Kosovo
Republika e Kosovës (albanisch)
Република Косово/Republika Kosovo (serbokroatisch)
Republik Kosovo
Flagge des Kosovo
Wappen des Kosovo
Flagge Wappen
Amtssprache Albanisch und Serbisch

auf lokaler Ebene auch Türkisch, Bosnisch und Romani[1]

Hauptstadt Prishtina/Priština
Regierungsform Parlamentarische Demokratie
Regierungschef Premierminister Hashim Thaçi
Fläche 10.887 km²
Einwohnerzahl 1.733.872[2]
Bevölkerungsdichte 159,3 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt 5,352 Mrd. US$ (2011)[3]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 2.750 US$ (2011)[3]
Währung Euro (unilateral als Fremdwährung übernommen, nicht an der Europäischen Währungsunion beteiligt)
Nationalhymne Evropa
Nationalfeiertag 17. Februar
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März–Oktober)
Kfz-Kennzeichen RKS
Telefonvorwahl +381 (entspricht der Vorwahl von Serbien)

Nutzer bestimmter Mobilfunknetze:
+37744 bzw. +38649
(entspricht der Mobilfunk-Vorwahl der Monaco Telecom bzw. der slowenischen Mobitel d.d.)

1 Die Unabhängigkeit Kosovos ist völkerrechtlich umstritten. Die Republik Kosovo wurde bislang von 85 UN-Mitgliedstaaten anerkannt.[4]
Kosovo in Europe (de-facto).svg
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Kosovo (auch der Kosovo oder das Kosovo;[5] albanisch Kosova/Kosovë, serbokroatisch Kosovo/Косово) ist als stabilisiertes De-facto-Regime[6] eine Republik in Südosteuropa auf dem westlichen Teil der Balkanhalbinsel. Sie hat etwa 1,7 Millionen Einwohner; Hauptstadt ist Priština.

Die jüngere Geschichte ist durch den Kosovokrieg von 1999 und dessen Folgen geprägt. Der völkerrechtliche Status des Landes ist umstritten.[7] Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. 85 der 193 UN-Mitgliedstaaten erkennen die Republik Kosovo als unabhängig an, zugleich wird sie aber von der UN als Teil Serbiens betrachtet.[4]

Serbien betrachtet Kosovo unverändert als seine Autonome Provinz Kosovo und Metochien (Autonomna pokrajina Kosovo i Metohija/Аутономна покрајина Косово и Метохија, kurz Kosmet/Космет; albanisch Krahina Autonome e Kosovës dhe Metohisë). Der Internationale Gerichtshof (IGH) gelangte am 22. Juli 2010 in einem rechtlich nicht bindenden, von der UN-Generalversammlung auf serbische Initiative angeforderten Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo nicht gegen das Völkerrecht verstoße. Gleichzeitig vermied der IGH, den völkerrechtlichen Status des Kosovo zu bewerten und erkannte die Gültigkeit der UN-Resolution 1244 an.[8]

Kosovo wurde nach dem Kosovokrieg – bei formeller Wahrung der Zugehörigkeit zu Jugoslawien – durch die UN-Resolution 1244 unter die Verwaltungshoheit der Vereinten Nationen gestellt.[9] Zudem wird die politische Entwicklung seit dem 9. Dezember 2008 durch die „EULEX Kosovo“ überwacht. Dies gilt auch für die Region Nordkosovo, die von der Regierung Kosovos derzeit nicht kontrolliert wird.

Das Land ist seit Juni 2009 Mitglied im Internationalen Währungsfonds (IWF) und in der Weltbankgruppe.[10]

Inhaltsverzeichnis

Namen und Etymologie

„Kosovo“ bezeichnet in der Regel das Gesamtgebiet. Auch im Serbokroatischen wird Kosovo bedeutungsgleich gebraucht. Daneben wird von nationalbewussten Serben die Bezeichnung Kosmet, eine Wortkombination aus Kosovo und Metochien, parallel verwendet.

Kos bezeichnet im Serbokroatischen die Amsel. Die Region ist nach dem Amselfeld (serbisch: Kosovo Polje, albanisch: Fushë Kosovë) bei Priština, benannt. Das Wort kosovo ist ein besitzanzeigendes Adjektiv („zur Amsel gehörig“) und daher ohne zusätzliches polje („Feld“) eigentlich unvollständig. Die Abkürzung hat sich jedoch in dieser Form eingebürgert.

Die Bezeichnung „Metochien“ für den Westen Kosovos leitet sich vom griechischen μετοχή (metochí, Klostergut) ab. Dieser Name, der eine von vielen Kirchen und Klöstern geprägte Landschaft beschreibt, wurde in Jugoslawien ab 1974 von staatlicher Seite nicht mehr verwendet. Die Kosovo-Albaner nennen diese Region Dukagjini bzw. Rrafshi i Dukagjinit.

Dardanien bzw. Dardania ist unter Albanern eine verbreitete historisierende Bezeichnung für den Kosovo. Sie leitet sich vom antiken illyrischen Volk der Dardaner ab, die im Gebiet des heutigen Kosovos lebten.[11] Sie umfasste das heutige Territorium Kosovos und ferner einige Gebiete im Süden Serbiens sowie in Mazedonien. Im Oktober 2000 präsentierte der spätere Präsident Ibrahim Rugova seinen Vorschlag für eine zukünftige Flagge des Kosovo. Auf ihr befand sich ein Spruchband mit der Bezeichnung „Dardania“, die Rugova als Landesnamen eines unabhängigen Kosovos vorschlug.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Kosovos
Đeravica (albanisch Gjeravica), mit 2.656 m höchster Berg des Kosovo

Der Kosovo liegt in Binnenlage im Zentrum der Balkanhalbinsel. Er grenzt im Südwesten an Albanien, im Nordwesten an Montenegro, im Norden und Osten an Serbien bzw. Zentralserbien und im Südosten an Mazedonien. Tektonisch sind die Einebnungen des Amselfeldes und Metochiens gänzlich von Gebirgen begrenzt. Die Gebirgsgruppen des Prokletije grenzen den Kosovo zu Montenegro und Albanien, der Kopaonik zu Serbien und die Šar Planina zu Mazedonien ab.

Mit 10.887 km² hat Kosovo als kleinstes Land Südosteuropas etwa die Fläche Jamaikas und ist mit 195 Einwohnern pro Quadratkilometer vergleichsweise dicht besiedelt. 53 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 42 % sind Waldgebiet und 5 % bebaut bzw. Stadtgebiet.

Durch die räumliche Struktur einer von Hochgebirgen umgebenen Senke war der Kosovo zum einen schon immer eine wichtige ackerbaulich genutzte Region – bekannt ist der Amselfelder Wein – sowie Zentrum der balkanischen Fernweidewirtschaft, in dem insbesondere die Niederung Metochiens als Winterweidegebiet genutzt wurde und noch im 19. Jahrhundert von thessalischen und nordserbischen Wanderhirten aufgesucht wurde. Eine Besonderheit der Viehzucht stellt die zum Teil bis heute andauernde Nutzung von Wasserbüffeln dar.

Siedlungsgeographisch ist das höher gelegene Amselfeld mit der Hauptstadt Priština, das sich zwischen dem Ibar und der Južna Morava als langgezogen Senke hinzieht, heute die ökonomisch wichtigere Region. Historisch war Metochien mit den ältesten städtischen Zentren von Prizren, dem alten römischen Verwaltungszentrum und späteren serbischen Kaiserstadt sowie Peć bedeutender. Die Ebenen sind durch ein hügeliges großteils von lockeren Eichenwäldern bewachsenes Mittelgebirgsland voneinander getrennt, was die Kommunikationswege erschwert.

Die Hochgebirgslandschaften an den Grenzen zu Albanien, Montenegro und Mazedonien erreichen durchweg 2.500 m. Höchste Berge sind Gjeravica/Đeravica (in der Großgemeinde Pejë/Peć) 2.656 m Bistra (Ferizaj/Uroševac) 2.640 m Marjash/Marjaš (Pejë/Peć) 2.530 m Luboteni/Ljuboten (Ferizaj/Uroševac) 2.496 m und Koproniku/Koprivnik (Pejë/Peć) 2.460 m. Großteils aus Silikatgesteinen aufgebaut, sind die Gebirge meist auch wasserreich und gut für Viehherdenhaltung geeignet. Aus kreidezeitlichen Kalken sind Karstgebirge wie der Koprivnik sowie die zentralen Teile der Šar Planina mit der Bistra aufgebaut, damit auch weniger zugänglich und wasserärmer.

Gewässer

Blick auf den Radonjić-See (alb. Liqeni i Radoniqit)

Durch den Westen des Landes fließt der Weiße Drin, welcher in der Nähe von Peć entspringt. Der Drin ist der wichtigste und mit etwa 113 km der längste Fluss im Kosovo. Einige Seen und Stauseen befinden sich im Landesinneren sowie an den Grenzen zu Serbien und Albanien. Der größte von ihnen ist der Gazivodesee mit 11,9 km², gefolgt von Radonjić-See und Batlava-See.

Zahlreiche Glazialseen finden sich insbesondere in der Šar Planina. Im metochischen Prokletije sind drei kleine Seen um die Đeravica als Zeugnisse eiszeitlicher Vereisung der Gebirge übriggeblieben.

Klima

Kosovo verfügt über gemäßigtes kontinentales Klima mit ausgeprägten, jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen.

Die Temperaturen können im Sommer bis auf 40 °C steigen und im Winter auf unter −20 °C fallen, starke Schneefälle sind dabei keine Seltenheit.

