Geschichte Thailands
Flagge Thailands seit 1917

Die Geschichte Thailands betrachtet die Ereignisse auf dem heutigen Territorium des Staates Thailand und der mit ihm zusammenhängenden Nachbarregionen, wie Birma, Laos, Kambodscha und die Malakka-Halbinsel über einen Zeitraum von mehreren Tausend Jahren vor der Zeitenwende bis heute.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliche Perioden

Zu den Königen der thailändischen Königreiche siehe Liste der Könige von Thailand, zur Militärgeschichte siehe Militärgeschichte von Thailand.

Vorgeschichte

Bronzefunde, die im Jahre 1967 im Dorf Ban Chiang (Nordost-Thailand) ausgegraben wurden, werden ins 3. Jahrtausend v. Chr. datiert, also etwa zeitgleich mit europäischen Funden. Siedlungen konnten bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen werden und Felszeichnungen finden sich in Phu Phrabat (Udon Thani) und Pha Taem (Ubon Ratchathani).

Die neolithischen Kulturen im heutigen Thailand lassen sich jedoch mit den heutigen Thai nicht in Verbindung setzen. Die Thai sind aus anderen Gebieten eingewandert, und bei ihrer Einwanderung trafen sie auf andere Völker. Die älteste heute bekannte Zivilisation war die Dvaravati-Kultur, deren Zentren wahrscheinlich im heutigen Lopburi, Nakhon Pathom und Lamphun lagen und deren kultureller Höhepunkt im 6. bis 9. Jahrhundert erreicht wurde. Träger dieser Kultur waren buddhistische Mon, die von Landwirtschaft und Handel lebten und im 9. Jahrhundert das Reich Hariphunchai gründeten, das bis ins 11. Jahrhundert von einer Mon-Dynastie beherrscht wurde. Ostthailand wurde zeitweise vom Funan-Reich beherrscht, deren Bevölkerung auch Mon sprechenden Völkern zuzurechnen sein könnte.

Im 11. Jahrhundert wurde die Ebene des Menam vom Angkor-Reich der Khmer beherrscht. Das heutige Ayutthaya war, wie Inschriften bezeugen, bereits 937 eine Stadt der Khmer. Bis um 1050 dehnte Angkor sich auf Kosten der Mon-Reiche bis Zentralthailand aus.

Im benachbarten Burma wurde ab dem 11. Jahrhundert unter König Anawrahta das Bagan-Reich zu einer bedeutenden Macht. Die malaiische Halbinsel mit dem Süden des heutigen Thailand wurde vom Srivijaya-Reich geprägt. Für das 13. Jahrhundert findet sich die chinesischen Chroniken der Hinweis auf ein Reich namens Chen-li-fu, wobei nicht genau geklärt ist, welches Volk dieses Reich gegründet hat; es ist nicht ausgeschlossen dass es sich hierbei um eine der ersten Staatsgründungen der Thai handelt. Nördlich von Thailand, im heutigen Yunnan, lag Nanzhao, in dessen Südteil damals wahrscheinlich Thai-Völker siedelten. Nanzhao wurde 1253 von den Mongolen erobert.[3][4]

Einwanderung der Thai

Hauptartikel: Thai

Die Thai wanderten über einen längeren Zeitraum aus dem Norden entlang der Flüsse Mekong, Menam und Irrawaddy in das Gebiet des heutigen Thailand ein. Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Thai ist nicht genau geklärt. Wahrscheinlich stammen die Thai aus dem heutigen Südchina und Nordvietnam und wurden durch den Druck der Chinesen und Vietnamesen zur Migration Richtung Süden gezwungen. Laut anderen Thesen siedelten die Thai in Nord- oder Zentralchina oder sie waren die Grundbevölkerung des Nanzhao-Reiches; beide Thesen sind jedoch aus heutiger Sicht nicht haltbar. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Thai südliche Gebiete des Nanzhao-Reiches besiedelten, denn aus chinesischen Quellen geht hervor, dass sie aufgrund ihrer kriegerischen Aktivitäten gefürchtet waren.

Erste schriftliche Belege von der Anwesenheit der Thai als Sklaven finden sich auf Inschriften in Bagan, die um 1120 entstanden sind. Inschriften aus dem Cham-Reich (Mitte des 11. Jahrhunderts), berichten von Syam-Sklaven. Im 12. Jahrhundert ist schließlich belegt, dass Thai in den Heeren von Angkor präsent waren. Bildnisse aus Angkor-Tempeln zeigen deutlich, dass die Thai-Kontingente andere Haartracht und Bekleidung bevorzugten als die Khmer.

Die Thai, ein Bauernvolk, welches Reis auf Bewässerungsfeldern in Ebenen und Tälern anbaute und teils Brandrodungsfeldbau betrieb, stießen bei ihrer Wanderung auf zivilisatorisch weiterentwickelte Völker. Es kam zu Durchmischung und Assimilierung, wobei sich das Thai-Element durchsetzte. Warum sich die Thai gegenüber der bereits ansässigen Bevölkerung durchsetzen konnten, wird teilweise durch ihre Organisation in multiethnischen Mueang erklärt. Thai und Nicht-Thai lebten zusammen in diesen Dorfverbünden, wodurch die Thaiisierung gefördert wurde.

Die ersten Staatsgründungen der Thai waren wahrscheinlich nicht von langer Dauer. Die ältesten Überlieferungen erzählen von einem Land namens Yonok, das ab dem neunten Jahrhundert existiert haben soll, dessen Bewohner sich zum Buddhismus bekannten, und das vom Reisanbau lebte. Wahrscheinlich kam es bereits zu dieser Zeit zu Zusammenstößen mit den Khmer. In Oberburma siedelten sich die Shan, ein weiteres Thai-Volk, an und schwächten Bagan entscheidend, bis seine Hauptstadt 1298 zerstört wurde. Dies und der langsame Niedergang des Khmer-Reiches erlaubte es den Thai, eigene größere und stabile politische Einheiten zu bilden, etwa um Luang Prabang (heute Laos) oder das westlich des heutigen Chiang Rai von Prinz Phrom gegen Ende des 10. Jahrhunderts gegründete Königreich Fang, das sich bis nach Sawankhalok (heute ein Amphoe der Provinz Sukhothai) ausdehnte.[5][6][7]

Lan Na

Hauptartikel: Lan Na

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erlangte in Nordthailand ein erster Thai-Staat eine größere Machtfülle. Auf Basis des Fürstentums Chiang Saen gründete Mengrai ein Königreich, das Lan Na - „Land der Millionen Felder“ - oder nach seiner Hauptstadt Chiang Mai genannt wurde. Ihm gelang die Eroberung von Hariphunchai und ließ sich 1281 in Lamphun krönen. Mengrai gründete Chiang Rai und Chiang Mai, widersetzte sich der Gefahr der Mongolen, die das Reich von Norden bedrohten, und schloss einen Freundschaftsvertrag mit König Suddhasoma von Pegu. Lan Na und andere Königreiche in Nordthailand behielten über mehrere Jahrhunderte hinweg gegenüber dem restlichen Thailand ein großes Maß an Unabhängigkeit.[8]

Das Reich von Sukhothai (1238 bis 1350)

Hauptartikel: Sukhothai
Sukhothai

Südlich von Lan Na hatte es bereits seit längerem Auseinandersetzungen zwischen Khmer und Thai gegeben. Nach einer Rebellion gegen die Khmer setzte sich ein Gouverneur an die Spitze eines Thai-Staates und ließ sich im Jahre 1238 als Sri Indraditya krönen. Ihre Hauptstadt nannten die Thai Sukhothai (eine Legende spricht von einer Gründung etwa 500 n. Chr. durch den sagenhaften König Chao Aluna Khmara, dem legendären Phra Ruang, der von einer mythischen Naga-Prinzessin abstammen soll).

Der bedeutendste Herrscher von Sukhothai war König Ramkhamhaeng (1275–1298). Zu Beginn seiner Herrschaft waren nur einige Städte in der Umgebung Sukhothais unter seiner Kontrolle, bei seinem Tod entsprach der Einflussbereich Sukhothais etwa dem des heutigen Thailand. Außenpolitisch normalisierte Ramkhamhaeng die Beziehungen mit China, indem er eine Tributgesandtschaft entsandte. Die Kooperation mit den anderen Thai-Königen Mengrai und Ngam Mueang (Phayao-Reich) gegen die von Norden her drohenden Mongolen ist bemerkenswert, ebenso der Respekt, mit dem die Herrscher einander begegneten. Innen- wie außenpolitisch wurde die Vorherrschaft der Khmer für immer beseitigt.

In einer berühmten Inschrift, die auf das Jahr 1292 zurückgeht und sich heute im Nationalmuseum Bangkok befindet, berichtet Ramkhamhaeng darüber, wie er das Land regierte. So beachtete er die Treue des Sohnes vor dem Vater, er war milde zu gefangenen Feinden, er behandelte das Eigentum und das Erbe seiner Untertanen mit Respekt und er schuf keine Handelshemmnisse. Er berichtet von einer Glocke, wo jeder seiner Untertanen läuten konnte, um vom König angehört zu werden. Die Inschrift behandelt auch ein Bekenntnis zum Buddhismus sowie die Verehrung des Geistes Phra Khapung. Ramkhamhaeng berichtete auch, im Jahr 1283 die thailändische Schrift entwickelt zu haben.[9][10] Trotzdem sich der Herrscher als Vater seiner Untertanen sah und der Milde, die den Herrschern von Sukhothai nachgesagt wird, kannte dieser Staat eine recht klare soziale Differenzierung zwischen Freien, Sklaven und Aristokraten. Aus dem später erstellten Mangraisat geht hervor, dass alle Freien die Hälfte ihrer Arbeitskraft dem Herrn schuldeten.

Es herrschte das Prinzip, dass, wer ein Stück Natur urbar machte, den Besitz an diesem Land erwarb. In Wirtschaftsfragen galt weithin das Laissez-faire-Prinzip. Dies führte zu einer raschen wirtschaftlichen Entwicklung und schneller territorialer Ausbreitung. Sukhothai erfreute sich hohen wirtschaftlichen Wohlstandes, und im Inneren herrschte weitgehend Frieden.

