Bocholt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bocholt
Bocholt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bocholt hervorgehoben
51.8366666666676.610833333333325
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Borken
Höhe: 25 m ü. NN
Fläche: 119,37 km²
Einwohner:

73.170 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 613 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 46361–46399
Vorwahlen: 02871 (außer Suderwick) 02874 (Suderwick)
Kfz-Kennzeichen: BOR, alt (bis 1975): BOH
Gemeindeschlüssel: 05 5 54 008
Stadtgliederung: 13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Berliner Platz 1
46395 Bocholt
Webpräsenz: www.bocholt.de
Bürgermeister: Peter Nebelo (SPD)
Lage der Stadt Bocholt im Kreis Borken
Kreis Borken Nordrhein-Westfalen Kreis Kleve Kreis Wesel Kreis Coesfeld Kreis Coesfeld Niedersachsen Kreis Steinfurt Niederlande Raesfeld Heiden Rhede Bocholt Borken Reken Velen Stadtlohn Heek Ahaus Gescher Legden Schöppingen Gronau Vreden Südlohn IsselburgKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Bocholt (niederdeutsch: Bokelt) liegt im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und ist die größte Stadt des Kreises Borken im Regierungsbezirk Münster.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Bocholt gehört politisch und kulturhistorisch zum westlichen Münsterland, landschaftlich jedoch bereits zum Niederrheinischen Tiefland. Während der Westteil der Stadt mit einer Höhenlage zwischen 15 und 25 Metern über Normalnull dem Naturraum Isselebene zugeordnet wird, gehört der Osten (Stadtteile Barlo, Stenern und Biemenhorst mit bis 48 m ü. NN) zum Naturraum Niederrheinische Sandplatten und markiert den fließenden landschaftlichen Übergang zum Westmünsterland.

Die Stadtgrenze ist im Norden zugleich die Staatsgrenze zu den Niederlanden, im Südwesten zugleich die Grenze zum Kreis Wesel und somit auch die Grenze zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Ebenso bildet sie die Grenze zwischen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Bocholt über den Kreis Borken angehört, und dem Landschaftsverband Rheinland. Durch Bocholt fließt die Bocholter Aa.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Gesamtfläche des Stadtgebietes beträgt rund 119 Quadratkilometer, wovon 65,9 % landwirtschaftlich genutzt werden. 6,7 % sind Waldfläche, 1,8 % Wasserfläche, 2,1 % Erholungs- und Grünanlagen, 15,9 % Hof- und Gebäudeflächen, 6, 9% Straßen, Wege und Plätze und 0,8 % sonstige Flächen.

Gliederung

Bocholt ist laut Hauptsatzung in sieben Stadtbezirke unterteilt: Mitte, Nordost, Ost, Südost, Südwest, West, Nordwest.[2]

Für statistische Zwecke unterteilt die Stadt Bocholt das Stadtgebiet in 32 Bezirke. Das Gebiet der Stadt Bocholt in den Grenzen von 1975 wird als „Bocholt alt“ bezeichnet. Darunter sind insgesamt zentrale 21 Bezirke zusammengefasst. Die weiteren 11 Bezirke sind in alphabetischer Reihenfolge Barlo, Biemenhorst, Hemden, Holtwick, Lankern, Liedern, Lowick, Mussum, Spork, Stenern, Suderwick.[3]

Nachbargemeinden

Gemeinde Aalten
(Provinz Gelderland)
Gemeinde Winterswijk
(Provinz Gelderland)
Stadt Isselburg
(Kreis Borken)
Windrose klein.svg Stadt Rhede
(Kreis Borken)
Stadt Hamminkeln
(Kreis Wesel)


Klima

Klimadiagramm Bocholt Stadt

Das Klima des Niederrheinischen Tieflandes ist ein gemäßigtes mit deutlich maritimen Einfluss, sodass die Winter sehr mild und die Sommer mäßig warm ausfallen. Im langjährigen Mittel gibt es jährlich nur zwölf Schneedeckentage, rund fünfzig Frosttage und nur zehn Eistage (Dauerfrosttage). Es gibt außerdem rund 34 Sommertage (Tagesmaximum 25 °C oder mehr) und sechs bis sieben heiße Tage (30 °C oder mehr) im Mittel. Im langjährigen Mittel 1981-2010 liegt die Lufttemperatur bei 10,5 °C und es fallen rund 800 mm Niederschlag.[4]

Geschichte

Mittelalter

In der Vita Karoli Magni des fränkischen Gelehrten Einhard wurde Bocholt im Jahre 779 als „Buocholt“ erstmalig erwähnt. Der Ort erhielt 1222 Stadtrechte nach Münsterschem Vorbild durch den Bischof von Münster.[5] Bocholt wird traditionell als „Buchenholz“ gedeutet. Auf diese Etymologie deuten die mittelalterlichen Stadtsiegel hin, die als sogenannte redende Siegel sämtlich einen Baum als Siegelbild zeigen, der auf dem Stadtsiegel von 1302 eindeutig als Buche zu identifizieren ist. Von Einheimischen wird die Stadt auf plattdeutsch „Bokelt“ genannt. Der Wahlspruch eingefleischter Bocholter lautet (auf Bocholter Plattdeutsch): „Nörgens bäter as in Bokelt“ (Nirgends besser als in Bocholt).

