Moldawien
Republica Moldova

Republik Moldau (Moldawien)

Flagge Moldawiens
Wappen Moldawiens
Flagge Wappen
Amtssprache Rumänisch[1] (amtlich auch als Moldauisch[2] bezeichnet)
Regional auch Russisch, Ukrainisch und Gagausisch.
Hauptstadt Chișinău (dt. Kischinau)
Staatsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Präsident Marian Lupu (geschäftsführend)
Regierungschef Vlad Filat
Fläche (135.) 33.843 (inkl. Transnistrien) km²
Einwohnerzahl (116.) 3.560.000 (1. Januar 2011) [3]
Bevölkerungsdichte (56.) 98 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt

- Total (Nominal)
- Total (PPP)
- BIP/Einw. (Nominal)
- BIP/Einw. (PPP)


$ 6,124 Mrd. (136)
$ 10,746 Mrd. (139)
$ 1,809 (124)
bzw. $ 3,174 (128)

Human Development Index (99.) – 0,623 (2009) [4]
Währung 1 Moldauischer Leu = 100 Bani
1 € = 15,95 MDL
100 MDL = 6,27 €
(Stand: 1. Nov 2011)
Unabhängigkeit von der Sowjetunion
am 27. August 1991
Nationalhymne Limba Noastră
Zeitzone UTC+2 OEZ / UTC+3 OESZ (März-Oktober)
Kfz-Kennzeichen MD
Internet-TLD .md
Telefonvorwahl + 373
Moldova in Europe.svg
Karte Moldawien 03 03.png

Moldawien oder Moldau (offiziell auf Rumänisch Republica Moldova, deutsch Republik Moldau[5]), vereinzelt auch Moldova, ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Er grenzt im Westen an Rumänien. Im Norden, Osten und Süden wird die Republik Moldau von der Ukraine umschlossen.

Historisch gehörte das Territorium zum Einflussbereich des Osmanischen Reiches sowie des Russischen Kaiserreichs. Als eigenständiger Staat existiert die Republik Moldau erst seit 1991, als die ehemalige Sowjetrepublik sich während der Auflösung der Sowjetunion für unabhängig erklärte. Die politische Entwicklung des Landes wurde seitdem durch den Transnistrien-Konflikt wesentlich behindert.[6]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Moldawien erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über 350 km und west-östlich über 150 km. Das Land ist mit seiner Gesamtfläche von 33.843 km² eher klein und liegt im weltweiten Vergleich im hinteren Drittel. Das Kerngebiet liegt größtenteils zwischen den zwei größten Flüssen Dnister (mold./rum. Nistru) und Pruth (Prut) und damit in der historischen Landschaft Bessarabien. Der Norden grenzt an die Podolische Platte der Westukraine. Ein kleinerer Teil des Landes (etwa 17 % der Bevölkerung auf 12 % der Fläche) liegt östlich des Dnister und hat sich 1992 im Zuge des Transnistrien-Konflikts als Transnistrien abgespalten. Der südlichste Punkt ist Giurgiulești, wo Moldawien einen etwa 600 Meter langen Zugang zur Donau besitzt.

Flüsse und Landschaft

Der Pruth mündet nahe der Südgrenze Moldawiens in die Donau. Die größeren Nebenflüsse (Bîc, Reut, Botna) verlaufen großteils parallel und entwässern zum Dnister.

Die Landschaft ist flachwellig (30 bis 429 m ü. NN) und zu 80 % Kulturland, was der fruchtbaren Schwarzerde in der Steppe des Südens zu verdanken ist. Im Norden ziehen sich hügelige Ebenen mit lichten Eichenwäldern und Baumsteppen. Die höchste Erhebung Moldawiens ist der Dealul Bălănești. Das warme, trockene Klima ermöglicht Wein- und Obstbau in großem Maßstab. Einheimische Tiere sind beispielsweise Reh, Wildschwein, Hase, Fuchs, Wolf, Wiesel, Iltis, Luchs und Nagetiere. Der zentrale Teil, umgangssprachlich als Codrii („die Wälder“) bekannt, ist überwiegend mit Eichen- und Buchenwäldern bedeckt.

Siehe auch: Weinbau in Moldawien

Städte

Siehe auch: Liste der Städte in Moldawien

Bevölkerung

Ethnische Zusammensetzung (1989)
Ethnische Gruppen
Das unabhängige Fürstentum Moldau
Die Teilungen von Moldau

Das Land hatte bei der letzten offiziellen Volkszählung 2004 eine Bevölkerung von 3.382.332 und damit eine Bevölkerungsdichte von 98 Einwohnern pro km². 70 % der Bevölkerung leben in Städten (neben der Hauptstadt Chișinău vor allem in Bălți, Tiraspol und Tighina).

Die Bevölkerung Moldawiens ist unterschiedlicher ethnischer Herkunft: Die größte Gruppe machen die rumänischen Moldauer mit 64,5 % aus. Etwa gleichgroß sind die Anteile der Ukrainer (13,8 %) und der Russen (13,0 %), von denen viele in Transnistrien leben. Hinzu kommen 3,5 % Gagausen, 2 % Bulgaren, 1,5 % Juden, sowie einige andere Ethnien (Deutsche, Polen, Weißrussen, Tataren u. a.).

