American Football in Deutschland

American Football wird in Deutschland seit 1945 gespielt und wurde bis 1979 hauptsächlich von Besatzungssoldaten der US-Armee betrieben. Seitdem gibt es einen deutschen Verband und einen organisierten Spielbetrieb. Der Dachverband „American Football Verband Deutschland“ (AFVD) betreibt die Bundesligen German Football League und German Football League 2 sowie alle anderen Football-Ligen auf nationaler Ebene. Mit seinen etwa 33.000 Mitgliedern ist der AFVD der 42-größte Sportverband und der zehntgrößte Mannschafts-Sportverband Deutschlands.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1945 bis 1976 – Football in amerikanischen Kasernen

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs spielten viele in Deutschland stationierte US-amerikanische Soldaten Football in ihren Kasernen und Wohnsiedlungen. Das erste größere Footballspiel wurde zwischen zwei Kasernenmannschaften im Frankfurter Waldstadion (heute Commerzbank-Arena) ausgetragen, das von den Besatzungstruppen in Victory Stadium umbenannt wurde. Bis Juli 1946 fanden dort regelmäßig Footballspiele der US-Soldaten statt. Danach wurde das Stadion für Deutsche Fußball-Mannschaften freigegeben und immer weniger für American Football genutzt.[2] Bis 1977 wurde der Sport fast ausschließlich durch stationierte US-Soldaten weitergeführt. Die meisten Spiele wurden in den Kasernen ausgetragen, zu denen nur die Soldaten Zutritt hatten. So wurde der Sport in Deutschland fast gar nicht bekannt. Dieses änderte sich 1976, als die Texas A&M Javelinas, das Footballteam der Texas A&M University und das der Henderson State University, nach Europa kamen. Sie spielten in Deutschland im ausverkauften Berliner Olympiastadion (17-8), im Mannheimer Stadion am Alsenweg (20-6) und im Städtischen Stadion (heute easyCredit-Stadion) in Nürnberg (17-15). Obwohl die meisten Zuschauer in Mannheim und Nürnberg stationierte Soldaten waren, machten die Spiele der Javelinas den American Football in Deutschland populärer.[3]

1977 bis 1981 – Gründung des ersten deutschen Football-Vereins

Der erste Football-Verein in Deutschland waren die Frankfurter Löwen, die 1977 von Alexander Sperber und Wolfgang Lehneis gegründet wurden.[4] Sperber war als US-Soldat in der Nähe Frankfurts stationiert. Lehneis konnte den Soldaten-Footballfernsehsender American Forces Network empfangen und auf diese Weise theoretische Football-Grundlagen sammeln. Die Mannschaft bestand zunächst im Wesentlichen aus US-Amerikanern und wenigen Deutschen und bestritt ausschließlich Spiele gegen Mannschaften anderer Militärstützpunkte aus der näheren Umgebung, die sie meist hoch verloren.[5] Am 1. Mai 1978 wurden die Düsseldorf Panther, der zweite deutsche Footballverein, gegründet. Es folgten die Munich Cowboys, die Ansbach Grizzlies, die Bremerhaven Seahawks und die Berlin Bären (heute Berlin Adler). Nach der Gründung des American Football Bund Deutschland (AFBD) im März 1979, nahmen die Mannschaften den geregelten Spielbetrieb auf. Das erste Spiel der neugegründeten Liga unter dem AFBD gewannen die Frankfurter Löwen am 4. August 1979 vor etwa 4.000 Zuschauern mit 38:0 gegen die Düsseldorf Panther.[6] Vor allem aufgrund der vielen erfahrenen US-Amerikaner im Kader der Löwen konnten diese die Deutsche Meisterschaft, Vorläufer des German Bowl, für sich entscheiden. Das in Frankfurt ausgetragene Spiel gewannen die Frankfurter vor etwa 400 Besuchern mit 14:8 gegen die Ansbach Grizzlies.[7] Der Zuschauerschnitt der Liga lag 1979 bei etwa 600, wobei die letztplatzierten Düsseldorf Panther mit zirka 2.000 Zuschauern pro Spiel den höchsten Schnitt aufweisen konnten.[6]

Ein Großteil der Vereine war mit der Führung des AFBD beziehungsweise dessen finanziellen Forderungen nicht einverstanden, weshalb Meinhard Pfanner, der damalige Präsident der Düsseldorf Panther, mit einigen anderen Mannschaften, hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen, einen eigenständigen, vom AFBD unabhängigen, Spielbetrieb plante. Daraus wurde der American Football Verband (AFV) der den Spielbetrieb in der Nordwestdeutschen Football Liga (NFL) parallel zur Liga des AFBD aufnahm. In Folge der Gründung dieser Konkurrenzliga wurden die Panther vom AFBD ausgeschlossen. Das Endspiel des AFBD gewannen die Frankfurter Löwen erneut gegen die Ansbach Grizzlies, diesmal mit einem Endstand von 21:12 vor etwa 4.000 Zuschauern in Frankfurt.[8] Die Düsseldorf Panther konnten sich im AFV-Endspiel gegen die vorher stark favorisierten Bremerhaven Seahawks durchsetzen. Vor etwa 8.000 Besuchern gewannen sie mit 15:6 im Essener Grugastadion.[6] Im Jahr darauf versuchten die deutschen Vereine, den Konflikt zwischen den beiden Footballverbänden zu bereinigen und einen gemeinsamen Verband zu gründen. Diese Versuche scheiterten jedoch am AFBD unter seinem Präsidenten Alexander Sperber. Erstmals konnten sich in der AFBD-Meisterschaft die Ansbach Grizzlies gegen die Löwen durchsetzen. Sie gewannen das Endspiel am 25. Oktober 1981 mit 27:6 vor einem Publikum von 2.500 Leuten im Kölner Südstadion. AFV-Meister wurden wieder die Panther aus Düsseldorf. Sie setzten sich im Parkstadion in Gelsenkirchen vor 11.000 Zuschauern mit 34:18 gegen die Mannheim Redskins durch.[9] Das zunächst geplante Spiel zwischen den Meistermannschaften der beiden Verbände im Heimstadion der Mönchengladbach Mustangs entfiel wegen zu hoher finanzieller Forderungen des AFBD.

Im Jahr 1981 fand ebenfalls das erste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft statt. Die meisten Spieler stammten aus den Reihen der Düsseldorf Panther. Gewinner des Hinspiels in Italien war die deutsche Mannschaft mit 12:6.[10] Das Rückspiel im Südstadion in Köln verlor das Auswahlteam gegen die hoch überlegene Italienische Nationalmannschaft.[9]

1982 bis 1989 – Anfänge des organisierten Spielbetriebes unter dem AFVD

Der AFBD löste sich aufgrund finanzieller Probleme am 16. Oktober 1982 auf und stellte den Spielbetrieb ein. Daraufhin gründete der AFV nach einer internen Abstimmung den American Football Verband Deutschland (AFVD) und nahm alle ehemaligen Mannschaften des AFBD auf. So wurde erstmals eine Meisterschaft zwischen allen Mannschaften Deutschlands ausgetragen, deren Endspiel als 1. Deutscher Super Bowl bezeichnet und später in German Bowl umbenannt wurde. Das erste Endspiel gewannen die Ansbach Grizzlies, die vor rund 8.000 Besuchern im Grugastadion Essen gegen die Cologne Crocodiles antraten.[8] Seit dem Zusammenschluss der beiden Ligen begannen deutsche Spieler eine wichtigere Rolle in den Spielen zu übernehmen, so wurde der Runningback der Düsseldorf Panther, Markus Becker, von 1983 bis 1986 jedes Mal zum German-Bowl-MVP, dem wertvollsten Spieler, gewählt. Im Laufe der Jahre stiegen die Zuschauerzahlen der Ligaspiele auf durchschnittlich mehr als 1.000 und der deutsche Footballsport erreichte seinen ersten Höhepunkt, was hauptsächlich an der Umorientierung vom reinen Sport zum „Sportevent“ mit Rahmenprogramm wie Musik und Verpflegung lag.[11] Aufgrund der guten Leistungen deutscher Spieler beschloss der AFVD, die Anzahl der einsetzbaren US-Amerikaner zu begrenzen, um dadurch die deutschen Spieler stärker zu fördern und zu fordern.[9]

1983 fand der erste Vergleich zwischen Deutschland und dem Ursprungsland des Sports, den Vereinigten Staaten von Amerika, statt. Zwei deutsche Auswahlmannschaften traten gegen das College-Team der University of Missouri an. Die beiden Spiele in Essen und Stuttgart verloren die deutschen Mannschaften mit großem Rückstand.[12] In diesem Jahr gelang den Düsseldorf Panthern die erste Perfect Season in der Geschichte der Liga, nachdem sie alle zwölf Spiele bei einer Punktebilanz von 505:54 gewinnen konnten.[13] Bis ins Jahr 1986 dominierten die Panther gemeinsam mit den Ansbach Grizzlies die Liga. Letztere waren von 1979 bis 1986 in jedem German Bowl vertreten und konnten davon drei für sich entscheiden. Die Panther standen von 1983 bis 1986 im Endspiel um die Trophäe und siegten ebenfalls dreimal. Die Zuschauerzahlen stiegen vor allem in Ansbach und Düsseldorf noch weiter an, und die Endspiele wurden durchschnittlich vor einem Publikum von 10.000 Personen ausgetragen. 1987 begann die Hochphase der Berlin Adler unter Cheftrainer Billy Brooks, der vorher in der NFL gespielt hatte. Von 1987 bis 1994 konnten die Adler eine Bilanz von 85 Siegen bei lediglich 6 Niederlagen vorweisen. Sie dominierten im German Bowl 1987 vor 17.000 Zuschauern[14] im überfüllten Mommsenstadion und gewannen mit 37:12 gegen die Badener Greifs.

