Attentat auf John F. Kennedy

Bei dem Attentat auf John F. Kennedy, den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, am 22. November 1963 in Dallas wurde Kennedy von zwei Gewehrschüssen tödlich getroffen. Als Tatverdächtiger wurde Lee Harvey Oswald verhaftet und zwei Tage später in Polizeigewahrsam von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby getötet. Die Umstände des Attentats, ob Oswald der Täter war und ob er Mittäter oder Hintermänner hatte, sind bis heute umstritten. Zwei staatliche Kommissionen kamen zu dem Ergebnis, dass Oswald der Täter war. Die öffentliche Meinung war von Anfang an polarisiert. Viele Kritiker der offiziellen Version vertreten die Ansicht, dass der Präsident das Opfer einer Verschwörung wurde, wovon laut Umfrageergebnissen auch die Mehrheit der amerikanischen Bürger überzeugt ist. Die akademischen Darstellungen über Kennedy jedoch sowie „nahezu der gesamte Mainstream von Medien und Meinungsführern“[1] gehen von einer Alleintäterschaft Oswalds aus.

Präsident John F. Kennedy, 1962
Präsident Kennedy mit Ehefrau Jackie nach der Landung aus Fort Worth auf dem Rollfeld von Dallas Love Field

Inhaltsverzeichnis

Die Ereignisse in Dallas

Kennedys Reise durch Texas

Kennedys Texas-Reise, die ihn nach San Antonio, Houston, Fort Worth und Dallas führen sollte, war im September 1963 angekündigt worden. Der Präsident hatte drei Ziele im Auge:

Neben Kennedys klarem Bekenntnis zu einer Gleichberechtigung der Afroamerikaner hatte diese Kontroverse dazu beigetragen, dass er 1960 im südlichsten Bundesstaat der USA nur eine äußerst knappe Mehrheit gewonnen hatte, obwohl Vizepräsident Lyndon B. Johnson aus Texas kam.

Das Flugblatt in Form eines Steckbriefs

Der Präsident wurde von seiner Frau Jacqueline Bouvier-Kennedy begleitet, die bislang nie auf eine Wahlkampfreise mitgekommen war. Auch aufgrund ihrer Anwesenheit war die Stimmung der Bevölkerung sehr herzlich, als das Präsidentenpaar im offenen Wagen durch San Antonio und Houston fuhr. Die Öffentlichkeit in Dallas, einer Stadt, die als „Brutstätte rechtsgerichteten Konservatismus“ bekannt war, stand dem Besuch des Präsidenten aber skeptisch gegenüber. Ein Verband, der sich „Ermittlungsausschuss frei und amerikanisch denkender Bürger“ nannte, schaltete am Tag seines Besuchs eine Anzeige, in der Kennedy unter anderem vorgeworfen wurde, er hätte „die Monroe-Doktrin zugunsten des ‚Geistes von Moskau’ verschrottet“. Damit wurde auf die Kuba-Politik des Präsidenten angespielt, die nach dem Debakel in der Schweinebucht und der Kubakrise, in der der Dritte Weltkrieg nur knapp hatte vermieden werden können, deutlich vorsichtiger geworden war. Auch kursierte ein Flugblatt in Form eines Steckbriefs, auf dem Kennedy wegen Hochverrat gesucht wurde.[2]

Anlass zu Besorgnis gab obendrein, dass Adlai Stevenson, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, einen Monat zuvor in Texas von wütenden Demonstranten bespuckt und mit Protestschildern geschlagen worden war. Am 18. November 1963 hatte zudem ein geplanter Autokorso Kennedys durch Miami abgesagt werden müssen, als der Polizei Attentatspläne bekannt geworden waren. Kennedy sah die Gefahr eines Anschlags, blieb aber gelassen. Zu seinem Assistenten Kenneth O’Donnell sagte er:

„Wenn jemand wirklich den Präsidenten der Vereinigten Staaten erschießen wollte, wäre das keine schwierige Arbeit: Man müsste nur eines Tages mit einem Gewehr mit Zielfernrohr auf ein hohes Gebäude hinauf, niemand könnte etwas gegen einen solchen Anschlag unternehmen.“[3]

Hintergrund dieses Fatalismus war die Tatsache, dass es noch keine Amtslimousinen mit kugelsicherem Dach gab. Die Fahrtroute durch Dallas, die am 18. November offiziell bekannt gegeben worden war, führte vom Flughafen Dallas Love Field durch die Innenstadt zum Dallas Trade Mart, wo Kennedy eine Rede halten wollte. Er stieg in einen Wagen mit offenem Verdeck, einen dunkelblauen 1961er Lincoln Continental X-100, der eigens aus Washington eingeflogen worden war. Im Wagen saßen außer ihm seine Frau, der Gouverneur John Connally, dessen Frau Nellie Connally sowie die Secret-Service-Agenten William Greer, als Chauffeur, und Roy Kellerman. 350 Polizisten der Stadt Dallas – ein Drittel ihrer Gesamtstärke – wachten über den Präsidenten, außerdem vierzig Angehörige der Staatspolizei und fünfzehn Deputy Sheriffs aus Dallas County. Die dichte Menschenmenge, die die Straßen säumte, jubelte dem Ehepaar Kennedy begeistert zu.

Das Attentat auf den Präsidenten

Die Dealey Plaza mit dem Fahrtweg der Präsidentenlimousine

Als die Autokolonne des Präsidenten nur noch fünf Minuten vom Veranstaltungsort entfernt war, fuhr sie auf der Houston Street, die den Gebäudekomplex der Dealey Plaza nach Westen begrenzt, auf das Schulbuchdepot des Staates Texas zu. Hier bogen die Wagen in einer 120°-Kurve in westlicher Richtung in die Elm Street ein. Etwa auf halber Höhe zwischen dem Schulbuchdepot und einem hinter einem Bretterzaun gelegenen Grashügel stand Abraham Zapruder, ein Amateurfilmer aus Dallas, und filmte den vorbeifahrenden Wagen des Präsidenten auf Normal-8-mm-Farbfilm.

Kurz zuvor hatte sich Gouverneur Connally angesichts der vielen freundlich winkenden Menschen am Straßenrand an den hinter ihm sitzenden Präsidenten mit den Worten gewandt: „Mr. President, man kann nicht sagen, dass Dallas Sie nicht liebt“, und Kennedy hatte zugestimmt: „Nein, das kann man ganz sicher nicht sagen.“[4] Das waren seine letzten Worte. Kurz darauf fielen gegen 12:30 Uhr mehrere Schüsse. Der erste durchschlug Kennedys Hals, gleichzeitig erlitt Connally einen Durchschuss durch die Brust und wurde am Handgelenk und am Oberschenkel verletzt. Connally sank auf den Schoß seiner neben ihm sitzenden Frau, die ihn an sich drückte und so den Kollaps seiner Lunge verhinderte. Da Kennedy aus gesundheitlichen Gründen ein Korsett trug,[5] blieb er aufrecht sitzen, sodass ein weiterer Schuss ihn in den Kopf traf, dessen rechte Hälfte explodierte. Jackie Kennedy versuchte in Panik, die Limousine über das Heck zu verlassen. Offenbar versuchte sie, ein Stück vom Schädel ihres Mannes zurückzuhalten, das auf die Straße geflogen war. Der Secret-Service-Mann Clint Hill, der inzwischen auf den Wagen aufgesprungen war, drängte sie in ihren Sitz zurück, und der Chauffeur, der nach dem zweiten Schuss abgebremst hatte, um sich nach dem Präsidenten umzusehen, beschleunigte nun den Wagen zur Flucht. Mehrere Augenzeugen sahen den Gewehrlauf aus dem fünften Stock des Schulbuchlagers.[6]

Kennedy wurde in die Notaufnahme des Parkland Memorial Hospital gebracht, wo sich vierzehn Ärzte gleichzeitig um den sterbenden Präsidenten bemühten. Unter anderem wurden eine Tracheotomie und eine Herzdruckmassage durchgeführt, was angesichts der schweren Hirnverletzung aber wirkungslos blieb. Um 13 Uhr wurde Kennedy für tot erklärt. Kurz darauf traf ein katholischer Priester ein und spendete ihm die Sterbesakramente.[7]

Secret-Service-Agenten setzten nach einer Auseinandersetzung mit den Ärzten des Parkland-Hospitals durch, dass der Leichnam an Bord der Air Force One geschafft und zur Obduktion ins Bethesda Naval Hospital nach Washington geflogen wurde. Vor dem Start des Fluges legte Lyndon B. Johnson an Bord des Flugzeuges den Amtseid als 36. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ab.[8]

Die Verhaftung Oswalds

Der Polizist J. D. Tippit

Unmittelbar nach dem Mord stürmten die zahlreich anwesenden Sicherheitskräfte zu dem Schulbuchlager. Einige rannten auch in die entgegengesetzte Richtung zu dem Grashügel, überstiegen den Zaun und suchten auf dem Parkplatz und dem Eisenbahngelände, das dahinter lag, nach dem Mörder. Weil es dort aber keine Möglichkeit gab, sich zu verstecken, stellten sie die Suche bald ein. Im zweiten Stock des Schulbuchlagers wurde Lee Harvey Oswald, ein fünfundzwanzigjähriger Marxist, der mehrere Jahre in der Sowjetunion gelebt hatte und seit dem 15. Oktober 1963 im Schulbuchlager jobbte, von einem Polizisten mit vorgehaltener Waffe aufgehalten. Der Manager des Lagers bezeugte aber, dass Oswald zur Belegschaft gehörte, und so konnte er das Gebäude verlassen, bevor es von den Sicherheitskräften abgeriegelt wurde. Er lief mehrere Blocks zu Fuß, fuhr dann mit einem Omnibus, der wegen des durch die Ereignisse bedingten Verkehrstaus nicht vorrankam, und wechselte in ein Taxi, das ihn in der Nähe seines Wohnsitzes in Oak Cliff, einem Wohngebiet von Dallas, absetzte.[9]