Bevölkerung

Mädchen in Trachtenkostümen am „Kindertag“
Statistische Daten (2006)[12]
Lebenserwartung
Jahre
69
Sterberate
je 1000 Einwohner
3,56
Geburtenrate
je 1000 Einwohner
16,7
Bevölkerungsdichte
Einwohner pro km²
166,7
Städtische Bevölkerung 35–40 %
Bevölkerung
unter 18 Jahren
46 %
Bevölkerung
über 65 Jahren
6 %

Zur Volkszählung 2011 hatte die Republik Kosovo 1,733 Millionen Einwohner. Ihre Bevölkerung ist im europäischen Vergleich sehr jung: 33 % sind unter 16 Jahre alt, über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre, nur 6 % über 65 Jahre. Die Geburtenrate übertrifft die Sterberate derzeit deutlich: 23 Geburten pro 1000 Einwohner standen im Jahr 2003 sieben Todesfälle pro 1000 Einwohner gegenüber. Die kosovarische Bevölkerung hat sich seit 1982 verdoppelt. Die Lebenserwartung für Frauen beträgt 71, die der Männer 67 Jahre. Der Anteil der Landbevölkerung liegt zwischen 60 und 65 %. Schätzungsweise ein Viertel der rund 1,7 Millionen Kosovaren lebt und arbeitet im Ausland, vor allem in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Österreich und der Schweiz.[13]

Zehn Größte Städte

Name (Albanisch) Name (Serbisch) Einwohner
Prishtina Priština 198.214
Prizren Prizren 178.112
Ferizaj Uroševac 108.690
Peja Peć 95.723
Gjakova Đakovica 94.158
Gjilan Gnjilane 90.015
Podujeva Podujevo 87.933
Mitrovica Kosovska Mitrovica 71.601
Vushtrria Vučitrn 69.881
Suhareka Suva Reka 59.702

Die Zahlen stammen aus der letzten Volkszählung vom Juni 2011.[14]

Ethnische Struktur

Verteilung der Ethnien im Kosovo 2005
Hauptartikel: Ethnische Gruppen im Kosovo

Der Anteil der Kosovo-Albaner wuchs im Laufe des letzten Jahrhunderts infolge überdurchschnittlich hoher Geburtenzahlen beständig an. Eine nichtserbische Bevölkerungsmehrheit wies Kosovo bereits 1912 auf, als die osmanische Herrschaft endete.[15] Wann zuletzt oder ob jemals eine serbische Mehrheit bestand, ist unter Historikern umstritten.

Kosovo wird heute in großer Mehrheit von Albanern bewohnt. Schätzungen der Weltbank aus dem Jahr 2000, denen das statistische Amt von Kosovo bis heute folgt, gehen von 88 % Albanern, 7 % Serben und 5 % der übrigen ethnischen Gruppen aus. Zu letzteren gehören vor allem Türken, Bosniaken, Torbeschen, Goranen, Janjevci (Kroaten), Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter. Nach dem Krieg 1999 wurde ein Teil der serbischen Minderheit vertrieben.[16]

Sprachenlandschaft

Amtssprachen sind Albanisch und Serbisch, in einigen Gemeinden auch Türkisch, Bosnisch und Romanes.[17] Unter der UNMIK-Administration hatte auch Englisch offiziellen Status.[18]

Religionen

Zum muslimischen Glauben bekennen sich die meisten Albaner, Goranen, Bosniaken und die Angehörigen der türkischen Minderheit. Die Mehrheit der albanischen Muslime sind Sunniten.[19]

Die Serben gehören der Serbisch-Orthodoxen Kirche an. Die schätzungsweise 60.000 römisch-katholischen Christen sind fast ausnahmslos Albaner, die wenigen gleichfalls römisch-katholischen Angehörigen der Janjevci, der kroatischen Minderheit im Kosovo, sind nach dem Kosovo-Konflikt fast alle geflohen.

Die Gruppen der Roma, Aschkali und Ägypter enthalten Anhänger aller drei Glaubensrichtungen.

Das Verhältnis zwischen islamischen und römisch-katholischen Gemeinden von Kosovo gilt als gut, doch beide Gruppen haben wenige bis keine Beziehungen zur Serbisch-Orthodoxen Kirche. Kosovo-Albaner definieren ihre ethnische Zugehörigkeit durch Sprache, nicht durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion.[20] Im Gegensatz dazu wird bei den slawischen Volksgruppen, sowohl bei den muslimischen Bosniaken als auch bei den orthodoxen Serben, die Religion als Identitätsmerkmal angesehen.

Islam

Ein Beispiel osmanischer Architektur: die Sinan-Pascha-Moschee von 1615 in Prizren.

Der Islam im Kosovo hat zwei Organisationsebenen: Die Islamische Gemeinde von Kosovo als offizieller Vertreter aller Muslime und die Organisationen der Derwisch-Orden und Sufi-Bruderschaften. Vor dem Kosovokrieg gab es 560 Moscheen und sechzig Tekken der Sufi-Bruderschaften, letztere vor allem in den südlichen Städten wie Peć/Peja, Đakovo/Gjakova, Orahovac/Rahovec und Prizren. Während des Krieges wurden 218 Moscheen und fünf Tekken zerstört.

Der Sufismus im Kosovo gilt als Mischung zwischen den Glaubensrichtungen der Sunniten und Schiiten. Mitglieder des Bektaschi-Ordens, dessen Zentrum seinen Sitz in der albanischen Hauptstadt Tirana hat, waren führend in der albanischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts. Die Mitglieder der Sufi-Bruderschaften gelten als religiöser und nationalorientierter als die Vertreter des traditionellen Islam im Kosovo.

Die Imame werden an der Fakultät für Islamische Studien in Priština ausgebildet, dort studieren auch angehende Imame aus Albanien, Mazedonien und Montenegro. Ein vergleichsweise aktives religiöses Leben gibt es im Süden und Südosten von Kosovo um die Städte Dragash/Dragaš, Gjilan/Gnjilane und Prizren. In anderen Gebieten haben die Moscheen stark unter Besuchermangel zu leiden.

Serbisch-Orthodoxe Kirche

Klosterkirche Gračanica (1311)

Der Kosovo ist ein wichtiges Zentrum der serbischen Orthodoxie und beherbergt den Erzbischöflichen Sitz des Patriarchats von Peć sowie die Eparchie Raszien-Prizren. Einige der bedeutendsten und ältesten Kirchen und Klöster der Serbisch-Orthodoxen Kirche, insbesondere die Klöster Visoki Dečani und Gračanica, befinden sich im Kosovo (siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler im Kosovo). Die autokephale serbisch-orthodoxe Kirche ist ihrem Selbstverständnis nach Bewahrerin einer serbischen Kultur und Identität. Während der Ära Milošević unterstützten anfangs weite Teile des Klerus dessen Politik. Als deren negative Folgen für die Serben selbst immer deutlicher zutage traten, gingen sie auf Distanz. Nach Beendigung der NATO-Luftangriffe wurden 1999 nach Angaben von Vertretern von UNMIK 76 serbisch-orthodoxe Kirchen, Klöster und Kapellen zerstört. In der Zeit nach dem Einmarsch der KFOR wurden der serbisch-orthodoxe Bischof Artemije von Raszien und Prizren und der Mönch Sava vom Kloster Dečani zunächst politische Sprecher derjenigen Kosovo-Serben, die eine Zusammenarbeit mit der UNMIK befürworteten. In den letzten Jahren hat der Klerus seine Rolle als Sprecher der Serben allerdings größtenteils an kosovo-serbische Politiker abgetreten. Bei den gewalttätigen Ausschreitungen im März 2004 kam es erneut zu Zerstörungen von serbisch-orthodoxen Kirchen und Klöstern, woraufhin die KFOR den Schutz dieser Gebäude verstärkte.

Römisch-katholische Kirche

Römisch-katholische Kirche Zoja Ndihmëtare (1870) in Prizren

Es gibt etwa 65.000 römisch-katholische Albaner, dazu kommt noch eine kleine Gruppe römisch-katholischer Roma und Kroaten. Sie sind in 23 Pfarreien aufgeteilt, in denen 55 Priester arbeiten. Bis zum Jahr 2000 gehörten die römisch-katholischen Kosovaren zum Bistum Skopje und Prizren, dann wurde der mazedonische Teil abgetrennt und eine eigenständige Apostolische Administratur Prizren gebildet. Katholiken gründeten die Partia Shqiptare Demokristiane e Kosovës (PSHDK, Albanische Christlich-Demokratische Partei des Kosovo), wobei unter den Mitgliedern der PSHDK auch eine hohe Anzahl von Muslimen ist; sie stellt seit 2010 keine Abgeordneten mehr im Parlament. Die meisten römisch-katholischen Priester gehören dem Orden der Franziskaner an und wurden in Bosnien-Herzegowina, Kroatien oder Slowenien ausgebildet.

Bildung

Bei Frauen ist der Anteil an Analphabeten signifikant höher als bei Männern: 13,4 % in ländlichen Gebieten (3,8 % bei Männern) und 10,4 % in städtischen Siedlungen (Männer 2,3 %). Analphabetismus korreliert nicht nur mit dem Geschlecht, sondern auch mit dem Alter – in der Gruppe bis 39 Jahre liegt die Rate weit unter dem Durchschnitt, unter Frauen zwischen 55 und 59 Jahren sind knapp 20 %, unter Frauen zwischen 70 und 74 Jahren sind knapp 60 % Analphabeten.