Im Mittelalter wuchs die Siedlung um eine Anfang des 9. Jahrhunderts gegründete „Urpfarre“ und einen bischöflichen Haupthof an einem Übergang über die Aa. Die Stadterhebung diente der Sicherung der fürstbischöflichen Macht im Westen des Bistums. Die Entwicklung der Stadt verlief gut, im 14. Jahrhundert musste das befestigte Stadtgebiet erweitert werden, eine zweite Kirche wurde errichtet - die jedoch bis ins 20. Jahrhundert keine Pfarrrechte erhielt - und die Stadt wurde landtagsfähig. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadtpfarrkirche St. Georg als gotische Hallenkirche neu erbaut, drei Klöster entstanden, am Ende des Jahrhunderts wirkte Israhel van Meckenem († 10. November 1503 in Bocholt) als Goldschmied und Kupferstecher in Bocholt.

Frühe Neuzeit

Mit Beginn der Neuzeit endete der Aufstieg der Stadt. Wegen ihrer Grenzlage litt die Bocholter Wirtschaft unter dem Achtzigjährigen Krieg. Im sogenannten spanischen Winter 1598/99 war Bocholt monatelang von spanischen Truppen besetzt. Der Bau des Rathauses 1618/24 ist ein Indiz für eine Erholung des städtischen Wohlstands. Danach ruinierte der Dreißigjährige Krieg die Stadt: wiederholte Eroberungen und Plünderungen und eine kostspielige Besetzung durch hessische Truppen von 1635 bis 1650 verarmten Bocholt. Hinzu kamen verheerende Pestjahre. Zum wirtschaftlichen Niedergang kam der politische. Da die Stadt wie andere auch seit der Mitte des 16. Jahrhunderts mehrheitlich zum Protestantismus tendierte und sich allen landesherrlichen Rekatholisierungsversuchen widersetzte, verlor auch sie 1627 faktisch ihre städtische Selbständigkeit und erhielt sie nach erfolgter Gegenreformation nur eingeschränkt zurück.

Die Erholung dauerte Jahrhunderte. Mitte des 16. Jahrhunderts hatte die Stadt Zuzug von Kriegsflüchtlingen aus Brabant, die Kenntnisse in der Baumwollweberei mitbrachten und 1569 eine Baumwollgilde, das „Bomsidenambt“, gründeten. Die manuelle Textilherstellung aus Baumwolle wurde im Laufe der Zeit der wirtschaftliche Schwerpunkt Bocholts, freilich in Abhängigkeit von einem Baumwollimport über die Niederlande, der im 18. und frühen 19. Jahrhundert - speziell im Siebenjährigen Krieg und unter der napoleonischen Herrschaft - immer wieder Störungen unterlag.

Moderne

Küche einer Arbeiterwohnung, um 1920, im Textilmuseum Bocholt

Durch den Frieden von Lunéville (1801), das Ende des Fürstbistums Münster (1802) und den Reichsdeputationshauptschluss (1803) gelangte die Stadt Bocholt unter die Herrschaft der Fürsten zu Salm-Salm und Salm-Kyrburg (siehe auch Salm (Adel)), die in den Gebieten der vormals fürstbischöflichen Ämter Bocholt (einschließlich der Herrschaft Werth) und Ahaus sowie in den Gebieten der Herrschaften Anholt und Gemen das Fürstentum Salm errichteten. Die Stadt Bocholt avancierte zur Landeshauptstadt, indem die Fürsten dort in einem säkularisierten Damenstift die „Fürstlich Salmisch Gemeinschaftliche Regierung“ einrichteten. 1806 gehörte das Fürstentum Salm zu den Gründungsstaaten des Rheinbundes. 1811 wurde das Fürstentum Salm neben anderen Staaten von Frankreich annektiert, 1813 durch Preußen besetzt und wenig später durch den Wiener Kongress (1815) auch völkerrechtlich dem Königreich Preußen zugeordnet. Hier gehört Bocholt zum Kreis Borken, Regierungsbezirk Münster, Provinz Westfalen.

Die Industrialisierung, die in Bocholt 1852 mit der Aufstellung der ersten Dampfmaschine für eine Spinnerei begann, brachte vor allem ab 1871 einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden mindestens 114 Textilfirmen gegründet. Mit dem Aufstieg der Textilindustrie waren verbunden ein ebenso kräftiger Bevölkerungsanstieg (siehe Tabelle unten) und ein starker Ausbau der Infrastruktur: 1878 Anschluss an das Eisenbahn-, 1913 an das Elektrizitätsnetz; Krankenhausneubau 1875-78, Schlachthof 1899/1900, Stadtgas 1901, Bahnhof 1904, Feuerwehr 1907, Amtsgericht 1910/11, Wasserleitung/Kanalisation 1911-13, Friedhofsverlegung 1908, Alten- und Waisenhaus 1909/10, Walderholungsstätte 1913, Schul-, Kirchen- und Klosterneubauten einhergingen.

Während die Wirtschaftsentwicklung im und nach dem Ersten Weltkrieg stagnierte bzw. stark schwankte, erreichte die städtische Eigenständigkeit 1923 mit der Errichtung des Stadtkreises Bocholt einen Höhepunkt. Politisch war Bocholt wegen der überwiegend katholischen Bevölkerung eine Hochburg des Zentrums. Die NS-Machtergreifung wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Sie wurde maßgeblich vorangetrieben durch den von der NSDAP eingesetzten Bürgermeister Fritz Emil Irrgang, der die Stadtverwaltung von 1934 bis 1939 führte. 1935-38 erhielt die Stadt in dem eigens dafür gebauten „Stadtwaldlager“ eine SA-Garnison der „Österreichischen Legion“, d. h. Emigranten des Dollfuß-Putsches, die 1938 wieder nach Österreich abzogen. Das Lager wurde im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager (Stammlager VI F) genutzt, das zwischen 1942 und 1944 von Oberst Hans Jauch, dem Großvater von Günther Jauch, befehligt wurde. Auf dem ehemaligen Lagerfriedhof liegen über 1700 tote Sowjetsoldaten, die Ende 1941 im Lager starben. Die Stadt wurde am 22. März 1945 durch einen Bombenangriff zu ca. 85 % zerstört und am 30. März von britischen Truppen eingenommen.