Sowohl im gesamten Moldawien als auch jeweils östlich sowie westlich des Dnestr machen die drei großen Volksgruppen der Moldauer, Ukrainer und Russen zusammen über 91 % der Bevölkerung aus. Getrennt betrachtet ist die Verteilung jedoch unterschiedlich: Während in Transnistrien von 555.000 Einwohnern 31,9 % Moldauer sind (gegenüber 40,1 % zu Sowjetzeiten 1989), aber 30,3 % Russen und 28,9 % Ukrainer, machen im restlichen Moldawien die rumänischen Moldauer 71,1 % der 2.745.500 Einwohner aus – gegenüber 10,7 % Ukrainern und 9,5 % Russen. (Hochgerechnet aber auf die inzwischen auf 4,2 Mio Einwohner[7] geschätzte Gesamtbevölkerung ergäben sich für das Kernland westlich des Dnestr 69,5 % Moldauer, 11,5 % Ukrainer und 11,2 % Russen.)

Gesundheit

2007 betrug die Lebenserwartung 63 Jahre.[8] Die HIV-Infektionsrate überschreitet vermutlich 1 %.[9] Es gibt in Moldawien etwa 2,6 Ärzte pro 1000 Menschen.[9] 2006 betrugen die Gesundheitsausgaben 107 US-Dollar (Kaufkraftparität) pro Kopf.[8]

Sprachen

Die offizielle Amtssprache ist Moldauisch.[10] Während die Schriftsprache dem Rumänischen sehr ähnlich ist, entspricht die gesprochene Umgangssprache größtenteils dem im östlichen Teil Rumäniens, der Moldau, gesprochenen moldauischen Dialekt. Eine besondere Rolle spielt die russische Sprache, die der interethnischen Kommunikation dient und Handelssprache ist. Zu Sowjetzeiten musste die gesamte Bevölkerung Russisch, die Amtssprache der Sowjetunion, lernen. Im Zuge der Abspaltung von der Sowjetunion (1989 bis 1991) vollzog sich die Wiedereinführung der lateinischen Schrift. Gleichwohl sind im Straßenbild der Hauptstadt auch kyrillische Schriftzüge zu finden. Richtung Norden und Osten, mit zunehmender Nähe zur Grenze zur Ukraine, nimmt die kyrillische Schrift im Straßenbild deutlich zu.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Moldawiens

Das Gebiet des heutigen Moldawiens wurde im Altertum von verschiedenen Völkern besiedelt. Im 2. Jahrhundert kamen römische Siedler aus dem westlich gelegenen Dakien hinzu, es bildete sich eine dako-romanische und später rumänische Kultur. Die Region stand unter ungarischer Oberhoheit, bis 1349 Fürst Bogdan ein unabhängiges moldauisches Fürstentum gründete. Wichtigster Herrscher im 15. Jahrhundert war Ștefan cel Mare, der in zahlreichen Schlachten gegen Invasionen des Osmanischen Reichs, Polens und der Tataren kämpfte. 1512 musste sich Moldau den Osmanen unterwerfen und blieb für die nächsten 300 Jahre ein Vasallenstaat.

Nach dem russisch-türkischen Krieg 1787–1792 musste das Osmanische Reich alle Besitzungen östlich des Dnister an Russland abtreten. Ein erweitertes Bessarabien wurde nach dem russisch-türkischen Krieg von 1806 bis 1812 in das Russische Reich integriert. Das Gebiet wurde als Gouvernement Bessarabien organisiert. Nach Russlands Niederlage im Krimkrieg 1853-1856 wurde das Fürstentum Moldau im Vertrag von Paris und die Walachei unter die Kollektivgarantie der sieben Unterzeichnerstaaten, darunter das Osmanische Reich, Frankreich, Großbritannien und Sardinien und Russland gestellt. Mit der Vereinigung der Donaufürstentümer Moldau und Walachei 1859 kam das Gebiet unter verstärkten rumänischen Einfluss. Im Ergebnis des Berliner Kongresses 1878 musste die rumänische Regierung das südliche Bessarabien wieder an Russland abgeben.

Nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland konstituierte sich am 21. Dezember ein moldauisch-bessarabischer Landesrat, der Sfatul Țării. Dieser proklamierte am 2. Dezember 1917 die Moldauische Demokratische Republik – zunächst als Teilrepublik eines neuen, föderal organisierten Russlands. Im Januar 1918 besetzten rumänische Truppen das Gebiet westlich des Dnister, der Widerstand des Rumtscherod gegen die Besetzung wurde niedergeschlagen und das Parlament erklärte unter dem Druck der Besatzung die Unabhängigkeit von Russland bzw. der Ukraine. Am 27. März 1918 stimmte eine Mehrheit des Parlaments für die Vereinigung mit Rumänien und legalisierte damit nachträglich die faktisch bereits vollzogene Eingliederung Bessarabiens in den rumänischen Staat. Im Gegensatz zu den Staaten des Völkerbundes erkannten die Bolschewiki die Rechtmäßigkeit dieser Abstimmung und des Anschlusses nicht an und errichteten nach der Gründung der Sowjetunion 1924 in den zur Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik gehörenden Gebieten östlich des Dnister eine Moldauische Autonome Oblast, die sieben Monate später zur Moldauischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik erhoben wurde. Offizielle Hauptstadt war Chișinău, aufgrund der „rumänischen Besetzung“ wurde jedoch Balta (heute Ukraine), nach 1929 Tiraspol zum Regierungssitz bestimmt.