Die Grundschule wird im Land in fünf Sprachen – albanisch, serbisch, bosnisch, türkisch und kroatisch – durchgeführt und ist für alle Bürger obligatorisch und kostenlos. Zuletzt veröffentlichte die Regierung Kosovos Pläne, die das ganze Bildungswesen reformieren sollen. Unter anderem sehen diese vor, die Mittelschule als obligatorisch festzulegen. Die Reformen sind Priorität für die Regierung, doch das Fehlen von Fonds, von technologischer und professioneller Mittel für den Unterricht sowie die hohe Schülerzahl pro Klasse hindern das Land weiterhin sich im Schulsystem zu reformieren.

Während dem Schuljahr 2005/2006 wurden insgesamt 423.220 Schüler in der Vor-, Grund- und Mittelstufe registriert. 22.404 Lehrkräfte unterrichteten sie. Dies entspricht pro Lehrer ca. 19 Schüler.

1970 wurde die Universität Prishtina eröffnet. Im Schuljahr 2005/2006 wurden 28.707 Studenten und 980 Professoren registriert. Pro Kurs machte das durchschnittlich 29 Studierende.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Kosovo

Das Gebiet des späteren Kosovo war in der Antike von den Illyrern besiedelt (das römische Theranda in der Nähe des heutigen Prizren war ursprünglich eine illyrische Siedlung). Die Illyrer im Kosovo standen auch in direkter Nachbarschaft mit den Thrakern. Nach der Zerschlagung des von Königin Teuta regierten Illyrischen Reichs der Labeaten im ersten Illyrischen Krieg 229/228 v. Chr. kam die Region unter römische Herrschaft. Erst nach weiteren Jahrzehnten militärischer Auseinandersetzungen zwischen Römern und Illyrern wurde das Gebiet 168 v. Chr. ein Protektorat des Römischen Reiches. Seit 59 v. Chr als Illyrische Provinz bezeichnet, wurde diese erst nach den Kriegen Octavians in Illyrien 35 bis 33 v. Chr. offiziell zur Römischen Provinz. Nach weiteren Eroberungen der Römer und der Einrichtung der Provinz Moesia verblieb das spätere Metochien bei Illyricum, während das Amselfeld Moesia superior zugeschlagen wurde. Neben Theranda war das bei Priština gelegene Ulpiana die wichtigste römische Siedlung im Gebiet des Kosovo. Nach der Reichsteilung unter Theodosius I. geriet die Region schließlich unter byzantinische Herrschaft.

Mit der Völkerwanderung der Awaren und der Plünderung und Einnahme der wichtigsten byzantinischen Städte in Mösien und Illyrien (siehe auch: Balkanfeldzüge des Maurikios) siedelten sich im 7. Jahrhundert Slawen an. Im 9. Jahrhundert gehörte das nordwestliche Kosovo um Peć zum serbischen Staat der Vlastimirović, das südöstliche Kosovo mit Prizren und Priština dagegen zum Bulgarischen Reich. Die Region wurde erst wieder unter Basileios II. 1018 von den Byzantinern zurückerobert. Im 11. Jahrhundert dehnte sich das serbische Raszien unter der Oberhoheit Dioklitiens nach Süden aus, Konstantin Bodin ließ sich in Folge eines slawischen Aufstandes gegen Byzanz 1072 in Prizren zum Kaiser der Bulgaren ausrufen. Der Aufstand hatte allerdings keinen Erfolg, der Süden Kosovos kam erneut unter byzantinische Herrschaft, während der Norden bei Raszien, nun unter byzantinischer Oberhoheit, verblieb. Die byzantinische Herrschaft wurde mit der Schlacht bei Sirmium unter Manuel I. Komnenos auch gegenüber Ungarn gefestigt.

Stammbaum der Nemanjiden, Kloster Dečani, um 1335

Die Einbindung des raszischen Großžupans Stefan Nemanja als byzantinischem Vasall und der von Ostrom erfolgten Missionierung und kulturellen Prägung des serbischen Hofes folgte die Bildung des serbischen Nemanjidenreiches auch auf ehemals byzantinischen Gebieten im Kosovo. Im Nemanjidenreich wurde das Kosovo aufgrund seiner Bodenschätze und der Handelswege von der Küste ins Balkaninnere zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt des serbischen Staates. Diese Blüte wurde mit dem Vormarsch der Osmanen beendet. Nach mehreren militärischen Auseinandersetzungen, von denen die Schlacht auf dem Amselfeld am bekanntesten ist, eroberten die Osmanen um 1454 die Region des heutigen Kosovo. Die gegen Ende des 14. Jahrhunderts begonnene Eroberung des heutigen Serbiens sowie Bosnien und Herzegowinas konnte im Jahr 1459/1461 unter Mehmet II. vollendet werden. Serbien und Bosnien wurden für die folgenden vier Jahrhunderte zu Provinzen des Osmanischen Reiches.

Osmanische Brücke bei Gjakova im Südwesten des Kosovo

Der Mythos der Kosovo-Schlacht sowie das historische Erbe im Kosovo begründete die emotionale Bindung der Serben an die heute mehrheitlich von Albanern bewohnte Region. Die unter türkischer Herrschaft islamisierten Albaner rückten in das, unter anderem nach dem Großen Exodus der Serben von 1690, fruchtbare Kosovo-Gebiet nach. Im 19. Jahrhundert war das westliche Kosovo, Metochien, schon mehrheitlich albanisch, hingegen der Osten, das „historische“ Kosovo, mehrheitlich noch serbisch. Mit der Unabhängigkeit des Fürstentums Serbien 1878 kam es zu einer neuerlichen Bevölkerungsverschiebung, als viele Serben das Kosovo verließen oder zur Aussiedlung genötigt, während parallel ebenso Albaner das Fürstentum Serbien verließen oder zur Aussiedlung gezwungen wurden. In dieser Zeit bekam auch das östliche Kosovo eine albanische Mehrheit.

Nach dem Ersten Balkankrieg wurde das heutige Kosovo 1912 größtenteils Serbien, die Gegend um Peć an Montenegro zugeschlagen. Ab 1918 war es dann Teil Jugoslawiens. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet Albanien zugeschlagen, das zu dieser Zeit ein italienischer Vasallenstaat war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Bildung des kommunistischen Jugoslawiens wurde 1948 das autonome Gebiet „Kosovo und Metochien“ als Teil der nun Sozialistischen Republik Serbien errichtet. Mit der Autonomie erhoffte sich Jugoslawien eine Befriedigung der ethnischen Spannungen zwischen Albanern und Serben. 1963 wurde aus dem autonomen Gebiet eine autonome Provinz innerhalb Serbiens. Mit der Änderung der jugoslawischen Verfassung 1974 wurden die zuvor schon bestehenden Autonomierechte erheblich erweitert.

In den 1980er Jahren wurden nationalistische Bestrebungen sowohl bei den Serben als auch bei den Albanern stärker. Beide Volksgruppen beklagten die Diskriminierung durch die jeweils andere Volksgruppe. Die Kosovo-Serben sahen sich durch die mehrheitlich albanische Provinzregierung und die Kosovo-Albaner wiederum durch die Republik Serbien benachteiligt. Parallel wurden Stimmen laut, die eine eigene Republik Kosovo innerhalb Jugoslawiens oder gar eine Sezession des Kosovo aus dem gesamtjugoslawischen Staatsverband forderten. Nationalistische Propaganda auf beiden Seiten heizten die Stimmung weiter an und begünstigten unter anderem die Machtergreifung von Slobodan Milošević, der grundlegende Reformen versprach.

Der Autonomiestatus des Kosovo aus dem Jahr 1974 wurde im Rahmen der sogenannten Antibürokratischen Revolution von 1989 auf Betreiben von Slobodan Milošević durch einen Beschluss des serbischen Parlaments aufgehoben und offiziell auf dem von 1963 zurück reduziert. Daraufhin riefen die wichtigsten albanischen Politiker zum Boykott aller serbischen staatlichen Einrichtungen auf, dem so genannten gewaltfreien Widerstand. Schon während der Jugoslawienkriege flohen auch viele Kosovaren, obwohl es im Kosovo selbst nicht zu Kriegshandlungen gekommen war. Die Kosovo-Albaner baten in verschiedenen europäischen Ländern um Asyl und beklagten die Verletzung ihrer Menschen- und Bürgerrechte durch die Regierung Milošević. Es gab seit 1989 durch den Boykott vielerorts kein albanischsprachiges Schulwesen mehr, Albaner wurden oftmals willkürlich enteignet, ihre Vereine und politischen Parteien waren verboten sofern sie der politischen Linie der Regierung Milošević nicht entsprachen. Die meisten im Staatsdienst beschäftigten Albaner sollen nach 1989 aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit entlassen worden sein.

