Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI.
Wappen Benedikts XVI.
Päpstliches Wappen
Benedikts XVI.
Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI. (2006)
Lateinischer Name Benedictus PP. XVI
Beginn des Pontifikats 19. April 2005
Bisherige Dauer
des Pontifikats
6 Jahre und 216 Tage
Vorgänger Johannes Paul II.
Enzykliken bisher 3
Bürgerlicher Name Joseph Aloisius Ratzinger
Geburtsdatum 16. April 1927
Geburtsort Marktl, Oberbayern
Unterschrift Unterschrift Benedikts XVI.

Benedikt XVI. (* 16. April 1927 in Marktl, Oberbayern; lateinisch Benedictus PP. XVI; bürgerlich Joseph Aloisius Ratzinger) ist Papst und damit Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und des Staates Vatikanstadt.

Vor seinem Pontifikat war er zuletzt Dekan des Kardinalskollegiums und Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. Er galt als einer der einflussreichsten Kardinäle und als theologisch und kirchenpolitisch rechte Hand seines Vorgängers Papst Johannes Paul II. Im Konklave am 19. April 2005, an dem 115 Kardinäle teilnahmen, wurde er im vierten Wahlgang (nach einem unerwartet kurzen Konklave von nur 26 Stunden) zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Jugend und Studium

Geburtshaus Papst Benedikts XVI. in Marktl
Taufkapelle und Taufstein Benedikts XVI. in der Pfarrkirche St. Oswald in Marktl

Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927, einem Karsamstag, als Sohn des Gendarmeriemeisters Joseph (* 6. März 1877; † 25. August 1959) und der Köchin Maria, geb. Peintner (* 7. Januar 1884; † 16. Dezember 1963) geboren und getauft. Er hat zwei Geschwister, Maria Ratzinger (* 7. Dezember 1921; † 2. November 1991) und Georg Ratzinger (* 15. Januar 1924). Da das Umfeld, in dem er aufwuchs, tief religiös geprägt war, wurde er als Kind Ministrant. Sein Großonkel war der Priester, Reichstagsabgeordnete und Schriftsteller Georg Ratzinger (1844–1899).

Zwei Jahre nach seiner Geburt am 11. Juli 1929 zog die Familie nach Tittmoning an der Salzach, am 5. Dezember 1932 nach Aschau am Inn, wo Joseph seine Grundschulzeit verbrachte. In den 1930er-Jahren, nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, kaufte der Vater ein kleines Bauernhaus in Hufschlag bei Traunstein. Hier, so Ratzinger in seinen Erinnerungen, sei die eigentliche Heimat der Familie gewesen, da sich der Vater, der als Gendarm sein ganzes Leben beruflich flexibel sein musste, nach der Pensionierung dort niedergelassen hatte. Trotz der finanziellen Belastung schickten die Eltern Joseph Ratzinger auf das erzbischöfliche Studienseminar St. Michael in Traunstein, wo der Einser-Schüler durch seinen besonderen Lerneifer auffiel.

Mit dem Erlass der zweiten Durchführungsverordnung zum "HJ-Gesetz" vom 25. März 1939 wurde die Zwangsaufnahme von Joseph Ratzinger in die Hitlerjugend 1941 mit 14 Jahren vollzogen.

Im Alter von 16 Jahren wurde Ratzinger als Flakhelfer für den Schutz der BMW-Fabrik Allach in Ludwigsfeld im Norden Münchens eingesetzt; später wurde seine Batterie nach Gilching verlegt, wo er nur noch Dienst in der Telefonvermittlung leisten musste. Während dieser Zeit besuchte er das Maximiliansgymnasium in München. Auf die Frage eines Vorgesetzten nach seinem Berufsziel gab er schon damals das Priesteramt an. 1944 wurde er zur Grundausbildung eingezogen und ins österreichische Burgenland zum Reichsarbeitsdienst versetzt, wo er unter anderem bei der Errichtung von Panzersperren eingesetzt wurde. Er kam 1945 kurzzeitig in amerikanische Kriegsgefangenschaft in das Lager Neu-Ulm. Als Seminarist des damals in Traunstein ansässigen Priesterseminars machte er das Abitur am dortigen Chiemgau-Gymnasium.

Von 1946 bis 1951 studierte Ratzinger katholische Theologie und Philosophie an der Philosophisch-theologischen Hochschule Freising, anschließend war er Seminarist am Herzoglichen Georgianum der Ludwig-Maximilians-Universität München. In Freising trat er der katholischen Studentenverbindung K.St.V. Lichtenstein-Hohenheim zu Freising-Weihenstephan im KV bei.

Nach eigener Auskunft wurde der nach Abkehr von der Dominanz des Neukantianismus suchende Student insbesondere durch Werke von Gertrud von le Fort, Ernst Wiechert, Fjodor Dostojewski, Elisabeth Langgässer, Theodor Steinbüchel, Martin Heidegger und Karl Jaspers beeinflusst. Als Schlüssellektüre bezeichnete er Steinbüchels Umbruch des Denkens. Zum Abschluss seines Studiums sah er sich eher zum tatkräftigen Augustinus, einem der älteren Kirchenväter, als zu Thomas von Aquin hingezogen; bei den Scholastikern interessierte er sich für den heiligen Johannes Bonaventura.

Als besonders prägende Professoren in München führt Ratzinger in erster Linie Gottlieb Söhngen an, daneben Richard Egenter, Friedrich Wilhelm Maier, Joseph Pascher und Franz Xaver Seppelt.[1]

Akademische Laufbahn

Im Jahre 1953 wurde Ratzinger mit der Arbeit Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche an der Universität München zum Doktor der Theologie promoviert. 1957 habilitierte er sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München gegen den Widerstand des dort hoch angesehenen Dogmatikers Michael Schmaus bei Gottlieb Söhngen im Fach Fundamentaltheologie mit der Schrift Die Geschichtstheologie des Hl. Bonaventura.

1958 trat der damals 31-Jährige eine Professur für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising (heute Teil der Ludwig-Maximilians-Universität München) an. 1959 wurde er an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn auf den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie berufen. Seine Antrittsvorlesung hielt er am 24. Juni 1959 über das Thema „Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophen“. Nach einem kurzen Aufenthalt im Theologenkonvikt Collegium Albertinum wohnte er in seiner Bonner Zeit in Bad Godesberg; seine Schwester Maria führte ihm den Haushalt.[2] Den Bonner Lehrstuhl hatte er inne, bis er 1963 dem Ruf an das Seminar für Dogmatik und Dogmengeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster folgte. Seine Antrittsvorlesung Offenbarung und Überlieferung hielt er vor einem überfüllten Hörsaal.

1966 erhielt Ratzinger auf Empfehlung von Hans Küng einen Lehrstuhl für Katholische Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen[3]. Aus Vorlesungen aus dieser Zeit für die Hörer aller Fakultäten entstand sein 1968 veröffentlichtes Buch Einführung in das Christentum. Unmittelbar betroffen von den Studentenprotesten der ausgehenden 1960er-Jahre nahm er 1969 den Ruf an die Universität Regensburg an. Dort lehrte er Dogmatik und Dogmengeschichte und gründete zusammen mit Alma von Stockhausen die Gustav-Siewerth-Akademie. Im Jahr 1976 wurde er Vizepräsident der Universität, ehe er 1977 zum Erzbischof ernannt wurde. Seitdem ist er Honorarprofessor in Regensburg.

Benedikt XVI. beherrscht mehrere Sprachen (Deutsch, Italienisch, Französisch, Latein, Englisch und Spanisch) und liest außerdem Altgriechisch und Hebräisch.

Priester und Erzbischof

Papst Benedikts Primizkirche St. Oswald in Traunstein
Kardinalswappen von Joseph Kardinal Ratzinger

Am 29. Juni 1951 empfing er zusammen mit seinem Bruder Georg Ratzinger im Freisinger Dom das Sakrament der Priesterweihe durch den damaligen Erzbischof von München und Freising, Kardinal von Faulhaber. Seine Primiz feierte er in der Stadtpfarrkirche St. Oswald in Traunstein. Am 30. Juli 1951 feierten die beiden Brüder ihre Nachprimiz in Rimsting, dem Heimatort der Mutter.

Ab August 1951 wirkte er als Kaplan in der Pfarrei St. Martin im Münchener Stadtteil Moosach (bis September 1951 als Krankheitsvertretung für Stadtpfarrer Joseph Knogler), dann ein Jahr in der Pfarrei Heilig Blut im Stadtteil Bogenhausen.[4][5] Während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) war Ratzinger auch Berater und Redenschreiber des Kölner Erzbischofs Kardinal Frings. Insbesondere zur Besetzung von Kommissionen oder zum Kurientext über die Offenbarung vertrat er eine reformfreudige Auffassung. Die von Ratzinger verfasste Rede Kardinal Frings’ verlangte Transparenz in der Kurie. Sie richtete sich gegen die neoscholastische Erstarrung Roms und gegen Missstände im Heiligen Offizium. Von den Zuhörern des Zweiten Vatikanischen Konzils mit starkem Beifall bedacht, wirkte sie als Paukenschlag und als Brandrede. Sie machte Ratzinger schlagartig in Kirchenkreisen bekannt. Seine reformfreudige und Veränderungen des Konzils befürwortende Einstellung schwächte sich aber in der Folgezeit ab, was er selbst auf seine Konflikte mit der 68er-Bewegung in Tübingen zurückführte: in Lehrveranstaltungen an der Universität gab es teilweise heftige Auseinandersetzungen mit den Studenten.

Ratzinger, der sich auch eingehend mit der Eschatologie und hier auch mit Schriften von Kirchenschriftstellern wie Origenes beschäftigte, den er wiederholt in seinen Werken zitiert, wurde in der Öffentlichkeit zunehmend als ein Theologe wahrgenommen, der die christliche Botschaft vor Beliebigkeit und Gefährdung des Glaubens bewahren will. Dies und seine herausragende theologische Begabung werden als die Gründe für seine spätere Ernennung zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre genannt. 1976 wurde er Päpstlicher Ehrenprälat.

