Glocke

Glocke
Glockenform, schematisch
Bronzeglocke aus der Barockzeit (Gussjahr: 1694)
Moderne Bronzeglocke (Gussjahr: 2005)
Glockengießer (1568)
Fertige Glockenform vor dem Eingraben
Vorbereitung zum Glockenguss. Vom Glockenkern mit Rippenschablone bis zur Zierlehmschicht mit Inschrift.
Glockenguss bei Petit & Gebr. Edelbrock am 5. September 2008

Mit Glocke wird im Allgemeinen ein selbsttönendes Musikinstrument (genauer Aufschlagidiophon) bezeichnet mit charakteristischer Hauben- oder Kelchform (nach unten offene Halbkugel, die sich zunächst konkav und dann konvex gewölbt nach unten erweitert). Eine Glocke ist meist ein Rotationskörper, das heißt, sie besitzt Rotationssymmetrie um ihre Mittelachse. Die Glocke wirkt so als der Schwingungsträger der Läuteanlage, zu der noch die Läutemaschine und der Glockenstuhl gehören. Die gesamte Läuteanlage befindet sich in der Glockenstube.

Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Die häufigste Verwendung ist die als Kirchenglocke. Auch öffentliche Gebäude wie Rathäuser und Schulen haben oder hatten vornehmlich als Uhrglocken oder Alarmglocken genutzte Glocken. Dazu kommen Glocken der Mahnung und des Gedenkens.

Sind mehrere Glocken zu einem Instrument verbunden, so wird von einem Glockenspiel oder einem Geläut gesprochen. Ist es über einen Handspieltisch bespielbar und hat mindestens 23 Glocken (zwei Oktaven), wird es Carillon genannt.

Geschichte

China

Die ältesten Glocken (nao) stammen aus der Shang-Dynastie (etwa 1600–1027 v. Chr.). Sie wurden mit der Mündung nach oben montiert, besaßen keinen Klöppel und wurden von außen mit Schlägeln angeschlagen. Texte aus der Zhou-Dynastie (1027–221 v. Chr.) belegen, dass Glocken in China damals vor allem eine kultische Rolle spielten. Archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet der östlichen Zhou von Luoyang ein wichtiges Bindeglied zwischen der Glockentradition der Shang-Zeit und ihrer Wiederbelebung in der mittleren Periode der Zhou-Dynastie darstellt.[1]

Europa

Der erste bekannte Sakralbau, der am Giebel mit Glocken behängt wurde, war ein Jupitertempel in Rom.[2] Der Begriff ,Glocke′ wurde dem Altirischen entlehnt (clocc; soviel wie ,Schelle′, ,Glocke′), Sicher ist im Lauf des 6. Jahrhunderts unter der Bezeichnung ,signum′ das Glockenläuten zu verstehen (vgl. Caesarius von Arles, 470–542, und Gregor von Tours, gest. 592). Irische Mönche verbreiteten im 6. Jahrhundert die Glocke in Europa, zunächst wahrscheinlich als Handschellen. Die ersten Glocken waren noch genietet, seit dem 9. Jahrhundert wurden Glocken überwiegend gegossen.

Im frühen Mittelalter wurde es üblich, auf Klosterkirchen und später auch auf anderen Gotteshäusern Glocken in kleinen Dachreitern zu platzieren. Seit dem 10. und 11. Jahrhundert entstanden hohe, zum Tragen des Glockenstuhls errichtete Türme. Kirchtürme nahmen Jahrhunderte später auch die mechanischen Werke der Turmuhren auf.

In der Neuzeit verbreitete sich auch im europäischen Raum die säkulare Verwendung von Glocken schnell. Sie wurden auf Kriegerdenkmälern zum Gedenken an tote Soldaten angebracht, fanden in der NS-Zeit Platz auf Glockentürmen der NS-Ordensburgen, wurden aber später auch Mahner an die Opfer des Faschismus und gegen atomaren Terror.

Herstellung von Glocken

Glocken werden meist durch Gießen in eine Form hergestellt. Es wird das Lehm-, Sand- und Zementformverfahren unterschieden. Das verwendete Gussmaterial heißt Glockenspeise und ist meist eine Zinnbronze aus 76–80 Prozent Kupfer und 20–24 Prozent Zinn.

Zuerst wird ein hohler Glockenkern gemauert und mit Lehm bestrichen. Die Lehmschicht wird mit einem rotierenden Schaber abgezogen und muss dann austrocknen. Auf die Lehmschicht kommt ein Trennmittel (Talg, Fett, Graphit). Auf diese Schicht kommt wieder Lehm, der genau die Form der späteren Glocke hat: diese Schicht wird falsche Glocke genannt. Nachdem sie getrocknet ist, werden auf ihr alle Verzierungen und Schriften aus Wachs aufgebracht. Auf die Wachsschicht kommen mehrere Schichten Lehm in unterschiedlicher Feinheit, damit die Verzierungen sich auch im Lehm abbilden. Diese äußere Form heißt Mantel. Ist sie fertig, wird sie mit einem Feuer im hohlen Kern im Ganzen ausgebrannt. Anschließend wird der Mantel abgehoben und die falsche Glocke zerschlagen, danach wird der Mantel wieder aufgesetzt. Zwischen Kern und Mantel ist nun ein Hohlraum.

Zum Guss wird die Grube, in der die Glockenformen stehen, mit Erde verfüllt und diese ordentlich verdichtet, damit die Formen den beim Gießen entstehenden Druck aushalten können. Über Rinnen wird die flüssige Glockenspeise ( 1000 ... 1100 °C) durch das Gussloch in die Form geleitet, durch ein oder zwei andere Löcher (Windpfeifen) entweichen die Luft und die beim Gießen entstehenden Gase. Der Guss wird meist mit folgender überlieferten Losung eingeleitet: „In Gottes Namen lasst s rinnen, stoßt den Zapfen aus. Gott bewahr' das Haus." Nach mehrwöchiger Abkühlzeit kann die Glocke aus der Form geholt werden, wobei erst dann sichtbar wird, ob der Guss gelungen ist. Als Termin für den Guss wird traditionell der symbolträchtige Freitagnachmittag um 15 Uhr – die Sterbestunde Jesu Christi – gewählt.

Kirchenglocken sind oft variantenreich verziert; sie zeigen beispielsweise ein figürliches Relief (Heiligenfigur oder Kreuzigungsgruppe). Viele Glocken sind seit dem Spätmittelalter inschriftlich datiert und mit dem Gießernamen versehen. Das Handwerk der Glockengießer ist relativ alt und benötigt sehr viel Erfahrung. Deshalb haben viele Glockengießereien eine sehr lange Tradition.

Glocken aus Ersatzlegierungen

Gussstahlglocken

St. Pankratius zu Burgdorf: Bochumer Gussstahlglocke in Moll-Sext-Rippe (Markenzeichen sind die vielen Zier-Stege) mit Tellerkrone und aufgeschweißter Inschrift

Die bedeutendste Gießerei für Gussstahlglocken und zugleich produktivste Glockengießerei weltweit war der Bochumer Verein in Bochum. Von 1851 bis 1970 wurden dort in industriellem Rahmen etwa 38.000 Glocken aus Gussstahl gegossen, davon etwa 18.000 Kirchenglocken[3] und etwa 20.000 Signalglocken. Die Glocken wurden in alle Welt exportiert, darunter so exponierte Exemplare wie die Friedensglocke von Hiroshima. Nachdem die größten Glockenverluste des Zweiten Weltkrieges bis Ende der 1960er Jahre behoben waren und die Nachfrage nach Gussstahlglocken erheblich schrumpfte, ließ der damalige Eigentümer Krupp die Produktion 1970 einstellen.

