Cottbus


Cottbus
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Cottbus
Cottbus
Deutschlandkarte, Position der Stadt Cottbus hervorgehoben
51.76055555555614.33416666666770
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Höhe: 70 m ü. NN
Fläche: 164,28 km²
Einwohner:

102.091 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 621 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 03042-03055
Vorwahl: 0355
Kfz-Kennzeichen: CB
Gemeindeschlüssel: 12 0 52 000
Stadtgliederung: 19 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Neumarkt 5
03046 Cottbus
Webpräsenz: www.cottbus.de
Oberbürgermeister: Frank Szymanski (SPD)
Lage der Stadt Cottbus in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild
Blick in das Stadtzentrum von Cottbus

Cottbus, niedersorbisch Chóśebuz, ist eine Stadt im Osten Deutschlands. Sie ist nach der Landeshauptstadt Potsdam die zweitgrößte Stadt Brandenburgs. Neben Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Potsdam ist Cottbus eines der vier Oberzentren des Landes Brandenburg und hat den Status einer kreisfreien Stadt. Obwohl in der Stadt selbst nur eine kleine sorbische Minderheit wohnt, gilt sie als das politische und kulturelle Zentrum der Sorben in der Niederlausitz. Die Stadt ist ein Dienstleistungs-, Wissenschafts- und Verwaltungszentrum.

Inhaltsverzeichnis

Schreibweise

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Schreibweise des Stadtnamens strittig. Während bei Berliner Straßennamen die modernere Schreibweise mit K angewandt wurde und auch noch teilweise wird („Kottbusser Tor“), hielt man vor Ort am traditionellen C fest. Weil die amtliche Eigenbezeichnung der Stadt schon den vor 1996 geltenden Regeln widersprach, bleibt sie nach der dringenden Empfehlung des Ständigen Ausschusses für Geographische Namen[2] für die Anwendung der Rechtschreibreform auf geographische Namen weiterhin die gültige Schreibweise. In dem Zusammenhang sei erwähnt, das sowohl die Schreibweise Cottbuser(in) als auch Cottbusser(in), also mit einem oder zwei s, zulässig ist.

Geographie

Geographische Lage

Cottbus ist die größte Stadt in der Niederlausitz und liegt an der mittleren Spree zwischen dem Lausitzer Grenzwall im Süden und dem Spreewald im Norden. Die Stadt dehnt sich in Ost-West-Richtung 15,6 km aus, in Nord-Süd-Richtung 19,2 km. Die Spree erreicht in Cottbus eine Breite von 36 m. Sie fließt in einer Länge von 23 km durch die Stadt.

Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 164,2 km². 35,2 km² davon sind Waldfläche, weitere 3,0 km² Wasserfläche. Die nächstgelegenen Großstädte sind Dresden, ca. 90 km südwestlich, Zielona Góra in Polen, ca. 100 km nordöstlich und Berlin, ca. 100 km nordwestlich von Cottbus.

Nachbargemeinden und -kreise

Die Stadt Cottbus wird als kreisfreie Stadt vollständig vom Landkreis Spree-Neiße umschlossen, und grenzt im Norden und Nordosten an die Gemeinden Drachhausen, Drehnow und Turnow-Preilack, die Stadt Peitz sowie die Gemeinden Teichland und Heinersbrück. Im Osten und Süden grenzt sie an die Gemeinden Wiesengrund und Neuhausen/Spree, im Südwesten an die Stadt Drebkau mit Klein Oßnig und im Westen an die Gemeinden Kolkwitz, Briesen und Dissen-Striesow.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Cottbus ist in 19 Ortsteile gegliedert. Die angegebenen Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2008. Ausgehend vom Stadtzentrum handelt es sich um folgende Ortsteile (in Klammern die sorbischen Bezeichnungen):

Ortsteile von Cottbus
  • (1) Mitte (Srjejź) mit 8.716 Einwohnern
  • (2) Schmellwitz (Chmjelow) mit 14.540 Einwohnern
  • (3) Sandow (Žandow) mit 16.206 Einwohnern
  • (4) Spremberger Vorstadt (Grodkojske pśedměsto) mit 14.057 Einwohnern
  • (5) Ströbitz (Strobice) mit 13.970 Einwohnern
  • (6) Sielow (Žylow) mit 3.613 Einwohnern
  • (7) Saspow (Zaspy) mit 708 Einwohnern
  • (8) Merzdorf (Žylowk) mit 1.149 Einwohnern
  • (9) Dissenchen (Dešank) mit 1.143 Einwohnern
  • (10) Branitz (Rogeńc) mit 1.385 Einwohnern
  • (11) Madlow (Módłej) mit 1.680 Einwohnern
  • (12) Sachsendorf (Knorawa) mit 13.164 Einwohnern
  • (13) Döbbrick (Depsk) mit 1.799 Einwohnern
  • (14) Skadow (Škódow) mit 539 Einwohnern
  • (15) Willmersdorf (Rogozno) mit 726 Einwohnern
  • (16) Kahren (Kórjeń) mit 1.273 Einwohnern
  • (17) Kiekebusch (Kibuš) mit 1.337 Einwohnern
  • (18) Gallinchen (Gołynk) mit 2.635 Einwohnern
  • (19) Groß Gaglow (Gogolow) mit 1.428 Einwohnern

Darüber hinaus gibt es 19 weitere Gemeindeteile und sonstige Siedlungsplätze.

Klima

Klimadiagramm von Cottbus

Die Stadt Cottbus befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur betrug in der CLINO-Periode 1971–2000 9,3 Grad Celsius.[3] Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 18,6 Grad Celsius. Der kälteste Monat ist der Januar mit -0,6 Grad Celsius im Mittel. Die Differenz zwischen dem Maximum und dem Minimum, die so genannte Amplitude, beträgt 19,2 Grad Celsius.

Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge betrug 1971–2000 559 Millimeter.[3] Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit 74 Millimetern im Durchschnitt, der wenigste im Februar mit 34 Millimeter im Mittel. Es gibt ganzjährig Niederschläge, im Sommer sind diese jedoch stärker. Das Klima ist damit ganzjährig humid.

In den letzten Jahren scheint sich das Klima jedoch auch in Cottbus zu ändern; es werden in den Sommern monatelange Trockenzeiten beobachtet, und die Niederschläge konzentrieren sich auf wenige Starkregenfälle.

Geschichte

Politische Zugehörigkeit von Cottbus seit 1156
Staat Verwaltungseinheit/
Gliedstaat
Zugehörigkeit
Banner of the Holy Roman Emperor (after 1400) Haloes.jpg Heiliges Römisches Reich
Markgrafschaft Lausitz 1156–1445
Markgrafschaft Brandenburg 1445–1701
Königreich Preußen 1701–1806
Flag of Prussia (1803).gif Preußen Markgrafschaft Brandenburg 1806–1807
State flag of Saxony before 1815.gif Sachsen Markgrafschaft Niederlausitz 1807–1813
Flag of Prussia (1803).gif Preußen
von Preußen besetzt 1813–1815
Provinz Brandenburg 1815–1867
Norddeutscher BundNorddeutscher Bund Norddeutscher Bund Königreich Preußen 1867–1871
Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich Königreich Preußen 1871–1918
Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich Freistaat Preußen 1918–1933
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit)
Preußen 1933–1945
Deutschland 1946Deutschland 1945 bis 1949 Sowjetische Zone
Preußen 1945–1947
Brandenburg 1947–1949
Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik DDR
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR
Brandenburg 1949–1952
Bezirk Cottbus 1952–1990
Flag of Germany.svg Deutschland Brandenburg seit 1990

Hauptartikel: Geschichte von Cottbus

Die Cottbuser Siedlungsgeschichte im heutigen Altstadtgebiet kann fast 2000 Jahre zurückverfolgt werden. Im 3. und 4. Jahrhundert siedelten sich im Altstadtbereich germanische Siedler an. Seit dem 6. Jahrhundert wanderten aus dem Südosten slawische Stämme in das Gebiet zwischen Elbe/Saale und Oder ein. Im 8. Jahrhundert folgten die Lusitzi, ein westslawischer Stamm. Sie erbauten auf einer Talsandinsel am Westufer der Spree einen mittelslawischen Burgwall. Im Schutze der slawischen Burg legten die Wenden eine Vorburgsiedlung an, die sich im 11. und 12. Jahrhundert zu einer frühstädtischen Siedlung entwickelte. Am 30. November 1156 fand Cottbus seine erste urkundliche Erwähnung. Die Stadtrechte scheint Cottbus zwischen 1216 und 1225 erhalten zu haben.[4] Im 14. Jahrhundert wurde die Cottbuser Stadtmauer angelegt.

Die „Herren von Cottbus“, ein fränkisches Adelsgeschlecht, herrschten von 1199 bis 1445. 1304 mussten die Wettiner wegen Geldschwierigkeiten die Lausitz verkaufen. Bis 1370 kam es aus diesem Grund zu einem häufigen Besitzwechsel der Stadt Cottbus. In den Jahren 1405 und 1406 erteilte Johann III. den Tuchmacher- und Leineweberzünften ihr Privileg. Seit 1445 stand Cottbus unter brandenburgischer Herrschaft außer der Zeit von 1807 (Tilsiter Frieden) bis 1815 (Wiener Kongress), in der die Stadt dem Königreich Sachsen angegliedert war. 1468 schlug der Blitz in die Stadt ein und legte ganz Cottbus und auch die Oberkirche in Asche. 1479 vernichtete ein Feuer die Stadt abermals.

