Anton Graff
Anton Graff, Selbstporträt (1805/06). Das Gemälde wurde auf der am 5. März 1806 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt und dort vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. für die Gemäldegalerie von Dresden angekauft.[1]

Anton Graff (* 18. November 1736 in Winterthur; † 22. Juni 1813 in Dresden) war ein Schweizer Maler und mit seiner Bildauffassung einer der bedeutendsten Porträtmaler seiner Epoche. Er hat der Nachwelt eine herausragende Übersicht über die Persönlichkeiten seiner Zeit hinterlassen.

Carl Clauß über Anton Graff: „Am abgestorbenen Baum der bildenden Kunst jener Zeit war das Porträtfach der einzige Zweig, der noch grüne, lebenskräftige Sprossen trieb; unter den guten Malern, die jenes Fach damals besaß, war Graff der beste.“ [2]

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Ausbildung in der Schweiz

Anton Graff wurde als siebtes Kind, von insgesamt neun Kindern, der seit 1727 verheirateten Eheleute Hans Ulrich Graf(f), einem Zinngießer, und Barbara Graf(f) geb. Koller von Zürich im Haus an der Untertorgasse 8 in Winterthur geboren. Das Haus, an dem ab Herbst 1901 eine Gedenktafel zu Ehren von Anton Graff angebracht war, steht nicht mehr.[3] Wäre es nach seinem Vater gegangen, so hätte Anton Graff auch den Beruf des Zinngießers erlernen sollen. Doch schon während des Schulunterrichts hatte Graff gerne gezeichnet. Dank der Fürsprache des Pfarrers Johann Jacob Wirz (1694–1773) aus Rickenbach durfte Graff jedoch von 1753 bis 1756 die 1752 von Johann Ulrich Schellenberg gegründete Zeichenschule in Winterthur besuchen.[3] Dort freundete sich Graff mit seinem Mitschüler und Sohn von Johann Ulrich Schellenberg, Johann Rudolph Schellenberg, an. Graff und der junge Schellenberg übten gemeinsam, wozu ihnen die große Sammlung an Gemälden, Handzeichnungen und Gipsmodellen von Johann Ulrich Schellenberg reichlich Anschauungsmaterial bot. Dieser hatte die Sammlung von seinem Schwiegervater Johann Rudolf Huber geerbt.[4] Aus dieser Zeit stammen eine Reihe von Porträts. Darunter ein Selbstporträt sowie die Porträts seines Vaters (bezeichnet Anton Graff/Winterthur 1755), das seines jüngeren Bruders Hans Rudolf und jenes seines Schwagers, des Zimmermeisters Johannes Vögeli.[5] Graff verdankte seinem Lehrer vor allem Gewissenhaftigkeit im Handwerklichen und den wahren ungeheuchelten Enthusiasmus für die Kunst.[6]

Studien- und Gesellenjahre

Heinrich XIV. Reuß zu Greiz (1789). Er war österreichischer Botschafter in Preußen. Regierender Fürst Reuß zu Greiz war sein älterer Bruder, Heinrich XIII. Reuß zu Greiz.

Nach seiner Ausbildung in Winterthur wechselte Graff 1756 zum Radierer Johann Jacob Haid nach Augsburg. Durch Haid lernte er auch Johann Elias Ridinger kennen.[7] Dort malte er u.a. das Porträt seines Landsmannes und Freundes Christian von Mechel. Mechel absolvierte zu dieser Zeit im Atelier des Kupferstechers Johann Georg Pintz (1697–1767) seine technische Ausbildung. Es kam Graffs Begabung entgegen, dass ganz Augsburg von einer förmlichen Porträtmanie erfasst und so die Nachfrage nach guten Porträtisten groß war. Graffs Kunst erfreute sich grosser Beliebtheit bei seinen Kunden. Dennoch musste Graff Augsburg nach nur einjährigem Aufenthalt wieder verlassen, weil einige der dort ansässigen Meister klagten, der junge Fremde tue ihnen Eintrag. Er müsse entweder seiner Tätigkeit entsagen oder die Stadt räumen. Graff wählte das letztere.[5]

Heinrich XIII. Reuß zu Greiz (1775). Er war regierender Fürst Reuß zu Greiz und älterer Bruder von Heinrich XIV. Reuß zu Greiz, dem österreichischen Botschafter in Preußen.

Dank Haids Fürsprache wurde der Hofmaler Johann Leonhard Schneider (1716–1768) in Ansbach ab 1757 Graffs neuer Lehrer. Über ihn berichtete Graff in seiner 1778 verfassten Autobiographie: „Seine Portraits hatten viel Gutes, flüchtig gemalt aber ähnlich. Da er sehr geschwind und wohlfeil malte, so hatte er an diesem Hofe viel zu thun und musste Gesellen halten. Ich war ihm sehr nützlich, musste copieren und andere unbedeutende Dinge, wobei nichts zu lernen war, machen. Es war eben damals die Zeit des siebenjährigen Krieges und ein Jeder wollte das Portrait des Königs von Preussen haben. Des Königs Schwester, die verwitwete Markgräfin Friederike Luise, hatte ein Portrait des Königs, das in Berlin gemalt worden war. [Es handelt sich dabei höchstwahrscheinlich um Antoine Pesnes 1733 entstandenes, jetzt im Alten Schloss der Eremitage bei Bayreuth hängendes Friedrich-Bildnis, Inv.-Nr. 7226/6537]. Dieses Bild musste ich nun oft copieren und ich machte alle Tage eins fertig. Um in der Kunst weiter zu kommen hatte ich freilich keine Gelegenheit; immer schlechte Copien machen ist nicht der rechte Weg. Ich sah es wohl ein und ich wäre nicht so lange geblieben, wenn mir nicht das Leben in diesem Hause wohl gefallen hätte. Schneider und seine Familie waren angenehm, allein so viel Geld er auch verdiente, so kam er doch in Schulden, so dass er sein Leben im Zuchthaus beschliessen musste.“ [8]

Dennoch konnte Graff in Ansbach auch für seine künstlerische Entwicklung profitieren. Während seines Aufenthaltes studierte er die Werke von Antoine Pesne, Hyacinthe Rigaud, Johann Kupetzky und George Desmarées in den dortigen Sammlungen. Und auch Johann Caspar Füssli meinte: „Graff musste zwar die meiste Zeit mit Copieren zubringen; allein er verlor dabey nichts. Es brachte ihm einen fertigen Pinsel und eine leichte und schöne Behandlung in der Draperie, Spitzen und anderen zu einem Bildnis dienenden Umständen zuwegen.“ [9]

Zum Studium von Gemälden reiste Graff oft auch nach München. Mit großem Interesse studierte er die Sammlungen in der Schleißheimer Galerie.[7] Anlässlich eines Besuches in München im Frühjahr 1763 lernte Graff in Begleitung von Johann Jacob Haid den bayrischen Hofmaler George Desmarées persönlich kennen und schätzen. Demarées Werke, geprägt von niederländischem Realismus, venezianischem Kolorit und französischer Kontenance, haben Graff wegen ihrer schimmernden Weichheit und lichtdurchfluteten Farbigkeit angezogen.[10] Neben Demarées haben sowohl Antoine Pesne, dessen „Fridericus-Porträt“ er viele Male kopierte, als auch Johann Kupetzky und Hyacinthe Rigaud den jungen Porträtisten entscheidend beeinflusst.[11] Pesne verdankte er die elegante Sicherheit und noble Zurückhaltung in Kolorit und Bildaufbau, Kupetzky die Intensität in der Wiedergabe der realen ungeschminkten Persönlichkeit. Anton Graff über Kupetzkys Familien-Gemälde im Schloss von Bayreuth, welche er Ende März 1766 von Augsburg herkommend auf seiner Durchreise nach Dresden besichtigt hatte: „In den zwey Familien-Gemählden von Kupetzky herrscht die würkliche Natur, nichts gemahltes, das Leben selbst; alle anderen Gemählde, die man nachher ansieht, werden dadurch matt und flach.“ [12] In Konfrontierung mit solchen Werken, gewann Graff den entscheidenden Ausgangspunkt für sein weiteres Schaffen.[13]

Der Ruf nach Dresden

Johann Christian von Hofenfels. Er verhinderte den Anschluss Bayerns an Österreich und war maßgeblich an der Gründung des deutschen Fürstenbundes beteiligt. Gemalt 1783/84 anlässlich des Besuchs des Ehepaars von Hofenfels in Dresden.

Im Februar 1759 kehrte Graff wieder zu Johann Jacob Haid nach Augsburg zurück. Seine hauptsächlichsten Gegner waren in der Zwischenzeit verstorben. Das erste Porträt das er nun malte war jenes des jungen Johann Friedrich Bause. Bause arbeitete zu dieser Zeit ebenfalls bei Haid. Graff und Bause verband ab diesem Zeitpunkt eine lebenslange berufliche und private Freundschaft.[14] Im März 1763 begegnete Graff in Augsburg auch zum ersten Mal seinem künftigen Schwiegervater Johann Georg Sulzer. Dieser war auf der Durchreise von der Schweiz nach Berlin. Sulzer war in Begleitung von Johann Caspar Lavater, Felix Hess, Johann Caspar Füssli und dem Gelehrten Christoph Jezler (1734–1791) aus Schaffhausen. Jezler war auf dem Weg nach Berlin, um bei seinem Landsmann Leonhard Euler seine Studien fortzusetzen. Graff erklärte sich bereit, Sulzer und seinen Begleitern die Sehenswürdigkeiten von Augsburg zu zeigen. Woraufhin Sulzer Graff einlud, ihn einmal in Berlin zu besuchen.

Im August 1764 wechselte Graff nach Regensburg. Im selben Jahr, am 6. Februar 1764, wurde die Kunstakademie Dresden gegründet. Im Jahr zuvor, am 24. Dezember 1763, wurde Christian Ludwig von Hagedorn zum Generaldirektor der Künste, Kunstakademien und Kunstsammlungen in Sachsen ernannt.