Das erste Frauenfootballspiel in Deutschland fand, nach Gründung diverser Teams im Jahr 1986, ebenfalls 1987 statt. Die Frauenmannschaft der Berlin Adler trat gegen eine Frauenauswahl aus den Mannschaften der Hannover Ambassadors und Cologne Crocodiles an. Am 27. September gewann die Auswahl der Crocodiles und Ambassadors mit 56:20 gegen die Berliner. Auf dieses Spiel folgten viele Freundschaftsspiele der damals etwa zehn Frauenmannschaften in ganz Deutschland.[15]

Da das Mommsenstadion beim German Bowl 1987 nicht genügend Platz für alle Besucher hatte, wurde mit der Stadt Berlin vereinbart, das nächste Endspiel im dortigen Olympiastadion auszutragen. Da die Berlin Adler sich bereits im Halbfinale den Düsseldorfern geschlagen geben mussten und somit kein Berliner Team am German Bowl teilnahm, kamen 1988 nur 11.000 Zuschauer zum Endspiel.[16] Viele Mannschaften verpflichteten einen US-amerikanischen Quarterback, Runningback und Linebacker, die Schlüsselpositionen eines Footballteams, die damit wieder eine wichtige Rolle einnahmen. Daraus folgten stärkere Offense-Leistungen, was das Spiel noch attraktiver für Besucher machte. Manche Vereine konnten dadurch ihre Zuschauerzahlen verdoppeln. Die Berlin Adler setzten sich im German Bowl wieder durch und gewannen mit 30:23 vor knapp 11.000 Zuschauern im Städtischen Stadion Nürnberg gegen die Red Barons Cologne.[17]

1990 bis 1994 – Professionalisierung des deutschen American Football

Zur Erweiterung der Marktpräsenz der US-amerikanischen Profiliga National Football League (NFL) fand im Rahmen des American-Bowl-Programms 1990 ein Preseason-Spiel im Berliner Olympiastadion statt. Die Los Angeles Rams (heute St. Louis Rams) besiegten die Kansas City Chiefs am 11. August 1990 im ausverkauften Stadion mit 19:3. Diese Begegnung war Teil der Werbestrategie für die World League of American Football (WLAF, englisch für American-Football-Weltliga), die von 1991 bis 1993 versuchsweise gestartet werden sollte, und ein Test für die generelle Akzeptanz des Footballsports in Deutschland.[18] Schon seit 1986 hatten solche American-Bowl-Spiele im Londoner Wembley Stadium und seit 1989 im Tokyo Dome im japanischen Tokio stattgefunden; alle Spiele waren innerhalb sehr kurzer Zeit ausverkauft.[19] Die World League of American Football, beziehungsweise später NFL Europe und NFL Europa, war ein Ableger der NFL. Sie sollte die Sportart in Europa populärer machen und als eine Art Minor League für die National Football League dienen. In der ersten Saison spielten die Frankfurt Galaxy als damals einzige deutsche Mannschaft in der WLAF. Die Galaxy hatte zu Heimspielen im Waldstadion durchschnittlich mehr als 30.000 Zuschauer.[2] Da die amerikanischen Teams im Gegensatz zu den europäischen zu geringe Einnahmen und Zuschauerzahlen aufwiesen, wurde die Liga nach der Saison 1992 schon ein Jahr vor Auslauf der geplanten Testphase wieder eingestellt.[20] Die American-Bowl-Serie wurde bis zur Reformierung der Liga fortgesetzt; die Minnesota Vikings schlugen die Buffalo Bills 1993 mit 20:6 und die New York Giants errangen einen 28:20-Sieg gegen die San Diego Chargers. Beide Spiele fanden im erneut ausverkauften Berliner Olympiastadion statt.[19]

Seit 1991 gab es Bestrebungen für eine professionelle Liga mit hauptsächlich europäischen Spielern. Aus diesem Anlass wurden 1992 die Hamburg Blue Devils gegründet, die das Aushängeschild einer von einem Fernsehsender organisierten Liga beziehungsweise Turnierreihe sein sollten. Daraus wurden die „Schweppes Cool Masters“, bei dem 1992 vier Mannschaften und 1993 zwölf Mannschaften im Hamburger Volksparkstadion (heute Imtech Arena) gegeneinander antraten. Die Blue Devils gewannen beide Turniere ohne eine Niederlage vor mehr als 10.000 Zuschauern.[21] Im Anschluss an die beiden Turniere wurde die „Football League of Europe“ mit einem Etat von etwa fünf Millionen DM (etwa 2.550.000 ) gegründet, eine Liga aus acht europäischen Mannschaften. Die Organisatoren erwarteten einen Schnitt von 5000 Besuchern pro Heimspiel – dies konnten nur die Hamburg Blue Devils mit etwa 10.000 Zuschauern pro Spiel und die Great Britain Spartans mit einem Schnitt von 5000 erreichen. Die meisten anderen Mannschaften konnten spielten durchschnittlich lediglich vor einem Publikum von etwa 4.000 Personen.[22] Das Endspiel um die Jim Thorpe Trophy gewannen die Stockholm Nordic Vikings im Volksparkstadion vor 18.000 Zuschauern gegen die Blue Devils, was die Zuschauererwartungen der Organisatoren um einige 1.000 Gäste übertraf.[23] Die Blue Devils stiegen nach der Saison aus der Liga aus, um sich auf den Spielbetrieb zu orientieren. Danach zogen weitere zwei der drei noch verbleibenden Mannschaften zurück, weswegen 1995 nur noch die Frankfurt Knights als deutsches Team in der FLE übrig blieben.

Den deutschen Football dominierten weiterhin die Berlin Adler mit Quarterback Clifford Madison, die 1990 mit einem 50:38-Sieg gegen die Cologne Crocodiles ihre dritte German-Bowl-Trophäe errangen. Sie konnten in diesem Jahr als erste deutsche Mannschaft am Eurobowl, dem Finale der European Football League, teilnehmen. Von der großflächigen Promotion des American Bowl in Berlin konnten die Adler zusätzlich profitieren – die vielen Plakate, Radiowerbung und andere Maßnahmen zogen durchschnittlich fast doppelt so viele Zuschauer in die Stadien wie im Vorjahr.[18] Im darauf folgenden Jahr siegten die Adler im Endspiel erneut gegen die Cologne Crocodiles und waren somit das erste Team, das dreimal in Folge am German Bowl teilnehmen konnte. Bis 1991 war die Bundesliga in vier Abteilungen – Nord, Süd, West und Ost – eingeteilt. Durch einen einstimmigen Beschluss des AFVD wurde sie in ihre heute Form mit zwei Abteilungen – Nord und Süd – gebracht. Zu dieser Zeit spielte Ralf Kleinmann, später einer der erfolgreichsten Kicker der NFL Europe,[24] in Köln und schoss die meisten Field Goals der Liga.[25] Nach diesem German Bowl endete die Hochphase der Adler allmählich und die Panther kamen wieder zur früheren Dominanz. So siegten sie mit einem jungen Team im German Bowl des Jahres 1992 mit 24:23 gegen die Munich Cowboys. Die Cowboys siegten ein Jahr später, während die Cologne Crocodiles zum dritten Mal in vier Jahren Vizemeister wurden. Zur Saison 1994 wurden sogenannte „Interconference Games“ eingeführt, bei denen eine Mannschaft der GFL-Nord- und eine Mannschaft der GFL-Süd-Abteilung gegeneinander antreten; zuvor trafen die Teams erst in den Play-offs auf Gegner der anderen Abteilung.[26] Nach zweijähriger Endspielabsenz standen die Berlin Adler 1994 wieder gegen die Düsseldorf Panther im German Bowl und verloren mit 17:27 vor etwa 8.000 Zuschauern im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion.[27]

1995 bis 2000 – Höhepunkt des deutschen Footballs

Im Jahr 1995 wurde die World League of American Football als „World League“ ohne US-amerikanische Teams, dafür mit Frankfurt Galaxy und Rhein Fire als deutsche Mannschaften, neugegründet. Im ersten Jahr konnte die Frankfurt Galaxy im Waldstadion lediglich einen Zuschauerschnitt von etwa 12.500 aufweisen, wobei Rhein Fire mit knapp 17.000 Zuschauern pro Spiel den höchsten Schnitt der Liga erreichen konnte. Die Galaxy hatte mit Ernie Stautner einen in Deutschland geborenen ehemaligen NFL-Spieler als Trainer und konnten so den World Bowl, das Endspiel der Liga, im Amsterdamer Olympiastadion mit 26:22 gegen die Amsterdam Admirals gewinnen. Durch die Fernsehübertragung vieler deutscher World-League-Spiele durch den Privatsender VOX kamen immer mehr Zuschauer in die Stadien der beiden deutschen Mannschaften.[28] Bereits ein Jahr später spielte die Galaxy wieder vor über 30.000 Zuschauern. Die Zuschauerzahlen von Heimspielen Rhein Fires im Rheinstadion stiegen bis ins Jahr 2000 auf durchschnittlich 34.628, was sie von den Zuschauerzahlen her zum Top-Team machte.[29] Bei Spielen zwischen Rhein Fire und Frankfurt Galaxy, die Deutschland-Derby genannt wurden, waren die Stadien aufgrund der Rivalität der beiden Mannschaften regelmäßig bereits lange im Vorfeld ausverkauft.[30] Im Jahr 1998 wurde die World League in „NFL Europe League“ beziehungsweise „NFL Europe“ (NFLE) umbenannt. Ein Jahr später wurde die Liga mit Berlin Thunder, die im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark spielten, um ein deutsches Team ergänzt. Für diese fielen die England Monarchs aus der Liga.[31] Von 1995 bis zur Schließung der NFL Europe 2007 stand jedes Mal mindestens ein deutsches Team im World Bowl, die Galaxy viermal und Rhein Fire dreimal. 1995 und 1999 gewann Galaxy, 1998 und 2000 gewann Rhein Fire.[32]

Die London Olympians laufen beim zweiten in Deutschland ausgetragenen Eurobowl in das Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion ein.

