge bis zur San-Francisco-Straße. Die Realisierung eines gemischt genutzten Quartiers auf der Landzunge zwischen Grasbrookhafen und Norderelbe und auf Flächen östlich der Landzunge wurde ebenso beschlossen, es sollen weitere Büros und Geschosswohnungen sowie innerstädtische Freiraummilieus, Gastronomie und sonstige Dienstleistungen entstehen. Die Öffentliche Auslegung fand im Sommer 2007 statt.
  • HafenCity 8: befasst sich mit der Ericus-Halbinsel östlich der Straße Poggenmühle und südlich der Straße Oberbaumbrücke, dabei geht es um die Realisierung des neuen Spiegel-Verlagsgebäudes. Die Kaizonen am Ericusgraben und am Oberhafen sollen als öffentlich zugängliche Promenaden hergestellt werden. Öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs war im Mai 2008.

Öffentlicher Planungsdialog

Die vielfältigen Erfahrungen mit den Schwierigkeiten von Reißbrettstädten, Akzeptanz und damit soziale und kulturelle Einbindung in bestehende Stadtstrukturen zu finden, wurden bereits im Masterplan benannt. Darum wurde schon vor dem Beginn der Bebauung ein Konzept der Informations- und Kulturdarbietungen inmitten der Großbaustelle geschaffen.

HafenCity InfoCenter im Kesselhaus

Ausstellung im alten Kesselhaus

Bereits im Jahr 2000 wurde im alten Kesselhaus der Speicherstadt an der Straße Am Sandtorkai ein Ausstellungs- und Dokumentationszentrum eingerichtet, das HafenCity InfoCenter. Ein acht mal vier Meter großes Modell im Maßstab 1:500 informiert interaktiv über den aktuellen Planungsstand. An sogenannten Wissensstationen erhält der Besucher audio-visuelle Informationen über die HafenCity, aber auch über andere Themen, wie die Geschichte großer Hafenstädte oder Hochwasserschutz. Außerdem sind Modelle und Fotos berühmter Schiffe ausgestellt.

Das Kesselhaus war ursprünglich das Kraftwerk für die „autarke“ Speicherstadt, denn die zahlreichen Winden, Kräne und Hebebühnen sowie die Treppenaufzüge wurden mit Dampf betrieben und wurden zentral versorgt. Das Kesselhaus war 1886 bis 1888 unter der Leitung des Architekten Andreas Meyer erbaut worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kesselhaus bei Bombenangriffen stark beschädigt, außerdem hatte der Fortschritt der Technik eine Dampfversorgung für die Speicherstadt entbehrlich gemacht. Die Antriebe wurden durch elektrische Maschinen ersetzt. Jedoch erst als Informationszentrum für die neue HafenCity bekam es eine neue Funktion. Hierfür beauftragte die HHLA 1999 das Architekturbüro GMP (Gerkan, Marg und Partner). Das Ausstellungskonzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Studio Andreas Heller erarbeitet.[15] Am 6. Dezember 2000 fand die Eröffnung durch den damaligen Ersten Bürgermeister Ortwin Runde statt. In Erinnerung an die alte Funktion als Kesselhaus wurden im April 2001 die ursprünglich gemauerten Schornsteine durch zwei 20 Meter hohe Stahlgeflecht-„Schornsteine“ ersetzt.[16] Sie machen das Kesselhaus als Info-Center für die Besucher der Speicherstadt und der HafenCity leicht erkennbar.[17]

ViewPoint und andere Einblicke

Aussichtsturm am Großen Grasbrook
HafenCity im Winter, Dezember 2009

Neben umfassenden Informationen, sowohl durch Modelle als auch durch zahlreiche Broschüren und regelmäßig erscheinende Schriftenreihen, ist das gesamte Bauareal mit sich den Baustellen anpassenden Fußwegen zugänglich, Bauzäune sind offen gehalten und an wechselnden Orten wird informativer Einblick gewährt. Im Jahr 2004 wurde am Ufer des Großen Grasbrooks ein dreizehn Meter hoher Aussichtsturm, der sogenannte ViewPoint aufgestellt, um Interessierten Einblick in die Baustelle zu geben. 2007 wurde er hundert Meter in nördliche Richtung versetzt, da die Entwicklung der Bebauung des Strandkais vorangeschritten war. Eine weitere Aussichtsplattform ist an der Ecke Shanghaiallee/Versmannstraße eingerichtet, von dem aus man Einblicke in die Baustelle der U-Bahn-Station HafenCity Universität nehmen kann.

