Groß-Umstadt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Groß-Umstadt
Groß-Umstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Groß-Umstadt hervorgehoben
49.8677777777788.9258333333333160
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 86,84 km²
Einwohner:

21.333 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64823
Vorwahl: 06078
Kfz-Kennzeichen: DA
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 010
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
64823 Groß-Umstadt
Webpräsenz: www.gross-umstadt.de
Bürgermeister: Joachim Ruppert (SPD)
Lage der Stadt Groß-Umstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Groß-Umstadt ist eine Stadt in Hessen, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Die Stadt bildet das Mittelzentrum im östlichen Kreisgebiet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Gemarkung der Kernstadt

Groß-Umstadt liegt im südlichen Hessen am Rande des Odenwalds und des Rhein-Main-Gebiets. Die höchste Erhebung der Stadt ist der Heidelberg mit 365 m ü.NN (südöstlich des Stadtteils Wiebelsbach), die höchste Erhebung der Gemarkung Groß-Umstadt die Alte Höhe mit 358 m ü.NN (in östlicher Richtung zum Stadtteil Dorndiel).

Nachbargemeinden

Groß-Umstadt grenzt im Norden an die Gemeinde Münster und die Stadt Babenhausen, im Osten an die Gemeinden Schaafheim und Mömlingen (Landkreis Miltenberg) sowie an die Stadt Breuberg (Odenwaldkreis), im Süden an die Gemeinde Höchst im Odenwald (Odenwaldkreis) und im Westen an die Gemeinden Otzberg und Groß-Zimmern sowie die Stadt Dieburg.

Stadtgliederung

Etwa die Hälfte der rund 22.000 Einwohner lebt in Umstadt, die andere Hälfte in den 1970–1977 im Zuge der Gebietsreform eingemeindeten Orten Dorndiel, Heubach, Kleestadt, Klein-Umstadt, Raibach, Richen, Semd und Wiebelsbach. Zum Stadtteil Wiebelsbach gehört auch das seit 1961 nach dort eingemeindete Frau-Nauses.

Geschichte

Reste eines Römischen Grabdenkmals (rechts) mit Darstellung aus heutiger Sicht (links) aus dem 2. Jahrhundert im Umstädter Heimatmuseum. Funde aus der Groß-Umstädter Stadtkirche in den Resten einer villa rustica.

Vorgeschichte

Aus der Gemarkung sind urgeschichtliche Spuren, schon seit der Altsteinzeit, bekannt. 125 n Chr. wurde im Rahmen der römischen Besiedlung des rechtsrheinischen Teiles der Provinz Germania superior die Civitas Auderiensium mit dem Hauptort Dieburg gegründet. Eine planmäßige Besiedlung und Romanisierung des Gebietes begann in der Folge. Um den zentralen Markt- und Verwaltungssitz wurden landwirtschaftliche Güter angelegt. Das Hauptgebäude einer solchen villa rustica wurde unter der heutigen Stadtkirche ergraben. Diese Villa bestand bis zu den Alemanneneinfällen gegen Ende des dritten Jahrhunderts. Das weitere Geschehen bis zur urkundlichen Ersterwähnung 450 Jahre später liegt im Dunkeln. Alamannische und spätere fränkische Gräber deuten auf eine Siedlung im Bereich des Stadtgebietes. Auch der Bau der Kirche im Kernbereich der ehemaligen Villa spricht für eine kontinuierliche Besiedlung, zumindest aber für eine bewusste Anknüpfung an die vorhergehende Ansiedlung.

Frühmittelalter

Nachdem die Franken das Gebiet der Alemannen erobert hatten, legten sie zur Sicherung der Verwaltung Königshöfe an. Ein solcher ist nun auch für Umstadt sicher. Von hier wurde die Umstädter Mark verwaltet, die nicht nur das gesamte heutige Stadtgebiet samt Stadtteilen umfasste, sondern auch die Gemeinden Otzberg, Höchst (Odw.), Breuberg und Schaafheim. Umstadt bestand zu diesem Zeitpunkt als Marktflecken mit Kirche und Grafensitz. Groß-Umstadt wurde im Jahre 741 erstmals urkundlich als Autmundisstat[2] erwähnt. Der Name Autmundisstat deutet auf eine Stätte des Autmundis (Edmund?) hin, andere Erklärungen versuchen, römische Namenstraditionen nachzuweisen: Autmundis = ad montes (an den Bergen), was die Topographie Umstadts aus Richtung Dieburg gesehen, beschriebe. 766 erlangt das Kloster Fulda den Besitz der Umstädter Mark, zu der auch Groß-Umstadt gehörte. 985 gibt es hier drei Kirchen, Mühlen und Weinberge, die dem Kloster gehören.