Im Jahr 1995 meldeten sich mit 189 Vereinen mehr Mannschaften als jemals zuvor für den Spielbetrieb. Die Hamburg Blue Devils wollten als erste Mannschaft direkt in die Erste Bundesliga aufgenommen werden, da sie ein Jahr zuvor bereits in der Football League of Europe spielten. Dies führte zu einem Konflikt zwischen AFVD und den Mannschaften der Bundesliga, die für eine Aufnahme der Blue Devils waren.[33] Letztendlich konnten sich die Vereine durchsetzen und die Hamburger wurden aufgenommen, außerdem kam ein weiterer Verein dazu. Dadurch wurde die Liga von zehn auf zwölf Mannschaft aufgestockt. Die Blue Devils waren direkt erfolgreich und konnten ihren Zuschauerschnitt von 9.000 aus dem Vorjahr in der FLE halten. Lediglich die Braunschweig Lions konnten einen ähnlich hohen Schnitt aufweisen, der Ligadurchschnitt lag bei etwa 2.500.[34] Der Grund für diese hohen Durchschnittszahlen in Hamburg und Braunschweig waren Auftritte von beispielsweise Herbert Grönemeyer, Den Fantastischen Vier und Nena im Stadion.[35] Die Blue Devils spielten sich bis in den German Bowl und unterlagen den Düsseldorf Panthern mit 17:10 im Eintracht-Stadion Braunschweig vor über 12.000 Besuchern. Wegen des generell sportlich höheren Levels und durch die Popularität der neu eingestiegenen Blue Devils kamen wieder mehr Sponsoren in die höchste deutsche Football-Liga. Viele Vereine arbeiteten mit einem hohen sechs- bis niedrigem siebenstelligen Etat.[36] Im selben Jahr gelang den Düsseldorf Panthern der erste deutsche Mannschaftserfolg in der European Football League (EFL). Im Eurobowl IX, dem Endspiel der European Football League, setzten sich die Panther mit 21:14 gegen den Titelverteidiger London Olympians durch. Das Spiel im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion (heute Mercedes-Benz Arena) wurde vor einer Kulisse von 20.000 Besuchern ausgetragen, was damals das meistbesuchte Spiel deutscher Teams in der Geschichte war.[37] Bis zum Ende der Dekade folgten vier weitere Triumphe deutscher Mannschaften in der EFL. Die Hamburg Blue Devils errangen drei Titel in Folge, ehe sie sich im rein deutschen Endspiel 1999 den Braunschweig Lions geschlagen geben mussten. Von 1994 bis 1997 wurde der Eurobowl im Gottlieb-Daimler-Stadion ausgetragen, von 1998 bis 2000 im Volksparkstadion, dem Heimfeld der Hamburg Blue Devils.[38]

Die Braunschweig Lions erreichten 1994 zum ersten Mal die Play-offs und konnten diese bis 2008 jedes Jahr erreichen. Zusammen mit den Hamburg Blue Devils dominierten sie die Liga – von 1995 bis 2000 stand mindestens eine der beiden Mannschaften im German Bowl, 1998 und 1999 fand ein Endspiel zwischen den Blue Devils und den Lions statt. Da die beiden Mannschaften die meisten Zuschauer aufweisen konnten, waren die Endspiele besser besucht als alle anderen Spiele zuvor. So sahen 1999 30.400 Zuschauer German Bowl XXI zwischen den Blue Devils und Lions im Hamburger Volksparkstadion.[8] Dieser Wert wurde bis heute nicht übertroffen[39] Zur Saison 2001 übernahmen sich sowohl die Lions als auch die Blue Devils finanziell und mussten somit ihre Eintrittspreise erhöhen, womit die Zuschauerzahlen sanken.[40] Die Lions gewannen dreimal, dabei zweimal gegen die Devils, die Hamburger gewannen lediglich 1996 mit 31:12 gegen die Düsseldorf Panther. Austragungsort für das Endspiel war 1995 und 2000 Braunschweig. Von 1996 bis 1999 waren die Blue Devils Veranstalter.

2001 bis 2007 – Wiederaufbau nach wirtschaftlichem Zusammenbruch

In der NFL Europe stiegen die Zuschauerzahlen der drei deutschen Mannschaften bis 2002 weiter, bis die Galaxy 2003 lediglich 23.000 Zuschauer pro Spiel aufweisen konnten, 10.000 weniger als im Vorjahr. In Folge dessen wurden 2004 die Barcelona Dragons durch die Cologne Centurions ersetzt. Die Centurions spielten im RheinEnergieStadion und spielten in ihrer ersten Saison vor durchschnittlich 12.000 Besuchern. Durch die Gründung einer Kölner Mannschaft nahmen die Zuschauerzahlen der Düsseldorfer Rhein Fire, die 2003 und 2004 aufgrund des Neubaus der LTU-Arena (heute Esprit-Arena) in der Gelsenkirchener Arena AufSchalke (heute Veltins-Arena) spielten, drastisch ab. Fire spielte vor nunmehr durchschnittlich etwa 22.000 Zuschauern, im Gegensatz zu den etwa 35.000 im vorherigen Jahr. 2005 wurde mit den Hamburg Sea Devils das letzte deutsche Team hinzugefügt.[29] Zur Saison 2007 wurde die NFL Europe aufgrund von fünf deutschen Mannschaften in „NFL Europa“ umbenannt, nach der Saison wurde sie aufgrund von anderen Prioritäten seitens der National Football League, dem Geldgeber und Besitzer, eingestellt.[41] Lediglich 2005 gewannen die Amsterdam Admirals den World Bowl, in den anderen Jahren gewann ein deutsches Team.

2008 bis heute – Nach der NFL Europa

Seit 2008 wird der German Bowl in der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main ausgetragen und vom Deutschen Sportfernsehen (DSF) live im Fernsehen übertragen, außerdem schloss der AFVD weitere Verträge über Übertragungen beziehungsweise Zusammenfassungen von einigen Spielen mit dem DSF. Außerdem bewarb sich der deutsche Verband um die Ausrichtung der American-Football-Europameisterschaft für das Jahr 2010 und bekam diese von der European Federation of American Football (EFAF) zugesprochen.[42] Mitten in der Saison 2009 wurde das Internet-TV-Projekt GFL-TV beziehungsweise Internet-Radio-Projekt GFL-Radio ins Leben gerufen, um eine regelmäßigere und überregionale Berichterstattung über die GFL und GFL2 bieten zu können.

In der Bundesliga dominierten wie in den Vorjahren die Braunschweig Lions, die zum zwölften Mal in den German Bowl einziehen konnten und diesen gegen die Kiel Baltic Hurricanes zum siebten Endspielsieg führen konnten. In der Commerzbank-Arena selbst waren mehr als 16.000 Zuschauer, die Liveübertragung des DSF verfolgten durchschnittlich 180.000 Zuseher, was einer Einschaltquote von 2,1 % in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen entsprach.[43] Bester Runningback der Saison wurde der US-Amerikaner Sean Cooper von den Marburg Mercenaries. Der Zuschauerrückgang der Braunschweig Lions ging weiter, so kamen zu Heimspielen durchschnittlich 5.656 Zuschauer, was einem Rückschritt von mehr als 10 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Lediglich vier Vereine konnten ihre Zuschauerzahlen im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die Heimspiele der Kiel Baltic Hurricanes wurden durchschnittlich von etwa 80 % mehr Zuschauern besucht, sie konnten sich von 2.313 im Jahr 2007 auf durchschnittlich 4.133 verbessern. Die anderen Mannschaften mit Zuschaueranstieg waren die Absteiger Cologne Falcons mit einem 32-%-Plus, die Berlin Adler mit einem Zuwachs von 43 % sowie die Munich Cowboys, die 2008 durchschnittlich etwa 250 Zuschauer mehr als 2007 aufweisen konnten.[44] Die Zuschauerzahlen der Baltic Hurricanes stiegen zur Saison 2009 erneut, sie konnten sich um 24 % auf durchschnittlich 5.105 Besucher und somit Platz eins des Zuschauerschnitts vor den Braunschweig Lions einnehmen. Die Lions konnten das erste Mal seit 1995 die Play-offs nicht erreichen – sie standen am Ende der Regular Season mit den Aufsteigern Assindia Cardinals auf dem letzten Platz, der den Einzug in die Play-offs garantiert. Aufgrund vom besseren Touchdown-Verhältnis der Essener zogen diese und nicht die Lions in den zweiten Teil der Saison ein. Im German Bowl stehen am 3. Oktober 2009 die Berlin Adler, für die es der sechste German-Bowl-Sieg sein könnte, und die Kiel Baltic Hurricanes, die mit einem Sieg den ersten Endspielerfolg in der Geschichte des Vereins feiern könnten.