Das zu Rumänien gehörige Gebiet Bessarabiens und die nördliche Bukowina wurde im Juni 1940 mit deutscher Zustimmung als Konsequenz des geheimen Zusatzprotokolls des Hitler-Stalin Paktes von sowjetischen Truppen besetzt und von der Sowjetunion annektiert. Am 2. August 1940 wurde die Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik (MSSR) mit Chișinău (russisch Kischinjow) als Hauptstadt errichtet, indem man Bessarabien mit dem westlichen Teil der Moldauischen ASSR vereinigte. Die deutsche Bevölkerung in Bessarabien, deren Vorfahren Zar Alexander I. 1813 als Kolonisten ins Land gerufen hatte, verließ anschließend nahezu komplett die Region. Am 22. Juni 1941 griffen deutsche und rumänische Truppen im Rahmen des Unternehmen Barbarossa auch die Moldauische SSR an. Rumänien konnte dadurch im Sommer 1941 Bessarabien und die nördliche Bukowina zurückgewinnen. Das Land zwischen den Flüssen Dnister und Südlicher Bug, nördlich von Bar in der Ukraine, verwaltete Rumänien dann unter dem Namen Transnistria. Nach dem Zweiten Weltkrieg fielen mit dem Friedensvertrag von 1947 Bessarabien, das Herza-Gebiet und die nördliche Bukowina an die Sowjetunion, und die früheren sowjetischen Verwaltungseinheiten und russischen Ortsnamen wurden erneut eingeführt.

Seit 1989 traten die Interessengegensätze zwischen der Zentralregierung in Chișinău und den überwiegend von ethnischen Minderheiten bewohnten Gebieten Transnistrien und Gagausien immer offener zu Tage. Während es in Gagausien später gelingen sollte die Sezessionsbestrebungen durch eine Kulturautonomie einzudämmen, eskalierte der Konflikt in Transnistrien mit über 1.000 Toten. Auslöser waren die Bestrebungen der immer stärker werdenden moldauischen Nationalbewegung, die russisch/sowjetischen Einflüsse zurückzudrängen. 1989 wurde die moldauische Sprache vom Obersten Moldauischen Sowjet zur einzigen Staatssprache der MSSR erklärt und der bisher dominanten Russische Sprache wurde lediglich der Status einer Sprache der interethnischen Kommunikation zugestanden. Die Beherrschung der rumänischen Sprache war von nun an das wichtigste Kriterium für eine Karriere in der Administration oder der staatlich kontrollierten Wirtschaft. Die Republik Moldau wurde 1991 eine unabhängige Republik und Rumänisch zur Amtssprache erklärt (1994 umbenannt in Moldauisch). Seit der Unabhängigkeit 1991 wurden immer wieder Verhandlungen in Richtung einer Wiedervereinigung mit Rumänien initiiert. Im Jahre 1992 eskalierte der Transnistrien-Konflikt zu einem Krieg, der erst durch das Eingreifen der auf transnistrischem Territorium stationierten 14. Armee unter Führung von General Alexander Lebed beendet wurde. Transnistrien bildet seitdem ein die moldauischen Gebiete östlich des Dnister umfassendes De-facto-Regime, das eine Operationelle Gruppe der Streitkräfte der Russischen Föderation auf seinem Territorium duldet.

Seit 1997 ist Moldawien Mitglied der GUAM-Allianz. 2009 trat das Land der von der Europäischen Union initiierten Östlichen Partnerschaft bei.

Politik

Bei den Wahlen 2001 bekam die Kommunistische Partei der Republik Moldawien (PCRM – Partidul Comuniștilor din Republica Moldova) unter Vladimir Voronin 50,1 % der Stimmen, aber aufgrund der Sperrklauseln gegen Kleinparteien (die Hürde beträgt 6 %) 71 von 101 Mandaten. Sie konnte somit an die Macht zurückkehren, Voronin wurde vom Parlament zum Präsidenten gewählt. Diesen Erfolg hatten die Kommunisten vor allem den verarmten Bevölkerungsschichten zu verdanken.

Bei den Wahlen am 6. März 2005 verlor die PCRM zwar leicht, konnte aber bei 46,1 % mit 56 Sitzen ihre absolute Mehrheit im Parlament behaupten. Zweitstärkste Partei wurde der neu gegründete Wahlblock Demokratisches Moldawien unter Führung des Bürgermeisters der Hauptstadt Chișinău, Serafim Urecheanu, mit 28,4 % der Stimmen und 34 Sitzen. Eine weitere Oppositionspartei, die Christlich-Demokratische Volkspartei unter Iurie Roșca, kam auf 9,1 % der Stimmen und 11 Sitze.

In der Republik Moldau wird der Präsident vom Parlament gewählt und benötigt eine Mehrheit von 61 Stimmen. Am 4. April 2005 standen Präsidentschaftswahlen an. Der amtierende Präsident Vladimir Voronin konnte dabei 75 Stimmen auf sich vereinigen und eine zweite Amtszeit antreten. Trotz gegenteiliger Ankündigungen hat die christlich-demokratische Oppositionspartei PPCD nach verschiedenen Verrenkungen den Kommunisten Voronin zum Präsidenten mitgewählt und ihm so zur nötigen Mehrheit verholfen.

