Alice Schwarzer
Alice Schwarzer, 2009

Alice Schwarzer (* 3. Dezember 1942 in Wuppertal-Elberfeld) ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der deutschen Frauenbewegung. Sie versteht sich als Feministin und ist Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift Emma.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Kindheit und Religion

Alice Schwarzer wurde als nichteheliches Kind geboren und wuchs bei ihren Großeltern auf. In einem Interview bezeichnete Schwarzer später ihren Großvater als „sehr mütterlichen Großvater“ und ihre Großmutter als „sehr politisiert mit einem hohen Gerechtigkeitssinn“. Prägend sei für sie der gelebte Widerstand ihrer Familie gegen die Nazis und die Solidarität mit den Opfern gewesen.[1] Schwarzer entstammt einer atheistischen Familie. Sie ließ sich mit zwölf Jahren evangelisch taufen und später auch konfirmieren. Sie bezeichnet sich als „nicht im engeren Sinne gläubig“.

Ausbildung und Leben in Paris

Schwarzer besuchte die Handelsschule und arbeitete einige Jahre im kaufmännischen Bereich. 1963 ging sie nach Paris, absolvierte ein Sprachenstudium und kehrte 1965 nach Deutschland zurück. Sie volontierte bei den Düsseldorfer Nachrichten und ging 1969 als Reporterin zur Zeitschrift Pardon, wo sie Nachfolgerin von Günter Wallraff wurde. Von 1970 bis 1974 arbeitete sie in Paris als freie politische Korrespondentin für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Ihr Spezialgebiet waren „die Folgen von 68 im politischen, sozialen und kulturellen Bereich“. Sie studierte gleichzeitig Psychologie und Soziologie, unter anderem bei Michel Foucault. Sie gehörte mit Monique Wittig zu den Initiatorinnen der Pariser Frauenbewegung (Mouvement de Libération des femmes, MLF).

70er Jahre

1970 freundete Schwarzer sich mit Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre an. Ihre Interviews mit Beauvoir, geführt zwischen 1971 und 1982, veröffentlichte sie 1983 auch als Buch. Ihr Fernsehporträt über Beauvoir von 1973 für den NDR veröffentlichte sie 2009 im Emma-Verlag.

1971 initiierte Schwarzer die Aktion Frauen gegen den § 218. Höhepunkt war die Titelgeschichte der Illustrierten Stern am 6. Juni 1971, in der 374 Frauen öffentlich bekannten: Wir haben abgetrieben! Im Herbst desselben Jahres erschien Schwarzers erstes Buch Frauen gegen den § 218.

Schwarzer vertritt den sogenannten Gleichheitsfeminismus, der unter anderem auch von Simone de Beauvoir vertreten wurde. In ihrem Buch Der kleine Unterschied und seine großen Folgen[2] analysiert sie die Sexualität als „Angelpunkt der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern und der Unterdrückung der Frauen“. Die „Zwangsheterosexualität“ ist für sie nicht angeboren, sondern ein kulturelles Gebot. Sie plädiert für eine freie Sexualität und die ökonomische Unabhängigkeit für Frauen. Das Buch erschien 1975 und machte Schwarzer über Westdeutschland hinaus bekannt. Es wurde in zwölf Sprachen übersetzt, zuletzt 2001 auf Koreanisch.[3] Seitdem gilt sie als die bekannteste und auch umstrittenste Persönlichkeit der neuen deutschen Frauenbewegung.

Zu Alice Schwarzers Bekanntheit hatte auch ein Fernsehduell mit Esther Vilar beigetragen, das der WDR im Februar 1975 zwar nur im Nachmittagsprogramm ausstrahlte, das jedoch in den maßgebenden Printmedien ausführlich dargestellt wurde. Vilar hatte in ihrem Buch Der dressierte Mann mit der These provoziert, dass nicht die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau. In dem unmoderierten Streitgespräch kam es zwischen den herausragenden Vertreterinnen des Feminismus und des Anti-Feminismus zu teils bizarren Wortwechseln und zwischen ihren Anhängern zu einer öffentlichen Geschlechter-Debatte. Schwarzer erklärte darin unter anderem, Vilar sei zynisch, eine Verräterin am eigenen Geschlecht und „nicht nur Sexistin, sondern Faschistin“. Die Fernsehzeitschrift Gong fasste die Frontlinien so zusammen: „Die Männer stimmten für Esther, die Frauen für Alice.“[4]

Gründung der Emma

Im Januar 1977 erschien die erste Ausgabe der von ihr gegründeten Zeitschrift Emma, deren Verlegerin und Chefredakteurin sie seither ist.

1979 fuhr Schwarzer zusammen mit einer Gruppe französischer Intellektueller nach Teheran, wenige Wochen nach der Machtergreifung Khomeinis und auf den Hilferuf von Iranerinnen hin, die sich gegen Zwangsverschleierung und Entrechtung wehrten. Schwarzer schrieb darüber einen Artikel in der Emma und der Zeit, dessen Credo lautete: „Diese Frauen waren gut genug, ihr Leben im Kampf für die Freiheit zu riskieren, sie werden nicht gut genug sein, in Freiheit zu leben.“[5] Seither ist die Gefahr, die vom religiösen Fundamentalismus ausgeht, eines ihrer zentralen Themen.

90er Jahre

1990 rief Schwarzer den „Emma-Journalistinnen-Preis“ ins Leben. Eine wechselnde, unabhängige Jury verleiht seither alle zwei Jahre unter Schwarzers Vorsitz Preise an Journalistinnen und Journalisten für „journalistisch innovative Artikel, die ein Bewusstsein für gesellschaftliche Realitäten und die Lage der Geschlechter haben“. 1992 bis 1993 moderierte Schwarzer die Talkshow Zeil um Zehn des Hessischen Rundfunks.

Von 1990 bis 1993 war Schwarzer Teil des Rateteams der „Was bin ich?“-Nachfolge-Quizsendung „Ja oder Nein“ unter der Leitung von Joachim Fuchsberger.