2009 wurde zum ersten Mal ein deutscher Spieler im NFL Draft ausgewählt, der das Footballspielen in Deutschland erlernt hat. Der Offensive Tackle Sebastian Vollmer, der in der Jugend bei den Düsseldorf Panthern und danach für die Houston Cougars College Football spielte, wurde in der zweiten Draftrunde an insgesamt 58. Stelle von den New England Patriots ausgewählt und schaffte es in den Kader der mehrmaligen Super-Bowl-Sieger. Dort spielt er als Reservespieler für Matt Light und Nick Kaczur und kam bereits in den ersten Spielen der Saison einige Spieleinsätze.[45]

Deutsche Meisterschaften

Hauptartikel: Deutscher Meister (American Football)

Alle deutsche Meisterschaften werden vom AFVD ausgeschrieben und bis auf den German Bowl von verschiedenen Vereinen oder Verbänden ausgerichtet. Das Endspiel wird im Stadion des Veranstalters ausgetragen. Außerdem bezahlt der Veranstalter die Schiedsrichter, die Medaillen und den Pokal. Er behält lediglich die Einnahmen aus den Ticketverkäufen.[46] Der German Bowl, das Endspiel der German Football League, wird von der Betriebsgesellschaft der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main organisiert und findet seit 2008 dort statt.

German Bowl

Hauptartikel: German Bowl
German-Bowl-Teilnehmer
Name S N T B P+ P- G
New Yorker Lions 7 5 12 0,583 278 247 +31
Düsseldorf Panther 6 3 9 0,667 173 153 +20
Berlin Adler 6 2 8 0,750 204 166 +38
Hamburg Blue Devils 4 4 8 0,500 181 141 +40
Ansbach Grizzlies 3 5 8 0,375 107 130 −23
Frankfurter Löwen 2 1 3 0,667 41 47 –6
Cologne Crocodiles 1 5 6 0,167 155 181 −26
Kiel Baltic Hurricanes 1 3 4 0,250 96 106 –10
Munich Cowboys 1 1 2 0,500 65 60 +5
Red Barons Cologne 1 1 2 0,500 43 50 −7
Schwäbisch Hall Unicorns 1 0 1 1,000 48 44 +4
Marburg Mercenaries 0 1 1 0,000 13 31 –18
Stuttgart Scorpions 0 1 1 0,000 6 27 –21
Badener Greifs 0 1 1 0,000 12 37 –25
Legende: S: Siege; N: Niederlagen; T: Teilnahmen; B: Bilanz;
P+: Punkte erzielt; P-: Punkte erlaubt; G: Gesamt-Punktebilanz

Seit 1979 wird die deutsche Herren-Meisterschaft im American Football ausgetragen. Von 1980 bis 1982 gab es zwei Endspiele, eins zwischen den Siegern der AFV-Liga und eins zwischen den Siegern der AFBD-Liga, ausgetragen. Mit dem Zusammenschluss des AFV und des AFBD wurde das Spiel weit populärer, beim ersten Deutschen Super Bowl zwischen den Ansbach Grizzlies und den Cologne Crocodiles im Jahr 1982 kamen 8.000 Zuschauer in das Essener Grugastadion. Bis 1987 stiegen die Zuschauerzahlen auf 17.000, diese stagnierten bis 1994 auf weniger als 8.000 Zuschauer im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion. Durch den Einstieg der Hamburg Blue Devils in die GFL und deren Popularität stiegen die Zuschauerzahlen in der Liga und beim German Bowl wieder – bis 1999 konnte jedes Jahr ein Anstieg vermerkt werden. Nach der Rekordmarke von 30.400 Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion (heute Imtech Arena) fielen die Zuschauerzahlen aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruch der erfolgreichsten Mannschaften wieder. Häufigste Veranstaltungsorte waren Hamburg und Braunschweig mit je fünf Austragungen, darauf folgt Frankfurt am Main mit drei Austragungen. Bis zur Saison 2010 besteht ein Vertrag zwischen dem American Football Verband Deutschland und der Betreibergesellschaft der Commerzbank-Arena zur Austragung in diesem Stadion.[8]

Kurz nach dem Schlusspfiff des German Bowl 1993

In den Endspielen dominieren die Mannschaften aus dem Norden gegenüber den Süddeutschen Teams. Bei den dreißig bisherigen Endspielen gewannen Norddeutsche Teams bisher 24 Titel, Südteams waren nur sechs Mal erfolgreich. Der letzte Süderfolg stammt aus dem Jahr 1993, als die Munich Cowboys die Cologne Crocodiles mit 42:36 nach Verlängerung besiegen konnten. Mit einer German-Bowl-Bilanz von 7:5 können die Braunschweig Lions die meisten Siege und die meisten Teilnahmen am Endspiel der German Football League aufweisen. Von 1997 bis 2008 standen diese in jedem German Bowl, 2009 verpassten sie das erste Mal seit 1995 die Play-offs. Erfolgreichster Trainer ist Kent Anderson mit sieben Titeln, fünf mit den Lions, einen mit den Blue Devils und einen mit den Berlin Adlern.[47]

Junior Bowl

Hauptartikel: Junior Bowl
Logo des Junior Bowls 2009

Der Junior Bowl ist das Endspiel der German Football League Juniors (GFLJ). Das erste Finale der Jugendbundesliga wurde 1982 zwischen den Jugendmannschaften der Düsseldorf Panther und der Cologne Crocodiles ausgetragen. Im Kölner Südstadion setzten sich die Panther vor etwa 500 Zuschauern mit 13:6 durch. Bis einschließlich 1991 standen die Panther insgesamt fünf weitere Male im Junior Bowl und konnten alle gewinnen. Die Cologne Crocodiles konnten einen weiteren und die Berlin Adler die anderen beiden gewinnen. 1992 wurde im Rudolf-Kalweit-Stadion in Hannover ein bis heute ungeschlagener Zuschauerrekord aufgestellt. Über 2.700 Zuschauer sahen beim Spiel zwischen den Berlin Rebels und den Stuttgart Scorpions zu.[8] Die Rebels konnten klar mit 38:6 gewinnen. Bis 2002 gab es keine dominanten Mannschaften mehr. 1993 besiegten die Cologne Crocodiles die Regensburg Royals in Stuttgart, im nächsten Jahr gingen die Berlin Adler gegen die Frankfurt Gamblers vor 1.340 Besuchern in Rüsselsheim als Sieger hervor. Die Darmstadt Diamonds brachten den Düsseldorf Panther 1995 die erste Endspiel-Niederlage. Die Berlin Rebels gewannen darauf folgend gegen die Jugendmannschaft der Munich Cowboys, 1997 siegten die Berlin Adler erneut, diesmal über die Schwäbisch Hall Unicorns. Im Braunschweiger Eintracht-Stadion holten sich die Düsseldorf Panther vor einem Publikum von 1.400 Personen 1998 ihren ersten Jugendtitel seit zehn Jahren, der Endstand gegen die Darmstadt Diamonds war 13:9. Im darauffolgenden Jahr sicherten sich die Hamburg Blue Devils erstmals die Trophäe. Nach einem Sieg der Berlin Rebels 2000 und Einem der Darmstadt Diamonds 2001 begann die zweite Ära der Düsseldorf Panther. Von 2002 bis 2008 traten sie unter Cheftrainer Oliver Nitschmann in jedem Junior Bowl auf und haben jeden gewonnen. Die Panther konnten in diesen sieben Jahren eine Bilanz von 318:106 Punkten aufweisen. 2009 wurde diese Serie gebrochen, da die Panther im Halbfinale gegen die Berlin Adler verloren haben. Darauf folgend konnten sich die Adler im Endspiel mit 21:14 gegen die Cologne Falcons durchsetzen. Seit 2006 findet der Junior Bowl im Warsteiner HockeyPark, der Heimspielstätte der Mönchengladbach Mavericks, statt. Im ersten Jahr der Austragung in Mönchengladbach waren knapp 2.000 Zuschauer im Stadion.[48]

Die Teilnehmer des Junior Bowls werden erst seit 2001 aus der GFLJ erspielt, vorher trugen die jeweiligen Landesmeister eine Play-off-Runde aus.[48]

LadiesBowl

Hauptartikel: Ladiesbowl
Pokal des LadiesBowl 2008

Das Endspiel der Damenbundesliga heißt LadiesBowl[49] (auch Ladies Bowl[8] und seltener Ladiesbowl[50]) und wird seit 1992 ausgetragen. Das erste offizielle Finale der Liga, die bereits 1990 gegründet wurde, bestritten die Bamberg Lady Bears und die Mülheim Shamrocks gegeneinander.[51] Erster „Offizieller Deutscher Meister der Damen im American Football“ wurden die Lady Bears mit einem 23:00-Sieg gegen die gegen die Shamrocks. Das Spiel wurde in der Bamberger Hauptkampfbahn im Volkspark (heute Fuchs-Park-Stadion) vor 500 Besuchern ausgetragen, was bis heute den Zuschauerrekord für ein Damenfootballspiel in Deutschland darstellt. Rekordmeister ist die Damenabteilung der Berlin Adler, die den LadiesBowl zehnmal gewinnen konnten. Nach deren Auflösung im Jahr 2004 wurden die Berlin Kobra Ladies unter dem Sportverein Pro Sport Berlin 24 von einigen alten Spielerinnen der Adler gegründet. Diese konnten sich 2007 und 2008 beim Endspiel der Damenbundesliga durchsetzen und sind damit amtierende Meister.[8]

Struktur

In Deutschland gibt es sieben Spielstufen für Herrenmannschaften. Die höchsten beiden Ligen sind die German Football League (GFL) und die German Football League 2 (GFL2). Darunter folgen die Regionalligen, Oberligen, Verbandsligen, Landesligen und Aufbauligen, die alle durch die jeweiligen Landesverbände organisiert werden. Die unterste Liga, die Aufbauliga, existiert momentan nur in Bayern. Mit 46 Mannschaften spielen in der fünftklassigen Verbands-, beziehungsweise in Hessen und Rheinland-Pfalz in der Landesliga, die meisten Vereine.