Demonstration der PPCD in Chișinău (Januar 2002): „Rumänisches Volk – Rumänische Sprache“

Ein die moldauische Politik beherrschendes Thema ist der Umgang mit den separatistischen Regionen Transnistrien und Gagausien. Während Gagausien einen von der moldauischen Regierung angebotenen Autonomiestatus akzeptierte, gestalten sich die Verhandlungen mit Transnistrien wesentlich schwieriger. Nach den bewaffneten Auseinandersetzungen 1992 etablierte sich in Tiraspol ein De-facto-Regime um Igor Smirnov, das das Gebiet jenseits des Dnister kontrolliert und eigene Verwaltungsstrukturen aufgebaut hat. Der Verhandlungsprozess zwischen der Regierung in Chișinău und in Tiraspol gestaltet sich langwierig, sodass Beobachter von einem "frozen conflict"[11] sprechen.

Der Transnistrien-Konflikt ist nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen Eliten in Chișinău und Tiraspol oder zwischen verschiedensprachigen Bevölkerungsteilen, sondern hat daneben auch eine geostrategische Dimension, um den Einfluss der Großmächte USA und Russland in Südosteuropa. Durch diese internationale Dimension wird eine Lösung des Konflikts außerordentlich erschwert. Die Verhandlungsbemühungen in den letzten 20 Jahren scheiterten trotz oder wegen internationaler Vermittlungsbemühungen durch Russland, die Ukraine, die USA, Europäische Union oder der OSZE immer daran, dass eine Seite stets Angst hatte zu viel nachzugeben und mit Hilfe der Verbündeten eine Konfliktlösung blockierte. So bei den Verhandlungen über die als Kozak-Plan bekannte Initiative der Russischen Föderation, die die Bildung eines Bundesstaates auf dem Territorium der Republik Moldau vorsahen, die im November 2003 scheiterten. Grund dafür war eine politische Entscheidung in moldauischen Regierungskreisen, die das Abkommen als zu vorteilhaft für Transnistrien ansah. Manche Beobachter gehen auch davon aus, dass die Eliten auf beiden Seiten nicht an einer Konfliktlösung interessiert sind, sondern am Erhalt des Status quo, der beiden Seiten Einnahmequellen erschließt.[12]

Im August 2008 wurde dem Konflikt wieder verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt, denn Transnistrien fror am 12. August alle Kontakte zur Regierung in Chișinău ein, da „der klare und starke Ausdruck Moldawiens fehle, die Aggression Georgiens gegenüber Südossetien und Abchasien zu verurteilen.“ Am 26. August warnte Russlands Präsident Dmitri Medwedew den moldauischen Staatschef Vladimir Voronin vor einer militärischen Lösung des Konflikts nach georgischem Vorbild. „Der Krieg um Südossetien sei eine Warnung an alle.“

Hauptartikel: Transnistrien-Konflikt

Nach den Wahlen 2009 kam es am 7. April zu Ausschreitungen von Zehntausenden in Chișinău. Die kommunistische Partei hatte eine Mehrheit von 49,9%. Die Opposition warf der Regierung Wahlbetrug vor. Daraufhin wurden die Wahlen im Juli 2009 wiederholt, siehe Parlamentswahlen in Moldawien Juli 2009.

Hauptartikel: Parlamentswahlen in Moldawien

Verhältnis zu Rumänien

Reibungspunkte zwischen den Nachbarstaaten boten in der Vergangenheit sowohl die Schulden Moldawiens bei den rumänischen Elektrizitätswerken, als auch die kulturelle Identität der Rumänen, die in Moldawien die Mehrheit stellen. Der größte Teil Moldawiens bildete zusammen mit der heutigen rumänischen Region Moldau das Reich Stefans des Großen (siehe Fürstentum Moldau), des gemeinsamen Nationalhelden beider Staaten, und war von 1918 bis 1940 rumänisches Territorium.

Eine Bewegung zur Vereinigung von Rumänien und Moldawien kam 1990 – 1992 auf; ab 1993 begann Moldawien jedoch, sich wieder von Rumänien zu distanzieren. Mit dem Staatsbesuch des rumänischen Präsidenten Traian Băsescu in Chişinâu im Januar 2005 sowie dem darauf folgenden Gegenbesuch des moldauischen Präsidenten Vladimir Voronin erreichten die moldauisch-rumänischen Beziehungen einen Höhepunkt und waren so gut wie nie zuvor.

Im Anschluss an die Parlamentswahlen im April 2009 kam es zu heftigen Straßenschlachten. Der rumänische Botschafter wurde zunächst ausgewiesen und die Visumspflicht für rumänische Staatsbürger wieder eingeführt.

Generell unterstützt Rumänien Moldawien bei der europäischen Annäherung sowie bei der Lösung des Transnistrien-Konflikts. Rumänien plädiert für den Erhalt der territorialen Integrität des Nachbarlandes und lehnt den transnistrischen Separatismus ab.

Verhältnis zur Europäischen Union

1998 trat ein Partnerschafts-und Kooperationsabkommen mit der Europäischen Union in Kraft. Die EU unterstützt den Aufbau einer Marktwirtschaft sowie einer funktionierenden Demokratie.[13] Seit 30. November 2005 gibt es die EUBAM Moldawien/Ukraine, eine Grenzkontrollmission der Europäischen Union an der moldauisch-ukrainischen Grenze zur Unterbindung des Waffen-, Menschen- und Drogenschmuggels von und nach Transnistrien.