Gussstahlglocke vor dem Bochumer Rathaus

Gussstahlglocken waren zunächst eine fortschrittliche Erfindung des 19. Jahrhunderts. Nach den beiden Weltkriegen waren sie meist willkommener und preisgünstiger Ersatz für in den Weltkriegen zu Kriegszwecken beschlagnahmte Bronzeglocken.

Eine der größten und zugleich ältesten Gussstahlglocken des Bochumer Vereins hängt heute (nicht läutbar) als Denkmal vor dem Bochumer Rathaus. Sie wiegt etwa 15.000 kg und hat einen unteren Durchmesser von 313 cm. Sie wurde 1867 für die Pariser Weltausstellung gegossen. Die Kaiser-Ruprecht-Glocke (Nominal/Schlagton: es0) in der Stiftskirche in Neustadt an der Weinstraße ist mit etwa 14.000 kg und einem unteren Durchmesser von 321 cm die schwerste schwingend geläutete Gussstahlglocke der Welt und die zweitgrößte Glocke Deutschlands nach der St. Petersglocke im Kölner Dom.

In der Produktionszeit der Bochumer Gussstahlglocken wurden viele verschiedene Rippentypen verwandt. Bis zum Jahre 1937 wurden die meisten Glocken in einer Moll-Sext-Rippe, auch Sextrippe, (der Unterton der Glocke steht zum Schlagton im Verhältnis einer kleinen Sexte, der 1. bis 3. Teilton ergeben einen Moll-Dreiklang) gegossen. Die daraufhin in Moll-Oktav-Rippe, auch Oktavrippe, (der Unterton der Glocke steht zum Schlagton im Verhältnis einer Oktave, der 1. bis 3. Teilton ergeben einen Moll-Dreiklang) gegossenen Glocken weisen einen erheblichen Klangfehler auf: Ihr Schlagton ist im Abstand einer Sekunde aufwärts verdoppelt und verursacht beim Anschlagen eine unangenehme Dissonanz; im nachhinein wird diese Rippe Moll-Oktav-Rippe mit Sekund-Schlagton, kurz Sekund-Schlagton-Rippe, genannt. Aufgrund des entstandenen Drucks der Fachwelt wurde ab 1948 eine Versuchsreihe von zwölf Moll-Oktav-Rippen (Versuchs-Rippen) entwickelt, von denen zunächst die extrem schwer konstruierte V-12-Rippe ausgewählt wurde; sie musste fortan fast ausschließlich an verkröpften Jochen (siehe #Aufhängung und Läuten) läuten. Endgültig einigte man sich auf die Moll-Oktav-Rippe V7. Um 1958 wurde eine Dur-Oktav-Rippe (der Unterton der Glocke steht zum Schlagton im Verhältnis einer Oktave, der 1. bis 3. Teilton ergeben diesmal einen Dur-Dreiklang) mit erstaunlich guter Resonanz entwickelt. Ein Beispiel hierfür ist die große c1-Glocke der St.-Gottfried-Kirche zu Münster. Daraufhin wurden die verschiedenen Rippentypen auch innerhalb eines Geläutes kombiniert. So ergab sich beispielsweise beim vierstimmigen Geläut für die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Lage (Lippe) folgende Anwendung: Die große es1-Glocke wurde in Dur-Oktav-, die beiden mittleren Glocken g1 und b1 in Moll-Oktav-(V7) und die kleine c2-Glocke in Moll-Sext-Rippe gegossen.[4]

Bedingt durch die vor allem in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg oft unzureichende Klangqualität und die zu großen Dimensionen der Glocken, was mancherorts den Glockenturm stark belastet hat, sind viele dieser Stahlglocken in den vergangenen Jahren wieder durch Bronzeglocken ersetzt worden.

Stahlglocken besitzen als Aufhängung im Gegensatz zu Bronzeglocken eine Tellerkrone. Um bessere Klangergebnisse beim Läuten zu erzielen, werden oftmals die Klöppel mit Bronzebacken oder -puffern versehen. Zier- und Inschriften wurden nicht eingegossen, sondern nachträglich aufgeschweißt.

Neben dem Bochumer Verein haben noch folgende Firmen, die meisten davon in der Zwischenkriegszeit, Gussstahlglocken hergestellt.

  • Böhlerwerke in Kapfenberg (Österreich)
  • Buderus & Humpert und Buderus und Rincker in Wetzlar
  • Jacob Holtzer & Cie in Unieux (Frankreich)
  • Lokomo in Tampere (Finnland)
  • Mitteldeutsche Stahlwerke A.G. Lauchhammer, Werk Torgau
  • Naylors, Vickers & Co in Sheffield (Großbritannien).

Eisenhartgussglocken

Durch Korrosion zerstörte Eisenglocke

Die bekanntesten Glockengießereien, die Eisenhartgussglocken herstellten, waren Schilling & Lattermann in Apolda und Morgenröthe-Rautenkranz sowie J. F. Weule aus Bockenem, beziehungsweise die mit der Glockengießerei Ulrich aus Apolda gegründete Firma Ulrich & Weule. Beide stellten ab 1918 Eisenhartgussglocken her, die preisgünstiger waren als Bronzeglocken. Aufgrund des sehr spröden Materials und der hohen Anfälligkeit für Rostansatz (mit 4 Prozent hoher Kohlenstoffanteil[5]) sind diese Glocken von nur kurzer Lebensdauer (maximal 100 Jahre[6]). Eisenhartgussglocken rosten von innen nach außen; der Zerfallsprozess ist nicht durch Lackieren der Glocke aufzuhalten. Werden Eisenhartgussglocken mit den Proportionen einer tongleichen Bronzeglocke verglichen, so fallen Durchmesser und Gewicht relativ hoch aus. Eisenhartgussglocken haben keine Krone. Während Ulrich & Weule-Glocken überwiegend an geraden Jochen schwingen, läuten Glocken von Schilling & Lattermann fast immer an gekröpften Jochen. Dies führt zu enormen Klangeinbußen bei den ohnehin klangschwächeren Eisenhartgussglocken. Aufgrund der unsicheren Lebensdauer werden seit den 1990er Jahren viele dieser Glocken, vor allem in Ostdeutschland, gegen neue aus Bronze ausgetauscht. Die größte noch läutende Eisenglocke der Firma Schilling & Lattermann ist die Lutherglocke der Lutherkirche in Erfurt von 1927 (as0, 5.470 kg)[7], die der Firma Ulrich & Weule ist die Christ-König-Glocke (b0, 4.500 kg)[8] in St. Bonifatius zu Frankfurt-Sachsenhausen.

Sonderbronzeglocken

Die Briloner Glockengießerei Albert Junker begann ab 1930 mit dem Guss von Sonderbronzeglocken, die aus einer zinnfreien Silizium-Legierung mit ca. 92 Prozent Kupfer bestehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Schließung der Gießerei 1955 wurden etwa 3.000 Glocken aus Sonderbronze gegossen, die teils vom Klang her mit Bronzeglocken vergleichbar, teils von mangelhafter Qualität (kurzatmiger Nachklang) waren. Zu den besten Geläuten zählen das neunstimmige Großgeläut (1948, auf gis0) für die Stiftskirche zu Baden-Baden und das sechsstimmige Geläut (1954, auf cis1) der Pauluskirche in Ludwigshafen-Friesenheim.[9]

Euphonglocken

Euphonglocken sind aus einer Kupfer-Zink-Legierung hergestellt worden. Die einzige Gießerei, die diese Glocken goss, war die des Carl Czudnochowsky aus Erding. Diese Gießerei blieb bis zum Jahre 1971 bestehen. Die größten Euphonglocken sind die Hosanna (fis0, 5.250 kg) der Erzabtei Sankt Ottilien und die Salvatorglocke (fis0, 5.650 kg) der Pfarrkirche Maria Hilf in München-Au.