Am 24. März 1977 ernannte Papst Paul VI. Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München und Freising. Die Bischofsweihe empfing er am 28. Mai 1977 durch den Bischof von Würzburg, Josef Stangl, im Münchner Dom zu Unserer Lieben Frau; Mitkonsekratoren waren der Bischof von Regensburg, Rudolf Graber, sowie der Weihbischof in München und Freising, Ernst Tewes. Ratzingers Wahlspruch lautet seitdem: Cooperatores veritatis („(Die) Mitarbeiter der Wahrheit“) und entstammt dem 3. Brief des Johannes (3 Joh 8 EU). Bereits einen Monat später wurde er am 27. Juni 1977 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria Consolatrice al Tiburtino in das Kardinalskollegium aufgenommen. Als neuernannter Kardinal empfing er den polnischen Episkopat in München, darunter auch Karol Wojtyła, den späteren Papst Johannes Paul II. und nahm an beiden Konklaven des Jahres 1978 teil.

Die Zeit als Erzbischof nimmt in den meisten biografischen Blicken auf Joseph Ratzinger wegen ihrer Kürze nur einen geringen Platz ein.[6] In den Blick der Öffentlichkeit geriet die Amtszeit Joseph Ratzingers als Erzbischof von München und Freising im März 2010, als bekannt wurde, dass 1980 ein Priester von Essen nach München versetzt worden war, der dort sexuellen Missbrauchs verdächtigt wurde.[7] Der Priester wurde auf Bitten des Bistums Essen im Januar 1980 als Kaplan in der Erzdiözese München und Freising aufgenommen. Er sollte in München eine Therapie machen. Das Erzbistum München und Freising stellt hierzu in einer Erklärung vom 12. März 2010 fest: „Aufgrund der Aktenlage muss die Arbeitsgruppe des Ordinariates davon ausgehen, dass damals bekannt war, dass er diese Therapie vermutlich wegen sexueller Beziehungen zu Jungen machen sollte. 1980 wurde beschlossen, ihm Unterkunft in einem Pfarrhaus zu gewähren, damit er die Therapie wahrnehmen könne. Diesen Beschluss hat der damalige Erzbischof mit gefasst.“[8] In den 1980er Jahren hielt man Pädophilie allgemein für durchaus therapierbar. Nach umfangreichen Untersuchungen der Erzdiözese München und Freising wurde festgestellt, dass der damalige Generalvikar, als Personalverantwortlicher der Erzdiözese, den Priester abweichend von diesem Beschluss jedoch „uneingeschränkt zur Seelsorgemithilfe in einer Münchner Pfarrei angewiesen“ hat. In der Erklärung der Erzdiözese heißt es weiter: „Der wiederholte Einsatz [des Priesters] in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler“. Der damalige Generalvikar Gruber „übernimmt für die falschen Entscheidungen die volle Verantwortung“.[8] Der Psychiater des Priesters hatte die Erzdiözese davor gewarnt, den Geistlichen in der Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen, dies schriftlich jedoch erst 1985.[9] Eine vereinzelt diskutierte Verwicklung des damaligen Erzbischofs in diese Personalentscheidung ist zu verneinen: „Es waren seine Untergebenen, die glaubten, sie hätten [den Priester] im Griff, der Weihbischof, der Generalvikar.“[9]

Präfekt der Glaubenskongregation

Überblick

Joseph Ratzinger als Kardinal, 1988

Papst Johannes Paul II. beabsichtigte gleich am Anfang seines Pontifikates, Kardinal Ratzinger zum Präfekten der Glaubenskongregation zu ernennen. Erst seit anderthalb Jahren als Münchner Erzbischof im Amt, bat Ratzinger um Bedenkzeit. Er sagte drei Jahre später zu, als Johannes Paul II. die Berufung mit Nachdruck wiederholte: „Jetzt muss ich Sie aber unbedingt haben.“[10] Kardinal Ratzinger war vor seiner Wahl zum Papst seit dem 25. November 1981 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre mit einem Stab von 40 Mitarbeitern. Mit der Aufnahme der Tätigkeit im Dienst des Heiligen Stuhls erhielt er die vatikanische Staatsbürgerschaft, die funktionsbezogen und in der Regel auf die Dauer der Funktion im Vatikan beschränkt ist. Da sie grundsätzlich kumulierbar ist, wird sie zusätzlich zu einer bereits vorhandenen erworben.

Der Kardinal trat als Präfekt der Glaubenskongregation für den priesterlichen Zölibat, gegen einige Aspekte der Befreiungstheologie (ausgeprägter Konflikt mit Leonardo Boff und Gustavo Gutiérrez), gegen die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen und für die Aktualität der in Humanae vitae definierten katholischen Sexuallehre ein.[11] Aus der Sicht seiner Kritiker war er auch gegen pluralistische Ansätze in der Kirche und Forderungen nach Dezentralisation der Kirche.

Als Präfekt der Glaubenskongregation ordnete Kardinal Ratzinger im Januar 1998 die Öffnung der zuvor streng geheimen Archive der Inquisition und Indexkongregation an.

Positionen und Haltungen

Ratzingers Haltung in Fragen der Ökumene wurde während seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation unterschiedlich bewertet. 1999 wurde Ratzinger als „Motor der Ökumene“[12] gepriesen, nachdem er entscheidend an dem gemeinsamen Papier zur Rechtfertigungslehre mitgewirkt hatte. Nach der Veröffentlichung des päpstlichen Lehrschreibens Dominus Iesus, bei dem Ratzinger federführend war, befürchteten viele Befürworter des engeren ökumenischen interreligiösen Dialogs einen Schaden für die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem Protestantismus. Die Beispiele zeigen, dass Ratzinger für einen ökumenischen Dialog eintritt, dieser für ihn aber nicht bedeuten kann, dass die katholische Kirche eigene Glaubensprofile, Überzeugungen und Selbstverständnisse ignoriert, verändert oder aufgibt. 2003 entzündete sich infolge des Ökumenischen Kirchentages in Berlin ein Konflikt zwischen den Kardinälen Meisner, Ratzinger und Lehmann.[13]

Im interreligiösen Dialog ist seine Teilnahme am Weltgebetstreffen in Assisi 2002 zu erwähnen, das er als „wichtiges Zeichen für den Frieden“ bezeichnete. Dies könne jedoch nur überzeugen, wenn die Religionen untereinander Frieden machten.

Die Frauenordination bleibt auch unter Benedikt XVI. verboten. Das zugrundeliegende Lehrschreiben Ordinatio Sacerdotalis seines Vorgängers Johannes Paul II. wurde von ihm bestätigt. Teile des deutschen Episkopats, darunter auch Kardinal Lehmann, hatten zumindest das Frauendiakonat für denkbar gehalten, weswegen sich ein Konflikt entwickelte.

Dieser betraf auch die Teilnahme an der Eucharistie von nach einer Scheidung wieder verheirateten Katholiken. Kardinal Lehmann musste trotz starken Rückhalts bei den deutschen Katholiken in dieser Frage gegenüber Rom einlenken.

Großen Anteil hatte Ratzinger am Katechismus der Katholischen Kirche, in dessen drittem Teil unter anderem die Sexualmoral in Glaubenssätzen und Lehrregeln der katholischen Kirche vorgegeben wird. Kritiker bemängeln diese Festlegungen, da Begründungen für diese Abschnitte fehlten oder tautologisch seien, insbesondere dort, wo sie – zum Teil sehr weit – über jene der Zehn Gebote hinausgehen. Von der katholischen Kirche wird dieser Einwand mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass nach römisch-katholischem Verständnis die Kirche die Berechtigung habe, die Bibel verbindlich auszulegen. Als Papst übergab er am 28. Juni 2005 ein Kompendium der katholischen Lehre, eine Kurzfassung des Katechismus der Katholischen Kirche, der Öffentlichkeit. Auch an dessen Fertigstellung wirkte er bereits als Präfekt der Glaubenskongregation wesentlich mit.

Kritik erfährt Ratzinger unter anderem von Homosexuellenverbänden[14] für seine ablehnende Haltung gegenüber der rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen.[15] Diese staatlichen Anerkennungen wurden in vielen westlichen Staaten, unter anderem in katholisch geprägten Ländern wie Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg oder Kanada (Quebec), z. T. während seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation eingeführt.

Ratzinger hat in Fragen der Abtreibung und Sterbehilfe die Linie seines Vorgängers Johannes Paul II. entscheidend mitgeprägt.

In Deutschland trieb Ratzinger den Ausstieg aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung voran, da er in der Teilnahme eine Form der Mitwirkung an Abtreibungen sah und dies der Haltung Papst Johannes Pauls II. widersprach, jegliches menschliche Leben zu schützen, das nach katholischer Lehre bereits mit der Zeugung beginnt. Der Ausstieg geschah gegen die Mehrheitsmeinung der deutschen Bischöfe, die der Überzeugung waren, dass die Schwangerenberatung einen wichtigen Beitrag zum Schutz von ungeborenem Leben leiste. Kritiker empfanden ein Schreiben als Einmischung in den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2004 zu Lasten John Kerrys. In diesem hat er den US-Bischöfen die Empfehlung gegeben, dass Politikern, die in ihrem Wahlkampf- und Stimmverhalten durchgängig für sehr freizügige Abtreibungs- und Sterbehilfegesetze eintreten, die Kommunion zu verweigern sei.[16] Die Empfehlung wurde nicht angenommen.

Die umfangreichen Aufgaben der römischen Weltkirche veranlassten Ratzinger selbst, den Papst wiederholt um seine Entlassung zu bitten, um sich in seiner bayerischen Heimat Pentling bei Regensburg der Schriftstellerei widmen zu können. Zu seinem 75. Geburtstag wollte er das Rücktrittsgesuch stellen, das traditionellerweise beim Erreichen dieses Alters eingereicht wird. Papst Johannes Paul II. sagte ihm davor: „Sie brauchen den Brief gar nicht zu schreiben, denn ich will Sie bis zum Ende haben.“[17] Der Papst lehnte seinen Rücktritt ab, und so setzte Ratzinger den Dienst als Kurienkardinal bis zu seiner Wahl zum Papst fort.

