Remiremont


Remiremont
Remiremont
Wappen von Remiremont
Remiremont (Frankreich)
Remiremont
Region Lothringen
Département Vosges
Arrondissement Épinal
Kanton Remiremont
Gemeindeverband Porte des Hautes-Vosges.
Koordinaten 48° 1′ N, 6° 35′ O48.0169444444446.59399Koordinaten: 48° 1′ N, 6° 35′ O
Höhe 399 m (379–762 m)
Fläche 18,00 km²
Einwohner 8.038 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 447 Einw./km²
Postleitzahl 88200
INSEE-Code
Website www.remiremont.fr

Lage der Stadt Remiremont im Département Vosges

Remiremont (deutsch Romberg, weniger gebräuchliche Variationen sind Reimersberg oder Rumsberg) im oberen Moseltal ist eine französische Gemeinde im Arrondissement Épinal des Départementes Vosges. Sie ist darüber hinaus Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons und Sitz des 2004 gegründeten Kommunalverbandes Porte des Hautes-Vosges.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Blick über die Stadt

Im Stadtgebiet von Remiremont nimmt die Mosel ihren ersten größeren Nebenfluss, die von rechts einmündende Moselotte, auf. Remiremont liegt am Rande des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges, mit dem es assoziiert ist.

Nachbargemeinden von Remiremont sind Saint-Étienne-lès-Remiremont im Nordosten, Dommartin-lès-Remiremont im Osten und Südosten, Le Val-d’Ajol im Süden sowie Saint-Nabord im Westen und Nordwesten.

Geschichte

Ehemaliges Stiftsgebäude im Quartier Abbatial von Remiremont

Der Name des Ortes stammt von Romaric, einem Adligen am Hof Austrasiens in Metz; er erhielt im Jahr 620 von König Chlothar II. die Villa Habendum in den Vogesen geschenkt, die er zur Keimzelle eines Kloster machte, in dem er 30 Jahre lang lebte. Er starb 653. Amé, ein Prediger, Mönch und Schüler des heiligen Columban von Luxeuil, beteiligte sich an dieser Gründung. Der Bischof Arnulf von Metz, der Stammvater der Arnulfinger und Karolinger, starb hier in der Nähe, wohl im Jahr 640, und wurde im Kloster bestattet, bis man ihn später nach Metz überführte. In der Nachbarschaft des Klosters entstand ein karolingischer Königshof.

Im Jahr 910 wurde nahe dem Männerkloster ein Frauenkloster gegründet, das zu einem der wichtigsten im Heiligen Römischen Reich wurde und in deren Schutz die Stadt Remiremont stand. Nach und nach entwickelte sich das ursprüngliche Kloster zu einer Gemeinschaft von Stiftsdamen, säkular und feudal, dem Chapitre de Remiremont, das jungen Frauen aus dem hohen Adel vorbehalten war. Etwa 50 Adlige lebten hier in Reichtum, da die Abtei zahlreiche Besitzungen hatte und die Äbtissin den Rang einer Fürstin innehatte. Mittelalterliche deutsche Bezeichnungen für das Kloster sind "Rumberc" (13. Jahrhundert) bzw. "Rombech" (1410). Im 15. Jahrhundert geriet die Abtei unter die Oberherrschaft der Herzöge von Lothringen, die damit den Titel eines Grafen von Remiremont annahmen. Diese Situation überstand den Beginn der Französischen Revolution nicht lange: Am 7. Dezember 1790 wurde die Klosterkirche geschlossen.

Remiremont war bis zum 10. September 1926 Hauptort eines Arrondissements und gehört seitdem zum Arrondissement Épinal.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 9350 9312 10552 9985 9068 8538 8104

Sehenswürdigkeiten

Ehemalige Stiftskirche Saint-Pierre
Inneres der ehemaligen Stiftskirche Saint-Pierre
  • Abtei Remiremont mit ehemaliger Stiftskirche Saint Pierre (1049 geweiht, mehrfach umgebaut), Hallenkrypta (11. Jahrhundert), flankiert von zwei einschiffigen Seitenkrypten
  • Palais der Äbtissinnen (1752), heute Rathaus, Gericht und Bibliothek
  • Kanonissinnenhäuser hochadeliger Stiftsdamen (17. und 18. Jahrhundert), in der Nähe der Stiftskirche
  • Musée Charles Friry (Gemälde, religiöse Kleinkunst) in einem Haus der Kanonissen (einige Räume mit originaler Ausstattung des 18. Jh.)
  • Musée Fondation Charles de Bruyère (Vor- und Frühgeschichte, Gemälde, Skulpturen) in einem weiteren Haus der Kanonissen
  • Häuser an der Rue Charles-de-Gaulle mit bogenüberspannten Laubengängen, erbaut im 17. und 18. Jahrhundert

Persönlichkeiten

Äbtissinnen von Remiremont

  • Teuthildis (†862/65) 18. Äbtissin 819/20–26.10.862/65 (Verwandte des Seneschalls Adalhard, Matfriede)
  • Berscinda († 14. Mai vor 1002), Tochter des Grafen Gerhard von Metz (Matfriede)
  • Oda I., 1048/70 Äbtissin, Tochter des Grafen Adalbert II. von Metz (Matfriede)
  • Gisela von Lothringen, um 1070–1114 Äbtissin, Tochter von Dietrich II., Herzog von Lothringen (Haus Châtenois)
  • Judith von Vaudémont, † um 1163, Tochter von Graf Gerhard I., Äbtissin von Remiremont, später Äbtissin von Saint-Pierre in Metz (Haus Châtenois)
  • NN, Tochter von Friedrich von Bitsch, 1209–1233 Äbtissin
  • Agathe, deren Schwester, † 1242, 1232 Äbtissin
  • Agnes von Salm, † 1282, 1242–1280 Äbtissin, Tochter von Graf Heinrich III.
  • Éléonore de Chalon, † 1374, 1350–1374 Äbtissin, Tochter von Graf Johann II. von Auxerre (Haus Chalon)
  • Barbara Maria von Salm († 1602), 1580 Äbtissin, Tochter von Graf Johann VII.
  • Katharina von Lothringen (1573–1648)
  • Maria Anna Theresia von Lothringen (1648–1661), 1657 Äbtissin, Tochter von Herzog Nikolaus II.
  • Béatrice Hiéronyme von Lothringen (1662–1738), 1711 Äbtissin, Tochter von Francois Marie de Lorraine, Prince de Lillebonne (Guise)
  • Maria Christina Anna von Sachsen (1735–1782), 1773 Äbtissin, Tochter des Königs August III. von Polen
  • Anna Charlotte von Lothringen (1755–1786), Tochter von Louis Charles de Lorraine, Prince de Lambesc (Guise)

Sonstiges

Im „Liebeskonzil von Remiremont“, einem anonymen parodistischen Streitgedicht aus dem 12. Jahrhundert wird in lateinischen Versen nach dem Muster theologischer Konzilien und im Stil der Minnehöfe – im Nonnenkloster Remiremont – die Frage verhandelt, ob Kleriker oder Ritter die besseren Liebhaber seien.

Überregionale Bekanntheit erlangt hat der Carnaval vénitien von Remiremont im Stil des Karneval in Venedig.

Literatur

  • Hlawitschka, Eduard: Studien zur Äbtissinnenreihe von Remiremont (7.-13. Jh.) (=Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde, Bd. 9), Saarbrücken 1963, ISBN 978-3-923877-09-6

Weblinks

 Commons: Remiremont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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