Spätmittelalter

Wappen der Wamboldt von Umstadt in der Lindenanlage in Neuenstadt am Kocher

Im Rahmen des allgemeinen Aufschwungs im Hohen Mittelalter besitzt Umstadt seit mindestens 1263 Stadtrechte und wurde mit einer Stadtmauer versehen.

Konrad IV. von Hanau, hatte sich für seine Wahl zum Fürstabt des Klosters Fulda 1373 hoch verschuldet. Das hatte gleich nach seinem Regierungsantritt die Konsequenz, dass er versuchte, die eingegangenen Schulden aus dem Reichsstift Fulda zu refinanzieren. Schon 1374 verpfändet er deshalb die Burg Otzberg, die Stadt Hering und Anteile an der Stadt Umstadt für 23.875 fl. an seinen Neffen, Ulrich IV. von Hanau. Andere Teile wurden von der Kurpfalz übernommen, es entsteht ein Kondominat. Baulich dokumentiert sich das in zwei Schlossbauten: Das Hanauer Schloss, entstanden aus der ersten Wasserburg in der Nordostecke der Stadt und das Pfälzer Schloss in der Südwestecke. Dazwischen entstanden die Adelshöfe der Burgmannen. Davon überflügelte der Sitz der Familie Wambolt von Umstadt bald die beiden Schlösser der Stadtherren.

Frühe Neuzeit

Die Umstädter Elle am Rathaus, datiert 1604
Kupferstich von Matthäus Merian aus Bd. 5 „Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum“ der Topographia Germaniae erschienen 1645. Das Bild zeigt „Umbstatt

1504 eroberte Landgraf Wilhelm II. von Hessen, der Mittlere, im Landshuter Erbfolgekrieg und im Auftrag des römisch-deutschen Königs Maximilian I. die Stadt. Da in der Auseinandersetzung die Pfalz und das mit ihr verbündete Hanau unterlagen, hielt Wilhelm II. von Hessen die Stadt zunächst besetzt und es dauerte es bis zum Reichstag zu Worms 1521 um die Verhältnisse wieder zu klären. Das Ergebnis ist erneut ein Kondominat, diesmal zwischen Hessen und der Pfalz. Hanau schied aus, erhielt dafür 12.000 Gulden und mehrere Ortschaften aus der Zehnt Umstadt, nämlich Harpertshausen, Kleestadt, Langstadt und Schlierbach.[3]

Unter der gemeinsamen Herrschaft von Hessen und der Pfalz entwickelte sich bis kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg die Hochblüte der Stadt, das bis heute erhaltene Rathaus wird ab 1596 erbaut. Die starke Befestigung mit Bastionen verhinderte zwar eine größere Zerstörung, doch litt die Bevölkerung Not, nicht zuletzt durch die Pest der Jahre 1634 bis 1636[4]. Umbstatt sinkt zu einer unbedeutenden Landstadt herab.

1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wird die Stadt im Dezember durch 600 Mann Dragoner unter Marquis von Barbistere kurzzeitig besetzt und verwüstet.[5]

19. und 20. Jahrhundert

1802 übernahm die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt die Gesamtherrschaft über die Stadt. Im danach neu gegründeten Landkreis Dieburg war Umstadt die zweitbedeutendste Stadt: Es war Sitz zahlreicher Ämter und Schulen, des Amtsgerichtes, der Kreissparkasse und des Kreiskrankenhauses. Ab 1857 musste die Stadt zur Unterscheidung von Klein-Umstadt und Wenigumstadt die Bezeichnung „Groß-Umstadt“ tragen. Nach dem Anschluss an die Odenwaldbahn Hanau – Michelstadt – Eberbach siedelten sich zahlreiche Fabriken in der Stadt an.