Weißbronzeglocken

Die Glockengießerei Benjamin Grüninger aus Villingen goss Weißbronzeglocken aus einer Aluminiumlegierung. Diese Glocken weisen wegen des extrem weichen Metalls eine sehr starke Abnutzung auf. Klanglich gesehen - praktisch kein Nachhall, sehr trockener, dumpfer Klang - dürften diese Ersatzglocken zu den schlechtesten ihrer Art zählen und sind somit schon frühzeitig durch Bronzeglocken ersetzt worden.

Zinkglocken

Glocken aus Zink wurden in den späten Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges aus einer Kupfer-Zink-Legierung hergestellt (Junker/ Brilon und Petit & Gebr. Edelbrock/Gescher). Sie haben normalerweise keine Krone und sind im Resonanzverhalten äußerst matt, dumpf und kurzatmig. Ihr Gewicht beträgt zwischen 20 und 300 kg.

Klangschwierigkeit der Ersatzwerkstoffe

Die Ersatzmaterialien haben gegenüber der Glockenbronze andere Eigenschaften, die sich nachteilig auf den Klang auswirken. Die meisten weisen eine höhere Schallgeschwindigkeit auf und haben daher eine geringere Abklingdauer. Durch die höhere Porosität einiger Werkstoffe ist die Dämpfung größer, was sich ebenfalls negativ auf den Abklingvorgang auswirkt. Auch der Elastizitätsmodul spielt eine Rolle. Bei Gussstahl ist er erheblich höher, wodurch der Klöppel einen kürzeren Kontakt mit der Glocke hat und der Anschlag härter klingt.

Glockenformen

Die Form einer Glocke (ohne Krone) wird durch ihren Querschnitt beschrieben; wegen ihrer Rotationssymmetrie reicht dazu die Angabe einer Querschnittshälfte, die man auch Rippe nennt. Die Rippenform ist für jede Glocke ton- und klangbestimmend und i.d.R. Betriebsgeheimnis jeder Glockengießerei.

Die gotische Dreiklang-Rippe ist die verbreitetste Form. Bis dahin war aber ein weiter Weg. Viele mittelalterliche Glocken hatten keinen ausgeprägten unteren Teil, „Wolm“ genannt, sondern die Form eines Bienenkorbes. Solche „Bienenkorbglocken“ sind auch heute noch erhalten. Die im Jahre 1038 in dünner Bienenkorb-Rippe gegossene Lullusglocke in der Stiftsruine Bad Hersfeld ist die älteste datierte Glocke Deutschlands. Die größte Bienenkorbglocke ist die 3.600 kg schwere Kunigundenglocke (Nominal/Schlagton: um cis1) im Bamberger Dom. Die meisten Glocken dieser Art waren aber kleiner, bis etwa 120 kg.

Im 13. Jahrhundert entwickelte sich die Zuckerhut-Rippe. Der obere Teil der Glocke, Flanke genannt, ist dabei relativ schlank, während der Wolm weit auslädt. Einige Exemplare dieses Glockentyps sind noch vorhanden. Im Münster zu Konstanz hängt das Totenglöckchen, das ca. um 1200 gegossen wurde. Sie erklingt in cis3, bei einem Durchmesser von 55 cm. In der Bergkapelle in Büsingen hängt auch eine Zuckerhutglocke. Das wohl klangschönste Exemplar ist das Totenglöckchen im Überlinger Münster. Es wiegt 90 kg, hat 56 cm Durchmesser und den Ton c3. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die gotische Dreiklang-Rippe, bei der der Durchmesser im oberen Teil wieder weiter ist als bei der Zuckerhut-Rippe. Jene ist bis heute die üblichste Form; es fand auch die spätere französische Rippe eine große Verbreitung.

Benennung der Glockenteile

Benennung der Glockenteile
Körper

Der Körper der Glocke umfasst drei formgebende Hauptteile.

  1. Schlagring (kurz auch Schlag genannt), das ist weit unten am Körper der dickste Teil der Glocke, an den der Klöppel anschlägt; der äußerste Rand der Glocke ist die Schärfe, die Öffnung heißt Glockenmund;
  2. Mantel (aufgrund seiner nach innen gewölbten Form auch Schweifung genannt), der über dem Schlag mit dem so genannten Wolm (Kranz) beginnt, in die steilere Flanke übergeht und an der Schulter endet;
  3. Haube, die aus einer Wölbung (Hals oder Unterplatte) und der ebenen Platte (auch Oberplatte oder Kronenplatte genannt) besteht.
Krone

Auf der Platte sitzt die Krone. Sie besteht manchmal aus einem Mittelbogen, an den sich mehrere (zumeist sechs) Henkel anlehnen können; Kronenhenkel können auch radial angeordnet sein. Die Krone der Glocke wird durch starke eiserne Bänder mit dem Glockenjoch verbunden.

Joch

Das Joch wiederum, mit dem sich die Glocke in Bewegung setzt, kann gerade, leicht gekröpft bis zur Platte, moderat gekröpft bis zum Haubenansatz oder stark gekröpft bis zum Schwerpunkt der Glocke ausgelegt sein. Am Joch ist ein Hebel oder ein Läutrad zur Kraftübertragung montiert.

Klöppel
Glockenklöppel im Münster St. Georg zu Dinkelsbühl

Der Klöppel besteht aus dem flachen Blatt, an dem er aufgehängt wird, dem langen Schaft, dem Ballen (auch Kugel genannt, jedoch mitunter etwas dicker als hoch) und dem Vorhang (Schwungzapfen). Die genaue Abstimmung des Klöppels spielt eine wichtige Rolle für die Qualität des Klanges der Glocke.

Die Größe des Ballens (in der Regel gelten 5/3 der Schlagringstärke als angemessen) hat Einfluss auf das Klangverhältnis von Grund- zu Obertönen. Außerdem steht die Berührungsdauer des Klöppels an der Glocke in Zusammenhang mit dem Gewicht des Ballens. Der Schwerpunkt des Klöppels liegt meist am oberen Rand des Ballens, die Anschlagstelle muss genau die dickste Stelle des Schlagringes sein. Auch die Dimensionen des Vorhangs beeinflussen den Klang.

Normalerweise wird der Klöppel aus weichem Eisen hergestellt. Zu hartes Material wirkt sich negativ auf den Klang aus, außerdem wird die Glocke durch Schwächung des Schlagrings an der Anschlagstelle langfristig geschädigt. Aufgehängt wird der Klöppel an einer mehrlagigen Lederschlaufe, und zwar so, dass er genau im rechten Winkel zum Joch schwingt. Der Anschlagpunkt des Klöppels an den Schlagring sollte mit dem Stoßmittelpunkt des Klöppels zusammenfallen, um eine Beschädigung der Aufhängung zu vermeiden.