Seit 1993 erscheint Emma alle zwei Monate. Schwarzer schrieb wieder vermehrt Bücher, politische Essays und Biografien. 1993 erschien ihre Fallstudie als Faction-Literatur über den Tod von Petra Kelly und ihrem Lebensgefährten Gert Bastian. Bastian erschoss die schlafende Kelly und beging anschließend Selbstmord. Auch schrieb sie Biografien über Marion Dönhoff und Romy Schneider. Bis 2010 veröffentlichte Schwarzer 25 Bücher als Autorin und 17 als Herausgeberin.

Nachfolge der Chefredaktion der Emma

Anfang Dezember 2007 gab Schwarzer bekannt, die Chefredaktion von Emma spätestens im Frühjahr 2008 an die Fernsehjournalistin und Kolumnistin Lisa Ortgies übergeben zu wollen.[6] Nachdem Ortgies nach nur acht Wochen als Chefredakteurin im Mai 2008 wieder ausschied, führte Schwarzer die Chefredaktion selber weiter.[7][8] Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unterstrich die Vermutung, Alice Schwarzer habe weiterhin das Tagesgeschäft dominiert und so einen Generationswechsel zum Scheitern gebracht.[9][10] Bezüglich der Gründe der Trennung ließ Ortgies über eine dpa-Meldung verbreiten: „Beobachter glauben, dass Ortgies ihre Ideen für die Zeitschrift nicht durchsetzen konnte.“ Die Emma-Redaktion erwiderte darauf: „Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin.“[11][12] Diese Erklärung wurde in den Medien teilweise als ein Nachkarten bezeichnet, das ebenso unprofessionell wie unsolidarisch gewesen sei.[13]

2007 bis heute

Mitte 2007 stellte sich Schwarzer für eine Image-Kampagne der Boulevardzeitung Bild als Werbeträgerin zur Verfügung, nachdem sie eben dieses Medium in den vorigen Jahrzehnten immer wieder wegen Menschen- und Frauenfeindlichkeit attackiert hatte. Dieser Schwenk und zudem ihre Begründung der Werbemitwirkung, dass neben Leuten wie Gandhi oder Willy Brandt auch eine lebendige Frau wie sie in der Werbung auftauchen sollte, hatte in Teilen der Öffentlichkeit für Irritationen gesorgt.[14][15]

Im Sommersemester 2009 übernahm Schwarzer eine Gastprofessur an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst sowie eine Gastdozentur bei den Publizisten, die Theodor Herzl-Dozentur. An der Angewandten hielt sie im April und Mai Vorträge zu den Themen Pornografie und sexuelle Gewalt, Religiöser Fundamentalismus und Frauen und Männer.[16]

In einem „Prominenten-Special“ bei Wer wird Millionär? im September 2009 gewann Schwarzer 500.000 Euro zugunsten des Berliner Frauenhilfsvereins Hatun und Can e. V. (→ Hatun Sürücü). Im Rahmen späterer Nachfragen durch Schwarzer und RTL kam der Verdacht auf, dass der Verein Spenden nicht satzungsgemäß verwende.[17] Im März 2010 wurde der Vereinsgründer festgenommen[18] und von der Staatsanwaltschaft Berlin wegen betrügerischen Vorgehens angeklagt. Im September 2011 wurde er in erster Instanz wegen Spendenbetrugs zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Das Landgericht Berlin sah es als erwiesen an, dass er mit falschen Behauptungen Spendengelder in Höhe von rund 700.000 Euro erschlichen und für eigene Zwecke verwendet hat. Der Verein wäre jedoch „nur eine Luftnummer“ und habe ihm lediglich als Konstrukt gedient, um Spenden zu kassieren. Die Polizei konnte 360.000 Euro und einen 60.000 Euro teuren Personenkraftwagen sicherstellen. Der Verbleib des restlichen Geldes sei nicht geklärt: Der Angeklagte habe davon gut gelebt und es bestünde eine „riesige Deckungslücke“ zwischen den Spendeneinnahmen und den ermittelten Ausgaben. Das Gericht war überzeugt, dass nur „eine Handvoll Frauen“ finanzielle Hilfe oder anderweitige Unterstützung erhalten haben.[19]

Im November 2010 attackierte Schwarzer in einem offenen Brief Familienministerin Kristina Schröder.[20]

Im Wintersemester 2010/2011 übernahm Schwarzer als Gastprofessorin die Mercator-Professur an der Universität Duisburg-Essen.

Alice Schwarzer beim Kachelmann-Prozess

Sie berichtete für den Axel Springer Verlag vom Gerichtsprozess um Jörg Kachelmann (dieser dauerte vom 6. September 2010 bis zum 31. Mai 2011) in der Bild.[21] Ihre Rolle bei diesem Prozess wurde verschiedentlich scharf kritisiert, ihr wurde mangelnde Professionalität, einseitige Parteinahme und die Vorverurteilung des Angeklagten vorgeworfen. Der Schweizer Tages-Anzeiger schrieb etwa: Im Prozess um Jörg Kachelmann gibt es nur Verlierer. Neben Kachelmann selbst dürfte vor allem die Sache der Frau gelitten haben – dank Vorzeigefeministin Alice Schwarzer,[22] und in der taz kommentierte Julia Seeliger: Alice Schwarzer lag schon mit der PorNO-Kampagne falsch. Heute kommt noch die Verbohrtheit des Alters hinzu. Es ist Zeit, dass Schwarzer als Feministin Nummer eins abtritt. Frau – und Mann – kann die Ungleichheit der Geschlechter besser kritisieren, wenn Fakten eine Rolle spielen – und nicht die selbe misstönende Schallplatte, die Schwarzer seit mehr als 30 Jahren abspielt.[23] Aus ihrer Berichterstattung heraus, kam es zu einer Abmahnung gegenüber Schwarzer, einer Unterlassungserklärung und schließlich zu einem Vergleich in welchem sich Schwarzer zur Zahlung von 14 000 € an Reinhard Birkenstock verpflichtet.[24]