Nach der Auflösung des Staates Preußen und der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen gehörte die Stadt zum Landesteil Westfalen-Lippe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Bocholt zur Britischen Besatzungszone. Die Militärverwaltung richtete in dem vormaligen Kriegsgefangenenlager ein DP-Lager ein, zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen, Estland, Litauen und Jugoslawien. Da viele DPs eine Repatriierung in den kommunistischen Machtbereich ablehnten und eine Auswanderung nach Übersee anstrebten, existierte das DP-Lager Bocholt noch bis Anfang der 50er Jahre und war damit eines der letzten Lager in Westfalen. Später ging die Verwaltung auf das NRW-Sozialministerium über. Im Folgenden wurden Flüchtlinge des Kalten Krieges untergebracht: 1956 Ungarn, später DDR-Flüchtlinge.

Der Wiederaufbau in der Mitte des 20. Jahrhunderts gelang sehr rasch, was vornehmlich dem rasanten Wirtschaftsaufschwung der 50er und 60er Jahre zu verdanken war. Die Bocholter Textilindustrie konnte nur anfänglich an diesem Aufschwung teilnehmen und geriet zunehmend in Konkurrenz zu billigeren Auslandsprodukten. Folge war ein starker Rückgang dieses Industriezweigs. Dagegen prosperierten die Metall- und die Elektroindustrie, welche heute die lokale Wirtschaft bestimmen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 stieg die Einwohnerzahl durch Eingemeindung von zehn Umlandgemeinden von ca. 49.000 auf ca. 65.000; die Fläche wuchs von 18,4 km² auf 119,4 km².[6] Infolge dieser Erweiterung konnten der Industriepark Bocholt als weiträumiges Industriegebiet südwestlich der bebauten Stadtfläche im Stadtteil Mussum eingerichtet und das Krankenhaus aus dem Stadtkern ausgelagert werden.

Trotz erfolgreichen Wiederaufbaus und wirtschaftlichen Ausbaus konnte die Stadt ihre zentrale Stellung im Umland nicht beibehalten. Die Bahnverbindungen wurden bei Ausbau des Straßenverkehrsnetzes in den 60/70er Jahren bis auf die Rheinschienenanbindung nach Wesel stillgelegt, die Kreisfreiheit ging 1975 verloren, was u.a. das Aus des „BOH-Kennzeichens“ nach sich zog. Mit der Privatisierung von Bundesbahn und Bundespost in den 90er Jahren wurden Bahnhof und Postamt zurückgestuft, das Gewerbegericht wurde verlegt. Durch die Fertigstellung eines Justizzentrums für Arbeits- und Amtsgericht sowie Staatsanwaltschaft Ende 2006 konnte der drohende Abzug der Justizbehörden abgewendet werden.

Ehrungen für die Stadt Bocholt

  • 1972 Verleihung der Ehrenfahne durch den Europarat in Straßburg als Anerkennung für das europäische Engagement der Stadt Bocholt; Ehrenbezeichnung „Gemeinde Europas“.
  • 1991 Verleihung der Ehrenplakette durch den Europarat.
  • 1993 Verleihung des Europapreises durch den Europarat.
  • 2004 und 2005 - Verleihung des Titels: „Virtuelles Rathaus Münsterland“
  • 2005 Verleihung des „European Energy Award“
  • 2005 und 2006 - Gewinn des Titels „Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands“ unter 100.000 Einwohnern. Der Titel wird im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten ADFC/BUND-Projektes „Umweltentlastung durch mehr Radverkehr“ verliehen.
  • 2006 Verleihung des Titels „Virtuelles Rathaus NRW 2006“
  • 2009 Klimakommune der Zukunft - Verleihung durch das Land NRW
  • 2009 „Logistik-Standort des Jahres in NRW“, verliehen durch den Verkehrswirtschaftsverbund „LogistikCluster NRW“

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter hatte Bocholt nur wenige hundert und in der frühen Neuzeit einige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So sank die Einwohnerzahl 1448 während der Soester Fehde, als Bocholt bombardiert wurde. Während einer Pestepidemie 1636/37 starben etwa die Hälfte der Bewohner. Auch im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde die Stadt durch Heerzüge und Plünderungen in Mitleidenschaft gezogen. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1831 erst 4.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits über 20.000.

Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Bis Kriegsende wurden durch die alliierten Luftangriffe 85 Prozent der Gebäude zerstört. Die Bevölkerungszahl sank von 35.000 im Jahre 1939 auf nur noch 8.000 im März 1945. Im Jahre 1974 lebten rund 48.000 Menschen in der Stadt. Durch zahlreiche Eingemeindungen von Ortschaften in der Umgebung stieg die Bevölkerungszahl am 1. Januar 1975 auf 66.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Bocholt nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 73.762 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) - historischer Höchststand.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1789 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1498 1.800
1618 2.400
1637 1.200
1789 3.000
1. Dezember 1831 ¹ 4.000
1. Dezember 1840 ¹ 4.713
3. Dezember 1855 ¹ 5.016
1. Dezember 1871 ¹ 6.125
1. Dezember 1875 ¹ 7.000
1. Dezember 1880 ¹ 8.534
1. Dezember 1885 ¹ 10.600
1. Dezember 1890 ¹ 13.034
2. Dezember 1895 ¹ 16.273
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 ¹ 21.278
1. Dezember 1905 ¹ 23.912
1. Dezember 1910 ¹ 26.404
1. Dezember 1916 ¹ 22.474
5. Dezember 1917 ¹ 21.831
8. Oktober 1919 ¹ 24.934
16. Juni 1925 ¹ 30.182
16. Juni 1933 ¹ 33.441
17. Mai 1939 ¹ 35.099
31. Dezember 1945 29.443
29. Oktober 1946 ¹ 30.188
13. September 1950 ¹ 37.674
25. September 1956 ¹ 43.568
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 45.675
31. Dezember 1965 47.730
27. Mai 1970 ¹ 48.852
31. Dezember 1975 65.460
31. Dezember 1980 65.352
31. Dezember 1985 66.105
25. Mai 1987 ¹ 67.028
31. Dezember 1990 68.936
31. Dezember 1995 70.424
31. Dezember 2000 72.138
31. Dezember 2005 73.790
31. Dezember 2007 73.560
31. Dezember 2010 73.170