Ratzinger ist ein Gegner der Gentechnik, die er im Widerspruch zur göttlichen Schöpfung sieht: „… sich an Gottes Stelle zu setzen, ohne Gott zu sein, ist die dümmste Arroganz, ist das gefährlichste Abenteuer.“ Genmanipulation bezeichnete Benedikt XVI. im Rahmen der Osterwoche 2006 öffentlich als „Sünde“.[18]

Aufgaben im Kardinalskollegium

Am 5. April 1993 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinalbischof der suburbikarischen Diözese Velletri-Segni. Ab 1998 war Kardinal Ratzinger Subdekan des Kardinalskollegiums; 2002 wurde er zum Kardinaldekan gewählt und von Johannes Paul II. in diesem Amt bestätigt.[19][20] Gleichzeitig wurde er damit auch zum Kardinalbischof von Ostia ernannt. Am 8. April 2005 leitete Ratzinger als Kardinaldekan die Begräbnisfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. in Rom.[21] Außerdem fiel ihm in dieser Position zu, während der Sedisvakanz die täglich stattfindende Generalkongregation zu leiten und dem Konklave vom 18.-19. April 2005 vorzustehen, aus dem er als Papst hervorging.[22]

Pontifikat

Wahl

Kardinal Ratzinger bei den Begräbnisfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II., wenige Tage vor seiner Wahl zu dessen Nachfolger
Der Papst kurz nach seiner Amtseinführung im Papamobil
Petersplatz: Mit deutschen und bayerischen Fahnen feiern deutsche Pilger die Wahl Benedikts XVI.
Heimatbesuch 2006, München.
Heimatbesuch 2011, Freiburg.
Der Papst in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo, August 2009
Deutsche Sondermarke anlässlich des 80. Geburtstags von Papst Benedikt XVI. im April 2007 (siehe auch: Lebende Persönlichkeiten auf deutschen Briefmarken)
Büste von Papst Benedikt XVI. vor der Pfarrkirche St. Oswald in Traunstein
Bronzerelief des Papstes im Münchener Liebfrauendom
Papst Benedikt XVI., 2007

Nach der Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Papst Johannes Paul II. im Januar 2005 wurde Ratzinger in der Presse immer wieder als dessen möglicher Nachfolger gehandelt.[23][24][25] Die Wahl galt als offen: In den Wahlen zuvor wurden die papabili selten zum Papst gewählt, jedoch wurden Ratzinger große Chancen als Übergangspapst nach dem vorangegangenen langen Pontifikat eingeräumt.[26] Im Vorfeld des Konklaves galt er als einer der einflussreichsten Kardinäle und sowohl als Papstanwärter als auch als Papstmacher.[27][28] Kurz vor Beginn des Konklaves wurde er schließlich zu den aussichtsreicheren Favoriten auf die Papstnachfolge gezählt.[29][30][31][32][33]

Am Nachmittag des 19. April 2005 wurde er im Konklave zum 264. Papst in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche gewählt. Er gab sich den Papstnamen Benedikt XVI. Nach eigener Aussage gab er sich den Namen im Gedenken an den Ordensgründer Benedikt von Nursia, Patron Europas, aber auch an seinen Namensvorgänger Benedikt XV. (Pontifikat 1914–1922), der als „Friedenspapst“ bezeichnet wurde, obwohl seiner Friedensinitiative bei den Krieg führenden Parteien des Ersten Weltkrieges kein Erfolg beschieden war.[34]

Drei Tage vor seiner Wahl zum Papst wurde Joseph Ratzinger 78 Jahre alt und ist damit der älteste gewählte Kandidat seit Clemens XII. (1730).

Er diente mit fast 28 Jahren als Kardinal länger als jeder andere Papst vor ihm seit Benedikt XIII. (Wahl 1724), ebenso ist er der dritte Papst in Folge, welcher von Paul VI. zum Kardinal erhoben wurde. Als erster deutscher Papst seit Hadrian VI. (1522–1523), wurde seine Wahl besonders in Deutschland begrüßt – so verkündete die Bildzeitung stolz: „Wir sind Papst!

Verlauf des Pontifikats

Am Sonntag, dem 24. April 2005, erhielt Benedikt XVI. im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes am Petersplatz den Fischerring und das Pallium als Zeichen des Petrusdienstes. Vor mehreren hunderttausend Gläubigen und Regierungsvertretern aus aller Welt betonte er, dass er keine Regierungserklärung abgeben wolle. Er sprach von einem unerhörten Auftrag, der doch alles menschliche Vermögen überschreitet. Zugleich betonte er: Die Kirche lebt, die Kirche ist jung!

Im August 2005 besuchte Benedikt XVI. den XX. Weltjugendtag in Köln. Am 24. September 2005 empfing er den vom Vatikan 1979 gemaßregelten Tübinger Theologen Hans Küng zu einem Gespräch. Vom 25. Mai bis 28. Mai 2006 besuchte er die Heimat seines Vorgängers Johannes Paul II. in Polen.

Kurz nach seiner Amtseinführung bestätigte der neue Papst Kardinal Angelo Sodano in seinem Amt als Kardinalstaatssekretär sowie alle Leiter der Kongregationen. Seine eigene ehemalige Funktion als Vorsitzender der Kongregation für die Glaubenslehre übertrug er knapp einen Monat später dem damaligen Erzbischof von San Francisco, William Joseph Levada. Am 11. März 2006 begann Benedikt XVI. eine lange erwartete Kurienreform und legte die Ämter mehrerer päpstlicher Räte zusammen. Personelle Neubesetzungen folgten mit der Ernennung von Kardinal Ivan Dias zum Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker am 20. Mai, Tarcisio Bertones zum Kardinalstaatssekretär und Giovanni Lajolos zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt und des Governatorats der Vatikanstadt am 22. Juni sowie Cláudio Hummes’ zum Präfekten der Kongregation für den Klerus am 31. Oktober 2006.

Benedikt hat betont, dass er in Fragen der Abtreibung und der Sterbehilfe bei seiner Haltung bleibe: „Als er [Johannes Paul II.] sich den fälschlichen Interpretationen von Freiheit gegenübersah, hat er unmissverständlich die Unverletzlichkeit des menschlichen Wesens unterstrichen, die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.“

In mehreren kleinen Entscheidungen, etwa hinsichtlich der (vorübergehenden) Benutzung eines Palliums im alten Stil oder der Wortwahl bei seiner Besitzergreifung der Lateranbasilika, ist eine Orientierung an der Tradition der ungeteilten Kirche vor 1054 zu erkennen sowie eine bescheidenere und weniger zentralistische Art der Amtsführung, was sich zum Beispiel in der Rückübertragung der Seligsprechungsfeiern an die Ortskirchen zeigt.

Im innerchristlichen Dialog sind vor allem die Bemühungen um eine Annäherung an die Orthodoxe Kirchen anzumerken. Zu Beginn des Jahres 2006 entschied Benedikt XVI., den Ehrentitel Patriarch des Abendlandes abzulegen, den die Päpste seit dem 5. Jahrhundert geführt hatten. Er wurde daraufhin im Annuario Pontificio 2006 aus der offiziellen Titulatur entfernt. Bereits zuvor kam es zwischen dem Papst und dem Patriarchen von Moskau zu einem Briefwechsel, in welchem er Geburtstagsgrüße und die Bitte um Zusammenarbeit gegen die säkularisierte Welt sandte, sowie dem Briefwechsel mit dem Patriarchen von Konstantinopel zum Anlass des Andreasfestes. Diesem letztgenannten Briefwechsel folgte die Einladung von Bartholomäus I. an den Papst, ihn im November 2006 zu besuchen. Auch wurde am 18. Mai 2006 die erste Russisch-Orthodoxe Kirche in Rom durch den Metropoliten Kyrill I., den Leiter des Russisch-Orthodoxen Außenamts, eingeweiht. Im Zuge dieses Rombesuches kam es auch zu einem Treffen mit dem Papst.

Spannungen zwischen der Volksrepublik China und dem Vatikan traten im Mai 2006 auf, nachdem die von der Staatsführung in China autorisierte Katholisch-Patriotische Vereinigung binnen zwei Wochen zwei Bischöfe weihte und einen in sein Amt einführte, ohne auf die Zustimmung des Vatikans zu warten. Der Papst, der die Vereinigung und ihre Grundsätze mit der katholischen Lehre unvereinbar hält, kritisierte später offen die Einschränkungen der Religions- und Gewissensfreiheit in China.[35]

Zum Weltfriedenstag 2007 betonte Benedikt XVI. die Pflicht, das „Bewusstsein des Doppelaspekts der Gabe und der Aufgabe zu pflegen“.

In Italien kam es im Frühjahr 2007 zwischen der Kirche und der Regierung unter Romano Prodi zu Spannungen, da die Regierung in Italien plante, homosexuelle Paare staatlicherseits anzuerkennen. Verschiedene Politiker in Italien, Journalisten und Künstler warfen dem Vatikan und Papst daher eine ihrer Meinung nach unberechtigte Einflussnahme in die Innenpolitik Italiens vor.[36][37]

Bei der Eröffnung der lateinamerikanischen Bischofskonferenz im brasilianischen Aparecida[38] am 13. Mai 2007 äußerte sich Benedikt zur Christianisierung Lateinamerikas, die keine Oktroyierung einer fremden Kultur, sondern von den Ureinwohnern unbewusst herbeigesehnt worden sei. Diese Darstellung stieß auf Widerspruch von Repräsentanten der Indios, die die Rede als „arrogant und respektlos“ bezeichneten. „Zu sagen, dass die kulturelle Dezimierung unserer Volkes eine Reinigung darstellt, ist beleidigend und – offen gesagt – beängstigend.“ (Sandro Tuxa).[39] Der deutsche Lateinamerika-Historiker Hans-Jürgen Prien erblickte in diesen Äußerungen „eine unglaubliche Geschichtsklitterung“ und einen Rückschritt gegenüber der Position von Johannes Paul II., der 1992 in einer Rede Fehler bei der Evangelisierung der einheimischen Stämme und Völker eingeräumt hatte.[40] Demgegenüber erklärte der Papst, Jesus und sein Evangelium zu verkünden, setze zu keiner Zeit eine Entfremdung der präkolumbischen Kulturen voraus, und es sei auch kein Aufzwingen einer fremden Kultur gewesen.[41] Venezuelas Präsident Hugo Chávez verlangte eine Entschuldigung des Papstes: „Mit allem gebührenden Respekt, Sie sollten sich entschuldigen, denn es gab hier wirklich einen Völkermord und wenn wir das leugnen würden, würden wir unser tiefstes Selbst verleugnen.[42]

Am 26. Juni 2007 erließ Papst Benedikt XVI. das Motu Proprio De aliquibus mutationibus in normis de electione Romani Pontificis, durch das die Apostolische Konstitution Universi Dominici Gregis teilweise rückgängig gemacht wird.

