Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim
Nürnberg Hbf – Crailsheim
Kursbuchstrecke (DB): 786, 890.4
Streckennummer (DB): 5902 (Nürnberg Hbf – Schnelldorf)
4951 (Ellrichshausen – Crailsheim)
Streckenlänge: 90,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
Strecke 5902 von Schwandorf S 1
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke 5970 von Feucht S 2 S 3
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke 5850 von Regensburg Hbf
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Strecke 5903 von Cheb
Bahnhof, Station
0,0 Nürnberg Hbf Endbahnhof S 3 S 4 (312 m)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke 5971 nach Roth S 2
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke 5320 nach Augsburg Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke 5900 nach Bamberg S 1
Planfreie Kreuzung – unten
1,3 Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg
Planfreie Kreuzung – unten
1,4 Bahnstrecke Nürnberg–Roth
Brücke (mittel)
1,5 Frankenschnellweg (15 und 10 m)
Planfreie Kreuzung – oben
1,8 Bahnstrecke Nürnberg Rbf–Nürnberg Hgbf (23 m)
   
2,0 Anschlussgleis zum Viehhof (15 m)
Bahnhof, Station
3,0 Nürnberg-Schweinau
Straßenbrücke
3,5 B 4 R
Planfreie Kreuzung – oben
4,3 Ringbahn (15 m)
   
4,5 Südwesttangente und
   
Main-Donau-Kanal (zusammen 101 m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke 5951 von Nürnberg Rbf Ausfahrt
Bahnhof, Station
5,2 Nürnberg-Stein (312 m)
   
Bibertbahn nach Unternbibert-Rügland
Brücke über Wasserlauf (groß)
6,2 Rednitz (154 m)
Haltepunkt, Haltestelle
7,7 Unterasbach (324 m)
Haltepunkt, Haltestelle
9,3 Oberasbach (336 m)
   
10,2 Rehdorf
Haltepunkt, Haltestelle
12,1 Anwanden (348 m)
Bahnhof, Station
14,7 Roßtal (368 m)
Haltepunkt, Haltestelle
15,8 Roßtal Wegbrücke
   
18,9 Clarsbach
Haltepunkt, Haltestelle
20,1 Raitersaich (+ Anschluss E.ON UW) (397 m)
Bahnhof, Station
25,4 Heilsbronn (Hp von April 2002 bis Sept. 2010) (422 m)
Straßenbrücke
28,8 B 14
   
30,3 Petersaurach Nord (geplant)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke 5253 von Windsbach
Bahnhof, Station
32,5 Wicklesgreuth (461 m)
   
Militäranschlussgleis nach Katterbach
Haltepunkt, Haltestelle
37,0 Sachsen (b Ansbach) (437 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
41,6 Fränkische Rezat (70 m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke 5321 von Treuchtlingen
Brücke (mittel)
43,1 B 13 (12 m)
Bahnhof, Station
43,7 Ansbach Endbahnhof S 4 (408 m)
Brücke (mittel)
B 14 (38 m)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke 5321 nach Würzburg Hbf
   
46,9 Schalkhausen
   
50,3 Lengenfeld (Mittelfr)
   
52,1 Neunkirchen (b Ansbach)
Bahnhof ohne Personenverkehr
53,8 Leutershausen-Wiedersbach (444 m)
   
Strecke 5252 nach Bechhofen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Altmühl (38 m)
   
57,6 Büchelberg (430 m)
   
62,5 Eichholz (Bk)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke 5331 von Nördlingen
Bahnhof, Station
67,1 Dombühl (473 m)
   
Strecke 5251 nach Rothenburg o d Tauber
   
73,1 Zumhaus
Straßenbrücke
A 7
Straßenbrücke
A 6
Bahnhof, Station
78,4 Schnelldorf (467 m)
Kilometer-Wechsel
80,1
10,3
ehem. Staatsgrenze BayernWürttemberg
   
8,0 Ellrichshausen
Straßenbrücke
B 290
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Taubertalbahn von Wertheim
Brücke über Wasserlauf (groß)
Jagst (100 m)
Bahnhof, Station
0,0 Crailsheim (408 m)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Hohenlohebahn nach Heilbronn Hbf
Strecke – geradeaus
Obere Jagstbahn nach Goldshöfe