Informationspavillons

Sommer 2008 wurde an der Osakaallee der InfoPavillon als erstes Gebäude des Überseequartiers fertig gestellt. Er dient als zentrale Informationsstelle zur Entwicklung des Quartiers und verfügt über eine Ausstellungsfläche von rund 170 .

Ebenfalls im Sommer 2008 wurde auf den Magellan-Terrassen ein Pavillon eröffnet, der sich speziell mit dem Projekt Elbphilharmonie befasst. Im Inneren des Pavillons wird das Akustikmodell des großen Saals der Philharmonie ausgestellt, an der Außenseite vermitteln Klang- und Videoinstallationen einen Eindruck des späteren Konzertbetriebs.

Auch außerhalb der HafenCity machen Ausstellungen auf einzelne Projekte aufmerksam, so wurde ebenfalls als Informationsangebot der Elbphilharmonie die ehemalige Volkslesehalle am Mönckebergbrunnen im Juli 2009 als Kulturcafé eingerichtet, um „die richtige Atmosphäre für die Vermittlung der hamburgischen Musik und Kulturhöhepunkte“ zu schaffen. Aber auch der umstrittene Bau der U-Bahn-Strecke zur HafenCity wird mit einem Informationspavillon am Jungfernstieg beworben.

Kritik am Projekt HafenCity

Vergabepraxis der Grundstücke

Bereits während des Planungsstadiums wurde die Praxis kritisiert, die Erlöse aus Grundstücksverkäufen für die Finanzierung des Containerterminals Altenwerder einzusetzen. Die Befürchtung lautete dahin, dass durch die Wichtigkeit des Terminals für die Hamburger Wirtschaft ein erhöhter Verkaufsdruck auf der Stadt laste und diese dazu verleitet werde, die Profitabilität eines Verkaufs höher zu gewichten als die Qualität des eingereichten Nutzungskonzepts für ein Grundstück. Zudem habe die Stadt die Anzahl der Baugrundstücke im Laufe des Planungsprozesses erhöht, diesen Schritt aber einseitig mit der städtebaulichen Erwägung erklärt, dass so eine höhere und städtischere Bebauungsdichte erreicht werden solle, wenn der tatsächliche Grund bzw. ein weiterer relevanter Grund die Vermehrung der zum Verkauf anzubietenden Grundstücke und somit der Erlösmöglichkeiten sei.[18]

Soziale Segregation

Es gibt Befürchtungen, dass sich das Wohnungsangebot einseitig an Kunden aus oberen Einkommensschichten richte. Dem stehen zwar die Bemühungen einiger Genossenschaften gegenüber, die Mieten im mittleren Segment anbieten, doch ist deren Anteil an der Gesamtwohnungsmasse bislang äußerst gering. Erste Zahlen des statistischen Landesamtes aus den Jahren 2007 und 2008, bezogen jeweils auf die Vorjahre, können aufgrund der geringen Bewohnerzahl nur einen Trend anzeigen. So waren im Jahr 2007 von den 511 Bewohnern 39,5 % sozialversicherungspflichtig beschäftigt (im Hamburger Durchschnitt: 48,6 %), 1,1 % waren arbeitslos (Hamburg: 6,0 %), es gab keine Leistungsempfänger nach SGB II (so genannte Hartz-IV-Empfänger) (im Hamburger Durchschnitt 16,3 %). Der Anteil der Unter-18-Jährigen beträgt 5,5 % (Hamburg: 15,5 %) und der Anteil der Über-65-Jährigen 6,3 % (Hamburg 19 %). Die durchschnittliche Wohnungsgröße beträgt 109 m² (Gesamt-Hamburg 72 m²) und die Wohnfläche pro Person 92 m² (im Hamburger Durchschnitt 36,5 m²). Sozialwohnungen gibt es nicht.[19]

Architektur

Des Weiteren werden Architektur und städtebauliche Struktur kritisiert: der solitärartige Charakter der weit überwiegenden Mehrzahl der bislang realisierten Gebäude steht in direktem Kontrast sowohl zur angrenzenden Speicherstadt als auch zur bestehenden Innenstadt, deren Bebauung jeweils von Blockrandstrukturen bestimmt wird. Befürworter halten dieser Feststellung entgegen, dass die Gesamtwirkung der HafenCity erst mit deren Fertigstellung abschließend beurteilt werden könne.