Aufgrund einer Rede[43] als damaliger Präfekt der Glaubenskongregation aus dem Jahr 1990 in Parma, in der Joseph Ratzinger den österreichischen Philosophen Paul Feyerabend zitierte, der das Urteil gegen Galileo Galilei im Jahr 1633 als „rational und gerecht[44][45]“ bezeichnet hatte, stieß der Papst auf Ablehnung einer Gruppe von 67 Professoren der 4500 Dozenten der Universität La Sapienza und sagte daher einen geplanten Besuch an der Universität ab.[46] Die Proteste, die zur Absage führten, lösten in Italien wenig Verständnis aus.[47]

In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2008 machte Benedikt XVI. die Bedeutung der christlichen Familie für den Frieden in der Welt deutlich.

Bei einer sechstägigen Reise in die Vereinigten Staaten wurde er am 16. April 2008 von Präsident George W. Bush empfangen. Benedikt äußerte beim Empfang unter anderem: „Demokratie könne nur aufblühen, wenn sich die politischen Führer von der Wahrheit leiten lassen“. Während seiner Reise, die am 21. April 2008 endete, äußerte sich Benedikt tief beschämt über pädophile Priester und rief die katholische Kirche in den USA nach den Missbrauchsskandalen mehrfach zur Reinigung und Erneuerung auf. Er traf sich in einer symbolischen Geste auch mit Männern und Frauen, die als Kinder oder Jugendliche von Priestern missbraucht worden waren. Lobend würdigte Benedikt dagegen die tiefe Spiritualität in den USA.

Bei einer Rede vor der UN-Generalversammlung in New York forderte er die Vereinten Nationen zu einer Politik der vorbeugenden Konfliktlösung auf. Dabei müssten alle diplomatischen Mittel und „selbst die geringfügigsten Zeichen“ von Dialogbereitschaft genutzt werden. Zugleich schloss er aber „kollektive Aktionen der internationalen Gemeinschaft“ nicht aus.[48] Zum Abschluss seiner USA-Reise besuchte der Papst Ground Zero, den Ort der Anschläge gegen das World Trade Center am 11. September 2001 und hielt eine Messe im Yankee Stadium vor zehntausenden Besuchern.

Ein weiterer Schritt der Annäherung an die Orthodoxie war am 28. Juni 2008 die gemeinsame Eröffnung des Paulusjahres zum Gedenken an das ungefähre 2000. Geburtsjahr des Apostels Paulus mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern und der gemeinsam mit Patriarch Bartholomäus I. zelebrierte Wortteil der Messe in St. Peter am folgenden Tag, dem Patronatsfest Peter und Paul. Dabei predigte neben dem Papst auch der Patriarch, beide sprachen das Nicänische Glaubensbekenntnis gemeinsam auf Griechisch und erteilten zusammen den Segen.

Am 11. Oktober 2011 erließ Papst Benedikt XVI. das Apostolische Schreiben in Form eines Motu Proprio, Porta fidei (Tür des Glaubens), in dem er ein „Jahr des Glaubens“ verkündigte.[49] Es beginnt am 11. Oktober 2012, dem 50. Jahrestag der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils, und endet am Christkönigsfest 2013 (24. November 2013).[50]

Päpstliche Reisen

Öffentliche Wirkung und Kritik

Allgemeines

Bereits in den ersten Monaten nach seiner Wahl ist Benedikt XVI. auch mit Vertretern des Judentums (Rom, Köln, Wien[51]) sowie muslimischer Gemeinden (Köln) zusammengetroffen. Dabei betonte er stets, den Dialog der Religionen und Kulturen in der Tradition des 2. Vatikanischen Konzils (vgl. dessen Erklärung Nostra aetate) und seines Vorgängers, Johannes Pauls II., fortsetzen zu wollen.

Auf der Forbes-Liste der 68 mächtigsten Menschen der Welt steht Benedikt XVI. derzeit (Nov. 2010) auf Platz 5[52].

Jesusbild und Theologie

Das unter Verzicht auf lehramtliche Autorität 2007 veröffentlichte Buch Jesus von Nazareth. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung sowie der Folgeband wurden als persönliches Glaubenszeugnis[53] und „theologisches Lesebuch“ (so eine Charakterisierung Joseph Ratzingers selbst) geschätzt. Der Versuch, historisch-kritische und theologische Exegese zu verbinden, wurde innerhalb der Historischen Jesusforschung teils als prinzipiell wichtige Erweiterung begrüßt.[54] In dieser Form wurde er jedoch weitgehend als methodisch unzureichend, unzulässige Vereinheitlichung der Evangelien vom Johannesevangelium her und „kritiklose[s] Vertrauen“[55] in die Quellen eingeordnet und selten direkt aufgegriffen.[56]

Einzigartigkeit der römisch-katholischen Kirche

Kritik von Seiten einiger Vertreter des Protestantismus erntete das am 10. Juli 2007 veröffentlichte Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre, das die Einzigartigkeit der römisch-katholischen Kirche betont.[57] Demnach seien die orthodoxen Kirchen als „echte Teilkirchen“ zu bezeichnen, weil sie in der Apostolischen Sukzession stünden; jedoch litten sie unter einem „Mangel“, weil ihnen die Gemeinschaft mit der römischen Kirche und dem Papst fehle. Die Protestanten bildeten hingegen nicht „Kirchen im eigentlichen Sinn“, sondern lediglich „kirchliche Gemeinschaften“, die sich eben nicht, wie die römisch-katholische oder orthodoxe Kirche, auf die Apostolische Sukzession berufen könnten. Die Glaubenskongregation bekräftigte damit die im Jahr 2000 veröffentlichte Erklärung Dominus Iesus, die von ihr unter dem Vorsitz des damaligen Präfekten Joseph Ratzinger herausgegeben worden war.

Dass die protestantischen Kirchen in der Tradition von Unitatis redintegratio - dem Abschlussdokument des 2. Vatikanischen Konzils über den Ökumenismus - also nicht als „Kirchen“, sondern „nur“ als „kirchliche Gemeinschaften“ angesprochen werden, empfinden viele evangelische Christen als Herabsetzung. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sprach in Zusammenhang mit den Aussagen des Papstes von einem „Rückschlag für die Ökumene“.[58][59] Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, Vorsitzender des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, lobte hingegen „die Ehrlichkeit des Kirchenverständnisses des Vatikans“, obwohl er den Standpunkt des Heiligen Stuhls nicht teile.[60] Der bayrische Landesbischof Johannes Friedrich erklärte, dass man evangelischerseits so, wie die katholische Kirche sich definiert, auch nicht Kirche sein wolle und bewertete das Dokument als „keine Absage an die ökumenischen Bestrebungen.[59]

Aus katholischer Sicht kann in dieser Bezeichnung jedoch sogar besondere Wertschätzung gesehen werden, da sie nicht nur als Gläubigenvereine oder christliche Gemeinschaften angesprochen werden, sondern ihnen, unter der Voraussetzung des katholisch-theologischen Kirchenbegriffs, ausdrücklich kirchliche Elemente zugebilligt werden. Die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung bemüht sich daher in einer theologischen Studie um eine Verständigung in der Frage des Kirchenverständnisses (Ekklesiologie).

Vorlesung in Regensburg – Dialog mit dem Islam

Bei seinem zweiten Besuch als Papst in Deutschland hielt Benedikt XVI. vor Wissenschaftlern an der Universität Regensburg eine Vorlesung. Darin zitierte er eine Aussage des spätmittelalterlichen byzantinischen Kaisers Manuel II. zur Rolle der Gewalt im Islam. Das als Papstzitat von Regensburg bekannt gewordene Diktum wurde von einer Reihe von Vertretern des Islam als Hasspredigt bezeichnet und heftig kritisiert. Konziliant zeigten sich dagegen 38 hochrangige islamische Gelehrte, die in einem offenen Brief vom 12. Oktober 2006[61] der Darstellung ihres Glaubens in der Rede des Papstes zwar widersprachen, zugleich aber für eine Fortführung des Dialogs zwischen Christentum und Islam eintraten. Abschließend sagte Kardinal Lehmann, der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in bezug auf die Vorlesung von Regensburg, dass es nichts zurückzunehmen oder zu entschuldigen gebe. Wenn die Diskussion um die Rede dazu gedient haben sollte, dass der Dialog zwischen Christentum und Islam ernsthafter werde, habe sie ihren guten Sinn gehabt.[62] Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone bezeichnete gegenüber Radio Vatikan den „Fall Regensburg“ als „archäologisches Relikt“. Der Papst habe bewiesen, dass er für einen wahren Dialog mit dem Islam offen sei, so Kardinal Bertone.[63]

Am 2. Mai 2008 empfing Papst Benedikt XVI. eine Delegation schiitischer Muslime aus dem Iran unter Führung von Mahdi Mostafavi. Der Heilige Stuhl und die iranischen Theologen hatten sich vorher in Rom auf eine gemeinsame Erklärung zum Thema „Glaube und Vernunft im Christentum und im Islam“ geeinigt. In der Erklärung wird unter anderem betont, dass Glaube und Vernunft „von sich aus gewaltlos“ seien und niemals für Gewalttätigkeit benutzt werden sollten.[64]

Beziehungen zum Judentum

Bei verschiedenen Anlässen seines Pontifikats nutzte Benedikt XVI. die Gelegenheit zu Begegnung und Dialog mit Vertretern des Judentums. Während seiner Reise zum Weltjugendtag 2005 besuchte er am 19. August als erster Papst überhaupt mit der Kölner Synagoge ein in Deutschland gelegenes jüdisches Gotteshaus und verurteilte dort bei einer Ansprache jede Form von Rassismus und Antisemitismus.[65] Darüber hinaus gab er bekannt, er wolle den von Johannes Paul II. eingeleiteten „vertrauensvollen Dialog“ zwischen Juden und Christen „mit voller Kraft“ fortsetzen, erinnerte aber auch an „die komplexen und oft schmerzlichen Beziehungen“ zwischen Christen und Juden.[66][67] Des Weiteren sprach er sich bei diesem Besuch für einen aufrichtigen und vertrauensvollen Dialog zwischen den beiden Religionen aus und betonte deren gemeinsame Wurzeln.[68] Dem Besuch des Versammlungsraums der Synagoge war die Teilnahme am Kaddisch, einem jüdischen Totengebet, für die 11.000 Kölner Juden, die dem Holocaust zum Opfer gefallen waren, vorausgegangen.[69] Von Synagogenvorsteher Abraham Lehrer, der sagte, Benedikt stehe für Akzeptanz und Toleranz gegenüber dem Judentum, war der Papst als „größter Brückenbauer“ zwischen den Religionen begrüßt worden.[70] Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, würdigte die Rede des Papstes danach als hoffnungsvolles Zeichen der Verständigung zwischen Juden und Christen.[71]

