Ernst Thälmann
Ernst Thälmann, 1932
Ernst-Thälmann-Denkmal in Weimar

Ernst Fritz Johannes Thälmann (* 16. April 1886 in Altona; † 18. August 1944 im KZ Buchenwald) war von 1924 bis 1933 Mitglied des Reichstages der Weimarer Republik,[1] sowie von 1925 bis 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er trat für die KPD 1925 und 1932 als Kandidat für die Reichspräsidentenwahlen an. 1933 wurde er von der Gestapo verhaftet und nach elf Jahren Isolationshaft 1944 auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Jugend, Berufstätigkeit und Kriegsdienst

Von 1893 bis 1900 besuchte Thälmann die Volksschule. Rückblickend beschrieb er später Geschichte, Naturgeschichte, Volkskunde, Rechnen, Turnen und Sport als seine Lieblingsfächer. Religion hingegen mochte er nicht.[4] Wenige Jahre später, in der Mitte der 1890er Jahre, eröffneten seine Eltern ein Gemüse-, Steinkohlen- und Fuhrwerksgeschäft in Eilbek.[5] In diesem Geschäft musste er nach der Schulzeit aushelfen. Seine Schularbeiten erledigte er am frühen Morgen vor dem Unterrichtsbeginn. Seine Erfahrungen im elterlichen Geschäft beschrieb er später so:[5]

„Beim Einkaufen der Kunden im Geschäft bemerkte ich schon die sozialen Unterschiede im Volksleben. Bei den Arbeiterfrauen Elend, Not und teilweise Hunger bei ihren Kindern und geringe Einkäufe, bei den bemittelten Kunden größere Einkäufe usw.“

Ernst Thälmann: Gekürzter Lebenslauf[5]

Trotz dieser Belastung war Thälmann ein guter Schüler, dem das Lernen große Freude bereitete. Sein Wunsch, Lehrer zu werden oder ein Handwerk zu erlernen, erfüllte sich nicht, da seine Eltern ihm die Finanzierung verweigerten. Er musste daher weiter im Kleinbetrieb seines Vaters arbeiten, was ihm, nach eigenen Aussagen, großen Kummer bereitete.[5] Durch das frühzeitige „Schuften“ im elterlichen Betrieb kam es zu vielen Auseinandersetzungen mit seinen Eltern. Thälmann wollte für seine Arbeit einen richtigen Lohn und nicht nur ein Taschengeld. Darum suchte er sich eine Arbeit als „Ungelernter“ im Hafen. Hier kam Thälmann bereits als Zehnjähriger mit den Hafenarbeitern in Kontakt, als sie vom November 1896 bis Februar 1897, die Arbeit im Hamburger Hafenarbeiterstreik niederlegten.[4] Der Arbeitskampf wurde von allen Beteiligten erbittert geführt. Er selbst schrieb 1936 aus dem Gefängnis an seine Tochter, dass „der große Hafenarbeiterstreik in Hamburg vor dem Kriege, […] der erste sozialpolitische Kampf“ gewesen sei, „der sich für immer in […] (sein) Herz“ eingeprägt habe.[6] Der (sozial)politische Inhalt der Gespräche der Hafenarbeiter soll ihn sehr geprägt haben.[4]

Anfang 1902 verließ er im Streit das Elternhaus und kam zunächst in einem Obdachlosenasyl unter, später in einer Kellerwohnung. Ab 1904 fuhr er als Heizer auf einem Frachter zur See, unter anderem in die USA. In den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg betätigte sich Thälmann als konsequenter Streiter für die Interessen der Hamburger Hafenarbeiter. Von 1913 bis 1914 arbeitete er als Kutscher für eine Wäscherei.

Anfang 1915 wurde er in die Armee, Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76, eingezogen und kam an die Westfront, an der er bis zum Kriegsende als Kanonier kämpfte. Ausnahmen bildeten zwei kurze Aufenthalte in Lazaretten in Köln und Bayreuth. Er selbst gibt an, an folgenden Schlachten und Gefechten teilgenommen zu haben: an der Schlacht in der Champagne (1915–1916), der Schlacht an der Somme (1916), der Schlacht an der Aisne und bei der Schlacht bei Soissons, an dem Vormarsch auf Cambrai (1917) und an der Schlacht bei Arras.[5]

Auszeichnungen

Familie

Eltern

Thälmanns Vater, Johannes Thälmann (Jan genannt; * 11. April 1857; † 31. Oktober 1933),[5] wurde in Weddern in Holstein geboren und arbeitete dort als Knecht. Die Mutter Thälmanns, Maria-Magdalene (geb. Kohpeiss; * 8. November 1857; † 9. März 1927),[5] kam im vierländischen Kirchwerder als Tochter eines Zimmermanns zur Welt. Die Hochzeit fand 1884 in Hamburg statt. Dort verdiente sich Johannes Thälmann sein Geld zunächst als Speditionskutscher.