Wenige Minuten nach dem Mord gab die Polizei eine Personenbeschreibung des mutmaßlichen Attentäters durch, der von mehreren Zeugen am Fenster des Schulbuchlagers gesehen worden war. Gegen 13:15 Uhr sah der Polizist J. D. Tippit Oswald, der zu Fuß unterwegs war. Weil die Beschreibung des Attentäters auf ihn zutraf, hielt er ihn an und wurde nach einem kurzen Wortwechsel von ihm mit drei Schüssen aus einem Revolver der Firma Smith & Wesson, Kaliber .38, getötet. Anschließend schoss Oswald den auf dem Boden liegenden Tippit in den Kopf. Mehrere Bürger beobachteten seine weitere Flucht, einige verfolgten ihn sogar und konnten die Polizei auf ein Kino aufmerksam machen, in das er sich geflüchtet hatte. Das Gebäude wurde umstellt, die Vorstellung unterbrochen und Oswald festgenommen. Weil er sich seiner Festnahme widersetzte, kam es zu einer Rangelei, bei der ein Polizist an der Hand und Oswald im Gesicht verletzt wurde. Weitere Schüsse konnte er nicht abgeben. Vor dem Kino hatte sich ein wütender Mob von über hundert Menschen versammelt, die Oswald lynchen wollten, in der irrigen Annahme, die Polizei hätte ihn wegen des Kennedy-Attentats und nicht wegen des Mordes an Tippit festgenommen.[10]

In der Zwischenzeit hatte die Polizei das Schulbuchdepot durchsucht. Im fünften Stock fanden sie hinter Stapeln aus Buchkisten an einem Fenster ein Repetiergewehr mit Zielfernrohr, das von den Sicherheitskräften zunächst als eine Mauser beschrieben wurde. Später wurde erkannt, dass es sich um ein italienisches Fabrikat der Firma Mannlicher-Carcano aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs handelte. Daneben lagen drei leere Patronenhülsen. Ein Handabdruck Oswalds auf der Waffe konnte nachgewiesen werden, auch passte die Kugel, die Connallys Oberschenkel verletzt hatte, zu ihrem ballistischen Profil. Das Gewehr und den Revolver hatte Oswald in den Monaten zuvor unter dem falschen Namen Alek Hidell auf Postfächer in New Orleans und Dallas bestellt. Es war, wie sich später herausstellte, dieselbe Waffe, mit der er bereits am 10. April 1963 ein missglücktes Attentat auf Edwin Walker verübt hatte, einen rechtsgerichteten General a.D., der Mitglied der John Birch Society war und im Jahr zuvor vergeblich bei den texanischen Gouverneurswahlen kandidiert hatte.[11]

Das Gewehr des Herstellers Mannlicher-Carcano, das im Schulbuchdepot gefunden wurde.

Oswald wurde durch das FBI und die Polizei von Dallas in deren Hauptquartier unter etwas chaotischen Umständen vernommen. Reguläre Protokolle wurden nicht angefertigt, außerdem hatte die Presse weitgehend freien Zutritt, denn Polizeichef Jesse Curry befürchtete, dass die Öffentlichkeit andernfalls vermuten würde, man habe etwas zu vertuschen.[12] Nicht nur die Beamten, auch Oswald hatte die Gelegenheit, vor der Presse zu sprechen. Hier wie auch bei den Vernehmungen stritt er jede Verwicklung in den Mord an Kennedy ab und erklärte, er solle zum „Sündenbock“ (engl.: patsy) gemacht werden.

Die Ermordung Oswalds

Weil zu befürchten stand, dass man bei weiterer intensiver Berichterstattung der Presse über Oswald keine unvoreingenommenen Geschworenen mehr finden könne, die noch nichts über den Fall wussten, wurde beschlossen, Oswald ins Bezirksgefängnis von Dallas zu überstellen. Obwohl es bereits Morddrohungen gegen Oswald gegeben hatte, wurde der Termin mit der gleichen Großzügigkeit gegenüber der Presse bekannt gegeben wie die ersten Verhöre. Der Transfer verzögert sich jedoch, weil das ursprünglich dafür vorgesehene Fahrzeug zu klein war, um auch die Wachen aufzunehmen. Eine weitere Verzögerung ergab sich, weil Oswald gebeten hatte, seinen Pullover mitnehmen zu können. Am 24. November 1963 um 11:21 Uhr betrat Oswald mit seinen Wachen schließlich die Garage im Tiefgeschoss des Polizeihauptquartiers, fast genau gleichzeitig mit Jack Ruby, einem Nachtclubbesitzer aus Dallas mit Verbindungen zur Mafia, der wenige Augenblicke zuvor ins Gebäude gelangt war. Mit den Worten: „Du hast meinen Präsidenten getötet, du Ratte“, feuerte Ruby vor laufenden Fernsehkameras auf ihn.[13] Oswald wurde mit Bauchschuss ins Parkland Memorial Hospital gebracht, wo er kurz darauf an inneren Blutungen starb.

Jack Ruby erschießt Lee Harvey Oswald

Jack Ruby wurde im März 1964 wegen Mordes zum Tode verurteilt. Er starb im Januar 1967 an einer Lungenembolie. Ruby selbst machte über seine Motive unterschiedliche Angaben. Kurz nach seinen Schüssen auf Oswald soll er nach Zeugenaussagen erklärt haben, er habe geschossen, um der von ihm verehrten Jackie Kennedy eine Zeugenaussage im Prozess zu ersparen, und weil er den Verdacht, hinter der Ermordung des Präsidenten stecke eine jüdische Verschwörung, entkräften wollte: Die hetzerische Anzeige des selbst ernannten „Ermittlungsausschusses“ hatte nämlich unter anderem einen jüdischen Namen getragen.[14] Ein Jahr nach seiner Verurteilung deutete Ruby in einem Fernsehinterview dagegen an, dass er selbst das Opfer einer Verschwörung sei:

„Die Welt wird niemals die wahren Tatsachen erfahren: mit anderen Worten, meine wahren Motive. […] Unglücklicherweise werden diese Leute, die so viel zu gewinnen haben und ein starkes Motiv hatten, mich in diese Lage zu bringen, in der ich bin, niemals zulassen, dass die wahren Tatsachen ans Tageslicht der Welt kommen.“[15]

Reaktionen der Öffentlichkeit

Der Tod des charismatischen Präsidenten traf die amerikanische Öffentlichkeit wie ein Schock. Als Walter Cronkite, der Nachrichtensprecher des Fernsehsenders CBS um 14.38 Uhr New Yorker Zeit landesweit den Tod des Präsidenten bekanntgab, kämpfte er mit den Tränen. Überall weinten Menschen in der Öffentlichkeit, Fremde begannen auf der Straße miteinander zu sprechen und sich zu berühren. Kirchenglocken läuteten im ganzen Land, die Spiele im American Football, die wie an jedem Samstag überall stattfanden, wurden abgebrochen. Das Boston Symphony Orchestra änderte mitten in einem Konzert das Programm und spielte einen Trauermarsch. Alle Theater-Vostellungen am Broadway wurden abgesagt, abends erloschen die Reklamelichter am Times Square in New York. Nur vereinzelt kam es zu Freudenbekundungen von politischen Gegnern Kennedys und Rassisten.[16] Fast jeder Zeitgenosse erinnerte sich später noch genau, wo er war, als er von den Ereignissen in Dallas hörte. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung an physischen Trauersymptomen wie Appetit- oder Schlafmangel, Nervosität oder Übelkeit litten.[17]

Im Ausland äußerten Politiker ihre tiefe Betroffenheit. Winston Churchill sprach von einem unbezifferbaren Verlust für die USA und die Welt, der Präsident von Venezuela, Rómulo Betancourt, musste wegen eines Weinkrampfs eine Pressekonferenz abbrechen. In Chile und Brasilien wurde eine mehrtägige Staatstrauer ausgerufen. Menschenscharen strömten zu den amerikanischen Botschaften, um sich in das Kondolenzbuch einzutragen. Besonders groß war die Trauer in West-Berlin: Am 25. November strömten 250.000 Menschen zum Rathaus Schöneberg, auf den Platz, wo Kennedy wenige Monate zuvor seine große Rede gehalten hatte.[18] Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt sagte:

„Eine Flamme ist erloschen für alle Menschen, die auf einen gerechten Frieden und auf ein besseres Leben hoffen. Die Welt ist an diesem Abend sehr viel ärmer geworden.“[19]

Eine noch im November 1963 durchgeführte Studie ergab, dass die Bevölkerung der USA vor allem Mitgefühl für die Witwe und die Kinder fühlte, beklagte, dass ein junger, dynamischer Politiker auf der Höhe seiner Macht ermordet worden war, und große Scham darüber empfand, dass „so etwas in unserem Land geschehen“ konnte. Als relativ unbedeutend folgten mit Abstand die Bewertung der politischen Auswirkungen im Inland und auf die Beziehungen zum Ausland; man hatte Vertrauen in die neue Regierung.[20] Besonders hervorgehoben wurde, dass die Bevölkerung sich im Großen und Ganzen rasch wieder fasste. Dies wurde vor allem auf die Tatsache zurückgeführt, dass etwa 90% einen Fernseher besaßen und tagelang fast ununterbrochen am Geschehen nach dem Attentat sowie an den gut organisierten und beeindruckenden Begräbnisfeierlichkeiten gleichsam teilnehmen konnten, was es ihnen ermöglichte, sich in einem mehrere Tage währenden Prozess innerlich von Kennedy zu verabschieden.[21]