Auch Pestepidemien und die jahrzehntelange Besatzung nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618 brachten Zerstörung, Not und Elend für die Stadt und deren Bevölkerung. Die Stadt war im Dreißigjährigen Krieg den Truppen ausgeliefert. So zog Wallenstein mit seinen Truppen durch Cottbus. Die Stadt erlebte über Jahrzehnte Besatzung, Plünderung und Zerstörung. Am Ende des Krieges im Jahr 1648 lebten nur noch wenige hundert Menschen in Cottbus.

Im 18. Jahrhundert siedelten sich die französischen Hugenotten an, und Cottbus erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im 18. Jahrhundert wurden auch ein Teil der Wehranlagen zurückgebaut, und die Cottbuser nutzen das Gelände u. a., um Maulbeerbäume zu pflanzen. Auch wurden Gärten angelegt, und die mittelalterliche Stadt begann sich in alle Richtungen auszudehnen. Von 1756 bis 1763 tobte der Siebenjährige Krieg. Dieser machte sich auch in Cottbus bemerkbar. Wenn auch keine direkten Kampfhandlungen stattfanden, so gab es doch Durchzüge und Einquartierungen von Truppen. Nach den Bestimmungen des Wiener Kongresses 1815 kam der Kreis Cottbus, der vor den Befreiungskriegen noch von sächsischen Gebiet umgeben war, zusammen mit der ganzen Niederlausitz zu Preußen.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert nahm die Stadt einen bedeutenden Aufschwung. Cottbus wurde zu einem Zentrum der Niederlausitz – zu einer Industriestadt mit moderner Infrastruktur, mit Kultur- und Sozialbauten. Sie entwickelte sich durch den Bau der Eisenbahnen zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. In dieser Zeit wurden viele neue Gewerbe in Cottbus gegründet. Dazu gehören beispielsweise eine Wollgarn-Spinnerei und eine Baumkuchenbäckerei. Im Zuge des Verwaltungsaufbaus erhielt Cottbus im Oktober 1824 ein Landgericht. Am 17. März 1831 wurde die revidierte Städteordnung eingeführt. Die vom Landrat, dem Bürgermeister und Vertretern der Bürgerschaft ausgearbeitete Stadtverfassung erhielt am 14. Dezember 1831 die Regierungsgenehmigung. Vom 12. bis 15. Februar 1832 fanden dann die Wahlen zum ersten Stadtparlament statt. Im Oktober 1835 erhielt der Tuchmacher Heinrich Kittel eine Fabrikkonzession. Er vereinigte Spinnerei, Weberei, Walke und Appretur unter einer Leitung. Noch wurden die alten Maschinen von einem Pferdegöpel angetrieben. Anfang der 40er Jahre wurden aber Dampfmaschinen und der Jacquardwebstuhl vorherrschend. Es waren die Anfänge der Großbetriebe in der Cottbuser Textilindustrie.

Kaiser-Wilhelm-Platz, bis 1888 Neustädter Platz, ab 1946 Ernst-Thälmann-Platz, heute Brandenburger Platz

Am 1. August 1914 nahm man auch in Cottbus den Beginn des Ersten Weltkrieges jubelnd auf. Am Gymnasium fanden Notreifeprüfungen statt und einige Tage später zog das Infanterieregiment Nr. 52 unter dem Jubel Tausender Cottbuser zum Bahnhof. Im September wurde auf der Rennbahn im Norden der Stadt ein Lager für 10.000 Gefangene eingerichtet. Am 4. September 1914 traf der erste Transport mit 7.000 Russen ein. Im Jahr 1915 kam noch ein Gefangenenlager im Osten der Stadt dazu.

Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. In Cottbus wurde seit 1940 für den Krieg produziert. Im Herbst des Jahres 1940 erlebten die Cottbuser die ersten Luftangriffe auf die Stadt. In Cottbus entstanden während der Zeit des Nationalsozialismus außerdem eine Deutsche Verkehrsfliegerschule und ein Hydrierwerk. Ein US-amerikanischer Bombenangriff am 15. Februar 1945 zerstörte große Teile der Stadt. 459 amerikanische B 17-Bomber bombardierten die Stadt Cottbus. Dabei wurden rund 4.000 Sprengbomben auf das Bahnhofsgelände, die östlichen und südlichen Stadtbezirke, die Branitzer Siedlung und mehrere Industriebetriebe geworfen. Dabei starben mehr als 1.000 Bürger. Am 22. April 1945 nahmen sowjetische Streitkräfte nach dreitägigen verlustreichen Kämpfen mit der deutschen Wehrmacht die Stadt ein.

Als Bezirkshauptstadt des Bezirks Cottbus zu DDR-Zeiten wurde das Gebiet um Cottbus ab 1957 zum wichtigsten Kohle- und Energielieferanten. Aber auch das Bauwesen, die Textil- und Möbelindustrie sowie die Nahrungsmittelproduktion bestimmten die Wirtschaftsstruktur der Stadt, die 1976 den Status einer Großstadt erhielt.

Mit dem Vollzug der deutschen Einheit im Oktober 1990 begann durch die Privatisierung der Wirtschaft ein tiefgreifender Strukturwandel in Stadt und Region. Cottbus wurde zu einem Dienstleistungs-, Wissenschafts- und Verwaltungszentrum. Im Zuge der brandenburgischen Kreisreform von 1993 wurde der Landkreis Cottbus Teil des neu gebildeten Landkreises Spree-Neiße. Die Stadt selbst blieb aber kreisfrei. Im Jahr 2006 begann die Stadt Cottbus die 850-Jahr-Feier der urkundlichen Ersterwähnung. Seit dem 1. Januar 2007 ist Cottbus der Sitz des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg.

Religionen

Die meisten Einwohner der Stadt Cottbus sind konfessionslos.

Christentum

Die Oberkirche in Cottbus
Die Schlosskirche

Die Stadt Cottbus gehörte anfangs zum Bistum Meißen. 1522 wurde ein erster Versuch unternommen, in der Stadt die Reformation einzuführen. Die endgültige Etablierung der evangelischen Konfession gelang erst Markgraf Johann von Cüstrin 1537. Die Stadt war dann über Jahrhunderte überwiegend protestantisch. An Kirchen gab es die Oberkirche und die Klosterkirche, die jedoch später ausbrannte und erst 1911 wiederhergestellt wurde. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es ab 1620 auch eine reformierte Gemeinde auf dem Schloss. 1714 wurde die Schlosskirche erbaut.

1830 wurden durch den König Friedrich Wilhelm III. beide Konfessionen innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche (Unierte Kirche) vereinigt. Somit gehörten die protestantischen Gemeinden von Cottbus zur „Evangelischen Kirche in Preußen“ bzw. deren Provinzialkirche Brandenburg, deren Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als „summus episcopus“ war. Als Reaktion auf diese staatliche Zwangsvereinigung entstand im gesamten Königreich Preußen die evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche. Sie forderten ihr Recht auf Religionsfreiheit, indem sie uneingeschränkt lutherische Verfassung, Gottesdienst und Lehre in Geltung wissen wollten. So entstand in Cottbus 1846/47 zunächst eine Kirchengemeinde, die ihre Evangelisch-Lutherische Kreuzkirche jedoch erst 1878/79 errichten konnte. Bis heute sind die Altlutheraner mit einem Pfarramt und der Kreuzkirche in der Stadt präsent. Heute gehört die Evangelisch-Lutherische Kreuzkirchengemeinde zum Kirchenbezirk Lausitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Nach Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Provinzialkirche Brandenburgs Gründungsmitglied der „Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union“. 1947 wurde sie eine selbständige Landeskirche mit einem Bischof an der Spitze. 2004 fusionierte die Kirche mit der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die protestantischen Kirchengemeinden von Cottbus gehören – sofern es sich nicht um Freikirchen handelt – zum Kirchenkreis Cottbus innerhalb des gleichnamigen kirchlichen Amtsbezirks, dessen Sitz sich ebenfalls in Cottbus befindet.

Neben den landeskirchlichen Gemeinden gibt es mehrere Freikirchen in Cottbus, beispielsweise eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-methodistische Kirche, die Biblische Glaubensgemeinde Cottbus e. V., die Apostolische Gemeinschaft und die Freie Christliche Gemeinde Sachsendorf.

Obwohl es in Cottbus überwiegend Christen protestantischer Zugehörigkeit gibt, blieben seit der Reformationen einige römisch-katholische Gemeinden erhalten. Durch große Abwanderungswellen nach der Wende, bestehen heute nur noch zwei Gemeinden in der Stadt. Diese gehören seit 1994 dem Bistum Görlitz an.

Als Gotteshäuser stehen den evangelischen Gläubigen heute u. a. die Oberkirche St. Nikolai, die Schlosskirche, die Klosterkirche, die Lutherkirche und die Madlower Martinskirche zur Verfügung. Für die römisch-katholischen Christen bestehen die Christuskirche, die Edith-Stein-Kirche, und die Propstei- und Pfarrkirche „St. Maria Friedenskönigin“.

Auch die Neuapostolische Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und die Zeugen Jehovas sind in Cottbus vertreten.