Die Eltern waren parteilos; im Unterschied zum Vater war die Mutter tief religiös. Nach der Geburt ihres Sohnes Ernst übernahmen die Eltern eine Kellerwirtschaft in der Nähe des Hamburger Hafens. Im März 1892 wurden sie wegen Hehlerei zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie entwendete Waren gekauft oder für Schulden in Zahlung genommen hatten.[4][7] Diese Strafe wurde 36 Jahre später im Wahlkampf gegen Ernst Thälmann verwendet. Den politischen Gegnern kam es gelegen, dass schon der Vater ein „Zuchthäusler“ gewesen war. Thälmann und seine jüngere Schwester Frieda wurden getrennt und in unterschiedliche Familien zur Pflege gegeben. Die Eltern wurden jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen (die Mutter im Mai und der Vater im Oktober 1893).

Einen Tag vor seiner Einberufung zum Kriegsdienst heiratete er am 13. Januar 1915 Rosa Koch. Aus dieser Ehe ging die Tochter Irma Thälmann (in erster Ehe Irma Vester, später Irma Gabel-Thälmann) (* 6. November 1919; † 10. Dezember 2000) hervor.

In einem neueren Buch findet sich der Hinweis, Irma sei „nicht die einzige Nachkommin ihres Vaters“.[8] Weitere Angaben werden dort aber nicht gemacht.

Politische Laufbahn

Anfangsjahre

Ernst Thälmann: Locarno - Der neue Kriegspakt. Rede des Reichstagsabgeordneten Thälmann in der Sitzung des Deutschen Reichstages am 24. November 1932
Ergebnis des 2. Wahlgangs zur Reichspräsidentenwahl 1925
Ernst Thälmann und Maurice Thorez: Paris - Berlin. Unser Kampf gegen den imperialistischen Krieg, gegen Versailles. Für die soziale und nationale Befreiung, 1932

Thälmann wurde am 15. Mai 1903 Mitglied der SPD. Am 1. Februar 1904 trat er dem Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands bei. Im Oktober 1918 kehrte Thälmann gemeinsam mit vier befreundeten Soldaten aus dem Heimaturlaub nicht mehr an die Front zurück und desertierte. Nach seiner Heimkehr von der Front trat er Ende 1918 der USPD bei.[9]

In Hamburg beteiligte er sich am Aufbau des Hamburger Arbeiter- und Soldatenrates. Seit März 1919 war er Vorsitzender der USPD in Hamburg und Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. Gleichzeitig arbeitete er als Notstandsarbeiter im Hamburger Stadtpark. Ende November 1920 schloss sich der mitgliederstarke linke Flügel der USPD der Kommunistischen Internationale (Komintern) an, und vereinigte sich damit mit deren deutscher Sektion, der KPD. Diese firmierte daraufhin für die folgenden zwei Jahre auch unter dem Alternativnamen Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands (VKPD). Thälmann war der wichtigste Befürworter dieser Vereinigung in Hamburg. Auf sein Betreiben hin traten 98 Prozent der Mitglieder der Hamburger USPD der KPD bei.[5]

Im Dezember wurde er in den Zentralausschuss der KPD gewählt. Im März 1921 wurde er wegen seiner politischen Tätigkeit vom Dienst im Arbeitsamt entlassen. Im Sommer des Jahres fuhr Thälmann als KPD-Vertreter zum III. Kongress der Komintern nach Moskau und lernte dort Lenin kennen. Am 18. Juni 1922 wurde ein Attentat auf seine Wohnung verübt. Angehörige der nationalistischen Organisation Consul warfen eine Handgranate in seine Parterrewohnung. Seine Frau und seine Tochter blieben unverletzt. Thälmann selbst kam erst später heim.

Hamburger Aufstand

Thälmann war Teilnehmer und einer der Organisatoren des Hamburger Aufstandes vom 23. bis 25. Oktober 1923. Der Aufstand scheiterte, und Thälmann musste für eine Weile untertauchen. Später urteilte er in der Berliner Ausgabe des Parteiorgans Die Rote Fahne:

„Unsere Partei als Ganzes war noch viel zu unreif, um diese Fehler der Führung zu verhindern. So scheiterte im Herbst 1923 die Revolution am Fehlen einer ihrer wichtigsten Voraussetzungen: dem Bestehen einer bolschewistischen Partei.“

Ernst Thälmann: Rote Fahne[10]

Das Scheitern des Aufstandes wurde vor allem den ehemaligen KPD-Vorsitzenden und „Rechtsabweichlern“ Heinrich Brandler und August Thalheimer vorgeworfen. Die fehlende Bolschewisierung sei schuld an der Niederlage gewesen. Zu einem ähnlichen Schluss kam Georgi Dimitrow nach dem gescheiterten „Antifaschistischen Septemberaufstand“ 1923 in Bulgarien.[11]