Aufhängung und Läuten

Joch (links) im Münster St. Georg in Dinkelsbühl

Die Glocke hängt traditionell in einem Glockenstuhl aus Holz, der üblicherweise in einem Turm untergebracht oder an einer erhöhten Stelle aufgestellt ist. Die beim Schwingen auftretenden Kräfte werden von ihm aufgenommen und an das umgebende Gebäude weitergegeben. Die Glocke ist an ihrer Krone mit Eisenbändern am drehbar gelagerten so genannten Joch (hölzerner/stählerner Tragbalken) befestigt. Der Klöppel aus weichem Eisen oder Stahl ist freischwingend mit einem breiten Lederriemen an der Klöppelöse in der Glocke befestigt und schlägt auf den Schlagring der Glocke. Durch die Masse des Klöppels und insbesondere durch sein Trägheitsmoment, aber auch durch die Läutehöhe wird die Stärke des Anschlages bestimmt. Abweichend von dieser traditionellen Form der Aufhängung haben sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts vielerorts Stahlglockenstühle und Stahljoche durchgesetzt. Viele Stahlglockenstühle und Stahljoche werden wieder durch hölzerne ersetzt, da sich die moderne Form als nachteilig für das Gebäude erwiesen hat und das Klangverhalten der Glocken teilweise erheblich einschränkt. Durch Korrosion besteht in einigen Fällen Absturzgefahr, so beispielsweise im Ulmer Münster. Hier wurden die Glocken stillgelegt, um den durch Korrosion angegriffenen Glockenstuhl sanieren zu können.

Gekröpfte Aufhängung einer Gussstahlglocke
Die Lullusglocke. Beispiel für eine traditionelle Glockenaufhängung mit Seilzug

Die Belastung des Glockenstuhls oder des gesamten Turmes kann sich durch die Aufhängung an gekröpften (auch: gestelzten) Jochen dezimieren. Das Joch ist dabei nicht gerade, sondern U-förmig gebogen. Hierdurch schwingt die Glocke um die tiefergelegene Achse näher an ihrem Schwerpunkt und schlägt somit schneller an (die Zahl der Anschläge je Minute erhöht sich). Eine sehr starke Kröpfung hingegen verlangsamt die Glocke; der Dopplereffekt wird ebenso stark verringert und das Läuten wirkt weniger lebendig.

Vor der Erfindung der Läutemotoren wurden die Glocken per Seilzug geläutet. Dies geschah über Seilräder oder -hebel, die am Joch befestigt sind. Gelegentlich wurde aber auch dort ein Brett befestigt, das durch Fußtritte einer über der Glocke stehenden Person in Gang gehalten wurde. Zu sehen ist dies noch an der Betglocke der Lemgoer Nicolaikirche, an der Tuba Dei[10] aus dem Jahre 1500 (Toruń, Johanneskirche) und an dem Emmanuel (Paris, Notre-Dame).

Heute werden die meisten Glocken motorisch geläutet. Die Läutemaschine ist der Antrieb der Glocke. Ein Elektromotor mit elektronischer oder elektromechanischer Steuerung bringt über einen Ketten- oder Riemenantrieb und das am Glockenjoch befestigte Seilrad die Glocke zum Schwingen. Im Bereich der Ruhelage der Glocke wird der Motor abwechselnd in die eine oder andere Drehrichtung kurz eingeschaltet, wodurch sich die Glocke nach und nach bis zum gewünschten Läutewinkel aufschaukelt. Seit neuerer Zeit werden für den Glockenantrieb auch Linearmotoren benutzt.

Die Frequenz der Anschläge (gemessen in Anschläge je Minute) ist von der Masse der Glocke und des Joches, deren Schwerpunkt, dessen Abstand zur Lagerachse und dem Läutewinkel abhängig. Schäden an Glockentürmen werden mitunter durch Resonanzen hervorgerufen, die sich aus der Nähe der Läutefrequenz einer Glocke zur Eigenfrequenz des Turmes ergeben und die zu Turmschwankungen von mehreren Millimetern führen. Oft wird in solchen Fällen das Joch mit zusätzlichem Gewicht versehen (man spricht dann von einem „überschweren“ Joch), um die Glocke zu verlangsamen.

Glocke und Klöppel bilden ein Doppelpendel. Das Läuten muss daher auch für den korrekten Anschlag des Klöppels eingerichtet werden. Der Klöppel darf jeweils nur kurzen Kontakt mit der Glocke haben; genau in dem Moment, in dem der Klöppel den Schlagring (dickste Stelle der Glocke) berührt, muss die Glocke bereits wieder in die entgegengesetzte Richtung zurückschwingen. Im ungünstigsten Fall, falls der Klöppel phasengleich zur Glocke schwingt, kann die Glocke stumm bleiben.

Starr aufgehängte Glocken, die durch einen Hammer von außen an den Schlagring angeschlagen werden, heißen Schlagglocken und sind oft in einer „verkürzten“ Rippe gegossen worden. Solche Glocken dienen häufig dem Uhrschlag oder finden ihre Verwendung in Carillons/Glockenspielen. Eine besondere Läuteart ist das Beiern (vgl. Läuteordnung). Hierbei werden nur die Läuteglocken rhythmisch, dynamisch und melodisch verschieden angeschlagen.

Der Raum, in dem die Glocken hängen, die Glockenstube, verfügt über Schallöffnungen. Diese sind häufig mit Holzjalousien abgedeckt, damit einerseits die Glocken und die Läutemaschine vor der Witterung geschützt sind und sich andererseits der Klang der Glocken in der Glockenstube sammeln und gezielt in die Ferne geleitet werden kann.

Klangverhalten

Entlang des Umfangs können kreisförmige, stehende Wellen mit ganzzahligem Verhältnis Umfang/Wellenlänge auftreten. Es kann mehrere Eigenfrequenzen geben.

Das Klangverhalten von Glocken weist einige Besonderheiten auf.

Ein Kunstmerkmal des Glockengießens besteht darin, die Tonhöhe vor dem Guss durch die Formgebung (Rippe) und die Legierung so festzulegen, dass ein Nachstimmen durch nachträgliches Schleifen nicht nötig ist.

Die charakteristische lebendige Geläutwirkung entsteht durch den akustischen Dopplereffekt, da durch das Schwingen der Glocke eine Relativbewegung zwischen Schallquelle und Ohr besteht. Das Anschlagen der Glocke erfolgt durch den Klöppel.

Charakteristisch für das Klangverhalten von Glocken ist, dass neben den harmonischen Obertönen auch weitere obertonfremde Frequenzen auftreten. Dies rührt daher, dass im Unterschied zu einer (eindimensionalen) Saite oder Orgelpfeife sich stehende Wellen auf der zweidimensionalen Oberfläche bilden, die sich gegenseitig frequenzmodulieren.

Die Tonhöhe einer Kirchenglocke wird durch den Schlagton (Nominal) charakterisiert, beispielsweise c1 +3. Die ergänzende Zahlenangabe bezieht sich auf Sechzehntel-Halbtonschritte (also je 6,25 Cent) über oder unter dem Nominal, der seinerseits auf ein ,Stimm-a1′ bei 435 Hz bezogen wird. Die Tonhöhe ist bei e1 +8 dieselbe wie bei f1 −8. Der Schlagton ist oft im Frequenzspektrum der Glocke nicht vorhanden. Er ergibt sich durch die akustischen Wahrnehmung beim Anschlagen der Glocke über das Residuumhören, indem aus den Obertönen der zugehörige Grundton abgeleitet wird.