Im Sukhothai-Reich wurde der Theravada-Buddhismus von den Mon übernommen und tief in der Gesellschaft verankert. Es wurden zahlreiche Buddha-Bildnisse mit den charakteristischen weichen Formen geschaffen. Die Kunst Sukhothais gilt heute als originellste und schönste in der Geschichte Thailands. Die Nachfolger Ramkhamhaengs waren neben Königen auch buddhistische Gelehrte; König Li Thai schuf das erste siamesisch-buddhistische Buch namens Predigt über die drei Welten.

Die Nachkommen Ramkhamhaengs waren alle keine großen Feldherren, das Reich verlor schnell Einfluss und Territorium, bereits Ramkhamhaengs Enkel Li Thai soll sich freiwillig seinem überlegenen Nachbarn Ayutthaya, gebeugt und abgedankt haben.[11][7][12]

Das Reich von Ayutthaya (1351 bis 1767)

Hauptartikel: Königreich Ayutthaya

Frühe Periode

Der auf Befehl von Ramathibodi I. erbaute Wat Yai Chai Mongkon

Das Königreich Ayutthaya wurde durch den charismatischen Fürsten und ersten König Ramathibodi I. im Jahre 1351 gegründet und bestimmte in der Folge für etwa 400 Jahre mit 33 Herrschern und sieben Dynastien das Geschehen im heutigen Thailand. Den frühen Königen, besonders Boromaracha II., gelang es während einer Periode von etwa 100 Jahren, eine Hegemonie über alle Fürstentümer im heutigen Thailand aufzubauen und diese durch Unterwerfung oder Aufbau von Verwandtschaftsverhältnissen an sich zu binden. Darunter war auch Sukhothai, welches erst nach 1438 absorbiert werden konnte. Die Hauptstadt des östlich gelegenen Angkor-Reiches wurde zweimal erobert; zahlreiche Kriegsgefangene, darunter hohe Beamte, Brahmanen und Künstler des Reiches wurden als Kriegsgefangene in Ayutthaya angesiedelt. Das Resultat war, dass das Khmer-Reich niederging und dass viele Traditionen von Angkor im Königreich Ayutthaya weitergeführt wurden. Dazu gehörte etwa das gottgleiche Königtum im Unterschied zum väterlichen Königtum Sukhothais. Im Süden des Landes kam es zu einer Konfrontation mit dem Sultanat Malakka. Der Norden des heutigen Thailand konnte jedoch nicht permanent unter die Herrschaft von Ayutthaya gebracht werden und blieb weitgehend unabhängig.

Unter König Trailok wurde das Reich zentralisiert, die Macht der Regionalfürsten gebrochen und das Sakdi Na-System eingeführt, welches dem König eine effiziente Mobilmachung von Arbeitskräften oder Truppen für den Kriegsfall ermöglichte. Ayutthaya verfügte somit über das effizienteste Staatswesen in Südostasien, schwächte sich aber immer selbst durch lähmende Rivalitäten um den Thron. Eine solche Periode der Schwäche führte in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu einer erfolgreichen Invasion der Burmesen, die unter Bayinnaung zunächst Lan Na eroberten und die 1569 die Hauptstadt einnahmen. Prinz Naresuan, der später König wurde, gelang es nach Freilassung aus seiner Gefangenschaft in Burma, neue Truppen aufzustellen, die Burmesen abzudrängen und schließlich den Thronfolger der Burmesen in der Schlacht von Nong Sarai zu töten. Naresuan konnte seine Herrschaft in der Folge schnell festigen und es gelang ihm auch, die bedeutenden Handelsstädte Tenasserim und Tavoy zu erobern.

Auseinandersetzung mit den Kolonialmächten

Kupferstich von Simon de La Loubère (1642-1729)

Traditionell lebten in Ayutthaya zahlreiche chinesische, persische und arabische Händler. Die ersten Europäer, die in das Land kamen, waren die Portugiesen im Jahre 1511. Sie schlossen einen Vertrag, der ihnen die Einrichtung eines Handelsstützpunktes im Austausch für Waffen und Söldner gestattete. Die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts, in denen die Könige Ekathotsarot, Songtham und Prasat Thong regierten, stand dann ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit den Kolonialmächten Niederlande, Großbritannien und Frankreich. Sie alle gründeten Handelsniederlassungen und Faktoreien in Südthailand und vor den Toren der Hauptstadt. Die Könige von Ayutthaya profitierten von der Anwesenheit der Europäer, die sich beim Bau von Befestigungsanlagen und Palästen hervortaten. Im Gegenzug wurde die Einrichtungen von katholischen Missionen erlaubt. Siamesische Delegationen besuchten die Niederlande und Frankreich. Ausländer brachten es sogar auf hohe Positionen als Provinzgouverneure, Minister oder Berater des Königs, wie etwa der Grieche Constantine Phaulkon. Die Rivalität zwischen den Kolonialmächten, die von den Siamesen auch zu ihren Gunsten ausgenutzt wurde, bedingte eine Anwesenheit von Soldaten und die Befestigung der Handelseinrichtungen. Dies missfiel vor allem dem siamesischen Adel, der 1688 eine Krankheit des Königs Narai zum Anlass nahm zu revoltieren, Phetracha zum neuen König einzusetzen, den einflussreichen Phaulkon hinzurichten, die Ausländer auszuweisen und die Missionierung zu verbieten. Dieses Ereignis, das auch als Siamesische Revolution bezeichnet wird, führte dazu, dass die Europäer in der Geschichte des Landes der nächsten 150 Jahre keine Rolle mehr spielten.

Goldenes Zeitalter und Niedergang von Ayutthaya

Ayutthaya im 17. Jahrhundert

Das Land schottete sich nach 1688 jedoch nicht ab, sondern führte einen blühenden Handel mit seinen Nachbarn sowie China, Persien und Arabien. Es begann eine Periode, die trotz blutiger Kämpfe um den Thron von Frieden und Stabilität gekennzeichnet war. Es blühten Kunst, Literatur und Theater. Diese Zeit bildete den Höhepunkt der Literatur Thailands, der königliche Hof wurde Mittelpunkt des literarischen Lebens. Übersetzungen aus dem Sanskrit, dem Khmer, dem Pali und aus dem Javanischen förderten die Ausdruckskraft der Thai-Sprache. Viele Bauprojekte wurden verwirklicht, die Hegemonie über Laos und Kambodscha wurde durchgesetzt. Gleichzeitig jedoch gelang es den führenden Familien des Landes, ihre Kontrolle über die Untertanen des Landes auf Kosten jener des Königs auszuweiten. Die Zentralgewalt wurde somit geschwächt, den außenpolitischen Möglichkeiten des Landes wurden Grenzen gesetzt.

Gleichzeitig zum goldenen Zeitalter in Ayutthaya etablierte sich im benachbarten Burma die Konbaung-Dynastie, die nach ihrer Konsolidierung eine aggressive Expansionspolitik betrieb. 1759 verlor Ayutthaya seine Besitzungen im heutigen Südburma, kurz darauf erfolgte eine erste Belagerung seiner Hauptstadt. Nach dem Tod von König Alaungpaya zogen sich die Burmesen zeitweilig zurück, bis 1766 eine einjährige Belagerung der Hauptstadt unter König Hsinbyushin begann, die 1767 zum Fall der Stadt und zu ihrer vollständigen Zerstörung führte. Die königliche Familie kam im Krieg entweder um oder wurde als Kriegsgefangene nach Burma geführt. Zahlreiche Schriften und Kunstwerke gingen verloren. Ayutthaya wurde später nicht mehr Hauptstadt Thailands.[13][14]

Thonburi-Periode (1767 bis 1782)

Statue von Taksin im Wangderm-Palast von Thonburi

Der chinesischstämmige General Taksin konnte aus der belagerten Stadt Ayutthaya fliehen und sich nach Ostthailand absetzen. Dort gelang es ihm, neue Truppen zu formieren und den Widerstand gegen die Burmesen zu organisieren. Es kam ihm zugute, dass Burma zur gleichen Zeit von einer Invasion Chinas bedroht wurde und sie deshalb nur sehr schwache Besatzungstruppen in Ayutthaya beließen. Bereits im Oktober 1767 gelang es ihm, die Hauptstadt zurückzuerobern. Ayutthaya wurde jedoch nicht wieder Zentrum des Reiches, sondern das strategisch günstiger gelegene Thonburi.

Nach der einjährigen Belagerung war die Versorgungslage der Bevölkerung katastrophal. Er führte zahlreiche Maßnahmen ein, um die Notlage zu mindern, wobei er auch die Hilfe von einflussreichen chinesischen Familien in Anspruch nahm. So mussten alle Staatsangestellten ungeachtet ihres Ranges auf den Feldern arbeiten; Disziplinmangel, Korruption, Feigheit oder Schmuggel wurden auf das härteste bestraft. Um ein effizienteres Durchgreifen des Staates auf die Arbeitsleistungen der Untertanen zu ermöglichen, ließ er alle Unfreien tätowieren. Er brach mit der Tradition der gottgleichen Könige von Ayutthaya und war ein Herrscher, der sich um viele Details persönlich kümmerte.

Das Reich, das nach dem Fall der Hauptstadt in mehrere Staaten zerfallen war, konnte er bis 1770 wiedervereinigen. 1776 gelang ihm sogar die Eroberung von Lan Na. 1768 vergrößerte er den siamesischen Einfluss in Kambodscha und 1778 unterwarf er Laos, von wo er den berühmten Smaragd-Buddha, eines der größten Heiligtümer des Buddhismus, mitbrachte.