Übernahme des Parteivorsitzes

Ab Februar 1924 war er stellvertretender Vorsitzender und ab Mai Reichstagsabgeordneter der KPD. Im Sommer wurde er auf dem V. Kongress der Komintern in ihr Exekutivkomitee und kurze Zeit später ins Präsidium gewählt. Am 1. Februar 1925 wurde er Vorsitzender des Roten Frontkämpferbundes und am 1. September des Jahres Vorsitzender der KPD[4], als Nachfolger von Ruth Fischer, die kurze Zeit später als „ultralinke Abweichlerin“ aus der KPD ausgeschlossen wurde. Thälmann kandidierte bei der Reichspräsidentenwahl 1925 auch für das Amt des Reichspräsidenten. Obwohl er im ersten Wahlgang nur sieben Prozent der Stimmen bekommen hatte, hielt er seine Kandidatur auch für den zweiten Wahlgang aufrecht. In diesem Zusammenhang wurde Thälmann vorgeworfen, dass sein Wahlergebnis von 6,4 Prozent, dem Kandidaten der bürgerlichen Partei, Wilhelm Marx (45,3 Prozent), fehlten und zum Sieg, des Monarchisten Paul von Hindenburg mit 48,3 Prozent ermöglichten. Im Oktober 1926 unterstützte Thälmann in Hamburg den dortigen Hafenarbeiterstreik. Er sah dies als Ausdruck der Solidarität mit einem englischen Bergarbeiterstreik, der seit dem 1. Mai anhielt und sich (positiv) auf die Konjunktur der Unternehmen im Hamburger Hafen auswirkte. Thälmanns Absicht war, dieses „Streikbrechergeschäft“ von Hamburg aus zu unterbinden. Am 22. März 1927 beteiligte sich Ernst Thälmann an einer Demonstration in Berlin, wo er durch einen streifenden Säbelhieb über dem rechten Auge verletzt wurde. 1928 fuhr Thälmann nach dem VI. Kongress der Komintern in Moskau nach Leningrad, wo er zum Ehrenmitglied der Besatzung des Kreuzers Awrora ernannt wurde.

Die Wittorf-Affäre

Bei der Rückkehr vom VI. Weltkongress berichtete Thälmann Wilhelm Florin über die Veruntreuung von Parteigeldern in Höhe von 1.500 Mark seitens des Politischen Sekretärs des KPD-Bezirks Wasserkante, John Wittorf. Bei dieser Gelegenheit gibt er zu bereits seit Mai von der Unterschlagung gewusst zu haben, jedoch um Schaden von der Partei im Rahmen der Reichstagswahl 1928 abzuwenden, sie bisher verschwiegen zu haben. Wittorf hatte seit 1927 seine Funktion im Bezirk Wasserkante inne, war seit dem 11. Parteitag Mitglied im ZK und seit Mai 1928 neu gewählter Reichstagsabgeordneter. Hinzukam, dass die unterschlagene Summe von der sowjetischen Handelsvertretung gekommen sein soll.[12] Willy Presche, Ludwig Ries und John Schehr waren auf die Unterschlagung aufmerksam geworden und baten um ein Gespräch Thälmanns mit Wittorf. Er konnte Wittorf davon überzeugen Schuldscheine auszustellen und über diese das Geld der Partei zurückzuzahlen.

Am Abend des 26. September 1928 schloss das Zentralkomitee der Partei den Hamburger Wittorf aus der Partei aus und entfernte ihn von allen politischen Ämtern. Die Parteirechte - die Versöhnler - forderte sogar den Ausschluss Thälmanns aus der Partei. Dieser beantragte - den Statuten entsprechend - eine Diskussion im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationalen (EKKI) und bekannte sich zu seinem Fehlern in der Wittorf-Affäre. Am Ende der ZK-Sitzung fokussierte man eine öffentliche Parteidiskussion in dem man einen Text über Thälmanns Verfehlungen im Partei-Organ Die Rote Fahne platzierte. In der Druckerei zog man in Erwägung den Text nicht abzudrucken.[13] Thälmann wurde alle seiner Ämter enthoben. Weitergehende Anträge waren der Ausschluss von Presche, Ries und Schehr, die Thälmann auf die Unterschlagung Wittorfs hinwiesen, die Einberufung eines Sonderparteitags, die Umformung des Zentralkomitees mit der Einbeziehung von Heinrich Brandler und August Thalheimer in die Parteiarbeit und die Einstellung der Hetze gegen die Rechten in der Partei. Es wurde versucht die Affäre aufzunutzen, um einen Putsch innerhalb der Partei durchzuführen und die Beschlüsse des 11. Parteitags in Essen zu revidieren. Es kam zu Protesten innerhalb der Partei und der Roten Fahne.[12][14]