Judentum

Die älteste Nachricht über den Aufenthalt von Juden in Cottbus stammt aus dem Jahr 1448. Die erste Betstube befand sich 1811 im Hinterhaus eines Tuchmachers an der Mauerstraße. 1814 lebten nur 17 Juden in Cottbus. Mit dem Jahr 1816 und der Zugehörigkeit zu Preußen, wuchs auch die jüdische Gemeinde langsam. Im Jahr 1847 wurde von den Juden der Stadt und ihrer Umgebung beschlossen, die Bildung einer Jüdischen Gemeinde in Angriff zu nehmen. 1858 galt die Gemeinde schließlich als gegründet. 1866 gehörten ihr 31 Personen an, 1902 waren es bereits 90 Mitglieder.

Bereits im Jahr 1933 begann die systematische Entrechtung, Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung jüdischer Bürger durch die Nationalsozialisten. Allein in diesem Jahr wurden 315 Gesetze und Verordnungen zu ihren Ungunsten erlassen. Des Weiteren gründete sich ebenfalls 1933 die ausschließlich für so genannte „Judenangelegenheiten“ zuständige Ortspolizeibehörde Cottbus VI.

Am 31. März 1933 erschien in einer Cottbuser Tageszeitung der Boykottaufruf, der neben Lebensmittelläden auch sämtliche Büroräume jüdischer Rechtsanwälte, die Niederlassungen jüdischer Ärzte und Tuchversandgeschäfte betraf und ab dem 1. April 1933 gelten sollte. Darüber hinaus wurden zahlreiche Einbürgerungen, die zwischen 1918 und 1933 erfolgt waren, rückgängig gemacht. 1936 lebten 334 jüdische Bürger in Cottbus, darunter 87 Kinder, 128 Frauen und 119 Männer. Im Februar 1937 lebten bereits 499 Juden in Cottbus. Viele von ihnen waren aus den umliegenden Gemeinden nach Cottbus geflohen, da sie darauf hofften, in einer größeren Stadt anonymer leben zu können. Während der Novemberpogrome 1938 brannten die Nationalsozialisten auch die Cottbuser Synagoge nieder. Sie wurde später abgetragen und an ihrer Stelle in den 1960er Jahren ein Kaufhaus errichtet. Dort auf dem Vorplatz der Stadtwerke in der Karl-Liebknecht-Straße erinnerte seit 1988 eine alte und erinnert seit 1998 eine neue Tafel an die jüdische Gemeinde und ihre Synagoge. Die Nacht des 9. November war Auftakt für die Deportationen jüdischer Bürger in Konzentrationslager. Schon Mitte November 1938 verließ der erste Transport die Stadt. Nach dem Kriegsende waren nur noch 12 Mitglieder der ehemaligen Gemeinde am Leben.

Am 15. Juli 1998 wurde die jüdische Gemeinde in Cottbus wiedergegründet. Sie wirkt gemeinnützig als eingetragener Verein. Gegenwärtig zählt sie etwa 350 Mitglieder, die alle aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind. Die Gemeinde hat jedoch bis heute keine würdige Synagoge.

Eingemeindungen

In der Geschichte der Stadt wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen nach Cottbus eingegliedert:

  • 1871: Schlossgebiet, Mühleninsel, Metzt und Markgrafeninsel
  • 1872: Brunschwig am Berge, Brunschwig in der Gasse, Brunschwig Rittergut und Gemeinde Ostrow
  • 1904: Landgemeinde Sandow und Gutsbezirk Brunschwig
  • 1926: Teilgebiet von Madlow
  • 1927: Teilgebiet von Branitz und Ströbitz
  • 1. Juli 1950: Madlow, Sachsendorf, Saspow, Schmellwitz und Ströbitz[5] sowie Teilgebiete von Groß Gaglow und Klein Gaglow
  • 1974: Branitzer Park
  • 6. Dezember 1993: Branitz, Dissenchen, Döbbrick, Kahren, Maiberg, Merzdorf, Schlichow, Sielow, Skadow und Willmersdorf[5]
  • 26. Oktober 2003: Gallinchen, Groß Gaglow und Kiekebusch[6], seit 1. April 2006 Postleitzahlzuordnung 03051 Cottbus

Die Eingemeindungen seit der Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland dienten vor allem dem Zweck, den Status einer Großstadt (mit mindestens 100.000 Einwohnern) und die damit verbundenen finanziellen Zuwendungen zu erhalten. Zum Teil erfolgten diese Eingemeindungen, insbesondere die der südlichen Stadtteile im Jahr 2003, gegen den erklärten Willen der Bewohner. Im Zuge der demographischen Entwicklung und der fortschreitenden Abwanderung kann erwartet werden, dass weitere Eingemeindungen folgen.

Einwohnerentwicklung

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Cottbus

Bevölkerungsentwicklung 1400–2009

Die Einwohnerentwicklung von Cottbus ist starken Schwankungen ausgesetzt. Die Schwankungen der Einwohnerzahl zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert sind Folgen der Pest. Die Bevölkerungszahl von Cottbus überschritt am 4. September 1976 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1989 erreichte die Einwohnerzahl mit fast 130.000 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs bis 2007 rund 46.000 Einwohner verloren. Es gibt mehr Sterbefälle als Geburten und auch mehr Wegzüge als Zuzüge. Der Status als Großstadt mit über 100.000 Einwohnern konnte bisher nur durch Eingemeindungen von etwa 17.000 Einwohnern aus dem Umland erhalten werden. Für Anfang 2009 vermeldete die städtische Statistik noch 100.068 Einwohner.[7] Ende Januar 2009 fiel die Zahl der Einwohner einem Pressebericht zufolge auf unter 100.000.[8]

Als Folge daraus ging auch die Einwohnerdichte stark zurück. Während sie am 31. Dezember 2000 noch bei 720 Personen je km² lag, lebten am 31. Dezember 2008 nur noch 620 Personen auf einem km². Der Ausländeranteil lag am Ende des Jahres 2000 bei 2,8 %. Gute acht Jahre später, am 31. Dezember 2008, betrug dieser Anteil 3,2 %.[9]

Die bevölkerungsreichsten Stadtteile, mit jeweils mehr als 10.000 Einwohnern, sind Schmellwitz, Sandow, Sachsendorf, die Spremberger Vorstadt und Ströbitz. Die bevölkerungsärmsten Stadtteile, mit jeweils weniger als 1.000 Einwohnern, sind Skadow, Saspow und Willmersdorf. Im Jahr 2001 betrug das Durchschnittsalter der Stadtbevölkerung 41,1 Jahre. Im Jahr 2004 lag es bereits bei 42,6 Jahren, 2008 bei 44,5 Jahren. "Jüngster" Stadtteil Ende 2008 ist Sielow mit durchschnittlich 41,8 Jahren, den höchsten Altersschnitt gibt es im Stadtteil Madlow mit 49,9 Jahren gefolgt von Sandow (48,9).[10]

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung hat neben dem Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) derzeit 50 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl vom 28. September 2008 setzt sich die Stadtverordnetenversammlung wie folgt zusammen:

Die Verordneten haben sich zu vier Fraktionen zusammengeschlossen: SPD/Grüne (16 Mitglieder), Die Linke (14 Mitglieder), CDU/FDP/FLC (14 Mitglieder) und AUB (4 Mitglieder). Die zwei NPD-Verordneten sind fraktionslos.

SPD, Die Linke und Grüne sind nach der Kommunalwahl eine Kooperation eingegangen. Sie verfügen über 30 der 50 Sitze.

Die bisherigen Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung waren Klaus Bernhard Friedrich (CDU), Reinhard Beer (SPD), Siegfried Kretzsch (SPD) und Michael Wonneberger (CDU). Zwischen 24. April 2008 und 21. Oktober 2008 war die Stelle des Vorsitzenden vakant und wurde von der ersten stellvertretenden Vorsitzenden Karin Kühl (Die Linke) geleitet. Seit 22. Oktober 2008 ist Reinhard Drogla (SPD) neuer Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung.

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt Cottbus stand wohl schon seit dem 13. Jahrhundert ein Bürgermeister, doch sind nur einige Namen überliefert. Sie fungierten wohl als Sprecher der Bewohner und waren dem Schlossherrn unterstellt. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert gab es auch einen Rat, der aus Ratsmännern und vier Bürgermeistern bestand. Später änderte sich die Zahl der Bürgermeister. Seit dem 19. Jahrhundert trug das Stadtoberhaupt meist den Titel „Oberbürgermeister“. Der Rat trug dann die Bezeichnung Stadtverordnetenversammlung.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister nach den Bestimmungen der Deutschen Gemeindeordnung von der NSDAP eingesetzt und die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den „Rat der Stadt“ mit einem Oberbürgermeister. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Stadtverordnetenversammlung wieder frei gewählt. Sie ist das Hauptorgan der Stadtverwaltung und wurde zuletzt in der Kommunalwahl am 28. September 2008 von den Bürgerinnen und Bürgern für sechs Jahre gewählt. Das Gremium wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung.

Der Oberbürgermeister wird direkt vom Volk gewählt. Bei den Oberbürgermeister-Wahlen am 24. Februar 2002 konnte sich kein Kandidat durchsetzen. Erst in der Stichwahl am 17. März 2002 wurde die parteilose Karin Rätzel gewählt. Sie war früher ein Mitglied der SPD. Die Enttäuschung über die Kommunalpolitik der Parteien führte bei der Kommunalwahl 2003 zu der sehr geringen Wahlbeteiligung von 28,41 Prozent und dem Stimmengewinn der parteilosen Liste „Aktive Unabhängige Bürger“.