Am 7. Mai 2009 trat Moldawien gemeinsam mit fünf weiteren GUS-Staaten der Östlichen Partnerschaft bei. Im Januar 2010 wurden in Chișinău die Assoziierungs-Gespräche mit Moldawien aufgenommen. „Langfristig sei eine EU-Mitgliedschaft zwar ein Ziel", sagte der moldauische Außenminister Iurie Leancă. Aber vorerst wolle man eine Freihandelszone schaffen, gemeinsam wirtschaftliche Probleme lösen und vor allem die Visapflicht für moldauische Bürger abschaffen.“[14]

Verhältnis zu den Vereinigten Staaten

Die USA unterstützen Moldawiens Souveränität und territoriale Integrität. Im Januar 2010 wurde im Beisein von Premierminister Vlad Filat in Washington ein Abkommen der Millennium Challenge Corporation (MCC) unterzeichnet, in dem die USA Moldawien über den Zeitraum von fünf Jahren Hilfe bei Landwirtschaft und Infrastruktur in Höhe von 262 Millionen US-Dollar zusichern.[15]

Mitgliedschaften

UNO, GUAM, GUS, Europarat, OSZE, WTO, CEFTA, Östliche Partnerschaft

Verwaltungsgliederung

Verwaltungsgliederung Moldawiens

Das Gebiet Moldawiens wird in 5 Munizipien (Municipalități; Singular Municipiu) und 32 Rajons (Raioane; Raion) eingeteilt. Daneben gibt es ein autonomes und ein abtrünniges Gebiet:

Munizipien:

Autonome Gebiete:

Rajons:
Gebiete in Moldawien

Bis zum Februar 2003 war Moldawien in 3 Munizipien, 9 Kreise (Județe; Județ), ein autonomes und ein abtrünniges Gebiet geteilt:

Munizipien:

Gebiete:

Bezirke:
  • Județul Bălți
  • Județul Cahul
  • Județul Chișinău
  • Județul Edineț
  • Județul Lăpușna
  • Județul Orhei
  • Județul Soroca
  • Județul Tighina
  • Județul Ungheni

Infrastruktur

Eisenbahn

Das Eisenbahnnetz hat eine Länge von 1190 km und ist in 1520 mm Breitspur ausgeführt. Es gibt keine elektrifizierten Strecken, der Verkehr wird mit Dieseltriebfahrzeugen durchgeführt. Im Moment gibt es im internationalen Personenverkehr direkte Verbindungen u. a. nach Bukarest, Warschau, Moskau, Istanbul und Sankt Petersburg. Der inländische Bahnverkehr hat wegen des sehr geringen Angebots kaum eine Bedeutung.

Straße

Im regionalen und nationalen öffentlichen Personenverkehr ist der Bus der wichtigste Verkehrsträger. Für den internationalen Verkehr gibt es Busverbindungen in zahlreiche europäische Großstädte.

Binnenschiffsverkehr

Mit dem Zugang zu Dnister und Pruth verfügt das Land über wichtige Binnenwasserstraßen. Am nur wenige hundert Meter breiten Zugang zur Donau entsteht der Hafen Giurgiulești.

Flugverkehr

Der Aeroportul Internațional Chișinău (IATA-Code: KIV) ist der einzige internationale Flughafen Moldavines. Von dort werden Direktflüge nach Wien, Istanbul, Moskau, Timișoara, Budapest, Bukarest, Paris, Frankfurt am Main, München und Rom durchgeführt. Ein seit Anfang 2003 andauernder Konflikt im Luftfahrtsektor konnte beigelegt werden und eine Wiederaufnahme der Direktflüge zwischen Frankfurt am Main und Chișinău erfolgte im Juli 2005. Diese Flüge werden von Air Moldova (IATA-Code: 9U) und dem deutschen Codesharing-Partner Cirrus Airlines durchgeführt.

Medien

In Moldawien erscheinen vier national verbreitete Tageszeitungen; der Anteil der Tageszeitungsleser beträgt 153 Leser pro 1000 Einwohner.[16] 18,5 % der Bevölkerung nutzten 2008 das Internet; die Breitbandverbreitungsquote lag bei 1,3 %.[17]

Wirtschaft

Weinbauregionen Moldawiens

Allgemein

Moldawien lebt vor allem von der Landwirtschaft sowie von der damit verbundenen Industrie. Das günstige Klima ermöglicht Obst- und Weinbau. Wein stellt neben Branntwein und Obst-/Gemüsekonserven den Hauptexportartikel, hinzu kommen Textilerzeugnisse und kleinere Elektroartikel. Mit der Tatsache, dass Moldawien kein Industriestaat ist, ist die hohe Luftqualität des Landes zu erklären.[18]

Wirtschaftsentwicklung

Bis zu seiner Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre war Moldawien eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken. Seither hat sich wegen des ungelösten Transnistrien-Konflikts (1992) die wirtschaftliche Lage drastisch verschlechtert. 2002 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1,5 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Monatslohn stieg von 30 Euro (ca. 465 Lei) im Februar 2003 auf 102 EUR (ca. 1.695 Lei) im Jahr 2006, Pensionisten bekommen 12 Euro im Monat. Um die wichtigsten Lebenskosten zu decken, waren 2003 mindestens 100 Euro nötig. In Moldawien gilt in der Regel eine Mehrwertsteuer von 20 %. Einige Lebensmittel, wie z. B. Brot oder Milch, aber auch Gas oder der Postversand, kommen in den Vorzug einer ermäßigten Steuer von 8 %.

Moldawien ist einer der ärmsten Staaten Europas; ein Viertel der Bevölkerung ist in das Ausland abgewandert. Von dort überweisen sie Geld nach Moldawien, das in der Summe mehr ausmacht als das BIP. Mit einem BIP von unter 2000 Dollar pro Kopf ist Moldawien das wirtschaftsschwächste Land in Europa.

