Elephant

Elephant, das größte der vierfüßigen Thiere, scharfsinnig, gutmüthig u. lenksam, wird schon von den röm. Geschichtsschreibern Plinius und Aelian als das klügste Thier erwähnt. Die Griechen sind Römer kannten ihn aus den Kriegen, welche jene mit Alexander dem Großen, diese mit Pyrrhus und Hannibal führten. Das eigentliche Vaterland der Elephanten ist Indien, doch sind sie auch in Afrika, durch Abessinien, Aethiopien, Senegambien, Guinea, Congo, bis an das Vorgebirge der guten Hoffnung hinab, und eben so auf den Inseln Java, Borneo, den Molucken und Philipinen verbreitet. Weiße Elephanten findet man vorzüglich in Siam, wo man sie als die in's Leben zurückgekehrten Manen der indischen Kaiser verehrt. Der Elephant in der Freiheit ist höchst gutmüthig und friedlich, die afrikanischen, die auch kleiner sind, lassen sich weniger leicht zähmen, die größten werden auf Ceylon angetroffen. Sie leben in Herden meist in dichten Wäldern in der Nähe von Wasser, welches sie nicht entbehren können, und sind weder blutgierig, noch wild; von ihren furchtbaren Zähnen machen sie fast nie Gebrauch, der Rüssel ist ihre einzige Waffe, wenn sie zur Vertheitigung derselben bedürfen. Die Kraft dieses Thieres steht zu seiner Größe im Verhältniß; trotz dem besitzt es eine bewundernswerthe Gewandtheit und kann außerordentliche Anstrengungen aushalten. Der Elephant ist leicht zu zähmen, wenn er mit Güte behandelt wird, und dann überaus folgsam, sanft und liebreich, seinem Wärter zugethan und gelehrig; er gewöhnt sich an die Stimme seines Herrn, lauscht auf seine Befehle und wird durch Musik schnell beruhigt. Die Karthager waren es namentlich, die ihn im Kriege gebrauchten. Die Macht der Erscheinung und der Muth der Elephanten ward in vielen Schlachten von ihnen benutzt: gegenwärtig haben sie sich aus dem Norden von Afrika hinweggezogen. Auch in Indien benutzte man früher die Elephanten im Kriege, jetzt werden sie dort nur ausnahmsweise zur Jagd, vorzüglich auf Tiger, abgerichtet und im Allgemeinen nur noch zum Prunk gehalten. Man erzählt eben so viele Beispiele von der Starke und Ausdauer des Elephanten im Kampfe, als von seiner Treue, Gutmüthigkeit und Anhänglichkeit im häuslichen Zustande. Die Verehrung der weißen Elephanten durch die Siamesen hat man lange Zeit für eine fabelhafte Erzählung aus dem Orient gehalten; allein neuere Reisende berichten glaubwürdig von der göttergleichen Wichtigkeit, die man denselben dort beilegt; der Besitz eines solchen seltenen Thieres ist der höchste Stolz der Fürsten und wird als ein Unterpfand des reichsten Glückes angesehen, es wird von den Ersten des Reiches bedient und genießt fürstliche und göttliche Ehren. Das Alter der Elephanten erreicht 200–300 Jahre, doch sterben sie im der Gefangenschaft früher, gleichwie dieselbe, nächst dem Klima und der Nahrung, auch auf ihre körperliche Entwickelung einen nachtheiligen Einfluß äußert; die nach Europa gebrachten sind meist nach kurzer Zeit gestorben. In ihrer Heimath erreichen sie eine Größe von 14 Fuß, die Augen sind verhältnißmäßig klein, dabei aber freundlich und gefühlvoll, ihr Gehör ist sehr sein, eben so das Geruchsorgan, welches für Wohlgerüche auffallend empfindsam ist; sie lieben den Wein, sind außerordentlich reinlich, bewegen sich leicht und schwimmen gut; die Gewandtheit des Rüssels ist erstaunenswerth, die Haut fast undurchdringlich, die beiden großen Zähne liefern das Elfenbein (s. d. A.).

T.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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