Die von der Glocke ausgehenden Frequenzen werden in drei Gruppen unterteilt: Unterton unterhalb des Schlagtons, bei einer Moll-Oktav-Rippe genau eine Oktave tiefer, in der ersten Oktave oberhalb des Schlagtons Prime oder Prim-Vertreter, Terz, Quinte oder Quint-Vertreter, Oktave und Mixturtöne wie Dezime, Undezime, Duodezime und für noch höhere Frequenzen.

Das Frequenzspektrum der Glocke wird durch die Glockenrippe – Form und Dicke der Glocke – bestimmt. Hierbei ist die so genannte gotische Dreiklangrippe bis heute unübertroffen. Entscheidend ist auch die Abklingdauer einer Glocke. Bei der im Erfurter Dom installierten Gloriosa beträgt die des Untertones (E) seit der letzten Reparatur im Jahre 2004 über sechs Minuten.

Glocken als Mahnmal: Marienkirche (Lübeck)

Geläutedisposition

Im Mittelalter wurden Glocken in der Regel nicht aufeinander abgestimmt, da jede nur einzeln verwendet wurde und deshalb nicht mit den übrigen Glocken harmonieren musste. Geläute, die über Jahrhunderte gewachsen sind und oftmals eine weder harmonische noch melodische Disposition aufweisen, sind geprägt durch ihre besondere Individualität sowohl in Bezug auf den Klang jeder einzelnen Glocke als auch des Vollgeläutes. Seit der Spätgotik werden Glocken aufeinander abgestimmt und besonders nach 1945 in immer wieder vorkommenden Motiven disponiert. Den neueren Geläuten mangelt es oft an Individualität. So existieren viele Dreiergeläute auf dem ,Te-Deum-Motiv′.

Verschiedene Kombinationen für abgestimmte Geläute.
ges b des es c e g a c d e as b c g b c f g b f g b c

Je nach vorhandenen Schlagtönen der Glocken ergeben sich bestimmte Kombinationen, fälschlicherweise Motive genannt (Motive sind metrisch und rhythmisch festgelegt), die meist nach den Anfangstönen alter Choräle oder liturgischer Lieder benannt sind. Je nach Anlass werden eher harmonische oder dissonante Motive ausgewählt. Hier einige Beispiele:

Motivbildung: kleine Terz, große Sekunde

(Schlagtöne hier: fis1 – a1 – h1)

Te Deum
Motivbildung: große Sekunde, kleine Terz

(Schlagtöne hier: h1 – cis2 – e2)

Gloria
Motivbildung: zwei große Sekunden

(Schlagtöne hier: a1 – h1 – cis2)

Paternoster
Motivbildung: große Terz, kleine Terz, große Sekunde

(Schlagtöne hier: a1 – cis2 – e2 – fis2)

kath.: Salve Regina;
ev.: Wachet auf
Motivbildung: große Sekunde, kleine Terz, große Sekunde

(Schlagtöne hier: a1 – h1 – d2 – e2)

Christ ist erstanden

Inschriften

Beispiel für Inschriften auf einer Glocke: an der Schulter das Gussjahr und der Gießer, auf der Flanke die Widmung, am Wolm das Gießerzeichen

Die Inschriften der Glocken beinhalten den Namen des Gießers und das Gussjahr der Glocke. Bei frühen mittelalterlichen Glocken können Gussjahr, Name des Gießers oder beide Angaben fehlen (anonyme Gießer). Aufgrund der Zier oder Form ist es teilweise möglich, die Glocke einem bestimmten Gießer zuzuschreiben. Beim Fehlen des Gussjahres kann die Glocke nach Form und Klangstruktur einem Jahrhundert oder genauer zugeordnet werden. Das Gussjahr kann in Form eines Chronogramms vorliegen.

Beispiele für häufige Glockeninschriften

  • „LAVDO DEVM VERVM. PLEBEM VOCO. CONGREGO CLERVM. DEFVNCTOS PLORO. PESTVM FVGO. FESTA DECORO“ (deutsch: „Den wahren Gott lobe ich. Ich rufe das Volk. Ich versammle den Klerus. Ich beweine die Toten. Die Seuche verjage ich. Die Feste ziere ich!“)
  • „O REX GLORIAE VENI CVM PACE“ (deutsch: „O, König der Herrlichkeit komme in Frieden.“)
  • „AVE MARIA GRATIA PLENA DOMINVS TECVM“ (deutsch: „Gegrüßt seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir.“)
  • „O LAND, LAND, LAND HOERE DES HERRN WORT!“
  • „HEILIGE… / HEILIGER… BITTE FÜR UNS!“
  • „EHRE SEI GOTT IN DER HOEHE / FRIEDE AUF ERDEN / DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN.“
  • Besonders bekannt wurde die Glockeninschrift der Schaffhauser Münsterglocke, die Friedrich Schiller als Motto für sein Lied von der Glocke wählte
    „VIVOS VOCO, MORTUOS PLANGO, FULGURA FRANGO“ (deutsch: „Die Lebenden ruf’ ich. Die Toten beklag’ ich. Die Blitze brech’ ich.“)
Bahnhofsglocke der Hessischen Ludwigsbahn in Zweitverwendung auf dem Friedhof in Pfungstadt[11]

Namen und Funktionen

Glocken sind entweder ausdrücklich in der Inschrift einem Heiligen oder einem Anlass (beispielsweise Maria Gloriosa im Erfurter Dom) gewidmet oder werden im Volksmund so benannt (etwa Große Susanne im Freiberger Dom). Bei der Läuteordnung soll der Name der Glocke berücksichtigt werden, wie etwa für das Patrozinium der Pfarrkirche oder die Feiertage für den namensgebenden Heiligen. Aber auch die aufgegossene Inschrift, wie „die Toten geleit’ ich“ (Totenglocke), spielt eine entscheidende Rolle. Zum täglichen Angelusgebet erklingt in katholischen Pfarreien meist die Marien- oder Angelusglocke.

Bis ins späte Mittelalter wurden die Glocken nur solistisch geläutet. Jede Glocke hatte ihre spezielle Funktion, ihren Anlass, zu dem sie zu erklingen hatte. Auf eine harmonische oder melodische Abstimmung bei einem Zuguss wurde nicht geachtet. Einige Glockenbezeichnungen und Funktionen (wie die Armsünderglocke) gibt es heutzutage nicht mehr. Inschriften oder Zusätze wie ,vivos voco, fulgura frango′ belegen, dass Glocken aber auch profane Aufgaben zugedacht wurden, beispielsweise die Abwehr von Blitz und Unwetter.

In der Neuzeit wurden Glocken dann auch zu rein profanen Zwecken eingesetzt, etwa als Schul- oder Bahnhofsglocke. Sie dienten dazu ein größeres Publikum über ein eintretendes Ereignis zu unterrichten, etwa den Beginn des Unterrichtes oder die Abfahrt eines Zuges.

