Ceylon

Ceylon

Ceylon, eine Insel an der Südspitze von Ostindien, zu dem sie selbst gehört. Ueppig und fruchtbar, daß sie Elephanten in großen Herden ernährt, und die Reisernte einen hundertfältigen Ertrag gibt, mit einem Umfange von 900 Quadrat Meilen, und nur 1 Million Einwohner, haben menschliche Hände für den Anbau doch so wenig gethan, daß der jährliche Ertrag nicht einmal hinreichend für das Bedürfniß ist. Portugal, Holland und England haben sich abwechselnd um ihren Besitz gestritten, bis es endlich Letzterem gelang, Herr des Landes zu bleiben. Ihrer trefflichen Südfrüchte, ihrer feurigen Gewürze, und ihrer Perlen wegen war Ceylon schon im Alterthum berühmt, die Muscheln, welche jenen köstlichen Schmuck liefern, werden durch Taucher, oft 6000 an der Zahl, zu gewissen Zeiten des Jahres, und jedes Jahr an einer andern Stelle gefischt; außer dem bereits Genannten liefert Ceylon die edelsten Steine, Diamanten, Rubinen, Hyazinthen, Sapphire etc. Gold, Quecksilber, Kupfer und Eisen; seine animalische Bevölkerung ist sehr groß; es nährt außer den Elephanten,Gazellen, Moschusthiere, Affen, Elenthiere, wilde Schweine, Rinder, Schafe, Hafen, Paradiesvögel, Papageien, Truthühner, Enten, Fasanen, Pfauen, Störche etc. etc., doch alle nur eine reiche Nahrungsquelle für furchtbare Raubthiere, für Tiger, Hyänen, Schakals, Bären, für Krokodile, Schlangen, so wie für mächtige Falken, Adler und Geier, denn der Eingeborne ißt außer Hühnern gar kein Fleisch, und auch dieses essen nur die niedern Kasten der Hindus. Die Frauen unter den Brahminen und Kschetrias (Priester- und Kriegerkaste) sind sehr hoch geehrt, dafür sind die der übrigen leider nur Sclavinnen. Die muhamedanische Bevölkerung ist gering, daher Vielweiberei dort nicht so Sitte ist, wie in dem übrigen Indien. Die Frauen der Reichen zieren sich mit jedem erdenklichen Schmuck, von dem großen Nasenringe bis zu den Ringen an den Füßen, von dem Carmin, womit sie die Fingerspitze roth, bis zu dem Safran, womit sie Gesicht und Busen hochgelb färben. – Außerdem wissen sie nur die Laute zu schlagen, mit Goldfischchen und zierlichen Gazellen zu spielen, und die lieblichen, blumigen Gärten zu pflegen, oder die noch blumenreichern Dichter zu lesen – die Frauen der untern Kasten sind höchst bedauernswerth – sie sind die wahren Lastthiere der unumschränkten Herrn, und wären die Bedürfnisse jener Söhne der Natur nicht so äußerst gering, so wäre ihr Loos das traurigste.

–V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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