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Stadtrat

Historisches Rathaus

Die Sitze im Stadtrat verteilen sich nach den Ergebnissen der Kommunalwahlen 1999, 2004 und 2009 folgendermaßen, wobei wegen der jeweils unterschiedlichen Größe des Stadtrats (50 Sitze ab 1999, 44 Sitze ab 2004, 46 Sitze ab 2009) die absoluten Zahlen nur eingeschränkt vergleichbar sind:

Partei 50 Sitze
1999
44 Sitze
2004
46 Sitze
2009
Christlich Demokratische Union 28 22 21
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15 13 14
Bündnis 90/Die Grünen 3 3 4
Stadtpartei 2 3 3
Freie Demokratische Partei 1 2 3
UWG 1 1 0
Linke - - 1
Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen vor 1975

Bürgermeister

Bisherige Oberbürgermeister:

  • Dr. jur. Otto Schmitz (Zentrum) 1921 bis 1933
  • Wilhelm Brockhoff, kommissar. 1933 bis 1934
  • Fritz Emil Irrgang (NSDAP) von 1934 bis 1939
  • Franz Rottmann (NSDAP) 1939 bis 1945
  • Wilhelm Benölken (CDU) von 1945 bis 1946
  • Wilhelm van Laak (CDU) von 1946 bis 1947
  • August Göwert sen. (CDU) von 1947 bis 1948
  • Otto Kemper (CDU) von 1948 bis 1964
  • Günther Hochgartz (CDU) von 1964 bis 1974

Bisherige Bürgermeister:

  • Günther Hochgartz (CDU) von 1975 bis 1983
  • Bernhard Demming (CDU) von 1983 bis 1994
  • Christel Feldhaar (CDU) von 1994 bis 1999

Hauptamtliche Bürgermeister:

Seit 1999 gibt es in Nordrhein-Westfalen einen hauptamtlichen, durch Volkswahl bestimmten Beamten, der der städtischen Verwaltung vorsteht und die Sitzungen des Stadtrates mit Stimmrecht leitet, ohne ihm jedoch an zu gehören. Er führt in Kreisabhängigen Städten und Gemeinden den Titel Bürgermeister.

  • Klaus Ehling (CDU) von 1999 bis 2004
  • Peter Nebelo (SPD) seit Oktober 2004

Wappen

Die amtliche Wappenbeschreibung lautet: „In grünem Feld eine gerade aufgewachsene, ausgerissene silberne Buche mit drei symmetrisch verteilten Ästen mit dazwischen stehenden Einzelzweigen. Die Zahl der Blätter beträgt 17. Sie zeigen Rippen und sind gezahnt. Die Zahl der an den langen Stielen erscheinenden Bucheckern ist 23. Die Zahl der Wurzeln beträgt 5. Unten am Stamm befindet sich je ein abgehauener Auswuchs.“ Die Wappengenehmigung wurde am 6. März 1930 durch das preußische Staatsministerium erteilt. Vorlage des Wappens ist das große Stadtsiegel, dessen Gebrauch erstmals 1302 nachweisbar ist. Schon 1284 ist auf einem nicht vollständig erhaltenen Stadtsiegel ein Baum zu erkennen. Auf einem nur rudimentär erhaltenen Stadtsiegel von 1259 sind sechs Blätter an langen glatten Zweigen erkennbar.

Städtepartnerschaften

Die Stadt unterhält Städtepartnerschaften mit der gleichnamigen belgischen Gemeinde Bocholt (seit 1980), mit der französischen Stadt Aurillac (seit 1972) und mit Rossendale (seit 1977) in Großbritannien.

Zudem besteht seit 1985 eine Partnerschaft auf wirtschaftlicher Basis mit der chinesischen Stadt Wuxi.[7]

Patenschaften bestanden für das Schnellboot S-68 „Seeadler“ (1967-2007) und für den Airbus A300B4-603 (D-AIAU) „Bocholt“ der Lufthansa (1992-2009). Dieser hat nun einen Nachfolger: Zur Zeit fliegt ein Airbus A321-231 (D-AISO) der Lufthansa als „Bocholt“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wasserturm Bocholt
St.-Ludgerus-Kirche im Stadtteil Spork

Archive

  • Stadtarchiv (Näheres vgl. www.archive.nrw.de)
  • Pfarrarchiv St. Georg
  • Archiv der evang. Kirchengemeinde
  • Archiv der Firma Borgers
  • Archiv der Stadtsparkasse Bocholt

Museen

  • Stadtmuseum Bocholt - Geschichte, Archäologie, Kunst und Kultur der Stadt in überwiegend gegenständlicher Überlieferung.
  • Handwerksmuseum
  • Kunsthaus - bildende Kunst, jährl. ca. 10 wechselnde Ausstellungen
  • Kunstkammer St. Georg - wertvolle, religiöse Kunstgegenstände
  • Schulmuseum St.-Georg-Gymnasium - Einblick in die 200jährige Schulgeschichte, naturwissenschaftliche Abteilung
  • Textilmuseum