Am 3. Mai 2006 stimmten die Stadtverordneten über die Einleitung eines Bürgerentscheides zu Abberufung der Oberbürgermeisterin ab. Dieser Antrag wurde mit 41 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Frau Rätzel werden kostspielige Fehler im Zusammenhang mit den defizitären Stadtwerken und einem Schwimmbadneubau vorgeworfen. Der Bürgerentscheid fand am Sonntag, dem 2. Juli 2006 statt. Das Abwahlbegehren war erfolgreich, da sich mehr als das erforderliche Viertel der 87.925 Wahlberechtigten gegen die Amtsinhaberin entschied. Von den 31.311 abgegebenen Stimmen (Wahlbeteiligung von 35,61 %) votierten 27.901 (89,11 %) gegen Frau Karin Rätzel als Oberbürgermeisterin. 3229 (10,31 %) stimmten für ihren Verbleib im Amt. Ihre Amtszeit endete mit Feststellung des amtlichen Wahlergebnisses am 6. Juli 2006. Einen Tag später wurden dem Beigeordneten des Dezernates Sicherheit, Ordnung und Umwelt, Holger Kelch (CDU), von der Stadtverordnetenversammlung die Aufgaben des allgemeinen Vertreters des Oberbürgermeisters der Stadt Cottbus bis zur Neuwahl des Stadtoberhauptes übertragen.

Am 22. Oktober 2006 fand die vorgezogene Wahl zum Oberbürgermeister statt. Nur zwei Kandidaten wurden vom Landeswahlausschuss zugelassen, Einsprüche gegen die Nichtzulassung von weiteren Bewerbern wurden aus formalen Gründen abgewiesen. Für die SPD kandidierte der brandenburgische Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr, Frank Szymanski, der auch von den Grünen unterstützt wurde. Sein Kontrahent war der amtierende Oberbürgermeister Holger Kelch, Kandidat des „Bündnis Cottbus“. Hinter diesem Bündnis stand eine Listenvereinigung von fünf in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und politischen Vereinigungen. Das waren Linkspartei.PDS, CDU, Aktive unabhängige Bürger (AUB), FDP und Frauenliste. Eine Besonderheit war dabei die gegen starke Widerstände der Landes-CDU erfolgte Einigung der lokalen CDU mit der Linkspartei.PDS.

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt wählten 13.509 Bürger (38,84 %) Holger Kelch und 21.273 Bürger (61,16 %) Frank Szymanski. Von den 87.532 Wahlberechtigten gaben 35.325 (40,36 %) ihre Stimme ab. Die Ernennung Szymanskis fand am 29. November 2006 statt.

Im nachfolgenden sind die Oberbürgermeister der Stadt Cottbus seit 1803 aufgelistet:

Amtsbeginn Amtsende Amtsinhaber
1803 1831 Johann Christian Krenkel
1831 1848 Johann Gottlob Roemelt
1848 1848 Hofrat Wilke
1849 1880 Leopold Jahr
1880 1892 Karl Mayer
1892 1914 Paul Werner
1914 1925 Hugo Dreifert
1926 1926 Heinrich Nollner
1927 1933 Erich Kreutz
1933 1937 Henricus Haltenhoff
1937 1945 Franz Viktor
Amtsbeginn Amtsende Amtsinhaber
1945 1946 Max Döring
1946 1949 Otto Weihrauch
1949 1953 Hans Bertram
1953 1954 Margarete Schahn
1954 1958 Herbert Bomski
1958 1973 Heinz Kluge (SED)
1973 1989 Erhard Müller
1989 2002 Waldemar Kleinschmidt (CDU)
2002 2006 Karin Rätzel (parteilos)
2006 Frank Szymanski (SPD)

Wahlen

Im nachfolgenden sind ausgewählte Wahlergebnisse der Stadt Cottbus der letzten zehn Jahre aufgelistet:

Partei Kommunalwahl
2003
Europawahl
2004
Landtagswahl
2004
Bundestagswahl
2005
Kommunalwahl
2008
Europawahl
2009
Landtagswahl
2009
Bundestagswahl
2009[11]
SPD 19,98 % 21,20 % 34,1% 39,30 % 28,63 % 23,7 % 31,60 % 25,0 %
Die Linke 26,76 % 36,50 % 29,3 % 27,40 % 26,89 % 28,5 % 30,60 % 30,5 %
CDU 24,14 % 19,60 % 16,6% 17,50 % 18,25 % 21,0 % 21,5 % 22,2 %
AUB 13,96 % - - 3,2% 8,41 % - - -
FDP 4,76 % 4,70 % 3,1 % 6,30 % 5,67 % 6,0 % 5,5 % 8,6 %
Bü'90/Grüne 6,10 % 8,70 % 3,4 % 5,30 % 4,80 % 8,9 % 4,8 % 5,7 %
Frauenliste 3,19 % - - - 3,08 % - - -
NPD - - - - 2,95 % - - 2,3 %
Sonstige - - - 4,20 % - 12,0 % 5,9 % 5,5 %
Wahlbeteiligung 28,41 % 22,60 % 52,8 % 72,0 % 42,66 % 25,8 % 63,4 % 63,3 %

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Cottbus

Bürgerschaftliches Engagement

Das Lokale Bündnis für Familie läuft im Jahr 2008 noch als eines von bundesweit mehreren Modellprojekten. Es dient der Förderung der Familien und des bürgerschaftlichen Engagements in Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung, Bürgern, Bildungseinrichtungen und Vereinen.

Wappen

Das Wappen wurde am 5. Juni 2000 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber eine bezinnte, gequaderte rote Burg mit geschlossenem Tor. Zwischen den mit beknauften Spitzdächern versehenen Türmen ragen über der Mauer zwei kleine Häuschen hervor. Darüber schwebt ein silberner Dreieckschild mit einem aufgerichteten roten Krebs.“[12]

Das Cottbuser Stadtwappen zeigt ein geschlossenes Tor mit zwei Türmen, zwischen denen ein roter Krebs auf silbernem Schild steht. Unter Forschern heiß diskutiert ist die Frage, wie der Krebs in das Stadtwappen kam und welche Bedeutung er hat. Zweifelsfrei gaben die Herren von Cottbus, deren Wappentier der Krebs ist, ihn als Zeichen ihrer Herrschaft über die Stadt, ihres Besitzes, in das Stadtwappen. Wappentiere sind Symbole, der Krebs steht dabei für Schutz (der Panzer) und Wehr (die Scheren). Er symbolisiert außerdem die Wiedergeburt, weil das Krebstier jährlich seinen Chitinpanzer wechselt. Auch eine astrologische Bedeutung des Krebses ist nicht auszuschließen. Andere Forscher vermuten, dass die Herkunft auf die krebsreiche Spree oder den Rohstoff für die Küche zurückzuführen ist.

Der Krebs als heraldisches Symbol ist relativ selten. Ursprünglich führten ihn streng gläubige Ritter in ihrem Schild. Nach Cottbus kam dieses Wappentier wahrscheinlich aus dem Fränkischen. Fredehelm von Cottbus, welcher 1307 starb, stammte vermutlich von fränkischen Adelsgeschlechtern ab. Er zeigte den Krebs in seinem Wappen. Im ältesten bildhauerischen Kunstwerk der Stadt, dem Grabstein in der Klosterkirche mit dem Bildnis Fredehelms und seiner Gemahlin Adelheid ist der Krebs auf dem Brustharnisch des Ritters abgebildet. Von dort kam der Krebs wahrscheinlich in das älteste erhaltene Stadtsiegel aus dem 14. Jahrhundert. Dies ist die älteste Überlieferung des Wappens.

Als städtische Wappenfigur taucht der Krebs äußerst selten auf. Die Behauptung, dass Cottbus den Krebs als einzige Stadt im Wappen führt, ist aber falsch. Ebenfalls einen Krebs als Wappentier haben die Städte Bad Wurzach, Bernkastel-Kues, Kreßberg, Vörstetten und Pram in Oberösterreich. Außerdem haben auch die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Spree-Neiße den Krebs im Wappen.

Städtepartnerschaften

Cottbus unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Staatstheater Cottbus

Die Stadt Cottbus verfügt über eine Vielzahl von Theatern, Bühnen und Ensembles. Das bekannteste ist wohl das Staatstheater Cottbus, erbaut nach Entwürfen des Architekten Bernhard Sehring. Es ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg und stellt Schauspiel, Musiktheater und Ballett dar. Außerdem bietet die Stadthalle von Cottbus ungefähr 2000 Menschen Platz. In diesem Veranstaltungssaal gastieren regelmäßig internationale Ensemble wie der Chinesische Nationalcircus, das Russische Staatsballett sowie Stars aus Pop, Folk und Schlager: z. B. Harry Belafonte, Rosenstolz, Gitte Hænning. Das kleine Theater, die TheaterNative C, wurde als Privattheater 1989 gegründet und ist zu einer bestimmenden Größe in der Cottbuser Kunstszene geworden. Es bietet Schauspiel, Kabarett, Boulevard sowie Kindertheater und experimentelle Inszenierungen. Das piccolo-Theater ist seit 1991 ein Theater für Kinder und Jugendliche. Das Publikum der Puppenbühne Regenbogen besteht überwiegend aus Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren, für die der Besuch oft das erste Theatererlebnis ihres Lebens ist und bleibende Eindrücke hinterlässt.