Name/Bezeichnung
(historische) Funktion
Beispiel (Schlagton)
Apostolica Apostelglocke; bezeichnet die Apostelfeste Magdeburger Dom (b°)
Dominica (lat. die dem Herrn Geweihte) Sonntagsglocke; bezeichnet die Sonntage Ulmer Münster (b°)
Evangelistenglocke läutet während der Verlesung des Evangeliums; trägt oft die Namen der vier Evangelisten Abtei Münsterschwarzach (b′)
Feuer- oder Brandglocke warnt bei Brandgefahr; in Zürich früher zur Sicherung der Herdfeuer St. Lamberti (Münster)
Gloriosa (lat. die Ruhmvolle) Festtagsglocke; meist tontiefste Glocke eines Geläuts. Bezeichnet die Hochfeste. Erfurter Dom (e°)
Hosanna Gloriosa; kann als zweite Festtagsglocke fungieren Erzabtei St. Ottilien (fis°)
Marktglocke ruft zur Eröffnung und zum Schluss des Marktes Herrenberger Stiftskirche (es″)
Mettenglocke ruft zur Frühmette Kölner Dom (h′)
Messglocke ruft zur Messe Münster St. Georg Dinkelsbühl
Osanna Gloriosa; kann als zweite Festtagsglocke fungieren; Eucharistieglocke Dom zu Halberstadt (b°)
Predigtglocke ruft zum Predigtgottesdienst Berner Münster (h°)
Prim-, Terz-, Sext-, Nonglocke ruft zu den Stundengebeten St.-Nikolaus-Kathedrale
zu Fribourg
(as′)
Rats-/Ratsherrenglocke ruft zur Versammlung der Ratsherren, Bürgermeister Marienkirche zu Stendal

Münster St. Georg Dinkelsbühl

Schiedglocke verkündet Verschied eines Gemeindemitglieds Herrenberger Stiftskirche (c″)
Schulglocke läutet zum Schulbeginn Georgskirche in Schlitz (c″′)
Sturmglocke warnt bei schweren Unwettern
(vgl. Glockeninschriften „fulgura frango“: Die Blitze brech′ ich oder „alle bösen Wetter vertreibe ich“)
Limburger Dom (g′)
Stürmerin warnt bei schweren Unwettern Münster St. Georg Dinkelsbühl (es′)
Susanna Gloriosa; kann als zweite Festtagsglocke fungieren. „Susanna“ ist eine Personifikation von Hosianna. Münchner Frauenkirche (a°)
Vesperglocke ruft zur Vesper/Abendandacht Braunschweiger Dom (es″)
Wachtglocke Armeseelenglocke Greifswalder Marienkirche
Wetterglocke Sturmglocke Markusmünster
in Reichenau-Mittelzell
(g′)
Zeichen- oder Ruferglocke besorgt ein/mehrere Vorläuten zum Gottesdienst St. Peter in Zürich (c′)
Zwölfuhr-, Elfuhr-, Neunuhrglocke etc. Mittagsläuten erinnert an den Sieg der ungarischen Heere über die Türken im Jahr 1456 St. Peter zu München (a′)

Glockennamen aus dem Volksmund

Die volkstümlichen Bezeichnungen können aus ihrem Gebrauch (wie Pestglocke), aber auch aus Form (wie Langhals) oder Stifternamen (wie Winklerin) herrühren.

Name/Bezeichnung
Herkunft des Namens
Funktion
Beispiel
Armeseelenglocke die „Armen Seelen“/Verirrten sollen den Weg finden läutet nachts zur Orientierung, vor dem Schließen der Stadttore Bamberger Dom (fis2)
Arm(e)sünderglocke Hinrichtung der „Armen Sünder“ läutet zur Hinrichtung Berner Münster (cis1)
Bier- oder Weinglocke Funktion mahnt zum Schließen der Kneipen und Wirtshäuser, Beenden des Umtrunkes Bad Hersfelder
Stadtkirche
(a1)
Bierringerin Funktion → Bierglocke mahnt zur Schließung der Bierstuben Stephansdom zu Wien
Blutglocke Funktion → Armsünderglocke/Jurdicia [12] erklingt zur Hinrichtung ehem. Dreikönigenglocke Juridica, Kölner Dom
Dicker Pitter oder
Decker Pitter[13][14]
Pitter ist Kölsch für Peter und bezieht sich auf den Kirchpatron des Doms, Simon Petrus, und die Inschrift; Dicker bezieht sich auf die Größe Hochfestglocke St. Petersglocke, Kölner Dom
Dicke Susanne einer der Läutemeister verglich das Ziehen der Glocke
mit dem Tanzen mit seiner gewichtigen Gattin Susanne[15]
Festglocke Grosse Glocke, Berner Münster
Dunna tiefer Klang (Onomatopoesie)[16] Hochfestglocke Halberstädter Dom
Dammerich tiefer Klang („dammern“) der Vorgängerglocke Festglocke Wetzlarer Dom
Faule Anna läutet nie solistisch; nur mit den übrigen Glocken[17] St. Marien (Stendal)
Fressglocke rief die Bauern und ihre Angestellte zum Essen ~Mittagsglocke im Salzburger Land
Große und Kleine Schelle heller Klang St. Johannis (Lüneburg)
Guldenglocke zum (außerregulären) Läuten der Glocke wurde eine
Sonderzahlung von 1 Gulden angesetzt
Herrenberger Stiftskirche
Hallerin Stiftername Festglocke Dom zu Eichstätt
Klag Funktion (beklagen der Toten) Sterbeglocke Dom zu Eichstätt
Langhals Form Chorglocken für die Stundengebete Halberstädter Dom
Lumpenglocke Läuten für die Zecher („Lumpen“) läutet zum Beginn der Sperrstunde St. Gangolf (Trier)
Pestglocke Funktion („Pestum Daemonemque fugo“) läutet bei Pestgefahr -
Pillenglocke St. Michael zu Bernkastel-Kues
Pummerin tiefer, wuchtiger Klang (etwa pommern, pummern), jeweils die Größte im Geläut Hochfestglocke Stephansdom zu Wien
Spitälerin St. Nikolaus zu Überlingen
Schlafglocke Funktion als Abendglocke erklingt zur Nachtruhe Bamberger Dom
Schreier rauer Klang Vincentia, St. Severi zu Erfurt
Spätzlesglocke läutet, wenn es Zeit für das Spätzle-Wasser ist erklingt eine Stunde vor Mittag, 11 Uhr Hosanna, Freiburger Münster
Verirrtenglocke läutet für die Verirrten Armeseelenglocke St. Blasius zu Fulda (g1)
Winklerin vermutliche Stifterin Marienglocke Frauenkirche (München)
Zügenglocke der Sterbende liegt in den letzten Zügen läutet zum Ableben Schweiz/Österreich
Zwölferin Funktion als Tageszeitenglocke Mittagsglocke um 12 Uhr St. Peter (München)

Läuteordnung

Hauptartikel: Läuteordnung

Die Läuteordnung bestimmt, wann welche Glocke wie lange und zu welchem Zeitpunkt läuten darf. Darin drücken sich einige Ziele von Kirchenglocken aus, die Gemeinde zum Gottesdienst aufzurufen, zum Geleit der Verstorbenen oder zum persönlichen Gebet. Dies spiegelt bereits die mittelalterliche Glockeninschrift wieder: „Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango“ - die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, Blitze breche ich. Der letzte Abschnitt macht deutlich, dass man den Kirchenglocken verschiedene Schutzwirkungen zuschrieb, insbesondere den Schutz vor Unwetter. Auch profane Läutedienste, wie das Läuten zur Hinrichtung („Armesünderläuten“) oder zur Eröffnung des Marktes, gehörten dazu.