1933 wählten 60 % der Umstädter die NSDAP, 1938 wurde die Synagoge geschändet und schließlich 1978 gegen den Willen von Ortsbeirat und Kreistag abgebrochen und in den Hessenpark verbracht.

Nach dem Krieg wuchs die Einwohnerzahl an und stieg durch zahlreiche Eingemeindungen auf etwa 22.500. Eine große portugiesische Gemeinde lebt in der Stadt und trägt zu den zahlreichen Festen bei. Die Stadt Groß-Umstadt fällt außerdem durch eine lebhafte Beteiligung der Bürger an Planungsprozessen und Stadtentwicklung (Bürgerhaushalt, lokale Umsetzung der Agenda 21) sowie durch ein reichhaltiges Vereinsleben auf.

Religionen

Die Katholische St. Gallus Kirche von der Realschulstraße aus gesehen.

Die Stadt ist seit der Reformation größtenteils evangelisch. Durch das Kondominat war es lange in lutherische (Hessen-Darmstadt) und reformierte (Pfalz) Kirche getrennt. Längst wieder unter dem Dach einer Kirche vereinigt, gehören ihre Mitglieder heute zur Evangelischen Kirche Hessen und Nassau. In der Stadt befindet sich der Sitz des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Es existieren Kirchengemeinden in Groß-Umstadt, Klein-Umstadt mit Raibach und Dorndiel, Kleestadt und Richen und in Semd. Das Diakonische Werk hat eine Außenstelle im Darmstädter Schloss.

Eine Evangelische Freikirche, die Ecclesia Gemeinde, befindet sich im Stadtteil Klein-Umstadt.

Im 18. Jahrhundert etablierte sich wieder eine kleine katholische Gemeinde. Mit den Ereignissen des zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit wurde die Stadt vielen Heimatvertriebenen zur neuen Heimat. Mit dem Zuzug vieler portugiesischer Mitbürger (etwa jeder achte Mitbürger der Stadt hat portugiesische Wurzeln) und Aussiedlern aus dem Gebiet der ehemaligen Sojetunion ist wieder eine stabile größere katholische Gemeinde entstanden. Die Pfarrei St. Gallus gehört zum Bistum Mainz. Sie betreut die Kernstadt, sowie alle anderen Ortsteile außer Semd und Wiebelsbach, die einen eigenen Pfarrer haben. Daneben existiert eine Katholisch-Portugiesische Mission.

Einwohnerentwicklung

Groß-Umstadt nach Stadtteilen gegliedert (Stand 2006)
Einwohnerentwicklung von Groß-Umstadt (Stand 2008)
Jahr Einwohnerzahl
(ohne Stadtteile)

800 100
985 200
1465 300
1565 400[6]
1604 1.000
1633 1.058[7]
1634 1184[8]
1635 1.178[7]
1636 424[9]
1734 1.480
1816 2.780
Jahr Einwohnerzahl
(ohne Stadtteile)

1829 3.050[7]
1845 3.040[10]
1857 2.679[11]
1905 3.580
1910 3.746[10]
1939 3.880[7]
1945 4.500
1946 5.113[10]
1961 6.931[7]
1970 8.704[7]
1990 9.087
Jahr Einwohnerzahl
(nach Eingemeindungen)
(jeweils zum 31. Dez.)
1998 21.175
2000 21.403
2002 21.620
2004 21.724
2006 22.600
2008 22.187
2010 21.852

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[12]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl in Groß-Umstadt 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,6%
23,8%
15,5%
13,5%
3,6%
BVG Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,2%
-4,3%
+6,3%
-4,0%
+0,8%
BVG Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 43,6 16 42,4 16 45,4 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,8 9 28,1 10 34,2 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,5 6 9,2 3 10,5 4
BVG Bürgervereinigung Groß-Umstadt 13,5 5 17,5 7 10,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 3,6 1 2,8 1
Gesamt 100 37 100 37 100 37
Wahlbeteiligung 50,3 % 46,2 % 51,4 %

Die SPD als die stärkste Kraft in Groß-Umstadt hatte mit der CDU von 2006-2011 eine grundsätzliche Zusammenarbeit vereinbart.[13]

Magistrat

Renaissance-Rathaus

Der Magistrat spiegelt die Sitzverhältnisse der Stadtverordnetenversammlung wider. Neben dem Bürgermeister (Joachim Ruppert, SPD) gehören dem Rat noch vier Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder der CDU, zwei Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und ein Mitglied der BVG an.