Die Umfragen ergaben auch, daß zunächst nur 29% der Amerikaner an die Alleintäterschaft Oswalds glaubten.[22] Die Zweifel beruhten auf den zum Teil irrigen und widersprüchlichen Presseberichten der hektischen ersten Tage, den Verlautbarungen der Ärzte des Parkland-Hospitals, die auf einer Pressekonferenz von einer Einschusswunde in der Kehle sprachen, und auf der Ermordung Rubys, die den Verdacht erregte, Oswald hätte mundtot gemacht werden sollen. Die rasche Vorverurteilung Oswalds als Täter durch die Polizei von Dallas, gefördert von Presse, Radio und Fernsehen, die dies groß herausgebracht hatten, führte nach der Erschießung Oswalds durch Ruby teilweise zu entrüsteten Leitartikeln und Leserbriefen;[23] auch die New York Times kritisierte scharf, daß "jedes Prinzip des Rechts" mit Füßen getreten worden sei, und bedauerte später, in den Schlagzeilen das Wort "mutmaßlich" ausgelassen zu haben.[24]

Die Zweifel an der Alleintäterthese kamen zunächst angeblich vor allem aus Europa: In Frankreich erschien eine Artikelserie in der Zeitschrift L’Express, in Deutschland erschienen ähnliche Artikel in der Berliner Morgenpost und in der Welt.[25] Im Juni 1964 bildete sich in Großbritannien ein Who Killed Kennedy Committee, dem prominente Linksintellektuelle wie der Philosoph Bertrand Russell, der Verleger Victor Gollancz und der Historiker Hugh Trevor-Roper angehörten. Das Komitee stützte sich vor allem auf einen Fragenkatalog, den der amerikanische Anwalt Mark Lane vier Wochen nach dem Attentat in der New Yorker Wochenzeitung National Guardian veröffentlicht hatte. Darin fragte er unter anderem: Wie hatte der Präsident von einem schlechten Schützen mit einem billigen und defekten Gewehr erschossen werden können? Warum fanden Ermittler vier Patronenhülsen, wenn nur drei Schüsse abgefeuert wurden? Wie konnte Kennedy hinterrücks von vorn erschossen worden sein?[26][27]

Der Mord an Kennedy wurde als historische Zäsur empfunden. Nach 1963 begannen sich die negativen Seiten der amerikanischen Politik immer deutlicher zu zeigen, beginnend mit denRassenunruhen über die Morde an Martin Luther King und Robert Kennedy, den Vietnamkrieg bis hin zur Watergate-Affäre. In kontrafaktischer Spekulation wurde vielfach der Schluss gezogen, dass diese unerfreulichen Entwicklungen hätten vermieden werden können, wenn Kennedy nicht ermordet worden wäre.[28] Auch Oliver Stone ging in seinem Film JFK - Tatort Dallas davon aus, dass Kennedy den Vietnam-Krieg verhindert hätte, wenn er nicht ermordet worden wäre.[29][30]

Es entstand ein Kennedy-Mythos, der den Präsidenten zu einer Heilsgestalt vergrößerte.[31] Hierzu habe auch seine Witwe beigetragen, die in einem Interview das Leben und Regieren ihres Mannes mit Camelot umschrieb, dem mythischen Schloss von König Artus und seiner Tafelrunde. Dadurch sei das Attentat nachgerade als Königsmord, als schweres Sakrileg erschienen.[32] Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2003 wurde Kennedy als größter amerikanischer Präsident neben Abraham Lincoln[33] betrachtet. Umso mehr sei mit der Zeit das dringende Bedürfnis gestiegen, für dieses als traumatisch empfundene Ereignis eine Ursache von entsprechender Größe namhaft machen zu können. Jackie Kennedy sei es bereits als eine unbefriedigende Erklärung erschienen, dass lediglich ein „dummer, kleiner Kommunist“ ihren Mann ermordet haben könnte: „Er hatte noch nicht einmal die Befriedigung, wegen der Bürgerrechte ermordet zu werden.“[34] Der im September 1964 vorgelegte Bericht der staatlichen Untersuchungskommission lieferte kein plausibles Tatmotiv des angeblichen Einzeltäters Oswald. Der Berliner Historiker Knud Krakau glaubt daher, dass das verbreitete Verlangen nach einer „»heilenden« Erklärung“, das durch die offizielle Erklärung nicht befriedigt worden sei, sich seine eigenen Entlastungsmechanismen geschaffen habe, indem es Verschwörungstheorien produzierte:

„In immer wildere, verzweigtere, verschlungenere Richtungen gehend, lieferten sie die verlangten »Erklärungen«. Dieses Bedürfnis traf auf einen gut funktionierenden Marktmechanismus. So entstand eine blühende Verschwörungstheorienindustrie.“[35]

Die Zeitschrift „Esquire“ hatte (1966/67) sechzig verschiedene Verschwörungs- und Mordvarianten aufgelistet, die sich in fünf Hauptgruppen unterteilen ließen.[36]

Untersuchungen

CIA-interne Ermittlungen

Als die Staatsanwaltschaft von Dallas am Tag der Tat bekannt gab, Oswald habe den Präsidenten erschossen, begann die CIA sofort mit einer Überprüfung ihrer Erkenntnisse über den Verdächtigen, der 1959 die sowjetische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, 1962 repatriiert worden war und kürzlich beim Betreten der kubanischen und sowjetischen Botschaften in Mexiko beobachtet worden sein sollte. Kompetenzstreitigkeiten behinderten die Ermittlungen, dem ursprünglichen Leiter des 30-köpfigen CIA-Ermittlerteams John Moss Whitten wurde die Untersuchung durch den Chef der Gegenspionageabteilung James Jesus Angleton aus der Hand genommen. Der anfängliche Verdacht, Oswald sei ein KGB-Agent, erhärtete sich nicht.

FBI-Ermittlungen

Nach dem Attentat auf Kennedy schaltet sich das FBI in die Ermittlungen der Polizei von Dallas ein. Am 24. November 1963, wenige Stunden nachdem Oswald erschossen worden war, verlangte FBI-Direktor J. Edgar Hoover etwas, „das die Öffentlichkeit davon überzeugt, dass Oswald der wahre Attentäter“ sei.[37] Am 9. Dezember 1963, nur 17 Tage nach dem Attentat, wurde der FBI-Bericht veröffentlicht und der Warren-Kommission übergeben. Darin wurde festgestellt, dass drei Schüsse abgefeuert worden seien. Die Warren-Kommission akzeptierte dies, wich jedoch in ihrer Version bezüglich der Frage, welche Kugeln Kennedy bzw. Connally getroffen hatten, ab.[38]

Die Ermittlungsergebnisse des FBI wurden vom House Select Committee on Assassinations (HSCA) 1979 überprüft. Das Komitee kam zu dem Schluss, dass das FBI das Vorleben und die Täterschaft Oswalds adäquat ermittelt, die Ermittlungsergebnisse den zuständigen Stellen jedoch nur unzureichend weitergegeben und die Möglichkeit einer Verschwörung nicht sachgerecht verfolgt habe.[39]

Die Warren-Kommission

Die Warren-Kommission übergibt ihren Abschlussbericht an Präsident Johnson, September 1964.

Die Warren-Kommission (offizieller Name: Kommission des Präsidenten über die Ermordung von Präsident Kennedy) wurde von Kennedys Amtsnachfolger Johnson am 29. November 1963 einberufen, um die Umstände des Attentats zu untersuchen. Sie ist nach ihrem Vorsitzenden Earl Warren benannt, der damals Oberster Richter am Supreme Court war.

Die Kommission umfasste neben Warren sechs Mitglieder:

Nach zehnmonatiger Arbeit, die sich auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei von Dallas und des FBI stützte, wurde im September 1964 das Ergebnis zunächst den Medien mitgeteilt, danach erfolgte die Veröffentlichung des über 850 Seiten starken Abschlussberichts, des so genannten Warren-Reports (offiziell: Report of the President's Commission on the Assassination of President John F. Kennedy), und einige Zeit darauf erschienen die 26 Bände mit Anhörungsprotokollen und Beweismaterial. Mehr als 600 Zeugen waren befragt, etwa 3.000 Beweisstücke sichergestellt worden.

Der Warren-Report kam zu dem Ergebnis, dass Oswald der alleinige Täter war und es keine Verschwörung gegeben habe. Oswald habe drei Schüsse aus dem fünften Stock des Schulbuchdepots auf die Präsidentenlimousine abgegeben und John F. Kennedy getötet. Außerdem sei er für den Tod des Streifenpolizisten Tippit verantwortlich. Am Morgen des 22. November habe er seine Arbeit um 8:00 Uhr im Schulbuchlager aufgenommen und eine längliche braune Tüte dabeigehabt, in der er angeblich Gardinenstangen transportiert habe. Oswald sei nach dem Attentat unter anderem dadurch aufgefallen, dass er bereits nach drei Minuten den Tatort verlassen habe. Auch habe es keines Meisterschützen bedurft, um innerhalb von 4,8 bis maximal sieben Sekunden drei Schüsse durch eine Baumgruppe hindurch auf ein fahrendes Ziel abzugeben. Der erste Schuss sei fehlgegangen, der zweite habe Kennedys Halswunde und sämtliche Verletzungen des vor ihm sitzenden Connally verursacht, der dritte sei der tödliche Kopftreffer gewesen. Hinter der Ermordung Oswalds konnte die Kommission ebenfalls keine Verschwörung erkennen, Ruby habe spontan und allein gehandelt. Darüber hinaus kritisierte der Warren-Bericht die offenkundigen Schwachstellen im Personenschutz des Präsidenten, was in der Folge zu dessen deutlicher Verbesserung führte.

