Bistümer der römisch-katholischen Kirche in Deutschland
Karte der deutschen Kirchenprovinzen und Bistümer
Katholische Bevölkerung nach Diözesen Stand 31 Dez. 2008

In der römisch-katholischen Kirche in Deutschland gibt es derzeit 27 Diözesen (Bistümer). Mehrere Diözesen – die Suffragane – bilden zusammen eine Kirchenprovinz, welcher ein Metropolit vorsteht. Der Metropolit ist in Deutschland immer der Bischof des Erzbistums der Kirchenprovinz, der Bischof entsprechend ein Erzbischof. Die meisten Erzdiözesen stammen aus historischer Zeit, d. h. es handelt sich um alte, meist große Bistümer (z. B. Köln, München-Freising, Paderborn). Einige Bistümer waren zu früheren Zeiten Erzbistümer (z. B. Mainz). Bis 1990 gab es in Deutschland fünf Erzdiözesen und damit fünf Kirchenprovinzen. Nach der Wiedervereinigung wurde die Kirchenlandschaft in Deutschland neu geordnet. Hierbei wurde das Bistum Berlin zum Erzbistum erhoben und Hamburg als weiteres, siebtes Erzbistum neu gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Heutige Bistümer in Deutschland

Im folgenden werden die insgesamt 27 Bistümer (7 Erzbistümer und 20 Bistümer) aufgelistet (Stand 31 Dez. 2007). Das Erzbistum (in Fettdruck) bildet zusammen mit seinen Suffraganbistümern die jeweilige Kirchenprovinz.

In der letzten Spalte sind die Hintergründe bei Katholikenanteilen von über einem Drittel bzw. über dem Bundesschnitt (31%) und über 50% je aufsteigend verdunkelt, bei Anteilen von unter 10% hingegen aufgehellt.

Bistum

Kirchenprovinz

Bundes-
länder
Gebiete
[+/- Exklaven]
Fläche
[ km² ]
Einwohner (2007)
[ 1000 ]
Katholiken (2007)
[ 1000 ]
Anteil (2007)
[ % ]
Bamberg Bamberg BY 1 10.290 1954 743 38,0
Eichstätt Bamberg BY 1 6.025 890 432 48,5
Speyer Bamberg RP, SL 1 5.893 1357 597 44,0
Würzburg Bamberg BY 1-1 8.532 1341 888 66,2
Berlin Berlin BE, BB, MV 1 31.200 5797 395 6,8
Dresden-Meißen Berlin SN, TH 1 16.934 4320 145 3,4
Görlitz Berlin BB, SN 1 9.733 775 30 3,9
Freiburg Freiburg BW 1 16.229 4828 2045 42,4
Rottenburg-Stuttgart Freiburg BW 1-1 19.514 5043 1979 39,2
Mainz Freiburg RP, HE, BW 2+1 7.692 2824 784 27,8
Hamburg Hamburg SH, HH, MV 1 32.489 5789 398 6,9
Hildesheim Hamburg NI, HB 1 30.000 5700 645 11,3
Osnabrück Hamburg NI, HB 1 12.580 2158 585 27,1
Köln Köln NRW, RP 1-1 6.181 5250 2159 41,1
Aachen Köln NW 1 3.937 2052 1163 56,7
Essen Köln NW 1+1 1.877 2590 909 35,1
Limburg Köln HE, RP 1 6.182 2360 677 28,7
Münster Köln NW, NI 2 15.265 4327 2024 46,8
Trier Köln RP, SL, NW 1+1 12.870 2493 1548 62,1
München und Freising München und Freising BY 1+1 12.081 3533 1819 51,5
Augsburg München und Freising BY 1-1 13.250 2292 1474 64,3
Passau München und Freising BY 1 5.442 574 510 88,9
Regensburg München und Freising BY 1 14.665 1716 1257 73,2
Paderborn Paderborn NW, HE, NI 1 14.754 4894 1682 34,4
Erfurt Paderborn TH 1 12.000 2025 160 7,9
Fulda Paderborn HE, TH, BY 1+1 10.000 2297 425 18,5
Magdeburg Paderborn SA, BB, SN 1 23.208 2800 97 3,5
Deutschland gesamt alle alle 19+5 357.022 82046 25434 31,0

^: Die für das Bistum Erfurt angegebene Katholikenquote ist die für Gesamt-Thüringen (zu kleineren Teilen in den Bistümern Fulda und Dresden-Meißen); die Einwohnerzahl ist hieraus mithilfe der Katholikenzahl des Bistums hochgerechnet!

Historische Bistümer im Heiligen Römischen Reich

Historische Bistümer der Römisch-Katholischen Kirche bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation:

Bistum Lübeck†, Erzbistum Lund (heute Bistum Lund, Schweden), Bistum Ratzeburg†, Bistum Schwerin†, Bistum Verden†, Bistum Oldenburg†, Bistum Schleswig
Bistum Bremen†, Bistum Minden†, Bistum Lüttich (heute Belgien), Bistum Utrecht† (heute Erzbistum Utrecht, Niederlande), Bistum Osnabrück, Bistum Münster
Bistum Brandenburg†, Bistum Havelberg†, Bistum Lebus†, Bistum Halberstadt†, Bistum Meißen† (heute Bistum Dresden-Meißen), Bistum Merseburg†, Bistum Naumburg
Bistum Corvey†, Bistum Konstanz†, Bistum Worms†, Bistum Speyer, Bistum Straßburg (heute Erzbistum Straßburg, Frankreich), Bistum Hildesheim, Bistum Halberstadt†, Bistum Verden†, Bistum Paderborn (heute Erzbistum Paderborn), Bistum Prag (heute Erzbistum Prag, Tschechien), Bistum Olmütz (heute Erzbistum Olmütz, Tschechien), Bistum Würzburg, Bistum Eichstätt, Bistum Augsburg, Bistum Basel (heute Schweiz), Bistum Chur (heute Schweiz), Bistum Fulda
Bistum Regensburg, Bistum Freising (heute Erzbistum München und Freising), Bistum Passau, Bistum Säben-Brixen (heute Bistum Bozen-Brixen, Italien), sowie - als Eigenbistümer einmalig in der katholischen Welt - Eigenbistum Chiemsee†, Eigenbistum Gurk (heute Österreich), Eigenbistum Lavant (heute Erzbistum Maribor, Slowenien), Eigenbistum Seckau (heute Bistum Graz-Seckau, Österreich)
Bistum Wiener Neustadt
Bistum Kulm†, Bistum Kurland†, Bistum Pomesanien†, Bistum Samland
Bistum Metz (heute Frankreich), Bistum Toul† (heute Bistum Nancy, Frankreich), Bistum Verdun (zwischenzeitlich †, heute Frankreich)

† = untergegangenes (Erz-)Bistum

Daten zu den Bistümern

Die flächenmäßig größte Diözese ist das Erzbistum Hamburg mit 32.489 km², die kleinste ist das Bistum Essen mit 1877 km². Die meisten Katholiken leben im Erzbistum Köln mit 2,16 Mio., die wenigsten im Bistum Görlitz mit 30.394. Den höchsten Katholikenanteil hat das Bistum Passau mit 88,9 %, den niedrigsten das Bistum Dresden-Meißen mit 3,4 %. Die älteste Diözese ist das Bistum Trier aus dem Jahr 270, die jüngste das Bistum Görlitz aus dem Jahr 1994.

Siehe auch


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