Schwarzer selber schrieb am Tag vor der Urteilsverkündung in der Bild: „Von einer echten Entscheidungsfreiheit der Richter kann unter solchen Umständen eigentlich nicht mehr die Rede sein. Egal, wie das Urteil ausfällt alle haben Schaden genommen. Allen voran der Rechtsstaat.“[25]

Am 15. September 2011 erschien ihre Autobiografie unter dem Titel „Lebenslauf“.[26][27]

Politische Positionen

Recht auf Schwangerschaftsabbruch

Das Recht auf straffreien Abbruch ungewollter Schwangerschaften war Anfang der 1970er Jahre Schwarzers Hauptziel. Sie initiierte viele Aktionen und Publikationen gegen den § 218 StGB in seiner damaligen Form. In der 1971 von Schwarzer initiierten Aktion der Zeitschrift Stern solidarisierten sich prominente Frauen (unter anderem Romy Schneider, Sabine Sinjen und Liz Verhoeven), die sich dazu bekannten, abgetrieben zu haben.[28] Im Jahr 2005 räumte Schwarzer allerdings ein, dass sie und einige andere Teilnehmerinnen der Aktion gar nicht abgetrieben hatten.[29] Sie sagte: „Es handelte sich bei der Aktion nicht um ein persönliches Geständnis, sondern um eine politische Provokation.“

Schwarzer hatte maßgeblichen Anteil an der breiten öffentlichen Debatte zum Thema „Recht auf Schwangerschaftsabbruch“. Der Slogan der dieses Recht einfordernden Frauen lautete: „Mein Bauch gehört mir“. Insbesondere thematisierten Schwarzer und andere die Demütigung und Entmündigung sowie die körperlichen Gefahren für Frauen, die verbotene Schwangerschaftsabbrüche vornehmen ließen.

In einem Interview mit der Zeitschrift Brigitte sagte die Schauspielerin Senta Berger 1996 über Alice Schwarzer: „Dass wir jetzt, fünfundzwanzig Jahre später, im Großen und Ganzen da sind, wo wir immer hinwollten, einem straffreien Schwangerschaftsabbruch, verdanken wir in weiten Teilen ihrem Mut und ihrer nie nachlassenden Kampfbereitschaft.“[30]

Sexualität und „Zwangsheterosexualität“

Eines der zentralen Themen von Schwarzer ist seit 1975 die Sexualität, genauer: die Funktion von Sexualität bei der Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit. In ihrem Buch „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ (1975) analysiert Alice Schwarzer die Sexualität als „Angelpunkt der Frauenfrage. Sexualität ist zugleich Spiegel und Instrument der Unterdrückung der Frauen in allen Lebensbereichen. Hier fallen die Würfel. Hier liegen Unterwerfung, Schuldbewusstsein und Männerfixierung von Frauen verankert. Hier steht das Fundament der männlichen Macht und der weiblichen Ohnmacht.“.[31] Sie plädiert für eine „freie Sexualität“, der Primat der „Zwangsheterosexualität“ ist für sie kulturell bedingt.

In dem EMMA-Sonderband Sexualität[32] schreibt Alice Schwarzer ihre Thesen vom „Kleinen Unterschied“ fort. Sie wiederholte ihre Ansicht, dass Erotik traditionell für Männer mit Macht besetzt sei und für Frauen mit Ohnmacht.

In „Der Große Unterschied“ (2000, Kiepenheuer & Witsch) widmet Schwarzer dem „Mythos Sexualität“ ein ganzes Kapitel. Sie konstatiert, dass Frauen im Zuge ihrer allgemeinen Emanzipation auch sexuell selbstbewusster geworden seien und die Sexualität zwischen Frauen und Männern gleichberechtigter. Aber: „Gleichzeitig ist die An- bzw. Aberkennung des sexuellen Wertes einer Frau weiterhin die größte Trumpfkarte in der Hand der Männer. Eine Frau, die als Gefährtin unbequem wird oder als Kollegin bedrohlich, kann immer noch von jedem Mann jederzeit als 'nicht begehrenswert' deklassiert werden.“[33]

Und sie meint eine „neue sexuelle Verunsicherung“ der Männer zu erkennen: „Die Frauen von heute erwarten auch in der Sexualität ein ganzheitliches Interesse an ihrer Person und eine umfassende Erotik, den Blick in Ausschnitt und Seele. Und die Männer von heute? Die sind verunsichert. Und reagieren sauer. Nur jeder fünfte Mann findet Emanzipation scharf, fand das Berliner Institut für Männerarbeit heraus. Die übrigen reagieren mit 'Lustlosigkeit, vorzeitigem Samenerguss, Erektionsproblemen oder Impotenz'. Seelischer Impotenz, wohlgemerkt.“[34]

Gleichzeitig aber steige laut einer Studie zur Jugendsexualität des Hamburger Sozialforschungsinstituts die Anzahl der Männer, „die ein gleichberechtigtes und liebevolles Verhältnis zu Frauen suchen (…) 1990 waren das bereits 71 Prozent“.[35]

Finanzielle Unabhängigkeit der Frauen

Ein weiteres Ziel des Kampfes Schwarzers und anderer Feministinnen und deren Unterstützer wurde 1976 durch das Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts verwirklicht. Dieses Gesetz beinhaltete unter anderem, dass verheiratete Frauen ihren Ehemann nicht mehr um Genehmigung bitten müssen, wenn sie eine Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen, und dass das Schuldprinzip im Fall einer Scheidung vom Zerrüttungsprinzip abgelöst wurde, so dass geschiedene Frauen nun unabhängig von ihrem Verhalten während der Ehe Unterhaltsansprüche gegen ihre Ex-Ehemänner haben.