Der Warren-Report ließ viele Zeitgenossen unbefriedigt. Vor allem die Geschichte der von Kritikern so genannten „magischen Kugel“ (engl.: magic bullet), die zu sieben Verletzungen an Kennedy und Connally geführt haben soll, ohne dabei nennenswert verformt worden zu sein, stieß auf verbreiteten Unglauben. Es wurde auch bald bekannt, dass die Kommission Indizien, die auf mehr als nur einen Täter deuteten, gar nicht näher verfolgt hatte. Warren war von Präsident Johnson, der an eine kubanische Verschwörung gegen Kennedy glaubte, angewiesen worden, lediglich die Alleintäterschaft Oswalds zu belegen. Würde diese Verschwörung publik, könne ein Krieg unvermeidlich werden: „Wenn gewisse Gerüchte nicht zum Verstummen gebracht werden, könnten sie die Vereinigten Staaten in einen Krieg hineinziehen, der das Leben von vierzig Millionen kosten könnte“, soll der Präsident zu Warren gesagt haben. Und kurz vor seinem Tod äußerte er gegenüber dem Journalisten Howard K. Smith: „Kennedy versuchte, Castro zu erwischen, aber Castro erwischte ihn zuerst“.[40]

In den zahlreichen Verschwörungstheorien, die auf Grund dieser Einseitigkeiten der Warren-Kommission rasch um sich griffen, wurde auch die persönliche Integrität der Kommissionsmitglieder und des Präsidenten Lyndon B. Johnson selbst öffentlich in Zweifel gezogen. Daraufhin gab die CIA im Januar 1967 Hinweise zum Umgang mit der Kritik am Warren-Report an ihre Mitarbeiter mit dem Ziel, die um sich greifenden Verschwörungstheoretien zu diskreditieren und zu widerlegen.[41] Heute ist die Ansicht weit verbreitet, dass die Kommission keine unvoreingenommene und ergebnisoffene Untersuchung des Falles leistete. Die Möglichkeit, dass es auch andere Täter gegeben habe oder Oswald unschuldig sein könnte, zog die Kommission nicht in Betracht.[42]

Die Ermittlung von Staatsanwalt Jim Garrison

Ausgehend von diesen Unstimmigkeiten strengte der Staatsanwalt Jim Garrison aus New Orleans im März 1967 eine gerichtliche Untersuchung an, mit der er nachweisen wollte, dass das Kennedy-Attentat Ergebnis einer Verschwörung der CIA gewesen sei, in der Oswald, der Pilot David Ferrie, bei dem Oswald in seiner Jugend eine vormilitärische Ausbildung absolviert hatte, und Clay Shaw verwickelt seien, ein undurchsichtiger Geschäftsmann, von dem er – wie sich 1979 herausstellte, zu Recht – vermutete, er arbeite für die CIA. Garrison ließ Shaw verhaften und brachte im Prozess zahlreiche Indizien vor, die gegen die Alleintäterschaft Oswalds sprachen. Eine Reihe der von Garrison gesammelten Indizien ließen die Vermutung zu, Oswald sei indirekt im Auftrag der CIA tätig gewesen, in einer inoffiziellen Gruppe, der auch sein Mörder Ruby angehörte.

Der Weg, den die „magische Kugel“ nach Darstellung Garrisons hätte nehmen müssen

Er führte zum Beispiel zum ersten Mal öffentlich den Zapruder-Film vor, der zwar der Warren-Kommission vorgelegen hatte, der Öffentlichkeit aber nur in einigen Einzelbildern bekannt war, die die Zeitschrift LIFE veröffentlicht hatte. Im Film sieht man, dass Kennedys Kopf beim tödlichen Schuss nach hinten zu fliegen scheint, obwohl der angebliche Schütze doch hinter ihm im Schulbuchdepot und nicht vor ihm auf dem Grashügel gesessen haben soll. Auch stellte Garrison die „Theorie der magischen Kugel“ der Warren-Kommission als völlig unglaubwürdig hin. Mehrere Zeugen sagten aus, Oswald zusammen mit Shaw oder Ferrie gesehen zu haben oder gar gehört zu haben, wie sie bei einer Party über den geplanten Mord sprachen.

Garrisons Argumentation brach jedoch zusammen, weil Ferrie am 22. Februar 1967 an einem geplatzten Hirn-Aneurysma verstorben war und bekannt wurde, dass der zweite Hauptzeuge seine Aussagen unter Einfluss von Hypnose und dem Schlafmittel Thiopental gemacht hatte. Innerhalb nur einer Stunde kamen die Geschworenen am 29. Januar 1969 zu dem einstimmigen Ergebnis, dass Shaw unschuldig war, was der amerikanische Publizist Gerald Posner als Garrisons „Fiasko“ bezeichnete.[43]

Auf Garrisons Ermittlungen und dem Prozess basiert Oliver Stones Film JFK – Tatort Dallas.

Der Ausschuss von Ramsey Clark

1968 befasste sich ein Ausschuss unter dem Vorsitz des damaligen Justizministers Ramsey Clark mit den medizinischen Befunden des toten Präsidenten. Der Ausschuss kam zu dem Ergebnis, dass Aufbewahrung und Herkunft der ihm vorgelegten Beweisstücke nicht immer lückenlos dokumentiert waren, bestätigte aber dennoch auf ihrer Grundlage die Ergebnisse der Warren-Kommission, wonach Kennedy von zwei Kugeln getötet wurde, die von einem hinter und oberhalb von ihm gelegenen Standpunkt aus abgefeuert worden sein mussten.[44]

Church-Komitee

Das Church-Komitee des US-Senats untersuchte 1975 nach dem Watergate-Skandal im Rahmen der Untersuchung illegaler Informationsbeschaffung von CIA und FBI auch deren Verhalten beim Kennedy-Attentat. Es kam zu dem Schluss, dass das FBI, die primäre Ermittlungsbehörde des Kennedy-Attentats, von Direktor Hoover und ungenannten „höheren Regierungsbeamten“ genötigt wurden, die Ermittlungen in aller Eile durchzuführen. [45]

Der Church-Bericht wies darauf hin, dass hochrangige Mitglieder beider Behörden möglicherweise vorsätzlich entschieden, potentiell wichtige Informationen nicht offenzulegen.[46]

House Select Committee on Assassinations

Weil die Verschwörungstheorien über Mordanschläge gegen Kennedy, seinen Bruder Robert und gegen Martin Luther King nicht zum Schweigen gebracht worden waren, wurde 1976 ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses mit weiteren Nachforschungen betraut, das House Select Committee on Assassinations (HSCA). Nach dreijähriger Arbeit legte es 1979 einen Bericht vor, der die Ermittlungen des FBI und den auf ihnen basierenden Warren-Report als „grob fehlerhaft“ (engl.: seriously flawed) kritisierte.[47] Als Ursache für diese Fehler benannte der Bericht die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Geheimdienste sowie „Zeitdruck und der Wunsch der nationalen Führer, die Befürchtungen der Öffentlichkeit zu beschwichtigen, es habe eine Verschwörung gegeben“.

Das Komitee bestätigte zwar die Ergebnisse der Warren-Kommission, wonach Oswald dreimal auf Kennedy geschossen und ihn mit dem dritten Schuss getötet habe. Es erklärte es aber für hoch wahrscheinlich, dass es noch einen weiteren, unidentifizierten Schützen gegeben habe, der einen vierten Schuss vom Grashügel an der Dealey Plaza abgegeben, aber daneben geschossen habe. Hinter dem Kennedy-Attentat stecke also eine „Verschwörung“ (das englische Wort conspiracy ist in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit der kriminellen Vereinigung des deutschen Strafrechts). Die Komitee-Mitglieder konnten aber nicht angeben, wer darin verwickelt war. Auf Grundlage der ihnen vorliegenden Indizien kamen sie zu dem Schluss, dass weder die sowjetische noch die kubanische Regierung noch das FBI in den Mord verwickelt waren. Eine Verwicklung der Mafia oder von Castro-feindlichen Exilkubanern sei allerdings nicht auszuschließen.

Grundlage für die Annahme eines zweiten Schützen waren Aufzeichnungen des Funkkontaktes eines Motorradpolizisten in Kennedys Eskorte mit einer Polizeistation, die mit einem DictaBelt-Kunststoffband gemacht worden waren. Auf der Aufzeichnung sind keine unmittelbaren Schüsse zu hören, die Ermittler verglichen vielmehr die Impulsmuster der Aufzeichnung mit solchen, die mit einem typgleichen Gewehr gemacht worden waren, und kamen zu dem Schluss, dass mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein vierter Schuss zu hören sei.