Momentan sind etwa 32.000 Spieler und zirka 300 Vereine beim AFVD und den Landesverbänden angemeldet.[1] Damit spielt fast die Hälfte aller europäischen Footballspieler in Deutschland.[52]

Herren

Hauptartikel: German Football League und German Football League 2
Ligastruktur bis zur Regionalliga

Die German Football League 1 und 2 sind die Bundesligen Deutschlands. Sie werden direkt vom American Football Verband Deutschland organisiert. In der GFL treten zwölf Mannschaften an, wobei es 2009 nur elf waren, da die Hamburg Blue Devils in der Regionalliga starteten. In der GFL2 starten 16 Mannschaften. Beide Ligen sind in Nord- und Südgruppe eingeteilt, in denen gleich viele Mannschaften spielen. In einer Saison mit zwölf teilnehmenden Mannschaften treten das letztplatzierte Team der jeweiligen GFL1-Gruppe und das erstplatzierte Team der GFL2-Gruppe in einem Relegationsspiel um ihren Verbleib in der Liga beziehungsweise ihren Aufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse gegeneinander an. Bis 2009 traten die Ersten der Regionalliga West und der Regionalliga Nord sowie der Zweite der Regionalliga West und der Erste der Regionalliga Ost im Kampf um die Plätze in der GFL2-Nord gegeneinander an. Dadurch werden zwei Aufsteiger bestimmt.[53] Ab 2010 tragen die Erstplatzierten der drei Ligen ein Turnier um die Aufstiegsplätze aus.[54] Jeder Verein, der in der GFL oder GFL2 spielt, muss über gewisse finanzielle Grundlagen verfügen sowie ein eigenes Jugendprogramm unterhalten. In seltenen und gut begründeten Fällen werden Ausnahmegenehmigungen erteilt.[55]

Unterhalb der GFL 1 und 2 werden die Ligen von den jeweiligen Landesverbänden organisiert. Je nach Verband gibt es drei bis fünf weitere Ligastufen, Bayern hat mit der Aufbauliga, der Landesliga, der Verbandsliga, der Bayernliga und zwei Regionalligen die meisten Ligen, darauf folgen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit Landes-, Verbands-, Ober- und Regionalligen. Der Auf- und Abstiegsmodus innerhalb dieser Ligen wird vom Landesverband festgelegt, meist steigt ein Verein auf und einer ab, Relegationsrunden werden in keinem Bundesland durchgeführt.

Frauen

Hauptartikel: Frauenfootball in Deutschland
Mannschaft der Berlin Kobra Ladies beim LadiesBowl 2009

Bereits 1990 gab es die erste Frauenfootballliga in Deutschland, damals nahmen sechs Mannschaften, vorwiegend aus West- und Norddeutschland, teil. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Frauenmannschaften in Deutschland und die Damenbundesliga musste expandieren. Seit dem Jahr 2007 müssen alle zehn Vereine wie in der Herren-Bundesliga diverse finanzielle Grundlagen aufweisen um am Spielbetrieb teilnehmen zu dürfen.[56] Als Vorbereitung für eine 2. Bundesliga wurde 2008 eine Aufbauliga mit vier Mannschaften ins Leben gerufen.[57] 2009 wurde diese in eine richtige, vom AFVD organisierte, Bundesliga mit zwei Gruppen umformiert. Seitdem nehmen insgesamt 16 Mannschaften am Spielbetrieb des American Football Verbands Deutschland teil. Da die Teams meist lange Wege von mehreren 1.000 Kilometern pro Saison fahren müssen, haben größtenteils nur Vereine mit höherklassigen Herrenmannschaften und somit fundierteren Finanzgrundlagen eine Frauenabteilung.[58]

Teilnahmeberechtigt für die beiden Bundesligen sind Frauen ab einem Alter von 16 Jahren, darunter können sie in den B- und C-Tackle-Jugendmannschaften der Vereine sowie in Flag-Football-Abteilungen spielen. Bis zur Einführung der B- und C-Tackle-Jugend im Jahr 2009 durften Frauen unter 16 und über 14 nicht am Spielbetrieb irgendeiner Mannschaft teilnehmen, da die Bundesspielordnung des Verbandes gemischten Spielbetrieb in Vollkontakt-Mannschaften verbot.[59]

Jugend

Hauptartikel: German Football League Juniors

Jugendfootball ist in Deutschland in drei Gruppen unterteilt. In der A-Jugend spielen Jugendliche von 16 bis 19 Jahren, in der B-Jugend von 14 bis 16 Jahren und in der C-Jugend von 10- bis 13-Jährige. A-Jugend-Football wird je nach Bundesland in einem bis zu fünfstufigen Ligasystem gespielt. Die höchste Liga ist die German Football League Juniors (GFLJ) die vom AFVD organisiert wird und Mannschaften aus ganz Deutschland beinhaltet. Jedes Jahr findet ein Jugendländerturnier der Landesverbände statt, bei denen diese einen Auswahlkader aus 100 Spielern gegeneinander antreten lassen. Aus diesen Spielern selektiert der American Football Verband Deutschland die Nationalmannschaft. Bis 2008 fand das Turnier in Berlin statt, aufgrund von Platzproblemen wurde es 2009 in Hamm ausgetragen.[60]

Universitäten

Logo des Hochschulbowls 2009

Seit 1988 gibt es in Deutschland American-Football-Teams an einigen Universitäten. Das erste Turnier, Hochschulbowl genannt, konnten die Passau Red Wolves im Endspiel am 30. Juni 1990 gegen die Konstanz Falken für sich entscheiden.[61] 1991, 1992 und 1993 gewannen die Red Wolves erneut und wurden dadurch, zusammen mit den Düsseldorf Guerrilleros von der Heinrich-Heine-Universität, die jeden Hochschulbowl von 2000 bis 2003 mit nach Hause nehmen konnten, die erfolgreichste Universitätsmannschaft in Deutschland.[62]

2006 wurde der Hochschulbowl in UniBowl umbenannt und bezeichnet das alljährliche Abschlussturnier zwischen deutschen Universitäten. 2009 erhielt das Turnier wieder seinen ursprünglichen Namen. Sechs Universitäten nahmen teil. Die Karlsruhe Engineers vom Karlsruher Institut für Technologie gewannen den Hochschulbowl XX in Hamburg. Viele weitere deutsche Universitäten haben eine eigene American-Football-Mannschaft, ohne an solchen Turnieren teilzunehmen. Die Gründe dafür sind meist die hohen Reisekosten und der benötigte große Kader.

Seit 1998 gibt es eine Art Nationalmannschaft. Die Vorbereitungen dafür liefen seit 1994. Die Mannschaft besteht zu zwei Dritteln aus Spielern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Universität Karlsruhe, der Universität Paderborn und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und zu einem Drittel aus Spielern anderer Universitäten. Im Jahr 2000 nahmen die GERmaniacs zum ersten Mal am European College Bowl, einem Turnier zwischen europäischen Hochschulauswahlmannschaften in Leicester, England teil. Trotz der im Vergleich zu den anderen Mannschaften langen Vorbereitungszeit von mehreren Monaten schieden sie schon früh aus. 2002 wurde die Mannschaft neu formiert. Das erste Spiel fand am 26. Oktober 2002 gegen die A-Jugendauswahl der Niederlande statt. Die Mannschaft unter Cheftrainer Charris Tzellos von der Universität Mannheim verlor das Spiel knapp mit 18:19.[63]

Ausländische Spieler

Viele Vereine nutzen die Möglichkeit, bis zu acht Spieler aus den Vereinigten Staaten zu „importieren“. Da diese nach der Bundesspielordnung und meist fehlender Arbeitsgenehmigung nicht besoldet werden dürfen, stellt der Verein dem Spieler eine Wohnung, Essen, die Mitgliedsgebühr für ein Fitnessstudio und oft ein Auto. In manchen Fällen, vor allem wenn die Spieler schon länger in Deutschland spielen, bekommen sie einen Arbeitsvertrag bei einem der Mannschaftssponsoren um dort neben dem Training zu arbeiten. Die meisten Spieler sind Absolventen von kleineren Colleges aus den USA, seltener kommen ehemalige Profispieler wie James Taylor, der Cornerback bei den Green Bay Packers und den New York Jets war und seit 2008 bei den Weinheim Longhorns spielt, nach Deutschland.[64] Diese Spieler sind aufgrund von der längerer Erfahrung als die meisten deutschen Spieler meist Leistungsträger des Teams, deswegen werden hauptsächlich die Schlüsselpositionen wie die des Quarterbacks, Wide Receivers, Runningbacks oder Linebackers mit ausländischen Spielern besetzt. Viele Mannschaften haben zwei US-amerikanische Runningbacks, einen Linebacker und einen Safety.[65]

Ein Großteil der US-Amerikaner, die nach Deutschland kommen, wollen den deutschen Football als eine Art „Sprungbrett“ für eine Profikarriere in Kanada oder den Vereinigten Staaten benutzen. Dies schaffen nur sehr wenige Spieler, wie beispielsweise Mike Renaud, der Quarterback bei den Mönchengladbach Mavericks war und 2008 von den Calgary Stampeders aus der Canadian Football League (CFL) als Punter verpflichtet wurde.[66] Einige andere Spieler sind sich dem Ende ihrer professionellen Karriere bewusst und kommen nur für Auslandserfahrungen nach Deutschland.[67]