Das EKKI setzte Thälmann am 6. Oktober nach einer Intervention Stalins wieder in seine Parteifunktionen ein.[15] Stalin verurteilte die Fraktionsbildung innerhalb der KPD, die Lenin schon in seinem Werk Was tun? kritisiert hatte und bei den Mitgliedsparteien der KI verboten war. Des Weiteren wurden die Beschlüsse des Essener Parteitags durch die EKKI bestätigt, der Ausschluss Wittorfs und die fehlerhafte Haltung Thälmanns bestätigt. Zuvor war diesem ein Telegramm zugegangen, in dem sich 26 Mitglieder des deutschen ZK von ihrem Beschluss gegen Thälmann distanzierten. [12] Philipp Dengel, der als Sekretär des ZK den Vorsitz mit Thälmann innehatte und ebenfalls für dessen Absetzung stimmte, wurde auf dem nachfolgenden Parteitag der KPD nicht wieder bestätigt und war nur einfaches Mitglied im ZK. Thälmann besaß nun den alleinigen Vorsitz der Partei.[16] Daraufhin kehrte Heinrich Brandler, der bis dahin im Moskauer Ehrenexil weilte, zusammen mit Thalheimer zurück und gründete als kommunistische Gegenspielerin die KPD-O, woraufhin alle Beteiligten aus der KPD ausgeschlossen wurden.

In den nachfolgenden Wochen kam es in den KPD-Bezirken zu Sitzungen der Bezirksleitungen und Parteiarbeiterkonferenzen auf denen die Resolution der EKKI diskutiert und zur Abstimmung gestellt wurde. Die parteiinterne Abstimmung ergab eine dominierende Majorität in der Partei.[12] Die Affäre samt ihrer Öffentlichkeit schadete der KPD in ihrer Kampagne für einen Volksentscheid gegen den angestrebten Panzerkreuzerbau der SPD-Regierung, den sie in der Opposition zuvor bekämpft hatte.[17]

1929–1933

Wahlschein zur Reichspräsidenten-Wahl 1932
Inschrift am Sporthaus Ziegenhals über die illegale Sitzung im Februar 1933
Ernst Thälmann auf einer DDR-Briefmarke

Auf dem 12. Parteitag der KPD vom 9. bis 15. Juni 1929 in Berlin-Wedding ging Thälmann angesichts der Ereignisse des Blutmai, der sich dort zuvor zugetragen hatte, auf deutlichen Konfrontationskurs zur SPD. Neben innenpolitischem Engagement setzte er sich auch für außenpolitische und nationale Belange ein, insbesondere kritisierte er die Nationalsozialisten, die nicht für die Anträge der KPD stimmten, die einen Austritt aus dem Völkerbund und eine Beseitigung der Reparationslasten forderten. So schrieb er in einem Brief in der Neuen Deutschen Bauernzeitung Nr. 4 von 1931: „Die nationalsozialistischen und deutschnationalen Betrüger versprachen euch Kampf zur Zerreißung des Youngplanes, Beseitigung der Reparationslasten, Austritt aus dem Völkerbund, aber sie wagten nicht einmal, im Reichstag für den kommunistischen Antrag auf Einstellung der Reparationszahlungen, Austritt aus dem Völkerbund zu stimmen.“ In dem Brief betont er auch seine nationalen Absichten mit „Vorwärts zur nationalen und sozialen Befreiung!“ [18] Am 13. März 1932 kandidierte er als einziger Kandidat außer Adolf Hitler für das Amt des Reichspräsidenten gegen Hindenburg. Wahlspruch der KPD war: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg.“ Kurze Zeit später schlug er der SPD die „Antifaschistische Aktion“ als Einheitsfront gegen die Nationalsozialisten vor. Mit diesem Vorgehen brach er mit der von Stalin propagierten Sozialfaschismusthese.

Als der NSDAP am 30. Januar 1933 die Macht übertragen wurde, schlug Thälmann der SPD einen Generalstreik vor, um Hitler zu stürzen, doch dazu kam es nicht mehr. Am 7. Februar des Jahres fand im Sporthaus Ziegenhals bei Königs Wusterhausen eine vom ZK einberufene Tagung der politischen Sekretäre, ZK-Instrukteure und Abteilungsleiter der KPD statt. Auf dem von Herbert Wehner vorbereiteten Treffen sprach Thälmann zum letzten Mal vor leitenden KPD-Funktionären zu den bevorstehenden Reichstagswahlen und bekräftigte die Notwendigkeit eines gewaltsamen Sturzes Hitlers durch das Zusammengehen aller linken und liberalen Parteien zu einer Volksfront.