Auf seinen Kriegszügen stachen zwei seiner Generäle besonders hervor: die Brüder Chao Phraya Chakri und Chao Phraya Surasi. Sie entstammten der Aristokratie von Ayutthaya, waren mit reichen chinesischen Familien verbunden und hatten somit eine höhere gesellschaftliche Stellung als Taksin. Es entwickelte sich eine Rivalität zwischen Chakri und Taksin. Zum Ausgang dieses Konfliktes und zum Ende Taksins gibt es zwei Geschichtsschreibungen. Gemäß der ersteren verfiel Taksin zunehmend dem Wahnsinn und verhängte zahlreiche Todesurteile gegen Menschen aus seiner Umgebung, was zu einer Revolte gegen ihn führte. Gemäß der zweiten Geschichtsschreibung war sehr wohl bei gesundem Verstand und taktierte geschickt, um das sich gegen ihn anbahnende Übel abzuwenden. Jedenfalls wurde er verhaftet, verurteilt und 1782 hingerichtet. Dies geschah, weil das Blut des Königs nicht vergossen werden durfte, durch Einhüllen in einen Sack und Erschlagen mit einer Keule aus Sandelholz.[15][16]

Die Chakri-Dynastie (1782 bis heute)

Restauration unter Rama I.

Symbol des Hauses Chakri

König Phuttayodfa (Rama I.) bestieg den Thron als 45jähriger im Jahre 1782. Es ist wahrscheinlich, dass er und seine Familie die Thronbesteigung bereits zu Lebzeiten seines Vorgängers Taksin geplant hatten. Nach seiner Krönung betrieb er eine systematische blutige Ausrottung der Anhänger Taksins, was der typischen Vorgehensweise der Usurpatoren in der thailändischen Geschichte entspricht.

Die neue Dynastie verlegte die Hauptstadt von Thonburi nach Rattanakosin, dem heutigen Bangkok. Bangkok war bis dahin nur eine kleine Siedlung mit einem Fort gewesen, sie lag jedoch strategisch günstig am östlichen Ufer des Maenam Chao Phraya und war unter den ausländischen Händlern als Schlüssel nach Siam bekannt. Mit Material aus Ayutthaya wurden neue Paläste und Tempel errichtet. Für den Smaragd-Buddha wurde der Wat Phra Kaeo gegründet. Der König setzte sich zum Ziel, die alte Pracht von Ayutthaya auf die neue Hauptstadt zu übertragen. In seiner neuen Hauptstadt ließ Rama I. sich im Jahre 1785 in einer prunkvollen Zeremonie krönen.

Außenpolitisch war die Regierungszeit von Rama I. durch die nach wie vor akute Bedrohung durch Burma geprägt. Unter ihrem neuen König Bodowpaya fanden sechs Feldzüge der Burmesen gegen Siam statt. 1785 griffen fünf Armeen gleichzeitig das Territorium Siams an, während 1786 eine machtvolle Armee über den Drei-Pagoden-Pass einmarschierte. In allen Fällen blieb nach wechselvollen Kämpfen die siamesische Seite siegreich. Auch Nordthailand konnte ab 1805 weitgehend unter Kontrolle Bangkoks gebracht werden. Versuche von seiten Rama I., Südburma zu erobern, wo sich einige bedeutende Handelshäfen befanden, waren nicht von Erfolg gekrönt. Diese Auseinandersetzung war die letzte dieser zwei rivalisierenden Mächte in Südostasien.

Kambodscha wurde zur Zeit von Rama I. praktisch wie eine Provinz von Siam verwaltet, da der Rivale Vietnam mit inneren Problemen zu kämpfen hatte. Erst als der neue Kaiser Gia Long den Thron bestiegen hatte, wurde der Einfluss Siams in Kambodscha wieder bekämpft. Die Beziehungen zu Vietnam nahmen in dieser Epoche beginnend einen bedeutenden Rang ein. Mit den europäischen Kolonialmächten gab es während der Regierungszeit von Rama I. keine nennenswerten Beziehungen.

Zu einer der bedeutendsten Leistungen von Rama I. gehört, dass er ab 1804 alle Gesetze des Landes sammeln, prüfen und in einem (in heutigem Druck) 1700 Seiten starken Werk kodifizieren ließ. Diese so genannte Drei-Siegel-Gesetze blieben in ihren Grundzügen bis Anfang des 20. Jahrhunderts gültig.

Auch auf kulturellem Gebiet erlangte Siam ein hohes Niveau. So wurde der buddhistische Kanon (Dreikorb) gesammelt und im Rahmen eines Großen Rates neu formuliert. Die Künste wurden gefördert, schon allein durch die Erbauung neuer Paläste und Tempel in der neuen Hauptstadt. Aber auch Literatur und Theater blüten, in dieser Epoche entstanden Werke wie das bedeutende, 3000 Seiten starke Ramakian. Werke aus dem chinesischen, Mon, dem javanischen, dem persischen und den indischen Sprachen wurden nach Thai übersetzt.

Rama I. führte als erster König der Chakri-Dynastie in vielerlei Hinsicht die Traditionen von Ayutthaya fort. Das neue Reich war jedoch noch straffer zentralisiert als seine Vorgängerreiche. Eine besonders wichtige Neuerung war die stärkere Betonung von Rationalität in der Beziehung zwischen dem Monarchen und seinen Untertanen. Rama I. war der erste König in der Geschichte des Landes, der seine Entscheidungen vor den höchsten Beamten begründete oder rechtfertigte.[17][18]

Aufrechterhaltung des Status quo unter Rama II. und Rama III.

Rama II. (Phra Phuttaloetla) war der Sohn von Rama I.. Seine Thronbesteigung war von einem Komplott begleitet, bei dessen Niederschlagung 40 Personen hingerichtet wurden. Die innen- und außenpolitische Ruhe, die in der Folge während der Regierungszeit von Rama II. und seinem Nachfolger Rama III. (Phra Nang Klao) herrschte, wurde vor allem durch das Nachgeben in Konflikten und den Aufbau von guten Beziehungen zu einflussreichen Clans im Inland erreicht.

Außenpolitisch dominierten zunächst die Beziehungen zu den Nachbarstaaten, während jene zu den europäischen Kolonialmächten in den Hintergrund traten. In Kambodscha und Laos errang Vietnam die Vorherrschaft, was Rama II. zunächst akzeptierte. Als in Vietnam eine Rebellion ausbrach, wurde unter Rama III. 1833/34 versucht, die Vietnamesen militärisch zu bezwingen, was jedoch zu einer verlustreichen Niederlage der siamesischen Truppen führte. In den Vierziger Jahren gelang es jedoch den Khmer selbst, die Vietnamesen zu vertreiben, was in der Folge zu einem höheren Einfluss Siams in Kambodscha führte. Gleichzeitig blieb Siam Tributzahler an China.

Zu einem potentiell gefährlichen Ereignis kam es 1827, als laotische Truppen unter König Anuvong in Richtung Bangkok vorrückten. Sie konnten jedoch vernichtet werden, was die Position Siams in Laos festigte; alle laotischen Gebiete westlich des Mekong wurden zu siamesischen Provinzen erklärt.

Zu einer ernsten Berührung der englischen Kolonialinteressen kam es, als Siam 1821 das Sultanat Kedah auf der malaiischen Halbinsel eroberte. Kedah gehörte zur Interessenszone Englands; im Folgejahr muss der Siam nach zähen Verhandlungen mit dem englischen Gesandten John Crawfurd den Status vor der Eroberung wieder anerkennen. Es ist in dieser Epoche auch die zaghafte Wiederaufnahme von Handels und Missionierung zu verzeichnen. Vor allem englische Händler wie Robert Hunter (Entdecker der Siamesischen Zwillinge) oder James Hayes, aber auch Missionare wie Jacob Tomlin, Karl Gützlaff, Dan Beach Bradley oder Jean-Baptiste Pallegoix wurden in Siam aktiv. Im Jahre 1825 wurde mit dem englischen Emissär Henry Burney ein Handelsabkommen geschlossen; Siam musste den britischen Kolonialbesitz auf der malaiischen Halbinsel anerkennen. Dieses Abkommen kam nicht zuletzt unter dem Eindruck des schnellen englischen Erfolges im ersten anglo-birmanischen Krieg zu Stande.

In das 19. Jahrhundert fällt auch der Beginn der chinesischen Masseneinwanderung nach Siam. Durch die Verfügbarkeit von chinesischen Arbeitern blühten Handel, Landwirtschaft und Handwerk auf. Es mussten jedoch auch die ersten chinesischen Rebellionen niedergeschlagen werden.

Unter Rama II. und Rama III. erreichten Kultur, Tanz, Dichtung und vor allem das Theater einen Höhepunkt. Im Tempel Wat Pho wurde von Rama III. die erste Universität des Landes gegründet.

Die Regierungszeit von Rama III. wurde schließlich von einer Spaltung der Aristokratie in Bezug auf die Außenpolitik gekennzeichnet. Einer kleinen Gruppe von Befürwortern der Übernahme von westlichen Technologien und anderen Errungenschaften standen konservative Kreise, die für eine stärkere Abschottung eintraten, gegenüber. Da die Könige Rama II. und Rama III. zu den konservativ-religiösen Kreisen zu zählen waren, dominierte weitgehend eine isolationistische Tendenz.

Der Tod von Rama III. im Jahre 1851 bedeutete auch das Ende der alten siamesischen Monarchie: es gab bereits deutliche Anzeichen von tief gehenden Veränderungen, die von den beiden Nachfolgern des Königs umgesetzt werden mussten.[19][20]

Siam im Umbruch

Reformen unter Rama IV. und Rama V.

Phra Maha Chulalongkorn, portraitiert von C.W.Allers

Als König Mongkut (Rama IV.) den siamesischen Thron bestieg, war dieser von außen stark bedroht. Die Kolonialmächte England und Frankreich waren bereits in Territorien vorgestoßen, die ursprünglich zur siamesischen Einflusszone gehörten. Mongkut und sein Nachfolger Chulalongkorn (Rama V.) erkannten diese Lage und versuchten, die Abwehrkräfte Siams durch Modernisierung zu stärken, westliche wissenschaftlich-technische Errungenschaften zu absorbieren und so der Kolonisierung zu entgehen.