Mock trial der American Bar Association

Im August 1992 führte die American Bar Association, eine Vereinigung von amerikanischen Rechtsanwälten, Richtern und Jura-Studenten einen „mock trial“ (Quasi-Prozess) gegen Oswald durch. Ein echtes Strafverfahren hatte wegen der Ermordung Oswalds nicht stattfinden können. Der Prozess dauerte zwei Tage und kam zu keinem klaren Ergebnis. Innerhalb der Jury gab es zwar mit sieben zu fünf Stimmen eine Mehrheit dafür, dass Oswald des Mordes an Präsident Kennedy schuldig war; da jedoch die amerikanische Gerichtsverfassung für Strafprozesse Einstimmigkeit unter den Geschworenen verlangt, hätte dies Ergebnis in einem echten Prozess einen Freispruch bedeutet. Alle sieben Richter, die an dem mock trial teilgenommen oder ihn beobachtet hatten, gaben an, sie hätten Oswald für schuldig befunden.[48]

Der Prüfungsausschuss für Attentatsdokumente

Im Herbst 1964 hatte Präsident Johnson angeordnet, dass die Akten der Warren-Kommission für 75 Jahre (d. h. bis 2039) gesperrt werden sollten. 1992 beschloss dagegen der Kongress, wohl im Zusammenhang mit den zahlreichen Verschwörungstheorien, die nach Oliver Stones Verfilmung des Garrison-Prozesses vermehrt aufkamen und sich gerade an der Geheimhaltung dieser Akten stießen, ein Gesetz, wonach alle Akten mit Bezug auf das Attentat auf Kennedy spätestens 2017 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Bis 1998 sammelte und veröffentlichte ein „Ausschuss zur Sichtung der Morddokumente“ (engl.: Assassination Records Review Board; kurz: ARRB) etwa 400 000 Blatt Dokumente. Ein Gutteil der Akten vor allem des HSCA, der Polizeibehörden, der Geheimdienste und des Militärs gelten aber weiterhin als geheim und bleiben für die Öffentlichkeit gesperrt. Das ARRB, dessen Aufgabe lediglich die Zugänglichmachung der Akten war, führte dennoch mehrere Untersuchungen durch und kritisierte in einem Bericht ähnlich wie der Clark-Ausschuss vor allem den schlampigen Umgang mit Dokumenten und Beweisstücken aus der Obduktion des Präsidenten, die als regelrechte „Tragödie“ bezeichnet wurde.

Zweifel an der offiziellen Darstellung

An der offiziellen Darstellung des Mordes an Kennedy, an der Alleintäterschaft Oswalds, an dessen Motiven sowie an den Motiven von dessen Mörder Ruby wurden immer wieder Zweifel geäußert. Daraus wurden auch eine Reihe von Theorien entwickelt, wie eine Verschwörung aufgebaut und motiviert gewesen sein könnte.

Alleintäterschaft

In den Ermittlungen kamen wenig Zweifel auf, dass Oswald auf den Präsidenten geschossen hatte, um ihn zu töten. Intensiv verfolgt wurde dagegen die Frage, ob er allein handelte oder ob weitere Schützen beteiligt waren.

„Ein Schütze”

  • Zeugen am Tatort sahen ein Gewehr, das vom fünften Stock eines Lagerhauses abgefeuert wurde, und einige Zeugen sahen ein Gewehr im Fenster, kurz nachdem die Schüsse abgegeben worden waren.
  • Die übergroße Mehrheit aller Ohrenzeugen (76,7%) hörte nur drei Schüsse, an vier oder mehr Schüsse konnten sich nur 8,7% erinnern.[49]
  • Rund die Hälfte aller Ohrenzeugen gab an, dass die Schüsse vom Schulbuchdepot kamen, ein Drittel (nach Angaben des HSCA ein Viertel) glaubte, dass sie vom Grashügel kamen.[50]
  • Die Wunden, die Kennedy und Gouverneur Connally erlitten, und der Standort des Fahrzeugs beim Zeitpunkt der Schüsse zeigen, dass die Kugeln von oben und hinten abgegeben wurden.
  • Die Kugel, die auf Connallys Trage im Parkland Memorial Hospital gefunden wurde und die beiden kleinen Kugel-Fragmente, die sich im Vordersitz der Präsidenten-Limousine fanden, gehörten zu Oswalds 6,5-Millimeter-Mannlicher-Carcano-Gewehr. Es wurden keine Spuren von Munition anderer Waffen gefunden.
  • Die Windschutzscheibe in der Limousine war von einem Kugel-Fragment auf der Innenseite angeschlagen worden, was bedeutet, dass die Fragmente von hinten und nicht von vorne kamen.
  • Oswald war gesehen worden, wie er beim Betreten des Lagerhauses einen in Papier eingewickelten Gegenstand trug. Darauf angesprochen, hatte er gesagt, es handele sich um Gardinenstangen. Das Papier fand sich im Lagerhaus, aber keine Gardinenstange.[51]
  • Oswald trat seinen Job im Schulbuchdepot am 16. Oktober 1963 an, als die Route für Kennedys Fahrt durch Dallas noch gar nicht geplant war.[52]

„Zwei Schützen“

Zeugenaussagen und Indizien, die auf das Vorhandensein mindestens eines weiteren Schützen hindeuten:

  • Über fünfzig Zeugen, die bei den Schüssen anwesend gewesen waren, sagten aus, sie hätten Schüsse gehört, die von vorne abgegeben wurden, nämlich von dem Grashügel an der Dealey Plaza. Ungefähr dieselbe Anzahl von Zeugen sagte, dass die Schüsse von hinten abgegeben wurden, also von dem Schulbuchdepot. Eine kleine Anzahl von Zeugen hörte Schüsse aus beiden Richtungen.[53]
  • Das Szenario von zwei Schützen wird auch von Augenzeugen gedeckt. Viele Zeugen, die vor Kennedy standen, hörten Schüsse von links, also von vorne, andere, die sich hinter dem Präsidenten befanden, hörten Schüsse von hinten. Nimmt man nur einen Schützen an, muss sich die eine Gruppe von Zeugen geirrt haben. Das Szenario zweier Schützen ist dagegen mit allen Aussagen konsistent.
  • Nur anderthalb Minuten nach den Schüssen wurde Oswald im Erdgeschoss des Schulbuchdepots gesehen, als er eine Cola trank. Nach Zeugenaussagen machte er dabei keinen atemlosen Eindruck. Nach der Version der Warren-Kommission hätte er innerhalb von anderthalb Minuten aus dem fünften Stockwerk die tödlichen Schüsse abfeuern, dann die Treppe ins Untergeschoss rennen, dort eine Cola bestellen und diese trinken müssen, ohne außer Atem gekommen zu sein.
  • Auf einem Foto, das am 14. Dezember 1963 in der Dallas Post veröffentlicht wurde, ist ein Mann, der Oswald zumindest ähnelt, zum Zeitpunkt des Attentats an der Tür des Schulbuchdepots zu sehen. Das Foto stammt von James Altgens, der die Präsidentenlimousine von vorn rechts fotografierte und so ebenfalls das Schulbuchdepot ablichtete. Bei dem vermeintlichen Oswald soll es sich um Billy Lovelady handeln, einen Kollegen Oswalds.[54]
  • Verschiedene Augenzeugen, die sich in der Nähe des Präsidenten aufgehalten und eine gute Sicht auf ihn hatten, sagten aus, die Hinterseite des Kopfes sei abgesprengt worden. Das ist auch im Zapruder-Film zu erkennen und würde mit der Annahme übereinstimmen, dass von vorne aus gefeuert wurde. Auch Secret-Service-Mann Hill, der den Präsidenten mit seinem Körper auf dem Weg ins Krankenhaus schützte, sagte, ein Teil von Kennedys rechtem Hinterkopf habe gefehlt. Ein Teil des Schädels habe auf dem Rücksitz des Fahrzeugs gelegen.[55] Roy Kellerman, der Leibwächter des Präsidenten will ein Loch mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern im hinteren rechten Kopfende gesehen haben.[56] Dr. McClelland, ein behandelnder Arzt in der Notaufnahme, der die Kopfwunde untersucht hatte, gab zu Protokoll, dass das hintere Gehirngewebe gefehlt habe.[57] Dr. Kemp, Direktor der Neurochirurgie, der Kennedy ebenfalls in der Notaufnahme behandelt hatte, beschrieb die Schädelverletzung ebenfalls als eine große Wunde in der rechten okzipitoparietalen Region.
  • Das größte Problem der so genannten „Theorie der magischen Kugel“ der Warren-Kommission und der HSCA ist, dass sich die einzige Wunde, die im Autopsiebericht von Kennedy genannt wurde, auf der Rückseite unterhalb des Halses befand und weniger als einen Finger tief war. Nach der „Theorie der magischen Kugel“ hätte sie vorne an der Kehle austreten müssen, bevor sie Connally hätte verwunden können.
  • Die Größe der Hinterkopfwunde, die von Zeugen beschrieben wurde, legt nahe, dass es sich um eine Austrittswunde handelt. Dann hätte ein zweiter Schütze den tödlichen Kopfschuss von vorne abgegeben.