Verhaftung, Gefangenschaft und Ermordung

Verhaftung in Berlin

Ernst Thälmann wurde am 3. März 1933, zwei Tage vor den Wahlen in Deutschland und wenige Tage nach dem Reichstagsbrand, in der Wohnung Lützower Straße 9 (heute: Alt Lietzow) in Berlin zusammen mit Werner Hirsch verhaftet und durch das Kriminalgericht Moabit in „Schutzhaft“ genommen. Seine Frau Rosa, die in Hamburg wohnte, erfuhr erst später von der Verhaftung ihres Mannes. Er wurde anfangs in Einzelhaft streng isoliert gehalten, um jeglichen Kontakt zur Außenwelt zu verhindern. Rosa konnte ihn jedoch besuchen, um ihn mit etwas Geld und Wäsche zu versorgen. Das Wäschewaschen wurde genutzt, um reichlich Kassiber in und aus dem Gefängnis zu schmuggeln. Hin und wieder durfte Rosa Thälmann ihren Mann auch küssen, bei dieser Gelegenheit schob sie ihm Stearinkapseln mit Nachrichten der Partei in den Mund.[19] Thälmann hatte sich mit der Zeit in Untersuchungshaft einige Privilegien erkämpft. So bekam er eine Zeitung und konnte Briefe schreiben, die, wie in der Untersuchungshaft üblich, streng kontrolliert wurden. Seine Aufgaben als Parteivorsitzender übertrug die Kommunistische Internationale John Schehr.[20]

Sein Prozess – den er sich nach eigenen Angaben herbeisehnte – wurde nie eröffnet. Thälmann deutete es so, dass seine beiden Verteidiger, beides NSDAP-Mitglieder, zu denen er dennoch gewisses Vertrauen hatte, irgendwann durchschaut hatten, dass er die Anklage vor der Weltöffentlichkeit umdrehen würde, und sie dies dem Gericht vorab mitgeteilt hätten. Weiter ging Thälmann davon aus, dass sich das Nazi-Regime nach der Schlappe des Reichstagsbrandprozesses gegen Georgi Dimitrow keine weitere Blöße geben wollte. Zu seinem 50. Geburtstag am 16. April 1936 bekam er Glückwünsche aus der ganzen Welt, darunter von Maxim Gorki, Heinrich Mann, Martin Andersen Nexø und Romain Rolland. Im selben Jahr brach der Spanische Bürgerkrieg aus. Die XI. Internationale Brigade und ein ihr untergliedertes Bataillon benannten sich nach Ernst Thälmann.

Gefängnis und Zuchthaus

1937 wurde Thälmann von Berlin in das Gerichtsgefängnis Hannover als „Schutzhäftling“ überführt. Thälmann bekam später eine größere Zelle, in der er jetzt Besuch empfangen konnte. Dies war ein Vorwand, um Thälmann in der Zelle abzuhören. Allerdings wurde ihm die Information über das heimliche Abhören zugespielt. Um sich dennoch frei „unterhalten“ zu können, nutzten er und seine Besucher kleine Schreibtafeln und Kreide.

Als Deutschland und die Sowjetunion 1939 ihre Beziehungen verbessert hatten (Hitler-Stalin-Pakt), setzte Stalin sich offenbar nicht für Thälmanns Freilassung ein. Nach der Befreiung seiner Familie durch die Rote Armee erfuhren die Angehörigen sogar, dass Thälmanns Rivale Walter Ulbricht alle ihre Bitten ignoriert und nicht für die Befreiung von Thälmann Position bezogen hatte.[21]

Anfang 1944 schrieb Ernst Thälmann in Bautzen seine heute noch erhaltene Antwort auf die Briefe eines Kerkergenossen.[22][23]

Ermordung im Konzentrationslager

Thälmann wurde am 17. August 1944 durch zwei Gestapo-Beamte aus dem Zuchthaus Bautzen ins KZ Buchenwald gebracht, wo er ohne Gerichtsverfahren auf Befehl Adolf Hitlers erschossen wurde.[2] Dies soll am frühen Morgen des 18. August in einem Heizungskeller nahe dem Krematorium geschehen, seine Leiche im Anschluss sofort verbrannt worden sein.[4] So berichten Zeugen, dass am Nachmittag des 17. August auf Befehl sofort ein Verbrennungsofen anzuheizen und die Asche nach der Verbrennung dunkel gewesen sei. Was auf eine Verbrennung mit Kleidung zurückzuführen wäre.[24]

Am 16. September wurde vom Parteiorgan der NSDAP, dem Völkischen Beobachter, die vom Datum des Angriffs her widersprüchliche Meldung verbreitet, er sei zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden der SPD-Reichstagsfraktion Rudolf Breitscheid bei einem alliierten Bombenangriff am 24. August auf Buchenwald ums Leben gekommen:

Durch Terrorbomben getötet!
Bei einem Terrorangriff auf die Umgebung von Weimar am 28. August 1944 wurde auch das Konzentrationslager von zahlreichen Sprengbomben getroffen. Unter den dabei ums Leben gekommenen Häftlingen befinden sich unter anderem die ehemaligen Reichstagsabgeordneten Breitscheid und Thälmann.“

– Völkischer Beobachter[25]

Der Buchenwald-Gefangene Walter Hummelsheim versicherte dagegen bereits 1945, Thälmann wäre erst vier oder fünf Tage nach der Bombardierung des Lagers, zusammen mit neun anderen Kommunisten, in der Stallanlage des Lagers erschossen worden. Die dort Ermordeten wären nie in die offiziellen Lagerlisten aufgenommen worden.[26] Der polnische Häftling Marian Zgoda soll die Tat sogar – versteckt hinter einem Kohlenhaufen – direkt beobachtet haben. Zgoda sagte vor dem Landgericht Krefeld aus, er habe gehört, einer der Schützen habe die Frage eines anderen bejaht, ob es sich bei dem Erschossenen um Thälmann handele. Bei einem der mutmaßlichen Täter sollte es sich dieser Aussage nach um den SS-Stabsscharführer Wolfgang Otto gehandelt haben. Nach einem mehrjährigen Verfahren[24] wurde Otto im Jahre 1988 in der Bundesrepublik freigesprochen. Auch der SS-Oberscharführer Werner Berger und der SS-Obersturmführer Erich Gust werden mit der Ermordung Thälmanns in Verbindung gebracht.[27]

Ob Thälmann tatsächlich an dem angegebenen Tag in Buchenwald erschossen wurde, bleibt unklar. Nach neueren Forschungen ist es ebenso möglich, dass er von dem Buchenwalder Berufsverbrecher und Kapo Müller getötet oder sogar noch in Bautzen ermordet wurde. Eine weitere Version besagt, dass der Mordbefehl absolute Geheimhaltung forderte, weshalb der Lagerkommandant in Buchenwald kein SS-Exekutionskommando bestellte, sondern dem Transportkommando, das Thälmann gebracht hatte, befahl, ihn an Ort und Stelle zu erschießen.

Rezeption

Würdigungen

Gedenktafel am Karl-Liebknecht-Haus in Berlin
Ernst-Thälmann-Denkmal von Lew Kerbel im Berliner Ernst-Thälmann-Park
Stapellauf des Motor-Schnellfrachtschiffes „Ernst Thälmann“ auf der Schiffswerft Tangermünde (1949)
Ernst-Thälmann-Denkmal in Stralsund
Die Gedenktafel im Hof des Krematoriums des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, 1953
Ernst-Thälmann-Denkmal in Werdau 2009
Ernst Thälmann Gedenkmünze der DDR
DDR-Briefmarke zum 70. Geburtstag

Neben der Benennung von Einheiten der Internationalen Brigaden (siehe Thälmann-Bataillon) nach Ernst Thälmann noch zu seinen Lebzeiten wurde 1948 in der SBZ die „Pionierorganisation Ernst Thälmann“ gegründet, der dieser Name 1952 offiziell verliehen wurde. Pioniere der älteren Jahrgänge (etwa zehn bis 14 Jahre) wurden „Thälmann-Pioniere“ genannt.

Viele Arbeitskollektive, Schulen, Straßen, Plätze, Orte bzw. Siedlungen und Betriebe in der DDR, wie als eines der bekanntesten Beispiele der VEB SKET (Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann) oder die Offiziershochschule der Landstreitkräfte der NVA, trugen ebenfalls seinen Namen. Auch wurde die Ernst-Thälmann-Insel in der kubanischen Schweinebucht nach ihm benannt. 1949 wurde der Berliner Wilhelmplatz in Ernst-Thälmann-Platz umbenannt. Auch die angrenzende U-Bahn-Station bekam den Namen Thälmannplatz. In den 1980er Jahren wurde in Berlin im Prenzlauer Berg der Ernst-Thälmann-Park angelegt, dazu wurde ein großes Ernst-Thälmann-Denkmal des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel errichtet.

Auch in Hamburg wurde eine Straße nach ihm benannt. Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstandes in Budapest 1956 wurde die Straße allerdings in Budapester Straße umbenannt, da man in dieser Zeit keine westdeutsche Straße nach Kommunisten benannt haben wollte. Jedoch gibt es die „Gedenkstätte Ernst Thälmann“ in seinem Wohnhaus am heutigen Ernst-Thälmann-Platz in Hamburg-Eppendorf.

Außerdem gab es noch die inzwischen abgerissene Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Sporthaus Ziegenhals bei Berlin. Dort bot er 1933 in seiner Ziegenhals-Rede der SPD die „Antifaschistische Aktion“ als Einheitsfront gegen den deutschen Faschismus an. Eine weitere Thälmann-Gedenkstätte befindet sich im Kleistpark Frankfurt (Oder).