Ibrahim Rugova, Gründer der LDK

Nachdem die internationale Gemeinschaft eine weitgehende und funktionierende Autonomie des Kosovo aus der Friedenskonferenz von Dayton im Jahr 1995 ausgeklammert hatte, verschärften sich die Konflikte zwischen den Volksgruppen und die Forderung nach staatlicher Unabhängigkeit weiter. Separatistische Gruppen, darunter die Demokratische Liga des Kosovo, errichteten mit der „Republik Kosova“ einen Schattenstaat, dessen Parallelinstitutionen unter anderem Schulbildung und medikamentöse Versorgung der Albaner sicherstellen sollten. Der lange Zeit gewaltfreie Widerstand ging ab etwa 1996 unter Führung der UÇK in kämpferische Auseinandersetzungen zwischen albanischen Freischärlern und den serbischen Streitkräften über. Bis zum Jahr 1999 vervielfachten sich die Zahlen albanischer Flüchtlinge aus dem jugoslawischen Staatsgebiet,[21] besonders in Richtung der Nachbarländer Albanien und Mazedonien sowie in die Europäische Union und die Schweiz.[22]

Mit der Begründung, eine humanitäre Katastrophe abwenden zu wollen, begann die NATO nach dem Scheitern der Verhandlungen von Rambouillet am 24. März 1999 mit der Bombardierung strategischer Ziele in Jugoslawien. Als Ergebnis des Kosovokrieges wurde das Kosovo von den internationalen Truppen besetzt und ein UN-Protektorat errichtet. Während des Krieges waren die Flüchtlingszahlen noch einmal sprunghaft angestiegen, anschließend aber abgeebbt und viele Kosovaren kehrten in ihre Heimat zurück. Die Region wurde militärisch befriedet.

Jedoch kam es im März 2004 zu konzertierten Gewalttätigkeiten überwiegend gegen Serben und ihre religiösen Stätten, aber auch gegen Roma und Aschkali; etwa 50.000 Personen[23] nahmen an diesen Gewalttätigkeiten teil, bei denen 19 Menschen getötet, mehr als 1.000 verletzt und über 4.000 vertrieben wurden.[24][25] Die NATO verstärkte daraufhin ihre Präsenz.

Weitere Ausschreitungen ereigneten sich in den Wochen nach der Ausrufung der Republik – diesmal allerdings im mehrheitlich von Serben bewohnten Norden des Landes. Die Gewalt konnte erst durch ein Eingreifen der KFOR-Truppen beendet werden.[26]

Seit Beginn der United Nations Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK) stand der zukünftige politische Status des Kosovo regelmäßig auf der internationalen Tagesordnung. Auch nach dem Scheitern des Versuchs, mit Serbien zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, und der darauf folgenden einseitigen Unabhängigkeitserklärung des kosovarischen Parlaments, ist das Thema noch immer nicht vollständig geklärt.

Politik

Völkerrechtlicher Status

Karte der UN-Mitglieder (und Taiwan), die die Republik Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen.
  • erkennen die Republik Kosovo an
  • erkennen die Republik Kosovo nicht an

Nach dem Ende des Kosovokrieges kam das Gebiet unter Verwaltung der Vereinten Nationen. Es blieb formell Bestandteil des Nachfolgestaates Bundesrepublik Jugoslawien und später von Serbien und Montenegro, das bis 2006 existierte. Nachdem Montenegro sich von dieser Staatenunion für unabhängig erklärte, blieb Kosovo ein Teil der Republik Serbien.

Seit der Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 ist Kosovo aus Sicht seiner Institutionen ein souveräner Staat. Bis heute haben 85 von 193 UN-Mitgliedstaaten die Unabhängigkeit des Landes anerkannt.[4] Andere Staaten halten die einseitig ausgerufene Unabhängigkeit für rechtswidrig und betrachten Kosovo weiterhin als einen Teil Serbiens, auch wenn die serbische Regierung keine Kontrolle mehr über das Gebiet ausübt.[27] Anfang September 2011 zogen der Oman und Guinea-Bissau im Rahmen einer Versammlung der Blockfreien Staaten ihre Anerkennung des Kosovos wieder zurück bzw. stellten klar, dass diese nie vollzogen worden sei.[28]

Die Unabhängigkeit sollte laut dem von Serbien abgelehnten Ahtisaari-Plan international überwacht werden. Im Februar 2008 beschloss die Europäische Union die Entsendung der Mission EULEX Kosovo, welche die rechtsstaatliche Entwicklung unterstützen soll. Vorgesehen ist, dass rund 1.800 Polizisten und Juristen wesentliche Aufgaben in der bisherigen Interimsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) übernehmen.[29] EULEX nahm am 9. Dezember 2008 offiziell die Arbeit auf. Grundlage dafür war ein Kompromiss, dem die Vereinten Nationen, die EU und Serbien zustimmten. Demnach wird die Tätigkeit von EULEX in einem statusneutralen Rahmen erfolgen[30] − was wiederum von der Regierung Kosovos nicht anerkannt wird.

Vier Monate nach der Unabhängigkeitserklärung trat am 15. Juni 2008 die neue Verfassung des Kosovo in Kraft.[31] Eine Woche zuvor war vom Parlament in Priština bereits eine neue Nationalhymne und die Gründung einer eigenen 2.500 Mann starken Sicherheitsgruppe (albanisch Forca e Sigurisë së Kosovës) verabschiedet worden. Die neue Verfassung definiert das Land als demokratisch regierten, laizistischen „Staat aller seiner Bürger“, der die Rechte seiner Minderheiten und die internationalen Menschenrechte respektiert. In der neuen Verfassung werden die Gleichheit der Volksgruppen und die Bedeutung des Minderheitenschutzes besonders hervorgehoben. Autonomierechte werden den serbisch dominierten Regionen zugesprochen.[32]

Die politische Arbeit teilten sich bislang die UN-Verwaltung und die von ihr gegründeten „Institutionen der provisorischen Selbstverwaltung“. Die Sicherheit wird von der durch ein UN-Mandat legitimierten Friedenstruppe „Kosovo Force“ (KFOR) unter Führung der NATO garantiert. Ferner gibt es in den serbischen Enklaven, insbesondere im Nordkosovo, von Serbien finanzierte und kontrollierte Verwaltungsstrukturen (Schulen, Gerichte, Behörden). Diese werden von der UNMIK (und damit auch von EULEX) zwar toleriert, aber nicht anerkannt; umgekehrt erkennen die serbischen Verwaltungen ihrerseits die Entscheidungen der UNMIK nur zum Teil an.

Am 8. Oktober 2008 beauftragte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Internationalen Gerichtshof (IGH) mit der Erstellung eines Rechtsgutachtens zur Gültigkeit der Unabhängigkeitserklärung Kosovos. Die UN-Generalversammlung folgte damit einem Antrag Serbiens.[33] Beim IGH hatten 21 Staaten, die den Kosovo anerkannt haben, und 14 Staaten, die sich gegen die Unabhängigkeit aussprechen, Stellungnahmen eingereicht.[34] Das Gutachten des IGH wurde am 22. Juli 2010 veröffentlicht. Demnach verstieß die Unabhängigkeitserklärung nicht gegen das Völkerrecht.[35]

Symbole

Seit der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 verwenden die Institutionen die neue Flagge des Kosovo. Viele Kosovo-Albaner verwenden die Flagge Albaniens, während die meisten Serben die Flagge Serbiens bevorzugen. Bei offiziellen Anlässen wurde bisher die Flagge der Vereinten Nationen verwendet.

Am 5. Juni 2008 gab der Vorsitzende der Verfassungskommission des kosovarischen Parlamentes Hajredin Kuqi bekannt, dass die Arbeitsgruppe zur Findung der künftigen Nationalhymne sich auf die Komposition Evropa („Europa“) von Mendi Mengjiqi geeinigt hat. Die Nationalhymne ist mit der Verabschiedung der Verfassung am 15. Juni 2008 in Kraft getreten und hat damit die bisher provisorisch verwendete Europahymne abgelöst. Sie hat keinen Text.

Außenbeziehungen

Anerkennung der Republik Kosovo in der EU
  • erkennen die Republik Kosovo an
  • erkennen die Republik Kosovo nicht an

Die auswärtigen Beziehungen stehen bislang im Schatten des Streites um die diplomatische Anerkennung. Eine Reihe von Staaten, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, haben seit Februar 2008 Botschaften in Priština eröffnet;[36] allerdings ist die Entsendung eines Botschafters zwischen kleineren Staaten auch nicht die Regel. Die Nachbarländer Albanien, Montenegro und Mazedonien haben diplomatische Beziehungen zu Kosovo aufgenommen.

Bisher haben 22 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei erkennen Kosovo nicht an. Die Europäische Kommission stuft Kosovo − unter Hinweis auf die UN-Resolution 1244, die den endgültigen völkerrechtlichen Status offen lässt − als potenziellen EU-Beitrittskandidaten ein.[37]

Ein wichtiger Verbündeter sind die Vereinigten Staaten, die im Rahmen der KFOR eine größere Militärbasis, Camp Bondsteel, unterhalten. Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates hat sich dagegen auf die Seite Serbiens gestellt, auch China verhält sich weiterhin ablehnend. Daher bleibt Kosovo der Weg in die Vereinten Nationen und viele andere internationale Organisationen bis auf weiteres versperrt. Eine Ausnahme ist der Internationale Währungsfonds, der Kosovo am 8. Mai 2009 eine Mitgliedschaft anbot.[38]

Am 17. Oktober 2009 ratifizierten die Parlamente Mazedoniens und des Kosovo einen Staatsvertrag zur Festlegung der gemeinsamen Staatsgrenze. Dabei wird erstmals die Grenze zwischen den beiden benachbarten Staaten international verbindlich festgeschrieben.[39]

Im März 2011 nahmen Vertreter Kosovos und Serbien erstmals direkte Gespräche seit Februar 2008 auf, um technische und behördliche Fragen zu regeln. Die Vertreterin des Kosovo, Edita Tahiri (Stellvertretende Ministerpräsidentin), und der Vertreter Serbiens, Borko Stefanović (Stellvertretender Außenminister), trafen sich bisher sechsmal mit ihren Delegationen in Brüssel. Bisher wurde nur eine Einigung im Bereich des Zivilstandsamtes erreicht. Demnach wird Serbien Kopien aus seinem Zivilregister betreffend Geburten, Todesfälle und Heiraten dem Kosovo ausstellen.