Carl Adolf von Carlowitz, Majoratsherr auf Großhartmannsdorf und Liebstadt (1805). Dargestellt in der Uniform eines Rittmeisters der sächsischen Garde du Corps. Rechts im Hintergrund ist Schloss Kuckuckstein zu sehen. Der untere Teil des Gemäldes wurde weitgehend zerstört und übermalt. Bei Johann Georg Meusel heißt es ausdrücklich: „Stützt sich mit beiden Händen auf den Degenkorb.“ Der jetzt sichtbare von einem späteren Restaurator gemalte Degen sitzt also falsch. Das Bild wurde auf der am 5. März 1806 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt, wo ihm viel lobende Anerkennung zuteil wurde. Nach der Betrachtung des Porträts auf der Kunstausstellung schrieb Hans Georg von Carlowitz an seinen Bruder am 16. März 1806: „Die Kunstausstellung ist vortrefflich (...) Dein Bild macht grosse Sensation, und es verdient es auch, es ist wirklich con amore gemalt (...) Sage mir, was Graff für ein Bild wie das Deinige nimmt. Vielleicht lasse ich mich für meine Frau malen, die mich erstaunend plagt, seit sie Dich gesehen hat.“ [15]

Im Februar 1765 war Graff wieder zurück in Augsburg und reiste im Spätherbst weiter nach Winterthur und Zürich.[3] Graff war nun das erste Mal nach neun Jahren wieder in der Schweiz. In Zürich und Winterthur malte Graff verschiedene Porträts, darunter jenes seines lebenslangen Freundes Salomon Gessner sowie jenes von Elisabeth Sulzer. Unterdessen wurde Graff von Gessners Schwager Johann Heinrich Heidegger an den Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie Christian Ludwig von Hagedorn empfohlen. Hagedorn war zu der Zeit auf der Suche nach tüchtigen Lehrkräften für die neu gegründete Dresdner Akademie.[16] Am 3. Oktober 1765 schrieb Heidegger an Hagedorn: „Ich habe auf meiner Retour zu Augsburg einen jungen Mann, Graff, von Winterthur aus der Schweiz, angetroffen. Er malt im Geschmack von Desmarées und ist wirklich in seiner Kunst stark. Ich weiss dermalen Niemanden von dieser Art in der Academie. Vielleicht würde er hinkommen, wenn er sein Etablissement wüsste; in Absicht auf den moralischen Charakter ist er der gesittetste Künstler, den ich kenne (...)“ [17] In Zürich erreichte Graff Hagedorns Brief vom 1. November 1765 mit dem Vorschlag, er solle gegen 100 Taler Reiseentschädigung nach Dresden kommen. Hagedorn schrieb: „Wollten Sie Ihr Glück in Dresden versuchen, so würde, damit Sie nicht ganz aufs ungewisse herkämen, der Hof Sie zum Versuche wenigstens drey Bildnisse, mit Händen daran, mahlen und auf solange ihnen ein freyes Quartier anweisen, auch jedes Bildniss, es möge höchsten Beyfall finden oder nicht, mit oder ohne Hand mit funfzig Thalern, und wenn das Bild zwo Hände habe, mit hundert K. Kulden oder 66 Rthlr. 16 Groschen bezahlen lassen (...)“ Fände er Beifall, so würden ihm 400 Taler jährlichen Gehalts angeboten, andernfalls solle er nichtsdestoweniger das Reisegeld nebst dem Betrag für die Bilder ausgezahlt erhalten.[18] Graff hatte dieser Aufforderung nicht sogleich entsprochen, denn er hielt seine Kunst für nicht gut genug um sich in den Dienst des Hofes von Dresden zu stellen. In einem Brief vom 27. November 1765 an Hagedorn gab Heidegger Graffs diesbezügliche Äußerungen gegenüber ihm wie folgt wieder: „Dresden habe immer grosse Künstler gehabt, er kenne seine Schwäche, und da er niemals bei Höfen und hohen Herrschaften gewesen, so mangele ihm alles Aeusserliche, das so oft empfehlen kann, und dergleichen mehr.“ Auf Anregung und in Absprache mit Graff sandte Heidegger, der, wie alle anderen Freunde ebenfalls, Graff bestärkte nach Dresden zu gehen, zunächst ein Probestück, Graffs Selbstporträt, in die Elbstadt. Dem Versand des Selbstporträts ging wiederum ein Empfehlungsschreiben von Heidegger an Hagedorn voraus. Dieses Selbstporträt hatte Graff eigentlich für den Pfarrer Johann Jacob Wirz aus Rickenbach aus Dankbarkeit und zum Andenken geschaffen, weil der Pfarrer alles dazu beigetragen hatte, dass Graff Maler werden durfte.[19] Am 16. Januar 1766 traf Graffs Selbstporträt in Dresden ein und fand solchen Beifall, dass Graff daraufhin den Ruf nach Dresden erhielt. Nur einen Tag darauf, am 17. Januar 1766, entwarf Hagedorn Graffs Anstellungsvertrag.[20]

Elisa von der Recke (vor 1790). Sie war die Gönnerin von Graffs späterem Schwiegersohn Karl Ludwig Kaaz.[21] Zur Entstehung dieses Porträts berichtete Gustav Parthey wie folgt: „Einst hatte sie mit Goeckingk, Zollikofer und andern ein Diner bei Nicolai eingenommen, und musste nachher noch an den Hof gehn. Sie hob mit der Linken die Schleppe ihres grauseidnen Kleides auf, machte mit der Rechten eine anmuthig grüßende Bewegung und sagte: „Nun, meine Herren, muss ich mich empfehlen.“ Begeistert von der unbeschreiblichen Würde dieser Erscheinung, rief Goeckingk: „So muss Graff sie malen!“ Diese Idee wurde später wirklich ausgeführt (...)“ [22] Von dem Porträt sind drei Fassungen bekannt. Es steht jedoch nicht fest, welches die erste Fassung ist. Eine Fassung befand sich im Besitz der Familie Nicolai, später im Besitz von Gustav Parthey. Dieses Bild wurde am 16. Mai 1950 auf der Auktion bei Max G. Bollag in Zürich angeboten. Eine weitere Fassung war im Besitz des Prinzen Biron von Curland auf Schloss Groß Wartenberg. Diese ist vermutlich 1945 dort verbrannt. Die dritte bekannte Fassung befand sich auf Schloss Löbichau.[23]

Am 7. April 1766 traf Graff in Dresden ein, wo er als kurfürstlich sächsischer Hofmaler und aggregiertes Mitglied der Kunstakademie Dresden fortan am Altmarkt wohnte.[3] Johann Caspar Füssli hielt fest: „Graff kam glücklich an den Ort seiner Bestimmung, und wurde von dem Herrn von Hagedorn den hohen Herrschaften vorgestellt, welche ihn sehr gnädig annahmen und seinem Pinsel sogleich Gelegenheit gaben, sich an ihren Bildnissen Ruhm und Ehre zu erwerben. Es gelang ihm auch nach Wunsch; denn er hatte das Glück, dass seine Arbeit alle Erwartungen übertraf. Jedermann sucht seine Talente zu nutzen, und sich von ihm mahlen zu lassen.“ [12] Und Graff meinte: „Von dieser Zeit an ging es mir immer glücklich; ich hatte viel Portraits zu malen.“ [24] Als sächsischer Hofmaler musste Graff für Kurfürst Friedrich August III. jährlich bestimmte Porträtaufträge erfüllen. Es waren denn auch die Porträts für den Hof sowie weitere sächsische Adlige die hohe Funktionen im Staate innehatten, die Graff den Weg für Ansehen und Erfolg bereiteten. Graffs Gemälde wurden regelmäßig auf den von Hagedorn ins Leben gerufenen Ausstellungen der Kunstakademie Dresden gezeigt. Diese jährliche Ausstellung wurde jeweils am 5. März, dem Namenstag des Kurfürsten Friedrich August, eröffnet und dauerte vierzehn Tage. Die Ausstellungen trugen wesentlich zum Ruhm und Bekanntheitsgrad von Graff bei und brachten ihm auch Aufträge ein. So gehörte es bald zum guten Ton, sich von Graff porträtieren zu lassen. Als er 1767 erstmals ausstellte und unter anderem seine Porträts von Feldzeugmeister Aloys Friedrich von Brühl, Generalpostmeister Adam Rudolph von Schönberg und Oberst Johann Gustav von Sacken präsentierte, wurde ihm viel Lob zuteil. Auch Generaldirektor Christian Ludwig von Hagedorn war voll des Lobes für Anton Graff. 1768 berichtete Hagedorn Johann Georg Wille voller Stolz ob der Leistungen seines Schützlings. Wille antwortete an Hagedorn: „Ich habe ein ungemeines Vergnügen, daß Sie an Herrn Graff einen großen Portraitmaler besitzen. Herr Bause hat mir letzthin ein kleines Portraitchen gesandt, welches er nach Herrn Graff gegraben hat, aus welchem ich sehen kann, daß seine Köpfe voller Weisheit sein müßen, welche sich auf einer festen Zeichnung und sichern Anwendung der Farbe gründet. Ich überdenke dieses Alles und mehreres mit Lust, weil ich muthmaße, daß große Portraitmaler heutzutage eine rare Sache in Deutschland sein müssen. Die Kunst dabei ist die Natur auf der That zu ertappen. Nur ein genauer Beobachter kann sich diese Kunst geläufig machen. Ich glaube, daß Herr Graff dieser Beobachtung sehr fähig sei.“ [25]

Der Schriftsteller Georg Leopold Gogel (1796). Das Gemälde befindet sich in der Eremitage in Sankt Petersburg.