In der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde ist eine Inschrift für Thälmann im zentralen Rondell angebracht, mit der er symbolisch geehrt wird.[28] Seine Grabstätte wird durch diese nicht gekennzeichnet.

Seit dem 24. Juli 2009 erinnert vor seinem letzten Wohnhaus in der Tarpenbekstraße in Hamburg-Eppendorf ein Stolperstein an Ernst Thälmann.

Während zu DDR-Zeiten tausende Deutsche Ernst Thälmanns gedachten, kamen an seinem 125. Geburtstag im Jahr 2011 in Hamburg nur noch knapp 100 Gäste zusammen. Egon Krenz als Ehrengast würdigte die Leistung Thälmanns mit den Worten „Er blieb ein Kämpfer, sich und seiner Sache treu, bis in den Tod.“ und beklagte gleichzeitig, dass die Verdienste Thälmanns nicht mehr gewürdigt werden. Aus Moskau kamen an diesem Tag „solidarisch kämpferische Grüße“ vom Ukrainischen Bund der sowjetischen Offiziere.[29]

Nach Thälmann benannte Ortschaften:

Kontroversen

Schon zu Lebzeiten wurde Thälmann auch von der Linken zum Teil scharf kritisiert. Die damalige KPD-Führung stand dem unter seiner Führung durchgeführten Hamburger Aufstand kritisch gegenüber. In seiner Zeit als Chef der KPD unterwarf Thälmann die deutschen Kommunisten der Hegemonie der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Anhänger eines unabhängigen Kurses wurden aus der Partei gedrängt. Clara Zetkin, die im April 1925 mit ihrer Polemik gegen seine Amtsvorgängerin Ruth Fischer vor dem Exekutivkomitee der Komintern mithalf, Thälmann an die Spitze der Partei zu bringen, befand im September 1927, dass er „… kenntnislos und theoretisch ungeschult ist, in kritiklose Selbsttäuschung und Selbstverblendung hineingesteigert wurde, die an Größenwahnsinn grenzt und der Selbstbeherrschung mangelt …“[30] Die Strategie der KPD während der Weimarer Republik, in der SPD einen Hauptfeind zu sehen (These vom Sozialfaschismus), wird oft als Schwächung der antifaschistischen Kräfte gesehen. Auch ein maßgeblicher Kommunismus-Forscher wie Hermann Weber urteilt kritisch: „Thälmann muss bei allem Respekt für seine Standhaftigkeit in Hitlers Kerker nachgesagt werden, dass er nur ein Provinzpolitiker mit demagogischem Talent war.“

Filmische Rezeption

Werke

Literatur

DDR-Literatur

  • Ernst Thälmann: Antwort auf Briefe eines Kerkergenossen. Dietz Verlag, Berlin, 1961.
  • Irma Thälmann: Erinnerungen an meinen Vater. Der Kinderbuchverlag, Berlin, 1973.
  • Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED: Ernst Thälmann. Briefe – Erinnerungen. Dietz Verlag, Berlin, 1986.
  • Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED. Autorenkollektiv: Ernst Thälmann. Eine Biographie. Dietz Verlag, Berlin, 1979, ISBN 3-88012-394-2.
  • Willi Bredel: Ernst Thälmann. Ein Beitrag zu einem politischen Lebensbild. 8., überarbeitete Auflage. Dietz Verlag, Berlin, 1948. (ebd. 1961)
  • Willi Bredel, Michael Tschesno-Hell: Ernst Thälmann. Führer seiner Klasse. Literarisches Szenarium. Henschel, Berlin, 1955.
  • Peter Przybylski: Mordsache Thälmann. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin, 1986.
  • Wera und Claus Küchenmeister, Volker Koepp: Als Thälmann noch ein Junge war. Kinderbuchverlag, Berlin, 1976.
  • Max Zimmering: Buttje Pieter und sein Held. Dietz Verlag, Berlin, 1951.