Die beiden Monarchen, die in dieser Epoche regierten, waren die ersten mit westlicher Bildung. König Mongkut hatte 26 Jahre lang zuerst als Wandermönch und später als Abt des Wat Bowonniwet gelebt. Er war nicht nur in den traditionellen und buddhistischen Wissenschaften Siams bewandert, sondern er hatte sich auch intensiv mit den modernen westlichen Naturwissenschaften auseinandergesetzt, wobei er das Wissen von europäischen Missionaren und aus seiner Korrespondenz mit westlichen Staatsoberhäuptern sowie dem Papst bezog. Er war der erste siamesische Monarch, der die englische Sprache beherrschte. Sein Sohn Chulalongkorn, der 1873 als 20jähriger den Thron bestieg, hatte neben einer traditionellen siamesischen Erziehung auch eine englische Erzieherin gehabt. Er hatte in jungen Jahren die durch ausländische Mächte kolonisierten Gebiete Asiens bereist und dort die technischen Fortschritte studiert. Wiederholt bereiste er sein eigenes Land inkognito und besuchte Europa zweimal in den Jahren 1897 und 1907.

Offizielles Wappen des Königreichs Siam 1873-1910

Bereits 1855 erschien John Bowring auf einem englischen Kriegsschiff in Bangkok. Unter dem Eindruck der Erfolge, die England im benachbarten Burma erzielen konnte, unterschrieb König Mongkut den sogenannten Bowring-Vertrag, der das königliche Außenhandelsmonopol aufhob, die Importzölle herabsetzte und England eine Meistbegünstigungsklausel einräumte. Der Bowring-Vertrag bedeutete die Integration Siams in die Weltwirtschaft, gleichzeitig verlor das Königshaus aber seine wichtigsten Einnahmequellen. Ähnliche Verträge wurden in den folgenden Jahren mit allen westlichen Mächten abgeschlossenen, so etwa 1862 mit Preußen und 1869 mit Österreich-Ungarn. Vom preußischen Emissär Graf Friedrich zu Eulenburg stammt ein vielbeachteter Reisebericht über Siam. Die Überlebensdiplomatie, die Siam schon seit langer Zeit außenpolitisch gepflegt hatte, erreichte somit in dieser Epoche ihren Höhepunkt.

Die Integration in die Weltwirtschaft bedeutete für Siam, dass es ein Absatzmarkt für westliche Industriewaren und ein Anlageplatz für westliches Kapital wurde. Es begann der Export von agrarischen und mineralischen Rohstoffen. So wurden um 1900 mit den drei Produkten Reis, Zinn und Teakholz 90 % des Exportumsatzes erzielt. König Mongkut förderte die Ausweitung der agrarischen Nutzfläche aktiv durch Steueranreize, gleichzeitig ermöglichten die Errichtung von Verkehrswegen (Kanäle, Straßen und später auch Eisenbahnlinien) sowie der Zustrom von chinesischen Immigranten die landwirtschaftliche Erschließung neuer Regionen.

Auf politischem Gebiet wurde der Absolutismus beibehalten, es wurde jedoch ein beratendes Gremium, der Staatsrat, geschaffen und 10 Fachministerien aufgebaut. Alle führenden Beamten waren jedoch wie früher Adelige und wurden vom König ernannt.

Es wurde eine Armee nach ausländischem Vorbild aufgebaut, Kriegsschiffe angeschafft und europäische Berater in das Offizierkorps aufgenommen. Hierbei wurde große Sorgfalt darauf verwendet, keiner europäischen Macht zu großen Einfluss zu verschaffen. Eine zweijährige allgemeine Wehrpflicht wurde eingeführt. Um 1900 hatte das siamesische Heer eine Stärke von 15.000 Mann.

Um 1900 wurde ein Justizministerium geschaffen, neue Gesetze nach westlichem Vorbild wie ein Strafrecht oder ein Wirtschaftsrecht wurden eingeführt. Die Exekutive und Judikative wurden voneinander getrennt. Ziel dieser Maßnahmen war nicht zuletzt die Abschaffung der Konsulatsgerichtsbarkeit, die es den ausländischen Mächten erlaubte, in Siam über ihre eigenen Bürger Gericht zu halten.

Gebietsansprüche, die von Siam im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert aufgegeben werden mussten.

Ein staatliches Schulwesen wurde eingeführt, da die traditionelle Bildung, die den Jungen in den Tempeln und Klöstern vermittelt wurde, den modernen Anforderungen nicht mehr entsprach. Ab 1900 entstanden auch Schulen für Mädchen. Die von König Chulalongkorn gegründeten Fachschulen bildeten die Basis für die spätere Gründung von vollwertigen Universitäten. Für Bildung wurde jedoch ein sehr geringer Teil des Staatsbudgets aufgewendet, weshalb das Ziel, Allgemeinbildung für jedes Kind anzubieten, nicht erreicht werden konnte.

Auf sozialem Gebiet wurde die persönliche Unfreiheit Schritt für Schritt abgeschafft. An die Stelle der Arbeitsdienste, die die Untertanen ihren Herren schuldeten, traten Steuern in Geldform. Dies brachte erhebliche Produktivitätsgewinne mit sich, gleichzeitig lockerten sich traditionelle persönliche Abhängigkeitsverhältnisse.

Gegen die Modernisierung regte sich auch Widerstand im eigenen Land: so musste 1875 eine Palastrevolte niedergeschlagen werden, wiederholt kam es zu Bauernaufständen in Nord- und Nordostsiam aufgrund der für Bauern sehr hohen Steuern und um die Jahrhundertwende wurde in Bangkok die erste Gewerkschaft gegründet.

Auf außenpolitischem Gebiet mussten die beiden Könige Mongkut und Chulalongkorn mit ansehen, wie sich das Kolonialreich Frankreichs in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ausdehnte. Nachdem Frankreich Südvietnam erobert hatte, stellte es den Anspruch einer Schutzmacht für Kambodscha und zwang Siam unter militärischen Drohungen, auf jeglichen Einfluss auf seinen früheren Vasallenstaat zu verzichten. 1887 wurde die indochinesische Union gegründet, an die 1893 auch Laos angeschlossen wurde. Zum Bau eines Kanals durch den Isthmus von Kra, den eine Unternehmergruppe um den Ingenieur Ferdinand de Lesseps anstrebte, kam es nach britischer Intervention nicht. England hatte 1885 im dritten anglo-burmesischen Krieg Nordburma erobert. Es schloss 1896 mit Frankreich einen Vertrag, welcher den Mekong zur Grenze zwischen den beiden Kolonialmächten machte und Siam, definiert als das Becken des Menam, die Unabhängigkeit als Pufferstaat einräumte. In den folgenden Jahren verlor Siam noch alle verbliebenen kambodschanischen Provinzen an Frankreich und die malaiischen Sultanate an England, so dass die siamesische Hoheit über seine Nachbarvölker 1910, als König Chulalongkorn starb, zu Ende war.[21][22]

Auf dem Weg zur konstitutionellen Monarchie: Vajiravudh und Prajadhipok

Nachfolger von König Chulalongkorn wurde im Oktober 1910 König Rama VI., besser bekannt als Vajiravudh. Er hatte als designierter Thronfolger in Großbritannien Recht und Geschichte studiert. Nach seiner Thronbesteigung vergab er wichtige Beamtenposten an ihm ergebene Freunde, die nicht zum Adel gehörten und dazu noch weniger qualifiziert waren als ihre Vorgänger, ein bis dahin in Siam nicht dagewesenes Vorgehen. In seine Regierungszeit (1910 - 1925) fallen einige Änderungen, die Siam dem Ausland noch stärker annäherten. So wurde der gregorianische Kalender eingeführt, alle Bürger seines Landes mussten einen Familiennamen annehmen, besonders Frauen wurden zum Tragen von westlicher Kleidung und westlichen Frisuren ermuntert und ein Staatsbürgerschaftsgesetz, welches auf dem Jus sanguinis beruhte, wurde erlassen. Anstrengungen im Bildungsbereich wurden verstärkt, so wurde 1917 die Chulalongkorn-Universität gegründet und eine Schulpflicht für alle 7- bis 14-Jährigen eingeführt. Wegen akuten Geldmangels realisierte man diese zunächst jedoch nur für etwa die Hälfte der Kinder.

König Vajiravudh war ein Liebhaber von Literatur und Theater und übersetzte ausländische Literatur in seine Muttersprache. Er schuf das geistige Fundament für eine Art Thai-Nationalismus, ein Phänomen, welches in Siam bis dahin unbekannt war. Er beruhte auf der Einheit von Nation, Buddhismus und Königtum und verlangte von seinen Untertanen Treue zu allen diesen drei Institutionen. König Vajiravudh erging sich auch in einem irrationalen und widersprüchlichen Anti-Sinizismus. Durch die Masseneinwanderung waren, im Unterschied zu früheren Einwanderungswellen aus China, auch vermehrt Frauen und ganze Familien ins Land gekommen, was dazu führte, dass die Chinesen sich weniger assimilierten und mehr ihre kulturelle Eigenständigkeit bewahrten. In einem Artikel, den König Vajiravudh unter einem Pseudonym veröffentlichte, bezeichnete er die chinesische Minderheit als Juden des Ostens.

König Vajiravudh schuf auch einige neue gesellschaftliche Vereinigungen, zum Beispiel das Korps der wilden Tiger (1911) oder eine Art Pfadfinderbewegung (1912).