Der Bau der HafenCity

Gemäß den Planungen gliedert sich der Bau der HafenCity in elf sogenannte Quartiere, die von Westen nach Osten und von Norden nach Süden verwirklicht werden sollen. Das gesamte Bauareal streckt sich nördlich vom Sandtorhöft über den Sandtorkai und Brooktorkai an der Speicherstadt entlang bis zur Oberhafenbrücke, über den Oberhafen und Billhafen bis zu den Elbbrücken; und südlich vom Sandtorhöft bis zu den Elbbrücken entlang der Norderelbe. Die angrenzende Speicherstadt, die seit 2008 mit dem Neubaugebiet zusammen den Stadtteil HafenCity bildet, unterliegt einem weiteren stadtplanerischem Programm.

Am Sandtorkai

Sandtorhafen beim Hafengeburtstag im Mai 2009, Blick über die Magellan-Terrassen

Am Sandtorkai ist das erste realisierte Quartier der HafenCity und entspricht dem Bebauungsplan Hamburg-Altstadt 32 / HafenCity 1. Es liegt am Sandtorhafen, dem ehemals ersten modernen Hafenbecken des 1866 angelegten Tidehafens, südlich in direkter Nachbarschaft der Speicherstadt. Das Quartier besteht aus fünf Wohn- und drei Bürogebäuden mit rund 38.000 m² Bruttogrundfläche (BGF). Es gilt seit 2005 als fertiggestellt. Nutzer sind unter anderem das Bankhaus Wölbern & Co. und die China Shipping Europa Zentrale. Einige Häuser haben Namen mit maritimen Bezug bekommen: Ocean's End, H2O, Dock 4 (in das im Dezember 2004 der erste Bewohner der HafenCity eingezogen ist[20]) und Harbour Cube.

In dem alten Hafenbecken wurde im September 2008 der Traditionsschiffhafen eröffnet, in dem ein großzügiger Schwimmponton als Anleger für historische Schiffe dient.[21] Der ehemalige Sandtorkai wurde mit einer Promenade unterhalb der überkragenden Gebäude versehen. Das Quartier Am Sandtorkai soll zusammen mit den Quartieren Dalmannkai und Am Sandtorpark - Grasbrook ein städtebauliches Ensemble bilden.[22]

Dalmannkai

Marco-Polo-Terrassen am Dalmannkai, Mai 2008

Mit dem Abschnitt Dalmannkai wurde auf der Landzunge zwischen dem ehemaligen Sandtorhafen und dem ehemaligen Grasbrookhafen, ebenfalls nach dem Bebauungsplan Hamburg-Altstadt 32 / HafenCity 1 sowie dem Änderungsplan Hamburg-Altstadt 36 / HafenCity 4, das zweite Teilquartier errichtet. Auf einer Bruttogeschossfläche (BGF) von insgesamt 115.000 m² sind hier Dienstleistungsflächen, Büros, Einzelhandelsgeschäfte und sowohl Eigentums- wie Mietwohnungen entstanden. Die ersten Wohnungen konnten im Sommer 2006 bezogen werden, erste Läden öffneten im Sommer 2007, seit August 2009 gilt das gesamte Quartier als fertiggestellt. Zu diesem Bauabschnitt zählen auch die Promenaden und die am Wasser gelegenen Plätze Magellan-Terrassen am Sandtorhafen, Vasco-da-Gama-Platz, Dalmannkaitreppen und Marco-Polo-Terrassen am Grasbrookhafen.[23]

Bauliche Besonderheiten:

  • Diakonische Martha-Stiftung: Seniorenwohnungen, teils als Eigentum, teils zur Miete
  • Oval - Wohnturm am Kaiserkai und Kontor am Kaiserkai, Ingenhoven Architekten GmbH, Düsseldorf
  • Baugenossenschaft Bergedorf-Bille, 42 Genossenschaftswohnungen, Architekt: Prof. Jörg Friedrich
  • Am Kaiserkai 23–33: Mischgebäude mit Mietwohnungen von fünf verschiedenen Hamburger Baugenossenschaften und zusätzlichen Eigentumswohnungen, beteiligt waren zudem drei Architektenbüros.

Das herausragende Projekt dieses Quartier ist die Elbphilharmonie mit der exponierten Lage am Sandtorhöft, die in und auf dem entkernten Kaispeicher A errichtet wird. Neben drei Konzertsälen soll es ein exklusives Fünf-Sterne-Hotel und 47 Eigentumswohnungen beherbergen. Zudem wird ein öffentlicher Platz auf 37 Metern Höhe zwischen der Plattform des alten Speichers und dem Glasaufbau errichtet. Die Fertigstellung wird nach baulichen Verzögerungen im Jahr 2012 oder 2013 erwartet.