Stadien und Zuschauerzahlen

Footballteams mit mehr als
1.000 Zuschauern pro Spiel
(ab Regionalliga)[68]
Verein Gesamt Schnitt Liga Tickets
Kiel Baltic Hurricanes 25.527 5.105 GFL ∅ 12 €
Braunschweig Lions 24.100 4.820 GFL ∅ 18 €
Dresden Monarchs 8.646 1.729 GFL ∅ 9 €
Frankfurt UNIVERSE 9.952 1.658 RL ∅ 8 €
Berlin Adler 6.262 1.252 GFL ∅ 12 €
Schwäbisch Hall Unicorns 5.681 1.136 GFL ∅ 7 €
Munich Cowboys 6.240 1.040 GFL ∅ 8 €
Mönchengladbach Mavericks 5.120 1.028 RL ∅ 5 €
Verein: Name des Vereins; Gesamt: Gesamtzuschauerzahl in der Saison 2009;
Schnitt: Durchschnittliche Zuschauer pro Heimspiel in der Saison 2009;
Liga: Liga des Vereins, RL = Regionalliga (3. Liga);
Tickets: Durchschnittlicher Ticketpreis bei Heimspielen in der Saison 2009;

Die meisten deutschen Footballmannschaften spielen auf den Sportanlagen der ansässigen Sportvereine. Einige Teams, vor allem in größeren Städten, nutzen die Stadien der größeren Fußballvereine. Das erste und bisher einzige deutsche Stadion im Besitz eines Footballteams ist die Evendi-Arena (Eigenschreibweise eVendi Arena) in Hamburg, in dem die Hamburg Blue Devils ihre Heimspiele austragen.[69] In den Ligen unterhalb der GFL und der GFL2 müssen Footballstadien keine besonderen Bedingungen erfüllen. Viele Teams unterer Ligen spielen daher auf normale Sportplätze. Für Stadien, in denen die im AFVD organisierten Ligen spielen, sind mindestens 10.000 Zuschauerplätze und eine sehr starke Flutlichtanlage vorgeschrieben. Solche Stadien kosten meist mehrere 1.000 Euro pro Spiel und stellen für die meisten Vereine den größten Kostenfaktor dar.[70]

1.600 Zuschauer beim Regionalligaspiel der Kaiserslautern Pikes

Je nach Liga und Standort der Mannschaft variieren die Zuschauerzahlen sehr stark. Beispielsweise spielen die Siegen Sentinels, drittplazierter in der untersten Liga, durchschnittlich vor einer Kulisse von über 2.500 Personen,[71] während die Stuttgart Silver Arrows der GFL2 lediglich etwa 200 Zuschauer pro Spiel verbuchen können. Das liegt daran, dass die Stuttgart Scorpions in der selben Stadt in einer höheren Liga spielen.[72] Die meisten Zuschauer zieht es regelmäßig in Schleswig-Holstein und Hamburg in die Stadien. Mit den Baltic Hurricanes hat Kiel einen der erfolgreichsten Footballvereine Deutschlands. Darüber hinaus gibt die Mannschaft einige Freikarten für Stehplätze aus und bietet dazu noch ein Rahmenprogramm mit Gästen wie Sonya Kraus oder dem Kieler Oberbürgermeister, die den Münzwurf ausführen. Außerdem spielen die Hurricanes im Holstein-Stadion und können somit auf einen Zuschauerschnitt von bis zu 6.000 Zuschauern pro Spiel zählen. [73] Ein weiterer Zuschauermagnet sind die Hamburg Blue Devils, die bis 2008 in der GFL gespielt haben und im Durchschnitt immer etwa 1.000 Besucher anziehen. Die Braunschweig Lions konnten bisher die meisten German-Bowl-Siege für sich verbuchen. Sie spielen im Eintracht-Stadion vor durchschnittlich knapp 5.000 Zuschauern,[74] wobei die Zuschauerzahlen seit dem Jahre 2000, in dem der Zuschauerschnitt der Lions bei mehr als 11.000 lag, sinken.

Weitere Hochburgen des American Football sind das Rhein-Main-Gebiet und die Metropolregion Rhein-Ruhr. Dort spielten die NFL-Europe-Teams Rhein Fire, Cologne Centurions sowie die Frankfurt Galaxy, die dafür sorgten, dass der Football erfolgreich wurde. Die meisten Footballvereine in Deutschland befinden sich in Nordrhein-Westfalen und in Hessen. Nur wenige Mannschaften ziehen mehr als 1.000 Zuschauern pro Spiel an, meistens bei Derbys, bei Spielen zwischen Erstplatzierten der Liga, oder bei sehr bekannten Vereinen.

Medienpräsenz

Fernsehen

Regelmäßige American-Football-Berichterstattungen im deutschen Fernsehen gibt es momentan nicht. Einige regionale Sender senden Zusammenfassungen oder unregelmäßig ganze Spiele ortsansässiger Mannschaften. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtet beispielsweise über die Berlin Adler und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) über die Kiel Baltic Hurricanes und andere norddeutsche Vereine.

Deutscher Football

Haupt-Fernsehpartner des AFVD ist das Deutsche Sportfernsehen (DSF), das mit der AFVD-eigenen Produktionsfirma German Football Fernsehen (GFF) fest zusammenarbeitet. Diese Produktionsfirma ist eine eingetragene Genossenschaft des Verbandes, der GFL-Vereine sowie einiger GFL2-Vereine. Die Fernsehrechte aller GFL- und GFL2-Spiele liegen bei den German Football Partners, einer Tochterfirma des AFVD. Das GFF produzierte im Jahr 2002 das GFL-Magazin „Kick off – Das GFL Magazin“, das wöchentlich im DSF ausgestrahlt wurde. Von 2004 bis 2006 wurde das Magazin von rheinmaintv und easy.TV übertragen.[75] Das Format beinhaltete eine Zusammenfassung des Spieltags, Interviews mit Spielern sowie Traineranalysen. Außerdem berichtete das Magazin über die Spiele der deutschen Herren-Nationalmannschaft.[76]

Seit 2004 wird der German Bowl, das Endspiel der German Football League, live im deutschen Fernsehen gesendet, von 2004 bis 2007 von rheinmaintv und easy.TV.[75] German Bowl XXX wurde 2008 erstmals vom DSF übertragen. Die Einschaltquote betrug durchschnittlich 180.000 Zuschauer, ARD und ZDF sendeten Zusammenfassungen. 2009 und 2010 wurde das größte deutsche Footballereignis wieder vom Deutschen Sportfernsehen[43] gezeig. Im Jahr 2011 übertrug erstmals Eurosport und Eurosport 2 live.

NFL

Fernsehübertragungen von National-Football-League-Spielen laufen in Deutschland ausschließlich auf dem Bezahlsender ESPN America, der zusätzlich zu den Spielen der Regular Season alle Play-off-Spiele überträgt. Das AFC und das NFC Championship Game sowie den Super Bowl, das Endspiel der NFL, wird zusätzlich in der ARD mit eigenen Kameras und deutschen Kommentatoren gesendet. 2006 und 2007 gab es zusätzlich das Magazin NFL Game Day beim DSF.[77]

Seit 1990 hat der Super Bowl einen Sendeplatz im deutschen Fernsehen. Tele 5 übertrug die Veranstaltungen 1990 und 1991 und ging deswegen schon zwei Stunden früher als vorgesehen auf Sendung. Einen weiteren Sendeplatz hatte der Super Bowl 1990 im Sportkanal. Von 1992 bis 1998 strahlte Premiere (heute Sky Deutschland) den Super Bowl verschlüsselt aus, 1999 übernahm das DSF. Von 2000 bis 2005 übertrug Premiere wieder im Kanal Premiere Sport Plus, 2000 und 2003 sendete Sat.1 zusätzlich zu Premiere live aus den Vereinigten Staaten. Seit 2006 wird der Super Bowl von der ARD mit eigenen Kameras vor Ort sowie deutschen Kommentaren übertragen. Die Einschaltquoten liegen jeweils mit 10 bis 30 % bei 300.000 bis 600.000 Zuschauern.[78] Fans kritisieren oft den Boulevard-Stil mit Prominenten wie Franziska van Almsick oder Boris Becker als Co-Kommentatoren bei Super-Bowl-Übertragungen.[79][80]

NFL Europe

Das Endspiel der NFL Europe, beziehungsweise NFL Europa, wurde von 1995 bis zur Auflösung der Liga im Jahr 2007 live übertragen. Das Endspiel der World League of American Football, Vorgängerin der NFL Europe, wurde 1993 vom Sportkanal ausgestrahlt. Von 1996 bis 1999 sendete das Deutsche Sportfernsehen, danach Premiere bis 2005 digital und unverschlüsselt. 2006 war der World Bowl nicht im deutschsprachigen Free-TV zu sehen. 2007 folgte eine letzte Live-Übertragung des DSF.[81] NASN (heute ESPN America) hat die meisten World Bowls ebenfalls mit englischen Kommentaren gesendet. 2007 strahlte das DSF wöchentlich eine Zusammenfassung der Spiele des zurückliegenden Wochenendes aus.