Außenhandel

Das Land exportiert vor allem Nahrungs- und Genussmittel (v. a. Wein), sowie Textilien und Maschinen. Die wichtigsten Zielländer sind Russland 35,8 %, Italien (13,9 %), Rumänien (10 %) und Deutschland (7,3 %). Die bedeutendsten Importpartner sind die Ukraine (24,6 %), Russland (12,2 %), Rumänien (9,3 %) und Deutschland (8,5 %).

Weinkonflikt mit Russland

Am 27. März 2006 hat die russische Regierung ein Verbot für den Import von moldauischen und georgischen Weinprodukten in Kraft gesetzt. Das Verbot soll nach Verstößen gegen die Gesundheitsvorschriften (zu hohe Schadstoffbelastungen) auf Bitten des Obersten Hygienearztes Gennadi Grigorjewitsch Onischtschenko erfolgt sein. Der Entscheid führte zu heftiger Kritik von den betroffenen Weinproduzenten in Moldawien und Georgien. Etwa 82 % des gesamten moldauischen Weinexports werden nach Russland exportiert. Russland ist damit der wichtigste Exportpartner für den moldauischen Weinmarkt.[19][20]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 2,1 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,75 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,5 % des BIP.[21]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 1,7 Mrd. US-Dollar oder 31,3 % des BIP.[21]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Umweltschutz

66171,7 ha[23] (entspricht 1,96 %) der Landesfläche sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Dies ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr wenig.

Moldawien besitzt keine Nationalparks.

Kultur

Marțișor (Märzchen)

Bildung

In Moldawien können Schüler, die zu Minderheiten gehören, Unterricht in ihrer Muttersprache bekommen.[24] Das Land besitzt einige Universitäten. Der Bologna-Prozess findet auch für Moldawien Anwendung.[25] Das Einkommensniveau an Schulen und Hochschulen ist gering.[24]

Feiertage

Datum Feiertag Kurzbeschreibung
31. Dezember1. Januar Neujahrstag
7.8. Januar Weihnachten Orthodoxes Weihnachtsfest
14. Januar Neujahr Orthodoxer Neujahrstag
1. März Marțișor Symbolisches Blümchen an der Kleidung
8. März Frauentag Internationaler Frauentag
variabel Ostern Orthodoxes Osterfest
1. Mai Tag der Arbeit
8.9. Mai Tag des Gedenkens
9. Mai Tag des Sieges
27. August Unabhängigkeitstag Unabhängigkeit von der Sowjetunion (27. August 1991)
31. August Limba Noastră Tag der rumänischen Sprache

Sport

Der 1990 neu gegründete moldauische Fußballverband hat eine solide Grundlage für den nationalen Fußball geschaffen. 2006 wurde das 10.500 Zuschauer fassende Zimbru-Stadion neu eröffnet, ein Großteil der Ressourcen des Verbandes wurde in die Ausbildung für Nachwuchstrainer gesteckt, landesweite Fußballakademien sind im Aufbau.[26] Die Moldauische Fußballnationalmannschaft belegt derzeit Platz 84[27] der FIFA-Weltrangliste (Stand: April 2010). Moldauische Sportvereine, die auch von Zeit zu Zeit in Wettbewerbe auf europäischer Ebene gelangen, sind:

  • FC Sheriff Tiraspol (Fußball)
  • FC Nistru Otaci (Fußball)
  • FC Dacia Chișinău (Fußball)
  • Politehnica Chișinău (Fußball)
  • FC Tiraspol (Fußball)
  • Olimpus Chișinău (Handball)

Das Nationale Olympische Komitee der Republik Moldau wurde 1991 gegründet und 1993 mit dem Länderkürzel MDA vom Internationalen Olympischen Komitee aufgenommen. Seit 1996 nahm die Republik Moldau an vier Olympischen Sommerspielen teil. Zu den Spielen 2008 in China entsandte das Land 31 Athleten. Insgesamt holten die moldauischen Athleten 5 Medaillen bei olympischen Spielen.

Im Bereich Formationstanzen gehört der moldauische Club DSC Kodryanka Kishinev seit vielen Jahren zur Weltspitze. Der Club wurde mehrmals Europa- und Weltmeister.

Im Rugby (Rugby Union) spielt die Nationalmannschaft in der EM-Gruppe B1 zusammen mit Deutschland, Polen, Tschechien, den Niederlanden und Belgien. Die letzten beiden Lännderspiele (2010) gegen Polen (36-25) und die Ukraine (18-19) wurden deutlich gewonnen. In der IRB-Rangliste steht Moldawien auf Rang 30. Der Rugby-Verband umfasst 7 Vereine mit 2600 registrierten Speilerinnen und Spielern.

Essen und Trinken

Hauptartikel: Moldauische Küche

Die Küche Moldaus ist eng mit der Küche Rumäniens (besonders aus der Region Moldau) verwandt. Man findet allerdings auch Einflüsse der russischen, griechischen und der türkischen Küche sowie einige Einflüsse aus verschiedenen Mittelmeerküchen.

Religion

Die am stärksten vertretenen Kirchengemeinschaften sind die Moldauisch-Orthodoxe, die Orthodoxe Kirche Bessarabiens, die Ukrainisch-Orthodoxe und die Russisch-Orthodoxe Kirche. Zu den Minderheiten in der religiösen Landschaft Moldawiens gehören die Römisch-Katholische Kirche (etwa 20.000), etwa 12.000 Juden, aber auch die Zeugen Jehovas (etwa 18.000). Bei den Muslimen in Moldawien (etwa 3.000) sind besonders die Minderheiten der Nogaier, Tataren und Türken vertreten.