Der Magistrat ist die Verwaltungsbehörde der Stadt. Sie besorgt nach den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung im Rahmen der bereitgestellten Mittel die laufende Verwaltung der Gemeinde (Exekutive).

Bürgermeister

Bürgermeister Joachim Ruppert

Seit dem 1. Januar 2006 ist Joachim Ruppert (SPD) Bürgermeister der Stadt Groß-Umstadt. Er wurde am 14. August 2011 mit 85,1% für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.

Liste der Bürgermeister

  • 1945-1954: Peter Hartmann (SPD) (1888-1969)
  • 1954-1965: Ludwig Wedel (SPD)
  • 1969-1988: Hugo Seibert (parteilos)
  • 1988-2005: Wilfried Köbler (SPD)
  • 2006-  : Joachim Ruppert (SPD)

Wappen

Blasonierung: In Blau eine bezinnte silberne Mauer, einen Mittelturm und zwei achteckige Seitentürme, jeweils rot bedacht mit goldenem Kreuz und goldenen Knäufen. Zwischen den Türmen rechts das hanauische Wappen (drei rote Sparren in Gold) und links das fuldische Wappen (schwarzes Kreuz in Silber).

Städtepartnerschaften

Zu den beiden schon länger existierenden Partnerstädten, die wie Groß-Umstadt vom Weinbau geprägt sind, kam eine am 17. September 2010 offiziell unterzeichnete weitere Partnerschaft mit der italienischen Stadt Dicomano hinzu:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

An der Straße in den angrenzenden Stadtteil Raibach befindet sich der ehemalige Gruberhof, der als Heimatmuseum hergerichtet wurde und heute als das Museum und Kulturzentrum der Stadt auch Ort für lokale Veranstaltungen ist. Es wird vom Museums- und Geschichtsverein Groß-Umstadt e. V. betreut und ist eine kommunale Einrichtung.

Bauwerke

Direkt am historischen Marktplatz befindet sich das Renaissance-Rathaus (erbaut von 1596–1605), sowie die evangelische Stadtkirche (Hauptbau von 1465 bis 1494), der Turm stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. In der Altstadt befinden sich neben zahlreichen Fachwerkhäusern sieben Schlösser und ehemalige Adelshöfe (auch als Burgmannenhaus oder Burgmannshof bezeichnet), darunter das Wambolt'sche Schloss im Renaissancestil, das Darmstädter Schloss (ehemals Hanauisches Schloss genannt) mit geringen Resten einer Wasserburg sowie das Pfälzer Schloss (Erdgeschoss mittelalterlich, Obergeschoss von 1806) und das Curti-Schloss (1963 einem Erweiterungsbau des Gymnasiums gewichen). Dazu zählen noch das Rodensteiner Schloss (auch Rodensteiner Hof genannt), der Heddersdorf´sche Hof und der Gans´sche Adelshof.


Ehemalige Synagoge

Die 1874 eingeweihte Synagoge der Jüdischen Gemeinde wurde 1938 innen völlig zerstört und angezündet. 1978 wurde das Gebäude der Synagoge gegen den Willen von Ortsbeirat und Kreistag abgebrochen. Ab 1983 wurde sie im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach wieder aufgebaut und kann dort besichtigt werden.[15]

Regelmäßige Veranstaltungen

In Groß-Umstadt gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Dazu gehören neben dem Winzerfest und dem Groß-Umstädter Bauernmarkt, der immer eine Woche vor dem Winzerfest stattfindet, das Johannisfest, die Jazzparade und das Klassik Open Air.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Umstadt als Mittelzentrum hat viele mittlere und kleine Wirtschaftsbetriebe sowie eine rege Einzelhandelsszene mit meist inhabergeführten Geschäften. Im Gewerbegebiet an der Georg-August-Zinn-Straße liegen einige Großmärkte, ein Baumarkt und ein Medic-Center deren Kundenkreise auch aus dem weiteren Umland stammen. Ansässig ist u.a. die auch als Markenname bekannte Resopal GmbH. Das Testzentrum Technik & Betriebsmittel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft befindet am Rande der Stadt.