Musikalisch sind in der Stadt das Philharmonisches Orchester Cottbus, die Singakademie Cottbus, das „Cottbuser Kindermusical“ und an Ensembles das Kinder- & Jugendensemble „Pfiffikus“, das Studententheater Bühne 8, sowie das „Theater an der Wendeschleife“ im Gladhouse ansässig.

Kino

Mit dem Filmtheater Weltspiegel besitzt Cottbus den nach dem Burg Theater[13] in Burg (bei Magdeburg) zweitältesten Kinozweckbau Deutschlands. Dieser wurde im Jugendstil erbaut. Das Obenkino im Gladhouse und das KinOh Stadthalle sind weitere kleine Kinos im Stadtzentrum. Zudem gibt es eine UCI Kinowelt im Stadtteil Groß Gaglow in der Nähe des Einkaufszentrums Lausitz Park.

Jährlich im Herbst findet seit 1991 in Cottbus das Filmfestival Cottbus mit einem Schwerpunkt auf das osteuropäische Kino statt. Das Festivalzentrum befindet sich in der Stadthalle Cottbus. Spielstätten sind die Stadthalle, das Staatstheater, die Kammerbühne, das Filmtheater Weltspiegel, das Obenkino und das Zelig.

Museen und Galerien

Schloss Branitz

Die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz bringt dem Besucher im Museum des Schlosses, sowie in der Multimedia Ausstellung des Gutshofes, die Geschichte des Parks näher. Das Wendische Museum vermittelt Einblicke in Kultur und Geschichte der Wenden der Niederlausitz. Zahlreiche Exponate zur Trachtenkunde, Schrifttum und Literatur, Kunst und Musik sowie zu Brauchtum und Lebensweise belegen die einzigartige Kultur der slawischen Bevölkerung. Im Stadtmuseum und dessen Archiv wird die Geschichte und Kulturgeschichte der Stadt und ihrer Umgebung aufgearbeitet. Mit Sonderausstellungen werden interessante Einzelthemen vorgestellt. Eine dreiteilige ständige Exposition widmet sich der Stadtgeschichte, dem Lausitzer Glas und der Teppichfabrikation in Cottbus. Sechs Knüpfstühle von 1894 geben Einblick in den Stand der Technik im 19. und 20. Jahrhundert. Im Museum der Natur und Umwelt ist die Naturgeschichte der Niederlausitz Hauptgegenstand der biologischen und geologischen Sammlungen. Das Brandenburgische Apothekenmuseum am Altmarkt ist das einzige Apothekenmuseum des Landes Brandenburg. Komplette Apothekeneinrichtungen aus der Zeit um 1830 und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden dort gezeigt.

Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, bis April 2006 Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus, beherbergt Werke aus den Gattungen Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Plakat und sie arbeitet vornehmlich mit dem Themenkomplex von Landschaft, Raum, Natur und Umwelt. Die Galerie Haus 23, die Galerie Fango und die Galerie auf Zeit bieten Bildhauern, Malern, Fotografen und Filmemachern aus Cottbus und der Region die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen. Das Flugplatzmuseum zeigt 80 Jahre Geschichte der Cottbuser Flugplätze und der Luftfahrt in der Lausitz. Weitere Museen sind das Wassermuseum im Wasserwerk Cottbus, das Technische Denkmal Spreewehrmühle und das Technische Denkmal Parkschmiede Cottbus-Branitz.

Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“

Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“

Das Cottbuser Planetarium wurde am 26. April 1974 am heutigen Lindenplatz eröffnet. Seine Kuppel mit einem Durchmesser von 12,5 m bietet 131 Besuchern Platz. Noch heute befindet sich der Sternprojektor Spacemaster – Raumflugplanetarium von Carl Zeiss aus Jena im Einsatz. Die Planetariumstechnik erlaubt die Darstellung eines realitätsgetreuen Sternhimmels unabhängig von der Tages- oder Jahreszeit, der geografischen Position oder des Wetters sowie auch die Sicht von einem fernen Stern. Regelmäßig finden so genannte Sternenshows statt.

Bauwerke

Profanbauten

Einzelbauwerke

Das Staatstheater am Schillerplatz wurde 1907/1908 von Bernhard Sehring im Jugendstil erbaut.

Das neue Rathaus wurde von 1934 bis 1936 erbaut. Die Säulenkolonnaden an der Berliner Straße zeigen Reliefs Symbole alter Cottbuser Handwerkskunst. Eine Tafel erinnert an das Geburtshaus des Malers Carl Blechen.

Das Elektrizitätswerk wurde 1901 bis 1903 in neugotischer Industriearchitektur errichtet. Es diente mit zwei Wasserturbinen, Dampfmaschinen und Kesselanlagen zur Versorgung der städtischen Straßenbahn.

Im 10. Jahrhundert erbauten die Wenden auf der Talsandinsel am Westufer der Spree einen slawischen Burgwall, die größte slawische Burg der Niederlausitz und heutiger Schlossberg. Dort erhebt sich der 46 m hohe, mittelalterliche Schlossturm, der 1877 mit dem Neubau des Gerichtsgebäudes seine Zinnenkrone und neugotische Turmhaube erhielt.

Seit Februar 2005 gehört das architektonisch außergewöhnliche Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum des Campus der Brandenburgischen Technischen Universität zu den überregional beachteten Sehenswürdigkeiten von Cottbus.

Das Schloss Branitz im Branitzer Park wurde 1772 im Spätbarock errichtet und um 1850 im Auftrag des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau von Gottfried Semper umgebaut.

Weitere bekannte Bauwerke sind der Cottbuser Wasserturm, die Bauhausschule, das Dieselkraftwerk, die Panta-Rhei-Halle und der chinesische Pavillon. Mit der Stadthalle Cottbus verfügt die Stadt darüber hinaus über die größte Veranstaltungshalle des Landes Brandenburg.

Stadtbefestigung

Der 31 m hohe Spremberger Turm wurde im 13. Jahrhundert als Teil der 1.200 m langen Wehranlage erbaut und bildet mit Bastei und Torhaus das südliche Stadttor. Die Zinnenkrone erhielt er in den Jahren 1823 bis 1825. Der Münzturm ist der älteste Turm der Stadt. Die „Herren von Cottbus“ ließen hier wahrscheinlich schon 1483 den Cottbuser Heller mit dem Cottbuser Wappentier, dem Krebs, prägen. Türme, Tore und Wiekhäuser entlang der mittelalterlichen Stadtmauer lassen den Grundriss der Altstadt erkennen. Die Lindenpforte entstand, um schneller von der Altstadt den Markt in der Neustadt erreichen zu können. Dazu wurde im Jahre 1879 der Mauerturm in der Mauerstraße durchbrochen.

Bauensembles
Der Altmarkt vom Turm der St. Nikolai-Kirche aus

Der Altmarkt mit Marktbrunnen war einst wichtiger Handelsplatz, ursprünglich mit Fachwerkhäusern umbaut. Heute ist er von Bürgerhäusern im Barockstil umgeben.

Der Cottbuser Altmarkt während des Festival des osteuropäischen Films

Das Wendische Viertel wurde 1984 bis 1989 auf historischem Stadtgrund zwischen Berliner Platz und Oberkirchplatz vorwiegend in Plattenbauweise mit altstadttypischer Fassadenstruktur erbaut. Bildkünstlerische Werke stammen von sorbischen und deutschen Künstlern.

Die als Fußgängerzone neu gestaltete 300 m lange Spremberger Straße war einst eine wichtige Handelsstraße, welche von Wohn- und Geschäftshäusern aus dem 19. Jahrhundert sowie aus den 1950er Jahren geprägt ist.

Am Schloßkirchplatz vereinen sich vier Bauepochen. Das Haus am östlichen Platzende war Sitz des Bürgermeisters, des Pastors und des französischen Richters. Im Süden steht ein Werk des Architekten Mendelssohn im typischen Bauhausstil.

Am Mühlengraben befinden sich die ältesten Cottbuser Gebäude, die Loh- und Weißgerberhäuser. Diese belegen die drei Entwicklungsphasen des Gerberhandwerks. Das kleine Haus von 1727 war Werk- und Wohnhaus zugleich. Das Mittlere, welches um 1760 erbaut wurde, war bereits ein reines Wiekhaus. Um 1860 entstand der Ziegelbau.