Die Anstellung in Dresden behielt Anton Graff Zeit seines Lebens inne. Selbst finanziell bessere Angebote, unter anderem aus Berlin, lehnte er ab. Graff hatte zu Beginn des Jahres 1788 vom preußischen Minister Friedrich Anton von Heynitz das Angebot des Hofes erhalten, sich mit 1.400 Taler Gehalt in Berlin niederzulassen um an der Berliner Kunstakademie zu wirken. Auch Friedrich August von Zinzendorf, der sächsische Gesandte in Berlin, erfuhr von dem Angebot von Minister von Heynitz an Graff. Dass Graff dieses verlockende Angebot aus Berlin nicht sofort annahm, machte dem Gesandten von Zinzendorf Eindruck. Zinzendorf informierte umgehend den Grafen Camillo Marcolini über das Angebot von Heynitz an Graff. Marcolini war seit 1780 Hagedorns Nachfolger als Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie. Graff nahm zwar das Angebot aus Berlin nicht sofort an, er lehnte es aber auch nicht ab. Er bat sich Bedenkzeit aus. Graff suchte das Gespräch mit dem Grafen Marcolini und schilderte ihm anschliessend auch in einem Schreiben vom 7. Mai 1789 das glänzende Angebot aus Berlin sowie seine jetzige finanzielle Situation: „So schwer mir auch die große Dankbarkeit gegen S. kurfürstl. Durchlaucht, die mir so viele Jahre auf das huldreichste Schutz und Unterstützung angedeihen zu lassen geruhten, und die Neigung, zu der ich mich von ganzem Herzen bekenne, Sachsen, in dem es mir so wohl ging, aus patriotischem Gefühl als mein zweites Vaterland zu betrachten, einen jeden Entschluss von Veränderung machen muss – so darf ich denn doch es füglich mir nicht verhalten, dass ich auch mir und als Ehemann und Vater meiner Familie Pflichten schuldig bin, die mir nicht weniger heilig sein dürfen (…)“ Marcolini reagierte prompt. Am 20. Juni 1789 wurde Graff laut kurfürstlich sächsischer Resolution Professor für das Porträtfach an der Dresdner Kunstakademie mit 700 Taler Gehalt und 50 Taler jährlich Quartiergeld (die 50 Taler jährlich Quartiergeld wurden Graff schon 1774 bewilligt).[26]

Dennoch hatte sich Graff offenbar ab 1773 bis Ende 1774 ernsthaft mit dem Gedanken getragen, Dresden in Richtung Leipzig oder Berlin zu verlassen. Dies geht aus verschiedenen Briefen aus dieser Zeit zwischen Graff und seinem Schwiegervater Johann Georg Sulzer hervor. Über die Gründe lässt sich nichts Genaueres erfahren. Nur so viel, dass es offenbar um ein Zerwürfnis und finanzielle Angelegenheiten ging. So fragte Sulzer in einem Brief an Graff vom 31. Dezember 1773, ob man ihm in Dresden seine Pension noch bezahle. Und im Brief datiert vom 13. Mai 1774 erkundigte sich Sulzer bei Graff, ob ihm der Hof nun etwas von der Pension des verstorbenen Dietrichs zulege. Sollte dies nicht der Fall sein, so empfahl ihm sein Schwiegervater, dass er Dresden verlassen und sich in Berlin niederlassen solle. In einem weiteren Schreiben vom 11. November 1774 bot Sulzer seinem Schwiegersohn an, dass er sich beim König von Preußen um eine Pension für ihn bemühen wolle, sollte er sich denn entschliessen, sich in Berlin niederzulassen. Und Sulzer meinte weiter, dass er durchaus die Hoffnung habe, die Pension vom König für ihn zu erhalten. Im selben Schreiben gab Sulzer jedoch zu bedenken, dass – sollte er vom König von Preußen für ihn eine Pension erwirken können – dies mit einer eingeschränkten Reisetätigkeit für ihn [Graff] einhergehe. Denn Sulzer führte in seinem Schreiben aus: „Es geht hier nicht an, dass diejenigen, die Pensionen vom König haben, sich ohne ausdrückliche Erlaubnis auf Reisen ausserhalb der königlichen Länder begeben.“ Dies mag wohl einer der Gründe gewesen sein, weshalb Anton Graff sich nicht in den Dienst des preußischen Hofs stellen wollte. Denn Graff reiste gerne. Immer wieder auch zurück in seine Heimat in die Schweiz. Zudem erhielt Graff in der Tat 1774, als das Gehalt des verstorbenen Christian Wilhelm Ernst Dietrich unter den Lehrern der Akademie aufgeteilt wurde, eine Gehaltserhöhung in Höhe von 50 Taler Quartiergeld sowie gleichzeitig die Zusicherung des Hofs in Dresden, jährlich mehrere Monate reisen zu dürfen, ohne vorher um Urlaub nachsuchen zu müssen. Diese neuen Umstände haben sicher auch dazu beigetragen, dass Graff in Dresden geblieben ist.[27] Kam dazu, dass es in Dresden ungleich mehr Fabrikanten und Künstler als in manch anderer deutscher Residenzstadt gab. Graff mochte dieses tonangebende bürgerliche Element. Dies war wohl ein weiterer Grund, weshalb Graff seiner Wahlheimat – trotz verlockender Angebote von außerhalb – zeitlebens treu geblieben ist.[25]

Zu Graffs Akademie-Kollegen gehörten neben Giovanni Battista Casanova, Bruder des berühmt berüchtigten Giacomo Casanova, auch die Porträtmaler Christian David Müller, Johann Eleazar Zeissig und Johann Heinrich Schmidt.[28]

Wie Anton Graff ein Stück Schweiz in Sachsen entdeckte

Graff mochte die Kunst- und Kulturstadt Dresden. Auch deren Umland hatte es ihm angetan, vor allem die Sächsische Schweiz. Er und sein Freund und Landsmann Adrian Zingg, welcher ebenfalls 1766 an die Kunstakademie Dresden berufen wurde, fühlten sich von der Landschaft an ihre Heimat, den Schweizer Jura, erinnert. Sie machten oft gemeinsame Ausflüge in diese Gegend. Zur Unterscheidung von ihrer Heimat berichteten sie in ihrem Briefwechsel von der „Sächsischen Schweiz“, womit Graff und Zingg dem Gebiet seinen heutigen Namen gaben. Zuvor wurde der sächsische Teil des Elbsandsteingebirges lediglich als „Meißner Hochland“, „Meißnisches Oberland“ oder „Heide über Schandau“ bezeichnet.[29]Von ihrer neuen Wahlheimat aus sahen sie ostwärts, etwa einen Tagesmarsch entfernt, ein Gebirge liegen. Es zeigte ein merkwürdig abgeflachtes Panorama, ohne eigentliche Gipfel“ (nach Lothar Kempe[29])

Johann Caspar Füssli über Anton Graff im Jahre 1770

„Und wie viel hat die Kunst noch von ihm zu erwarten! Denn er ist nicht mit dem erlangten Ruhm zufrieden. Je mehr er einsehen lernt, was zur Vollkommenheit der Kunst gehört, desto mehr glaubt er sich verpflichtet, seinen Fleiss und Nachdenken zu verdoppeln, seine Kenntnisse nach der Natur und den erhabenen Mustern der Dresdner-Gallerie zu erweitern, und durch solche edle Bemühungen seine Vorzüge zu vergrössern, uns sich dereinst eine Stelle neben den grössten Bildnismahlern zu verdienen.“ [30]

Porträtist der Persönlichkeiten seiner Zeit

Friedrich der Große (1781). Porträtiert im Uniformrock mit dem Bruststern des Schwarzen Adlerordens. Dieses Porträt gilt als das bekannteste Gemälde von Anton Graff. Schon seine Zeitgenossen hielten dieses Porträt von Friedrich dem Großen als jenes der vielen Friedrich-Porträts, das der Wirklichkeit am nächsten kommt. Graff schuf mehrere Fassungen davon. Das Gemälde befand sich wohl einst im Besitz von Philipp Karl von Alvensleben. Später befand es sich im Schloss Sanssouci. Heute ist es im Schloss Charlottenburg ausgestellt.[31]

Graff hat – wie kein anderer Maler – in das Antlitz des geistigen Deutschland im Jahrhundert Goethes geblickt und über 800 Gesichter auf seine unverkennbare eigene Weise – realistisch kraftvoll, mit bewusster Betonung des bürgerlich-menschlichen – dargestellt.[32] Graffs Kunst erfreute sich in breiten Schichten großer Beliebtheit. Er erhielt zahlreiche Aufträge aus den Kreisen des Adels, der Diplomatie, der Wissenschaft und des Bürgertums. Wie sehr Anton Graff als Porträtist gefragt war, geht aus einen Brief von Daniel Chodowiecki hervor. Am 27. Oktober 1784 schrieb Chodowiecki an Graff in Dresden: „Unsere Berliner thun wohl, wenn sie sich bei Ihnen malen lassen, denn jetzt ist Berlin von guten Porträtmalern sehr entblößt. Es ist niemand mehr als Frisch, der etwas Erträgliches malt und er malt sehr langsam.“ [33]

Graff porträtierte die Großen und Bekannten seiner Zeit. Dazu gehören (Auswahl in alphabetischer Reihenfolge):

Graf Stanisław Kostka Potocki (1785). Porträtiert mit dem Bruststern und dem Schulterband des Weißen Adlerordens. Graff weilte vom 9. Juli bis am 10. August 1785 in Karlsbad. Anlässlich dieses Aufenthaltes porträtierte er den Grafen Potocki.[34]

Adelung Johann Chrisoph, von Alvensleben Philipp Karl, Apel Heinrich Friedrich Innocentius, von Augustenburg Friedrich Christian, von Bayern Maria Antonia, von Biron Peter, Bloch Marcus Élieser, Bodmer Johann Jakob, Brandes Esther Charlotte, von Braunschweiz-Wolfenbüttel-Bevern Elisabeth Christine, von Brühl Carl, Bürger Gottfried August, von Carlowitz Carl Adolf, Chodowiecki Daniel, Clodius Christian August, Clodius Julie, von Crayen Henriette, von Dänemark und Norwegen Louise Auguste, Dietrich Christian Wilhelm Ernst, von Einsiedel Detlev Carl, Ekhof Conrad, Elgin Thomas Bruce, Engel Johann Jacob, Ernesti Johann August, von Fritsch Thomas, von Funck Karl Wilhelm Ferdinand, Füssli Johann Caspar, Gedike Friedrich, Gessner Salomon, Gellert Christian Fürchtegott, Gluck Christoph Willibald, von Hagedorn Christian Ludwig, von Hahn Friedrich, Hegner Ulrich, Hensel Sophie Friederike, Herder Johann Gottfried, Herz Henriette, von Heynitz Carl Wilhelm Benno, von Heynitz Friedrich Anton, Hiller Johann Adam, von Hofenfels Johann Christian, Hommel Karl Ferdinand, Iffland August Wilhelm, Kaaz Karl Ludwig, Kaufmann Christoph, von Kleist Heinrich, Körner Christian Gottfried, Lavater Johann Caspar, Lessing Gotthold Ephraim, von Lichtenau Wilhelmine, Mahlmann August, von Medem Christoph Johann Friedrich, Mendelssohn Moses, von Metternich Klemens Wenzel Lothar, von Miltitz Dietrich, Müller Carl Wilhelm, Naumann Johann Gottlieb, Nicolai Friedrich, Oeser Adam Friedrich, Platner Ernst, Potocki Stanisław Kostka, von Preußen Friedrich II., von Preußen Heinrich, von Racknitz Joseph Friedrich, Radziwiłł Michał Hieronim, von Ramdohr Basilius, Ramler Karl Wilhelm, von Raumer Friedrich, von der Recke Elisa, Reich Philipp Erasmus, Reuß zu Greiz Heinrich XIII., Reuß zu Greiz Heinrich XIV., Reventlow Johan Ludvig, von Sachsen Friedrich August I., von Sagan Dorothea, Schellenberg Johann Rudolf, Schellenberg Johann Ulrich, Schiller Friedrich, Schlegel Dorothea, von Schönberg Adam Rudolph, Schröter Corona, von Sivers Friedrich August, Spalding Johann Joachim, Stock Dora, Sulzer Elisabeth, Sulzer Johann Georg, von Voß Julie, Weiße Christian Felix, Wieland Christoph Martin, von Winkler Carl Gottfried, Zingg Adrian, von Zinzendorf Friedrich August, Zollikofer Georg Joachim.