Moldawien hat eine reiche Religionsgeschichte, die 500-jährige Kirchenarchitektur ist auch ein wichtiger Faktor für die Tourismusbranche. Während der Zugehörigkeit zur UdSSR haben sich Glauben und religiöse Riten neben althergebrachten Sitten und Bräuchen erhalten, darunter Familienbräuche und Feste. Auf dem Land sind Glaube und Traditionen viel ursprünglicher erhalten als beispielsweise in der Hauptstadt Chișinău, die bereits urban geprägt ist. Die russisch-orthodoxe Kirche und die rumänisch-orthodoxe Kirche dominieren, während katholische und jüdische Gemeinden eher Minderheiten bilden.

In den Jahren nach der Perestroika und seit der Unabhängigkeit sind in Moldawien viele alte Kirchen und Klöster, Felsenklöster, Kathedralen und kleine Dorfkirchen wieder eröffnet oder neu gegründet worden. Aber das geistliche und kirchliche Leben läuft nicht in ruhigen Bahnen. Historisch waren viele ortsfremde Religionen auf moldauischem Territorium aktiv und es gab Auseinandersetzungen zwischen der Bessarabischen Eparchie und dem Moskauer Patriarchat, die bis heute nicht gelöst sind. Im Jahr 2001 gab der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte einer Klage der bessarabischen Eparchie gegen Moldawien wegen Einschränkung der Religionsfreiheit recht.[28]

Viele Kirchen und Klosterkomplexe sind mit bis zu 1,5 Meter dicken Wänden auch wehrhaft angelegt um Schutz vor Feinden zu bieten.

Die Zahl der russisch-orthodoxen Kirchen ist in den ersten zwölf Jahren der Unabhängigkeit von 280 auf über 1000 sprunghaft gestiegen. Das katholische Bistum Chișinău umfasst derzeit (Stand 2006) zehn Pfarreien mit ca. 20.000 Katholiken, die überwiegend polnischer, rumänischer und deutscher Abstammung sind. Bischof des 2001 gebildeten römisch-katholischen Bistums ist Anton Koca.

Klöster Moldawiens

  • Kloster Rudi (Rughi) mit der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit (18. Jahrhundert)
  • Saharna Kloster (17. Jahrhundert)
  • Tipova (17. Jahrhundert)
  • Butuceni-Kloster (15. bis 17. Jahrhundert)
  • Kloster Căpriana mit der Kirche des Heiligen Georg (15.Jahrhundert)
  • Curchi-Kloster (18. Jahrhundert)
  • Kloster Japca (16. Jahrhundert)
  • Kloster Vărzărești (15. Jahrhundert)
  • Kloster Hârbovăț (18. Jahrhundert)
  • Kloster Hârjauca (18. Jahrhundert)
  • Kloster Hâncul (17. Jahrhundert)
  • Kloster Suruceni (18. Jahrhundert)
  • Kloster Hîncu (17. Jahrhundert)

Sehenswerte Kirchen

  • Kathedrale von Drochia
  • Kathedrale von Chișinău
  • Dumitru-Kirche in Orhei
  • Kirche der Gewandlegung in Căușeni (15. Jahrhundert)
  • Kirche in Orheiul Vechi (15. bis 17. Jahrhundert)
  • Petrușeni (Holzkirche aus 1702)

Stilistische Einflüsse

Aufgrund der wechselhaften Geschichte Moldawiens und anderer Einflüsse von außen (Handelswege) gibt es vielerlei Einwirkungen auf die Gebäudestilistik. Im christlich-orthodox geprägten Moldawien, in dem sich Polen, Österreicher und Westukrainer niederließen, gibt es viele Kirchen, die nach römisch-katholischem Vorbild errichtet sind – so die Domkirche des Heiligen Nikolaus in Bălți, wie auch die katholischen Kirchen in Camenca und in Chișinău. Der Klassizismus des 19. Jahrhunderts beeinflusste die Stile ebenso wie die Arbeiten armenischer Architekten (Kirche der Grablegung in Belgorod am Dnjestr (15. Jahrhundert), die Gottesmutter-Kirche (1803) in Chișinău und die armenischen Kirche in Bălți (20. Jahrhundert) und Hîncești (19. Jahrhundert)).

Unter der Herrschaft des osmanischen Imperiums vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurden Kirchen oft nur heimlich gebaut. Die Kirche der Gewandlegung in Căușeni bildet ein Glanzlicht dieser Zeit. Zum Schutz vor Entdeckung gab man ihr ein unauffälliges Äußeres und hat sie halb in den Boden eingegraben. Die Kirche wurde später säkularisiert und zu einem Stall umfunktioniert.