Die Übertragung des World Bowls zog regelmäßig mehr Fernsehzuschauer als der Super Bowl an, so sahen 1999 durchschnittlich über eine Million Zuschauer das Endspiel zwischen der Frankfurt Galaxy und den Barcelona Dragons.[24] Die Zusammenfassung der ARD zum World Bowl 2007 wurden von etwa 600.000 Zusehern verfolgt.[82]

Printmedien

Die wöchentlich erscheinende SportzeitschriftHuddle“, die über die Spiele der German Football League, die National Football League und über den College Football in den Vereinigten Staaten berichtet, ist die einzige Footballzeitschrift in Deutschland. Mit einer wöchentlichen Auflagenstärke von etwa 17.000 Stück und 3.000 Abonnenten erreicht der Huddle rein statistisch etwa jedes zweite Footballvereinsmitglied in Deutschland.[83]

Über die meisten Spiele von Footballvereinen wird in den regionalen Tageszeitungen am Tag nach dem Spiel berichtet, oft nur als kleine Notiz im Sportteil.

Internet

Das GFL-Radio- und GFL-TV-Team bei einem Spiel zwischen den Hamburg Blue Devils und den Mönchengladbach Mavericks

Das Internet stellt ein wichtiges Medium für den American Football in Deutschland dar. Einerseits bieten die zahlreichen Footballportale den Footballfans eine gute Informationsquelle, die ihnen über das Fernsehen nicht zur Verfügung steht, andererseits stellen viele Vereine Radio-Streams beziehungsweise Zusammenfassungen vieler Spiele in bewegten Bildern ins Internet ein. Das German Football Fernsehen (GFF), ein Verbund aller GFL-Vereine, produziert seit 2009 jeden Spieltag das Magazin GFL-TV,[84] in dem in kurzen Spielberichten mit Kommentaren von Andreas Renner über den vergangenen Spieltag in der GFL berichtet wird.

Homepages sind ein wichtiges Medium der Vereine zur Verbreitung von Spielberichten, Tabellen und anderen Informationen. Manche Vereine registrieren Zugriffe von mehreren 100.000 Besuchern pro Jahr.[85]

Deutscher Football im internationalen Vergleich

Nationalmannschaften

Alle deutschen Football-Nationalmannschaften, das heißt die Herrenmannschaft seit 1982, die Jugendnationalmannschaft seit 1993 sowie die Damenauswahl seit 2009, werden vom AFVD organisiert. Von 2000 bis 2005 gab es eine deutsche Flag-Football-Deutschlandauswahl. Aufgrund mangelnden Interesses und unzureichender Förderung wird Deutschland bei internationalen Wettbewerben seitdem durch den amtierenden deutschen Flag-Football-Meister oder einen anderen ausgewählten Verein vertreten.[86]

Herren

Hauptartikel: Deutsche American-Football-Nationalmannschaft
Panorama des Endspiels zwischen Deutschland und Schweden bei den World Games 2005

Bereits zwei Jahre nach Aufnahme des ersten organisierten Spielbetriebs in Deutschland wurde die Herren-Nationalmannschaft gegründet. Das erste Spiel bestritten die Deutschen gegen das italienische Nationalteam und gewannen in Italien mit 12:6. Das Rückspiel verlor die neugegründete deutsche Mannschaft in Köln deutlich. Im Jahr 1983 fand die erste Europameisterschaft mit fünf Nationen statt. Deutschland belegte vor Frankreich und Österreich den dritten Platz. Zwei Jahre später war Deutschland wieder Dritter. Sieger wurde Finnland. 1987 gewannen die Deutschen die Silbermedaille nach einer Niederlage im Finale gegen die italienische Mannschaft von 24:22. Nach der Europameisterschaft in Deutschland 1989 nahm die Finanzkraft des Verbandes ab. Das hatte zur Folge, dass die Mannschaft 1991 nicht an der EM teilnehmen konnte. Nach einem weiteren dritten Platz strich der AFVD der Nationalmannschaft aufgrund weiter zunehmender Finanzprobleme alle Mittel. Steigende Popularität und eine beginnende Professionalisierung des Footballsports in Deutschland führte zur Neugründung der Auswahlmannschaft im Jahr 1998. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten des schwedischen Verbandes, der die Meisterschaft 1999 austragen sollte, wurde die EM 2000 nach Deutschland verlegt. Unter dem ehemaligen NFL-Trainer John Ralston kam die deutsche Nationalmannschaft im Jahr 2000 auf den zweiten Platz. Ein Jahr darauf gewannen die Deutschen ihren ersten Europameisterschaftstitel in Hanau vor mehreren 1.000 Zuschauern. 2005 gelang der Mannschaft ein zweiter Platz hinter Schweden.[87] Bei der American-Football-Weltmeisterschaft kam die deutsche Mannschaft in den Jahren 2003 und 2007 auf den dritten Platz.[88] Der bisher größte Erfolg neben dem Sieg bei der Europameisterschaft war die Goldmedaille bei den World Games 2005 in Duisburg. Die deutsche Mannschaft siegte vor etwa 20.000 Zuschauern gegen Schweden.[89] Ab 2010 spielt die Mannschaft im Rahmen des German-Japan-Bowl regelmäßig testweise gegen die japanische Nationalmannschaft.

Die Spieler der Nationalmannschaft werden teilweise per direkter Sichtung durch Scouts des AFVD oder durch sogenannte Try-Outs rekrutiert. Die meisten Akteure stammen aus Mannschaften der GFL und GFL2. Im Jahr 2009 gehörten lediglich zwei Regionalliga-Spieler zum Kader.

Frauen

Auf die Entscheidung der IFAF, die Frauenweltmeisterschaft auf 2010 vorzuziehen, organisierte der AFVD schon 2009 Sichtungs-Camps zur Gründung einer Frauen-Nationalmannschaft. Die Weltmeisterschaft war ursprünglich für das Jahr 2012 geplant und die Mannschaft sollte erst im Jahr 2010 gegründet werden. Bis auf den Angriffskoordinator steht die Berufung der restlichen Trainer noch bevor.[90]

Jugend

Die Jugendnationalmannschaft geht auf das Jahr 1993 zurück, als der AFVD mit Hilfe von McDonald’s eine süddeutsche und eine norddeutsche Auswahl für ein Aufeinandertreffen beim American Bowl in Berlin organisierte. Daraus wurden die besten Spieler für eine gesamtdeutsche Mannschaft ausgesucht. Dieser Modus wird mit kleinen Abweichungen heute noch angewendet. Die Landesverbände bilden Auswahlen für jedes Bundesland und bei einem sogenannten „Jugendländerturnier“ sichtet der American Football Verband Deutschland die besten Spieler und lädt diese zu einem weiteren Sichtungstermin ein.[91] Auf europäischer Ebene zählt die deutsche Mannschaft durch drei Siege in der Europameisterschaft (1998, 2000 und 2008) als eine der Besten. Finanziell wird die Mannschaft komplett vom AFVD getragen, der bisher mehrere 100.000  investierte, da die Jugendnationalmannschaft nicht von Deutschland subventioniert wird.[92] Bei der ersten Junioren-Weltmeisterschaft, die 2009 in Canton ausgetragen wurde, erreichte das Team den fünften Platz und war damit bester europäischer Teilnehmer. Lediglich die Mannschaft Kanadas, Mexikos, Japans und der Vereinigten Staaten, alles Länder in denen American Football professionell betrieben wird, konnten sich vor Deutschland platzieren.[93]

Europa

Deutschland gilt als Vorreiter des American Footballs außerhalb der Vereinigten Staaten und dominiert mit Österreich den europäischen Football.[94] In der Euro Top 20, einer Liste, die der europäische Verband nach Leistungen in offiziellen europäischen Spielen erstellt, sind mit den Braunschweig Lions auf Platz 15 und den Berlin Adler auf Platz 7 zwei deutsche Mannschaften vertreten.[95]

Die European Football League (EFL) ist eine vom Europaverband European Federation of American Football organisierte europäische Liga, in der die Landesmeister gegeneinander antreten. 11 deutsche Mannschaften nahmen bisher an der EFL teil. Im Endspiel, dem sogenannten Eurobowl, waren bisher neunmal Deutsche Mannschaften vertreten. 1999 gab es ein deutsch-deutsches Finale zwischen den Hamburg Blue Devils und den Braunschweig Lions. Im Eurobowl IX konnten die Düsseldorf Panther als erstes deutsches Team den Eurobowl für sich entscheiden. Das erfolgreichste deutsche Team sind die Blue Devils, die von 1996 bis einschließlich 2000 in jedem EFL-Finale standen und dreimal gewinnen konnten. Die letzten beiden deutschen Siege konnten die Lions in Eurobowl XIII gegen die Hamburg Blue Devils und in Eurobowl XVII gegen die Chrysler Vienna Vikings (heute Raiffeisen Vikings Vienna) erzielen. Deutschland war 1991 sowie von 1994 bis 2003, außer im Jahr 2001 Ausrichter des europäischen Endspiels. Einmal wurde das Spiel im Offenbacher Stadion am Bieberer Berg, viermal im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion, dreimal im Hamburger Millerntor-Stadion und zweimal im Eintracht-Stadion in Braunschweig ausgetragen.[38] Eine Art kleinere EFL ist der EFAF-Cup, bei dem niedrigrangigere Mannschaften der ersten Spielklassen gegeneinander antreten. Der EFAF-Cup findet seit 2002 statt. Seitdem haben fünf deutsche Mannschaften teilgenommen. Die Berlin Adler konnten das Turnier 2008 und die Marburg Mercenaries 2005 gewinnen.[96]

Deutsche Spieler in der NFL

Bisher gibt es erst einen Spieler, der den Footballsport in Deutschland erlernt hat und von einem National-Football-League-Team gedraftet wurde. Sebastian Vollmer spielte zuerst in der Jugendmannschaft der Düsseldorf Panther in der German Football League Juniors und in der deutschen Jugendnationalmannschaft.[97] Bei den NFL Global Junior Championships, einem Turnier zwischen einer Jugend-Europaauswahl gegen Nationalmannschaften aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Japan sowie gegen eine Auswahlmannschaft aus Mexiko wurde er von den Scouts verschiedener Colleges gesichtet und entschied sich für ein Footballstipendium an der University of Houston. 2009 wurde er in der zweiten Runde an insgesamt 58. Stelle von den New England Patriots ausgewählt. Vor Vollmer wurde schon Tom Nütten von einem NFL-Team im Draft ausgewählt. Dieser wurde in den Vereinigten Staaten geboren und verbrachte lediglich einige Jahre seiner Kindheit bei seiner deutschen Mutter in Oelde. Er wurde 1995 in der siebten Runde von den Buffalo Bills ausgewählt und bestritt sein erstes NFL-Spiel 1998 bei den St. Louis Rams.