Bauwerke

  • St.-Georg-Kirche, spätgotischer Hallenbau (1415-86)
  • St.-Agneskapelle, spätgotische ehemalige Augustinerinnenklosterkirche (1484)
  • Historisches Rathaus, im Stil der Niederländischen Renaissance (1618-24).
  • Pfarrkirche Liebfrauen, ehemals Klosterkirche der Minoriten, (1785-92), spätbarocker Stil, baulich erweitert 1912/13, umfangreich renoviert von 2006 bis April 2009
  • Haus Woord, (1792-95), Bürgerhaus im klassizistischen Stil.
  • Wasserturm Bocholt (1913)
  • Heilig-Kreuz-Kirche, entworfen von Dominikus Böhm (1936/1937)
  • St.-Paul-Kirche, entworfen von Gottfried Böhm 1966
  • Neues Rathaus mit Kulturzentrum am Berliner Platz, Architekt Gottfried Böhm (1977)
  • Neutorplatz und Shopping-Arkaden an der Aa, städtebauliches Großprojekt der 90er Jahre.
  • Medienzentrum im alten Bahnhof mit Wandbildern von Fritz Baumgartner.
  • Schloss Diepenbrock - Barockes Wasserschloss im Stadtteil Barlo;
  • Herz-Jesu-Kirche (Bocholt), entworfen von Professor Heinrich Bartmann 1960
  • Apostelkirche (Bocholt) mit der ehemals evangelischen Melanchthonschule (heute: Teil der Biemenhorster Grundschule), entworfen von der Architektengemeinschaft Hübotter-Ledeboer-Busch aus Hannover und Professor Poelzig

Parks und Friedhofsanlagen

  • Bürgerpark Mosse
  • Langenbergpark
  • Park am Kloster vom Guten Hirten
  • Ostpark an der Münsterstraße
  • Jüdischer Friedhof am Stadtwald
  • Russischer Kriegsgräber-Friedhof am Stadtwald
  • Städtischer Friedhof, Anlage mit Rondell und Wegestern, entworfen nach Gestaltungsprinzipien der „Reformgartenbewegung“ 1904[8]

Natur und Freizeit

Natur

  • Stadtwald Bocholt
  • Hohenhorster Berge
  • Der Bocholter Aasee ist ein künstlicher See mit Freizeitanlagen. Das Gelände hat eine Gesamtfläche von 74 ha, die Wasserfläche beträgt 30 ha. Fertiggestellt wurde er 1983, die ausgehobene Erde wurde als Untergrund für den Bau der Bundesstraße 473 verwendet.
  • Naturschutzgebiet „Holtwicker Bach“ im Norden der Stadt

Freizeiteinrichtungen

  • Stadttheater
  • Spaß- und Freizeitbad Bahia
  • Tonwerke, privates Freibad des Bocholter Wassersportvereins
  • Shopping Arkaden (Bild rechts)
  • Alte Molkerei mit dem „Kulturort Alte Molkerei e.V.“
  • Musicscool, freie Musik- und Schauspielschule
  • Kinodrom, ein Kino mit neun Sälen und einer Jazzbar
  • Bowlingcenter 2000 direkt am Aasee
  • Kartbahn Cockpit in Bocholt (im Industriegebiet zwischen Bocholt und Rhede)
  • Stadtwaldsportpark, mit Indoor-Soccer und überdachten Tennis- und Squash-Anlagen

Sport

  • 1. FC Bocholt, TuB Bocholt und FC Olympia Bocholt 1911 e.V., die drei bekanntesten Fußballvereine Bocholts.
  • Die 1. Volleyball-Herrenmannschaft vom TuB Bocholt spielt in der Regionalliga.
  • Der TC Watt Extra Bocholt spielt mit seiner Damenmannschaft in der 1. Tennis-Bundesliga.
  • Die 1. Triathlon-Herrenmannschaft das Team Roseversand Bocholter WSV startet in der 2. Bundesliga der DTU.
  • Der TuB Bocholt gehört mitgliedsmäßig zu den größten Vereinen in Nordrhein-Westfalen.
  • Der SC Budokan Bocholt ist einer der größten Judovereine in Nordrhein-Westfalen.
  • Die Tanzsportgarde des TSV Bocholt nahmen 2010 an der Deutschen Meisterschaft teil.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Karnevalszug am Rosenmontag mit über 100.000 Zuschauern
  • Bocholter Citylauf im Mai
  • Aasee-Triathlon
  • Stadtfest (verkaufsoffener Sonntag im Juni)
  • „Bokeltsen Treff“ (verkaufsoffener Sonntag Ende September)
  • Bocholter Herbstkirmes, Freitag bis Montag um den dritten Sonntag im Oktober, ist das größte Volksfest im Münsterland
  • Der Bocholter Sankt-Martins-Zug findet einmal jährlich im Herbst statt und gehört wie auch der Kempener zu den größten St. Martinsumzügen in NRW.
  • Bands in Town - Immer am Tag vor dem 1. Mai, Live-Musik in mehr als 15 Kneipen der Innenstadt.
  • Großes Bocholter Kürbisfest ( 2. Wochenende im September)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Bocholt ist eine Industrie- und Einkaufsstadt. Durch ausgedehnte Fußgängerzonen und zwei Einkaufszentren in der Innenstadt werden viele Gäste aus dem Umland, besonders aus den Niederlanden, in die Stadt gezogen.