Zwischen Kosovo und Serbien bestehen seit der Unabhängigkeit 2008 gegenseitige Importverbote. Auch gegen Bosnien-Herzegowina hat Kosovo ein Importverbot verhängt.

Siehe auch: Liste der UN-Mitglieder, die den Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen

Exekutive

Der Staatspräsident wird vom Parlament auf fünf Jahre gewählt. Er garantiert das verfassungsgemäße Funktionieren des politischen Systems, schreibt Parlamentswahlen aus, kann Gesetze einmalig zurückweisen, wenn er sie als schädlich erachtet, verkündet die Gesetze, führt die Außenpolitik, empfängt Diplomaten, ist Oberbefehlshaber der Sicherheitskräfte, schlägt dem Parlament den Premierminister vor und kann eine Verfassungsklage führen. Zudem kommen ihm weitere repräsentative Aufgaben und Ernennungsbefugnisse zu. Der Präsident ist politisch immun.

Präsident war vom 10. Februar 2006 bis 27. September 2010 Fatmir Sejdiu (LDK). Er trat zurück, da das Verfassungsgericht der Republik Kosovo entschied, dass der Staatspräsident nicht gleichzeitig Parteivorsitzender sein dürfe. Sejdiu hatte dieses Parteiamt nur ruhen gelassen. Übergangsweise übernahm Parlamentspräsident Jakup Krasniqi (PDK) die Rechte und Pflichten des Präsidenten des Kosovo.[40] Am 22. Februar 2011 wurde der Bauunternehmer und Politiker Behgjet Pacolli von der Allianz für ein neues Kosovo (AKR), einem Koalitionspartner der PDK von Thaçi, vom Parlament unter umstrittenen Umständen zum neuen Staatspräsidenten gewählt.[41] Am 28. März 2011 entschied das Verfassungsgericht, dass die Wahl des Präsidenten verfassungswidrig war. Das Gericht ging auf ein Frageschreiben der politischen Opposition ein. Am 7. April wurde Atifete Jahjaga als neue Staatspräsidentin vom Parlament mit 80 Stimmen von 100 möglichen gewählt.

Das wichtigste exekutive Staatsorgan ist die Regierung. Der Premierminister wird auf Vorschlag des Präsidenten vom Parlament gewählt, die vollständige Regierung muss vom Parlament bestätigt werden. Der Regierungschef kann Minister ohne Zustimmung des Parlaments entlassen. Jeweils ein Minister muss der serbischen, ein weiterer einer anderen Minderheit angehören. Falls das Kabinett aus mehr als zwölf Mitgliedern besteht, muss ein dritter Minister einer Minderheit zugerechnet werden. Seit dem 30. Januar 2008 ist Hashim Thaçi (PDK) Premierminister einer Mehrparteienkoalition, welche aber im Herbst 2010 auseinanderbrach. Am 22. Februar 2011 wurde eine neue Regierung wieder unter seiner Führung gewählt, der neben der PDK auch die AKR von Behgjet Pacolli und Vertreter der serbischen Minderheit angehören.[42]

Parlament

Das Regierungsgebäude in Priština

Das Parlament, die Versammlung des Kosovo, hat 120 Sitze. Nach den Parlamentswahlen im Kosovo 2007 fand am 12. Dezember 2010 die erste Parlamentswahl seit der Unabhängigkeit des Landes statt. Die zentrale kosovarische Wahlkommission registrierte zu dieser Wahl insgesamt 28 politische Einheiten.[43] Mit rund 32 Prozent der Stimmen ging die PDK als Sieger aus der vorgezogenen Parlamentswahl hervor. Westliche Wahlbeobachter hatten sich insgesamt positiv über die Abstimmung geäußert, jedoch warf die Opposition Thaçi in seiner Heimatregion massive Fälschung vor, was später zu vielen Wahlwiederholungen führte.[44][45]

Zusammensetzung 2011–2014
Partei
(Nationalität)
Prozent Sitze
im Parlament
PDK (alb.) 32,11 % 34 
LDK (alb.) 24,69 % 27 
VV (alb.) 12,69 % 14 
AAK (alb.) 11,04 % 12 
AKR (alb.) 7,29 %

Vier Sitze entfallen auf Parteien der Minderheiten, die von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen sind. Daneben sind zusätzlich 10 Sitze für Vertreter der Kosovo-Serben, vier Sitze für Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter, drei für Bosniaken, zwei für Türken und einer für Goranen reserviert.

Parteien

Die Zivilgesellschaft und die Parteienlandschaft Kosovos sind entlang ethnischer Linien aufgespalten. Das Vielparteiensystem wird von den beiden großen albanischen Parteien LDK und PDK dominiert. Die 1989 gegründete „Demokratische Liga des Kosovo“ (LDK) war lange Zeit die politische Hauptkraft des Widerstandes gegen die serbische Herrschaft und stellte den späteren Präsidenten Ibrahim Rugova. Die „Demokratische Partei des Kosovo“ (PDK) ist derzeit die stärkste Partei. Sie vertritt teilweise sozialdemokratische Positionen und ist (seit 1999) die wichtigste politische Nachfolgeorganisation der paramilitärischen Organisation UÇK. Vorsitzender der PDK ist der aktuelle Regierungschef Hashim Thaçi.

Problemfelder

Nach einer vom UNDP (United Nations Development Programme) unter den Bewohnern von Kosovo in der zweiten Jahreshälfte 2005 durchgeführten Umfrage bezeichneten die einzelnen ethnischen Gruppen als jeweils größtes aktuelles Problem (Angaben in Prozent der ethnischen Gruppe):

  • Albaner: Arbeitslosigkeit (33,8 %), Ungewissheit über den künftigen Status von Kosovo (28,3 %), Armut (19,4 %), Korruption (4,8 %), das Schicksal der Vermissten (4,3 %), Stromversorgung (3,6 %), Preise (1,2 %) ungelöste Morde (1,0 %).
  • Serben: Öffentliche und persönliche Sicherheit (30,7 %), Armut (15,3 %), Beziehungen zwischen den Volksgruppen (12,9 %), Arbeitslosigkeit (12,4 %), Ungewissheit über den künftigen Status von Kosovo (9,9 %), Organisierte Kriminalität (6,4 %), Schicksal der Vermissten (3,0 %), Stromversorgung (1,5 %).
  • Andere Minderheiten: Arbeitslosigkeit (43,5 %), Ungewissheit über den künftigen Status von Kosovo (20,4 %), Armut (17,6 %), Stromversorgung (9,3 %), Preise (2,8 %), Beziehungen zwischen den Volksgruppen (2,8 %), Korruption (1,9 %), soziale Probleme und Gesundheitsversorgung (jeweils 0,9 %).

Amnesty International warf 2007 der Regierung mangelnden Minderheitenschutz sowie die Nichtverfolgung an Serben begangener Kriegsverbrechen vor.[46] Aufgrund langdauernder Verbindungen zwischen politischem Extremismus und organisierter Kriminalität[47] bestehen enge Beziehungen zwischen Teilen des aus der UÇK hervorgegangenen politischen Establishments und kriminellen Strukturen.[48]

Verwaltungsgliederung

Kosovo ist in 30 Großgemeinden unterteilt, welche Städte und Dörfer mit deren Umgebungen umfassen.

Nordkosovo

Hauptartikel: Nordkosovo

Der überwiegend von Serben bewohnte Nordkosovo entzieht sich de facto der Kontrolle der Institutionen in Priština, da viele Einwohner die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennen. Am 28. Juni 2008 begründeten serbische Politiker im Kosovo ein von Priština unabhängiges Parlament der Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien.[49]

Sicherheit

Die Mission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK)

UNMIK-Hauptquartier in Priština

Als Leiter der UNMIK und Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs fungiert seit Juni 2008 Lamberto Zannier.

Die UNMIK bestand aus vier Säulen, die von unterschiedlichen internationalen Organisationen gebildet wurden: Polizei und Justiz (UN), Selbstverwaltung (UN), Demokratisierung und Wiederaufbau der Institutionen (OSZE) sowie Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung (EU). Die von der EU getragene „Säule“ wurde zum 30. Juni 2008 geschlossen.[50]

Wichtige Funktionen sind formal dem Leiter der UNMIK vorbehalten: Genehmigung des (von der lokalen Selbstverwaltung erstellten und verwalteten) Haushalts, Recht und Ordnung (Internationale UN-Polizei und lokale Kosovo-Polizei), Ernennung von Richtern, Schutz ethnischer Minderheiten, Außenbeziehungen wie der Abschluss von Verträgen mit anderen Staaten oder internationalen Organisationen, Verwaltung des Eigentums der Öffentlichen Hand, Zoll- und Geldpolitik.