Große und bedeutende Glocken

Glocke Gebäude Ort Land Gewicht [a] Bemerkung
Big Ben Palace of Westminster London Vereinigtes Königreich 000000000013500.000000000013.500 die größte der fünf Glocken des berühmten Uhrturms,
Schlagton: es0
Buchenwaldglocke KZ Buchenwald Weimar
(in dessen Nähe)
Deutschland 000000000007500.00000000007.500 im Glockenturm der Gedenkstätte des Konzentrationslagers bei Weimar,
gegossen vom VEB Apoldaer Glockengießerei, Glockengießermeister Franz Schilling,
künstlerisch gestaltet mit Stacheldraht-Relief von Waldemar Grzimek 1958.
Valadier Petersdom Rom Italien 000000000009000.00000000009.000 wird nur zu besonderen Anlässen geläutet, wie nach dem päpstlichen Segen urbi et orbi an Weihnachten und Ostern,
Schlagton e0 +3/16
Emmanuel Notre Dame Paris Frankreich 000000000013000.000000000013.000 größte Glocke der Kirche und eine der bedeutsamsten Glocken Europas,
1685 von den drei lothringischen Wandergießern Chapelle, Gillot und Moreau gegossen,
Schlagton: ges0
Festtagsglocke Sophienkathedrale Weliki Nowgorod Russland 000000000026000.000000000026.000 im 17. Jh. gegossen
Freiheitsglocke Rathaus Schöneberg Berlin Deutschland 000000000010206.000000000010.206 ist jeden Sonntag im Deutschlandradio zu hören, gefolgt vom Freiheitsgelöbnis
Schlagton: e0
Gloriosa Erfurter Dom Erfurt Deutschland 000000000011370.000000000011.370 1497 durch Gerhard van Wou aus Kampen gegossen,
Durchmesser: 2580 mm, Schlagton: e0 +4/16
Gloriosa Kaiserdom St. Bartholomäus Frankfurt Deutschland 000000000011950.000000000011.950 1877 durch J. G. Grosse aus Dresden nach dem Vorbild der Erfurter Gloriosa gegossen,
Durchmesser: 2590 mm, Schlagton: e0 +1/16.
Jubiläumsglocke Alter Peter München Deutschland 000000000007000.00000000007.000 1958 von Karl Czudnochowsky gegossen,
läutet im Vollgeläut die hohen Festtage ein und erinnert jeden Sonntagabend um 18 Uhr an die Toten der Stadt
Schlagton: f0
Kreuzglocke Dresdner Kreuzkirche Dresden Deutschland 000000000011511.000000000011.511 1899 von Franz Schilling (Apolda) nach dem Vorbild der Erfurter Gloriosa gegossen,
Durchmesser: 2583 mm, Schlagton: e0 +5/16
Le Bourdon Straßburger Münster Straßburg Frankreich 000000000008500.00000000008.500 1427 von Hans Gremp gegossen,
Durchmesser: 2220 mm, Schlagton: as0 +6/16
zählt zu den klangschönsten Glocken des 15. Jh. in Europa
Liberty Bell Liberty Bell Center Philadelphia Vereinigte Staaten Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „?“Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „?“? gilt als internationales Symbol von Freiheit und wurde geläutet, als die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung in der Stadt verkündet wurde
Lullusglocke Stiftskirche Bad Hersfeld Bad Hersfeld Deutschland 000000000001000.00000000001.000 die älteste datierte Glocke Deutschlands (von 1038)
Campana Maria Dolens ? Rovereto Italien 000000000023000.000000000023.000 Schlagton H.
Millenniumsglocke ? Newport, Kentucky Vereinigte Staaten 000000000033000.000000000033.000 Schlagton: A.
Mingun-Glocke ? Sagaing (nördlich dessen) Myanmar 000000000090000.000000000090.000 schwerste freihängende Glocke der Welt
Munotglöckchen ? in Schaffhausen Schweiz Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „?“Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „?“? die letzte von Hand geläutete Alarmglocke der Schweiz, vermutlich gar Europas
Ojikicho ('Haung Ton') Myōshin-ji Kyoto Japan Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „?“Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „?“? wurde 698 gegossen und gilt als die älteste Glocke Japans, ist Nationalschatz,
wird aufgrund eines feinen Risses heute nicht mehr angeschlagen
Pretiosa Kölner Dom Köln Deutschland 000000000010000.000000000010.000 war zu ihrer Entstehungszeit die größte läutbare Glocke des christlichen Abendlandes und zählt heute zu den klangvollsten Glocken des Mittelalters,
Durchmesser 2400 mm, Schlagton/Nominal: g0 +1/16.
Pummerin Stephansdom Wien Österreich 000000000020130.000000000020.130 (+ Klöppel: 613 kg)
1711 gegossen (21.383 kg inkl. Klöppel, Joch und sonstiger Armaturen; Nominal H), 1945 zerstört, 1951 aus dem Material der alten Pummerin neu gegossen,
Durchmesser: 3140 mm, Schlagton: c0 +8/16.
Rolandglocke Belfort (Belfried) Gent Belgien 000000000006070.00000000006.070 niederländisch: Rolandglocke=Klokke Roeland, 1660 gegossen
Salvator-Glocke Salzburger Dom Salzburg Österreich 000000000014256.000000000014.256 die zweitgrößte Glocke Österreichs,
wurde 1961 gegossen,
Schlagton: es0.
Santísimo Sacramento Santuario de San Pascual Baylón Villarreal
Provinz Castellón
Spanien 000000000002100.00000000002.100 die größte Überschlagglocke der Welt
wurde 1998 von der Firma Eijsbouts in den Niederlanden gegossen
St. Petersglocke Kölner Dom Köln Deutschland 000000000024000.000000000024.000 (+ Klöppel: ~1.000 kg)
auf Kölsch und von den Kölnern „Decker Pitter“ oder „Dicker Pitter“ genannt, 1923 von Ulrich, Apolda gegossen, größte freischwingend läutbare Kirchenglocke der Welt,
Durchmesser: 3210 mm, Schlagton: c0 −5/16.[13][14]
Schwörglocke Ulmer Münster Ulm Deutschland 000000000003500.00000000003.500 im 14. Jh. gegossen,
Durchmesser 1640 mm, Schlagton: c1.
Tokinosumika-Glocke ? Gotemba Japan 000000000036250.000000000036.250 die größte schwingend (am gekröpften Joch) läutbare Glocke der Welt.
Durchmesser: 3820 mm, Höhe: 3720 mm. Schlagton: Gis.
Walbecker Glocke St. Maria virginis et Pancratii Walbeck Deutschland 000000000000100.0000000000100 wahrscheinlich um das Jahr 1000 gegossen und damit eine der ältesten noch existenten Glocken Deutschlands
Zarenglocke Moskauer Kreml Moskau Russland 000000000202000.0000000000202.000 1733 bis 1735 von Iwan Motorin und seinem Sohn Michail gegossen,
wurde nie geläutet
? Chion-in Kyōto Japan 000000000074000.000000000074.000 schwerste Tempelglocke Japans.

[a]kursive Gewichtsangaben sind nur gerundete Werte

Die größten Glocken der Schweiz

Glocken in Mythologie und Brauchtum

Tintinnabulum (Süditalien, 1. Jahrhundert v. Chr.)

Mythologisch stehen Glocken für die Kommunikation mit übersinnlichen Wesen (Gottheiten oder Geister). Aus vorchristlicher und vorislamischer Zeit sind Skulpturen von Göttinnen in Glockenform erhalten.

Im 2. Buch Mose wird den Priestern des Jahwe geboten, sich mit Glocken zu schmücken. Im Buch Jesaja wird den Frauen dasselbe verboten.

Im tibetischen Buddhismus werden zur Symbolisierung des Übergangs zwischen den Welten, aber auch ganz weltlich zum Anzeigen der Gebetszeiten, heilige Glocken (ghanta) geläutet. Japanische Tempelglocken hängen häufig in eigenen Behausungen und werden von einem entsprechend großen Stück Holz (Baumstamm) von außen angeschlagen.