Schwarzer sagt über diese Gesetzesreform in einem Interview: „Wir hatten unser Ziel, Frauen finanzielle Unabhängigkeit zu ermöglichen, politisch durchgesetzt. Frauen waren nun nicht länger nur für den Haushalt zuständig. Männer waren nicht mehr die alleinigen Verdiener in der Familie. Endlich war der Skandal beseitigt, daß Frauen nur dann berufstätig sein durften, wenn sie ihre Familienpflichten nicht vernachlässigten oder wenn sie berufstätig sein mußten, weil die Einkünfte des Mannes nicht ausreichten. Jetzt waren endlich beide berechtigt, berufstätig zu sein. Das Recht auf Berufstätigkeit eröffnete den Frauen die Möglichkeit, finanziell unabhängig zu werden. Dieses Recht war die Grundvoraussetzung völliger ökonomischer Unabhängigkeit.“[36]

Schwarzer kritisierte an dieser Familienrechtsreform, damit sei zwar das Leitbild der „Hausfrauenehe“ aufgegeben worden,[37] aber gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen verhinderten weiterhin eine wirkliche Chancengleichheit von Männern und Frauen. Die Aufhebung der traditionellen Rollenverteilung war „schwerer durchzusetzen“, so Schwarzer.[38]

Gegnerschaft zum politischen Islam

Schwarzer ist Gegnerin des islamischen Kopftuches im öffentlichen Leben, z. B. im Schulunterricht. Sie bezeichnet es als die „Flagge der islamistischen Kreuzzügler“,[39] der „Faschisten des 21. Jahrhunderts“.[40] Im Unterschied zu anderen religiösen Symbolen, beispielsweise dem christlichen Kreuz, stigmatisiere das islamische Kopftuch Frauen, teils unter Zwang, behindere die körperliche Bewegungsfreiheit und sei kein religiöses, sondern ein politisches Symbol.[41] Die Entscheidung einer Frankfurter Richterin, die eheliche Gewalt unter Berufung auf den Koran verharmlost habe, ist nach Überzeugung von Alice Schwarzer „bei weitem kein Einzelfall“. Sie fürchtet eine Aufweichung des bundesdeutschen Rechtssystems und hat den Eindruck, dass gerade im Bereich der Justiz eine falsche Toleranz grassiere.[42]

Anlässlich des 80. Geburtstages von Papst Benedikt XVI. gratulierte sie diesem. Sie sagte, sie habe mit großem Interesse festgestellt, dass er nicht gezögert habe, sich kritisch zum politisierten Islam zu äußern. Natürlich sei sie mit der römisch-katholischen Kirche und ihrem Verhältnis zur Stellung der Frau nicht einverstanden. Aber sie habe die Hoffnung, dass dieser Papst sich etwas mehr als seine Vorgänger vor allem dem Problem der sexuellen Gewalt gegen Frauen stelle.[43]

Dem Islam attestiert Alice Schwarzer eine Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus; Muslime strebten nach der Weltherrschaft und könnten nicht mehr mit den Mitteln der Demokratie gehindert werden: „Die Parallelen zu 1933 drängen sich auf. […] Ist es noch fünf vor zwölf - oder schon später? Sind die Kreuzzügler auf dem Weg zur islamistischen Weltherrschaft überhaupt noch zu stoppen - und ist die aufgeklärte Welt überhaupt noch zu retten? […] Die Islamisten […] werden nicht mehr mit nur demokratischen Mitteln zu stoppen sein.“[44]

Verbot von Pornografie

Nach Alice Schwarzer ist Pornografie erkennbar an der Verknüpfung von sexueller Lust mit Gewalt. Pornografie sei das Gegenteil von Erotik, bei der es keine Hierarchie gäbe, nichts festgelegt sei, sondern alles offen.[45]

Die Auseinandersetzung mit Pornografie ist seit Mitte der 1970er Jahre ein zentrales feministisches Thema. Eine erste Aktion gegen Pornografie initiierte Schwarzer zusammen mit neun weiteren Frauen (darunter Inge Meysel, Erika Pluhar und Margarethe von Trotta) mit ihrer „Sexismusklage“ 1978 gegen den Stern. Der medienwirksame Prozess wurde verloren.[46]

1987 machte Schwarzer einen zweiten Vorstoß gegen Pornografie mit ihrer PorNO-Kampagne. Sie veröffentlichte gleichzeitig im Emma-Verlag Andrea Dworkins Pornografie – Männer beherrschen Frauen. Schwarzer veröffentlichte in Zusammenarbeit mit der späteren Justizsenatorin von Hamburg und Berlin, Lore Maria Peschel-Gutzeit, auch einen Gesetzentwurf gegen Pornografie, der das bisher geltende Strafgesetz ablösen sollte. Der Entwurf wurde nicht umgesetzt.[47]

Prozess um Bilder von Helmut Newton

Im November 1993 warf Alice Schwarzer dem Fotografen Helmut Newton in der Emma vor, seine Fotos seien nicht nur sexistisch und rassistisch, sondern auch faschistisch. Als Beleg führte sie 19 seiner Bilder an. Emma druckte die entsprechenden Bilder ohne Genehmigung in einer Ausgabe ab, was zu einer Klage des deutschen Verlags Schirmer/Mosel mit Billigung Helmut Newtons wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung gegen den Emma-Verlag führte.[48] Das Landgericht München verurteilte die Emma Frauenverlags GmbH zur Zahlung von Schadenersatz. Zwar seien Bildzitate in politischen Auseinandersetzungen erlaubt, doch Emma habe das dafür nötige Maß mit 19 Bildern überschritten.[49]

Gewalt gegen Frauen

Schwarzer ist der Meinung, dass bis heute etwa jede dritte Frau Gewalterfahrungen im privaten Bereich habe und jedes dritte bis vierte Mädchen sowie jeder zehnte Junge Missbrauchserfahrungen mache. Den Vorwurf des „Opfer-Feminismus“ weist sie von sich mit dem Hinweis, dass nicht hier die Opfer und da die Täter seien, sondern zum Leben eines Menschen beide Seiten gehörten, die „dunklen und die hellen“. Und dass auch eine Karrierefrau sehr wohl gleichzeitig mit den zerstörerischen Erfahrungen von Missbrauch oder Gewalt kämpfen könne.[50]

Gewalt gegen Männer

Schwarzer begrüßte die Tat der US-Amerikanerin Lorena Bobbitt, die ihrem schlafenden Mann John den Penis abgetrennt hatte, nachdem dieser sie angeblich betrogen, zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen und vergewaltigt hatte.[51] Obwohl Lorena Bobbitt einer Verurteilung nur wegen der Annahme geistiger Unzurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt durch die Geschworenen entging, und obwohl ihr Mann später vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde, äußerte Schwarzer:

Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!