Obwohl Johann Wolfgang von Goethe und Anton Graff sich kannten und gegenseitig schätzten, ist Goethe der einzige des „Viergestirns“ der Weimarer KlassikWieland, Goethe, Herder und Schiller – bei dem es sich nie ergeben hat, dass er Graff für ein Porträt gesessen ist.[35]

Adam Friedrich Oeser (1776). 1754/55 nahm er Johann Joachim Winckelmann in seiner Wohnung in der Grossen Frauengasse in Dresden bei sich auf. Zu Oesers Schülern gehörte auch Johann Wolfgang von Goethe, den er bei der Anlage des Weimarer Parks beriet und durch dessen Vermittlung Oeser auch die Ausstattung des Weimarer Theaters schuf.[36]
Friedrich August von Sivers (1795). Die Familie von Sivers war ein deutsch-baltisches Adelsgeschlecht. Ihr ehemaliger Stammsitz war das Gut Euseküll.

Dass es Graff – trotz seines liebenswürdig heiteren und unterhaltsam angenehmen Wesens – bei den Sitzungen auch manchmal schwer hatte, belegen verschiedene Hinweise. So besaß Schiller „kein Sitzfleisch“ und Frau César, [Sophie Elisabeth César, geb. Leveaux (1744–1826), Mutter von Pauline Wiesel und Schwester von Henriette von Crayen], kam nicht zu den verabredeten Terminen. Auch die Bezahlung für gelieferte Bildnisse verursachte Graff zuweilen Sorgen. So wollte der Schauspieler August Wilhelm Iffland sein Porträt, das ihn in seiner Rolle als Pygmalion (im Melodrama von Jean-Jacques Rousseau) zeigt, nicht bezahlen. Iffland war der Meinung, dass er sein Porträt nicht bezahlen müsse, da es für Graff zweifelsohne eine Ehre gewesen sein muss, dass er ihn porträtieren durfte. Graff nahm es mit Humor und überlegte sich im Scherz, ein zweites Porträt von Iffland anzufertigen, wo er ihn in seiner Rolle als Pygmalion darstellen würde, so wie er wirklich ist. Denn Graff sagte, dass er Iffland in diesem Porträt sehr veredelt habe, damit er in dieser Rolle nicht lächerlich erscheine. Graff meinte weiter, dass allein das Gerücht um so ein mögliches Porträt Iffland schon zum Zahlen bewegen würde. [37] Dieses Porträt von Iffland befindet sich heute im Schloss Charlottenburg.[38]

Graff war der bevorzugte Porträtist der deutschen, russischen, polnischen und baltischen Aristokratie. Seine berühmtesten Auftraggeber aus diesen Kreisen waren Katharina die Große von Russland und Friedrich der Große von Preußen. Für Zarin Katharina die Große von Russland kopierte Graff zahlreiche Bilder der Dresdner Gemäldegalerie. Darunter waren Werke von Pompeo Batoni, Carlo Cignani, Antonio da Correggio, Anthonis van Dyck, Raffael und Peter Paul Rubens. Die Zarin erwirkte gar, dass Graff in Originalgröße kopieren durfte, was sonst in Dresden untersagt war.[39] Sie war äusserst zufrieden mit der Arbeit von Graff. Zum Zeichen der Wertschätzung seiner Arbeit erhielt Graff, neben dem vereinbarten Lohn, auch eine 70 Dukaten schwere goldene Medaille von Seiten der Zarin.[40]

In Italien, Frankreich, England und den Niederlanden ist Graff niemals gewesen. Umso wichtiger war für ihn die Dresdner Gemäldegalerie als Ort, wo er die Meister aus diesen Ländern studieren konnte.[28]

Sein Porträt von Friedrich dem Großen wird als sein Hauptwerk angesehen. Das Gemälde ist im Schloss Charlottenburg ausgestellt.[31] Im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich, ist Friedrich der Große Graff nie zu Porträts gesessen. Für dieses Porträt musste es genügen, dass Graff sich lediglich Skizzen von dessen Physiognomie aus respektabler Entfernung während den Truppenparaden von 1781 machen konnte. Es ist ein weitgehend ideales Königsbild entstanden, das wohl dem Modell, wie es scheint, gerecht wird; denn unter den verschiedenen Friedrich-Porträts gehört es zu den wirkungsvollsten, im Ausdruck stärksten.[41] Möglicherweise identisch mit diesem Porträt ist das Brustbild, das ursprünglich der preußische Gesandte in Dresden Philipp Karl von Alvensleben, seit 1791 preußischer Kabinettsminister, besaß. Darüber spricht Johann Friedrich Bause in einem an Friedrich Nicolai gerichteten Brief vom 23. August 1786: „Das Gemälde besitzt der preußische Gesandte in Dresden: er und jeder, der es gesehen, halten es vor besonders ähnlich. Herr Graff malte es vor 5 Jahren als er in Berlin war, ging alle Tage auf die Parade, marquierte sich den Monarchen, wozu man ihm Gelegenheit schaffte, ihn recht nahe sehen zu können, und ging jederzeit gleich in sein Logis, um sein Bild auszumalen.“ [31]

Anton Graff über Friedrich Schiller: „Er hatte kein Sitzfleisch“

Friedrich Schiller. Die Vollendung dieses Porträts dauerte 5 Jahre (1786–1791).

Anton Graff über die Entstehung des Porträts von Friedrich Schiller, welches er im Frühjahr 1786 begonnen und im Herbst 1791 vollendet hatte:

Friedrich Christian von Augustenburg (um 1790). Porträtiert mit dem Bruststern des Elefanten-Ordens. Unter seiner Herrschaft begannen die Konflikte zwischen den Augustenburger Herzögen und dem dänischen Königshaus. Zusammen mit Ernst Heinrich von Schimmelmann zahlte er Friedrich Schiller ab Dezember 1791 während 5 Jahren eine jährliche Pension von 1000 Taler, um ihm während seiner Krankheit Finanzsorgen zu nehmen.

„Die größte Noth, zuletzt aber auch die größte Freude hat mir das Portrait Schillers gemacht; das war ein unruhiger Geist, der hatte, wie wir sagen, kein Sitzfleisch. Nun liebe ich es zwar sehr, wenn Personen mir gegenüber nicht wie Oelgötzen regungslos dasitzen, oder wohl gar interessante Gesichter schneiden, aber Freund Schiller trieb mir die Unruhe doch zu weit; ich war genöthigt, den schon auf die Leinwand gezeichneten Umriss mehrmals wieder auszuwischen, da er mir nicht still hielt. Endlich gelang es mir, ihn in eine Stellung festzubannen, in welcher er, wie er versicherte, sein Lebtag nicht gesessen, die aber von den Körnerschen Damen für sehr angemessen und ausdrucksvoll erklärt wurde. Er sitzt bequem und nachdenklich, den zur linken Seite geneigten Kopf auf den Arm stützend; ich meine den Dichter des Don Carlos, aus welchem er mir während der Sitzungen vordeclamierte, in einem glücklichen Momente aufgefasst zu haben (...)“ [42]

Minna Körner meinte zur von Friedrich Schiller im Porträt von Anton Graff eingenommenen Pose:

„Wir erwählten diese Stellung aus, in welcher wir ihn in einsamen Stunden belauscht hatten, vornehmlich deshalb, um ihn zu einer ruhigen Haltung zu nötigen; gewöhnlich trug er den Kopf etwas trotzig zurückgebogen. Graff war zufrieden, daß ihm Schiller etwa viermal saß, sodaß er den Kopf und die Hände fertig malen, das Uebrige wenigstens anlegen konnte (...)“ [42]

Am 12. September 1791 schrieb Christian Gottfried Körner aus Dresden an Friedrich Schiller über dessen von Graff nun vollendetem aber von Schiller noch nicht gesehenem Porträt (diesem Schreiben ging ein intensiver Briefwechsel zwischen Körner und Schiller voraus, wo es auch um das Graffsche Porträt von Schiller ging. Schiller wollte mit dem Bild seiner Frau an Weihnachten 1790 eine Freude machen und bat Körner in einem Brief vom 17. Dezember 1790 bei Graff vorzusprechen, damit Graff ihm, Schiller, das Bild - auch wenn noch unvollendet - doch wenigstens für ein paar Tage überlassen würde. Schiller meinte, Graff könne das Bild dann später vollenden. Mit Schreiben vom 24. Dezember 1790 teilte Körner Schiller mit, dass Graff es ablehne, das Bild unvollendet aus den Händen zu geben):

„(...) Graff hat Dein Bild fertig gemacht und wird es in diesen Tagen abgehen lassen. Wie mir Graff sagt, so hast Du Frauenholz das Bild schon abgetreten. Frauenholz wird es mir also nicht lassen, wenn Du ihm nicht darüber schreibst. Übrigens wenn ich gewiss wäre, daß Du künftiges Jahr herkommst und Dich wieder malen ließest, so möchte er das Bild behalten. Der obere Teil ist gut, aber zum unteren Teil hättest Du noch sitzen sollen. Jetzt ist er zu unbestimmt (...)“ [43]

Erstes repräsentatives deutsches Rollenporträt

Das Porträt der Schauspielerin Esther Charlotte Brandes gilt als das erste repräsentative deutsche Rollenporträt, das einen Moment der dramatischen Aktion darstellt. Es zeigt den Augenblick in dem Ariadne auf Naxos, verkörpert von Esther Charlotte Brandes, die schmerzliche Erkenntnis auswegslos erscheinender Verlassenheit überkommt. Enthusiastisch wurde damals berichtet, dass die Brandes dabei das erste ächt-altgriechische Kleid auf dem Theater trug. Graff wurde die Ehre zuteil, Brandes ihr Porträt am Neujahrstag 1776 im Namen des Dresdner Publikums zu überreichen.[34]