Mühlengraben

Sakralbauten

Schlosskirche in Cottbus
Klosterkirche mit Blumenuhr
  • Die evangelische Schlosskirche wurde 1419 als Katharinenkirche erbaut und später mehrmals durch Brände zerstört. Auf ihren Grundmauern wurde die heutige Kirche, nach Einzug der Hugenotten 1714, als einschiffiger Putzbau mit Walmdach und Sakristei errichtet. 1870 erhielt sie den neugotischen Turm.
  • Die evangelische Oberkirche St. Nikolai, ein spätgotischer dreischiffiger Backsteinbau des 14. Jahrhunderts, ist die größte Kirche der Niederlausitz und war ehemals das Gotteshaus für die Deutschen und für das gehobene städtische Bürgertum. Im Inneren sind Sterngewölbe sowie der 1664 erbaute Hochaltar mit prächtiger Alabasterschnitzerei sehenswert. Im Kirchenschiff und in den Kapellenanbauten befinden sich mehrere bedeutsame Grabdenkmäler des 16. und 17. Jahrhunderts. Von dem 55 Meter hohen Kirchturm besteht ein guter Ausblick über Cottbus.
  • Die evangelische Klosterkirche wird auch „Wendische Kirche“ genannt, da sie ehemals für die wendische Landbevölkerung und das dienende Volk zuständig war. Sie ist der Rest des ehemaligen Franziskanerklosters aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Das älteste Cottbuser Gotteshaus birgt mit der Grabplatte des Stadtgründers, die das heute noch gültige Wappentier zeigt, ein wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte.
  • Die 1911 bis 1912 von Robert Leibnitz in schlichten Jugendstilformen als freistehender Saalbau mit seitlichem Turm erbaute Lutherkirche;
  • Die Kreuzkirche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche wurde 1878/79 als turmloser neugotischer Backsteinbau für die Evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche errichtet.
  • Die katholische Propstei- und Pfarrkirche „St. Maria Friedenskönigin“, errichtet 1934/35 als zweitürmiger Klinkerbau
  • Katholische Christuskirche, erbaut 1850 als Backsteinsaalbau in schlichten neugotischen Formen;
  • Katholische Kirche Edith-Stein im Stadtteil Sachsendorf, ein moderner und schlichter Bau;
  • Evangelische Martinskirche im Stadtteil Madlow, gotischer Backsteinbau aus dem späten 14. Jahrhundert mit rechteckigem Schiff und quadratischem Turm, die angebaute Sakristei besteht aus Feldsteinmauerwerk.

Geschichtsdenkmale

  • Gedenktafel an der Stelle des von den Nazis zerstörten Alten jüdischen Friedhofs in der Straße der Jugend Nr. 54 unter dem Zeichen des Davidsterns
  • Gedenkstein für verfolgte und ermordete jüdische Bürger von Cottbus an der Trauerhalle des Neuen jüdischen Friedhofs in der Dresdener Straße, Verlängerung der Straße der Jugend
  • Gedenkstätte und Ehrenhain für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Südfriedhof
  • Denkmal mit Skulptur auf dem Sowjetischen Ehrenhain des Südfriedhofs für 400 Gefallene der Frühjahrsoffensive 1945
  • Sowjetischer Ehrenhain auf dem Ströbitzer Friedhof für umgekommene Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter
  • Ehrenmal für die Opfer des antifaschistischen Widerstandskampfes an der Puschkinpromenade

Parks

Der Branitzer Park ist der wohl bedeutendste und bekannteste Park in Cottbus. Branitz gelangte 1696 in Besitz der Grafen von Pückler. Im Jahr 1845 begann Hermann von Pückler-Muskau mit dem Bau der neuen Parkanlage. Der von ihm geschaffene Landschaftspark, der unter seinem Nachfolger vollendet wurde, ist ein Gartenkunstwerk von internationaler Bedeutung. Der namhafte Schriftsteller und Weltreisende Fürst Pückler war neben Peter Joseph Lenné und Friedrich Ludwig Sckell einer der bekanntesten deutschen Gartengestalter des 19. Jahrhunderts. Der Branitzer Park wurde mit gestalterisch differenzierten Parkbereichen angelegt. Der „Innere Park“ mit der Gärtnerei ist auf einer Fläche von ungefähr 100 Hektar angelegt. Fürst Pückler gestaltete außerdem die den Park umgebende Feldflur, den „Äußeren Park“ als ornamental farm auf einem Gesamtareal von etwa 600 Hektar. Um das Schloss legte er einen sehr reich mit Blumenbeeten, Plastiken, weiteren Schmuckelementen und Ziergehölzen ausgestatteten Blumenpark an. Hier verwendete Pückler auch fremdländische Gehölze, während er im Park nur einheimische pflanzen ließ. Für die Gestaltung des Parks nutzte Fürst Pückler den hohen Grundwasserstand und die in der Nähe gelegene Spree, um in seinem Park ein künstliches Gewässersystem zu schaffen. Mit dem Aushub aus den Seen und Kanälen ließ er das gestalterisch vollendete Geländerelief des Parks anlegen. Besonders schön ist die Schilfseepartie modelliert. Die Pyramidenebene mit der ehemals stufenförmig erbauten Landpyramide (erbaut 1860–1863) und dem Tumulus (erbaut 1856–1857) beeindruckt durch ihre einzigartige Wirkung. Fürst Pückler wurde 1871 im Tumulus, der Seepyramide, beerdigt. 1884 wurde auch seine 1854 verstorbene Frau und Lebensgefährtin, Lucie von Pückler-Muskau, dorthin umgebettet. Durch meisterhafte Gruppierung der Gehölze, künstlerisch gelungene Behandlung des Reliefs und geschickte Wegeführung schuf der Fürst mit dem Park eine Art Bildergalerie, in der sich dem Betrachter beim Spazieren gehen eine Folge dreidimensionaler Gartenbilder darbietet. Im Zentrum der Anlage befindet sich das 1770 bis 1772 erbaute Schloss.

Hofpanorama des Branitzer Schlosses in Cottbus (Herbst 2002)
Hofpanorama des Branitzer Schlosses in Cottbus (Herbst 2002)

Der Blechenpark mit seltenen Bäumen und Blütenstauden an der Ostseite der Spree entstand in den 30er Jahren. Seine 1934 und 1935 geschaffene Uferpromenade ist mit dem nach Süden verlaufenden „Rosenufer“, der heutigen Ludwig-Leichhardt-Allee, fortgeführt worden. 1898 entstand auf der feuchten Niederung der Mühleninsel die erste Cottbuser Parkanlage, der Goethepark, durch Initiative des Oberbürgermeisters Paul Werner und des Verschönerungsvereins. Der Amtsteich innerhalb des Parks wurde bereits um 1600 zur Fischzucht angelegt. 1914 bis 1935 erfolgte ein weiterer Ausbau des einst sumpfigen Geländes. Die Gestaltung der Uferbereiche mit Staudenpflanzungen an den Bachläufen nahe dem Dieselkraftwerke wurde 1954 zur Ausstellung „Grünen und Blühen an der Spree“ vorgenommen.

Der Eliaspark entstand 1902 durch eine Stiftung des Kommerzienrates Elias. Dieser dreieinhalb Hektar große Park wurde durch die BUGA 1995 wieder neu gestaltet. Inmitten von Wiesenflächen unter schattenspendenden Bäumen entstanden neue Wege, Spiel- und Sportanlagen, ein Wasserspielplatz und das Spielhaus als Treff für Kinder und Jugendliche. Um den 1,2 Hektar großen Parkweiher gruppieren sich beispielsweise ein Rosengarten, ein Rhododendronhain, Wiesenlandschaften mit Wechselpflanzungen und ein Apotheker- und Bauerngarten. Für Kenner ist der Tertiärwald mit Pflanzen und Gehölzen aus verschiedenen erdgeschichtlichen Epochen, Findlingen aus der Eiszeit und einem fossilen Mammutbaumstubben eine besondere Attraktion. Der direkt an den Spreeauenpark grenzende Tierpark Cottbus erstreckt sich inmitten einer Landschaft von alten Bäumen nahe dem Branitzer Park. Mit mehr als 1.000 Tieren in über 170 Arten aus allen Erdteilen ist es der größte zoologische Garten Brandenburgs, unter anderem bekannt durch die Züchtung von Wasservögeln.

Sport

Stadion der Freundschaft

Der mit Abstand bekannteste Verein der Stadt ist Energie Cottbus (Fußball). Der FC Energie schaffte in der Saison 1999/2000 den Aufstieg in die erste Bundesliga sowie den zweimaligen Klassenerhalt, stieg in der Saison 2002/2003 allerdings in die zweite Bundesliga ab. In der Saison 2005/2006 konnte der Verein den erneuten Einzug in die erste Bundesliga erreichen, aus der er in der Saison 2008/2009 wieder abstieg. Das Stadion der Freundschaft hat aktuell ein Fassungsvermögen von 22.528 Zuschauern. Es bietet 10.949 überdachte Sitzplätze, 7.795 überdachte und 3.630 nicht überdachte Stehplätze, sowie 154 Plätze im Rollstuhl-Handicapbereich.

Weitere größere Vereine sind der LHC Cottbus (Handball), welcher in der Saison 2006/2007 in der 2. Handball-Bundesliga spielte, die White Devils (Basketball), die Cottbus Crayfish (American Football), Lacrossemannschaft Cottbus Cannibals sowie die 1. Damenmannschaft des SV Energie (Volleyball), die seit Jahren erfolgreich in der Regionalliga-Nordost spielen. Der Radsportverein RSC Cottbus brachte zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger hervor.

Cottbus ist Olympiastützpunkt für die Sportarten Radsport, Turnen, Fußball (m), Leichtathletik, Boxen (m), Handball (m) und Volleyball (w). Für den aktiven Freizeitsport stehen allen Interessenten 50 Sporthallen, 49 Sportplätze und Stadien, 20 Tennisplätze, 70 Kegel- und Bowlingbahnen, fünf Schießstände, vier Badeseen, eine Reitsportanlage, eine Schwimmhalle mit Freibad und ein Bootshaus zur Verfügung. Diese werden auch durch die mehr als 120 Sportvereine in Cottbus genutzt. In der Stadt gibt es vier Dachorganisationen, welche verschiedene Sportarten vereinen. Dazu gehört der PSV Cottbus 90 e. V., der SCC Breitensport e. V., der Stadtsportbund Cottbus e. V. und die Versehrtensportgemeinschaft Cottbus e. V.