Alice Schwarzer: Emma 1995[52]

Gewalt durch Frauen

Die Form der Gewalt durch Frauen sieht Schwarzer mit Schwerpunkt im psychischen Bereich.

Sind Frauen die besseren Menschen? Nicht unbedingt. Sie sind nur ohnmächtig, und deshalb nimmt ihre Gewalt über andere meist psychologische Formen an.

Alice Schwarzer: Emma 1978[53][54]

Den Frauen wurde der Part von Menschlichkeit und Mitgefühl zugewiesen, Macht und Gewalt waren lange tabu für sie. (Darum wurden sie auch zu Spezialistinnen der verdeckten, psychischen Gewalt.)

Alice Schwarzer[55]

Sadomasochismus

Mit ihrer These vom strukturellen weiblichen Masochismus, also der subjektiven Erotisierung der objektiven Unterdrückung, steht Schwarzer in der Tradition von Feministinnen wie Kate Millett. Entsprechend ist für sie die Sexualität nie nur „Privatsache“, sondern immer auch „Spiegel objektiver Machtverhältnisse“.

Ein Jahr nach der Gründung von Emma 1977 reichte die Zeitschrift erfolglos Klage gegen den Stern wegen eines Titelfotos von Helmut Newton ein, das die US-Musikerin Grace Jones nackt und angekettet in einem Käfig zeigte. Das Foto enthält sadomasochistische Elemente.

Alice Schwarzer postuliert eine Verbindung zwischen Sadomasochismus und Faschismus. Diese Kritik betrifft unter anderem Helmut Newton. In diesem Zusammenhang bezeichnete sie Newton als „Zeremonienmeister des Sadomasochismus“.

Als EMMA-Herausgeberin hat Schwarzer das Heft sehr früh für die Debatte um Sadomasochismus, insbesondere den von Lesben propagierten Sadomasochismus geöffnet. In der Ausgabe von September 1977 berichtete EMMA über das Buch von Nancy Friday über „Die sexuellen Phantasien der Frauen“ und analysierte die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich den Unterschied zwischen masochistischen Phantasien und sadomasochistischer Realität. Im November 1981 titelte EMMA mit den Thesen der Amerikanerin Pat Califia und gab der Debatte über Sadomasochismus allgemein und BDSM unter Lesben im Besonderen Raum.

Schwarzer trug dazu bei, Teile der entsprechenden amerikanischen Diskussion im Zusammenhang mit lesbischen Sadomasochistinnen in Deutschland bekannt zu machen, beispielsweise durch Vorworte zu deutschen Ausgaben der Werke Andrea Dworkins. Die zu dieser im Gegensatz stehenden Positionen sexpositiver Feministinnen, bzw. sadomasochistischer, feministischer Lesben-Gruppen wie Samois wurden von Schwarzer hingegen nicht thematisiert.

Zitate zum Thema Sadomasochismus:

  • „Nicht zufällig kam die Sado-Maso-Mode nach Aufbruch der Frauenbewegung gegen Ende der 70er auf. Sie drang dank Fernsehen und Videos auch bis ins letzte Eigenheim von Hintertupfingen. Jetzt dürfen, ja sollen, alle Männer Sadisten sein und alle Frauen Masochistinnen.“ Aus Der große Unterschied (2000)
  • „Aufschlussreich ist auch die Tatsache, dass die Fetische des sexuellen Sadomasochismus oft den Folterkellern der Diktaturen entliehen sind und gerade in Deutschland die Reminiszenz an die Naziästhetik bei Lack, Leder und Ketten unübersehbar ist.“ (siehe oben)

Rezeption

Feministische Gegenpositionen

Schwarzers Annahme des Bundesverdienstkreuzes löste bei radikalen und autonomen Feministen Unverständnis aus, da diese darin eine Anbiederung an die von ihnen so bezeichnete „Männergesellschaft“ und deren Rituale sahen, was ihnen als Verrat feministischer Ideale und Ziele galt. Dies spiegelte sich auch in einigen Leserinnenzuschriften in der Emma und in Abonnementskündigungen wider.

Einige Lesbenaktivistinnen kritisieren, dass Schwarzer Lesben und Schwule zum Coming-out ermuntere, an sich selbst aber andere Maßstäbe anlege. Schwarzer selbst hat sich bis heute nicht öffentlich über ihre sexuelle Identität geäußert. Sie missbilligt unfreiwilliges Outing, wie zum Beispiel 1991 durch Rosa von Praunheim. Als sie in Bascha Mikas Kritischer Biografie (s. u. bei Literatur) als bisexuell beschrieben wurde, lehnte sie jeglichen Kommentar mit dem Hinweis auf ihre Privat- und Intimsphäre ab. In einem Artikel der FAZ wird angeführt, dass sie sich in Köln öffentlich mit ihrer Partnerin zeige.[57] In ihrer 2011 erschienenen Biografie "Lebenslauf" bezieht sie erstmals bezüglich dieser Thematik Stellung und schreibt "Doch eine Lebensbeziehung wie die mit Bruno gehe ich erst elf Jahre später wieder ein. Diesmal mit einer Frau." Sie ergänzt ihre Position im selben Buch wie folgt: "Wir sind ein offenes Paar, aber kein öffentliches. Und so wird es bleiben."