Weitere fragwürdige Sachverhalte

  • Oswald hätte eine bessere Möglichkeit gehabt, auf Kennedy zu schießen, als dessen Wagen auf ihn zurollte, anstatt zu warten, bis er sich von ihm entfernte. Zudem hätte er den Schutz von Bäumen aufsuchen können.
  • Oswald hatte stets die Ermordung Kennedys abgestritten und war bald selbst ermordet worden.
  • Die beiden offiziellen Regierungsuntersuchungen bestätigten, dass das Sicherheitspersonal rund um Kennedys Fahrzeugkolonne deutlich gegenüber dem üblichen Grad reduziert worden war. Daraus schließen Verschwörungstheoretiker, die Geheimdienste seien an der Ermordung beteiligt gewesen.
  • Die Präsidenten-Limousine wurde auf Befehl von Präsident Johnson unmittelbar gesäubert und wiederhergestellt, anstatt sie als Beweisstück für ballistische Untersuchungen zu sichern. Dies wird teilweise als Versuch interpretiert, Beweise zu vernichten.
  • Der Transport der Leiche nach Washington verstieß gegen texanisches Recht, das die Untersuchung durch den örtlichen Leichenbeschauer vorschrieb. Auch dies lässt sich als Zeichen für eine Vertuschungsabsicht interpretieren.
  • Gouverneur Connallys Hut, den er in der rechten Hand hielt, als eine Kugel in sein Handgelenk eindrang, verschwand aus der Beweiskette, nachdem er zuletzt am Abend des 22. November in einem Polizeibüro in Dallas gesehen worden war.
  • Die Polizei von Dallas hatte das Schulbuchdepot bis 12:39 Uhr nicht abgeriegelt, da Polizisten und Zeugen zunächst den Grashügel und den Parkplatz durchsucht hatten.
  • Die Dealey Plaza selbst war nicht abgesperrt worden. Fotos zeigen, dass noch neun Minuten nach dem Attentat Fahrzeuge die Elm Street herunterfahren.
  • Die Akte aus der Dienstzeit Oswalds bei den Marines wurde im Jahre 1973 vernichtet.
  • Mehrere Autopsiefotos fehlen.
  • Normalerweise ist der erste Schuss eines Schützen immer der beste, weil dieser dann Zeit zum Zielen hat und die Gelegenheit auf den richtigen Augenblick zu warten, auf seine Atmung zu achten und den Schuss „erfühlen“ kann (Brechen des Schusses). Dieser Schuss unter guten Voraussetzungen soll jedoch vollends danebengegangen sein, während die hektisch und unter Stress und Zeitdruck abgegebenen Schüsse 2 und 3 treffen.
  • Die verwirrende Zahl von immer neuen Verschwörungstheorien wird von einigen Verschwörungstheoretikern wie Mathias Bröckers als Indiz für eine absichtsvolle Verwirrung der Öffentlichkeit und damit wiederum für eine Verschwörung gedeutet.[58]
  • Zweifel an der offiziellen Darstellung werden auch dadurch genährt, dass die Untersuchungen einseitig geführt oder behindert wurden und dass von Regierungsseite wiederholt die Unwahrheit gesagt wurde. Erst auf öffentlichen Druck wurden Kommissionen wie HSCA und ARRB eingesetzt.

Gegenargumente

Trotz zahlreicher Ungereimtheiten in der offiziellen Darstellung werden auch zahlreiche Argumente genannt, die die Zweifel entkräften oder plausible Gründe für die Merkwürdigkeiten finden:[59]

  • Obwohl Oswald die Tat abstritt, gab es Beweise, die ihn mit dem Gewehr und den Schüssen in Verbindung brachten. Sein Mörder, Jack Ruby war als impulsiver Typ bekannt.[59]
Eines der umstrittenen „Backyard-Photos“ vom 31. März 1963
  • Fotos vom 31. März 1963, auf denen Oswald mit kommunistischen Zeitungen und einem Gewehr auf seinem Hinterhof posierte, werden von Kritikern der Alleintäterthese als Fälschungen bezeichnet, weil Oswald nach seiner Festnahme ihre Authentizität bestritt und der Schatten in seinem Gesicht und der seines Körpers nicht parallel fielen.[60] Oswalds Witwe sagte aber später wiederholt aus, sie selbst habe die Aufnahmen gemacht.[61] Der amerikanische Informatikprofessor Hany Farid kam 2009 bei seiner Untersuchung der Bilder zu dem Schluss, es sei „in hohem Maße unwahrscheinlich, dass irgendjemand eine so perfekte Fälschung mit der Technologie habe bewerkstelligen können, die 1963 zur Verfügung stand“.[62][63]
  • Die angeblich gefälschten Röntgenaufnahmen und Photographien der Autopsie in Washington wurden von dem Röntgentechniker John Stringer im November 1966 in den National Archives geprüft und als genau die Bilder erkannt, die er vier Jahre zuvor angefertigt hatte. Sie bestätigen, dass Kennedy von Schüssen getroffen wurde, die von hinten kamen.[64]
Die „Theorie der magischen Kugel“ bei korrigierter Sitzordnung
  • Die Kritik an der „Theorie der magischen Kugel“ geht von einer falschen Sitzordnung Kennedys und Connallys aus: Dieser saß auf dem Notsitz unmittelbar vor dem Präsidenten, der deutlich niedriger war, so dass laut einer dreidimensionalen Computeranalyse, für die bei früheren Untersuchungen die Technik noch nicht existierte, eine einzelne Kugel tatsächlich alle sieben Wunden verursachen konnte und nur von einer hohen Position hinter Kennedy aus hätte abgeschossen werden können.[59]
  • Die unterschiedlichen Aussagen der Ohrenzeugen, was die Richtung betrifft, aus der die Schüsse kamen, lassen sich erklären, wenn man Echoeffekte in Rechnung stellt. Des Weiteren hatte ein Zeuge im vierten Stock des Schulbuchdepots, also direkt unter dem Stockwerk, aus dem gefeuert wurde, deutlich drei Schüsse gehört.[59]
  • Die Deutung und zeitliche Einordnung der DictaBelt-Aufnahme, mit der der HSCA sich von einem vierten Schuss überzeugen ließ, sind außerordentlich umstritten: Jüngste Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass auf dem Band keine Schüsse, sondern atmosphärische Störungen zu hören sind.[65][59]
  • Eine Kugel kann nach Aussage des Clark-Berichts von 1968, wenn sie in ein rundes Objekt wie einen Schädelknochen eindringt, durchaus eine Wunde hinterlassen, die größer ist als sie selbst.[66]
  • Die beobachtete Rückwärtsbewegung des Kopfes kann durch die Sprengwirkung des Treffers oder durch eine neurologische Reaktion auf die Verletzung erklärt werden.[67]
  • Der amerikanische Experte für Computeranimation Dale Myers entwarf auf der Grundlage sämtlicher zur Verfügung stehender Filme, Photographien und Baupläne in zehnjähriger Arbeit eine 3D-Simulation des Attentats. Das Ergebnis wurde 2003 in der Dokumentation The Kennedy Assassination: Beyond Conspiracy („Der Kennedy-Mord – jenseits der Verschwörung“) auf ABC gezeigt, die einen Emmy gewann. Diese Simulation erlaubte, das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven mit größter geometrischer Zuverlässigkeit zu betrachten. Sie zeigt, dass Schusswunden von Kennedy und Connally exakt zu den Positionen passen, die sie eingenommen hatten, als die Schüsse fielen. Verfolgt man die ballistische Flugbahn der Kugeln in dieser Animation, kommt man auf einen schmalen Winkel, in dem sich auch einige Fenster im fünften Stock des Schulbuchlagers befinden, darunter auch das, von dem aus Oswald geschossen haben soll.[68]
  • Die fehlende Austrittswunde der angeblichen magischen Kugel an Kennedys Hals ist durch den Luftröhrenschnitt zu erklären, den die Ärzte in der Notaufnahme vornahmen.[69]

Verschwörungstheorien

Wer wirklich hinter der Verschwörung gegen Kennedy steckte, wenn es denn eine gab, ist auch unter den Kritikern der Alleintäterthese umstritten.

Lyndon B. Johnson

Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, profitierte ganz offensichtlich am meisten von Kennedys Tod, da er im Anschluss selbst Präsident wurde und vermutlich nicht selbst eine Wahl hätte gewinnen können. Während Kennedys Präsidentschaft war sein Einfluss sehr begrenzt. Kennedy hatte zudem mit Personen aus seinem engsten Umfeld darüber diskutiert, ob man Johnson vor der Wahl im Jahre 1964 nicht fallen lassen sollte. Ähnliche Gerüchte verbreitete Richard Nixon in einer Zeitung aus Dallas, denn dieser sei in einer Reihe Skandale verwickelt. Die Ermittlungen hierüber „verschwanden“ nach seinem Amtsantritt.[70]

Einige Verschwörungstheoretiker behaupten, ein unindentifizierter Fingerabdruck, der auf einem Pappkarton im fünften Stockwerk des Schulbuchdepots gefunden wurde, habe zu einem Partner Johnsons namens Malcom Wallace gehört, einem verurteilten Mörder. Im Jahre 1998 unterschrieb der Fingerabdruck-Experte A. Nathan Darby eine beglaubigte Erklärung, in der eine 14-Punkt-Übereinstimmung in den Abdrücken festgestellt wurde. Allerdings wurde eine solche Übereinstimmung nicht von FBI-Experten oder unabhängigen Untersuchern festgestellt.[71]

Weiterhin wird eine Aussage von Evelyn Lincoln, der persönlichen Sekretärin Kennedys, als Hinweis angeführt. Diese behauptete in ihrem Buch Kennedy and Johnson, dass der Präsident ihr drei Tage vor seiner Ermordung mitgeteilt habe, dass er Johnson als Vizepräsident ablösen wolle.[72]

Militärisch-industrieller Komplex

Der so genannte militärisch-industrielle Komplex der USA, der sich angeblich auf eine Eskalation des Vietnamkrieges vorbereitete, nachdem sich Frankreich 1954 aus Indochina zurückgezogen hatte, soll gewusst haben, dass Kennedy bereits einen Rückzugsplan ab dem Jahr 1965 erwog. Zusätzlich habe es starke Verärgerung im amerikanischen Militär- und Geheimdienstapparat über den Umstand gegeben, dass Kennedy keine offene Militärunterstützung für das Scheitern der Schweinebucht-Invasion auf Kuba gewährt hatte, die von der CIA mit organisiert worden war. Im Gegenteil hatten die USA im Rahmen der Kuba-Krise der Sowjetunion zugesagt, von weiteren Versuchen der Invasion Kubas abzusehen. Vor dem gestiegenen Einfluss des militärisch-industriellen Komplexes in den USA hatte bereits Kennedys Vorgänger Dwight D. Eisenhower gewarnt.