Am Sandtorpark / Grasbrook

Hauptartikel: Am Sandtorpark/Grasbrook

Das Quartier Am Sandtorpark / Grasbrook, ausgewiesen im Bebauungsplan als Hamburg-Altstadt 35 / HafenCity 3, liegt östlich der Quartiere Sandtorkai und Dalmannkai, jenseits der Straße Großer Grasbrook. Das neue Heizkraftwerk am Dalmannkai und die Bürohauser von SAP, 2003, und Kühne + Nagel, 2006, waren die ersten Bauten im südlichen Teil des Areals, ehemals das Grundstück der Hamburger Gasanstalt, später Hamburgische Electricitäts-Werke (HEW).

Auf dem benachbarten nördliche Grundstück war bis 2006 die Kaffee-Rösterei und -Lagerei N.H.L Hinsch & Cons., im Eigentum der Neumann Kaffee Gruppe, ansässig. Sie hatte ein Nutzungsrecht bis 2013, war aber für die Weiterentwicklung der HafenCity vor allem durch die produktionsbedingte Geruchsbelästigung nachteilig. Ihr konnte zu günstigen Bedingungen ein Ausweichgrundstück auf der Hohen Schaar in Wilhelmsburg angeboten werden, zudem wurde ihr der Neubau einer Geschäftszentrale am Ort ermöglicht. Der Abbruch der Lagerei erfolgte umgehend, die Neubebauung wurde 2009 teilweise abgeschlossen.

Quartiersbestimmend wird der Sandtorpark, eine zentrale Grünanlage, um die sich die einzelnen Bauten gruppieren. Die Fertigstellung der Parkfläche sowie des Gesamtquartiers soll Anfang 2011 erfolgen.[24]

Bauliche Besonderheiten:

  • Katharinenschule eine Ganztags-Primarschule mit Kindertagesstätte, seit August 2009 in Betrieb. Der Pausenhof ist auf dem Dach des Gebäudes angelegt. Die Schule ging aus der Schließung und Verlagerung der ehemaligen Grundschule Bei Sankt Katharinen aus der Altstadt hervor.
  • Skaì, Bürohaus mit Gastronomie gegenüber den Magallan-Terrassen, fertiggestellt November 2009
  • Hamburg-Amerika-Center, Bürohaus, fertiggestellt 2009
  • International Coffee Plaza der Neumann-Gruppe, Fertigstellung 2010 erwartet
  • die Baugemeinschaften Hofquartier und Hafenliebe, familienfreundliche Wohnbebauung, Wohnprojekte mit kleinen Gewerbeeinheiten, fertiggestellt Anfang 2011

Strandkai

Marco-Polo-Tower und Unilever-Gebäude
Hamburg Cruise Center, Großer Grasbrook/Chicagokai
Hauptartikel: Strandkai

Das Quartier Strandkai umfasst nach dem Bebauungsplan Hamburg-Altstadt 41 / HafenCity 7 den ehemaligen Strandhafen an der Norderelbe und den Hübnerkai am Grasbrookhafen sowie die Flächen südlich des Quartiers Sandtorpark zur Elbe hin. Wegen der Umweltbelastung durch das benachbarte Kreuzfahrtterminal, sollte im östlichen Bereich keine Wohnbebauung stattfinden. Geplant sind Dienstleistungs-, Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen, deren Umsetzung bis zum Jahr 2011 wegen des Baus der U-Bahn-Linie zurückgestellt ist. Im westlichen Teil und zum Strandhöft hin sollen exklusive Wohnanlagen gebaut und 2011 fertiggestellt werden. Die Gesamtstruktur wird von einer hohen Bebauung mit bis zu 55 Meter hohen Türmen bestimmt.[25]

Bereits fertiggestellt:

  • Die Unilever-Hauptverwaltung, Behnisch Architekten, Stuttgart, mit öffentlich zugänglichem Atrium und Terrassen zur Elbe, fertiggestellt September 2009
  • Marco-Polo-Tower, Behnisch Architekten, Stuttgart, 17-geschossiger Wohnturm mit 58 exklusiven Wohnungen, der Rohbau wurde im August 2009 fertiggestellt

Überseequartier

Kranballett im Überseequartier, rechts das alte Hafenamt, August 2008
Hauptartikel: Überseequartier

Das Überseequartier wird als zentrales Teilquartier der HafenCity geplant, planungsrechtlich ist es durch den Bebauungsplan Hamburg-Altstadt 39 / HafenCity 5 erfasst. Es liegt westlich des Magdeburger Hafens und erstreckt sich von der Straße Sandtorkai bis an das Ufer der Norderelbe und wird durch die in Ost-West-Richtung verlaufende Übersee-Allee in einen nördlichen und einen südlichen Teil geteilt. Als zentrales stadträumliches Gliederungselement wird die Straße Überseeboulevard das Quartier in seiner gesamten Länge von Norden nach Süden durchziehen.