Im Jahre 1912 wurde eine Verschwörung aufgedeckt. Die Verschwörer hatten heterogene Ziele und kein klares Programm, waren von der erfolgreichen republikanischen Revolution in China inspiriert und es gehörten viele chinesischstämmige Armeeangehörige zu ihnen. Der König ging hart gegen die Verschwörer vor und ließ viele von ihnen zu langen Haftstrafen verurteilen. Das Militär und die Marine, früher Stützen des Königtum, hatten sich zu einer Herausforderung gewandelt. 1917 gab es einen weiteren Putschversuch, der ebenfalls scheiterte.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war Siam von zwei Mächten der Entente eingeschlossen. Jede Parteinahme für die Mittelmächte wäre gefährlich gewesen. Siam entschied sich deshalb zunächst für Neutralität und, als der Sieg der Entente sich abzeichnete, erklärte es den Mittelmächten den Krieg, beschlagnahmte deutsches Eigentum in Siam, wies sämtliche Bürger der Mittelmächte aus und entsandte 1300 Soldaten nach Frankreich in den Krieg. Somit gehörte Siam nach Kriegsende zu den Siegermächten. Nach langen und zähen Verhandlungen erreichte Außenminister Prinz Devawongse Varoprakar ein Ende der exterritorialen Rechtsprechung und ein neues Zollgesetz. Dies hatte jedoch auf die Wirtschaft keinerlei Auswirkungen. Siam blieb ein Lieferant für Rohstoffe, importierte Industriegüter und die Gewinne flossen in der Regel ins Ausland ab.

Als König Vajiravudh im Jahr 1925 starb, hatte sich in der Intelligenzschicht des Landes eine gewisse Unzufriedenheit mit der Monarchie breitgemacht. Obwohl Vajiravudh wichtige Posten an Nichtadelige vergab, fand keine Umgestaltung der politischen Institutionen statt. Auch der kostspielige, luxuriöse und teils ausschweifende Lebensstil des Monarchen erregte Missfallen.

Nachfolger König Prajadhipok (Rama VII.) etablierte eine neue Institution, den Obersten Staatsrat. Er wurde mit einflussreichen Mitgliedern der königlichen Familie besetzt. Da in der Elite des Landes zunehmend die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie gefordert und diskutiert wurde, ließ er eine Verfassung ausarbeiten, die jedoch aufgrund von Widerständen im Königshaus selbst nicht umgesetzt wurde.

Die Weltwirtschaftskrise traf in jener Zeit auch Siam hart. Der Preis für Siams wichtigstes Exportgut, den Reis, verfiel. Als Folge davon sanken auch das Einkommen der Bauern und die Staatseinnahmen. Vor dem Hintergrund dieser sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten kam es 1932 zu einem Staatsstreich, infolgedessen sich der König einer Verfassung unterwerfen musste.[23][24]

Die Verfassung

Ein kleiner Kreis aus der neuen bürgerlichen Elite kommender, ehemaliger Studenten (die allesamt ihr Studium in Europa – meist Paris – absolviert hatten), unterstützt von einigen Militärs, war es, der die letzte absolute Monarchie am 24. Juni 1932 in einem nahezu gewaltlosen Putsch stürzte. Das politische Spektrum der Gruppe, die sich Khanaratsadorn („Volkspartei“) nannte, reicht von Sozialisten (Pridi Phanomyong) bis zu Anhängern totalitärer Ideen (Phibun Songkhram). Sie installierte eine konstitutionelle Monarchie mit Prajadhipok als König an der Spitze – eine entsprechende Verfassung wurde am 10. Dezember des Jahres verkündet (weshalb der 10. Dezember in Thailand ein Feiertag ist). Am selben Tag wurde Phraya Manopakorn Nititada, der bereits seit dem 28. Juni provisorischer Premier gewesen war, zum Premierminister ernannt. Die folgenden Jahre sind von Kämpfen mit der um die Wiedererlangung der absoluten Macht ringenden Aristokratie bestimmt, aber auch von Auseinandersetzungen der verschiedenen Fraktionen. Im Juni 1933 scheitert ein royalistischer Gegenputsch, das Militär unter Phahon Phonphayuhasena ergreift die Macht. Ein weiterer bewaffneter Aufstand im Oktober 33 wird ebenfalls niedergeschlagen. 1935 dankte der König ab und stirbt 1941 im englischen Exil. Allerdings führt der Sturz der Monarchie nicht zu freien Wahlen, politische Zusammenschlüsse bleiben verboten. Bürokratie und Militär teilen sich die Macht in der Nationalversammlung. Die Verfassung wird der monarchistischen Staatsideologie („Nation, Religion, König“) als vierte Säule beigefügt. Im April 1933 erlässt die Regierung die „Anti-Kommunismus-Verordnung“, die die Unterstützung kommunistischer Ideen mit zehn Jahren Haft bedroht. Dies richtet sich nicht nur gegen die KP Thailand, sondern auch gegen die sozialistischen Wirtschaftsideen in den eigenen Reihen. Pridi musste daraufhin Thailand für sechs Monate verlassen. Nach seiner Rückkehr werden bis 1941 einige seiner Ideen umgesetzt (Ausbau der Grundschulen, staatliche Betriebe). Gleichzeitig erstarkt die nationale, am totalitären Gedankengut Italiens, Deutschlands, Japans, aber auch der „Jungtürken“ (Kemal Atatürk) orientierte Fraktion in der Volkspartei.

1933 wurde die Thammasat-Universität in Bangkok gegründet, die mit ihrem liberalen Selbstverständnis bis heute ein Symbol für Freiheit und Demokratie geblieben ist.

Ananda Mahidol (Rama VIII.)

Ananda Mahidol, Neffe von König Prajadhipok, war neun Jahre alt, als er die Königswürde erhielt. Zunächst übernahm ein Regentschaftsrat unter Leitung von Pridi Banomyong die Geschäfte. 1938 wird Feldmarschall Phibun Songkhram, ein offener Anhänger Mussolinis und Hitlers, Premierminister. Bis 1942 erlässt er eine Reihe von "Kulturellen Verordnungen", die diesen Geist widerspiegeln. Als erstes ändert er den Landesnamen von Siam 1939 in Thailand (Phrathet Thai – „Land der Freien“). Dies richtet sich gegen die ethnische Vielfalt im Land (Malayen, Chinesen, Laoten, Shan etc.) und gründet auf der Idee einer „Thai-Rasse“, einem pan-thailändischen Nationalismus, dessen Programm die Integration der Shan, der Laoten und anderer Thaivölker, etwa in Vietnam, Burma und Südchina in das Königreich vorsah. Weitere Erlasse gebieten den Bürgern, sich nur als „Thai“ zu bezeichnen, verbieten den Gebrauch regionaler Dialekte und anderer Sprachen, verlangen Ehrfurcht vor der Flagge, der National- und Königshymne, den Kauf von thailändischen Produkten, und stellen das Vertreten ausländischer Interessen unter Landesverrat. Chinesische Namen müssen in Thai-Namen geändert werden, Kandidaten für die Militärakademie müssen nachweisen, dass sie „reinrassige“ Thais sind. Schließlich wird der Gebrauch westlicher Kleidung und Sitten (unter anderem Hüte für Männer und Frauen, dazu Handschuhe und hohe Absätze für Frauen – der Mann soll die Frau küssen, bevor er zur Arbeit geht) vorgeschrieben. Die vernichtende Niederlage Frankreichs gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg war nun der willkommene Zeitpunkt für die thailändische Führung, einen Angriff auf die französische Kolonie Indochina zu beginnen. Dieser begann 1940 mit kleineren Zusammenstößen und mündete 1941 in einen kriegerischen Konflikt. Hierbei dominierte Thailand zwar zu Lande und in der Luft, musste jedoch eine schwere Niederlage in der Seeschlacht von Ko Chang hinnehmen. Das Japanische Kaiserreich, damals bereits dominierende Großmacht im südostasiatischen Raum, übernahm die Rolle des Vermittlers. Die Verhandlungen beendeten den Französisch-Thailändischen Krieg mit thailändischen Gebietsgewinnen in den französischen Kolonien Laos und Kambodscha.

Zweiter Weltkrieg

Ein britischer Bomber attackiert die Bahnstrecke des ”Death Railway“

Die japanische Expansion 1941 (siehe Pazifikkrieg) brachte Thailand in eine prekäre Position. Die Thais verbündeten sich anfangs mit den Japanern, als diese in Indochina die Kontrolle übernommen hatten. Thailändische Truppen besetzten etwa 25000 Quadratmeilen der Provinz Battambang, ein Gebiet das 1907 an Französisch-Indochina verloren gegangen war. Die offizielle Abtretung erfolgte mit Unterstützung der Japaner am 21. August 1941 in Saigon.

Aufgrund seiner strategisch bedeutsamen Lage zwischen den damals britischen Kolonien Malaya und Birma übte Japan Druck auf Phibun aus, seine Truppen über thailändisches Gebiet marschieren zu lassen. Nach der Eroberung nahezu ganz Südostasiens durch Japan schloss Thailand im Dezember 1941 einen Bündnisvertrag mit Japan. Dies führte jedoch zu einem endgültigen Bruch zwischen Pridi Phanomyong und Phibun Songkhram. Pridi gründet mit seinen Anhängern eine Widerstandsbewegung gegen die Japaner, die sich mit der von Seni Pamoj (thailändischer Botschafter in den USA) geleiteten Seri Thai Gruppe verband. Die japanische Armee stationierte in Bangkok und in der westlichen Provinz Kanchanaburi, durch die die strategisch wichtige Eisenbahn (Todeseisenbahn genannt) über den Khwae Noi (River Kwai) geführt werden sollte, 150.000 Soldaten. Gebaut wurde von Juni 1942 bis Oktober 1943, es starben über 90.000 Menschen.

Überzeugt davon, dass Japan den Krieg gewinnen werde, schloss Phibun Anfang 1942 ein förmliches Militärbündnis. In der Folge erklärte Thailand Großbritannien und den USA den Krieg. Der thailändische Botschafter in den USA verweigerte jedoch die Überbringung der entsprechenden Urkunde. Jedoch besetzte die thailändische Armee Teile der nordmalaiischen Staaten und war somit direkter Kriegsgegner des Vereinigten Königreichs und musste diesem nach Kriegsende 1,5 Millionen Tonnen Reis als Reparation liefern.

Kriegsende und Nachkriegszeit

1944 wurde Phibun zum Rücktritt gezwungen. Danach begann eine politisch unruhige Zeit, in der zum ersten Mal die Demokratische Partei die Regierung übernahm. Im September 1945 wurde Thailand wieder zurück benannt in Siam. Unter Verzicht auf die Eroberungen während des französisch-thailändischen Krieges und des Zweiten Weltkrieges wurde das Land nicht als Kriegsgegner behandelt und in die Vereinten Nationen aufgenommen.