Die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim ist eine Hauptbahn im Norden der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, welche die Metropolregion Nürnberg über die mittelfränkische Bezirkshauptstadt Ansbach mit Crailsheim verbindet. Die Strecke mit der heutigen Kursbuchstreckennummer 891.7 hat eine große Bedeutung im deutschen Schienenverkehr. Sie dient im Abschnitt Nürnberg–Ansbach bei Störungen als Umleitungsstrecke für den Fernverkehr zwischen Nürnberg und Würzburg (über Uffenheim) bzw. Nürnberg und Treuchtlingen (über Gunzenhausen) und entlastet die Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg von einem Teil der Güterzüge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Minister Gustav von Schlör befürwortete bei ersten Planungen im Jahr 1862 eine Führung der Strecke über Fürth und Zirndorf nach Crailsheim.[1] Am 15. Mai 1875 eröffneten die Königlich Bayerische Staats-Eisenbahnen den Abschnitt Nürnberg – Ansbach auf direktem Weg[1], da der Industrielle Lothar von Faber eine Führung nahe seiner Fabriken in Stein durchsetzen konnte.[2] Zum 15. Juni 1875 folgte die Verlängerung nach Dombühl und zum 15. April 1876 die Verlängerung über die Staatsgrenze nach Crailsheim. Auf Grund des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens wurde bis 1888 der Abschnitt zwischen Nürnberg und der Landesgrenze zweigleisig ausgebaut.[1] Am 19. Mai 1972 wurde der elektrische Betrieb zwischen Nürnberg und Ansbach aufgenommen und am 19. Mai 1985 über Crailsheim hinaus bis Goldshöfe verlängert.

Am 12. Dezember 2010 ging die Linie S4 des erweiterten Nürnberger S-Bahn-Netzes zwischen Nürnberg und Ansbach in Betrieb. Dafür wurden, mit Ausnahme des noch nicht planfestgestellten Umbaus von Oberasbach,[3] alle Zwischenstationen S-Bahn-gerecht und barrierefrei ausgebaut. Der zusätzliche Halt Petersaurach Nord, zwischen Wicklesgreuth und Heilsbronn gelegen, wird erst 2011 realisiert.[3]

Streckenbeschreibung

Verlauf

Die Strecke verlässt den Hauptbahnhof Nürnberg zusammen mit den Strecken nach Bamberg und nach Augsburg gen Westen und trennt sich an der Stelle „An den Rampen“ von ihnen. Nach der Überquerung des Frankenschnellwegs sowie die Verbindungsbahnen zum ehemaligen Hauptgüterbahnhof und zum Viehhof führt die Strecke am Stadtteil Schweinau mit gleichlautendem Bahnhof und dem Gewerbegebiet „Tillypark“ vorbei, überquert Ringbahn, Südwesttangente sowie den Main-Donau-Kanal und erreicht den auf Nürnberger Stadtgebiet liegenden Bahnhof Nürnberg-Stein, an dem bis 1986 die Bibertbahn nach Unternbibert-Rügland abzweigte. Im Anschluss überquert die Strecke die Rednitz, führt an Ober- und Unterasbach vorbei und weiter zwischen Bibert im Norden und Bundesstraße 14 im Süden über Roßtal und Heilsbronn nach Wicklesgreuth. Dort zweigt zum einen die Nebenbahn nach Windsbach als auch ein Militäranschluss zum Stützpunkt der United States Army in Katterbach ab. Durch den Lichtenauer Forst führt die Strecke weiter nach Sachsen bei Ansbach und von dort aus parallel zur Fränkische Rezat und ab dem Ansbacher Stadtteil Eyb zusammen mit der Bahnstrecke von Treuchtlingen zum Ansbacher Bahnhof.

