Audi A2
Audi
Audi A2 front 20071002.jpg
A2
Hersteller: Audi AG
Produktionszeitraum: 1999–2005[1]
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Schrägheck, fünftürig
Motoren: Ottomotoren:
1,4–1,6 Liter
(55–81 kW)
Dieselmotoren:
1,2–1,4 Liter
(45–66 kW)
Länge: 3826 mm
Breite: 1673 mm
Höhe: 1553 mm
Radstand: 2405 mm
Leergewicht: 895–1070 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Audi A2 ist ein von November 1999 bis Juli 2005 in Neckarsulm produzierter Minivan von Audi.

Inhaltsverzeichnis

Design

Heckansicht

Bereits 1996 übernahm Stefan Sielaff (heute Chefdesigner bei Audi) die Projektverantwortung für die Showcars Light green und Light Blue. Zusammen mit Luc Donckerwolke (gegenwärtig Chefdesigner bei Seat), der für das äußere Erscheinungsbild verantwortlich war, entwarf er bis 1997 ein Showcar für die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt. Die Al2, wie die beiden Studien genannt wurden, sollten durch die Verwendung durchsichtiger Kunststoffteile und Aluminium ein neues Raumgefühl und Leichtigkeit vermitteln. Beide Versionen hatten eine weit heruntergezogene Dachlinie und eine weit nach vorn greifende Windschutzscheibe.

Die Serienfertigung des Audi A2 wurde mit der Vorstellung des fahrfertigen Prototyps 1999 auf der IAA eingeleitet. Da sie schon vor der Präsentation der Showcars beschlossen worden war, ähnelte die Außenform des Serienmodells den Studien. Vor allem der deutlich veränderte „Gesichtsausdruck“ orientierte sich an anderen Audi-Modellen dieser Zeit. Die leitenden Designer Peter Schreyer und Gerd Pfefferle erhielten 2002 den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für die Designarbeit am A2 und A4 der 6. Generation.

A2 TDI 3L

Audi A2 1.2 TDI 3L
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[2] Crashtest-Stern 4.svg

Dieses 3-Zylinder-Niedrigenergiefahrzeug 1.2 TDI unterscheidet sich in vielen Merkmalen von den anderen Audi A2. Das Fahrwerk ist teils aus Aluminium gefertigt und kompakter aufgebaut. Das automatisierte Getriebe wird, wie im VW Lupo 3L, hydraulisch über einen Gangsteller betätigt und erzwingt durch eine optimierte Steuergerätesoftware sehr frühe Gangwechsel. Im zuschaltbaren Eco-Modus wird bei der Gaswegnahme automatisch in den Freilauf geschaltet, um keine Energie durch Motorbremswirkung zu verlieren. Zusätzlich wird auch die Start-Stopp-Automatik aktiviert, die nach vier Sekunden Stillstand den Motor abstellt.
Des Weiteren wird beim Wechsel in den Automatikmodus automatisch auf Eco-Modus umgeschaltet, wodurch zusätzlich ein sparsameres Motormanagement mit maximal 33 kW Leistung aktiviert wird. Es ist aber möglich, mittels Tiptronic-Schaltgasse die Gänge manuell zu schalten. Aus Gewichtsgründen wurde das Panoramadach Open-Sky nicht in dieser Variante verbaut.

Serienmäßig wurden auf dem Fahrzeug Aluminium-Magnesiumfelgen mit der Reifendimension 145/80R14 angebracht, die den Rollwiderstand deutlich senken. Durch viele solcher Gewichts- und Aerodynamikoptimierungen ist der Wagen bis heute (Stand 2010) mit seinem Normverbrauch von 2,99 l auf 100 km das einzige in Großserie produzierte fünftürige Dreiliterauto. Es hat einen cW-Wert von 0,25, womit sich das Fahrzeug den Spitzenplatz aller bis 2008 gebauten Serienfahrzeuge mit dem Honda Insight teilt.[3]
Der 1.2 TDI erfüllte die Abgasnorm Euro 3.

Ab 2004 gab es Versionen ohne Klimaautomatik und ohne geteilte Rückbank, welche auch D4 erfüllten. Es ist in Deutschland möglich, das Euro-3-Fahrzeug auf D4 umzuschlüsseln.[4] Ein Rußpartikelfilter war in der Bauzeit des Fahrzeugs noch nicht lieferbar, ist aber in Österreich ohne Typisierungspflicht nachrüstbar, und bringt Vorteile in Städten wie beispielsweise Graz. Das Fahrzeug war in Deutschland bis zum 31. Dezember 2005 von der KFZ-Steuer befreit.
Es wurden, auch wegen des hohen Anschaffungspreises, nur knapp 6500 Exemplare dieses Fahrzeugs gebaut.

Technische Daten

Der Audi A2, außer 1.2TDI, erreicht einen cW-Wert von 0,28.

Im Jahr 2004 wurde mit dem A2H2 ein Prototyp eines Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugs auf Basis des A2 vorgestellt.

Die Motorenpalette des Audi A2 (interne Bezeichnung Typ 8Z) umfasst drei Diesel- und zwei Benzinmotoren.