Nachwendeliteratur

Weblinks

 Commons: Ernst Thälmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Reichstagsprotokolle.de: Datenbank der deutschen Parlamentsabgeordneten, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  2. a b Notizzettel von Heinrich Himmler, Reichsführer SS, von einer Besprechung mit Adolf Hitler in der Wolfsschanze, 14. August 1944 im Ausstellungskasten 4/31 in der ehemaligen Effektenkammer des KZ Buchenwald: „12. Thälmann ist zu exekutieren“.
  3. Biographie Ernst Thälmanns in den Akten der Reichskanzlei, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  4. a b c d e f Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED (Autorenkollektiv): Ernst Thälmann. Eine Biographie. Dietz, Berlin, 1980.
  5. a b c d e f g h i Thälmann, Ernst: Gekürzter Lebenslauf, aus dem Stegreif niedergelegt, stilistisch deshalb nicht ganz einwandfrei, 1935, in: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Ernst Thälmann: Briefe - Erinnerungen, Dietz Verlag, Berlin 1986.
  6. Bibliothek deutscher Kämpfer für den Sozialismus: Ernst Thälmann – Briefe aus dem Gefängnis an seine Angehörigen, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  7. Hamburgischer Correspodent und Hamburgische Börsen-Halle, Morgenausgabe, 5. März 1892.
  8. Thilo Gabelmann: Thälmann ist niemals gefallen, Berlin, 1996, S. 218.
  9. Gedenkstätte Ernst Thälmann, Hamburg: - Rundgang - 05: Vorsitzender der USPD Hamburg
  10. Thälmann, Ernst: Die Lehren des Hamburger Aufstandes, 23. Oktober 1925, in: Ausgewählte Reden und Schriften in zwei Bänden - Band 1, Verlag Marxistische Blätter, Frankfurt/Main 1976, S. 69 ff.
  11. Georgi Dimitroff: Reichstagsbrandprozeß, Dietz Verlag, Berlin, 1953: „Ich und meine Partei waren damals noch keine echten Bolschewiken. Deshalb verstanden wir es auch nicht, diesen historischen Volksaufstand unter der Führung des Proletariats erfolgreich zu organisieren und durchzuführen.“
  12. a b c d Czichon, Eberhard; Dobrawa, Heinz; Marohn, Heinz: Thälmann. Ein Report, Verlag Wiljo Heinen, Berlin, 2010.
  13. junge Welt: Die Wittorf-Affäre 1928, vom 27. September 2003, dokumentiert in: stalinforum.de: Die Wittorf-Affäre 1928 (Thälmann - KPD), abgerufen am 4. Oktober 2011.
  14. Thälmann. Ein Report: Dokumentation zur „Wittorf-Affäre“ - dem Parteiputsch der Brandler-Leute 1928, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  15. Volker Ullrich: Stalins treue Vasallen – Die Thälmann-Affäre 1928: Eine Schlüsselepisode in der Geschichte des Kommunismus, in Die Zeit, 15. Mai 2003, Nr. 21.
  16. Hermann Weber: Die Wandlung des deutschen Kommunismus – Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik. Band 2. Frankfurt am Main, 1969, S. 94f.
  17. Deutsches Historisches Museum: Der Panzerkreuzerbau, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  18. Ernst Thälmann zeigt den werktätigen Bauern den Ausweg, Neue Deutsche Bauernzeitung Nr. 4 von 1931.
  19. Sigrid Jacobeit: Kreuzweg Ravensbrück, Verlag für die Frau, Leipzig, 1987, S. 195.
  20. Zentralfriedhof Friedrichsfelde (Sozialistenfriedhof): Tafel 08.
  21. Regina Scheer: Im Schatten des Denkmals, in der Berliner Zeitung, 14. August 2004.
  22. Nach Recherchen des Historikers Egon Grübel war Thälmanns Briefpartner mitnichten ein junger Genosse, sondern ein jugendlicher Raubmörder namens Hans-Joachim Lehmann, dem möglicherweise sogar die Gestapo die Feder führte. Lehmann verschwand spurlos, nachdem er sich der SED-Führung und Thälmanns Familie offenbart hatte. Seine Briefe wurden 'bis zur Unkenntlichkeit' redigiert. Siehe Peter Monteath (Hrsg.): Ernst Thälmann – Mensch und Mythos. Rodopi, Amsterdam/Atlanta, 2000.
  23. Die erste Veröffentlichung des vollständigen und unredigierten Briefes findet sich in Czichon / Marohn / Heinen (Hrsg.): Aber ich glaube an den Triumph der Wahrheit, Berlin, 2011.
  24. a b Der Spiegel: „Gefällige Musik“ beim Genickschuss, 12. Mai 1986.
  25. Völkischer Beobachter, Norddeutsche Ausgabe (Berlin), 16. September 1944.
  26. Reiner Orth: „Walter Hummelsheim und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus“, in: Landkreis Bernkastel-Wittlich: Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich für das Jahr 2011, 2010, S. 336.
  27. Falco Werkentin: Politische Strafjustiz in der Ära Ulbricht. Berlin, 1995, S. 203ff.
  28. Berliner Morgenpost: 200 Freunde nahmen Abschied von Thälmanns Tochter, 9. Januar 2001
  29. „Auf, auf zum Kampf...“ - Geburtstagsfeier für Ernst Thälmann in Hamburg
  30. Plener, Ulla (Hrsg.): Clara Zetkin in ihrer Zeit – Neue Fakten, Erkenntnisse, Wertungen, S. 135 (PDF).

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