Außerdem gab es deutsche Spieler in der National Football League, die nicht gedraftet wurden. Der Defensive End Constantin Ritzmann, der dreimal zum wertvollsten Spieler der NFL Global Junior Championships gewählt worden war, unterschrieb 2004 nach seinem College-Abschluss an der University of Tennessee einen Vertrag bei den Buffalo Bills.[98] Er verletzte sich jedoch schwer und wechselte 2005 zu den Atlanta Falcons. Ritzmann bestritt ein Spiel als erster deutscher Nicht-Kicker.[99] Horst Mühlmann und Uwe von Schamann liefen als deutsche Kicker für NFL-Teams auf und gelten bis heute als zwei der besten Kicker aller Zeiten.[100][101] Schamann hielt bis 2007 den Rekord für die meisten Extrapunktversuchen in einer Saison.[102] Darüber hinaus gab es im Rahmen des International Practice Squad Programs der NFL viele deutsche Spieler, wie Offensive Liner Samuel Gutekunst und Defensive End Christian Mohr im Training von Profimannschaften, die jedoch ohne Einsatz blieben.[103] Dieses Programm wurde 2008 auf 15 Spieler pro Saison, davon meist etwa drei bis fünf Deutsche, erweitert. 2009 wurde es eingestellt.[104]

Football-Großereignisse in Deutschland

Deutschland war bereits mehrfach Ausrichter größerer Football-Veranstaltungen, etwa des IFAF World Cup, der American-Football-Weltmeisterschaft 2003, der European Championship 1989 und 2000 in Hamburg, 2001 in Hanau sowie 2003 im Rhein-Main-Gebiet.[105] Die meisten Spiele der Weltmeisterschaft wurden nur von etwa 1.000 Zuschauern besucht. Der American Football Verband Deutschland wird weiterhin die Europameisterschaft 2010 ausrichten.[106] Finanziell wird das Turnier von der Stadt Frankfurt am Main, dem Land Hessen und der Bundesrepublik getragen. Das Eröffnungs- und das Finalspiel werden in der Commerzbank-Arena ausgetragen, andere Spiele finden im Stadion am Brentanobad statt, deutsche und weitere Top-Spiele im Frankfurter Volksbank Stadion. Das Eröffnungs- und das Endspiel sollen weltweit im Satelliten-Fernsehen, alle anderen Spiele per Online-Stream übertragen werden. Die meisten Übertragungsrechte liegen beim Deutschen Sportfernsehen (DSF).[42]

NFL-Spiele in Deutschland

Deutschland war bereits mehrfach Ausrichter von Spielen der US-amerikanischen Profiliga National Football League (NFL). Im Rahmen des American Bowl war Berlin fünfmal Ausrichter von Preseason-Spielen im Olympiastadion.[107] Der erste American Bowl fand 1990 zwischen den Los Angeles Rams (heute St. Louis Rams) und den Kansas City Chiefs statt. Die Rams gewannen das Spiel, das als Werbung für die im darauf folgenden Jahr startende World League of American Football dienen sollte, vor 55.429 Zuschauern[108] mit 19:3.[109] Die NFL diskutierte weiterhin über andere Spielorte in Deutschland. Unter anderem wurden das Waldstadion (heute Commerzbank-Arena) in Frankfurt am Main, das Rheinstadion in Düsseldorf und das Olympiastadion in München vorgeschlagen.[110] Letztendlich fanden die Spiele 1991, 1992, 1993 und 1994 jedoch wieder im ausverkauften Olympiastadion Berlins statt.

Logo der NFL International Series

Seit 2006 gibt es Überlegungen, ein Spiel der Regular Season im Rahmen der NFL International Series in Deutschland zu spielen. Das erste reguläre Saisonspiel außerhalb von Amerika wurde schließlich im Londoner Wembley Stadium ausgetragen und war innerhalb weniger Stunden ausverkauft.[111] Diese Erfolge führten dazu, dass bis 2010 mindestens ein Spiel pro Saison in London ausgetragen wird. Nach einer Umfrage auf der offiziellen Webseite der NFL wünschten sich etwa 44 % der Abstimmenden ein NFL-Spiel in Frankfurt am Main und 34 % in Berlin. Andere Optionen waren beispielsweise Barcelona und Mexiko-Stadt. Trotz dieser Umfragewerte wurde ein Spiel in Deutschland in naher Zukunft ausgeschlossen, da die NFL einen Mindestumsatz von 20 Millionen US-Dollar vom Ausrichter forderte, die in Deutschland wegen zu schwacher Medienpräsenz des Footballs und fehlender Fernsehverträge nur schwer aufzubringen wären.[112] Darüber hinaus stehen in Deutschland keine Stadien der erforderlichen Größe zur Verfügung, wie etwa das Wembley Stadion, das 90.000 Zuschauern Platz bietet. Zahlreiche deutsche Stadien sind mit einer Kunststoffbahn ausgestattet, die den Innenraum der Stadien verkleinert. Die Stadien werden hauptsächlich für Fußball genutzt, der ein kleineres Spielfeld fordert, als Football. Die benötigte Spielfeldgröße mit einer Länge von mindestens 120 Yards steht somit nicht zur Verfügung.

Regeln

Die Regeln für den deutschen Spielbetrieb werden jedes Jahr auf Basis des Regelwerks des College-Sportverbands National Collegiate Athletic Association (NCAA) vom Vorjahr erstellt und weichen nur geringfügig von denen der NCAA ab. Eine der auffälligsten Änderung betrifft die Spielzeit, die von vier Mal 15 auf vier Mal 12 Minuten verkürzt wurde, damit die Spiele nicht zu lang und dadurch für die Zuschauer interessanter bleiben. Da die meisten Sportplätze in Deutschland nicht genau über eine Spielfläche mit 120 Yards (109,728 Meter) Länge verfügen, wurde ein Yard als 1/120 des gesamten Spielfeldes definiert. Die Field-Goal-Stangen dürfen geringfügig von den in den Vereinigten Staaten vorgeschriebenen 18 ft und 6 in abweichen, da viele Mannschaften einfache Verlängerungen an die Torpfosten von Fußballtoren schrauben, anstatt ein spezielles Field Goal zu kaufen und aufzustellen. Darüber hinaus ist die Heimmannschaft nicht verpflichtet, den Hauptschiedsrichter mit einem Mikrofon für Durchsagen auszustatten, und in Ligen unterhalb der GFL muss keine Spieluhr aufgestellt werden.[113]

Eine weitere Regeländerung betrifft die Begrenzung der US-amerikanischen beziehungsweise der nicht-deutschen Spieler. Waren bis 1982 noch fünf Amerikaner pro Spielzug und Mannschaft erlaubt, sind es seit 1986 nur noch zwei. Weiterhin dürfen Mannschaften nur sechs beziehungsweise in der GFL acht A-Spieler im Kader haben und nur vier davon am Spieltag einsetzen. A-Spieler sind US-Amerikaner, Mexikaner, Kanadier und Japaner. E-Spieler sind maximal drei pro Spielzug erlaubt. Zusammen mit den Amerikanern dürfen zusätzlich lediglich drei nicht-deutsche Spieler pro Spielzug auf dem Feld stehen. E-Spieler sind Spieler ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Ein Team darf nur zwölf dieser Spieler im Kader und acht am Spieltag einsetzen. Diese Regelungen wurden getroffen, um den deutschen Football zu fördern und finanzschwächeren Vereinen den Anschluss zu ermöglichen.[9]

Im Juli 2009 zeigte das Landgericht Stade Unklarheiten in der Bundesspielordnung auf. Sie betrafen vor allem die Lizenzierung für die Bundesligen, deren Rechtsmäßigkeit angezweifelt wurde. Die Magdeburg Virgin Guards hatten gegen den ehemaligen Verband Spielverbund Nord-Ost geklagt, da ihnen der Aufstieg in die zweite Liga aufgrund von angeblich illegal eingesetzten Spielern verwehrt wurde. Der Verband hatte einigen Spieler wegen zu spät eingereichter Spielerpässe die Teilnahme am Spielbetrieb verboten. Da diese Nachricht missverständlicherweise nicht bei den Virgin Guards ankam, hatten diese die Spieler eingesetzt und ihnen wurden Tabellenpunkte abgezogen.[114]

Einzelnachweise

  1. a b DOSB.de Bestandserhebung 2008 des Deutschen Olympischen Sportbundes. Zugriff am 30. September 2009. PDF-Datei; 310 KB.
  2. a b Commerzbank-Arena.de Geschichte der Commerzbank-Arena. Zugriff am 30. September 2009.
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Weblinks


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