Johann Georg Meusel äusserte sich zur Entstehungsgeschichte dieses Porträts wie folgt: „Herr Graff hat in Rücksicht seines zu fertigenden Gemähldes nicht nur einer Vorstellung der Ariadne auf Naxos beygewohnt, sondern auch auf dem Zimmer die vornehmsten Stellungen von der Schauspielerin wiederholen lassen, und nach gehöriger Prüfung diejenige für die geschickteste befunden, in welcher Ariadne würklich gemahlet ist. Es ist die Stelle, wo sie die traurige Überzeugung erhält, von ihrem Theseus velassen zu seyn, wo also das Hauptinteresse des Stücks anfängt, welches von nun an immer zunimmt, je höher Angst und Schrecken bey jener anwächst. Es ist daher kein schon ausgeweinter Schmerz; Ariadne steht vielmehr wie in Jammer versunken, ganz vom Schrecken betäubt, staunend über dies unerwartete Schicksal da. Von Ruhe ist hier keine Spur, wohl aber von der äußersten Verlegenheit alle Kennzeichen vorhanden.“ [44]

Über Geschmack lässt sich mit einem Kurfürsten nicht streiten

Die neue „Mode à la Grecque“, mit welcher Graff im Porträt von Esther Charlotte Brandes 1776 einen Erfolg feierte, war jedoch nicht jedermanns Sache. Ulrich Hegner berichtete darüber wie folgt: „Ausserordentliche Gemälde für den Hof wurden Graff bezahlt; gleichwohl war das eben nicht seine Lieblingsbeschäftigung, weil die Beurtheilung derselben nicht immer aus den lautersten Quellen des Geschmacks herfloss, sondern sich nach der momentanen Stimmung der Obern richtete. So malte er einst die Churfürstin, und gab ihr ein idealisches, oder wie man es damals hieß, griechisches Gewand, so wie er nicht lange vorher die Schauspielerin Brandes als Ariadne gemalt hatte, das wurde recht hübsch gefunden, und man konnte die Stunde nicht erleben, wo es der Churfürst besichtigen sollte; aber dieser, ein ernsthafter Herr, der seine Gemahlin nicht gern in theatralischem Gewande sah, ging unwillig bey dem Bildnisse vorüber, nannte es à la grecque, und würdigte den Maler keines Blickes. Nun war er und blieb in Ungnade, bis lange hernach Prinz Heinrich von Preußen das Bildniss sah und sichs vom Churfürsten ausbat, und Graff den Auftrag erhielt, den Regenten als Gegenstück dazu zu malen. Hier aber nahm er sich wohl in Acht vor allem griechischen Costum, sondern kleidete den Herrn in einen modernen Helden um.“ Dies gefiel und Graff porträtierte auch Prinz Heinrich von Preußen als Kriegsheroen im Harnisch und mit dem Kommandostab in der Hand.[34]

Bildgestaltung

Elisabeth Sulzer, geb. Reinhart aus Winterthur (1765/66). Ihr Enkel war der Ingenieur Salomon Hegner. Elisabeth Sulzer und Oskar Reinhart haben gemeinsame Vorfahren.

Graff konzentrierte sich bei seinen Porträts stets auf das Wesentliche, auf das Gesicht seines Gegenübers. Er verzichtete in seinen Porträts weitestgehend auf allegorisches Beiwerk und übertriebene Staffage. Mit Vorliebe malte Graff Brustbilder in Lebensgröße mit neutralem Hintergrund, mit oder ohne Hände. Hände malte er bei Brustbildern oder dem Format der Halbfigur nur, wenn er es für lohnenswert hielt, etwa bei Künstlern oder schönen Frauen.[45] Schon Johann Caspar Füssli bemerkte: „Edle Züge, und in seinen Köpfen richtige Zeichnung, schöne Formen in Händen, und eine glänzende und starke Farbe, sind Theile, welche Graff schätzbar machen.“ [12]

Johann Joachim Spalding (1800). Anton Graff soll das Gemälde für sein bestes Porträt gehalten haben.[46]

Graff war stets bemüht, nicht nur die Äußerlichkeiten einer Person akkurat wiederzugeben, sondern auch deren Persönlichkeit, deren seelischen Regungen bildhaft Form zu verleihen. Dies scheint ihm gelungen zu sein. So schrieb Johann Georg Sulzer in seiner Enzyklopädie „Allgemeine Theorie der Schönen Künste“: „Ich habe mehr als einmal bemerkt, daß verschiedene Personen, die sich von unserem Graff, der vorzüglich die Gabe hat, die ganze Physiognomie in der Wahrheit der Natur darzustellen, haben mahlen lassen, die scharfen und empfindungsvollen Blicke, die er auf sie wirft, kaum vertragen können; weil jeder bis in das Innere der Seele zu dringen scheinet.“ [25]

Graff verstand es, mit Licht und Schatten zu arbeiten. In seinen Porträts ist das Licht stets auf das Gesicht gerichtet, mit Fokussierung auf die Stirn. Handelte es sich bei seinem Modell um eine Dame, so schenkte er auch deren Dekolleté die gebührende Aufmerksamkeit. Diese Malweise geht auf seine Zeit in Ansbach zurück, wo er Gelegenheit hatte, Gemälde von Johann Kupetzky zu studieren. Bei der Betrachtung von Kupetzkys Bildern wurde Graff das Problem der Beleuchtung, der Wechsel von Hell und Dunkel, das ausgewogene Verhältnis zwischen hervortretendem Gesicht und zurückliegendem Hintergrund bewusst. Nicht ohne Niederschlag blieb deshalb die herbe, auf das rein Menschliche gerichtete, oft alles Höfisch-Konventionellen entkleidete Art der Kupezkyschen Bildniskunst, in der das Bürgerliche absolute Realität gewinnt.[13] Graff verzichtete nicht völlig auf Eleganz, Pose und Idealisierung. Übertriebene Schmeicheleien sucht man bei Graff jedoch vergebens. So lobte auch Johann Wolfgang von Goethe im 18. Buch von Dichtung und Wahrheit die Ehrlichkeit und Genauigkeit mit der Anton Graff 1781/82 Johann Jakob Bodmer porträtiert hat: „Glücklicher Weise existiert das Bild nach Graff von Bause, welches vollkommen den Mann darstellt, wie er auch uns erschienen, und zwar mit seinem Blick der Beschauung und Betrachtung.“ Dieser beinah zahnlose Kopf, der von den gewaltigen Augenbrauen dominiert wird, hat 1910 bei der Anton Graff-Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte in Berlin inmitten all der wohlgepflegten Herren mit Perücken aufgrund seiner schon von Johann Wolfgang von Goethe gelobten Realistik besonders Aufsehen erregt.[47]

Im Gegensatz zu den meist ernsthaft blickenden Herren, strahlen die porträtierten Damen eine gewisse Ruhe und Güte aus. Graffs gemalte Gesichter sind bei aller Differenzierung der Charaktere lebensbejahend. Keine Trauer, aber auch kaum ein Lächeln beherrscht die Züge. Es sind aufgeklärte, selbstbewusst in sich ruhende erwachsene Menschen, Bürger ohne Empfindsamkeit und Pathos.[37]

Während seiner Zeit in Ansbach kam Graff auch mit Porträts von Hyacinthe Rigaud in Kontakt. Die beispielhafte Wiedergabe des Stofflichen, des Samtes und der Seide des französischen Hofmalers wurde ihm zum Vorbild.[13] Graff verstand es, verschiedene stoffliche Materialien sowie deren Faltenwürfe realitätsnah wiederzugeben. 1765/66 porträtierte er Elisabeth Sulzer sitzend in einem blauen Seidenmanteau, besetzt mit silbernen Tressen und einem Kragen und Bordüren aus graubraunem Pelz.[48]

Anton Graffs künstlerische Entwicklung

Graffs künstlerische Entwicklung vollzieht sich im Wesentlichen in vier Phasen. Die erste Phase, welche bis Ende der 1760er Jahre reicht, dient der Suche nach der persönlichen Form. Als Darstellungstypus wählt Graff für seine Porträts meist das Brust- oder Hüftstück, frontal oder mit leichten Wendungen zur Seite. Er verwendet helle, zuweilen kontrastreich leuchtende Farben, welche sich scharf gegeneinander abgrenzen und ohne Übergang sind.[49]

„Morgen“, die Elbe bei Blasewitz oberhalb von Dresden (um 1800). Graff schenkte das Bild seinem Freund Daniel Friedrich Parthey. Die Familie Graff verbrachte jeweils die Sommermonate in Blasewitz. Dort lernte Graffs Tochter Caroline Susanne 1796 ihren späteren Ehemann Karl Ludwig Kaaz kennen.[21]

Graffs zweite Phase wird mit den zahlreichen Porträtaufträgen von Philipp Erasmus Reich eingeleitet. Sie markiert die Wendung zu einem bewussten Realismus. Die Farben werden wärmer und gedämpfter und tauchen in ein harmonisches Hell-Dunkel ein. Das Gesicht – als Zentrum des Porträts – fügt sich weich in das Ensemble ein. Es ist die Phase, wo der Einfluss von Johann Kupetzky nachwirkt.[50]

Graffs dritte Phase beginnt Ende der 1770er Jahre und reicht bis zur Schwelle des 19. Jahrhunderts. Hier wird vor allem der Einfluss seiner englischen und teils auch französischen Malerkollegen sichtbar. Graff wechselt zu einer hellen lebhaft kühlen Farbigkeit. Die Farbtöne sind nun untereinander und mit dem Hintergrund in harmonischer Weise verbunden. Seine Malweise wird großformatig, lebendiger und auch etwas skizzenhaft. Vor allem bei Knie– und Ganzporträts, die in dieser Phase vermehrt vorkommen, dienen ihm nun Landschaften als Hintergrund, so wie es auch in England der Mode entsprach.[50] Prunk- und Schaustücke entstehen nur, wenn fürstliche Persönlichkeiten zu porträtieren sind. Eigentliche Parade- und Repräsentationsgemälde fertigt Graff vor allem im Auftrag der Höfe von Dresden und Berlin sowie für diesen Höfen nahe stehenden Kreise. Gruppenbilder sind selten. Neben seinen eigenen Familienbildern ist jenes der Familie des Rittmeisters Ludwig Wilhelm von Stieglitz wohl das bekannteste. Graff porträtierte die Familie von Stieglitz um 1780.[49] Das Gemälde befindet sich heute im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur.