Während seiner Apostolischen Reise nach Polen besuchte Benedikt XVI. am 28. Mai 2006 das KZ Auschwitz-Birkenau.[72] Während Überlebende des Holocausts wie Marek Edelman den Besuch und die dort gehaltene Rede lobten, wurde vom Polnischen Oberrabbiner Michael Schudrich kritisiert, dass sich der Papst in Auschwitz nicht zum Thema Antisemitismus in Polen, wie ihn beispielsweise der nationalkonservative katholische Radiosender Radio Maryja verbreitet, äußerte.[73] Ebenfalls Kritik äußerte Daniel Goldhagen, der dem Papst Vernebelung historischen Verstehens vorwarf und ihm anlastete, moralischer Verantwortung auszuweichen und sich vor politischer Pflicht zu drücken.[74]

Die Aufhebung der Exkommunikation für vier Bischöfe der Piusbruderschaft (siehe nächsten Abschnitt), darunter insbesondere für den Holocaustleugner Williamson, belastete auch die Beziehungen zwischen Vatikan und Judentum. Am 12. Februar 2009 empfing der Papst allerdings Delegierte der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations in einer besonderen Audienz. Seine Ansprache[75], in der er das Gebet von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 an der Klagemauer wiederholte, den Holocaust schärfstens verurteilte und die unwiderrufliche Verpflichtung der Kirche zu einem respektvollen und harmonischen Umgang mit dem Volk des Bundes betonte, befriedigte die Besucher so, dass Rabbi David Rosen, der Vorsitzende des International Jewish Committee for Interreligious Consultations (IJCIC) sagte, Papst Benedikt habe damit ein Minus in ein Plus verwandelt.[76].

Umgang mit der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Nachdem er am 29. August 2005 mit dem Generaloberen der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X., Bernard Fellay, sprach, unternahm Benedikt XVI. weitere Annäherungsschritte, indem er im Januar 2009 die 1988 ausgesprochene Exkommunikation von vier durch Marcel Lefebvre ohne Einwilligung des damaligen Papstes geweihten Bischöfen aufhob, die der Priesterbruderschaft St. Pius X. angehören.[77] Durch diese Entscheidung dürfen die vier Bischöfe wieder die Sakramente - insbesondere die Kommunion und das Bußsakrament - empfangen, sie bleiben jedoch weiterhin suspendiert, dürfen also ihr Amt nicht ausüben, so dass ihre sämtlichen Amtshandlungen als unerlaubt angesehen werden. Zu diesen Bischöfen gehörte, neben Fellay selbst, auch der kurz zuvor durch Holocaustleugnung aufgefallene Richard Williamson[78][79]. Dieser Schritt des Papstes habe, nach einer Stellungnahme der Anti-Defamation League in den Vereinigten Staaten, die Beziehungen zwischen der römischen Kirche und Juden verschlechtert.[80] Auch in Deutschland wurde der Schritt von Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, bedauert[81]; die Priesterbruderschaft St. Pius X. selbst kritisierte Williamsons Aussagen und bat den Papst um Vergebung.[82] Der Papst bezeichnete am 28. Januar 2009, ohne Williamson namentlich zu erwähnen, die Vernichtung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus als „Mahnmal gegen jedes Vergessen und Leugnen[83]“ und versicherte dem jüdischen Volk seine „volle und unbestreitbare Solidarität.[84]“ Am 4. Februar 2009 verlautbarte das Vatikanische Staatssekretariat zudem, dass die vier Bischöfe der Piusbruderschaft weiterhin von Priester- und Bischofsamt suspendiert sind und dass Richard Williamson „auf absolut unzweideutige und öffentliche Weise auf Distanz zu seinen Stellungnahmen zur Shoah gehen“ muss, um zu einer Funktion als Bischof in der katholischen Kirche zugelassen zu werden; zudem wurde erklärt, dass Benedikt XVI. zum Zeitpunkt der Aufhebung der Exkommunikation keine Kenntnis von Williamsons Leugnung des Holocausts hatte.[85][86] Der Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen, äußerte am selben Tag Kritik am Papst und an den medialen Beratern des Papstes: „Der Papst hat bis jetzt kein Gespür, beziehungsweise keinen Berater, der ihm sagt, was für politische Folgen diese oder jede Aussage hat.[87]

Es gab jedoch auch etliche jüdische Stimmen, die diesen Wortmeldungen widersprachen und die die Entscheidung des Papstes als interne Angelegenheit der Katholischen Kirche betrachten, die den jüdisch-christlichen Dialog nicht in Gefahr bringt. Rabbiner David Rosen etwa, Vorsitzender des Internationalen Jüdischen Komitees für Interreligiöse Beratungen, erklärte, das jüdisch-katholische Verhältnis sei nicht in Gefahr. Er habe nie geglaubt, dass Benedikt XVI. der Dialog kein wichtiges Anliegen sei: „Wer seine Schriften und seine bisherigen Aussagen kennt, wird das nicht ernsthaft annehmen.“[88] Auch Gary L. Krupp, Präsident der jüdischen Stiftung „Pave the Way“, stellt sich gegen die Kritik an Papst Benedikt XVI. Er stellt fest: „Die Medien konzentrieren sich manchmal auf ein Ereignis, ohne sich mit den näheren Details zu beschäftigen“, und kritisiert insbesondere die „verkürzten“ öffentlichen Berichte über die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft. Weiter betont er, in der Vergangenheit hätten die durch Exkommunikationen verursachten Schismen zur Entstehung neuer religiöser Gemeinschaften geführt. Im Falle der Piusbruderschaft handle es sich immerhin um eine Gruppierung, die über schätzungsweise eine Million Anhänger verfüge. Durch die Aufhebung der Exkommunikation würden nun eingehende Gespräche zwischen der katholischen Kirche und der Priesterbruderschaft St. Pius X. ermöglicht und eine Tür geöffnet, durch die diese Gruppe zu den katholischen Grundüberzeugungen zurückgebracht werden könne. Hätte der Papst jetzt nicht die Initiative ergriffen, um dieses Schisma zu beenden, „könnten eines Tages unsere Kinder und Enkelkinder eine bösartige rechts gerichtete Religion hervorkommen sehen“. Hinsichtlich der Äußerungen von Williamson stellt Krupp die Frage: „Sollen wir es zulassen, dass bizarre Aussagen und Überzeugungen dieses einen Mannes den jüdisch-katholischen Dialog schädigen, der dauernd als Hauptschwerpunkt der Kirche und dieses Pontifikats behandelt wurde? Wir sagen, nein!“[89]

In einem Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche bedauerte der Papst am 10. März 2009, „daß die Aufhebung der Exkommunikation überlagert wurde von dem Fall Williamson. Der leise Gestus der Barmherzigkeit gegenüber vier gültig, aber nicht rechtmäßig geweihten Bischöfen erschien plötzlich als etwas ganz anderes: als Absage an die christlich-jüdische Versöhnung“. Weiter erkannte der Papst, „daß aufmerksames Verfolgen der im Internet zugänglichen Nachrichten es ermöglicht hätte, rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, daß wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft aufmerksamer achten müssen.[90]

Liturgie

Benedikt mit dem neuen rundgewebten Pallium

Neben den Akzenten in der Ökumene und dem interreligiösen Dialog zeigt sich die Frage nach Wesen und Gestalt der Liturgie als ein Schwerpunkt des Pontifikats. Auf Wunsch des Papstes wurde die Edition seiner von Bischof Gerhard Ludwig Müller herausgegebenen „Gesammelten Schriften“ 2008 mit seinen Beiträgen zur Liturgie (Band 11) eröffnet, weil diese „für mein Denken bezeichnend ist.[91]“ Schon als Kardinal kritisierte Ratzinger verschiedene Erscheinungen in der Umsetzung der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum[92] und zeigte sich persönlich davon „überzeugt, daß die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht.[93]“ Er beschrieb in seinem im Jahr 2000 erschienenen Buch „Der Geist der Liturgie“, dass die Kirche beim liturgischen Vollzug stets auf die gemeinsame Ausrichtung von Priester und Gläubigen nach Osten (ersatzweise nach einem „Osten des Glaubens“) zu achten habe.[94] Die Gleichrichtung der Versammelten habe eine Prozession des teilnehmenden Gottesvolks versinnbildlicht, während die Wendung des Priesters zum Volk einen in sich geschlossenen Kreis forme, also keinen Aufbruch mehr symbolisiere.[95] Dabei machte er darauf aufmerksam, dass diese Auffassung von Liturgie in der Neuzeit verdunkelt worden sei und „jede Zeit das Wesentliche neu finden und ausdrücken“ müsse.[96] In diesem Sinne befürwortete er jene Heranrückung des Altars und damit des eigentliche Ortes des Meßopfers an das Volk, welche die Liturgiereform gebracht hatte.[97] Er plädierte dafür, dem Altarkreuz seinen zentralen Platz in der Liturgie zurückzugeben, es also wieder in die Mitte des Altars zu stellen, damit sich Priester und Gläubige sichtbar „zum Herrn hin“ wänden.[98]

Im Juli 2007 erklärte Papst Benedikt XVI. im apostolischen Schreiben Summorum Pontificum, dass die Heilige Messe von jedem Priester außer in der ordentlichen Form (forma ordinaria) des römischen Ritus nach dem Messbuch Pauls VI. die Heilige Messe ohne weiteres auch in der außerordentlichen Form (forma extraordinaria) des römischen Ritus nach dem zuletzt unter Johannes XXIII. 1962 gedruckten Messbuch gefeiert werden dürfe, da diese überlieferte Form nie abgeschafft worden sei.[99] In einem Begleitbrief an alle Bischöfe betonte der Papst den pastoralen Aspekt seiner Anordnung. Nach Ansicht einiger Beobachter stellte er mit diesem Schritt die Alleinvertretungsansprüche der auf das Zweite Vatikanische Konzil folgenden Liturgiereform in Frage. Nachdem eine von Benedikt 2008 in der Sixtina am historischen Hochaltar statt am zwischenzeitlich gebrauchten Volksaltar zelebrierte Messe die diesbezügliche Diskussion erneut aufkommen ließ[100], erklärte der Vatikan, der Papst beabsichtige nicht, die Liturgiereform rückgängig zu machen, und verwies dabei auf die von der Form unabhängigen theologischen Grundgedanken der Feier in gemeinsamer Ausrichtung.[101]

Auf die nach Benedikts Motu ProprioSummorum Pontificum“ lautgewordene kirchliche und jüdische Kritik an der Verwendung der früheren Karfreitagsfürbitte für die Juden reagierte der Papst mit der Abfassung und Verordnung einer Neuformulierung dieser Bitte allein für die außerordentliche Form.[102] Dass er nicht die von einigen als antijudaistisch beurteilte Fürbitte vollständig zugunsten der für die ordentliche Form seit 1970 geltenden Fassung abschaffte, löste eine öffentliche Diskussion aus und belastete nach Meinung einiger Beobachter den jüdisch-christlichen Dialog.