Tatsächlich übertrug UNMIK im Zuge der laufenden Rekonfiguration wichtige Funktionen an die Behörden des Kosovo, was mit der veränderten Situation im Land begründet wurde. Abgegeben wurden insbesondere Polizeiaufgaben und die Organisation von Wahlen. Bis Ende 2008 verließ zudem ein Großteil der UNMIK-Mitarbeiter das Land. Obwohl die Mission nominell andauert, bestehen laut dem UN-Generalsekretär nur noch geringe Arbeitskontakte zwischen UNMIK und den Behörden Kosovos.[51] Ein UNMIK-Sprecher erklärte im Juni 2009, nach der Übertragung der meisten verbliebenen Funktionen an die EU-Rechtsstaatsmission (EULEX) sei UNMIK auf die politische Aufgabe konzentriert, den „Dialog zwischen den Gemeinschaften herzustellen“.[52]

Militär

Am 21. Januar 2009 wurden die Sicherheitskräfte des Kosovo (Forca e Sigurisë së Kosovës, FSK) gegründet. Sie haben eine Stärke von 2500 aktiven Soldaten und 800 Reservisten.[53] Mit der gleichzeitig erfolgten Auflösung des Kosovo-Schutzkorps erfüllte die Regierung des Kosovo eine Verpflichtung aus dem Plan von UN-Unterhändler Martti Ahtisaari, der Grundlage der Verfassung der Republik Kosovo ist.[54]

Organisierte Kriminalität

Nach Angaben des US–amerikanischen Außenministeriums ist der Kosovo mit den angrenzenden Regionen eine der wichtigsten europäischen Drogentransitrouten für Heroin aus Afghanistan nach West-Europa.[55] Im Kosovo liegt dabei ein regionales Zentrum für den Drogenschmuggel auf der Balkanhalbinsel.[56] Dabei war schon beim Aufbau der UCK in den 1990ern eine Verbindung der Finanzierung aus dem Rauschgiftmilieu vordergründig.[57][58][59][60] Insbesondere nahm der Drogenhandel in der unkontrollierbaren Situation nach dem Kosovokrieg stark zu.[61] Bis zu 40 % des in Europa verkauften Heroins kam nach dem Krieg nach Angaben von Interpol aus dem Kosovo.[62][63] Dabei wurden die Notwendigkeit einer Eindämmung der Ausmaße des Drogenhandels im Kosovo nach dem Bericht Carla Del Pontes für die europäische Kommission als Hauptproblemfeld in der weiteren europäischen Kosovo-Politik anerkannt,[64] die auch im Rahmen der Mission Eulex eine wichtige Rolle einnimmt.[65] Dennoch konnte die für die Grenzkontrollen zuständige Eulex mit den zur Zeit vorhandenen Mitteln keine wirksame Zollüberwachung der administrativen Grenze durchführen, was unter anderem auf die Rechtlosigkeit in einzelnen Landesteilen sowie die Untätigkeit der einheimischen Justiz zurückzuführen ist.[66]

Durch die Schwäche der Justizbehörden ist die Verfolgung der ausgreifenden organisierten Kriminalität nicht einzudämmen.[67] Nach Angaben der UNMIK machte der Drogenhandel 2008 15–20 % der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus.[68] Dabei entspricht der tatsächliche Wirtschaftsumsatz der Organisierten Kriminalität des durch enorme internationale Geldverschiebungen künstlich hoch gehaltenen Bruttosozialprodukts deutlich über 1/4 des gegenwärtigen Bruttosozialproduktes, was in etwa 1,5 Mio. Euro pro Tag (550 Mio. Euro pro Jahr) hinausläuft.[69] Insbesondere wurde dem Premier des Landes Ramush Haradinaj eine Verbindung zum Drogenhandel vorgeworfen,[70][71] was in der in Clans getrennten sozialen Nachkriegsgesellschaft im Kosovo und den in Machtkämpfen verfeindeten Gruppierungen, die mittlerweile teils in mafiös organisierten Strukturen einbezogen sind, zu sozialen Unsicherheit der kosovarischen Bevölkerung beiträgt.[72]

Da die bestimmenden Glieder der Regierung allgemein eine Nähe zur organisierten Kriminalität pflegen,[73] bilden mafiöse Strukturen die Grundlage der Führungsbereiche in der politischen Landschaft.[74][75] Nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND)[76] betreiben die kosovarischen Spitzenpolitiker Thaci, Halili und Haradinaj eng verflochtene Netzwerke organisierter Kriminalität die Politik und Wirtschaft tief durchdringen.[77] So konnte erst auf Druck der EU ein Antikorruptionsgesetz zur Bekämpfung der Geldwäsche verabschiedet werden.[78] Als Ergebnis der sozialen Transformationsprozesse und der politische Umgestaltung seit dem Kosovokrieg, sowie mit der Tolerierung der Machtstrukturen durch die internationale Gemeinschaft hat sich damit eine „Gangsterbandenkultur“, die den restlichen Teil der Gesellschaft in Geiselhaft hält, durchsetzen können.[79]

Auf die Verbindung der Organisierten Kriminalität zu den Staatsstrukturen deuteten auch die Vorkommnisse in der sogenannten BND-Affäre hin,[80] in deren Folge ein hochrangiger BND-Mitarbeiter vom Kosovo als …einem Land, in dem organisierte Kriminalität die Staatsform ist… sprach.[81][82] Durch diese Etablierung der organisierten Kriminalität im politischen Umfeld im Kosovo die in den Bereichen Drogenschmuggel, Menschenhandel und Geldwäsche führende Akteure der mafiösen Organisationen in Europa stellen,[83] mittlerweile stammen 80 Prozent des nach Westeuropa geschmuggelten Heroins aus dem Kosovo, ist diese Gruppierung eine ernstzunehmende Bedrohung für die EU.[84] Eine im Auftrage des Deutschen Verteidigungsministeriums gemachte vertrauliche Studie zur Sicherheitsthematik im westlichen Balkan beim Berliner Institut für Europäische Politik kritisierte dabei die den europäischen Bemühungen kontraproduktiv entgegengestellten Methoden der US-Amerikaner, die in Einzelfällen hochrangige Kriminelle unter Schutz stellten, sowie die Ermittlungsbemühungen europäischer Justizorgane behinderten.[85] Nach älteren Angaben der UNMIK betrieben organisierte kriminelle Albanergruppen daneben 104 Bordelle im Kosovo, in denen Zwangsprostitution, Frauenhandel, Geldwäsche und Menschenschleusung Problemfelder der organisierten Kriminalität und deren Verflechtung mit den internationalen Organisationen vor Ort stellen.[86]

Wirtschaft

Entwicklung

Kleinbetriebe wie dieses Café in Priština sind überall im Land zu finden.

Innerhalb Jugoslawiens war Kosovo die ärmste Region. Ursache dafür war – neben der allgemeinen Rückständigkeit der Region – auch eine verfehlte Wirtschafts- und Strukturpolitik der Ära Tito: im Kosovo wurde überwiegend rohstofferzeugende und wenig weiterverarbeitende Industrie angesiedelt. Zwar wurde Kosovo von anderen jugoslawischen Republiken subventioniert, trotzdem lagen die Investitionen in den sechziger und siebziger Jahren bei etwa 50 % des jugoslawischen Durchschnitts. Die Subventionen gingen darüber hinaus zu einem guten Teil in den nichtproduktiven Bereich. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf sank so von 44 % des jugoslawischen Durchschnitts im Jahr 1952 auf 27 % im Jahr 1988.[87]

1989 lag das monatliche Durchschnittseinkommen im Kosovo bei 454 Dinar (Slowenien: 1180; Kroatien: 823; Zentralserbien: 784). In den frühen neunziger Jahren wurde die wirtschaftliche Produktivität des Kosovo noch einmal halbiert. Gründe waren der Zerfall des früheren Wirtschaftsraumes Jugoslawien im Gefolge der Bürgerkriege, internationale Sanktionen und mangelnder Zugang zu auswärtigen Märkten und Finanzen. Durch den serbisch-albanischen Konflikt kam es 1998/99 noch einmal zu einem Rückgang von 20 % – auf einem ohnehin schon sehr niedrigen Niveau.

Nach dem Kosovokrieg wurden rund 2 Milliarden Euro Hilfsgelder zur Verfügung gestellt. Wiederaufgebaut oder hergestellt wurden bisher 50.000 Häuser, 1.400 Kilometer Straßen sowie Krankenhäuser und Schulen. Dies führte zu einem kurzfristigen Nachkriegsaufschwung in den Branchen Bau, Handel und Öffentliche Verwaltung. Auf einer internationalen Geberkonferenz in Brüssel im Juli 2008 sagten die beteiligten Länder bzw. Organisationen dem Kosovo weitere Hilfen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro bis 2011 zu. Davon sollen etwa 500 Millionen Euro von der Europäischen Union kommen, die Vereinigten Staaten wollen etwa 400 Millionen Dollar beisteuern. Die Vergabe der Mittel wurde an weitreichende Bedingungen zu deren Verwendung, so zum Beispiel auch für die serbische Minderheit, geknüpft.[88]

Struktur

Inflationsrate (Stand: 2009)[89]
Jahr Rate
August 2009 −3 %
2008 9,4 %
2007 4,3 %
2005 −0,5 %
2004 1,5 %
2003 1,1 %
2002 3,6 %

Die Wirtschaft stützt sich zum einen auf kleinbäuerliche Familienbetriebe sowie Privatunternehmen im Handels- und Bausektor, die meist nach dem Krieg gegründet wurden und teilweise aus Fonds der EU gefördert werden, jedoch oft unterkapitalisiert sind. Die Finanztransfers aus dem Ausland gingen seit 2003 erheblich zurück.[90] Daneben gab es im Jahre 2005 18 Agrarkombinate, 124 staatliche Unternehmen und 150 genossenschaftliche Betriebe.[91] Diese Unternehmen befinden sich in gesellschaftlichem Eigentum („socially owned“), eine Sonderform des Eigentums im jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus, die nicht mit dem Staatseigentum in den anderen sozialistischen Ländern identisch ist. Diese Betriebe werden seit dem Jahr 2002 von der Kosovo-Treuhandanstalt (KTA/AKM) verwaltet, die der UNMIK untersteht.[92]

Schätzungen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) schwanken zwischen 930 Euro pro Kopf (2003, Angaben der UNMIK) und 1500 Euro pro Kopf oder ca. drei Milliarden Euro insgesamt (2007).[93]

Das Wirtschaftswachstum wurde 2002 auf 2,2 %, 2003 auf 3,1 %, 2004 auf 3,2 % 2005 auf 3,5  und 2007 auf knapp 3,5–4,2 % geschätzt.