In der vierten Phase wendet sich Graff wieder mehr dem Format des Brust– und Hüftstücks zu, vielleicht auch mit Rücksicht auf seine Augen. Die Farben werden dunkler, pastos kraftvoll im Auftrag und durch farbige Schatten schwimmend in den Übergängen. Graffs Maltechnik wirkt nun beinahe impressionistisch. Diese ersten Anzeichen des später aufkommenden Impressionismus, sind auch in seinen Landschaftsbildern sichtbar, welche er in seinen späteren Jahren zu malen begann. Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich ließen sich von seiner Landschaftsmalerei beeinflussen.[50]

Um 1800 malte Anton Graff das Gemälde „Morgen“, die Elbe bei Blasewitz oberhalb von Dresden. Er schenkte das Gemälde seinem Freund Daniel Friedrich Parthey. Gemäß Partheys Sohn Gustav Parthey, soll Graff gegenüber seinem Vater geäußert haben, dass er vorher niemals Landschaften gemalt, und sich bei einem Sommeraufenthalte in Loschwitz gelangweilt; da habe er gedacht, wer einen stets sich verändernden Kopf treffen könne, der werde auch eine stillstehende Landschaft treffen. [51] Von diesem Gemälde existiert eine Kopie, die möglicherweise vom Sohn von Anton Graff, von Carl Anton Graff, stammt. Bei der Kopie befindet sich der Weidenbaum allerdings am rechten Bildrand. Diese Kopie befand sich einst in der Wohnung von Elisa von der Recke in Dresden.[52]

Ein weiterer Hinweis, daß Graff mehrere Landschaftsbilder schuf, zeigen die Schilderungen über die Dresdner Wohnung von Elisa von der Recke durch Konstantin Karl Falkenstein im von ihm herausgegebenen Werk „Christoph August Tiedge's Leben“, das dessen Leben und poetisches Werk enthält. Dort heißt es: „Hatte man den heitern mit Steinplatten belegten Hof des fast ländlichen Hauses durchschritten, so führte die Treppe in ein geräumiges Vorzimmer, dessen Wände durch mehrere landschaftliche Gemälde von der Hand des berühmten Hofmalers Anton Graff geschmückt waren, welche Naturscenen aus der Umgegend von Dresden, als: die Dörfer Loschwitz, Blasewitz [vermutlich handelte es sich bei diesem Gemälde von Blasewitz um jene Kopie, welche möglicherweise von Carl Anton Graff nach dem Original seines Vaters angefertigt wurde], den Plauischen Grund usw., darstellten, und um so mehr Aufmerksamkeit verdienten, da der große Porträtmaler erst im späteren Alter und gleichsam nur zu seiner Erholung sich dem Studium der Landschaftsmalerei widmete und auch in diesem Fache geniale Werke schuf (...)“ [53]

Preisfestsetzung für ein Porträt

Der Preis für ein Porträt von Graff hing von der Größe sowie den stofflichen und dekorativen Details ab. Auch verteurte es das Porträt, sollten die Hände des zu Porträtierenden sichtbar sein.

Die Ernennung von Anton Graff zum Professor für das Porträtfach an der Dresdner Kunstakademie am 20. Juni 1789, hatte auch Auswirkungen auf die Preise, die er für seine Arbeit verlangen konnte. Während er in Augsburg für ein Porträt (Brust- oder Hüftbild) erst 20, später 30 Gulden verlangte und in Dresden von 1766 bis 1789 seine Preise auf 30 Taler erhöhte, verlangte er nun 50 Taler für ein Porträt ohne Hände und etwas mehr für ein Porträt mit Händen.[54]

Privat- und Geschäftskontakte

Daniel Chodowiecki (1800). Auf der Tischkante links liegt ein Grabstichel. Das Bild entstand im Januar 1800 und wurde bereits im selben Jahr auf der Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt. Nach dem Tod von Chodowiecki erhielt Graff das Porträt im Dezember 1801 zurück, wohl um davon Repliken anzufertigen. Graff fertigte mindestens eine Replik an, wo jedoch der Grabstichel im Bild fehlt.[55]

1769 lernte Graff Philipp Erasmus Reich kennen. Reich war ein bekannter Buchhändler und Verleger aus Leipzig. Graff und er wurden gute Freunde. Reich engagierte Graff, um Porträts seiner gelehrten Freunde anzufertigen. Das Ziel von Reich war es, eine Galerie der berühmtesten gegenwärtig lebenden Dichter und Denker zusammenzubringen.[28] Vorbild für Reichs Vorhaben war die Porträtsammlung im Gleimhaus, dem „Musen– und Freundschaftstempel“ von Johann Wilhelm Ludwig Gleim.[24]

Gotthold Ephraim Lessing (1771). Lessings Kommentar zu seinem Porträt: „Sehe ich denn so verteufelt freundlich aus?“

1771 reiste Graff nach Berlin und porträtierte zwischen dem 20. und 29. September 1771 Gotthold Ephraim Lessing in der Wohnung von Johann Georg Sulzer. Zu seinem Porträt meinte Lessing verwundert: „Sehe ich denn so verteufelt freundlich aus?“ [34] Lessing erwähnte die Porträtsitzung auch in einem Brief an Eva König vom 29. Juli 1772: „Sie wissen ja, daß ich voriges Jahr in Berlin mich von Graffen musste malen lassen (...)“ Noch in der Wohnung von Sulzer sah Dieudonné Thiébault das Porträt von Lessing. Er war von diesem so gefesselt, dass er darüber in seinem Werk „Mes souvenirs de XX ans de séjour à Berlin“ (Paris 1804) berichtete. In Berlin porträtierte Graff auch Moses Mendelssohn, Johann Joachim Spalding, Karl Wilhelm Ramler und Johann Georg Sulzer, seinen künftigen Schwiegervater. Denn 1771 lernte Graff bei Johann Georg Sulzer dessen ältere Tochter, die 17-jährige Elisabetha Sophie Augusta, genannt Guste, kennen. Graff heiratete sie noch im selben Jahr.[24]

Graff reiste oft nach Berlin. Sein Schwiegervater Johann Georg Sulzer machte ihn mit Persönlichkeiten des preußischen Hofs bekannt. Graff erfreute sich innerhalb kürzester Zeit großer Beliebtheit bei Hofe und gewann viele Kunden. Er hatte nie vergessen, mit wie viel Wohlwollen er in der preußischen Gesellschaft aufgenommen worden war. Seine 1778 verfasste Autobiographie beendete er mit dem Satz: „Berlin habe ich viel zu verdanken.“ [32]

Graff war ein geselliger Zeitgenosse. Umgeben von Freunden und in glücklichen Familienverhältnissen lebend, gewann Graff zu jeder Zeit seinem Leben auch die angenehmen Seiten ab. Ganz gleich, ob es sich dabei um Burgunderwein handelte, für den er, laut Eintrag in seinem Schreibkalender vom 12. Februar 1801, 37 einhalb Taler ausgab, oder um Bootsfahrten auf der Elbe, um wiederholte Besuche der Leipziger Messe oder um fröhliche Tafelrunden. Eine derselben im Mai 1809 veranlasste den Schriftsteller Friedrich Christoph Förster zu folgender, liebevoll charakterisierender Beschreibung Graffs: „(...) Es war ein muntrer alter Herr, der Puder ließ nicht erkennen, ob das Haar meliert, grau oder vielleicht schon weiß war. Obschon er eine Brille trug, blitzten dennoch seine Augensterne durch die Gläser hindurch. Er trug einen braunseidenen Frack mit großen Stahlknöpfen, brüsseler Manschetten und Busenstreif, eine geblühmte blauseidene Weste und schien die Artigkeiten, welche seine Nachbarin, Frau Seydelmann, ihm über seine Toilette machte, gerne anzunehmen (...)“ [56]

Graff pflegte Freundschaften mit vielen der von ihm porträtierten Persönlichkeiten, Geschäftspartnern und Kollegen. Darunter der polnische Kupferstecher Daniel Chodowiecki, die Schweizer Maler Salomon Gessner und Adrian Zingg – Zingg weilte ebenfalls ab 1766 in Dresden – sowie der sächsische Kupferstecher Johann Friedrich Bause. Bause reproduzierte zahlreiche Porträts von Graff, was dessen Kunst einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Auch mit Johann Wolfgang von Goethe, den er 1768 in Dresden traf, stand Graff in Kontakt.[3] 1778 begleitete Goethe Herzog Karl August und den Fürsten Leopold von Dessau inkognito nach Berlin. Goethe nutzte die Gelegenheit und besuchte am 16. Mai 1778 Graff in Berlin. Graff hatte beruflich in Berlin zu tun und wohnte während dieser Zeit bei seinem Schwiegervater Johann Georg Sulzer in der Heiligengeiststraße 7, im Hintergebäude der Ritterakademie.[41] Im folgenden Jahr, am 27. Februar 1779, starb Graffs Schwiegervater in Berlin.[57]

Vom König dem Kaiser vorgestellt

Kurfürst Friedrich August III., ab dem 20. Dezember 1806 König Friedrich August I. von Sachsen (1768). Porträtiert mit dem Bruststern und dem Schulterband des Weißen Adlerordens. Im Hintergrund links der rote Kurfürstenmantel und die Hermelinkappe darauf. 1807 stellte er Napoleon Bonaparte Anton Graff vor.

In ihrer Ausgabe vom 21. Juli 1807 berichtete die „Zeitung für die elegante Welt“ wie folgt über das Zusammentreffen von Napoleon Bonaparte und Anton Graff:

„Sonnabends den 18. July Nachm. 5 Uhr kam S.M. der Kaiser Napoleon, der den Tag zuvor Abends ein Viertel auf 6 Uhr unter Kanonendonner und Glockengeläut in der Residenz an der Seite des Königs eingetroffen war, auf die hiesige Gallerie. Die Inspektoren der Gemäldesammlung und die Professoren der Kunstakademie hatten schon seit 11 Uhr Befehl, dort den Kaiser zu erwarten. Er trat durch das Pastellkabinet, wo er den Amor von Mengs und den Marschall de Sare betrachtete, in die äussere Gallerie, und die Professoren, die alle in Galla in ehrerbietiger Entfernung standen, wurden von Sr. Exzellenz dem Oberkammerherrn und Direktor der schönen Künste, dem Grafen Marcolini, dem grossen Besieger der Nazionen vorgestellt. Mit einem unbeschreiblich humanen Ausdruck in seinem ganzen Aeussern hörte er ihre Namen und ihre Fächer nennen. Da kam der König, nahm unsern alten Graff beim Arme und führte den würdigen Greis, dem hoch das Herz brannte, zu dem grossen Napoleon hin. „Sire! Das ist eins der würdigsten Glieder unserer Akademie, der Maler Anton Graff!“ – „In welchem Genre?“ frug Napoleon. „Im Portrait.“ Ein sanftes, liebliches Beifalllächeln von Seiten des Kaisers beim Lobe des Königs that dem alten, tief gerührten Künstler wohl bis tief ins Herz. So lohnt das echte Gute überall und wahres Verdienst wird anerkannt, geehrt und ausgezeichnet: es bedarf keiner Zudringlichkeit! Die Künstler, deren Arbeiten Napoleons Blick fesselten, waren vorzüglich Carlo Dolce sowohl seine Cäcilia und Herodias, als auch sein Christus. „Très fini, très fini“, sagte Er beim Anblick dieser Werke, die Ihn länger als alle anderen anzogen. Albano gefiel dem Kaiser gleichfalls. Bei Raphaels Madonna zog vorzüglich der Kopf des heiligen Sirtus die Aufmerksamkeit Sr. Majestät an: „C’est une tête pleine d’expression et de caractère.“ – Die Künstler waren alle über den Kaiser entzückt.“ [58]

Ehrungen

Graff wurden verschiedene Ehrungen zuteil. So wurde er am 8. Mai 1783 Ehrenmitglied der Akademie der Künste Berlin,[57] im Frühling 1812 Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste Wien und im Herbst 1812 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München.[59] Zu den späten Ehrungen von 1812 schreibt Anton Graff Ende desselben Jahres in einem Brief: „Es kömmt nun zu spät, meine Künstlerlaufbahn ist abgelaufen (...)“ [60]

Im Herbst 1901 wurde an Anton Graffs Geburtshaus an der Untertorgasse 8 in Winterthur eine Gedenktafel angebracht. Später wurde das Haus durch einen Neubau ersetzt.