Auch in der Wahl der liturgischen Gewänder betont Benedikt seit Amtsantritt Guido Marinis die Kontinuität mit den früheren Päpsten. So trug er beispielsweise schon ein Pluviale von Johannes XXIII., eine Mitra von Johannes Paul I., eine Prunkstola Pius IX. und zum dritten Todestag Johannes Pauls II. eine weiße Mitra, welche schon Pius XII. benutzte. Die bekannte silberne Ferula, die aber erst seit Paul VI. beständig als päpstlicher Bischofsstab genutzt wurde, ersetzte Guido Marini 2008 durch die goldene Ferula Pius’ IX., die früher nur bei besonderen liturgischen Handlungen Verwendung fand. Auch die weiße Mozetta der Osterzeit trägt Benedikt zum ersten Mal seit Johannes XXIII. wieder. Zur päpstlichen Ostermesse 2008 auf dem Petersplatz war der Altar mit einem bestickten Tuch geschmückt, das deutlich sichtbar das Wappen von Leo XIII. trug, ebenso wie sein zum Palmsonntag 2009 getragenes Pluviale. Seit dem Hochfest der Apostelfürsten Peter und Paul 2008 trägt der Papst, Bischof von Rom, als Erzbischof[103] wieder ein rundgewebtes Pallium, nunmehr mit roten Kreuzen.

Wappen

Benedikt XVI. nahm als Papst ein neues Wappen an, das von Andrea Cordero Lanza di Montezemolo entworfen wurde. Sein Papstwappen enthält Symbole, die sich bereits in seinem erzbischöflichen Wappen fanden: den Korbiniansbären des Diözesanpatrons Korbinian aus dem Stadtwappen Freisings sowie den gekrönten Mohren aus dem Wappen der Erzbischöfe von München-Freising, ergänzt durch eine Muschel als Anspielung auf eine Legende über des Papstes Lieblingstheologen Augustinus und das Pilgersymbol der Jakobsmuschel.

Detail: Mitra

Überraschenderweise ließ er die jahrhundertelang sich mit den gekreuzten Schlüsseln über dem Wappenschild erhebende päpstliche Tiara durch eine einfache bischöfliche Mitra ersetzen, die aber ähnlich wie bei den Kronreifen der Tiara mit drei goldenen Bändern geschmückt ist, die für die drei Gewalten des Papstes stehen: Weiheamt, Jurisdiktion und Lehramt. Sie sind vertikal im Zentrum miteinander verbunden, um so ihre Einheit in derselben Person aufzuzeigen. Durch die Wahl der Mitra anstelle der Tiara im päpstlichen Wappen soll die von Benedikt XVI. immer wieder betonte Kollegialität der Bischöfe dargestellt werden. Auch wird damit das Führungsprinzip des Papsttums der ersten Jahrhunderte angedeutet, nach welchem der Papst als Bischof von Rom lediglich primus inter pares war. Unter dem Wappen ist – als Zeichen der Aufsicht und des Hirtenamtes eines Metropoliten – erstmals das Pallium in einem Papstwappen dargestellt.

Auszeichnungen, Ehrungen und Mitgliedschaften

Benedikt XVI. ist Mitglied bzw. korrespondierendes Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien in Europa, Ehrendoktor von acht Hochschulen und Ehrenbürger der Gemeinden Pentling (1987), Marktl (1997), Traunstein (2006), Regensburg (2006), Aschau am Inn (2006), Altötting (2006), Tittmoning (2007), Brixen (2008), Mariazell (2009), Freising (2010), Romano Canavese (2010)[104] und Natz-Schabs (2011).[105]. Er erhielt bereits vor seinem Pontifikat in Deutschland, Italien und in anderen Ländern zahlreiche Orden und Auszeichnungen; dazu gehören unter anderem das Großkreuz des nationalen Verdienstordens der Republik Ecuador (1977), das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband (1985), der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (1995) sowie auch der Karl-Valentin-Orden des Münchner Faschings (1989). Für seine schriftstellerische Tätigkeit wurde er in Italien mit drei Literaturpreisen bedacht. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2007 wurde vom Vatikan eine 2-Euro-Gedenkmünze mit seinem Porträt herausgegeben.

Lehrschreiben

Enzykliken

  • Am 25. Januar 2006 wurde die erste Enzyklika Papst Benedikts XVI. veröffentlicht. Die Enzyklika heißt Deus caritas est („Gott ist Liebe“) und zielt auf das Zentrum der christlichen Botschaft ab. Es wird erwartet, dass dieses Werk auch zum Wegweiser seines Pontifikates wird.
  • Am 30. November 2007 wurde die zweite Enzyklika Spe salvi („In der Hoffnung gerettet“) veröffentlicht. Sie ist der Hoffnung gewidmet und nimmt Bezug auf eine Stelle im Brief des Paulus an die Römer: „Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung“ (Röm 8,24 EU).
  • Am 29. Juni 2009 unterzeichnete Papst Benedikt seine erste Sozialenzyklika mit dem Titel Caritas in veritate („Die Liebe in der Wahrheit“). Sie wurde zum 7. Juli 2009 veröffentlicht.[106][107]

Apostolische Schreiben (Auswahl)

  • Am 22. Februar 2007 wurde von ihm das nachsynodale Apostolische Schreiben Sacramentum Caritatis (dt. „Sakrament der Liebe“) veröffentlicht. Hierin werden die Ergebnisse der 11. Ordentlichen Bischofssynode vom 2. bis 23. Oktober 2005 zusammengefasst.
  • Motu Proprio De aliquibus mutationibus in normis (26. Juni 2007)
  • Motu Proprio Summorum Pontificum (7. Juli 2007)
  • Apostolische Konstitution Anglicanorum coetibus (4. November 2009)
  • Motu Proprio Ubicumque et semper (21. September 2010)
  • Motu Proprio über die Vorbeugung und Abwehr illegaler Aktivitäten im Bereich des Finanz- und Währungswesens (30. Dezember 2010) [108]. Ausgangspunkt dieses Schreibens sind die Vorwürfe gegen das vatikanische „Istituto per le Opere di Religione“, der Vatikanbank, wegen Geldwäsche. In diesem Apostolischen Schreiben legt der Papst internationale Standards für das Finanzwesen des Vatikans fest. Darüber hinaus soll der globalen Geldwäsche und einer möglichen Finanzierung des Terrorismus vorgebeugt werden. Er verfügt, dass zur Einhaltung und Überwachung der Gesetze eine „Autorität für Finanzinformation“, einer Art Aufsichtsbehörde, eingesetzt werden soll. Weiteres Ziel dieser Bestimmungen ist es, auf die „Weiße Liste“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu gelangen. Diese Liste vereint die Staaten mit scharfen Kontrollen gegen illegale Finanzgeschäfte [109].
  • Motu Proprio Porta fidei zum Jahr des Glaubens (11. Oktober 2011)
  • Nachsynodales Apostolisches Schreiben Africae munus (19. November 2011)

Schriften (Auswahl)

Die Publikationen Ratzingers belaufen sich auf über 600 Titel. Vieles von seiner wissenschaftlichen Arbeit führte nicht unmittelbar zu eigenen Veröffentlichungen, fand aber seinen Niederschlag in unterschiedlichen Gremien, Kommissionen und kirchenamtlichen Dokumenten.

Einen umfassenden Überblick über Ratzingers Werk bis zu seiner Wahl zum Papst bietet eine im Augsburger Sankt Ulrich Verlag erschienene Bibliografie.[110] Ein Großteil des Werkes Ratzingers wird ab 2008 vom Regensburger Institut Papst Benedikt XVI. im Herder Verlag in der auf 16 Bände angelegten Buchreihe Joseph Ratzinger: Gesammelte Schriften (JRGS) neu ediert.[111] Hier folgt eine Auswahl von wichtigen Veröffentlichungen:

