Havelsee
Wappen Deutschlandkarte
Die Stadt Havelsee führt kein Wappen
Havelsee
Deutschlandkarte, Position der Stadt Havelsee hervorgehoben
52.512.46666666666739
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Beetzsee
Höhe: 39 m ü. NN
Fläche: 66,6 km²
Einwohner:

3.503 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14798
Vorwahl: 033834
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 270
Stadtgliederung: fünf Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Havelstraße 4
14798 Havelsee OT Pritzerbe
Webpräsenz: Stadt Havelsee
Bürgermeister: Günter Noack (parteilos)
Lage der Stadt Havelsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Die 2002 gegründete Stadt Havelsee ist eine Kleinstadt im westlichen Land Brandenburg. Sie ist Teil des Amtes Beetzsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geographische Lage

Die Stadt Havelsee liegt auf einer Fläche von 6661 Hektar (Stand 31. Dezember 2007) am für die Binnenschifffahrt bedeutenden Fluss Havel in direkter Nachbarschaft zu den Städten Brandenburg an der Havel und Premnitz, etwa 65 Kilometer westlich von Berlin. Inmitten des Stadtgebietes gibt es eine seenartige Erweiterung des Flusses, den Pritzerber See, der zur Namensgebung beitrug. Seit 2001 gehört das Gebiet Havelsees zum Naturpark Westhavelland.

Nachbarstädte und -gemeinden

An die Stadt Havelsee grenzen im Uhrzeigersinn folgende Städte und Gemeinden:

Im Westen die Gemeinde Milower Land, im Norden die Stadt Premnitz und die Gemeinden Nennhausen und Märkisch Luch (jeweils Landkreis Havelland), im Osten die Gemeinden Beetzsee und Beetzseeheide (jeweils Landkreis Potsdam-Mittelmark) und im Süden die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in fünf Ortsteile:

  • Pritzerbe (1259 Einwohner)
  • Fohrde (1440 Einwohner)
  • Briest (358 Einwohner)
  • Hohenferchesar (330 Einwohner)
  • Marzahne (ca. 250 Einwohner)

Geschichte

Im Zuge der brandenburgischen Gemeindegebietsreform schlossen sich zum 1. Februar 2002 die bis dahin selbstständige Stadt Pritzerbe und die Gemeinden Fohrde, Briest und Hohenferchesar zur neu gegründeten Stadt Havelsee (Stadtwerdung am 1. Mai 2002) zusammen.[2] Zum 1. Januar 2008 wechselte als fünfter Ortsteil Marzahne von der Gemeinde Beetzsee in die Stadt Havelsee.

Pritzerbe

Evangelische Kirche im Ortsteil Pritzerbe
Grundschule im Ortsteil Pritzerbe
Wappen von Pritzerbe

Die ehemalige Stadt Pritzerbe wurde erstmals im Jahr 948 als "civitas Prizervi" urkundlich erwähnt. In einer Schenkungsurkunde übertrug Kaiser Otto I. dem von ihm gegründeten Bistum Brandenburg die Orte Pritzerbe und Ziesar mitsamt der umliegenden Ländereien. Im 13. Jahrhundert wurde Pritzerbe kurzzeitig Bischofssitz. Seit 1341 ist die Stadt als Fährstandort historisch belegt. Die auf der westlichen Seite der Havel liegende Gemeinde Kützkow wurde am 1. Juli 1950 in die Stadt Pritzerbe eingemeindet.[3]

Fohrde

Fohrde wurde als Dorf erstmals am 4. Februar 1227 urkundlich erwähnt. Am 27. Februar 1234 bestätigte Papst Gregor IX. eine Urkunde mit dem Namen "Villa Vorden". Im Jahr 1861 erhielt die Kirche eine Orgel vom Berliner Orgelbaumeister Remter. Vier Jahre später (1895) wurde mit dem Bau der neuen Brücke zwischen Fohrde und Pritzerbe der bis dahin notwendige Fährbetrieb zwischen beiden Orten eingestellt. Der Ortsteil Tieckow wurde am 1. Juli 1950 nach Fohrde eingemeindet.[3]

Briest

Das Fischerdorf Briest wurde 1294 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und soll so viel wie „Ort an dem viele Birken wachsen“ bedeuten. Im Jahr 1732 wurden im Ort neun Fischer gezählt, 2006 gingen noch zwei Berufsfischer diesem Gewerbe nach.