Einstellung zu Sadomasochismus

Schwarzers Kritik an SM-Pornografie wird von SM- und BDSM-Anhängern häufig gleichgesetzt mit einer Kritik an privaten sadomasochistischen Praktiken.[58] Manche fühlten sich dadurch angegriffen und reagierten mit Kritik. Kathrin Passig und Ira Strübel stellen in diesem Zusammenhang fest:

„Dass es für nicht wenige Frauen einen großen und befreienden Schritt bedeutet, ihre sadomasochistischen Phantasien in die Tat umzusetzen, ist im Emma-Universum nach wie vor nicht vorgesehen.“[59]

Journalismus

Einige Journalisten wie beispielsweise Henryk M. Broder und Kay Sokolowsky werfen Schwarzer „linken Antisemitismus“ und Sympathie zu rechten Symbolfiguren wie z. B. Leni Riefenstahl vor.[60]

Die Journalistin Bettina Röhl kritisierte Schwarzers Haltung zum Fall des Jungen Bruce Reimer, der durch chirurgische Eingriffe und Hormonbehandlung körperlich in ein Mädchen umgewandelt und entsprechend erzogen wurde, nachdem durch ärztlichen Kunstfehler seine primären Geschlechtsorgane schwer beschädigt worden waren, und der aus Verzweiflung darüber 2004 als Erwachsener Selbstmord beging.[61] Schwarzer habe diesen „tragischen und skrupellos verübten Fall gewaltsamer Geschlechtsumwandlung“ als Beleg für ihre These, „die Geschlechtsidentität sei keine biologische, sondern nur eine psycho-soziale Größe“ geradezu „hymnisch gefeiert“ und bis heute eine Distanzierung davon versäumt, um ihre Thesen zum Gender Mainstreaming nicht in Frage stellen zu müssen.

In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung verteidigte Schwarzer die Weigerung der Militärjunta Myanmars, nach dem Zyklon Nargis westliche Hilfe ins Land zu lassen mit dem Hinweis auf die Doppelmoral der Medien. Auch China, zur gleichen Zeit Opfer von Naturkatastrophen, habe zunächst keine westlichen Helfer ins Land gelassen, werde aber von niemandem dafür kritisiert. Außerdem werde Myanmar zwar von einer postmaostischen Junta regiert, gegen die sie als Burmesin zweifellos auch opponieren würde, doch sei es falsch, das Land im Rahmen der „Achse-des-Bösen-Kampagne“ in diesem Maße zu dämonisieren und ökonomisch zu boykottieren. Darunter leide nur die Bevölkerung Myanmars. Jörg Lau warf ihr daraufhin in der Zeit „westlichen Selbsthass“ vor sowie „Hohn auf Menschenrechte und Demokratie“.[62]

Bedeutung Schwarzers

Gemäß dem „Intellektuellen-Ranking 2008“ des Magazins Cicero ist Alice Schwarzer hinter der Literaturkritikerin Elke Heidenreich die „einflussreichste deutsche Intellektuelle“. Grundlage der Rangliste bilden die Präsenz der Frauen in 160 führenden Zeitungen und Zeitschriften seit 1998 sowie Verweise im Munzinger-Personenarchiv und im Internet.[63]

Laut Allensbach-Umfrage von 2006 kennen 83 Prozent aller Deutschen Alice Schwarzer und sind 67 Prozent der Meinung, dass sie „viel für Frauen getan habe.“[64] Der Historiker Hans-Ulrich Wehler schrieb 2007 anlässlich einer Rezension ihres politischen Essays Die Antwort für die Schweizer Weltwoche über Schwarzer: „Man braucht diese Persönlichkeit nur einmal wegzudenken, um zu erkennen, in welchem Maße diese Publizistin und De-facto-Politikerin, oft im Alleingang, die Sache der Frauen überzeugend verfochten hat. Ohne diese ganz individuelle Motorik, ja sei's drum, ohne diese Leidenschaft, im offenen Streit für die gerechte Sache unentwegt voranzugehen, hätte der Frauenbewegung, aber auch den Entscheidungsgremien der Parteipolitik ein wesentlicher Impuls gefehlt.“[65]

Auszeichnungen

Werke

Als Autorin

  • 1971: Frauen gegen den § 218. Suhrkamp Verlag, Frankfurt
  • 1973: Frauenarbeit – Frauenbefreiung. Suhrkamp Verlag, Frankfurt
  • 1975: Der kleine Unterschied und seine großen Folgen. Frauen über sich. Beginn einer Befreiung. Fischer Taschenbuch, 2002, ISBN 978-3-596-21805-9
  • 1981: So fing es an – 10 Jahre neue Frauenbewegung. Chronik, EMMA Verlag, 1983, Taschenbuch bei dtv
  • 1982: Mit Leidenschaft. Rowohlt Verlag, Hamburg
  • 1982: Simone de Beauvoir heute – Gespräche aus 10 Jahren. Rowohlt Verlag, Hamburg
  • 1989: Warum gerade sie? Weibliche Rebellen. Luchterhand Verlag, Frankfurt 1991, Taschenbuch im Fischer Verlag
  • 1992: Von Liebe + Haß. Fischer Verlag, Frankfurt
  • 1993: Eine tödliche Liebe – Petra Kelly + Gert Bastian. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1994, Taschenbuch im Heyne Verlag, München
  • 1996: Marion Dönhoff – Ein widerständiges Leben. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1997, Taschenbuch im Knaur Verlag, München
  • 1997: So sehe ich das. Kiepenheuer & Witsch, Köln
  • 1998: Romy Schneider – Mythos und Leben. Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2000, Taschenbuch im Knaur Verlag, München
  • 2000: Der große Unterschied. Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen.. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 978-3-462-02934-5; Taschenbuch im Fischer Verlag, ISBN 978-3-596-15237-7
  • 2002: Alice im Männerland. Eine Zwischenbilanz.. Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 978-3-462-03143-0
  • 2005: Liebe Alice, liebe Barbara. Kiepenheuer & Witsch, Köln (Briefwechsel mit Barbara Maia)
  • 2007: Die Antwort. ISBN 978-3-462-03773-9
  • 2010: Die große Verschleierung: Für Integration, gegen Islamismus, ISBN 978-3-462-04263-4 (Mit Beiträgen u. a. von: Elisabeth Badinter, Djemila Benhabib, Rita Breuer, Cornelia Filter, Carola Hoffmeister, Necla Kelek, Chantal Louis, Khalida Messaouidi-Toumi, Katha Pollitt, Annette Ramelsberger, Gabriele Venzky, Martina Zimmermann) Kurzauszug
  • 2011: Lebenslauf. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011, ISBN 978-3-462-04350-1. (Autobiografie)