Zu Ehren ihres berühmten Bürgers hat die Berufsbildungsschule Winterthur (BBW) eines ihrer Schulhäuser nach Anton Graff benannt.

In Winterthur sowie im Dresdner Stadtteil Striesen ist je eine Straße nach Anton Graff benannt.

Privatleben

Selbstporträt mit seiner Familie (1785). Im Hintergrund Anton Graff mit dem entstehenden Porträt seines Schwiegervaters Johann Georg Sulzer auf der Staffelei. Im Vordergrund die beiden Söhne Carl Anton und Georg, der seinen Arm auf die Tischplatte stützt, um den zum Betrachter gedrehten Kopf zu halten. Daneben Graffs Ehefrau Elisabetha Sophie Augusta mit dem Töchterchen Caroline Susanne. Dieses Gemälde entstand als Auftragsarbeit für Peter von Biron und war ab 1786 in dessen Besitz auf Schloss Friedrichsfelde. Ab 1881 befand sich das Bild im Schloss zu Sagan. Heute im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten.[61]

Am 16. Oktober 1771 heiratete Graff die Tochter von Johann Georg Sulzer, Elisabetha Sophie Augusta, genannt Guste.[57] Graff und seine Ehefrau hatten fünf Kinder. Seine erste Tochter, Johanna Catharina Henrietta, starb bald nach der Geburt (geboren am 16. November 1772). Eine weitere Tochter ist vor dem 3. April 1779 geboren und gestorben. Sein zweiter Sohn Georg, er war Gerichtsreferendar, starb im Juli 1801 (geboren im Januar 1777). 1803 wurde Graff wegen eines grauen Stars operiert. Seine Ehefrau starb am 26. April 1812 (geboren am 7. Dezember 1753 in Berlin).[59] Ende 1812 schrieb Graff an seinen Freund Ulrich Hegner in der Schweiz, dem er zuvor einige Gemälde hat zukommen lassen: „Ich wollte ich hätte die Bilder selber gebracht, so wäre ich bey Ihnen, wo ich jetzt so gerne wäre, da sich die guten Zeiten für mich hier zu Land verloren. Ich glaube auch, daß ich weniger über den Verlust meiner Frau leiden würde, als ich hier leide. Behalt ich Leben und Gesundheit, so ist vielleicht auf dieser kurzen Laufbahn noch ein Viertelstündchen für mich zu Winterthur aufgehoben (...)“ [60] Am 20./21. Mai 1813 fand die Schlacht bei Bautzen statt. Danach wurden über 17.000 Verletzte in Dresden untergebracht; z. T. auch in Bürgerhäusern, da die Spitäler nicht ausreichten. Graff zog deshalb aus seiner Wohnung am Altmarkt Nr. 9 aus und zog zu seiner Tochter in die Rampische Gasse.[59] Von dort wollte er die von den Franzosen bedrängte Stadt in Richtung Schweiz verlassen. Graff, der nun fast blind war, wollte seinen Lebensabend in Winterthur verbringen.[62] Anton Graff starb jedoch nur kurze Zeit nach dem Umzug zu seiner Tochter am 22. Juni 1813 „abends gegen 8 Uhr (...) nach 12-tägiger Krankheit am Nervenfieber, 76 Jahr, 7 Monathe alt“, wie es in einer in der Leipziger Zeitung veröffentlichten Anzeige hieß, mit der Caroline Susanne (geboren am 15. September 1781) und Carl Anton (31. Januar 1774 – 9. März 1832, Taufpate war Adrian Zingg) das Ableben ihres Vaters bekannt gaben. Graff hinterließ seinen beiden überlebenden Kindern Caroline Susanne (sie heiratete den Maler Karl Ludwig Kaaz, einen Schüler von Graff) und Carl Anton – er wurde Landschaftsmaler – ein Vermögen von 40.000 Taler.[59]

Graff wurde auf dem ersten Johannisfriedhof in Dresden beigesetzt. Sein Grab ist nicht erhalten.

Damit endete das Schaffen des auch für die Nachwelt bedeutendsten deutschsprachigen Porträtisten der Goethe-Zeit, „dessen Pinsel“, nach den Worten eines zeitgenössischen Kritikers, „in der Zauberei der Farbenmischung Geist und Seele bewiesen“. [63]

Anton Graffs Autobiographie

Anton Graffs kurze, wohl 1778 verfasste, angeblich von Seinem Sohn Carl Anton Graff [ab]geschriebene Autobiographie befand sich bis 1884 im Besitz von Karl Constantin Kraukling (1792–1873) in Dresden (Katalog der nachgelassenen Autographen-Sammlung des Königl. Bibliothekars und Drectors des Kgl. historischen Museums Herrn Karl Constantin Kraukling in Dresden. Versteigerung zu Köln am 3. Dezember 1884 und folgende Tage (…) durch J.M. Heberle, Nr. 3323). Weiterer Verbleib unbekannt. Der Wortlaut der Autobiographie ist jedoch überliefert. [8]

Künstlerischer Nachlass

Graff war ein produktiver Künstler. Er schuf gut 2.000 Gemälde und Zeichnungen.[32] Sein Werk beinhaltet auch über 80 Selbstporträts, welche er oft an Freunde und Gönner verschenkte oder im Auftrag von Mäzenen schuf.

In Ergänzung zu Graffs 1778 verfasster Autobiographie veröffentlichte Graffs Zeitgenosse und Freund, Ulrich Hegner, 1815 im XI. Neujahrsstück der Zürcher Künstler-Gesellschaft weitere Details zu dessen Lebens- und Schaffensweg. Hegner berichtete dort, dass Graff „ein grosses [leider verschollenes] Buch“ geführt habe, „worin er von Anfang an alle seine Arbeiten, mit den Namen der abgebildeten Personen und den Preisen aufzeichnete. In demselben finden sich von 1756 bis 1766 in Augspurg, Regenspurg, etc. gemalte Porträte 297; Originalgemälde von 1766 bis Januar 1813 in Dresden etc. 943, Copien 415, zusammen 1655 gemalte Bilder. Dazu kommen noch (...) Zeichnungen mit Silberstift 322.“ [32]

Albert Welti über Anton Graff, als er bei Otto Waser einige Blätter mit Abbildungen von Graffs Porträtarbeiten sah: „Donnerwetter, der Mann hat etwas gekonnt! Das bleibt!“ [64]

Schüler und Kopisten

Als bedeutendster Schüler von Graff gilt Philipp Otto Runge. Weitere Schüler von Graff waren: Georg Friedrich Adolph Schöner, Emma Körner, Karl Ludwig Kaaz, Carl Focke, Ernst Gottlob, David Angermann und Johann Friedrich Wilhelm Ferdinand Collmann. Zudem weilten ab Mai 1784 die aus Zürich stammenden Freunde Heinrich Freudweiler (1755–1795) und der Sohn von Salomon Gessner, Conrad Gessner (1764–1826), zwecks Weiterbildung bei Anton Graff und Adrian Zingg in Dresden. Conrad Gessner machte sich später als Pferde- und Schlachtenmaler einen Namen. Heinrich Freudweiler wurde Landschaftsmaler und malte auch Genrestücke.[65] Von 1796–1798 war der aus Anton Graffs Heimatstadt Winterthur stammende angehende Landschaftsmaler und Radierer Emanuel Steiner (1778–1831) Graffs Schüler.[66] Der Sohn von Anton Graff, Carl Anton, freundete sich mit Emanuel Steiner an. Am 27. Juni 1801 traten die beiden gemeinsam eine Studienreise an. Diese führte sie über die Schweiz und Mailand nach Rom.[67]

Auch Graffs Sohn Carl Anton, der sich nicht wie sein Vater der Porträtkunst sondern der Landschaftsmalerei widmete, hatte die handwerklichen Grundbegriffe bei seinem Vater gelernt. Nach Meinung von Ludwig Richter aber auch nicht mehr. Richter bemerkte sarkastisch, dass der junge Graff nichts von seines Vaters Talent geerbt habe. [68]

Die Porträts berühmter Persönlichkeiten wurden bereits zu Graffs Lebzeiten von anderen Malern kopiert, welche teils seine Schüler waren. Auch Graff selbst fertigte von einzelnen seiner Werke Repliken an. Zu den bekanntesten Graff-Kopisten gehören Carl Focke, Ernst Gottlob und Johann Friedrich Wilhelm Ferdinand Collmann. Verschiedene dieser Kopien hängen noch heute im Gleimhaus in Halberstadt. Weitere Graff–Kopisten waren Heinrich Freudweiler, Johann Friedrich Moritz Schreyer, Wilhelm Gottfried Bauer, Gottlieb Schiffner sowie der ebenfalls wie Graff aus Winterthur stammende Thomas Löw. Auch Friedrich Georg Weitsch kopierte Graffsche Porträts. Weitsch porträtierte Graff zudem zweimal. Die Damen Hainchelin, eine Schülerin von Daniel Chodowiecki, und Johanna Wahlstab, kopierten Gemälde von Graff in Pastell. Beide stellten ihre nach Graff gefertigten Pastellkopien 1788 auf der Ausstellung der Akademie der Künste Berlin aus.[50]

Ausstellungen (postum)

Selbstporträt (1794). Von Theodor Heuss als „Das Selbstporträt von Dresden“ bezeichnet.