Das Sportzentrum ist eine der größten und modernsten Sportanlagen in der Region Südbrandenburg. Es wird für den Kinder- und Jugendsports, den Nachwuchs- und Spitzensport sowie den Breiten- und Behindertensport genutzt. Zum Komplex gehören ein Leichtathletikstadion, ein Radstadion, zwei Turnhallen und eine Boxhalle. Das Leichtathletikstadion erfüllt mit allen seinen Anlagen die internationalen Anforderungen, die an ein Stadion gestellt werden. Das Radstadion mit seiner überdachten Radrennbahn ist eine weitere Attraktion auf dem Gelände des Sportzentrums. Auf ihr finden nationale und internationale Wettkämpfe mit großem Anklang statt, beispielsweise der Weltcup im Bahnradsport 1995 und 1996. 2010 fand in Cottbus der DFB-Futsal-Cup statt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Messen und Ausstellungen

Die Messen und Ausstellungen finden in der „MesseCottbus“ mit multifunktionalen Ausstellungsflächen von 6.500 m² statt. Die Messe liegt verkehrsgünstig im Spreeauenpark und in unmittelbarer Nähe zum Fürst-Pückler-Park Branitz.

Jedes Jahr im Januar findet der „Cottbuser Reisemarkt“ statt. Diese Messe bietet Angebote rund um Ferien, Tourismus, Freizeit, Caravan, Camping und Boote. Mit bis zu 250 Ausstellern und 15.000 Besuchern gehört diese Ausstellung zu den größten in Cottbus. Parallel zum „Cottbuser Reisemarkt“ findet jedes Jahr die Ausstellung „Fit+Gesund“ statt, welche sich dem Themenbereich rund um Wellness, Kuren und Gesundheit widmet. Ende Januar beherbergt das Messegelände alljährlich eine Handwerkerausstellung. Hierbei handelt es sich um die einzige Ausstellung zum Handwerk in Südbrandenburg.

Die Messe „Impuls“, welche jedes Jahr im Februar stattfindet, befasst sich mit Ausbildung, Weiterbildung, Existenzgründung, Unternehmenssicherung und Arbeit. Im März findet die Ausstellung „Cars&Bikes“ in den Messehallen statt. Dies ist die größte Automobil- und Zweiradausstellung im Land Brandenburg. Mit 27.000 Besuchern im Jahr 2005 war diese Ausstellung die besucherstärkste seit der Bundesgartenschau 1995. Auf der „Tattoo-Convention“ zeigen internationale Künstler ihr Können. Regelmäßig findet im März die Ausstellung „CottbusBau“ statt, bei der es sich um die größte Baufachmesse im Land Brandenburg handelt. Im Oktober beherbergt Cottbus die „Herbstmesse“. Mit mehr als 330 Ausstellern ist dies die besucherstärkste Verbraucherausstellung im Land Brandenburg.

Weitere Veranstaltungen auf dem Messegelände sind die Ausstellungen „Vital & Co.“ und die „Erotik Messe“.

Sportveranstaltungen

Beim „Turnier der Meister“ – der wohl sportlich hochwertigsten Sportveranstaltung in Cottbus – treten jährlich rund 200 Turner aus rund 40 Nationen im Gerätturnen gegeneinander an und kämpfen um die begehrten Titel beim F.I.G.-Weltcup. Im Juni beherbergt das Sportzentrum in Cottbus alljährlich das „German Meeting“. Bei dieser internationalen Leichtathletik-Veranstaltung werden regelmäßig neue Rekorde in allen Disziplinen der Leichtathletik aufgestellt. Bei den Männern liegt der Meetingrekord im 100-Meter-Lauf bei 10,00 Sekunden, bei den Frauen bei 11,14 Sekunden. Weitere leichtathletische Veranstaltungen in Cottbus sind das „Internationale Springer-Meeting“, der Lausitzer City-Lauf, sowie der Spreewald-Marathon. Des Weiteren findet alljährlich das 24h-Schwimmen statt, bei dem zuletzt über 800 Teilnehmer zu verzeichnen waren.

Fasching

An jedem Tulpensonntag findet mit dem „Zug der fröhlichen Leute“ der größte Karnevalsumzug in Ostdeutschland statt. Zahlreiche Motivwagen, Kapellen und Tanzgruppen von Karnevalsvereinen aus Cottbus und Umgebung ziehen jedes Jahr rund 100.000 Besucher an.

Wirtschaft und Infrastruktur

Luftaufnahme am westlichen Nordring in Cottbus

Verkehr

Straßenverkehr

Durch das südliche Stadtgebiet von Cottbus führt die Bundesautobahn 15, die vom Dreieck Spreewald (A 13 Dresden-Berlin) kommend in Richtung Polen/Ukraine führt. Die Autobahn ist vierspurig und hat zwei Abfahrten in Cottbus: Cottbus-West und Cottbus-Süd.

Cottbus wird von den Bundesstraßen 97, 115 und 169 durchzogen.

Schienenverkehr

Bahnhof Cottbus
Bahnsteig mit Ortsnamen

Von Cottbus aus führen Bahnlinien in alle Richtungen: Regionallinien nach Berlin und Görlitz (Bahnstrecke Berlin–Görlitz), Dresden (Bahnstrecke Priestewitz–Cottbus), über Finsterwalde und Falkenberg (Elster) nach Leipzig (Bahnstrecke Halle–Cottbus), nach Forst (Lausitz) (Bahnstrecke Cottbus–Żary), Frankfurt (Oder) (Bahnstrecke Cottbus–Guben); innerdeutsche Fernverbindungen nach Emden und Norddeich Mole sowie internationale Zugverbindungen in die polnischen Städte Wrocław (Breslau), Kraków (Krakau) und Żagań (Sagan). Auf dem Cottbuser Gebiet befinden sich vier Bahnhöfe der Deutschen Bahn:

  • Cottbus
  • Cottbus-Sandow
  • Cottbus-Merzdorf
  • Cottbus-Willmersdorf Nord

Von 1898 bis 1970 existierte zudem eine Zugverbindung mit der Spreewaldbahn von dem Cottbuser Spreewaldbahnhof über Burg nach Lübben. Die Gleise dieser Schmalspurbahn sind seit 1983 nahezu vollständig zurückgebaut; lediglich das Empfangsgebäude des Spreewaldbahnhofes ist heute noch unweit des Hauptbahnhofes zu finden.

Luftverkehr

Cottbus verfügt über zwei regionale Flugplätze. Der Verkehrslandeplatz Neuhausen ist ca. 15 km entfernt und bietet europaweit Charter- und Taxiflüge, Ausbildung, Rund- und Wirtschaftsflüge mit Flugzeugen und Hubschraubern und Luftsport. Auch der ca. 30 km entfernte Flugplatz Cottbus-Drewitz bietet europaweit Charter- und Taxiflüge. Der ehemalige Flugplatz Cottbus-Nord wurde von der NVA genutzt und ist heute geschlossen. Dort befindet sich nun ein Gewerbegebiet in Planung

In größerer Entfernung zu Cottbus liegen die drei internationalen Flughäfen:

Fahrradverkehr

Die Stadt wird von einigen bedeutenden Radfernwegen durchlaufen und ist Ausgangspunkt einiger Fahrradtouren in den Spreewald oder die Tagebau-Region. Folgende Fahrradwege durchlaufen Cottbus:

Öffentlicher Nahverkehr

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Straßenbahnen und Busse der Cottbusverkehr GmbH und Neißeverkehr GmbH. Insgesamt gibt es 46 Linien, davon fünf Straßenbahn- und 41 Omnibuslinien. Das Liniennetz bietet 569 Haltestellen und es ist ca. 934 km lang. Insgesamt sind 26 Straßenbahnen und 55 Omnibusse im Einsatz.

Außerdem verbindet eine Parkbahn (600 mm Spurweite) den Bahnhof Cottbus-Sandow mit dem Fußballstadion Stadion der Freundschaft, dem Messezentrum, dem Tierpark Cottbus und den Branitzer Park. Der Verkehr beschränkt sich auf die Sommermonate.

Bildung und Forschung

Primar- und Sekundarschulbereich

In der Stadt gibt es:
(Stand 1. August 2010)

Tertiärbereich

Die Universitätsbibliothek von den Architekten Herzog & de Meuron.

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus wurde 1991 durch das Land Brandenburg gegründet und ist die jüngste Technische Universität im Bundesgebiet. Seit der Gründung wurde der Campus stetig erweitert und modernisiert. Die Universität ist nun für ca. 6.250 Studienplätze ausgelegt, im Wintersemester 2009/10 waren 6.411 Studierende eingeschrieben. Ein großer Anteil der Studierenden, nämlich rund 1.000, kommen aus dem Ausland. Die Universität bedient die Fakultäten Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik, Architektur und Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen sowie Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik. Neben dem Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum gibt es noch weitere Bibliotheken.

Die Hochschule Lausitz wurde 1991 als Fachhochschule Lausitz mit Verwaltungssitz in Senftenberg und Standort in Cottbus gegründet. Mit derzeit ca. 3.500 Studenten, davon 981 am Standort Cottbus, ist sie die größte Fachhochschule des Landes mit einem breiten Angebot ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge. Die Studiengänge in Cottbus sind Architektur, Bauingenieurwesen, Ver- und Entsorgungstechnik, Musikpädagogik und Sozialwesen.