Die intensivste Gründungsperiode in der Geschichte der moldauischen Architektur ist das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts. In großer Zahl wurden Kirchen, Kathedralen und Klöster gebaut, was auf die Stabilisierung der politischen Situation zurückzuführen ist. Russland war im Laufe des ganzen 19. Jahrhunderts bemüht, seinen Einfluss in Bessarabien zu festigen. So war man bestrebt, den russischen Stil in der Kirchenarchitektur durchzusetzen. Das Russische Reich sparte nicht an Geld für den Kirchenbau. Angesichts der riesigen Geldsummen, die zur Verfügung standen, entstanden Perlen der Kirchenarchitektur, wie die Kapelle des Mädchengymnasiums in Chișinău und das Ensemble auf dem ehemaligen Domplatz mit dem riesigen Kirchendom, dem Glockenturm

Siehe auch

Referenzen

  1. Die Information des Deutschen Auswärtigen Amtes: „Landessprache: Rumänisch“
  2. http://parlament.md/legalfoundation/constitution/
  3. Amt für Statistik der Republik Moldau: Offizielle Homepage, (moldauisch, engl.).
  4. UN Human Development Report, (engl.).
  5. Die Information des Deutschen Auswärtigen Amtes und Seite der moldauischen Botschaft in Berlin
  6. Friedrich Ebert Stiftung: Transnistrian Market and its Impact on Policy and Economy of the Republic of Moldova, Chisinau 2005. S. 25 ff.
    Center for Strategic Studies and Reforms: Research Paper on Transnistria. Chisinau – Tiraspol, November 2003
  7. Harenberg Aktuell 2008, Seite 645. Meyers Lexikonverlag (Brockhaus) 2007 und Fischer Weltalmanach 2008, Seite 336. Frankfurt 2007
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  9. a b http://www.erdkunde-wissen.de/erdkunde/land/europa/moldawien/bildung.htm
  10. Verfassung der Republik Moldau von 29. Juli 1994 §13 Abs. 1
  11. http://www.kas.de/wf/doc/kas_10097-544-1-30.pdf?070208170425
  12. http://www.crisisgroup.org/~/media/Files/europe/157_moldova_regional_tensions_over_transdniestria.pdf
  13. http://www.europa-digital.de/laender/mol/eu_pol/
  14. „EU und Republik Moldau kommen sich näher“, Deutsche Welle, 14. Januar 2009.
  15. Joint Statement by the United States and the Republic of Moldova, US-Außenministerium vom 22. Januar 2010
  16. http://dev.prenhall.com/divisions/hss/worldreference/MD/media.html
  17. http://www.itu.int/ITU-D/icteye/DisplayCountry.aspx?countryId=274
  18. GRÜN und lebenswert: Eine Rangliste der besten (und schlechtesten) Länder, (deutsch).
  19. Deutsche Welle: Russischer Weinkrieg gegen die Republik Moldau. 20. April 2006.
  20. RIA Nowosti: Russisches Einfuhrverbot droht in einen Weinkrieg auszuwachsen. 4. April 2006.
  21. a b c d The World Factbook
  22. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  23. http://www.iatp.md/arii/text/eng/clasification.htm
  24. a b http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Moldau/Kultur-UndBildungspolitik_node.html
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  26. Der moldauische Weg (NZZ Online)
  27. Fifa.com: Moldawien. Abgerufen am 13. Mai 2010.
  28. Pressemitteilung des ECHR zum Urteil Bessarabische Kirche u.a. gegen Moldova

Literatur

  • Volker Bendig/Rosanna Dom: Republik Moldau, S. 317-329, in: Ein Jahr nach der EU-Erweiterung 2004. Eine rechtspolitische Zwischenbilanz, hrsg. von Ilse M. Pogatschnigg/Marcus Schladebach. Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main 2005, ISBN 3-631-54012-4
  • Klemens Büscher: Das politische System Moldovas, S. 515-552, in: Ismayr, Wolfgang (Hrsg.): Die politischen Systeme Osteuropas, 2. Auflage, Leske + Budrich, Opladen 2004
  • Vasile Dumbrava: Sprachkonflik und Sprachbewusstsein in der Republik Moldova. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main u.a. 2004 (= Sprache, Mehrsprachigkeit und sozialer Wandel; 4), ISBN 3-631-50728-3
  • Elfi Hartenstein: Moldawisches Roulette. dtv, München 2004, ISBN 3-423-24431-3 – Roman über eine deutsche Lehrerin, die in Moldawien ins Visier der Politmafia gerät
  • Tony Hawks: Matchball in Moldawien. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2001, ISBN 3-442-45019-5 – Humorvoller Erlebnisbericht mit Infos über Land und Leute
  • Hannes Hofbauer/Viorel Roman: Bukowina, Bessarabien, Moldawien-Vergessenes Land zwischen Westeuropa, Rußland und der Türkei, Wien 1997, ISBN 3-85371-126-X; S.83ff, S.144ff
  • Kilian Graf: Der Transnistrien-Konflikt: Produkt spätsowjetischer Verteilungskämpfe und Zerfallskonflikt der implodierten Sowjetunion. Hamburg, Disserta-Verlag, 2010, ISBN 978-3-942109-30-7
  • Andreas Menn: Konstruktion von Nation und Staat in Osteuropa. Transnistrien und die Republik Moldau. Vdm Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008. ISBN 978-3-8364-5922-8
  • Claus Neukirch: Die Republik Moldau. Nations- und Staatsbildung in Osteuropa, LIT-Verlag, Münster 1996
  • Novosti: Jahrbuch 1990 der UdSSR, S.122-126
  • Christoph Prantner: Das „eingefrorene Land“. Der Standard, 6. Februar 2004
  • Die neuen Nachbarn der EU – Ukraine, Belarus, Moldau. Politische und Gesellschaftliche Entwicklungen incl. Dokumentation zur Literatur und Forschungsprojekten 2000–2006, GESIS, 2006

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Moldau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Republik Moldau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Moldawien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Moldawien – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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