  • Jesus von Nazareth. Zweiter Teil. Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung. Herder, Freiburg i. Brsg. 2011, ISBN 978-3-451-32999-9
  • Licht der Welt. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald., Herder, Freiburg i. Brsg. 2010, ISBN 978-3-451-32537-3
  • Jesus von Nazareth. Erster Teil. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung. Herder, Freiburg i. Brsg. 2007, ISBN 978-3-451-29861-5
  • Kirchliche Bewegungen und neue Gemeinschaften – Unterscheidungen und Kriterien. Neue Stadt, 2007, ISBN 978-3-87996-710-0
  • Glaube&Zukunft. Kösel, 2007, ISBN 978-3-466-36753-5
  • Glaube und Vernunft. Die Regensburger Vorlesung. Mit Kommentierungen von Gesine Schwan, Adel Theodor Khoury, Karl Lehmann, Herder Verlag 2007, ISBN 978-3-451-29597-3
  • Deus caritas est – Gott ist Liebe (Enzyklika). 2006, ISBN 3-7171-1135-3 Online
  • Wort Gottes – Schrift, Tradition, Amt. Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-451-28909-1
  • Werte in Zeiten des Umbruchs. Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-451-05592-9
  • Unterwegs zu Jesus Christus. Augsburg 2003, ISBN 3-936484-21-X
  • Glaube – Wahrheit – Toleranz. Das Christentum und die Weltreligionen. 2. Aufl., Freiburg i. Brsg. 2003, ISBN 3-451-28110-4.
  • Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. Hrsg. von Horn, Stephan Otto/ Pfnür, Vinzenz. Augsburg 2001, ISBN 3-929246-69-4
  • Gott und die Welt. Glauben und Leben in unserer Welt. Ein Gespräch mit Peter Seewald, Köln 2000, ISBN 3-426-77592-1
  • Der Geist der Liturgie. Eine Einführung. 4. Aufl., Freiburg i. Brsg. 2000, ISBN 3-451-27247-4
  • Aus meinem Leben. (1927–1977). Stuttgart 1998, ISBN 3-453-16509-8
  • Vom Wiederauffinden der Mitte. Texte aus vier Jahrzehnten. Freiburg i. Brsg. 1997, ISBN 3-451-26417-X
  • Im Anfang schuf Gott. Vier Predigten über Schöpfung, Fall und Konsequenzen des Schöpfungsglaubens. Johannes, Neuausg. 1996. ISBN 3-89411-334-0
  • Salz der Erde. Christentum und katholische Kirche an der Jahrtausendwende. Ein Gespräch mit Peter Seewald. Wilhelm Heyne Verlag, München, 1996, ISBN 3-453-14845-2
  • Das Fest des Glaubens. Versuche über die kirchliche Liturgie. 3. Aufl., Johannes, 1993, ISBN 3-89411-199-2
  • Wahrheit, Werte, Macht. Prüfsteine der pluralistischen Gesellschaft. Freiburg/ Basel/ Wien 1993, ISBN 3-7820-0812-X
  • Zur Gemeinschaft gerufen. Kirche heute verstehen. Freiburg/ Basel/ Wien 1991, ISBN 3-451-22299-X
  • Auf Christus schauen. Einübung in Glaube, Hoffnung, Liebe. Freiburg/ Basel/ Wien 1989, ISBN 3-451-21481-4
  • Abbruch und Aufbruch. Die Antwort des Glaubens auf die Krise der Werte. München 1988, ISBN 3-597-30061-8
  • Liturgie und Kirchenmusik. Vortrag zur Eröffnung des VIII. Internationalen Kongresses für Kirchenmusik in Rom im Europäischen Jahr der Musik am 17. November 1985 (Reden zur Musik). Sikorski, H, 1987, ISBN 3-920880-23-4
  • Kirche, Ökumene und Politik. Neue Versuche zur Ekklesiologie [Robert Spaemann zum 60. Geburtstag zugeeignet]. Einsiedeln 1987, ISBN 3-89411-201-8
  • Politik und Erlösung. Zum Verhältnis von Glaube, Rationalität und Irrationalem in der sogenannten Theologie der Befreiung (Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften: G (Geisteswissenschaften), Bd. 279). Opladen 1986, ISBN 3-531-07279-X
  • Die Krise der Katechese und ihre Überwindung. Rede in Frankreich. Mit Reden v. Ryan, Dermot J; Danneels, Gotfried; Macharski, Franciszek (Sammlung Kriterien, 00064). Johannes, Einsiedeln 1983, ISBN 3-89411-200-X
  • Theologische Prinzipienlehre. Bausteine zur Fundamentaltheologie. 2. Aufl., Wewel, München 2005, ISBN 3-87904-080-X (Inhaltsverzeichnis)
  • Das Fest des Glaubens. Versuche zur Theologie des Gottesdienstes. 3. Aufl., Johannes, Einsiedeln 1993, ISBN 3-89411-199-2
  • Eschatologie – Tod und ewiges Leben. 2. Aufl., Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7917-2070-8
  • Glaube, Erneuerung, Hoffnung. Theologisches Nachdenken über die heutige Situation der Kirche. Hrsg. von Kraning, Willi. Leipzig 1981.
  • Umkehr zur Mitte. Meditationen eines Theologen. Leipzig 1981.
  • Zum Begriff des Sakramentes (Eichstätter Hochschulreden, Bd. 79). München 1979.
  • Die Tochter Zion. Betrachtungen über den Marienglaube der Kirche. Einsiedeln 1977.
  • Der Gott Jesu Christi. Betrachtungen über den Dreieinigen Gott. Kösel-Verlag, 2006, ISBN 3-466-36716-6
  • Dogma und Verkündigung. 3. Aufl., München 1973, ISBN 3-87904-050-8
  • Das neue Volk Gottes. Entwürfe zur Ekklesiologie. Patmos, Düsseldorf 1984, ISBN 3-491-71001-4
  • Die Einheit der Nationen. Eine Vision der Kirchenväter. Bücherei der Salzburger Hochschulwochen. Salzburg unter anderem 1971.
  • Einführung in das Christentum. Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis. München 1968, ISBN 3-466-20089-X
  • Das Problem der Dogmengeschichte in der Sicht der katholischen Theologie. Arbeitsgemeinschaft für Forschungen des Landes Nordrhein-Westfalen: Geisteswissenschaften, Bd. 139. Köln unter anderem 1966.
  • Die sakramentale Begründung christlicher Existenz. Freising-Meitingen, 1966
  • Die letzte Sitzungsperiode des Konzils (Konzil, Bd. 4). Köln 1966.
  • Vom Sinn des Christseins, Drei Predigten. Kösel Verlag, 1966.
  • Ereignisse und Probleme der dritten Konzilsperiode (Konzil, Bd. 3). Köln 1965.
  • Die erste Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ein Rückblick (Konzil, Bd. 1). Köln 1963.
  • Das Konzil auf dem Weg. Rückblick auf die 2. Sitzungsperiode des 2. Vatikanischen Konzils (Konzil, Bd. 2). Köln 1963.
  • Die christliche Brüderlichkeit. München 1960 (Neuauflage Kösel-Verlag, 2006, ISBN 3-466-36718-2).
  • Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura. München 1959 (Habilitationsschrift; Neuauflage EOS Verlag, St. Ottilien, ISBN 3-88096-081-X).
  • Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche. München 1954 (Dissertationsschrift; Neuauflage EOS Verlag, St. Ottilien, ISBN 3-88096-207-3, Münchner theologische Studien 2/7).