Als Herausgeberin

  • 1980: Wahlboykott. EMMA Verlag, Köln
  • 1981: Das EMMA-Buch. dtv, München
  • 1982: Sexualität. EMMA Verlag, Köln, TB 1984 im Rowohlt Verlag, Hamburg
  • 1984: Durch dick und dünn. EMMA Verlag, Köln. TB 1986 im Rowohlt Verlag, Hamburg
  • 1986: Weg mit dem § 218!, EMMA Verlag, Köln, aktualisierte Neuauflage: 1990 Fristenlösung jetzt!. EMMA Verlag, Köln
  • 1986: Das neue EMMA-Buch. dtv, München
  • 1988: PorNO. EMMA Verlag, Köln
  • 1988: Hrsg. mit Gerhard/Schwarzer/Slupik: Auf Kosten der Frauen. Frauenrechte im Sozialstaat. Beltz, Weinheim
  • 1991: KRIEG. Was Männerwahn anrichtet – und wie Frauen Widerstand leisten, gegen Krieg und islamischen Fundamentalismus. EMMA Verlag, Köln. TB 1992 Fischer Verlag, Frankfurt
  • 1991: Das neueste EMMA-Buch. dtv, München
  • 1991: Schwesternlust + Schwesternfrust. 20 Jahre Neue Frauenbewegung – eine Chronik. EMMA Verlag, Köln
  • 1994: PorNO. Kiepenheuer & Witsch, Köln (aktualisierte Neuauflage vom gleichnamigen EMMA-Buch)
  • 1994: Turm der Frauen. Der Kölner Bayenturm. Vom alten Wehrturm zum FrauenMediaTurm. DuMont Buchverlag, Köln
  • 2000: Man wird nicht als Frau geboren. Kiepenheuer & Witsch, Köln
  • 2002: Die Gotteskrieger – und die falsche Toleranz. Kiepenheuer & Witsch, Köln
  • 2007: Emma. Die ersten 30 Jahre. Kollektion Rolf Heyne, München