In den insgesamt 14 Bauprojekten des Quartiers sollen rund 275.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) realisiert werden. Das einheitlich für das Quartier entwickelte Nutzungskonzept sieht Einzelhandel und Gastronomie in den Erd- und ersten Obergeschossen entlang des Überseeboulevards vor. Der nördliche Teil des Quartiers wird überwiegend durch Wohnnutzungen charakterisiert werden, während der südliche Teil hauptsächlich durch Büronutzungen geprägt sein wird. Die einzelnen Bauprojekte sind nach historisch wertvollen Handelsgütern benannt; Sumatra bzw. Sumatrakontor, Java und Virginia (Tabak), Arabica und Pacamara (Kaffee), Ceylon (Tee), Cinnamon (Gewürze), Silk (Textilien) und Palisander (Edelhölzer). Prominente Einzelprojekte sind zudem ein Kreuzfahrtterminal mit angeschlossenem Hotel, die Waterfront Towers und ein Science Center. Als einziges Bestandsgebäude wird das Alte Hafenamt von 1872 erhalten und zu einer Markthalle mit Wohnhochhaus umgewandelt.[26]

Das Quartier wird in zwei Etappen entwickelt, Baubeginn des nördlichen Teiles bis zur Überseeallee war 2007 mit Fertigstellung und Erstbezug im Jahr 2010. Im selben Jahr sollen die Arbeiten am südlichen Teil begonnen werden mit einer voraussichtlichen Fertigstellung im Jahr 2012. Zu diesem Zeitpunkt wird nach aktuellem Stand der Planung die neue U-Bahn-Linie U4 mit der Station Überseequartier das Quartier erschließen.

Brooktorkai/Ericus

Hauptartikel: Brooktorkai/Ericus
Ericusspitze von der Oberhafenbrücke aus gesehen, vorbereitende Bauarbeiten 2008

Das Quartier Brooktorkai liegt auf dem Areal zwischen Brooktorhafen und der Straße Brooktorkai, beginnt im Westen an der Kreuzung Osakaallee und zieht sich östlich bis zur Ericusspitze. Es entspricht den Bebauungsplänen Hamburg-Altstadt 34 / HafenCity 2 und HafenCity 8. An den Sockeln der Ericusspitze erkennbar ist noch die Bastion Ericus der einstigen Stadtbefestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Bis zum Jahr 2002 wurde das Gelände vor allem durch die Zolldienststelle Brooktorkai genutzt. Durch seine direkte Lage in der Nachbarschaft der Speicherstadt und der fußläufigen Entfernung zum Hamburger Hauptbahnhof wurde dieses Quartier als bevorzugter Standort beworben.[27] Die Umsetzung der Bauvorhaben erfolgt seit 2006:

  • Germanischer Lloyd, Büro- und Boardinghaus mit 53.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) auf vier Baufeldern, Architekten: Gerkan, Marg und Partner, Jan Störmer Architekten (Büro), Antonio Citterio and Partners (Boardinghaus), Fertigstellung Anfang 2010
  • Spiegel-Gruppe Ericusspitze, 30.000 m² BGF, Henning Larsen Architects Kopenhagen, seit 2008 in Bau, Fertigstellung wird im Frühjahr 2011 erwartet. Hier sollen die Hamburger Redaktionen von Der Spiegel, Spiegel TV, Spiegel Online und dem Manager Magazin zusammengeführt werden.
  • Ericus-Contor mit 20.000 m² BGF, Henning Larsen Architects Kopenhagen, Fertigstellung 2011
  • Die Shanghaibrücke verbindet die beiden Ufer des Brooktorhafens, 2006 fertiggestellt

Elbtorquartier

Hauptartikel: Elbtorquartier
Magdeburger Hafen mit Kaispeicher B, rechts Pfähle eines abgebrochenen Kühlhauses, September 2008