CIA

In fast allen Verschwörungstheorien um die Ermordung Kennedys wird die Central Intelligence Agency (CIA) genannt. Während der 1960er und 1970er Jahre waren Gerüchte aufgekommen, dass die CIA an Planungen zur Ausschaltung ausländischer Staatschefs beteiligt gewesen sein solle. Wenn ausländische Staatschefs Gegenstand von Mordkomplotten waren, so könne sich, meinten die Verschwörungstheoretiker, auch ein Komplott gegen die eigene Regierung gewendet haben. Gründe, Kennedy zu beseitigen, habe die CIA genug gehabt. Dessen Drohung nach dem Schweinebucht-Fiasko, er werde die CIA „in tausend Stücke zerschlagen“, wird als Hauptgrund für eine Gegnerschaft gesehen. Spätere Versuche, die Macht der Agency einzuschränken, waren am Widerstand der Bürokratie gescheitert.[73]

Mafia

Ein nahe liegender Gegenstand für Verschwörungsspekulationen waren die Mafia und verwandte Kreise des organisierten Verbrechens. Das Attentat könnte in dieser Perspektive eine Vergeltungsmaßnahme für eine steigende Zahl von Razzien gewesen sein. Dokumente, die die Warren-Kommission nie zu Gesicht bekommen habe, hätten aufgedeckt, dass die Mafia unter dem CIA-Decknamen Operation Mongoose eng mit der Agency bei verschiedenen Anschlagsversuchen auf Castro zusammengearbeitet habe. Hintergrund sei eine Interessenskonvergenz. Kennedy wollte Castro aus politischen Gründen beseitigen, die Mafia wollte ihre Milliardenverluste kompensieren, die dadurch entstanden waren, dass Castro 1959 die Drogeninfrastruktur der Mafia beschlagnahmt hatte.[74] Angeblich soll die Mafia J. Edgar Hoover, den langjährigen Direktor des FBIs, erpresst haben, weil dieser homosexuell gewesen sei. Zudem habe Hoover selbst mehrfach seine Verachtung für die Kennedys zum Ausdruck gebracht. Aus diesen Gründen habe er auch bei der Verschleierung der wahren Hintergründe geholfen.

Es ist dokumentiert, dass Hoover, bevor Kennedy Präsident wurde, die Existenz der Mafia in den USA nicht anerkennen wollte. Als Kennedy Präsident wurde, verelffachten sich die Anklagen gegen die Mafia unter dem von Robert F. Kennedy geführten Justizministerium, zu der auch das FBI gehört. Nach der Ermordung von Kennedy fiel die Rate der Anklagen wieder auf das Maß vor der Wahl von Kennedy zurück.

Hoover bewegte sich auf die damals bestehende Altersgrenze für sein Amt zu. Er wollte sich jedoch keineswegs zurückziehen. 1964, einige Tage vor seiner Aussage in der Warren-Commission, wurde er von Kennedys Nachfolger zum FBI-Direktor auf Lebenszeit ernannt. Eine Entscheidung, die laut Gesetz jedes Jahr vom Präsidenten bestätigt werden musste. Seit Hoovers Tod im Mai 1972 ist die Amtszeit des FBI-Direktors per Gesetz auf 10 Jahre begrenzt. Nach seinem Tod wurden Hoovers Akten von seiner Sekretärin vernichtet.

Exil-Kubaner

Nach einigen Verschwörungstheoretikern habe Fidel Castro Kennedy ermorden lassen, als Vergeltung für die zahlreichen Mordversuche, die CIA und Mafia gemeinsam gegen seine Person zu verantworten hätten. Im September 1963 warnte Castro öffentlich, dass führende Politiker der USA nicht sicher würden leben können, wenn sie glaubten, ihn töten lassen zu können. Am 22. November soll ein CIA-Agent beauftragt worden sein, Castro mit einer vergifteten Füllfederhalterwaffe zu ermorden. Allerdings hatten John und Robert Kennedy der CIA 1962 befohlen, keine weiteren Mordanschläge auf Castro mehr zu versuchen. Seit der zweiten Jahreshälfte 1963 hatte Kennedy über Hintergrundkanäle Castro angeboten, die diplomatischen und auch die Handels-Beziehungen zwischen den USA und Kuba zu normalisieren. Die CIA habe diese Anweisung allerdings ignoriert, ohne dass der Präsident oder sein Bruder davon wussten.

2006 wurde der deutsche Dokumentarfilm „Rendezvous mit dem Tod“ veröffentlicht. Der Journalist Wilfried Huismann erhob darin den Anspruch zu beweisen, Oswald selbst habe sich bei seiner Mexiko-Reise im September 1963 freiwillig in der kubanischen Botschaft dafür gemeldet, Kennedy umzubringen. Dafür seien ihm 6.500 US-$ gegeben worden. Der Film erklärt weiterhin, die US-Regierung habe diese Spur absichtlich nicht weiter verfolgt, um keinen Krieg heraufzubeschwören, wie ihn ein Großteil der Öffentlichkeit bei Bekanntwerden eines kubanischen Attentats mit Sicherheit gefordert hätte. In den deutschen Medien wurde Huismanns These jedoch mit erheblicher Skepsis aufgenommen, unter anderem, weil die angebliche Übergabe des Mordlohns in der kubanischen Botschaft in Mexiko-Stadt stattgefunden haben soll, die aber, wie die Kubaner sehr wohl wussten, von den Amerikanern abgehört wurde.[75] Außerdem fand die Reise Oswalds erst vier Tage nach dem angeblichen Treffen statt.

Stand der Diskussion

Täterschaft und Hintergründe des Kennedy-Attentats sind bis heute umstritten. Umfragen zeigen, dass eine große Mehrheit der Amerikaner nicht an eine Alleintäterschaft Oswalds glaubt.[76] Nach einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2003 kommen für diejenigen, die glauben, dass eine Verschwörung hinter dem Attentat steckt, Kuba oder die Sowjetunion am wenigsten als Drahtzieher des Attentats in Betracht (jeweils 15 %); als verdächtig gelten an erster Stelle die Mafia (37 %), an zweiter Stelle die CIA (34 %), an dritter Stelle Kennedys Nachfolger Johnson (18 %).[77]

Die Zahl der Buchveröffentlichungen zum Kennedy-Mord, die die offizielle Version anzweifeln, wird heute auf der Grundlage einer Spezialbibliographie auf mehrere tausend geschätzt.[78][79] Von wenigen Ausnahmen abgesehen,[80] stammen sie aber allesamt nicht von ausgebildeten Historikern. Der britische Historiker Peter Knight schreibt in seiner Geschichte der Darstellungsweisen des Attentats:

„Akademische Historiker und Kennedy-Biographen weisen einen auffallenden Mangel an Konzentration auf die spezifischen Einzelheiten des Attentats auf … Seit den 1960er Jahren ist die Repräsentation des Kennedy-Mordes ein Feld entweder von Darstellungen über Verschwörungen geworden, die von nichtprofessionellen Geschichtsschreibern ohne Verankerung im Establishment stammen, oder von Romanciers, Künstlern und Filmemachern. Jedoch haben Mainstream-Journalisten und Biographien sowie Geschichtswerke implizit Licht auf das Attentat geworfen, als die Diskussionen über Kennedys Tod sich auch in Debatten über das Erbe seiner Regierung und das Jahrzehnt, das er repräsentierte, ergingen.“[81]

Die seriöse Presse verbreitet zumeist die Einzeltäter-Version.[82] In den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland kommen in den letzten Jahren auch Stimmen zu Wort, die die Alleintäterschaft Oswalds bezweifeln.[83] Auch die meisten historischen oder politikwissenschaftlichen Darstellungen über Leben und Politik Kennedys folgen, sofern sie auf Kennedys Tod überhaupt eingehen, der Alleintäterthese. Der Berliner Geschichtsprofessor Knud Krakau schätzt:

„Die Historiographie und seriöse Publizistik neigen im Ergebnis dazu, die Alleintäterschaft Oswalds anzunehmen – und sei es auch nur, weil alle Alternativen noch weniger überzeugen.“[84]

Literatur

  • Lothar Buchholz: Labyrinth der Wahrheiten – Todesschüsse auf Kennedy. 3. Auflage. Verlag Lothar Buchholz, 2004, ISBN 3-00-012869-7.
  • Vincent Bugliosi: Reclaiming History. The Assassination of President John F. Kennedy. W.W. Norton, New York 2007, ISBN 0-393-04525-0.
  • Peter Knight: The Kennedy Assassination (= Representing American events, 1). Edinburgh University Press. Edinburgh 2007 ISBN 0-7486-2410-4
  • Michael L. Kurtz: The JFK Assassination Debates. Lone Gunman versus Conspiracy., University Press of Kansas, Lawrence (Kansas) 2006.
  • Norman Mailer: Oswalds Geschichte. Der Fall Lee Harvey Oswald. Ein amerikanisches Trauma. (Oswald’s Tale, dt.), München 1995, ISBN 3-7766-1903-1. (einziges Buch, das sowjetische Dokumente über Oswald berücksichtigt)
  • Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Anchor Books 2003, ISBN 1-4000-3462-0.