Industrie

Der industrielle Sektor wird von den Bereichen Bergbau, Chemie, Elektro, Textil, Baustoffe und Holz geprägt. Im Bergbau werden Erz, Kohle, Blei und Zink gefördert. Insgesamt ist der industrielle Sektor eher schwach.[94] Der Industriesektor ist mit 22,6 % am BIP beteiligt.

Landwirtschaft

Angebaut werden Getreide (Weizen, Mais), Sonnenblumen, Beeren, Raps, Zuckerrüben und Trauben. Obwohl ein Großteil der Bevölkerung in diesem Sektor arbeitet, erwirtschaftet er nur 12,9 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts.

Dienstleistungen

Mit 64,5 % Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2009) ist es der größte Sektor in der Wirtschaft.[95]

Währung

Offizielle Währung ist der Euro. Kosovo ist jedoch kein Mitglied der Europäischen Währungsunion. Die früher bereits als Zweitwährung etablierte D-Mark wurde 1999 von der UNO-Verwaltung als Währung eingeführt und später vom Euro abgelöst. In serbischen Enklaven kann auch mit serbischen Dinar bezahlt werden.

Probleme

Außenhandelsdefizit

2003 wurden Waren im Wert von 985,6 Millionen Euro importiert, der Export (im Wesentlichen Pilze, Bauholz und Altmetall) lag lediglich bei 36,3 Millionen Euro – im Ergebnis ein Defizit von rund 950 Millionen Euro. Dieses enorme Außenhandelsdefizit wuchs weiter: 2004 lag es bei rund einer Milliarde Euro, 2005 schon bei 1,13 Milliarden Euro.

Abhängigkeit von Auslandskapitalzuflüssen

Die Wirtschaft hängt in außerordentlich hohem Maß von Finanzzuflüssen von außen ab (Hilfsgelder, Kapitaltransfers von Emigranten). Nach Angaben des Finanzministeriums von Kosovo sind die Überweisungen durch Gastarbeiter aus dem Ausland höher als die im Kosovo erwirtschafteten Werte. Da die Hilfsgelder zurückgehen und der Zutritt zum EU-Arbeitsmarkt auch für Kosovaren erschwert wird, birgt diese ohnehin ungesunde Struktur erhebliche Risiken. Ausländische Direktinvestitionen sind angesichts ungewisser politischer Zukunft und problematischer Gesetzgebung bei der Privatisierung noch verschwindend gering.

Arbeitslosigkeit

Junge, meist arbeitslose Menschen prägen maßgeblich das Straßenbild von Skënderaj/Srbica.

Derzeit gibt es bei einer Million arbeitsfähiger Bevölkerung lediglich etwa 325.000 Arbeitsplätze (einschließlich nicht registrierter Schattenwirtschaft). Jährlich kommen weitere 36.000 junge Leute neu auf den Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren auf hohem Niveau leicht gesunken (2001: 57,1 %, 2002: 55 %, 2003: 49,7 %). Im Jahr 2008 liegt die Arbeitslosigkeit zwischen 42 und 43 %. Die Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren ist dabei zu 60 % betroffen.[93]

In der Vergangenheit wurde die Kombination zwischen chronischer Unterbeschäftigung und sehr schnellem Bevölkerungswachstum durch Arbeitsemigration vor allem in die Schweiz und nach Deutschland gelöst.

Etwa vier Milliarden Euro hat die Staatengemeinschaft seit dem Kriegsende 1999 investiert, dennoch gibt es kaum Industrie, selbst landwirtschaftliche Produkte werden aus China importiert. Misswirtschaft, Korruption und Überreglementierung vonseiten der EU und den USA werden als Ursachen gesehen.[96]

Armut

Nach Angaben der Weltbank aus dem Jahr 2009 leben 34 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (Einkommen unter 1,37 Euro pro Tag und Erwachsener) und 12 % sogar unterhalb der Grenze extremer Armut (Einkommen unter 0,93 Euro pro Tag und Erwachsener).

Betroffen sind vor allem Alte, Behinderte, Bewohner kleiner oder abgelegener Städte und Gemeinden sowie die Angehörigen der nicht-serbischen Minderheiten wie Roma oder slawische Moslems (Bosniaken). Die Armut im Kosovo wirkt sich auch auf andere Bereiche aus: der Sektor Erziehung ist unterfinanziert, an den Schulen wird in drei bis vier Schichten unterrichtet. Die Gesundheitsdaten der Bewohner gehören zu den schlechtesten in Südosteuropa.

Perspektiven

Ökonomische Zukunftschancen sehen die Experten der Weltbank vor allem in den Bereichen Energie und Bergbau. An Bodenschätzen sind Braunkohle (eines der größten Vorkommen Europas), Blei, Zink, Nickel, Uran, Silber, Gold, Kupfer oder Magnesit vorhanden. Innerhalb von einer Generation könnte Kosovo ein Energielieferant für die Region sein.[97] Auch die Landwirtschaft gilt bei der Weltbank als möglicher Wachstumssektor.

Die EU-Experten empfehlen eine Strukturreform der Landwirtschaft mit deutlichen Produktivitätssteigerungen und den Aufbau einer heimischen Industrie zunächst in den Branchen Lebensmittel, Kleidung, Möbel und einfacher Maschinenbau.

Als Haupthindernisse gelten schlechte Infrastruktur, Mangel an einschlägig ausgebildeten Fachkräften, unsichere politische Gesamtlage, mangelhafte oder fehlende Wirtschaftsreformen seitens der lokalen Selbstverwaltung.

Infrastruktur

Energie

Braunkohlekraftwerk Kosova B bei Priština

Die Elektrizitäts-Versorgung ist mangelhaft und unregelmäßig, was ein wesentliches Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt. Ganz Kosovo wird durch die zwei Braunkohlenkraftwerke Kosova A und B in Obiliq sowie durch ein Heizkraftwerk und ein kleineres Wasserkraftwerk mit Elektrizität versorgt. Der Bau eines neuen Kraftwerksblockes (Kosova C) und die Erschließung weiterer Kohlevorkommen ist geplant.[98]

Mit Stand vom Februar 2006 teilten die Elektrizitätswerke von Kosovo (KEK) das Land in drei Zuverlässigkeitskategorien ein, die von der Zahlungsmoral der Kunden abhängig sind. Regionen, in denen die Zahlungsmoral der Stromkunden hoch (Kategorie A) ist, erhalten den ganzen Tag durch Strom. Regionen mit mittelmäßiger Zahlungsmoral erhalten jeweils für fünf Stunden Strom (Kategorie B), danach folgt eine einstündige Unterbrechung. Regionen mit der niedrigsten Zahlungsmoral (Kategorie C) erhalten keine Stromversorgungsgarantie, es wird aber angestrebt, die Versorgung aufrechtzuerhalten im Rhythmus „zwei Stunden angeschaltet, vier Stunden abgeschaltet“. 2007 entstand der KEK durch Diebstahl und unbezahlte Stromrechnungen ein Verlust von 99 Millionen €.[98]

Im sehr kalten Januar 2006 war es zu empfindlichen Engpässen gekommen – die Nachfrage lag in der Spitze bei 1.300 Megawatt, bei einer Eigenproduktion von 580 Megawatt. Es gelang nicht, die Lücke durch Importe zu schließen. Daher wurde zeitweise Kategorie A im Rhythmus 4:2 (vier Stunden an-, zwei Stunden abgeschaltet), Kategorie B im Rhythmus 3:3 und Kategorie C im Rhythmus 2:4 versorgt.

Westlich von Prizren soll noch im Jahr 2011 mit dem Bau des Wasserkraftwerks Zhur begonnen werden, das das größte des Landes werden, über eine Kapazität von 305 MW verfügen und jährlich 400 GWh Strom produzieren soll. Das Wasser hierfür wird über Druckleitungen aus zu errichtenden Speicherbecken in der Region von Dragash zugeführt.[99][100][101][102]

Verkehr

Eisenbahn

Die Geschichte der Eisenbahn im Kosovo begann mit der 1874 eröffneten mazedonischen Strecke des Osmanischen Reiches von Selanik (Thessaloniki) über Üsküp (heute Skopje) nach Fushë Kosova, erbaut und betrieben von der von Baron Hirsch geleiteten Compagnie des Chemins der Fer Orientaux (CO). Das bis heute nicht wesentlich weiter ausgebaute und auch nicht elektrifizierte, der Personenbeförderung dienende Schienennetz besitzt dabei lediglich eine Länge von 333 Kilometern, die nach dem Krieg 1999 aber nicht mehr vollständig genutzt werden und sich sowohl was die Schienenwegeinfrastruktur als auch die Zugkompositionen angeht in einem äußerst schlechten baulichen, technischen und technologischen Zustand befinden.[103] Von 97 Kilometer lediglich industriell nutzbarer Schienenwege ist momentan nicht bekannt, inwieweit diese bedient werden. Der Mangel an Großinvestitionen in das seit Jahrzehnten vernachlässigte kosovarische Schienennetz, das auch nicht in den Paneuropäischen Korridor X integriert ist, erlaubt heute auch keine reelle Chance auf eine Belebung des Schienenverkehrs im Verkehrswegesystem des Kosovo.