Das Elbtorquartier ist mit dem Bebauungsplan HafenCity 6 ausgewiesen. Es liegt östlich des Magdeburger Hafens zwischen Brooktorhafen und dem Mündungsbereich des Baakenhafens in die Norderelbe, im Osten wird es durch die Shanghai-Allee zum Quartier Lohseplatz abgegrenzt. Das Gelände war insbesondere mit Sammelschuppen zum Sortieren von Gütern vor dem Weitertransport belegt. Im Rahmen der HafenCity-Planungen wurde es bis 2009 als Quartier unter dem Namen Magdeburger Hafen geführt.[28]

Herausragendes Projekt ist der Bau der HafenCity Universität (HCU) zwischen Übersee-Allee und Baakenhafen. Hier sollen die bisher im Stadtgebiet verteilten Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung ab dem Wintersemester 2012/2013 in einem Gebäude zusammengefasst werden. Baubeginn war Ende 2009.

Weitere Projekte des Elbtorquartiers befinden sich noch im Planungsstadium:

Bereits fertiggestellt sind die erhaltenen Speicherbauten am Übergangsbereich Magdeburger Hafen / Brooktorhafen:

  • Der Kaispeicher B, ältester noch existierender Speicher aus dem Jahr 1879, wurde umfassend saniert und seit Sommer 2008 mit dem Maritimen Museum belegt
  • Gebrüder Heinemann, Speichergebäude in direkter Nachbarschaft des Kaispeicher B aus dem Jahr 1978, wurde 2008 zum Hauptsitz des Unternehmens umgebaut

Der öffentliche Raum soll insbesondere durch die bereits fertiggestellte Museumsbrücke über den Brooktorhafen (Architekt: Dietmar Feichtinger, Ingenieure: WTM Engineers) und die Passage durch den Kaispeicher B auf den, von der katalanischen Architektin Beth Galí gestalteten, Museumsplatz mit der noch nicht realisierten Promenade am Magdeburger Hafen bestimmt werden. Zudem ist ein Anleger für die HADAG-Hafenfähren ab 2011 beim Vorplatz der Universität geplant.

Am Lohsepark

Hauptartikel: Am Lohsepark

Das Quartier Am Lohsepark liegt östlich des Elbtorquartiers zwischen Shanghaiallee und der Bahntrasse, die zu den Elbbrücken führt, und zieht sich ebenfalls vom Brooktorhafen bis zum Baakenhafen. Dieses Gelände war dominiert von dem Hannoverschen Bahnhof am Lohseplatz, der bis 1955 als Hafengüterbahnhof diente. Westlich des Lohseplatzes lag die Hartgummifabrik des Unternehmers Heinrich Christian Meyer, in der insbesondere Spazierstöcke hergestellt wurden. Der als Pionier der Industrialisierung in Hamburg geltende Unternehmer wurde gerne Stockmeyer genannt, die anliegende Straße hat daher ihren Namen. Die Fabrikgebäude sind als saniertes historisches Ensemble erhalten, es beherbergt seit April 2008 die private Autosammlung Prototyp, die Funk und TV Akademie Hamburg GmbH[30] und vorläufig den Präsidiumssitz der HafenCity Universität (HCU).

Der Lohseplatz mit der Gedenktafel im Jahr 2007

Das gesamte weitere Areal befindet sich im Planungsstadium. Insbesondere ist auf dieser Fläche eine 3,5 Hektar große Parkanlage, der Lohsepark, vorgesehen. Integriert werden soll ein Gedenkort für die über 8.000 Menschen, die zwischen 1940 und 1945 vom Hannoverschen Bahnhof aus in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Dieser Ort, inmitten der Hafenindustrie und dennoch stadtnah, wurde während des Nationalsozialismus zum pragmatischen Sammelplatz. Die erste Aktion wurde am 16. Mai 1940 durchgeführt, Kommandos der Kriminalpolizei nahmen etwa 550 Sinti und Roma in Hamburg fest, zudem weitere 200 Menschen aus Schleswig-Holstein und 160 Menschen aus Bremen. Sie wurden vier Tage lang im Fruchtschuppen 10 am nahegelegenen Magdeburger Hafen interniert. Am 20. Mai 1940 verschleppte man sie vom Hafenbahnhof aus in das Vernichtungslager Bełżec im Südosten Polens. In den folgenden Jahren gingen von hier mindestens zwanzig Deportationszüge aus, mit denen 7.112 Juden, Roma und Sinti in das KZ Theresienstadt, das Ghetto Litzmannstadt, das Ghetto Minsk, das Ghetto Riga und in die Lager von Auschwitz deportiert wurden.[31]