Ausstattung

Audi A2 ColourStorm

Neben zahlreichen Sonderausstattungen, die dem üblichen Standard des Herstellers entsprechen, waren folgende Ausstattungspakete verfügbar:

  • Advance: Radio Chorus, doppelter Gepäckraumboden, Metallic- oder Perleffektlackierung, Klimaautomatik mit sonnenstandsabhängiger Regelung, zwei einzeln entnehmbare Rücksitze
  • High-Tech: Glashubdach Open Sky, Einparkhilfe, Handyvorbereitung mit Freisprecheinrichtung und Sprachbedienung
  • Style: Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe, Fernbedienung für Zentralverriegelung, höhenverstellbare Fahrer- und Beifahrersitze, beleuchtete Make-Up-Spiegel, Fußmatten und Trittschutzfolie, Aluminium-Gussräder (6J×15)
  • Style Plus: Vier-Speichen-Lederlenkrad mit Airbag, Neun-Speichen-Alufelgen in 17 Zoll mit 205/40 R17, beleuchtete Schminkspiegel in beiden Sonnenblenden, Funkfernbedienung für Zentralverriegelung mit Komfortschließung, Fußmatten vorne und im Fond, Keder bei Farben der Sitzbezüge in Rot Blau oder Gelb im entsprechendem Farbton, manuelle Sitzhöhenverstellung für Fahrer und Beifahrer, Rückspiegelgehäuse und Türgriffe in Wagenfarbe lackiert, Schalthebelknauf und Schalthebelmanschette in Leder, S-line-Sportfahrwerk, Trittschutzfolie auf den Schwellern
  • S line Sport: Sportfahrwerk, Aluminium-Gussräder (7J×17) im Neun-Speichen-Design, Sportsitze vorn, Lendenwirbelstütze vorn, Sportlenkrad, Bedienelemente in Leder
  • „Xtend“: Ausstattungspaket für Österreich ab 2001 umfasste Klimaautomatik mit sonnenstandsabhängiger Regelung, Funkfernbedienung für Zentralverriegelung mit Komfortschließung, Fahrer- und Beifahrersitz höhenverstellbar, Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe, Gepäckraumabdeckung, doppelter und herausnehmbarer Gepäckraumboden, 15-Zoll-Leichtbauräder (14 Zoll bei 1.2TDI)

Technologieträger

Laut Aussage der Audi AG wurden sowohl bei der Konstruktion als auch bei der Produktion des Fahrzeugs neue Technologien und Konzepte zum ersten Mal in einer Großserie eingesetzt. Der A2 besitzt eine Aluminiumkarosserie, die auf der damals sonst nur noch beim Audi A8 eingesetzten Audi-Space-Frame-Technologie basiert.

Klassifizierung

Ein Problem des Audi A2 ist die Klassifizierung in die gängigen Kategorien wie Kleinwagen, Kompaktklasse oder Minivan. Der Audi A2 wurde als direkter Konkurrent zur Mercedes A-Klasse entwickelt und entspricht dieser in Größe und Neupreis. Beide Fahrzeuge sind bei vergleichbarem Innenraum wesentlich kürzer aber höher als ein VW Golf IV (Länge und Radstand entsprechen weitgehend denen eines VW Polo 6N). Für Mercedes war es dennoch möglich, die A-Klasse als direkte Konkurrenz zum VW Golf zu etablieren, da man bisher kein Modell dieser Klasse hatte – anders hingegen bei Audi, wo es mit dem Audi A3 bereits ein Fahrzeug in der Kompaktklasse gab.

Bereits der Name „A2“ zeigt, dass die Platzierung „unterhalb des A3“ geschah. Das führte zu dem Dilemma, dass diese beiden sowohl vom Konzept als auch von der Größe sehr ähnlichen Fahrzeuge A-Klasse und A2 von ihren Herstellern beim Kraftfahrtbundesamt in unterschiedlichen Fahrzeugklassen gemeldet wurden. So steht auch in der Pannenstatistik des ADAC der A2 unter „Kleine Klasse“, die A-Klasse in der „Unteren Mittelklasse“.

Nachfrage

In den fünfeinhalb Jahren Bauzeit liefen 176.377 Exemplare des A2 vom Band.[6] Davon waren 6450 3L-Versionen (1.2 TDI).

Um den verhältnismäßig schleppenden Verkauf anzukurbeln, brachte Audi im Jahr 2003 das Sondermodell „colour.storm“ auf den Markt. Dieses zeichnete sich äußerlich durch auffälligere Farben mit abgesetztem mattschwarzen Dach sowie schwarzen Kunststoffteilen an den Kotflügeln, Türen und Stoßstangen aus. Aber auch dieses Modell brachte keine nennenswerte Trendwende bei den Verkaufszahlen.

Bewertungen

Laut ADAC-Pannenstatistiken erzielte der A2 in den Jahren 2003 bis 2008 den ersten Platz in seiner Klasse. Ebenso belegt das Fahrzeug 2004 aufgrund seiner Mängelfreiheit den ersten Platz der TÜV-Statistik. Eine weitere Aufwertung erfährt der A2 aufgrund des sehr geringen Schadstoffausstoßes. Insbesondere gibt es für die 1.2-TDI-Version eine Umschlüsselung auf D4-Norm und damit die grüne Plakette auch ohne Partikelfilter (Sonderantrag durch TÜV Bamberg).

Weblinks

 Commons: Audi A2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Autos ohne Nachfolger (Bild 3) auf Autobild.de (abgerufen am 4. August 2010)
  2. Crash-Test Audi A2 (ADAC 07/2002)
  3. Luftwiderstandsbeiwerte am Beispiel einiger Serien- und Experimental-PKW
  4. Alle 1.2 TDI auf D4 umschlüsselbar! Es geht!
  5. http://www.bb-automobiltechnik.de/deutsch/fahrzeugtyp/audi/audi-a2/dieselpartikelfilter/serie/a2-dpf-serie.html
  6. 60 deutsche Autos: Der Audi A2

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