Verkehr

Schienenverkehr

Die Odenwaldbahn macht außer in Umstadt auch in den Stadtteilen Klein-Umstadt und Wiebelsbach Halt auf ihrem Weg nach Hanau, Darmstadt, Frankfurt und Erbach.

Busverkehr

Außerdem verbinden die Schnellbuslinien 671 und 681 Groß-Umstadt mit Semder Eck, Dieburg und Darmstadt. Weitere Busverbindungen bestehen Richtung Schaafheim, Otzberg, Münster und Semd.

Groß-Umstadt und seine Stadtteile werden durch folgende Buslinien angebunden:

Linie Strecke Bemerkungen
671 Wiebelsbach-Heubach-Groß Umstadt-Dieburg-Darmstadt täglich
681 Wiebelsbach-Heubach-Groß Umstadt-Darmstadt Montag-Freitag
678 Wiebelsbach-Heubach-Groß Umstadt-Lengfeld-Reinheim-Nieder Ramstadt-Darmstadt täglich, Nachtbuslinie
682 Semd-Klein Zimmern-Groß Zimmern-Darmstadt Montag-Freitag
K64 (Groß Umstadt)-Lengfeld-Zipfen-Hering-Ober Nauses Montag-Freitag
K67 Schaafheim-Klein Umstadt-Groß-Umstadt-Lengfeld-Habitzheim-Ober Klingen Montag-Freitag
K68 Mömlingen-Wald Amorbach-Dorndiel-Raibach-Groß Umstadt-Semd-Dieburg Montag-Freitag
K69 Wiebelsbach-Heubach-Groß Umstadt-Semd-Dieburg Montag-Freitag

Die Eingeklammerten Städte werden selten angefahren.

Außer der Buslinie 682 halten alle Linien an der Haltestelle „Groß-Umstadt Pfälzer Schloss“. Diese ist ein wichtiger Umsteigepunkt in Groß-Umstadt. An Wochenenden fahren ausschließlich die Linien 671 und 678. Alle Fahrten innerhalb von Groß-Umstadt und den Stadtteilen liegen in der Preisstufe 1 nach der Klassifizierung des RMV.

Die Linie K69 besteht seit August 2010 und bedient Groß-Umstadt und die Stadtteile Heubach und Wiebelsbach. Diese wurden zuvor von der Linie K68 bedient.

Straßenverkehr

Die B 45 führt als Umgehungsstraße am Stadtgebiet von Groß-Umstadt vorbei und verbindet den Odenwald mit dem Rhein-Main-Gebiet. Die Stadt ist Teil der Deutschen Fachwerkstraße. Ca. 4 km nordwestlich von Groß-Umstadt liegt die als Schnellstraße ausgebaute B 26. Dadurch ist die Stadt an Darmstadt und Aschaffenburg angebunden.

Radverkehr

Das Radwegenetz ist gut ausgebaut und beschildert. Alle Ortsteile mit Ausnahme von Dorndiel sind mit Radwegen zu erreichen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

Sonstiges

Zentrum von Groß-Umstadt von einem der Weinberge aus; im Hintergrund der Stadtteil Semd
  • Groß-Umstadt verfügt über eine lange Tradition im Weinbau (nachweislich mindestens seit dem 10. Jahrhundert). Die Stadt bezeichnet sich gerne als „Odenwälder Weininsel“ und gehört zum Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße, Bereich Umstadt.
  • Eines der frühesten Kriegerdenkmäler wurde 1462 an der Stadtkirche angebracht.
  • Eine der ersten Bürgerinitiativen verhinderte 1782 die Verunstaltung des Rathauses.
  • Im Dorf Semd (heute Teil von Groß-Umstadt) hielt sich ab 1800 oft und gerne der Räuber Schinderhannes auf. Dort pflegte er seine Beziehungen zu den Odenwald-, Spessart- und sogar zu den Wetterauer Gaunern und Räubern. Im Mai 1802 verprügelte der Schinderhannes im „Gasthof zum Engel“ in Semd den späteren Odenwald-Räuber Johann Adam Heusner, der 1814 in Darmstadt hingerichtet wurde.[17]