Nachdem dieser Ort in der Nachkriegszeit, spätestens nach dem Abriss des Hannoverschen Bahnhofs 1955, jahrelang in Vergessenheit geraten war, wird er seit 2008, nach Intervention verschiedener Institutionen, bei den Bauvorhaben der HafenCity berücksichtigt. So soll auf dem Gelände, das als Lohsepark geplant ist, ein Gedenkort und ein Ausstellungsraum eingerichtet werden.[32]

Weitere Quartiere

Ebenfalls noch im Planungsstadium befinden sich die Quartiere

  • Oberhafen, das zwischen Bahntrasse und Oberhafen mit einer Anknüpfung an Hamburgs Kulturmeile bei den Deichtorhallen angelegt werden soll[33]
  • Baakenhafen, aufgegliedert in ein nördliches und ein südliches Areal, das hauptsächlich zur Wohnbebauung ausgeschrieben ist[34]
  • Elbbrückenzentrum, das im östlichen Baakenhafen bei den Elbbrücken mit „kleinen Wolkenkratzern“ von 16 bis 26 Stockwerken bebaut werden soll[35]

Verkehrsanbindung

Zusätzlich zur bestehenden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mit drei Buslinien befindet sich seit 2007 eine neue U-Bahn-Linie (U4) in Bau, die nach Fertigstellung den Betrieb auf dem östlichen Streckenteil der Linie U2 zwischen Billstedt und Jungfernstieg verstärken soll. Am Jungfernstieg beginnt die Neubaustrecke der U4. Die beiden Tunnelröhren führen Richtung Nordwesten aus dem bestehenden Bahnhof, beschreiben eine große Kurve durch die Neustadt (allerdings ohne Haltestellen) und erreichen die HafenCity von Westen her. Hier entstehen zunächst zwei Tunnel-Stationen, die U-Bahnhöfe Überseequartier und HafenCity Universität. Es gibt Überlegungen für eine Verlängerung nach Osten/Süden Richtung Wilhelmsburg. Alternative Vorschläge für einen oberirdischen Verlauf wurden als baulich und betrieblich ungeeignet verworfen. Die geplante Anbindung durch eine wesentlich kostengünstigere Stadtbahn wurde nach Wechsel der hamburgischen Landesregierung ebenfalls verworfen. In der Nähe der HafenCity liegen die U-Bahn-Stationen Baumwall der U3 und Meßberg der U1.

Die Schiffslinie 62 der HADAG, Finkenwerder bis St.-Pauli-Landungsbrücken, wurde im Jahr 2002 bis zum Anleger Sandtorhöft, an der Spitze des Sandtorkais, verlängert. Eine weitere Verlängerung der Linie ist geplant, so sollen Anleger am Strandkai und am Vorplatz der HafenCity Universität errichtet werden.

In weiterer Zukunft, mit der Errichtung des Elbbrückenzentrums, ist der Bau einer S-Bahn-Station Zweibrückenstraße der Linie S3 zwischen den Stationen Hammerbrook und Veddel geplant.

Politik

Bei den Wahlen zur Bürgerschaft und zur Bezirksversammlung Hamburg-Mitte gehört die HafenCity zum Wahlkreis Hamburg-Mitte. Die Bürgerschaftswahl 2011 brachte folgendes Ergebnis[36]:

  • SPD: 39,7% (+24,0)
  • CDU: 27,1% (-34,5)
  • FDP: 16,0% (+6,2)
  • GAL: 12,0% (-0,2)
  • Die Linke: 1,1% (+0,7)
  • Andere: 4,1% (+3,7)

Sport

Im Sommer 2008 wurde der HafenCity, Alt- und Neustadt Sport, Störtebeker Sportverein kurz Störtebeker SV gegründet, dessen Fußballabteilung 2009/10 in der Hamburger Kreisliga 2 spielt.

Überflutungsgefahr

Das Baugelände der HafenCity hat eine Höhe von 4,4 bis 7,2 Metern über NN, damit besteht die Gefahr der Überflutung bei Sturmflut. Bei der Planung ist bewusst entschieden worden, das Gelände samt Speicherstadt nicht einzudeichen, sondern den offenen Charakter der Hafenbecken zur Elbe beizubehalten. Es sind daher an den einzelnen Grundstücken und Bauten Flutschutzmaßnahmen vorgesehen: In einem Warftenkonzept werden Aufschüttungen bis 7,5 Meter über NN durchgeführt, andere Gebäude werden auf Poldern errichtet, wo das Erdgeschoss als Tiefgarage genutzt wird. Zur Evakuierung des Geländes im Sturmflutfall ist bereits die Kibbelstegbrücke durch die historische Speicherstadt bis hinter die Deichlinie in die Hamburger Innenstadt errichtet worden.