Bereits im Herbst 1901 wurde in Winterthur die erste Ausstellung von Arbeiten Graffs mit 136 Gemälden veranstaltet. Dazu kamen noch zahlreiche Pastellbilder, Radierungen, Zeichnungen, Kupferstiche und Photographien mit Werken von Graff. Ebenso wurden bei der 1906 durchgeführten Jahrhundertausstellung deutscher Kunst Werke von Anton Graff präsentiert. Eine weitere bedeutende Gedächtnisausstellung für Anton Graff führte die Galerie Eduard Schulte, Unter den Linden, in Berlin von Januar bis Februar 1910 durch. An diese Ausstellung in Berlin, schloss sich jene in der Galerie Ernst Arnold (1818–1951) an der Schlossstrasse/Ecke Schössergasse in Dresden an. Inhaber der „Galerie Ernst Arnold“ und des gleichnamigen Verlags war Ludwig Wilhelm Gutbier (1873–1951). Ebenfalls 1910 gab die Photographische Gesellschaft Berlin unter dem Titel „25 Meisterbildnisse“ eine Graff–Mappe heraus.[69] Drei Jahre später, von Anfang Oktober bis Ende November 1913, ermöglichte der Sächsische Kunstverein anlässlich der hundertjährigen Wiederkehr des Graffschen Todestages auf der Brühlschen Terrasse die zahlenmäßig umfangreichste Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen des erfolgreichen Meisters. Sie wurde dank der vielen kostbaren Leihgaben aus Privatbesitz „zu einem geschichtlichen Dokument besonderer Art“, wie es im Katalog stolz und zu Recht heißt.[32] 1936 folgten weitere bedeutende Ausstellungen zu seinem 200. Geburtstag des Kunstvereins Winterthur, der Dresdner Kunstsammlungen sowie 1937 des Schlesischen Museums der bildenden Künste in Breslau. 1963 war es erneut Berlin, nun die Nationalgalerie, welche Graffs 150. Todestag mit einer in Auswahl und Hängung großartigen Ausstellung angemessen beging. Enger gefasst, auf Graffs Beziehung zu Dresden und seinen dortigen Zeitgenossen vor allem eingehend, bot die Graff-Ausstellung der Dresdner Gemäldegalerie im Schloss Pillnitz 1964 eine weitere wichtige Ergänzung des Bildes von dem Menschen, Künstler und Schilderer bedeutender Persönlichkeiten Anton Graff.[32]

Dresden hat ein Selbstporträt: Eine Würdigung von Theodor Heuss

Der spätere deutsche Bundespräsident Theodor Heuss widmete Anton Graff schon 1910 eine Studie. Unter anderem hielt er darin fest: „Dresden hat ein Selbstporträt. Da sitzt er vor der großen Leinwand, wendet den Oberkörper keck und unbefangen zum Beschauer und legt den Arm leicht über die Stuhllehne, wie wenn jemand, während er arbeitete, ins Zimmer getreten sei, dem er sich nun prüfend zukehrt, ohne die Absicht, sich weiter stören zu lassen. Ein köstliches Bild, in Zeichnung von unendlich leichter und sicherer Raumwirkung. Dies Selbstporträt atmet ein schönes phrasenloses Selbstbewusstsein und Gelassenheit, und begreift man seinen Stil, dann weiß man, daß Graff nicht bloß für den formalen und ästhetisierenden Kunstgeschichtler vorhanden ist, sondern in seinem Werk wie in seinem eigenen menschlichen Wesen eine knappe, scharfe Formel der besten Art seiner Periode darstellt. Er ist so in gewissem Sinn geschichtliches Urkundenmaterial.“ [70]

Werke in öffentlichen und privaten Kunstsammlungen

Zu den bekanntesten Gemälden von Anton Graff gehören die Porträts berühmter Persönlichkeiten seiner Zeit. Diese wurde auch oft von anderen Malern kopiert, teils schon zu Lebzeiten von Graff. Viele von Graffs Gemälden befinden sich heute in Museen und Privatsammlungen in der Schweiz (Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten), in Deutschland (Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, Von der Heydt-Museum), in Russland (Eremitage) und in Polen (Nationalmuseum Warschau).

Einzelnachweise

Das letzte von über 80 Selbstporträts (1813). Ulrich Hegner, Anton Graffs erster Biograph, schreibt darüber 1815 im XI. Neujahrsstück der Zürcher Künstler-Gesellschaft (S. 15): „Nur wenige Monathe vor seinem Ende malte er noch sein eignes Bild, das an geistiger Behandlung und Aehnlichkeit keinem nachsteht, obgleich mehr mit den Augen des Verstandes als mit leiblicher Sehkraft gefasst, und mit zitternder Hand hingeworfen.“ [62]
Anton Graff-Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte in Berlin 1910. In der Mitte das 1805 entstandene Porträt von Carl Adolf von Carlowitz. Links und rechts oben: August Gottlieb von Gärtner und Elisa von der Recke (das Porträt von Elisa von der Recke befand sich 1945 auf Schloss Groß Wartenberg der Familie Biron von Curland und ist vermutlich dort verbrannt).[23] Links unten: Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn und ein Selbstporträt von Anton Graff. Rechts unten: Johann Jakob Bodmer, die Söhne von Anton Graff, Carl Anton und Georg beim Spielen mit Seifenblasen, sowie Johann Joachim Spalding.[70]
Salon im Schloss Groß Wartenberg der Familie Biron von Curland (vor 1910). Rechts von der Tür hängt das Porträt von Elisa von der Recke von Anton Graff. Das Gemälde ist vermutlich 1945 bei der Zerstörung des Schlosses verbrannt. Das Porträt befand sich 1910 unter den Exponaten in der Galerie Eduard Schulte in Berlin anlässlich der Anton Graff-Ausstellung.[23]
  1. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 160
  2. Carl Clauß: Graff, Anton in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 565–566
  3. a b c d e Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 34
  4. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 12
  5. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 13
  6. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 11
  7. a b Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 245
  8. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 39
  9. Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 244
  10. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 14
  11. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 12
  12. a b c Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 247
  13. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 13
  14. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 15
  15. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 81
  16. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 15
  17. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 17
  18. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 18
  19. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 19
  20. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 20
  21. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 56
  22. Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde Band 1, Berlin Schade 1871, S. 39
  23. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 303
  24. a b c Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 22
  25. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 16
  26. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 50
  27. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 26–30
  28. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 17
  29. a b Sieghard Liebe, Lothar Kempe: Sächsische Schweiz und Ausflüge in die Böhmische Schweiz. Brockhaus, Leipzig 1974, S. 5
  30. Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 248
  31. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 119
  32. a b c d e f Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 7
  33. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 24
  34. a b c d Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 18
  35. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 83
  36. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 286
  37. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 32
  38. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 216
  39. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 22
  40. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 46
  41. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 19
  42. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 43
  43. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 321
  44. Johann Georg Meusel: Miscellaneen artistischen Inhalts. 1. Heft, Erfurt 1779, S. 48f
  45. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 72
  46. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 339
  47. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 82
  48. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 348
  49. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 73
  50. a b c d Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 30
  51. Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde Band 1, Berlin Schade 1871, S. 305
  52. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 406
  53. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 70
  54. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 51
  55. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 87
  56. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 60
  57. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 35
  58. Zeitung für die elegante Welt, vom 21. Juli 1807, VII (116), S. 927
  59. a b c d Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 38
  60. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 64
  61. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 168
  62. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 65
  63. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 33
  64. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 74
  65. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 28
  66. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 29
  67. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 57
  68. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 27
  69. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 7
  70. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 10

Literatur

Aus Anlass des 200. Todestages von Friedrich dem Großen (1712–1786), gab die Deutsche Bundespost 1986 eine Briefmarke mit einem Nennwert von 80 Pfennig heraus. Vorlage für den Druck der Briefmarke mit dem Bild des Königs von Preußen war das Porträtgemälde von Anton Graff, dass dieser 1781 von Friedrich dem Großen angefertigt hatte.
  • Johann Caspar Füssli: Joh. Caspar Füesslins Geschichte der besten Künstler in der Schweitz. Nebst ihren Bildnissen. Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich, 1769–1779 (5 Bde.). Erwähnung von Anton Graff in Band 3, S. 240–248.
  • Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde. 2 Bände, Berlin Schade 1871.
  • Carl Clauß: Graff, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 565 f.
  • Otto Waser: Anton Graff 1736–1813. Huber, Frauenfeld u. Leipzig 1926.
  • Erna Brand: Anton Graff. Staatl. Kunstsammlungen, Gemäldegalerie, 1964.
  • Anton Graff, Helmut Rötzsch und Hans-Martin Pleßke: Anton Graff und seine Buchhändlerporträts. Dt. Bücherei, 1965.
  • Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967 (Catalogue raisonné).
  • Ernest Giddey, Fribourg (Ed.): Préromantisme en Suisse? Editions Universitaires, 1982 (Colloques de la Société Suisse des Sciences Humaines).
  • Helmut Börsch-Supan: Die Deutsche Malerei von Anton Graff bis Hans von Marées 1760–1870. Verlag C.H. Beck, 1988.
  • Martin Bircher u. Gisold Lammel, Zürich (Hrsg.): Helvetien in Deutschland. Schweizer Kunst aus Residenzen deutscher Klassik 1770–1830. Zürich, Städtische Galerie zum Strauhof, 1990–91; Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum, 1991.
  • Roland Kanz: Dichter und Denker im Porträt. Spurengänge zur deutschen Porträtkultur des 18. Jahrhunderts. Deutscher Kunstverlag, München 1993.
  • Jane Turner (Editor): The Dictionary of Art. (34 volumes). Macmillan (London); Grove, New York 1996.
  • Hans Ost: Melodram und Malerei im 18. Jahrhundert: Anton Graffs Bildnis der Esther Charlotte Brandes als Ariadne auf Naxos. Faste Michael Verlag, Auflage 1, Oktober 2002.
  • Ulrich Hegner: Ulrich Hegner's Gesammelte Schriften: Bd. Aus dem Leben eines Geringen. Leben Johann Rudolf Schellenbergs, Anton Graffs, Johann Kaspar Kulters (...). Nabu Press, 1. März 2010.
  • Richard Muther: Anton Graff (1881). Kessinger Legacy Reprints, September 2010.

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