Literatur

Weblinks

 Commons: Alice Schwarzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gerwin trifft Schwarzer, online unter gerwin.de
  2. So schrieb Schwarzer 1975, dass „die Gebärfähigkeit auch der einzige Unterschied ist, der zwischen Mann und Frau bleibt. Alles andere ist künstlich aufgesetzt.“ Das Experiment Money würdigt sie als eine der „wenigen Ausnahmen, die nicht manipulieren, sondern dem aufklärenden Auftrag der Forschung gerecht werden“. („Der kleine Unterschied“, S. 192 f.)
  3. Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2002, „Alice im Männerland“ online unter http://www.aliceschwarzer.de/243.html (Link nicht abrufbar)
  4. Fernsehduell zwischen Alice Schwarzer und Esther Vilar, 1975 Ausschnitt auf YouTube
    Klaudia Brunst: Frau gegen Frau. In: Die Zeit 16. Juni 2005. Online: FERNSEHEN: Frau gegen Frau | Leben | ZEIT ONLINE
  5. Alice Schwarzer: „Aber noch vertrauen die Perserinnen den neuen Herren“, Die Zeit, 30. März 1979 online unter Aber noch vertrauen die Perserinnen - Die Zeit (Link nicht mehr abrufbar)
  6. Moderatorin Lisa Ortgies übernimmt, Spiegel Online, 7. Dezember 2007, unter SPON;
    Die neue Alice Schwarzer heißt Lisa Ortgies, FAZ.NET, 7. Dezember 2007, unter faz.net
  7. TAZ: Kein Platz für Postfeminismus.
  8. Alice-Schwarzer-Comeback „Emma“-Chefin geht – „Emma“ tritt nach, 30. Mai 2008, unter SPON
  9. Markus Brauck, Rafaela von Bredow, Isabell Hülsen und Michaela Schiessl: Im Nacken der Neuen. In: Der Spiegel. Nr. 23, 2008, S. 102 (2. Juni 2008, online).
  10. vgl. z.B. Nach dem Aus bei „Emma“ – Lisa Ortgies beklagt sich, 30. Mai 2008, unter rp-online.de.
  11. Chefredakteursstreit bei „EMMA“ – „Ich konnte nichts verwirklichen“, 31. Mai 2008, online unter SPON
  12. EMMA-Presseerklärung, 30. Mai 2008, online unter (PDF)
  13. Thorsten Dörting: Schwarzers Burma-Missgriff – „Verantwortungslose Polemik“, 3. Juni 2008, online unter SPON.
  14. Stefan Niggemeier (Bildblog): Schwarzer-Humor, 12. Juli 2007
  15. „Ich kann mit dieser Person überhaupt nichts mehr anfangen“ – Charlotte Roche, Hardcore-Feministin in SpOn vom 13. Februar 2008
  16. OÖN vom 31. Januar 2009 Kunstprofessur: A. Schwarzer
  17. Hintergrundbericht im Stern: Wie der Verein Spender getäuscht haben soll vom 14. April 2010 (Archiv-Version, nur teilweise einsehbar)
  18. Vereinsvorsitzender von Hatun und Can verhaftet, Tagesspiegel, 25. August 2010
  19. Fast fünf Jahre Haft für Gründer von Hatun & Can. In: Spiegel Online vom 21. September 2011
  20. Harald Martenstein: Schwarzer vs. Schröder: Richtiger Sex und falscher Sex. In: Tagesspiegel. 9. November 2010, abgerufen am 4. Dezember 2010.
  21. Telepolis: Bild setzt Alice Schwarzer auf Kachelmann an, 5. September 2010
  22. Michèle Binswanger: Das Ende des Feminismus. In: Tages-Anzeiger. 27. Mai 2011, abgerufen am 28. Mai 2011.
  23. Julia Seeliger: Schwarzer schlägt zu. Alice Schwarzer soll als Feministin Nr. Eins abtreten. In: taz. 5. August 2010, abgerufen am 28. Mai 2011.
  24. Vergleich: Schwarzer muss RA Dr. Birkenstock € 14.000,- zahlen. Höcker Rechtsanwälte, 31. Mai 2011, abgerufen am 1. Juni 2011.
  25. bild.de: Bei diesem Prozess haben alle Schaden genommen Ob sie sich selbst damit ebenfalls meinte geht aus dem Artikel nicht hervor. bild.de setzte unter diese Artikelüberschrift Schwarzers Foto.
  26. Alice , die Andere. In: Welt am Sonntag vom 11. September 2011
  27. Alice im Männerland. In: Der Sonntag vom 11. September 2011
  28. Stern, 6. Juni 1971, Nr. 24
  29. Steffen Kraft: „Ich habe nicht abgetrieben“, Süddeutsche Zeitung, 31. März 2005
  30. Brigitte, 17. Januar 1996, Nr. 3.
  31. Der kleine Unterschied, 1975/2002 Fischer TB, S.17
  32. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH: Sexualität – ein Emma-Buch (1984)
  33. Der große Unterschied, 2000, Kiepenheuer & Witsch, S. 45
  34. Der große Unterschied, 2000, Kiepenheuer & Witsch, S. 47
  35. Der große Unterschied, 2000, Kiepenheuer & Witsch, S. 49
  36. Stuttgarter Zeitung, 25. Februar 1995
  37. Schwarzer, zitiert von Senta Berger, Brigitte, 17. Januar 1996, Nr. 3
  38. Stuttgarter Zeitung, 25. Februar 1995
  39. EMMA: Editorial von Alice Schwarzer, Juli/August 2003
  40. „Die falsche Toleranz“, Homepage Alice Schwarzer
  41. Alice Schwarzer in „Die Antwort“
  42. Der Spiegel: Unser Rechtssystem wird von islamistischen Kräften unterwandert, 22. März 2007
  43. Radio Vatikan: Alice Schwarzer gratuliert dem Papst, 14. April 2007
  44. Alice Schwarzer,Die Parallelen zu 1933 und Ist es noch in: Die falsche Toleranz - Alice im Männerland - Eine Zwischenbilanz, Köln 2002
  45. Pornografie ist geil…, Alice Schwarzer, EMMA September/Oktober 2007
  46. Pornografie
  47. Zauberhafte Zeiten, Interview mit Prof. Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit, EMMA Mai/Juni 2009, online unter Zauberhafte Zeiten
  48. vgl. Alice in Newton-Land. In: Der Spiegel. Nr. 30, 1994, S. 92–94 (online).
  49. Bericht in der Berliner Zeitung
  50. Alice Schwarzer: „Alice im Männerland“, Kiepenheuer & Witsch, 2002)
  51. Der Fall „John und Lorena Bobbitt“ in der englischsprachigen Wikipedia: Lorena Bobbitt
  52. Emma-Beitrag „Beyond Bitch“ (1994/2, S. 34f)
  53. Tabu Inzest: Das Verbrechen über das niemand spricht. EMMA Mai 1978
  54. Tabu Inzest, das Verbrechen über das niemand spricht. In: EMMA – Die ersten 30 Jahre, Collection Rolf Heyne 2007, Seite 410. ISBN 978-3-89910-358-8
  55. Foltern Frauen wie Männer? Ein genauer Blick auf die Folterfotos von Abu Ghraib und das Militär wirft viel mehr Fragen auf, als bisher gestellt wurden. In: EMMA – Die ersten 30 Jahre, Collection Rolf Heyne 2007, Seite 432. ISBN 978-3-89910-358-8
  56. Emma, Heft 2, 1991
  57. Lydia Harder: Alice und der wunde Punkt, FAZ vom 21. November 2010, online unter www.faz.net
  58. vgl. Arne Hoffmann: Das Lexikon des Sadomasochismus., S. 82, S.342ff.
  59. Kathrin Passig, Ira Strübel: Die Wahl der Qual, Rowohlt Verlag, 2000, ISBN 3499609444, Kapitel 5 „Dürfen die das? – Die Rechtsablage“, Abschnitt „Exkurs: Die PorNO-Kampagne in Deutschland“
  60. zitiert nach Kay Sokolowsky: Die neue Rechte – Mit der „Emma“-Titelgeschichte zur Nazifilmerin Riefenstahl hat sich Alice Schwarzer zur neuen Frauenschaftsführerin gemacht“, konkret 3/99, online unter trend.infopartisan.net
  61. Bettina Röhl: Der Sündenfall der Alice Schwarzer?, in: Cicero (Magazin), 4. April 2005
  62. Diktatoren verstehen – Alice Schwarzer verteidigt die Militärjunta in Birma
  63. http://www.rankaholics.de/w/die+einflussreichsten+intellektuellen+frauen+2008_1784
  64. Dr. Renate Köcher: „Das Image von EMMA, Alice & Angela“, Emma Jubiläums-Ausgabe Januar/Februar 2007 online unter http://www.emma.de/allensbach_umfrage_2006.html (Link nicht abrufbar)
  65. Hans-Ulrich Wehler: „Eine Lanze für Alice Schwarzer“, Weltwoche, 23. Mai 2007, online unter Sachbuch: Eine Lanze für Alice Schwarzer | Die Weltwoche, Ausgabe 21/2007 | www.weltwoche.ch
  66. UDE: Alice Schwarzer wird Mercator-Professorin 2010, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 13. September 2010, abgerufen am 14. September 2010

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