Zusätzlich gibt es eine Fachschule für Wirtschaft und eine Medizinische Fachschule.

Weitere Forschungseinrichtungen in der Stadt:

  • Fraunhofer Anwendungszentrum für Logistiksystemplanung und Informationssysteme
  • Institut für Verkehrstechnik
  • Triebwerks-Kompetenzzentrum Deutschland & Weltraumforschung
  • Forschungszentrum für Leichtbauwerkstoffe
  • Klaus Steilmann Institut
  • Joint Lab-Institut für Elektronikforschung
  • Institut für Informatik
  • Zentrum für Energietechnologie CeBra
  • Zentrum für Rechts- und Verwaltungswissenschaften
  • Humanökologisches Zentrum
  • Forschungszentrum Bergbaufolgelandschaften
  • Energieressourcen-Institut Cottbus e.V.
  • Sarkoidose-Zentrum Deutschland

Ansässige Unternehmen

In Cottbus ist eine Vielzahl von Unternehmen ansässig. Dazu gehört z. B. die Vattenfall Europe AG, Mining & Generation, welche von Cottbus aus die Verwaltung von Tagebauen & Kraftwerken im Raum Hamburg und Ostdeutschland steuert. ABB ist ein Konzern der Elektrotechnik und ebenfalls in Cottbus ansässig. Die Deutsche Bahn besitzt in der Stadt ein Fahrzeuginstandhaltungswerk. Die envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) ist ein regionaler Energie- und Kommunikationsdienstleister in Ostdeutschland. Einen Standort hat dieses Unternehmen auch in Cottbus.

Weitere Unternehmen kommen vorrangig aus den Bereichen Architektur, Chemie und Pharmazie, Dienstleistungen, Einzelhandel, Energie, Finanzwesen, Forschung, Gesundheitswesen, Handel, Maschinenbau und Telekommunikation.

Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Mit Stand vom 30. September 2009 gab es in Cottbus 46.299 Arbeitnehmer, welche sich wie folgt verteilen:

  • Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 128
  • produzierendes Gewerbe insgesamt 5.322, darunter u.a.:
  • Baugewerbe 1.717
  • verarbeitendes Gewerbe 1.496
  • Dienstleistungsbereich insgesamt 40.849, darunter u.a.:
  • öffentliche Verwaltung inkl. Sozial- & Gesundheitswesen 20.317
  • Handel, Verkehr und Gastgewerbe 9.781
  • Freiberufliche wissenschaftlich-technische Dienstleister 8.217
  • Kredit- und Versicherungsgewerbe 1.144
  • Information und Kommunikation 900

Die Arbeitslosigkeit beträgt mit Stand vom 30. September 2010 11,9 %, das heißt es gab insgesamt 6.487 Arbeitslose.

Medien

Cottbus ist Sitz eines Regionalstudios des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Bereits seit dem 2. August 1925 erfolgten regelmäßige Sendungen des Deutschen Radio-Klubs aus Cottbus. Sie hatten eine Empfangsreichweite von bis zu 600 km. Im Jahr 1946 wurde das Studio Cottbus des Landessenders Brandenburg gegründet. Es strahlte ausschließlich Rundfunkprogramme aus. Die DDR-Regierung unterstellte das Studio ab dem Jahr 1952 dem Nationalen Komitee für Rundfunk. In der Folgezeit wurden tägliche bis zu sechsstündige, regionale Hörfunksendungen auf (Radio DDR II) in deutscher und niedersorbischer Sprache produziert. Im Jahr 1989 erhielt das Studio Cottbus ein eigenes Außenstudio in Bautzen für die Produktion von Hörfunksendungen in obersorbischer Sprache. Das Studio Bautzen wurde am 1. Januar 1991 vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) übernommen.

Im Frühjahr 1990 gründeten die Regionalstudios von Radio DDR 2 in Cottbus, Potsdam und Frankfurt (Oder) das gemeinsame Hörfunkprogramm Antenne Brandenburg. Am 1. Januar 1991 wurden Programm und ein Teil der Redaktionen vom Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) und später von dessen Rechtsnachfolger RBB übernommen. In seinen Cottbuser Hörfunkstudios produziert der RBB täglich rund fünf Stunden Hörfunksendungen in deutscher und niedersorbischer Sprache.

Das RBB-Regionalstudio Cottbus fertigt außerdem Fernsehsendungen und einzelne Fernsehbeiträge. So werden in Cottbus die Sendungen RBB regional, die sorbischsprachige Sendung Łužyca (Lausitz) und Gartenzeit produziert (Stand 2006). Darüber hinaus erfolgen Zulieferungen für Das Erste, die dritten Fernsehprogramme sowie Produktionshilfen für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF). Regelmäßig erfolgt seit der Schließung des alten Berliner Friedrichstadtpalastes im Jahr 1980 die Produktion großer Fernsehshows in Cottbus, dazu gehören beispielsweise: Ein Kessel Buntes (DFF), Die Goldene Note (DFF), Musikanten sind da (DFF), Melodien für Millionen (ZDF), Musikantenstadl (DFF/ARD/SF DRS/ORF), Fest der Volksmusik (ARD), Musik für Sie (MDR) und Heut’ steppt der Adler (ORB/RBB/ARD). Fernsehgeschichte schrieb der Entertainer Harald Juhnke mit seinem überraschenden Auftritt in der ersten deutsch-deutschen Unterhaltungsshow Musikantenstadl am 17. Dezember 1989. Die Sendung wurde innerhalb von nur zwei Wochen vom Deutschen Fernsehfunk (DFF) redaktionell vorbereitet und technisch abgesichert. Produktionshilfe leisteten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Schweiz, Österreichs und die ARD. Jeweils im Januar produziert der RBB in Cottbus für die ARD die Karnevals-Sendung Da steppt der Adler.

Neben dem öffentlich-rechtlich organisierten Rundfunk sind in Cottbus auch private Programmveranstalter vertreten. Das sind LTV (Lausitz TV), BB Radio, rs2 und 94.5 Radio Cottbus. In Cottbus und Umgebung erscheinen auch regionale Tageszeitungen. Dazu gehört beispielsweise die Lausitzer Rundschau, welche das Monopol besitzt. Die 20cent war ein Ableger der Lausitzer Rundschau. Außerdem erscheinen die Veranstaltungsmagazine Blicklicht und Hermann. Der märkische Bote und der Wochenkurier sind Anzeigenblätter. Die Jugendkultur hat mit dem Konturmagazin ihre eigene Zeitung.

Persönlichkeiten

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Cottbus

Berühmte Persönlichkeiten aus Cottbus sind unter anderem der Maler Carl Blechen, der Physiologe Gustav Theodor Fritsch, der Résistance-Angehörige Adolphe Low, die Leichtathletin Ulrike Bruns, der Diskuswerfer Robert Harting sowie der Radrennfahrer Tony Martin.

Filmografie

  •  »Bilderbuch Deutschland«, Cottbus, Dokumentation, Produktion: RBB, Erstausstrahlung: 19. März 2006, 45 Min.
  • BTU Cottbus, Dokumentationen, Produktion: Brandenburgische Technische Universität, IKMZ Videothek
  •  »Im Osten geht die Sonne auf«, Energie Cottbus, Dokumentation, Produktion: 2001, ASIN: B0002Z81UO

Literatur

  • Steffen Krestin: Cottbus. Sutton Verlag, 2002, ISBN 3-89702-420-9.
  • Thomas Kläber, Hartmut Schatte: Faszination Cottbus. Regia-Verlag, 2005, ISBN 3-936092-59-1.
  • Thomas Kläber, Norbert Krauzig, Erich Schutt: Cottbus – Schöne Seiten einer Stadt. ALfa-Verlag, 2002, ISBN 3-935513-05-4.
  • Ingrid Halbach, Karl-Heinz Müller, Steffen Delang: Architekturführer Cottbus.
  • Arielle Kohlschmidt, Siegfried Kohlschmidt, Thomas Kläber: Cottbus – 850 Jahre. 2005, ISBN 3-937503-12-9.
  • Cottbus spielend kennen lernen. Ein Quiz mit 100 Fragen und Antworten. 2006, ISBN 3-935881-33-9.
  • Stadtplan Cottbus. 1927. (Reprint mit Straßenverzeichnis. 2006, ISBN 3-935881-40-1)
  • Anderhalten Architekten: Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus. JOVIS Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-939633-82-2.

Einzelnachweise

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
  2. Empfehlung des ständigen Ausschusses für Geographische Namen (StAGN) vom 17. September 1999 – zur Anpassung der Rechtschreibung von Toponymen an die reformierten Regeln
  3. a b DWD Meteorologische Station Cottbus
  4. Herinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, /S. 658-661.
  5. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  7. Statistik der Stadt Cottbus
  8. Meldung in der Online-Ausgabe der Welt – Großstadtstatus verloren
  9. Statistische Angaben Stadtverwaltung
  10. Altersdurchschnitt Cottbus
  11. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2009/SB_B7-1-4_j04-09_BB.pdf
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  13. Eröffnungsannonce im Burger Tageblatt vom 2. Juni 1911

Weblinks

 Commons: Cottbus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Cottbus – Quellen und Volltexte
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