Am 9. Juni 1946 kam der junge König Ananda Mahidol unter mysteriösen Umständen ums Leben. Sein junger Bruder Bhumibol sah sich plötzlich mit der Aufgabe konfrontiert, die Thronfolge zu übernehmen.

Bhumibol Adulyadej (Rama IX.)

König Bhumibol (* 1927) studierte Naturwissenschaften in der Schweiz. Für seine neuen Aufgaben orientierte er sich jedoch um und schloss 1951 in Politik und Rechtswissenschaften ab. Zuvor wurde er am 5. Mai 1950 zum König gekrönt. Seither führte er in zahlreichen Entwicklungsprojekten, insbesondere für die Bewässerung unterentwickelter Landesteile, selbst Regie und kümmerte sich um Not und Probleme im Land. Das hat der Monarchie und ihm persönlich die vorbehaltlose Sympathie der Thai eingebracht. Im Jahre 1987 erhielt der König nach einer Volksbefragung den Beinamen „Der Große“.

Zur Namensgebung der Chakri-Könige siehe Rama (Könige von Thailand).

Zeitgeschichte

Autoritäre Regierungen (1948 bis 1968)

1948 war die regierende Demokratische Partei erneut durch einen Militärputsch gestürzt worden. Es regierte erneut Marschall Phibun. Ab dem 24. Juni 1949 war die offizielle Bezeichnung des Staates wieder Thailand. Phibun näherte sich im Zuge des Koreakrieges den USA an und entsandte selbst (im Auftrag der Vereinten Nationen) Truppen nach Korea. Ebenfalls wurde Thailand 1954 Mitglied der von den USA initiierten SEATO, die in Bangkok ihren Sitz hatte, und blieb es bis 1975.

Die Diktatur Phibuns wurde ihrerseits durch einen Staatsstreich des Feldmarschalls Sarit Thanarat gestürzt, der zunächst durch eine Übergangsregierung Wahlen organisieren ließ und anschließend am 1. Januar 1958 selbst die Regierung übernahm. Zwischen 1951 und 1955 sowie 1958 bis 1968 waren alle Parteien verboten. 1959 wurde eine neue provisorische Verfassung mit größeren Vollmachten für den Regierungschef in Kraft gesetzt.

Ab dem Herbst 1964 musste sich der Staat (unter Marschall Thanom Kittikachorn) gegen Freischärler im Isaan wehren, die von der Volksrepublik China aus gesteuert wurden. 1965, während des Vietnamkrieges, gewährte die Regierung den USA das Nutzungsrecht von Flugplätzen. 1967 waren bereits 40.000 amerikanische Soldaten in Thailand stationiert.

Zwischen Militärregierung, Demokratie und „Halbdemokratie“ (1968 bis 1988)

1968 erfolgte eine Verfassungsreform mit abermals erweiterten Vollmachten für den Regierungschef und einer zusätzlichen Kammer für das Parlament. Wahlen wurden 1969 durchgeführt. Nach einer kurzen Phase mit einer demokratischen Regierung übernahm Marschall Kittikachorn nach einem Staatsstreich am 17. November 1971 wieder die Macht. Nach der Wiederzulassung der Parteien 1974 und den anschließenden Wahlen wurde Prinz Kukrit Pramoj Premierminister. Die neue Verfassung beschnitt die Eingriffsmöglichkeiten der Regierung. Außenpolitisch musste Thailand auf die kommunistische Machtübernahme in Laos, Vietnam und Kambodscha reagieren und nahm diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf, unter Preisgabe derjenigen zu Taiwan. Im Inneren musste sich Thailand gegen Guerilleros in der Provinz Nan wehren und sezessionistische Tendenzen im moslemischen Süden (Yala, Narathiwat, Pattani) unterbinden.

In den folgenden Jahren litt das Land nicht nur an den Folgen der Ölkrise, sondern auch an den Flüchtlingsströmen aus den früheren französischen Kolonien (Französisch-Indochina). Etwa 300.000 Menschen wurden in Lagern im Nordosten untergebracht. Das Militär verstärkte seinen Druck auf die zivile Regierung. 1974 löste Premier Kukrit Pramoj das Parlament auf und übergab die Macht an den Staatsverwaltungsrat unter Admiral Sangad Chaloryu. In der Folgezeit teilten die Militärs ihre Macht allerdings mit Zivilisten und hielten die verfassungsmäßigen Strukturen formal aufrecht.

1976-1977 amtierte der Zivilist Tanin Kraivixien als Premierminister und wurde dann durch General Kriangsak Chomanan ersetzt. Dieser bemühte sich, die Beziehungen zu den sozialistischen Mächten China und Sowjetunion, sowie den Staaten der Region zu verbessern. Im März 1980 wurde General Prem Tinsulanonda zum Premierminister ernannt. Er begann mit der Liberalisierung der Wirtschaftspolitik und reaktivierte das parlamentarische System nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung 1983, in welcher der Nationalversammlung ein ernannter Senat zur Seite trat. Die direkte Militärpräsenz in der Öffentlichkeit verschwand. Prem gelang es, sich mit Unterstützung des Königs als moderat zu gerieren und die Wahlen zu gewinnen, letztlich blieb seine Regierung jedoch von autoritären Zügen geprägt. Es ist daher nicht unzutreffend, das Regierungssystem als „Halbdemokratie“ zu bezeichnen. 1988 trat der General nach Unruhen zurück. Das Parlament wurde aufgelöst und freie Wahlen fanden statt, nach denen sich die Militärs aus der Tagespolitik zunächst zurückzogen.

Der schwierige Demokratisierungsprozess (1988 bis 2001)

Am 4. August 1988 wurde Chatichai Choonhavan - der bereits in den vorherigen Regierungen Ministerämter bekleidet hatte – nach dem Wahlsieg seiner Partei Premierminister. Unter Chatichai änderte sich die thailändische Außenpolitik. Man suchte wirtschaftliche Beziehungen zu seinen Nachbarn, besonders zu Myanmar. Schlachtfelder in Märkte verwandeln, war der neue Leitsatz in den internationalen Beziehungen. Die Unterstützung der ethnischen Minderheiten in Myanmar wurde eingestellt, die Politik des „Kalten Krieges“ gegen den Nachbarn hatte ausgedient.

Chatichai wurde am 23. Februar 1991 bei einem Militärputsch durch die Generäle Sunthorn Kongsompong und Suchinda Kraprayoon und weiteren Generälen der „Klasse 5“ der Chulachomklao Royal Military Academy gestürzt. Sie nannten sich selbst „Nationalrat zur Friedenssicherung“ (National Peace Keeping Council - คณะรักษาความสงบเรียบร้อยแห่งชาติ, kurz NPKC - รสช). Die Generäle warfen der gestürzten Regierung massive Korruption vor. Am 2. März 1991 wurde der Geschäftsmann Anand Panyarachun vom NPKC in die Position des Premierministers eingesetzt, die er etwa ein Jahr innehatte. Seine Antikorruptionsmaßnahmen waren sehr populär, waren aber der Militär-Clique nicht genehm. Daher wurde nach erneuten Wahlen im März 1992 einer der Anführer des Putsches, General Suchinda Kraprayoon, am 7. April zum Premierminister von Thailand ernannt, obwohl er kein gewählter Abgeordneter war. Alle Proteste gegen diese offenkundige Manipulation des politischen Systems wurden rigoros unterdrückt. Dies führte dazu, dass sich alle Kräfte der Opposition, einschließlich einiger prominenter Politiker, Akademiker, Arbeiterführer und Studenten zusammenschlossen. Unter der Führung des früheren Gouverneurs von Bangkok, Generalmajor Chamlong Srimuang wurde im Mai 1992 der größte Demonstrationszug veranstaltet, der bis dahin in Bangkok je zu sehen war. Militär wurde aufgefahren und eine Ausgangssperre verhängt. Der Versuch der Militärs, die Veranstaltung aufzulösen, führte dazu, dass mehrere Demonstranten auf ihrem Weg vom Sanam Luang zum Democracy Monument erschossen wurden. Nach offiziellen Angaben gab es dabei 50 Tote, mehr als 150 Menschen wurden vermisst.[25] Dieser Vorfall ging als der Schwarze Mai in die Geschichte des Landes ein. Nach diesen Vorfällen griff der König Thailands Bhumibol Adulyadej ein, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern. Am 24. Mai 1992 trat Suchinda als Premierminister zurück und ging ins Exil.

Der Royalist Anand Panyarachun wurde daraufhin vom König erneut für die Übergangszeit zum Premierminister ernannt, bis im September 1992 erneut Wahlen durchgeführt werden konnten. Nach einem erfolgreichen Wahlsieg der Demokratischen Partei Thailands wurde am 23. September 1992 Chuan Leekpai Premierminister von Thailand. Am 13. Juli 1995 wurde Chuan von Banharn Silpa-Archa aus Suphanburi nach Wahlen abgelöst. Banharn wurde bekannt durch den Umstand, dass er den gesamten Straßenbauetat seines Landes nur in seinem eigenen Wahlkreis ausgegeben hatte. Aufgrund der Vorwürfe trat Banharn am 25. November 1996 zurück. Nachfolger wurde General Chavalit Yongchaiyudh. Während der Regierungszeit Chavalits kam es zu der Wirtschaftskrise in Thailand. Am 6. November 1997 trat er zurück. Nachfolger wurde der Vorsitzende der demokratischen Partei Chuan Leekpai, der bereits von 1992 bis 1995 Premierminister gewesen war.

Die Ära Thaksin Shinawatra (2001 bis 2006)

Thaksin Shinawatra 2002

Aus den Wahlen am 9. Februar 2001 ging Thaksin Shinawatra als neuer Premierminister hervor. Er übernahm das Amt von Chuan Leekpai und wurde bei den Wahlen am 6. Februar 2005 mit überwältigender Mehrheit in diesem Amt bestätigt, wobei Beobachter der Meinung waren, es sei bei dieser Wahl mehr als je zuvor für den insbesondere in den ländlichen Regionen weit verbreiteten Stimmenkauf ausgegeben worden.