Weblinks

 Commons: Attentat auf John F. Kennedy – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mathias Bröckers, „Ein dummer, kleiner Kommunist“, Telepolis vom 22. November 2003.
  2. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 16-19 (hier das Zitat).
  3. Zit. nach Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 126.
  4. Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 233
  5. Robert Dallek: John F. Kennedy. Ein unvollendetes Leben, DVA, Stuttgart, 2003, S. 645
  6. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 58-65
  7. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 93, 98 f., 109-113
  8. Abschnitt des Warren-Reports über die Vereidigung Johnsons, abgerufen am 20. April 2011
  9. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 72-79, 86 f., 99-102 und 106
  10. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 121–143 und 162–171
  11. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 233 f., 271 f. und 292–302
  12. Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 132
  13. Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 394 ff.
  14. Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 132 f.
  15. Statement von Jack Ruby gegenüber Reportern nach seinem Prozess
  16. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 153 ff. und 157f.
  17. Paul B. Sheatsley/Jacob J. Feldman, A National Survey on Public Reactions and Behavior, in: Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis, (Hrg.) Greenberg/Parker, Stanford University Press, California, 1965, S. 156
  18. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 156 f.
  19. Judith Michel, Willy Brandts Amerikabild und -politik 1933- 1992, V&R unipress, Göttingen 2010, S. 162
  20. Paul B. Sheatsley und Jacob J. Feldman, A National Survey on Public Reactions and Behavior, in: Bradley S. Greenberg und Edwin B. Parker (Hrsg.), Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis, Stanford University Press, Palo Alto 1965, S. 156.
  21. Wilbur Schramm, "Communication in Crisis", in: in: Bradley S. Greenberg und Edwin B. Parker (Hrsg.), Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis, Stanford University Press, Palo Alto 1965, S. 21 ff.
  22. Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 65.
  23. H.H. Wilson, Professor der Politik an der Princeton-Universität, Vorwort zu Mood of the Nation (Sammlung von Leitartikeln und Leserbriefen), Munsell & Marzani 1964, zitiert in: Joachim Joesten, Oswald: Assassin or Fall Guy?, Marzani & Munsell Publishers Inc, 1964, S.120.
  24. Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 17.
  25. R. Andrew Kiel, J. Edgar Hoover. The Father of the Cold War. How His Obsession with Communism Led to the Warren Commission Coverup and Escalation of the Vietnam War, University Press of America, Lanham MD 2000, S. 139.
  26. Bob Callahan und Mark Zingarelli, Who shot JFK?. A Guide to the Major Conspiracy Theories, Simon & Schuster, New York 1993, S. 47
  27. Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 77
  28. siehe zum Beispiel Walter Isaacson, If Kennedy Had Lived, in: Time vom 13. April 1992 (online, Zugriff am 19. Oktober 2011); Arthur M. Schlesinger, An End to Vietnam, No Watergate, and a Chance for Liberalism. Kennedy’s Biographer on the Might-have-beens, in: Newsweek 131/18 (1998), S. 3 f.; Robert Dallek, JFK's Second Term, in: Atlantic Monthly 291/5, Juni 2003; Gallup-Umfrage vom November 2003, online, Zugriff am 22. Oktober 2011; Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 423 ; James G. Blight, David A. Welch und Janet M. Lang, Vietnam If Kennedy Had Lived. Virtual JFK, Rowman & Littlefield, Lanham, MD, 2009; Andrew Roberts, What if JFK had lived? Historian Andrew Roberts 50 years on from Kennedy becoming president: in: Daily Mirror vom 20. Januar 2011 (online, Zugriff am 19. Oktober 2011)
  29. Stanley Karnow, JFK. Oliver Stone and the Vietnam War, in: Mark C. Carnes (Hrsg.), Past Imperfect. History According to the Movies, Holt, New York 1995, S. 270-273
  30. Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 159 ff.
  31. John Hellmann, The Kennedy Obsession. The American Myth of JFK, Columbia University Press, New York 1997
  32. Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 423 f.
  33. so das Ergebnis einer Gallup-Umfrage vom November 2003, online, Zugriff am 22. Oktober 2011
  34. William Manchester, The Death of a President. November 20 – November 25, 1963, Harper & Row, San Francisco 1967, S. 409
  35. Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 416-420, das Zitat S. 416; zum sozialpsychologischen Mechanismus siehe auch Andreas Hartmann, Germanicus und Lady Di. Zur öffentlichen Verarbeitung zweier Todesfälle, in: Waltraud Schreiber (Hrsg.): Der Vergleich. Eine Methode zur Förderung historischer Kompetenzen. Ausgewählte Beispiele, ars una Verlagsgesellschaft, Neuried 2005, S. 81 f.
  36. Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 79.
  37. Report of the Select Committee on Assassinations of the U.S. House of Representatives, S. 244.
  38. Report of the Select Committee on Assassinations of the U.S. House of Representatives, S. 244.
  39. Report of the Select Committee on Assassinations of the U.S. House of Representatives, S. 244.
  40. Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 135.
  41. CIA-Anweisung vom 1. April 1967
  42. Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 414; Michael L. Kurtz, The JFK Assassination Debates. Lone Gunman Versus Conspiracy, University Press of Kansas, Lawrence (Kansas) 2006, S. 223
  43. Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 423
  44. Der Clark-Bericht
  45. Book V: The Investigation of the Assassination of President J.F.K: Performance of the Intelligence Agencie, Assassinations Archive and Research Center, 6. Februar 2011
  46. Book V: The Investigation of the Assassination of President J.F.K.: Performance of the Intelligence Agencies, Assassinations Archive and Research Center, 2011
  47. Der Bericht des HSCA
  48. Jury Deadlocks In Oswald Mock Trial, in: ABA Journal, Oktober 1992, S. 35
  49. John McAdams, Dealey Plaza Earwitnesses (online Zugriff am 18. Juli 2011
  50. John McAdams, Dealey Plaza Earwitnesses (online Zugriff am 18. Juli 2011
  51. Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 224 f.
  52. Lothar Buchholz, Labyrinth der Wahrheiten. Todesschüsse auf Kennedy, o.O. 2004, S. 85–89
  53. Zusammenstellung von Zeugenaussagen auf historymatters.com
  54. Vgl. Photos von Oswald bzw. Lovelady, Photos von Oswald und Lovelady
  55. Aussage von Clinton J. Hill, 30. November 1963 Hills vor der Warrenkommision
  56. Aussage Kellermans
  57. Skizze der HinterkopfwundeAussage von Dr. Robert n. McClelland
  58. Telepolis vom 22. November 2003
  59. a b c d e Conspiracy: Cases For and Against, pbs.org, 20. November 2003
  60. „FAKE: the Forged Photograph that Framed Lee Harvey Oswald“ Dokumentation über die Geschichte des „Backyard“-Fotos von Craig Maurer und Jim Marrs unter Verwendung des Materials von Jack White, 1990.
  61. Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 107–109.
  62. Dartmouth Professor finds that iconic Oswald photo was not faked, Presseerklärung des Dartmouth College vom 5. November 2009.
  63. Christopher Schrader, Der menschliche Makel, in: Süddeutsche Zeitung vom 13. November 2009.
  64. Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 273–279.
  65. Vgl. DB Thomas: Echo Correlation Analysis and the Acoustic Evidence in the Kennedy Assassination Revisited, in: Science & Justice (2001); Michael O’Dell: The Acoustic Evidence in the Kennedy Assassination
  66. Der Clark-Bericht
  67. Eine Zusammenstellung von Meinungen ballistischer und forensischer Experten zu Kennedys Kopfwunde (englisch)
  68. jfkfiles.com
  69. Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 98 f.
  70. Hye Jeong: LBJ Behind JFK Killing, Knight Ridder Newspapers vom 21. August 2003
  71. http://home.earthlink.net/~sixthfloor/update5.htm Wallaces Fingerabdruck auf home.earthlink.net]
  72. Barr McClellan: Blood, Money & Power: How L.B.J. Killed J.F.K. Hannover House, 2003, ISBN 0-9637846-2-5.
  73. Siehe hierzu ausführlich Mathias Bröckers, „Ein dummer, kleiner Kommunist“, Telepolis vom 22. November 2003.
  74. Jospeh geringer: As Ever, a Conspiracy auf crimelibrary.com
  75. Vgl. ARD-Dokumentation: Rendezvous mit dem Tod, Spiegel-Artikel: Steile These, schwache Belege, Blog von Alan Posener: Hat Castro den Mord an Kennedy befohlen?, Interview mit Ekkehard Sieker: „Der Kennedy-Film der ARD ist ein echter Fake“
  76. Umfrage von ABC News, Umfrage von Discovery Channel
  77. Gallup-Umfrage von 2003
  78. Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 466.
  79. David Wrone, The Assassination of John F. Kennedy. A Comprehensive Historical and Legal Bibliography 1963-1979, State Historical Society of Wisconsin, Madison 1980 (16 Seiten)
  80. Michael L. Kurtz, Crime of the Century. The Kennedy Assassination from a Historical Perspective, University of Tennessee Press, Knoxville, TN, 1993; Gerald McKnight, Breach of Trust. How the Warren Commission Failed the Nation and Why, University Press of Kansas, Lawrence KS 2005.
  81. Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 36
  82. Mathias Bröckers, Telepolis vom 22. November 2003
  83. 2006 Rendezvous mit dem Tod: Warum John F. Kennedy sterben musste von Wilfried Huismann in der ARD; 2007 Der Kennedy-Mord – Mythos und Wahrheit im ZDF; Stichtag 27. September 1964. Veröffentlichung des Warren-Berichts über den Mord an J.F. Kennedy, NDR Info, 27. September 2009, abrufbar über die NDR-Info-Mediathek, Suchwort: „Warren-Bericht“.
  84. Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 421
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