1914 wurden die Brandenburgischen Flugzeugwerke (ab 1915 Hansa- und Brandenburgische Flugzeugwerke) gegründet. Diese bauten bis 1918 unter der Leitung von Ernst Heinkel etwa 1300 Flugzeuge, vor allem Marine-Flugzeuge. Ab 1933 war der Flugplatz in die geheime Luftrüstung einbezogen. 1936 bis 1938 wurde ein moderner Fliegerhorst der Luftwaffe gebaut, der von 1939 bis 1945 die einzige Fluglehrerschule der Luftwaffe beherbergte. Am 10. April 1945 griffen 138 amerikanische Bomber den Fliegerhorst an, wobei umfangreiche Schäden entstanden.

Marzahne

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1186. Der Name Marzahne leitet sich vermutlich vom polabischen “Morcane” (= Sumpf) ab. Polabisch bezeichnet die Sprachen westslawischer Stämme, die seit dem 7. Jahrhundert Gebiete des heutigen Nordostdeutschlands und Nordwestpolens besiedelten. Zeitzeuge über viele Jahrhunderte war und ist die Marzahner Dorfkirche. Marzahne hatte 1186 bereits eine Kapelle und war Kirchdorf, war allerdings immer Tochterkirche von Hohenferchesar. Ab dem 1. Februar 2002 bildete Marzahne zusammen mit den Orten Brielow und Radewege die neue Gemeinde Beetzsee.[2] Seit dem 1. Januar 2008 gehört Marzahne der Gemeinde Havelsee an.[4]

Politik

Stadtrat

In der Stadtverordnetenversammlung sitzen 16 Ratsfrauen und -herren:

  • Bürgerbewegung - 5 Sitze
  • Bürgerinitiative für ein besseres Havelsee - 4 Sitze
  • CDU - 4 Sitze
  • Bürgerbewegung Vertrauen - 1 Sitz
  • Einzelbewerber 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 2008)

Sehenswürdigkeiten und Tourismus

In der Liste der Baudenkmale in Havelsee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale. Sehenswürdigkeiten in Havelsee sind der historische Stadtkern der alten märkischen Kleinstadt Pritzerbe mit seiner Stadtkirche mit einer Orgel von Joachim Wagner.[5] Des Weiteren sind die einzige historische und traditionelle handwerkliche Rohrweberei Deutschlands in Pritzerbe, die »Villa Reichstein« in Fohrde sowie die Dorfkirche Marzahnes mit einer Rokoko-Orgel bemerkenswert.

Naturpark Westhavelland

die Havel als Naturpark zwischen Pritzerbe und Döberitz kurz nach Sonnenuntergang
Der Pritzerber See ist Teil des Naturparkes Westhavelland

Das Stadtgebiet ist Teil des sich entlang der unteren Havel erstreckenden Naturparks Westhavelland. Dieser ist mit 1315 km² Fläche das größte Schutzgebiet in Brandenburg und umfasst das größte zusammenhängende Feuchtgebiet des europäischen Binnenlandes und Mitteleuropas größtes Rast- und Brutgebiet für Wat- und Wasservögel im Binnenland.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Asphaltwerk Pritzerbe
Fähre Pritzerbe

Havelsee liegt an der Bundesstraße 102, die von Luckau nach Bückwitz führt und über Anschlussstellen zur A 2 und A 9 verfügt. Im Jahr 1904 wurden die Ortschaften Pritzerbe und Fohrde über die private Brandenburgische Städtebahn, die von Treuenbrietzen über Belzig, Brandenburg, Rathenow nach Neustadt (Dosse) führte, an das deutsche Schienennetz angeschlossen. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Teilstücke Treuenbrietzen - Belzig, Belzig - Brandenburg und Rathenow - Neustadt stillgelegt, sodass letztes betriebenes Teilstück die durch das Stadtgebiet Havelsees führende heutige Regionalbahnlinie Brandenburg - Rathenow mit den Bahnhöfen Fohrde und Pritzerbe ist. Die Stadt liegt mit einigen kleineren Hafenanlagen durch die Havel an der bedeutenden Binnenschifffahrtsstraße zwischen den größten deutschen Städten Berlin und Hamburg. Zwischen Pritzerbe und dem Gemeindeteil Kützkow verkehrt eine Autofähre über die Havel.

Bildung

Die derzeit einzige Schule im Stadtgebiet ist die 1853 eröffnete heutige Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Pritzerbe, in der die Schüler Havelsees bis zum Ende der sechsten Klasse unterrichtet werden.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Havelsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
  2. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  3. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  5. Darstellung der Kirche in Pritzerbe, »www.pritzerbe.eu«, eingesehen am 28. Juli 2011
  6. Naturpark Westhavelland

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