Die moderne thailändische Geschichte ist gekennzeichnet durch den Kampf zahlreicher Familien um Macht und Einfluss im Lande, insgesamt 50 verschiedene Parteien ringen im „Experiment Demokratie“ um die Gunst der Wähler. Trotz der zeitweise massiven Einwirkung des Militärs blieb die Monarchie unangetastet, sie hat sich bisher als belastbares Bindeglied Thailands erwiesen, zum Teil sicherlich auch deshalb, weil sie anfangs vom Militär zur Rechtfertigung ihres jeweiligen Regimes genutzt wurde. Die individuelle Freiheit der Bevölkerung ist im Vergleich mit den anderen Ländern in Südostasien sehr groß. Thailand ist heute auf einem guten Weg, eine stabile Demokratie mit thailändischen Besonderheiten zu werden. Allerdings zeigte Regierungschef Thaksin Shinawatra seit seinem Amtsantritt bald autoritäre Tendenzen.

Am 2. April 2006 fanden nach monatelangen Protesten gegen die Amtsführung des Premierministers Neuwahlen statt. Die Proteste richteten sich insbesondere gegen den zunehmend autoritären Regierungsstil, die Einschüchterung der Presse und die persönliche Bereicherung der Thaksin-Familie. In die Kritik geriet insbesondere der Verkauf von Thaksins Familienunternehmen an einen Konzern aus Singapur. Seine Partei Thai Rak Thai gewann die Wahlen, allerdings hatten alle größeren Oppositionsparteien den Urnengang boykottiert. Das Parlament konnte sich schließlich nicht konstituieren, da in einigen Wahlbezirken nicht das erforderliche Quorum erreicht wurde und damit der Abgeordnete der TRT nicht gewählt wurde. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied am 8. Mai 2006, dass die Wahl vom 2. April ungültig sei. Neuwahlen waren nun für den 15. Oktober 2006 vorgesehen.

Thaksins Sturz – Verfassungsreform – Rückkehr zur Demokratie (2006 bis 2007)

Am 19. September 2006 kam es zu einem ruhig verlaufenen Putsch; Polizei und Militärkräfte besetzten Bangkok und erklärten die Amtszeit Thaksin Shinawatras, der sich zu diesem Zeitpunkt bei der UN-Generalversammlung in New York aufhielt, für beendet. Panzer rückten in das Stadtzentrum ein und umstellten Regierungsgebäude. Militärangehörige besetzten mehrere Fernsehsender. General Sonthi Boonyaratglin, Kommandant der Landstreitkräfte, verkündete die Ablösung des Ministerpräsidenten. Die Putschisten erklärten das Parlament, die Regierung und das Verfassungsgericht für aufgelöst; die Verfassung von 1997 für außer Kraft gesetzt. Ziel sei eine vorübergehende Machtübernahme, wobei der König weiterhin als Staatsoberhaupt anerkannt werde, während ein Rat für demokratische Reformen unter der konstitutionellen Monarchie die nächsten Schritte planen solle.

Thaksin Shinawatra rief daraufhin den Notstand aus, was an seiner Entmachtung jedoch nichts änderte. Die Pressefreiheit wurde eingeschränkt. Der König forderte die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren und den Anordnungen der neuen Machthaber zu folgen, die selbst erklärten, die Macht innerhalb von zwei Wochen an eine neu einzusetzende Regierung abgeben, und innerhalb eines Jahres Neuwahlen abhalten zu wollen. König Bhumibol sicherte den Putschisten am 20. September seine Unterstützung zu. Am 1. Oktober 2006 wurde der neue, vom Rat für demokratische Reformen vorgeschlagene Premierminister Surayud Chulanont durch den König bestätigt, am 9. Oktober 2006 sein Kabinett.

Seitdem regierte der „Rat für demokratische Reformen“, an dessen Spitze der neue Regierungschef General Sonthi Boonyaratglin steht, mit Hilfe von Erlassen. Eine neue Verfassung, die die Rückkehr zur Demokratie ermöglichen soll, wurde durch einen von der Militärführung bestimmten Verfassungsrat ausgearbeitet. Sie gewährt dem Militär mehr Einfluss und fördert kleinere Parteien, um so eine Machtkonzentration auf eine Person und eine Partei wie unter Thaksin zu verhindern.

Am 19. August 2007 stimmten die Thailänder bei einer Volksabstimmung dem Verfassungsentwurf zu. Dass bei einer Beteiligung von unter 60 % die neue Verfassung nur mit 57 % zu 40 % angenommen wurde, zeigt, wie gespalten das Land ist. Nach anfänglicher Hoffnung auf schnelle Reformen und einer Lösung der Muslim-Krise im Süden des Landes manifestierte sich im Laufe von 2007 schon wieder Unzufriedenheit gegenüber der Übergangsregierung: den einen war sie zu moderat, die anderen sträubten sich prinzipiell gegen eine vom Militär beeinflusste Regierung. Die heterogene Koalition der Verfassungsgegner besteht vor allem aus ehemaligen Thaksin-Anhängern sowie aus überzeugten Demokraten, die eine Beteiligung der Militärs an der Regierung grundsätzlich ablehnen, da Thailand hiermit zu einer „gelenkten Demokratie“ zurückkehre.

Am 23. Dezember 2007 fanden freie Wahlen statt, aus denen die Phak Palang Prachachon (PPP), eine Nachfolgepartei von Thaksins Thai Rak Thai, unter Samak Sundaravej als Siegerin hervorgegangen ist. Die Demokratische Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Abhisit Vejjajiva wurde zweitstärkste Kraft.

Politische Krise seit 2008

Protestierende Anhänger der PAD im August 2008
Proteste vor dem thailändischen Parlamentsgebäude

Ab Mai 2008 begannen verstärkte Proteste von Regierungskritikern um die oppositionelle Demokratische Partei, die Premierminister Samak Sundaravej Korruption vorwerfen und seinen Rücktritt fordern. Ende August 2008 besetzten mehrere tausend Protestierende über mehrere Tage seinen Amtssitz sowie vorübergehend die Flughäfen von Phuket, Krabi und Hat Yai und Mitglieder der Gewerkschaft und der Versorgungswerke bestreikten die Bahnverbindungen Bangkoks. Nachdem es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung kam und ein erstes Todesopfer zu beklagen war, verhängte die Regierung am 1. September 2008 den Ausnahmezustand über Bangkok. Die staatliche Wahlkommission hatte unterdessen der Phak Palang Prachachon (PPP) Betrug bei der Wahl am 23. Dezember 2007 vorgeworfen und einen Verbotsantrag gegen sie gestellt.

Am 9. September 2008 entschied das Verfassungsgericht, dass Samak aufgrund einer Angestelltentätigkeit als Fernsehkoch, die nach Verfassung nicht mit dem Amt des Premier vereinbar sei, seines Amtes zu entheben sei.[26] Am 17. September 2008 wurde sein Stellvertreter Somchai Wongsawat, ein Schwager Thaksins, zum neuen Premierminister gewählt.[27]

Nach der Wahl des neuen Premierministers wurden die Proteste der Regierungsgegner unverändert fortgesetzt. Anfang Oktober 2008 wurde mit Chamlong Srimuang ein hoher Vertreter der Volksallianz für Demokratie (PAD, die so genannten Gelbhemden), die sich für die Einschränkung von Wahl- und Bürgerrechten von Bauern einsetzt und von der Mehrheit der thailändischen Bevölkerung nicht getragen wird, festgenommen.[28] Am 7. Oktober 2008 kam es zu weiteren Ausschreitungen in Bangkok. Nachdem Protestierende das Parlamentsgebäude besetzt hatten, versuchte die Polizei gewaltsam, die Demonstrationen aufzulösen. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, mehr als 400 Personen wurden verletzt.[29] Der stellvertretende Premierminister Chavalit Yongchaiyudh übernahm die Verantwortung für den Polizeieinsatz und erklärte seinen Rücktritt. Seine Forderung an das Militär, in der Regierungskrise mit einem Putsch einzugreifen, wurde vom Armeechef Anupong Paochinda zurückgewiesen.[30]

Am 20. November 2008 wurde bei einem Anschlag mit einer Handgranate vor dem belagerten Parlamentsgebäude ein oppositioneller Demonstrant getötet.[31] Die PAD verstärkte daraufhin ihre Aktionen; mehr als 50.000 Menschen versammelten sich in Bangkok zu Kundgebungen. Am 25. November 2008 wurde der internationale Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von Demonstranten besetzt, zwei Tage später auch der Inlandsflughafen Bangkok-Don Mueang. Der gesamte Flugbetrieb musste daraufhin eingestellt werden, da die bis zu diesem Zeitpunkt durch Wahlen legitimierte Regierung keine Unterstützung des Militärs hatte.[32] Obwohl die thailändische Polizei die Besetzer zur umgehenden Räumung aufrief und strafrechtliche Verfolgung androhte, bleiben die Flughäfen somit besetzt und 250.000 bis 300.000 Reisende konnten das Land nicht verlassen.[33] Bei einem Bombenanschlag am 2. Dezember 2008 auf den Regionalflughafen Don Mueang wurden über 20 Personen verletzt, eine davon tödlich.[34]

Am gleichen Tag verfügte das Verfassungsgericht die Auflösung der Regierungspartei PPP und zwei ihrer Koalitionspartner wegen Wahlbetrugs. Premierminister Somchai und weiteren führenden Mitgliedern der PPP wurde die politische Tätigkeit für fünf Jahre untersagt. Somchai erklärte daraufhin seinen Rücktritt, kündigte aber die Neugründung der PPP unter einem neuen Namen an mit dem Ziel, dass die Bewegung weiterhin die Regierung stellen kann.[35] Als Übergangspremier wird Chaovarat Chanweerakul eingesetzt.