Der Siemens-Konzern ist der größte Arbeitgeber in Bocholt. Zum Siemens-Konzern gehört die ehemalige Flender AG, die im Jahr 2005 von Siemens übernommen wurde und heute Teil der Division Drive Technologies im Siemens Sector Industry ist. Darüber hinaus hat die Gigaset Communications GmbH (ehemals SHC) in Bocholt ein Werk für die Herstellung von Schnurlostelefonen (Gigaset).

Weitere große Arbeitgeber in Bocholt sind die Firmen Borgers, die Duvenbeck Unternehmensgruppe, die GILDE Gruppe, Benning, LB-GmbH ehem. WM-Group mit div. Unternehmen in und um Bocholt, Olbrich, Sinnack, Elsinghorst, Pieron, Pergan, Meier-, Verfahrenstechnik Hübers, Scholten-Gruppe, Grunewald Group,die Bocholter-Transport-Gesellschaft und Roseversand.

Der Bocholter Industriepark im Südwesten der Stadt mit einer Bruttofläche von 235 ha ist das größte zusammenhängende, voll erschlossene Gewerbeflächenareal in ganz Nordrhein-Westfalen. Er zählt 200 Betriebe mit über 6.000 Beschäftigten. Der Industriepark verfügt über einen direkten Anschluss an die B 67 und damit an die A 3 Arnheim/Oberhausen. Daneben existiert über das Industriestammgleis der Stadt Bocholt eine Gleisverbindung zum Bocholter Bahnhof. Bis Mitte 2010 ist eine Vergrößerung des Industrieparks um 20 ha nach Süden vorgesehen.

Das St.-Agnes-Hospital Bocholt (Mitglied im Klinikverbund Westmünsterland) stellt mit 470 Planbetten die medizinische Versorgung in und um Bocholt sicher. Das Hospital ist einer der größten Arbeitgeber vor Ort. Angegliedert ist die Zentralschule für Gesundheitsberufe mit 150 Ausbildungsplätzen, die gemeinsam mit dem St.-Marien-Hospital Borken betrieben wird.

Die „Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH“ (BEW) ist eine Gesellschaft der „Stadtwerke Bocholt GmbH“ und versorgt Bocholter Privat- und Geschäftskunden aus einer Hand mit Energie und Trinkwasser. Zudem gehören die „Bocholter Bädergesellschaft“, die das Erlebnisbad Bahia und das Fildekenbad betreibt, sowie die „Stadtbus Bocholt GmbH“ zur Gesellschaft. Wegen ihres stetigen Wachstums werden mittlerweile mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Logistikkonzern Kühne + Nagel unterhält in Bocholt ebenfalls eine Niederlassung.

Verkehr

Schienenverkehr

Alter Bahnhof Bocholt

Der Bahnhof Bocholt liegt ungefähr 500 m südöstlich des Stadtzentrums an der Bocholter Bahn (KBS 421), die im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der Regionalbahn „Der Bocholter“ (RB 32) Wesel–Bocholt mit Anschluss an den Rhein-Express (RE 5) in Wesel bedient wird. Früher war die Stadt der Endpunkt der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Lichtenvoorde–Bocholt.

Zudem zweigt am Südkopf des Bahnhofs das Industriestammgleis der Stadt Bocholt zum Industriepark ab, ein Reststück der ehemaligen Bahnstrecke Empel-Rees–Isselburg–Bocholt–Coesfeld–Münster.

Busverkehr

Im Straßenpersonennahverkehr erschließen

die Schnellbuslinie S75 nach Münster über Rhede, Borken,
die Regionalbuslinien 61 nach Rees über Isselburg und 64 nach Wesel über Hamminkeln,
die stündlich verkehrende Regionalbuslinie R51 nach Coesfeld,
zwei internationale Buslinien nach Dinxperlo (NL) und Doetinchem (NL, TaxiBus (Bedarfslinie)) sowie
ein Stadtbusnetz der Stadtbus Bocholt GmbH, die halbstündlich (Mo-Sa, kein Abendverkehr) verkehren,

die Region und das Stadtgebiet. Darüber hinaus gibt es bedarfsorientierte Anrufbus-Linien.

Zudem gibt es Verbindungen nach Vreden und Rees-Millingen.

Ein Nachtbus verkehrt an Wochenenden zwischen Bocholt und Legden.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Münsterland (VGM), auf der RB 32 der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

Bocholt ist über die B 473 an die A 3 (E 35) angebunden. Durch das Stadtgebiet führte die ehemalige B 67. Um diese zu entlasten, wurde die B 67n gebaut. Zunächst wurde sie bis Rhede fertiggestellt. Seit 2010 ist diese Schnellstraße fertig ausgebaut und verbindet die A 3 mit der A 31. Sie ist auch Teil des geplanten „äußeren Rings“ von Bocholt, bestehend aus dem Ostring, der B 67 als Südring, der L 602 als Westring und dem noch zu planenden Nordring.

Die alte Siedlungsstruktur kann man anhand der Straßenführung innerhalb Bocholts erkennen. So führen aus allen Himmelsrichtungen große Einfallstraßen in Richtung Innenstadt, die vom mehrspurigen Innenstadtring umgeben wird. Innerhalb des Stadtrings sind vorwiegend Fußgängerzonen und Einbahnstraßen ausgewiesen. Da Bocholt wegen der Shoppingcenter viele Tagestouristen aus dem Umland anzieht, wurde ein elektronisches Parkleitsystem installiert. Es informiert die Autofahrer beim Befahren des Innenstadtrings, wo wie viele Parkplätze noch frei sind und leitet gegebenenfalls den Verkehr weiter.

Der Verkehr in Richtung Niederlande wird seit Sommer 2006 von der B 473 / L 602 kommend durch den Westringtunnel an der Innenstadt vorbeigeführt.