Nach dem Bahnhof zweigt die Strecke nach Würzburg gen Nordwesten ab, wohingegen sich die Strecke nach Crailsheim gen Südwesten wendet, um von Leutershausen-Wiedersbach am Südrand der Frankenhöhe entlang zu führen. Bei Eichholz knickt die Strecke, um das Rüsselholz zu umfahren, nach Nordwesten ab und führt nach einem Linksknick zwischen ihm und dem Klosterberg hindurch zum ehemaligen Knotenbahnhof Dombühl. Dieser war Ausgangspunkt der Strecken nach Rothenburg und Steinach und ist es noch für die Strecke nach Nördlingen, auf der aber nur noch Güterverkehr und Museumsfahrten stattfinden. Im folgenden Verlauf führt die Strecke unter den Bundesautobahnen 7 und 6 hindurch, überquert nach dem Bahnhof Schnelldorf die Landesgrenze Bayern–Baden-Württemberg und trifft bei Beuerlbach auf die Taubertalbahn, mit der sie zusammen im Bahnhof Crailsheim endet.

Ausbauzustand

Die Strecke ist durchgehend zweigleisig und elektrifiziert. Die Streckengeschwindigkeit zwischen Nürnberg Hbf und Ansbach liegt zwischen 120 und 160 km/h. Im Regionalverkehr werden zwischen Roßtal-Wegbrücke und Roßtal wegen Gleiswechsel nur 60 km/h gefahren. Neben den Endpunkten sind die Bahnhöfe Nürnberg-Stein, Roßtal, Wicklesgreuth, Ansbach und Dombühl mit Überholgleisen ausgestattet.

Bahnhöfe

Der sanierte Güterschuppen des ehemaligen Bahnhofs in Ellrichshausen war 1989 einer der fünf Preisträger des Peter-Haag-Preises. Der von Georg von Morlok 1874 erbaute Schuppen beherbergt heute ein privates Automobilmuseum.[4]

Verkehrsverbünde

Der Abschnitt Nürnberg – Schnelldorf ist als Regionalbahnlinie R7 in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) integriert.

Züge

Im Fernverkehr befahren Intercity-Züge der Relation Nürnberg – Stuttgart – Karlsruhe die Strecke, die in östlicher Richtung teilweise bis Passau, in südwestlicher Richtung bis Basel verlängert werden.

Im Regionalverkehr werden für die Regional-Express-Leistungen Nürnberg – Crailsheim – Stuttgart aus Elektrolokomotiven der Baureihe 111 und n-Wagen-Garnituren gebildete Wendezüge eingesetzt. Die zwischen Nürnberg und Ansbach verkehrenden S-Bahnen der S-Bahn Nürnberg verkehren bis zur Zulassung der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2) noch mit Lokomotiven der Baureihe 143 und n-Wagen-Garnituren.

Zukunft

S-Bahn-Verlängerung Ansbach – Dombühl

Am 7. Oktober 2009 unterzeichneten das Bayerische Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn die Planungsvereinbahrung zur Verlängerung der S-Bahn-Linie S4 über Ansbach hinaus bis nach Dombühl. Baubeginn für das rund fünf Millionen Euro teure Vorhaben, das die Anpassung der Strecken- und Sicherungsanlagen sowie die Wiederinbetriebnahme des Halts Leutershausen-Wiedersbach beinhaltet, soll voraussichtlich 2011 sein.[5]

Reaktivierung von Bahnhöfen

Aktuell haben wieder Gespräche stattgefunden einen Stundentakt von Ansbach nach Crailsheim einzuführen und dadurch eine Reaktivierung des Bahnhofes Leutershausen-Wiedersbach zu ermöglichen.

Weblinks

 Commons: Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Peter Ramsenthaler: Lokalbahn Nürnberg- Unternbibert-Rügland : Von der Frankenmetropole in den Rangau. H-und-L-Publ.-Souvenirs-Verlag Bleiweis, Schweinfurt 1996, ISBN 3928786482, S. 2.
  2. Ortschronik Zirndorf
  3. a b Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Faktenblatt S-Bahnausbau Nürnberg (Stand: 12. Oktober 2010).
  4. Ulrich Gräf: Der Peter-Haag-Preis 1989 – Private Denkmalerhalter ausgezeichnet. In: Schwäbische Heimat. Nr. 1, 1990, S. 29–34.
  5. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (Hrsg.): Hessel: „Positives Signal für westliches Mittelfranken“. Pressemitteilung vom 7. Oktober 2009.

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