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. Urkunde Kaiser Ludwig des Frommen vom 19. Dezember 822, indem er zwei andere Urkunden an das Bistum Würzburg mit Kirchen und Landschenkungen durch seine Vorgänger Karlmann und Pippin III., vgl. Regnum Francorum Online Urkunde WUB 087, 822-12-19 und Karolingische Schenkungen an das Bistum Würzburg bestätigt
  3. „Ein Umstädter erzählt – Heimatforscher Georg Füßler und sein Umstadt“, Hrg.: Magistrat der Stadt Groß-Umstadt, Geiger-Verlag, 1995
  4. „Das Umstädter Pestbuch – Die große Pest 1634–1636“, Hrg.: Umstädter Museums- und Geschichtsverein. Verlag: Sighard Volp, Selbstverlag 2005
  5. Die Geschichte der Dynasten und Grafen zur Erbach und ihres Landes, G. Simon, Frankfurt am Main, 1858, Verlag und Druck Brönner. S. 442
  6. 1250 Jahre Groß-Umstadt 743-1993 Hrg.: Magistrat der Stadt, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, S. 297. Erste Pestwelle
  7. a b c d e f Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen, Ortslexikon Hessen
  8. Bearbeiter: Sighard Volp Das Umstädter Pestbuch, Vlg. Umstädter Museums- und Geschichtsverein, Druckvlg. Lockay e.K. Reinheim, 2005, S. 142
  9. Bearbeiter: Sighard Volp Das Umstädter Pestbuch, Vlg. Umstädter Museums- und Geschichtsverein, Druckvlg. Lockay e.K. Reinheim, 2005, S. 142 - Zweite Große Pestwelle von 1634-1636
  10. a b c 1250 Jahre Groß-Umstadt 743-1993 Hrg.: Magistrat der Stadt, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, S. 297.
  11. 1250 Jahre Groß-Umstadt 743-1993 Hrg.: Magistrat der Stadt, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, S. 297. - Auswanderungswelle von 1832-1860
  12. Hessisches Statistisches Landesamt
  13. Politik Die Stadtverordnetenversammlung
  14. Informationen der Gemeinde Dicomano (in ital.) und Information der Stadt Groß-Umstadt zur neuen Partnerschaft
  15. Synagoge bald auch innen zu besichtigen in: FAZ vom 29. August 2011, Seite 36
  16. Links mit Portalinschrift: aus 1. Mose 28,17: Wie ehrfurchtgebietend ist dieser Ort. Hier ist nichts anderes als ein Gotteshaus, und dies ist die Pforte des Himmes. vgl. www.alemannia-judaica.de: Die Synagoge in Groß-Umstadt. Rechts daneben die Gedenkinschrift: Zu Ehren unserer jüdischen Mitbürger und zur Erinnerung an die Synagoge, die 1874 erbaut und am 9. Nov. 1938 durch Rassenwahn entweiht wurde.
  17. Bayerlein P, Schinderhannes-Ortslexikon, Mainz-Kostheim 2003, S.216

Literatur

  • Johannes Sommer: Das Renaissance-Rathaus in Groß-Umstadt. Eine Dokumentation zu Entstehung und Bewahrung des Bauwerks 1600–1991. Königstein i. Ts. 1993 (= Die Blauen Bücher), ISBN 3-7845-5800-3.
  • Johannes Sommer (Hrsg.): Dreizehn Jahrhunderte Kirche in Groß-Umstadt. Mit Beiträgen von H. M. Balz, Chr. Borck, J. Courtin, F. Krebs, M. Reith, S. Scholz, J. Sommer u. S. Volp. Königstein i. Ts. 1993 (= Die Blauen Bücher), ISBN 3-7845-5802-X.

Weblinks

 Commons: Groß-Umstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



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