Fahrradstadt Bocholt

Bocholt ist eine ausgesprochene Fahrradstadt, fast jeder Bürger besitzt ein oder mehrere Räder, das Radwegenetz ist weitläufig und komfortabel ausgebaut. Im Sommer müssen auswärtige Autofahrer auf der Hut sein wegen des starken Radverkehrs in der Stadt, und selbst im Winter benutzen viele Bürger ausschließlich ihren Drahtesel. Gruppenausflüge mit dem Fahrrad, so genannte „Pättkestouren“, sind besonders im Frühjahr beliebt.

In den Jahren 2005 und 2006 gewann die Stadt Bocholt den vom ADFC und BUND verliehenen Titel „Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands“ in der Kategorie der Städte unter 100.000 Einwohner. Bocholt ist die erste Stadt Deutschlands, die eine bewachte Fahrradstation an einem Bustreff und nicht an einem Bahnhof errichten ließ. Eine zweite Radstation am Bocholter Bahnhof ist 2008 in Betrieb gegangen.

Im September 2010 gab Landrat Kai Zwicker den Startschuss für die Fahrradstaffel der Polizei Bocholt. Insgesamt acht Polizeibeamte versehen in Zukunft ihren Dienst auf Trekkingbikes. Ziel der Polizeiradstaffel ist es, das Fahrradfahren in Bocholt sicherer zu machen. Die Unfallzahlen verunglückter Radfahrer liegen hier, im Vergleich zu anderen Städten, auf einem ungewöhnlich hohem Niveau. Grund hierfür ist dass der Radfahrverkehr insgesamt etwa 40 % des gesamten Verkehrsaufkommens der Stadt Bocholt ausmacht.

Medien

Zeitungen

Die Bocholter Presse ist dominiert von der einzigen Tageszeitung „Bocholter-Borkener Volksblatt“ (BBV). Zweimal pro Woche erscheinen die Anzeigenblätter „Bocholter Report“ und „Stadt-Kurier“, Letzteres aus dem gleichen Hause wie das BBV. Monatlich erscheint das kostenlose Bocholter Stadtmagazin „PAN“ sowie die Szenemagazin „Port01“ und „just.bocholt“!

Hörfunk

In Bocholt sendet der lokale Radiosender Radio WMW mit Sitz in Borken. Im Stadtgebiet kann er auf UKW 88,4 MHz empfangen werden.

Fernsehen

Der Regionalsender wm.tv hat sein Studio im „Logistikzentrum City“ der WM-Group nahe der Bocholter Innenstadt. Das Programm ist im gesamten Münsterland, am Niederrhein sowie im Kreis Recklinghausen zu empfangen. Damit ist er der größte Regionalsender Deutschlands.

Das Bocholter-Borkener Volksblatt zeigt eine täglich aktuelle Newssendung im Internet. Außerdem liefert es die Inhalte für das Shopping-Center-TV „Mallvision“, das seit 2007 in den Arkaden ausgestrahlt wird.

Bildung

  • Grundschulen: Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule, Biemenhorster Schule, Clemens-August-Schule, Clemens-Dülmer-Schule, Georgiusschule Holtwick und Spork, Grundschulverbund Diepenbrock, Edith-Stein-Schule (wird mit Ende des Schuljahres 2009/10 geschlossen), Fildekenschule, Josefschule, Klaraschule, Kreuzschule, Grundschulverbund Liebfrauen, Ludgerusschule, Pfarrer-Wigger-Schule und Grundschulverbund St. Bernhard
  • Hauptschulen: Arnold-Janssen- Schule (AJS), Hohe-Giethorst-Schule (HGS), Melanchthonschule, Norbertschule und Thonhausenschule.
  • Realschulen: Israhel-van-Meckenem-Realschule (IvM) , Werner-von-Siemens-Realschule (WvS), Albert-Schweitzer-Realschule(ASR) und Abendrealschule
  • Gymnasien: Bischöfliches St.-Josef-Gymnasium (ehemals St.-Josef-Gymnasium der Kapuziner) „Kapu“, St.-Georg-Gymnasium „Georgs“, Euregio-Gymnasium „Euro“, Mariengymnasium „Marien“, und Abendgymnasium
  • Berufskollegs: Berufskolleg Bocholt-West als gewerb- und handwerkliche Berufsschule in Trägerschaft des Kreises Borken, Berufskolleg am Wasserturm als wirtschaftliche und kaufmännische Berufsschule ebenfalls in Trägerschaft des Kreises Borken und August-Vetter-Berufskolleg in Trägerschaft des Bistums Münster, Zweijährige höhere Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen, Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen sowie Fachschule für Sozialpädagogik
  • Förderschulen: Overbergschule - Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, Bischof-Ketteler-Schule - Private Förderschule des Caritas-Verbandes mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und Brüder-Grimm-Schule - Förderschule des Kreises Borken mit dem Förderschwerpunkt Sprache
  • Fachhochschule: Die Bocholter Fachhochschule bietet seit 1992 einige, vor allem technische, Studiengänge an. Der Hauptsitz befindet sich in Gelsenkirchen - die Abteilung Bocholt umfasst die drei Fachbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaft.
  • Erwachsenenbildung: Im August 2008 wurden Abendrealschule und Abendgymnasium zum Weiterbildungskolleg Westmünsterland zusammengefasst. Für die breite Bevölkerung hält die Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg ein umfangreiches Kurs- und Weiterbildungsangebot bereit.
  • Sonstige schulische Einrichtungen: In Bocholt ist auch der Sitz der Musikschule Bocholt, Isselburg, Rhede. Zudem befindet sich eine von bundesweit 20 Zivildienstschulen an der Adenauerallee.
  • Bibliotheken: Im alten Bahnhofsgebäude ist die Stadtbibliothek untergebracht. Außerdem existieren Büchereien verschiedener Kirchengemeinden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die in Bocholt geboren wurden:

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Personen, die in Bocholt gelebt haben und zugleich dort ihre Wirkungsstätte hatten, ohne dort geboren zu sein:

  • Israhel van Meckenem der Jüngere, Goldschmied und Kupferstecher, * 1440/45 in Meckenheim, † 10. November 1503 in Bocholt.
  • Jan (oder Johan) van Lintelo, ca. 1585-1632 Malermeister, Zeichner und Glasemaker für Kabinettscheiben. Wurde im Zuge der Wirren des dreißigjährigen Krieges unter Zurücklassung seiner Frau Stinneken und seiner zwei Kinder 1628 „wegen der religion“ mit seinem Bruder Derick, einem Schöffen der Stadt, aus Bocholt vertrieben und verstarb vermutlich in Holland 1632.
  • Arnold Janssen, * 5. November 1837 in Goch; † 15. Januar 1909 in Steyl, Gymnasiallehrer in Bocholt 1861-1873, Gründer der Steyler Missionare
  • Hermann Kunst, * 21. Januar 1907 in Ottersberg, besuchte in Bocholt das Gymnasium, evangelischer Militärbischof, erster Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Taşkın Oymacı, * um 1938 in der Türkei, Migrantenbetreuer der Arbeiterwohlfahrt in Bocholt
  • Michael Roes, * 7. August 1960 in Rhede; Schriftsteller und Filmemacher; verbrachte seine Kindheit und Jugend in Bocholt, machte am St.-Georg-Gymnasium sein Abitur; lebt seit 1979 in Berlin.

Lokale Spezialitäten

Literatur

  • Anna Lindenberg: Erinnerungen an Alt-Bocholt. Drei Linden Verlag, Grabenstätt 1978. 112 Seiten, gebunden.
  • Anton Schmeddinghoff: Lebendige Vergangenheit. Drei Linden Verlag, Grabenstätt 1982. 320 Seiten, gebunden.
  • Georg Ratermann u.a. Bocholt in Luftbildern - Eine Zeitreise. Treuhänderische Entwicklungsgesellschaft Bocholt mbH. 178 Seiten, gebunden.
  • Lars Mackenbach: Das Hutprojekt: Oder kennen Sie einen Grund, nach Bocholt zu fahren? Harald Voß Verlag, Format A5, 122 Seiten.

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. http://www.bocholt.de/intabox/medienarchive/fb10/ortsrecht0101.pdf
  3. http://www.bocholt.de/intabox/medienarchive/fb11/11_statistische_bezirke_uebersichtsplan.pdf
  4. http://www.bocholtwetter.de/Wetterstation.html
  5. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 241-243.
  6. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  7. „Wuxi in China“ auf bocholt.de zur Partnerschaft. (Überprüft 7. Januar 2007)
  8. Denkmal des Monats Mai 2008 in: LWL - Denkmal des Monats (2008) Seite des LWL, abgerufen am 9. November 2010

Weblinks

 Commons: Bocholt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bocholt — Bocholt, Stadt im preuß. Regbez. Münster, Kreis Borten, an der Aa, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Wesel Winterswijk und Empel Borken, hat eine evangelische und 4 kath. Kirchen, Synagoge, Denkmal Kaiser Wilhelms I., Gymnasium, Waisenhaus,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Bocholt — (Bochold, Bockholt), Stadt im preuß. Reg. Bez. Münster, Hauptort der Standesherrschaften B. und Anholt des Fürsten Salm Salm, an der Bocholter Aa, (1900) 21.242 E., Amtsgericht, Schloß; Spinnereien …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Bocholt — Bocholt, Franz van, aus dem Herzogthum Berg, Kupferstecher aus dem 15. Jahrh.; seine Blätter sind sehr selten …   Herders Conversations-Lexikon

  • Bocholt — 1 Original name in latin Bocholt Name in other language Bocholt, Boggetj, Bggetj State code BE Continent/City Europe/Brussels longitude 51.17337 latitude 5.57994 altitude 42 Population 12346 Date 2011 03 14 2 Original name in latin Bocholt Name… …   Cities with a population over 1000 database

  • Bocholt — There are two towns called Bocholt:* Bocholt, Germany * Bocholt, Belgium …   Wikipedia

  • Bocholt — Bọcholt,   Stadt im Kreis Borken, Nordrhein Westfalen, Zentrum des westlichen Münsterlandes, an der Bocholter Aa, nahe der niederländischen Grenze, 70 500 Einwohner; Fachhochschule Gelsenkirchen Abteilung Bocholt, Europäische… …   Universal-Lexikon

  • Bocholt — Cette page d’homonymie répertorie les différents sujets et articles partageant un même nom. Bocholt est une commune de Belgique située dans la province de Limbourg. Bocholt est une ville d Allemagne du land de Rhénanie du Nord Westphalie dans l… …   Wikipédia en Français

  • Bocholt — ▪ Germany       city, North Rhine Westphalia (North Rhine–Westphalia) Land (state), northwestern Germany, on the Aa, a stream near the Dutch border, just north of Wesel. Chartered in 1222 by the bishop of Münster, Bocholt derives its name from… …   Universalium

  • Bocholt — Sp Bòcholtas Ap Bocholt L V Vokietija …   Pasaulio vietovardžiai. Internetinė duomenų bazė

  • Bocholt — Sp Bòcholtas Ap Bocholt flamandiškai (olandų k. tarme) L Belgija …   Pasaulio vietovardžiai. Internetinė duomenų bazė

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”