Auch im Christentum zeigt das Glockengeläut die Zeit zum Gebet an. Des Weiteren sollen sie die Ankunft des heiligen Geistes verkünden. Das Geläut von Kirchenglocken soll zudem Dämonen erschrecken und zum Flüchten bringen, wie Durandus im 14. Jahrhundert schrieb. Aus diesem Grund schmückten sich auch die Menschen in Europa - insbesondere die Kinder - mit Glöckchen: um böse Geister und den bösen Blick abzuwehren. Auf dieselben Ursprünge gehen viele Bräuche im Alpenraum zurück, wie beispielsweise das Ausläuten des alten und Einläuten des neuen Jahres.

Europäisches Brauchtum, bei dem Glocken eine wichtige Rolle spielen, sind unter anderem

Siehe auch: Trycheln

Regelmäßige Rundfunksendungen

Das samstägliche Magazin Zwischenhalt des Schweizer Radiosenders DRS 1 enthält die Rubrik Glocken der Heimat. Darin stellt der Glockenfachmann Stefan Mittl jeweils ein Geläut vor. Mittl zeichnet seit 1984 die Klänge von Kirchenglocken auf, darunter bereits praktisch alle der Deutschschweiz. Der Sender hat eine Auswahl auf inzwischen vier CDs unter dem Titel Glocken der Heimat herausgebracht. In der Sendung Morgenmelodie des Deutschen Radiosenders SWR 4 (nicht zu verwechseln mit der Sendung Morgenläuten desselben Senders) stellt Glockenexperte Sebastian Schritt, Glockensachverständiger und Campanologe, sonn- und feiertags in der Rubrik Glockengeschichten jeweils ein Geläut aus dem gesamten Sendegebiet vor, das die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg umfasst. Der Radiosender Bayern 1 stellt ebenfalls jeden Sonntag mit dem Zwölfuhrläuten ein Geläut aus Bayern vor, wobei zumeist keine Informationen über die Glocken genannt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Glocken. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 7, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, ‎ S. 437.
  • Winfried Ellerhorst: Handbuch der Glockenkunde (Liste berühmter Glocken)
  • Kurt Kramer: Die Glocke. Eine Kulturgeschichte. Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern 2007, 128 S., ISBN 3-7867-8597-X
  • Kurt Kramer (Bearbeiter/Herausgeber): Glocken in Geschichte und Gegenwart. Beiträge zur Glockenkunde. Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen. 2 Bände. Badenia-Verlag, Karlsruhe 1996–1997
  • André Lehr: Beiaardkunst in de Lage Landen (engl. Ausgabe: The Art Of The Carillon In The Low Countries). Tielt 1991
  • Anton Lübke: Uhren, Glocken, Glockenspiele. Müllerverlag, Villingen 1980, 286 S. ISBN 3-920662-03-2
  • Heinrich Otte: Glockenkunde, Weigel, Leipzig 1858, Online in der Google Buchsuche; 2. erweiterte Auflage: Leipzig 1884 Internet Archive, Reprint von der 2. Auflage: BiblioBazaar, LLC, 2009, ISBN 1-113-03030-5
  • Eckart Roloff: Glocken: Die Artillerie der Geistlichkeit, Ausrufezeichen für allerlei. In: Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze. Pfarrer und Priester als Erfinder und Entdecker. Verlag Wiley-VCH, Weinheim 2010, S. 40 - 45. ISBN 978-3-527-32578-8
  • Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke
  • Margarete Schilling: Glocken. Gestalt, Klang und Zier. Verlag der Kunst, Dresden 1988, 369 S.
  • Margarete Schilling: Glocken und Glockenspiele. Greifenverlag, Rudolstadt 1982, 175 S.
  • Ingrid Strasser: Irisches im Althochdeutschen?. In: Die Iren in Europa, Teilband 1, herausgegeben von Heinz Löwe, Klett-Cotta, 1982, Seiten 399–422, ISBN 3-12-915470-1. (Dieser Aufsatz untersucht ausführlich die Herkunft des althochdeutschen Wortes glocka aus der altirischen Sprache.)
  • Literaturliste des Deutschen Glockenmuseums

Tonträger

  • Kurt Kramer: Glocken und Geläute in Europa. Deutscher Kunstverlag, München 1988 (CD mit Textheft), ISBN 3-422-06016-2
  • Kurt Kramer (Hrsg.): Die deutschen Glockenlandschaften. Deutscher Kunstverlag, München 1989/1990

DVD

Weblinks

 Commons: Glocken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Glocke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Glocke – Zitate

Einzelnachweise

  1. Glyn Daniel (Hrsg.): Enzyklopädie der Archäologie. Erweiterte deutsche Ausgabe hrsg. von Joachim Rehork. Lübbe, Bergisch Gladbach 1980, S. 176. ISBN 3-7857-0236-1
  2. Sueton: Divus Augustus 91.2: Cum dedicatam in Capitolio aedem Tonanti Iovi assidue frequentaret, somniavit queri Capitolinum Iovem cultores sibi abduci seque respondisse Tonantem pro ianitore ei appositum; idque mox tintinnabulis fastigium aedis redimiit, quod ea fere ianus dependebant. („In dem Zeitraum, in dem er einen dem Jupiter Tonans auf dem Kapitol geweihten Tempel oft aufsuchte, träumte er: Der Kapitolinische Jupiter beklage sich darüber, daß ihm die Verehrer entzogen würden, und er [Augustus] habe zur Antwort gegeben, Jupiter Tonans sei ihm lediglich als Türhüter beigegeben worden; aus diesem Grunde ließ er [Augustus] später den Giebel des Tempels mit Glocken schmücken, weil diese gewöhnlich an den Türen hingen.“
  3. Sebastian Schritt, Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation, Glocken und Geläute. Vorläufiges Gesamtverzeichnis für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland mit einem Anhang der bedeutendsten Auslandsgeläute. Trier 2007
  4. Geläut der kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Lage/Lippe (YouTube, Videosequenz 00:45, 29. Juni 2008)
  5. Hubert Foersch, Limburger Glockenbuch; S. 1071
  6. Sonderglocken
  7. Sebastian Schritt: Die Geläuteanlage der Lutherkirche zu Erfurt. Eine Gutachtliche Stellungnahme. Manuskript, Trier 1997.
  8. Hubert Foersch: Limburger Glockenbuch. S. 215.
  9. Hubert Foersch, Limburger Glockenbuch; S. 1074
  10. Tuba Dei
  11. Heiner – Die Stadtillustrierte von Darmstadt, August 2008, S. 11, S. 16.
  12. Martin Seidler, Die Kölner Domglocken, CD mit ausführlichem Beiheft, Verlag Kölner Dom, Köln (2. Auflage) Oktober 2000
  13. a b Stadt Köln: Die Kulturstadt Köln
  14. a b Bericht des WDR über das Probeläuten, 10. Juni 2009 (2:35 min)
  15. Matthias Walter, Berner Münsterglocken, S. 11
  16. Claus Peter: Der Dom zu Halberstadt – Geläuteinventarisation und Quellenstudium. In: Kurt Kramer: Glocken in Geschichte und Gegenwart. Bd. 2, Badenia, Karlsruhe 1997, S. 326.
  17. Bärbel Hornemann: Förderverein Glocken St. Marien e.V. Stendal

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