Literatur

Weblinks

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 Commons: Benedikt XVI. – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Joseph Ratzinger: Aus meinem Leben (1927–1977). Stuttgart 1998
  2. In Bonn hat sein Weg nach Rom begonnen; General-Anzeiger Bonn, 25. Juni 2009
  3. Eberhard Karls Universität Tübingen: Benedikt VXI. und Tübingen (Bewerbungsfoto) 14. Juni 2005
  4. F.A. Brockhaus: Der deutsche Papst – Benedikt XVI., Brockhaus-Infothek 2005
  5. Albert Meisl: Wo der Papst ins kalte Wasser sprang, Münchner Merkur, 16. August 2006
  6. vgl. nur Allen, Kardinal Ratzinger, Patmos 2002.
  7. A. Ramelsberger/ K. Prummer/ D. Stawski: Pädophiler Priester in Ratzingers Bistum, in: Süddeutsche Zeitung vom 12. März 2010.
  8. a b Priester trotz Missbrauchsvorwürfen und Verurteilung in der Seelsorge eingesetzt
  9. a b Kirche: Missbrauch - was wusste Joseph Ratzinger? sueddeutsche.de vom 20. März 2010
  10. Fernsehinterview mit Joseph Kardinal Ratzinger, Bayerischer Rundfunk, ausgestrahlt am 17. April 2005, am Vorabend der Eröffnung der Konklave, die ihn zum Papst wählte.
  11. Benedikt XVI. bekräftigt Aktualität von „Humanae vitae“. In: Zenit.org, 3. Oktober 2008, abgerufen am 22. März 2011.
  12. ZDF: Joseph Ratzinger – Leiter der Papstwahl, 12. April 2005.
  13. Gerrit Schulte: Diese Kritik ist auch persönlich verletzend. Kardinal Lehmann reagiert auf Äußerungen der Kardinäle Ratzinger und Meisner zum ÖKT. In: Tag des Herrn 53, Nr. 31, 2003.
  14. Dyana Bagby: Blessed bigotry: Pope Benedict XVI is Anti-Gay Person of the Yea. ‘God’s rottweiler’ actively pursues political agenda against gay marriage, priests. In: Washington Blade, 30. Dezember 2005, abgerufen am 22. März 2011; Micha Müller: Papst Ratzinger: Entsetzen in der Szene. In: queer.de, 20. April 2005, abgerufen am 22. März 2011.
  15. Joseph Ratzinger, Angelo Amato: Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen. Hrsg. von der Kongregation für die Glaubenslehre. In: vatican.va, 3. Juni 2003, abgerufen am 22. März 2011.
  16. Joseph Ratzinger: Worthiness to Receive Holy Communion. General Principles. In: chiesa.espressonline.it, 3. Juli 2004.
  17. Benedikt XVI.: Licht der Welt. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald. Herder, Freiburg im Breisgau 2010, ISBN 978-3-451-32537-3.
  18. Papst-Kreuzweg. Benedikt geißelt Gentechnik als Sünde. In: Spiegel Online, 14. April 2006, abgerufen am 22. März 2011.
  19. Paul Badde: Papst ernennt Ratzinger zur Nummer drei der katholischen Kirche, in: Die Welt vom 2. Dezember 2002.
  20. Guido Horst: Die beiden Kardinäle des „fine papato“. Joseph Ratzinger wird Dekan des obersten „Kirchensenats“ – Angelo Sodano darf noch ein Weilchen Staatssekretär bleiben., in: Die Tagespost vom 30. November 2002.
  21. Daniel J. Wakin/ Mark Landler: German Cardinal Has a Major Voice at the Funeral, in: The New York Times vom 8. April 2005.
  22. Thomas Götz: Hüter des Interregnums, in: Berliner Zeitung vom 2. April 2005.
  23. Heimo Schwilk: Der nächste Papst könnte Deutscher sein, in: Die Welt vom 13. Februar 2005.
  24. Paul Badde: Spekulationen um Nachfolge des Papstes, in: Die Welt vom 10. Februar 2005.
  25. Jeff Israely: The Next Pope: Rome Eyes A Hard-Liner, in: Time Magazine vom 3. Januar 2005.
  26. Paul Badde: Die Liste der Kandidaten ist lang, in: Die Welt vom 2. April 2005.
  27. Christiane Kohl: Vorhang auf für Cardinale No, in: Süddeutsche Zeitung vom 4. April 2005.
  28. Gernot Facius: Papstmacher: Kardinal Joseph Ratzinger, in: Welt online vom 6. April 2005.
  29. Robert Sullivan: The Men Who Might Be Pope, in: Time Magazine vom 3. April 2005.
  30. Ratzinger, 50 sì al suo nome e Sodano dimentica l' Iraq, in: La Repubblica vom 13. April 2005.
  31. Mehrere Kardinäle für Ratzinger. Italienische Medien sprechen von bis zu sechzig Purpurträgern, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. April 2005.
  32. Luigi Accattoli: I cardinali in Conclave senza intesa sul nome, in: Corriere della Sera vom 17. April 2005.
  33. Otto Kallscheuer: Drei Parteien im Konklave. Von morgen an wird der nächste Papst gewählt. Wird er ein Glaubensstrenger, ein Reformer oder einer sein, der die Basis der Kirche stärken will?, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 17. April 2005, S. 3.
  34. Benedikt XVI.: Generalaudienz am 27. April 2005
  35. Papst spendet verfolgten Christen in China Trost, Die Welt, 26. Dezember 2010;  Katholiken in China, Zenit, 2. Dezember 2010.
  36. Vatikan wettert gegen „Ehen ohne Trauschein“, in: Focus Online 10. Dezember 2006.
  37. Bettina Gabbe: Vatikan beschimpft Komiker als Terrorist, in: Netzeitung, 3. Mai 2007.
  38. Rede von Benedikt XVI. zur Eröffnung der lateinamerikanischen Bischofskonferenz am 13. Mai 2007 (dt. Fassung)
  39. Indianer empört über Aussagen des Papstes azonline.ch vom 14. Mai 2007
  40. „Eine unglaubliche Geschichtsklitterung“, Interview des Kölner Stadt-Anzeigers mit Hans-Jürgen Prien vom 17. Mai 2007.
  41. Radio Vatikan: Kritik an Papstäußerung zu Lateinamerika 17. Mai 2007.
  42. Chavez fordert Entschuldigung vom Papst, in: Der Standard vom 20. Mai 2007.
  43. „Keine kurzschlüssige Apologetik aufbauen“ Die umstrittene Ratzinger-Rede in der Sapienza von 1990, in: domradio.
  44. Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang, Suhrkamp 1986, S. 8 und S. 206.
  45. kath.net: Die 'Skandalrede' von Parma, 15. Januar 2008.
  46. Papst kapituliert vor dem Protest der Studenten, in: Welt online, 15. Januar 2008.
  47. Paul Badde: Italien empört sich über Proteste gegen Papst, in: Welt online vom 16. Januar 2008.
  48. Alexander Schwabe: Benedikt XVI. vor der UNO. Rückfall ins Professoren-Latein, in: Spiegel Online, 19. April 2008.
  49. Apostolisches Schreiben Porta Fidei. Website des Vatikans. Abgerufen am 19. Oktober 2011.
  50. Deutsche Bischofskonferenz begrüßt „Jahr des Glaubens“. Website der Deutschen Bischofskonferenz. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  51. Paul Badde: Papst gedenkt in Wien der Opfer des Holocaust, in: Welt online, 7. September 2007.
  52. Vgl. „The World's Most Powerful People“, Forbes, 10. Nov. 2010 [1]
  53. Darstellung beim Verlag Herder
  54. Klaus Berger: Ernstfall für die Exegeten, Rheinischer Merkur Nr. 21, 24. Mai 2007
  55. Wolfgang Stegemann: Jesus und seine Zeit, 2010, S. 220
  56. W.J.C. Weren, The Pope’s Jesus book and the Christologies of the gospels. HTS Teologiese Studies / Theological Studies 67(1), Art. #831, 2011. PDF
  57. „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“ (dt. Fassung)
  58. Vatikan betont Einzigartigkeit der katholischen Kirche, in: Neue Zürcher Zeitung, 11. Juli 2007.
  59. a b Matthias Drobinski: „Rückschlag für die Ökumene“, in: Süddeutsche Zeitung, 11. Juli 2007.
  60. RIA Novosti: Russisch-Orthodoxe loben Ehrlichkeit des Kirchenverständnisses des Vatikans, 11. Juli 2007
  61. Offener Brief islamischer Gelehrter an Papst Benedikt XVI. – Quelle: www.al-sakina.de
  62. Kath.net: Lehmann: Beim interreligiösen Dialog „leichtsinnig und zu blauäugig“, 29. Dezember 2006
  63. Radio Vatikan: Vatikan: Kardinal Bertone, „Fall Regensburg“ geschlossen, 30. Dezember 2006
  64. Martin Zöller: Vatikan und iranische Theologen legen gemeinsame Grundsätze fest, in: Welt online, 3. Mai 2008.
  65. Erster Papstbesuch einer Synagoge in Deutschland, in: Die Welt vom 19. August 2005.
  66. Johannes Nitschmann: Benedikt warnt vor neuem Antisemitismus, in: Süddeutsche Zeitung vom 19. August 2005.
  67. Besuch in der Kölner Synagoge, in: Berliner Morgenpost vom 19. August 2005.
  68. Der Papst besucht die Kölner Synagoge. Verbeugung Benedikts vor den Opfern des Holocausts, in: Neue Zürcher Zeitung vom 20. August 2005.
  69. Papst besucht Synagoge in Köln. Geste des interreligiösen Dialogs, in: Neue Zürcher Zeitung vom 19. August 2005.
  70. Weltjugendtag. Gebet in der Synagoge, in: Rheinische Post vom 19. August 2005.
  71. Papst besucht Synagoge. „Für die gesamte Judenheit ein großes Ereignis“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. August 2008.
  72. Thomas Urban: Benedikt XVI. in Polen. Stille an der letzten Station, in: Süddeutsche Zeitung vom 28. Mai 2006.
  73. Alexander Smoltczyk: Das doppelte Schweigen, in: Spiegel Online vom 29. Mai 2006.
  74. Daniel Jonah Goldhagen: Benedikts Versagen, in: Welt online vom 3. Juni 2006.
  75. Pope Benedict XVI: Address to Delegates of the Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations
  76. American Jewish Committee: The Latest Catholic-Jewish Crisis: Turning a Minus into a Plus
  77. Nachlass der Exkommunikation Latae sententiae, kath.net vom 24. Januar 2009.
  78. Peter Wensierski: Problem für den Papst. In: Der Spiegel. Nr. 4, 2009, S. 32 (online).
  79. Philip Willan: Pope readmits Holocaust-denying priest to the church, in: The Independent vom 25. Januar 2009.
  80. Rachel Donadio: Pope Reinstates Four Excommunicated Bishops, in: The New York Times, 24. Januar 2009.
  81. Peter Wensierski: „Rechtsextremisten feiern Holocaust-Leugner Williamson“, in: Spiegel Online, 26. Januar 2009.
  82. heute.de: „Bruderschaft bittet Papst um Vergebung“, 27. Januar 2009
  83. Süddeutsche Zeitung: Holocaust-Leugner. Papst beschwichtigt – Maulkorb für Bischof. vom 28. Januar 2009, abgerufen am 29. Januar 2009 auf sueddeutsche.de.
  84. Radio Vatikan: Papst zur Shoah: „Juden waren unschuldige Opfer“, 28. Januar 2009.
  85. Radio Vatikan: Vatikan: „Papst kannte Williamson-Äußerungen nicht“; Williamson muss widerrufen, 4. Februar 2009
  86. Vatikanisches Staatssekretariat: Nota della Segreteria di Stato, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin, 4. Februar 2009
  87. Kritik des Leiters der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan im NDR
  88. http://kath.net/detail.php?id=26430
  89. http://www.kath.net/detail.php?id=22050
  90. Brief Papst Benedikts XVI. an die katholischen Bischöfe am 10. März 2009
  91. Regensburg: Bischof Müller gibt „Gesammelte Werke“ von Papst Benedikt heraus
  92. So etwa in seinem Buch „Der Geist der Liturgie“, 6. Auflage, 2002, S. 68.
  93. Aus meinem Leben, Stuttgart 1998, S. 174.
  94. „Der Geist der Liturgie“, 6. Auflage, 2002, S. 66ff.; vgl. 'Zum Eröffnungsband meiner Schriften' [= Bd. 11 der Herder-Gesamtausgabe, Freiburg i. Br., 2º 2008, S. 7]: "Der Gedanke, daß Priester und Volk sich beim Gebet gegenseitig anschauen sollten, ist erst in der Moderne entstanden und der alten Christenheit gänzlich fremd."
  95. „Der Geist der Liturgie“, 6. Auflage, 2002, S. 70.
  96. „Der Geist der Liturgie“, 6. Auflage, 2002, S. 69f.
  97. „Der Geist der Liturgie“, 6. Auflage, 2002, S. 70f.
  98. „Der Geist der Liturgie“, 6. Auflage, 2002, S. 73.
  99. Motu Proprio Summorum Pontificum, Art. 1 ff.
  100. La Repubblica vom 14. Januar 2008: Papst wendet der Gemeinde den Rücken zu
  101. Radio Vatikan: Vatikan: Keine Abkehr von der Liturgiereform, 22. Januar 2008.
  102. Radio Vatikan: Vatikan: Fürbitte „Für die Juden“, 5. Februar 2008.
  103. Vgl.: Erzbischof Lefebvre, Bischof von Tulle.
  104. Vatikan/Italien: Papst ist Ehrenbürger von Bertones Heimatort. In: Radio Vatikan, 18. März 2010, abgerufen am 23. März 2011.
  105. Vatikan/Italien: Papst empfing Ehrenbürgerurkunde von Natz-Schabs. In: kathweb.at, 9. November 2011, abgerufen am 9. November 2011.
  106. Veröffentlichung der päpstlichen Enzyklika am 8. Juli 2009
  107. Deutsche Bischofskonferenz: „Caritas in veritate“ (deutsch) (Zugriff am 7. Juli 2009)
  108. Vergleiche hierzu: Veröffentlichung des Vatikans [2] (italienisch)
  109. Motu Proprio über vatikanische Finanzgeschäfte [3]
  110. Schülerkreis Papst Benedikt XVI. (Hrsg.), Vinzenz Pfnür (Red.): Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI. Das Werk. Veröffentlichungen bis zur Papstwahl. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2009, ISBN 978-3-86744-002-8.
  111. Vatikan: Ratzingers Gesammelte Werke vorgestellt. In: Radio Vatikan, 22. Oktober 2008.


Vorgänger Amt Nachfolger
Johannes Paul II. Papst
seit 2005
Vorgänger Amt Nachfolger
Bernardin Kardinal Gantin Kardinaldekan
2002–2005
Angelo Kardinal Sodano
Franjo Kardinal Šeper Präfekt der Glaubenskongregation
1981–2005
William Joseph Kardinal Levada
Julius Kardinal Döpfner Erzbischof von München und Freising
1977–1982
Friedrich Kardinal Wetter
Sebastiano Kardinal Baggio Kardinalbischof von Velletri-Segni
1993–2005
Francis Kardinal Arinze
Bernardin Kardinal Gantin Kardinalbischof von Ostia
2002–2005
Angelo Kardinal Sodano
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