Am 15. Dezember 2008 wurde der Oppositionspolitiker Abhisit Vejjajiva zum Premierminister gewählt. Abhisit hatte sich zur Besetzung der Flughäfen, die einen dramatischen Einbruch der thailändischen Wirtschaft, insbesondere im Tourismus, zur Folge hatte, nicht geäußert. Sein neues Kabinett umfasst auch Politiker wie den neuen Außenminister Kasit Piromya[36] , der die Flughafenblockade ausdrücklich gut geheißen und die Aktionen der PAD unterstützt[37] hatte.

Anfang April 2009 musste der ASEAN-Gipfel im thailändischen Pattaya abgebrochen werden, nachdem hunderte regierungskritische Demonstranten den Tagungsort gestürmt hatten. Regierungschef Abhisit Vejjajiva rief daraufhin den Notstand aus.[38] Die politischen Unruhen griffen die nächsten Tage auch auf die Hauptstadt Bangkok über, wo bei Straßenkämpfen mit der Polizei und Soldaten zwei Menschen getötet wurden.[39] Die sogenannten „Rothemden“ stammen vorwiegend aus den armen ländlichen Regionen und sind zumeist Anhänger des ehemaligen Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Sie fordern den Rücktritt von Abhisit, der ihrer Meinung nach nicht legitim an die Macht gekommen ist.

Unruhen in Bangkok 2010

Rothemden verschanzen sich hinter Barrikaden aus Autoreifen (15. Mai 2010)
Hauptartikel: Unruhen in Bangkok 2010

Im Frühling 2010 begannen die Proteste der National United Front of Democracy Against Dictatorship(die so genannten „Rothemden“) erneut aufzuflammen. Dabei gingen Sicherheitskräfte massiv gegen die Demonstranten vor, was zu Toten und Verletzten führte[40]. Am 12. März 2010 strömten protestierende Rothemden in der Hauptstadt Bangkok zusammen, um auf die Regierung Abhisit Druck auszuüben. Zwei Tage danach besetzen circa 150.000 Protestierende die Phan-Fah-Brücke in der Altstadt. Am 17. März verschütteten Demonstranten in einer spektakulären Aktion ihr vorher in Behälter abgefülltes Eigenblut vor Premierminister Abhisit Vejjajivas Amtssitz, um symbolisch ein Opfer für die Demokratie zu bringen. Am 29. März scheiterten zweitägige Verhandlungen zwischen der Regierung und den Protestierenden und es wurde eine Weiterführung der Kundgebungen angekündigt. In der Folge, am 3. April, besetzten Rothemden die im Zentrum Bangkoks gelegene Ratchaprasong-Kreuzung („Ratprasong“). Diese liegt im Stadtteil Pathum Wan in der unmittelbaren Umgebung verschiedener Einkaufszentren und Hotels und sollte bis zum Sturm der Sicherheitskräfte das Zentrum der Bewegung bleiben.

Anfang Mai zeigte sich Abhisit Vejjajiva aufgrund der andauernden Proteste zu vorgezogenen Neuwahlen im November bereit. Als Bedingungen hierfür stellte er einen Plan vor, dem die Opposition grundsätzlich zustimmte, aber im Gegenzug einen festen Zeitplan zur Auflösung des Parlaments forderte[41].

Bei einer neuerlichen Eskalation wurde einer der Anführer der Protestbewegung, Seh Daeng erschossen.[42] Nach einer umfassenden Offensive der Armee, bei der erneut mehrere Menschen den Tod fanden, kapitulierten die Anführer der Regierungsgegner und stellten sich den Sicherheitskräften worauf sich die Sitation, nach einer kurzen gewalttätigen Eskalation, wieder beruhigte.[43][44]

Wahl 2011

Nachdem das Repräsentantenhaus am 10. Mai 2011 per königlichem Dekret aufgelöst wurde, fand am 3. Juli 2011 eine Parlamentswahl statt, bei der Yingluck Shinawatra, Spitzenkandidatin der Pheu-Thai-Partei (PTP) und Schwester des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra, die absolute Mehrheit errang.

Literatur

Allgemein

  • Xavier Galland: Histoire de la Thaïlande. Que sais-je ?, 1998.
  • Michel Jacq-Hergoualc'h: Le Siam. Guide Belles Lettres des Civilisations, 2004.
  • Trevor Ling: Buddhism, Imperialism and War . Burma and Thailand in modern history. George Allen & Unwin, London 1979, ISBN 0-04-294105-9.
  • David K. Wyatt: Thailand A Short History. Silkworm Books, Chiang Mai 1984, ISBN 974-7047-44-6.
  • Volker Grabowsky: Kleine Geschichte Thailands. C.H. Beck Verlag, München 2010. ISBN 9783406601293

Einzelne Epochen

  • Frühgeschichte:
Pisit Charoenwongsa, M.C. Subhadradis Diskul: Thailand. Wilhelm Heyne Verlag (Reihe Archaeologia Mundi), München 1978, ISBN 3-453-35022-7
  • Sukhothai:
A.B. Griswold: Towards A History Of Sukhothai Art. The Fine Arts Department, Bangkok 1967 (oh. ISBN)
Betty Gosling: Sukhothai Its History, Culture, And Art. Asia Books (Oxford University Press), Bangkok 1991, ISBN 974-8206-85-8
  • Ayutthaya:
Derick Garnier: Ayutthaya – Venice of the East. River Books, Bangkok 2004, ISBN 974-8225-60-7
Dirk Van Der Cruysse (Michael Smithies Transl.): Siam And The West - 1500-1700. Silkworm Books, Chiang Mai 2002, ISBN 974-7551-57-8
Richard D. Cushman (David K. Wyatt Ed.): The Royal Chronicles Of Ayutthaya. The Siam Society, Bangkok 2000, ISBN 974-8298-48-5
  • Chakri-Dynastie:
Prince Chula Chakrabongse of Thailand: Lords Of Life, The Paternal Monarchy Of Bangkok. Alvin Redman Ltd., London 1960 (ohne ISBN)
Michael Steinmetz: Siam im Jahr 2475 (1932): Das Ende der absoluten Monarchie. Southeast Asien Studies of Humboldt-University, Berlin 2000 ISSN 1432-2811

Einzelnachweise

  1. The Government Public Relations Department
  2. The Government Public Relations Department
  3. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 9-11
  4. Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 128f
  5. David K. Wyatt: Thailand A Short History. Silkworm Books, Chiang Mai 1984, ISBN 974-7047-44-6, Seite 31
  6. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 4-8, S. 13
  7. a b Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 129f
  8. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 11-13
  9. Sarkisyanz, Manuel: Die Kulturen Kontinental-Südostasiens, Wiesbaden 1979, S. 75ff
  10. Silajaruek Pokhun Ramkamhaeng, die so genannte Inschrift I.; Die Stein-Stele König Ramkhamhaengs: alle vier Seiten fotografiert und übersetzt in sowohl moderne Thai-Schrift als auch in die englische Sprache.
  11. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 14ff
  12. Chomchai, P.: Die Entwicklung der Menschenrechte, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 260f
  13. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 17-37
  14. Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 131-137
  15. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 38-43
  16. Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 129-131
  17. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 43-48
  18. Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 139-140
  19. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 48-54
  20. Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 140-143
  21. Fessen, H., Kubitscheck, H.: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 86-103
  22. Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Hohnholz, Jürgen (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 143-147
  23. Helmut Fessen, Hans-Dieter Kubitscheck: Geschichte Thailands. Münster und Hamburg 1994, S. 103-108
  24. Wenk, K.: Die Geschichte des Königreichs Thailand, in: Jürgen Hohnholz (Hrsg): Thailand – Geographie – Geschichte – Kultur – Religion – Staat – Gesellschaft – Politik – Wirtschaft, Tübingen 1980, S. 147-149
  25. B.J. Terwiel: Thailand's Political History, from the Fall of Ayutthaya in 1767 to Recent Times. River Books, Bangkok 2005. ISBN 974-9863-08-9. Seite 288
  26. Neue Zürcher Zeitung: Regierungschef als illegaler Fernsehkoch vom 9. September 2008 (aufgerufen am 13. September 2008).
  27. Kurier: Thailand: Somchai neuer Premier vom 17. September 2008.
  28. Basler Zeitung: Regierungskritiker in Thailand festgenommen vom 5. Oktober 2008.
  29. Der Tagesspiegel: Thailand: Regierung beschwichtigt: Lage unter Kontrolle vom 8. Oktober 2008.
  30. Die Welt: Thailands Ex-Vize fordert Militärputsch vom 10. Oktober 2008.
  31. Wiener Zeitung: Thailand: Explosion verschärft die Krise vom 20. November 2008.
  32. Spiegel Online: Demonstranten besetzen zweiten Flughafen in Bangkok vom 27. Oktober 2008.
  33. vgl. Bünz, Tilmann: Die Stille vor der Stürmung (nicht mehr online verfügbar) bei tagesschau.de, 30. November 2008
  34. The Nation: One died and about over 20 injured by a bomb explosion at Don Mueang vom 2. Dezember 2008.
  35. Die Welt: Thailands Regierung geht – um wiederzukommen vom 2. Dezember 2008.
  36. Bangkok Post: Kasit under fire as foreign minister Democrats unhappy about his PAD links vom 19. Dezember 2008 und „Great Food and music – piy about the closures"
  37. asia one news:A foreign minister can't just shoot his mouth off vom 25. Dezember 2008
  38. vgl. Ausnahmezustand in Pattaya (nicht mehr online verfügbar) bei tagesschau.de, 11. April 2009
  39. vgl. Zwei Tote bei Protesten in Bangkok (nicht mehr online verfügbar) bei tagesschau.de, 13. April 2009 (aufgerufen am 14. April 2009)
  40. Fünf Tote bei Zusammenstößen in Bangkok Zeit Online, 10. April 2010
  41. Die Welt: Friedliche Einigung in Thailand, 5. Mai 2010.
  42. http://www.tagesschau.de/ausland/thailand854.html (nicht mehr online verfügbar)
  43. Armee-Offensive zwingt Rothemden zur Kapitulation Spiegel Online, 19. Mai 2010
  44. Schlacht um Bangkok ist nicht zu Ende diepresse.com, 19. Mai 2010

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