Siehe auch

Literatur

  • Ralf Lange u.a.: HafenCity + Speicherstadt. Das maritime Quartier in Hamburg. Junius-Verlag, Edition Ebbe & Flut, Hamburg 2010, ISBN 978-3-88506-451-0.
  • Artikel-Serie in der WELT-Hamburg - 10 Jahre nach der Übersee-Rede 1997
  • Utopia an der Elbe. In: Der Spiegel. Nr. 44, 2000 (30. Oktober 2000, online).

Weblinks

 Commons: Hamburg-HafenCity – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Differenzen über die Entstehungsgeschichte:

Künstlerische und politische Auseinandersetzungen:

Einzelnachweise

  1. Gesetz über die räumliche Gliederung der Freien und Hansestadt Hamburg (RäumGiG)
  2. Verordnung zur Bestimmung der Ortsteilgrenzen des Stadtteils HafenCity vom 20. Februar 2007, dort Anlage 2
  3. Finanzierung der Zukunftsinvestition „Hafenentwicklung Altenwerder“. Bürgerschaft-Drucksache 15/7461, Abgerufen am 21. Juni 2009.<
  4. geschichtsspuren.de (vormals lostplaces.de)
  5. Henning Voscherau: Vortrag zum Übersee-Tag. Abgerufen am 21. Juni 2009.
  6. Zeichnung aus der Machbarkeitsstudie von Volkwin Marg, Abgerufen am 21. Juni 2009.
  7. Hamburgs Standort- und Hafenentwicklung im 21. Jahrhundert. Bürgerschaft-Drucksache 15/7460, Abgerufen am 21. Juni 2009.
  8. Plenarprotokoll der 15. Wahlperiode, 96. Sitzung (15-96): [1]. S. 4833–4855, Abgerufen am 28. November 2009 (mit zahlreichen Debattenbeiträgen u. a. vom damaligen Oppositionsführer Ole von Beust).
  9. [2] Bürgerschafts-Drucksache 15/7861
  10. Antrag der CDU-Fraktion: Betr. Hafen-City vom 19. August 1997 [3] abgerufen am 28. November 2009
  11. Bürgerschaft-Plenarprotokoll der 101. Sitzung vom 20. August 1997 [4], siehe Seiten 5175–5190
  12. Masterplan 2000 HafenCity: Masterplan 2000 abgerufen am 3. Dezember 2009
  13. Homepage HafenCity Hamburg: Quartier Am Sandtorpark
  14. [5]
  15. [6]
  16. siehe auch
  17. Vergleichsfotos siehe
  18. Rettet die Elbe: Der geheime Finanzplan des Senats abgerufen am 3. Dezember 2009
  19. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Hamburger Stadtteil-Profile 2008 [7] siehe hier Seite 231 f.; abgerufen am 3. Dezember 2009; Das Stadtteil-Profil 2007 weist bei 228 Bewohnern ähnliche Verhältnisse auf: [8]
  20. Presseberichte zum 1. Bewohner
  21. Sandtorhafen.de, abgerufen am 2. Juli 2011
  22. HafenCity Hamburg: Am Sandtorkai abgerufen am 28. November 2009
  23. HafenCity Hamburg: Dalmannkai abgerufen am 28. November 2009
  24. HafenCity: Am Sandtorpark - Grasbrook abgerufen am 28. November 2009
  25. HafenCity: Strandkai abgerufen am 28. November 2009
  26. HafenCity: Überseequartier abgerufen am 28. November 2009
  27. HafenCity: Brooktorkai abgerufen am 28. November 2009
  28. HafenCity: Elbtorquartier abgerufen am 28. November 2009
  29. Ökumenisches Forum HafenCity
  30. Website der Funk und TV Akademie Hamburg
  31. In den Tod geschickt. Die Deportation der Hamburger Juden, Sinti und Roma 1940 - 1945 [9] abgerufen am 19. November 2009
  32. HafenCity: Lohsepark abgerufen am 2. Dezember 2009
  33. HafenCity: Oberhafen abgerufen am 3. Dezember 2009
  34. HafenCity: Baakenhafen abgerufen am 3. Dezember 2009
  35. HafenCity: Elbbrückenzentrum abgerufen am 3. Dezember 2009
  36. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true

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