Die Eisenbahngesellschaft Hekurudhat e Kosovës/Kosovske Železnice (HK/KŽ) betreibt derzeit die zwei Strecken PećPriština und Đeneral JankovićFushë Kosova mit einer internationalen Verbindung nach Skopje.

Im vorrangig von Serben bewohnten Nordkosovo hat Anfang März 2008 die serbische Eisenbahngesellschaft Železnice Srbije den Betrieb übernommen.[104]

Bis 1993 war der Bahnhof Fushë Kosova Haltebahnhof des aus zwei Reisezugwagen bestehenden Zuges Akropolis-Express von München nach Athen, der mit Beginn des Jugoslawienkrieges ganz eingestellt wurde.

Straßen

Derzeit gibt es rund 1925 Kilometer Haupt- und Landstraßen – eine Autobahn von Prizren nach Prishtina wurde am 12. November 2011 eröffnet. Die Hauptverkehrsachsen sind gut befahrbar. Viele Orte sind aber nur auf Feldwegen oder Schotterstraßen zu erreichen. Die Zahl der registrierten Fahrzeuge wurde für 2002 mit 215.504 angegeben (Pkw, Lkw, Busse, Motorräder und Traktoren). Damit kämen auf ein registriertes Fahrzeug etwa acht Bewohner. Die Statistik-Behörde des Kosovos nimmt allerdings an, dass die Zahl der tatsächlich im Kosovo verkehrenden Fahrzeuge deutlich höher ist, weil ein großer Teil davon in anderen Ländern angemeldet ist.

Die internationale Grüne Karte wird im Kosovo nicht anerkannt. Ausländer müssen daher an der Grenze eine kosovarische grüne Karte erwerben. Es wird nur eine Jahreskarte für 35 Euro angeboten.

Gegenwärtig befindet sich die erste kosovarische Autobahn Route 7 (Autobahn von Vërmica nach Prishtina) als Anschluss an die albanische A1 und Verbindung nach Mittelalbanien in Bau. Die ersten drei Bausegmente sollen noch im Jahr 2011 fertiggestellt werden. Den Zuschlag für das Großprojekt bekam das US-Konsortium Bechtel-Enka. Auf Grund der überhöhten Preise dieses Unternehmens, zu zahlen vom Staat Kosovo, gibt es Kritik von der Opposition, besonders der Partei VV (Vetevendosje! – „Selbstbestimmung“).[96] Außerdem wurden die Planungen für die Route 6 (Autobahnverbindung zwischen Prishtina und Skopje) abgeschlossen. Eine Ausschreibung hat aber noch nicht stattgefunden.[105]

Flugverkehr

Hauptartikel: Luftfahrt im Kosovo

Der einzige zivile Flughafen des Kosovo ist der Flughafen Priština. Er fertigte 2008 insgesamt 1.200.000 Passagiere ab; zwei Jahre vorher gab es 5.777 Flüge von und nach Priština. Zahlreiche Fluggesellschaften aus ganz Europa fliegen Priština an, darunter gibt es aus dem deutschsprachigen Raum Flüge von Berlin, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München, Wien und Zürich.

Seeverkehr und Schifffahrt

Am 20. Februar 2009 fragte die Republik Kosovo den Nachbarn Albanien an, den Hafen Shëngjin an der Adria-Küste nutzen zu dürfen. Inoffiziell ist dieser Hafen schon mehr als einem Jahrzehnt den Kosovaren vorbehalten worden. Es gibt auch Ideen zum Bau einer Eisenbahnlinie zwischen dem Hafen und Kosovo. Dadurch erwarten beide Nachbarstaaten einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ferner will die kosovarische Regierung eine Zoll-Zweigstelle in diesem Hafen errichten und mit der baldigen Nutzung beginnen.[106][107]

Kultur

Feiertage

Gesetzliche Feiertage mit festem Datum sind:

  • der Neujahrstag am 1. Januar (alb.: Viti i ri)
  • Tag der Ashkali am 15. Februar[108]
  • Tag der Erklärung der Unabhängigkeit am 17. Februar (alb.: Dita e Pavarësisë)[108]
  • Tag der Veteranen am 6. März[108]
  • Tag der Roma am 8. April[108]
  • Tag der Türken am 23. April[108]
  • Tag der Arbeit am 1. Mai (alb.: Dita e Punës)
  • Tag der Goranen am 6. Mai[108]
  • Europatag am 9. Mai (alb.: Dita e Evropës)
  • Tag des Friedens am 12. Juni[108]
  • Tag der Verfassung am 15. Juni (alb.: Dita e Kushtetutës)
  • Tag der Bosniaken am 28. September[108]
  • Tag der Albaner am 28. November[108]
  • Weihnachten am 25. Dezember (alb.: Krishtlindja)

Gesetzliche Feiertage mit variablem Datum sind:

Medien

Die Pressefreiheit hat sich in den letzten Jahren laut des vom IREX ermittelten Media Sustainability Index, der derzeit einen Wert von 2,27 aufweist, verschlechtert.[109] Damit liegt Kosovo hinter seinen Nachbarländern außer Albanien.

Rundfunk

Wichtigstes Massenmedium im Kosovo ist das Fernsehen, aus dem über 80 Prozent aller Kosovaren ihre Nachrichten beziehen.[110] Seit dem Ende des serbisch dominierten Staatsmonopols über den Rundfunk etabliert sich zunehmend ein duales System:[110] Neben dem staatlichen RTK existieren verschiedene private Fernsehsender,[110] unter anderem RTV 21, 21 Plus (Musiksender), 21 Popullore und KTV. RTK wird von der kosovo-albanischen Bevölkerung als zuverlässigste Nachrichtenquelle angesehen, obwohl eine Falschberichterstattung 2004 zu Unruhen mit 20 Toten führte.[111] Unter den ethnischen Minderheiten, insbesondere den Serben, ist das Staatsfernsehen dagegen unbeliebt.[111]

Printmedien

Während des Kosovokrieges stieg die Zahl der Tageszeitungen deutlich an, viele dieser Zeitungen stellten ihr Erscheinen jedoch in den Folgejahren aus verschiedenen Gründen ein.[112] 2004 existierten noch fünf Kosovo-weite Tageszeitungen, die eine Gesamtauflage von 24.000 aufwiesen.[110] Damit weist das Kosovo die niedrigste Pro-Kopf-Zeitungsleserschaft in ganz Europa auf.[113] Mit einer verkauften Auflage von 12.000 ist Koha Ditore („Tägliche Zeit“) die auflagenstärkste Tageszeitung im Kosovo.[112] Die 1997 gegründete Zeitung, die durch Nichtregierungsorganisationen und staatlich mitfinanziert wird, ist unabhängig von den kosovarischen Parteien.[112] Zëri („Stimme“), die 1999 aus der gleichnamigen Wochenzeitung hervorging, erreicht eine verkaufte Auflage von 7.000 Exemplaren und wird allgemein ebenfalls als politisch unabhängig betrachtet.[112] Die gleiche Auflagenstärke hat die 1995 in der Schweiz erstmals erschienene Bota Sot („Welt heute“), die sich primär an die kosovo-albanische Diaspora richtet und auch für die albanische Minderheit in Mazedonien publiziert; anders als ihre großen Konkurrenten ist sie nicht unabhängig, sondern steht der LDK nahe.[112] Daneben existieren mit Epoka e Re und Kosova Sot zwei kleinere Tageszeitungen.[112] Es erscheinen fünf politische Wochenmagazine, von denen das 1945 erstmals als Zani i Rinisi Shqiptare herausgegebene Zëri mit einer Verkaufsauflage von 7.000 bedeutendste ist.[112] Java, das in einer Auflage von knapp über 1.000 erscheint, ist das regierungskritischste Magazin; es wird durch das Open Society Institute unterstützt.[112] Yeni Dönem („Neuer Beginn“) mit einer Verkaufsauflage von 1.400 wendet sich an die türkische Minderheit.[112]

Internet

Der Zugang der Bevölkerung zum Internet ist immer noch auf einem niedrigen Niveau, wächst aber schnell.[111]

Kosovo-albanische Literatur

Nationalbibliothek in Priština
Das Museum des Kosovo

Eine eigenständige albanische Literatur entwickelte sich im Kosovo erst nach dem Zweiten Weltkrieg. In der 1949 gegründeten literarischen Zeitschrift „Jeta e re“ („Neues Leben“) konnten die albanischen Schriftsteller Jugoslawiens erstmals publizieren. Mitte der sechziger Jahre wurde in Jugoslawien begonnen, in nennenswertem Umfang albanische und kosovo-albanische Literatur zu publizieren.

Mit der Gründung der Universität Priština im November 1969 hatten die albanischen Kosovaren erstmals Zugang zur höheren Bildung in ihrer Muttersprache. In der Folge kam es in den siebziger Jahren zu einer ersten Blüte der albanischen Literatur in der Region.

Anders als in Albanien konnte sich die Literatur relativ frei von ideologischen Zwängen entwickeln. Da viele Kosovo-Albaner ständig oder zeitweise im westlichen Ausland lebten, suchten sie den Anschluss an zeitgenössische Tendenzen der modernen westlichen Literatur.

Bekannte kosovo-albanische Schriftsteller sind:

  • Hivzi Sulejmani (1912–1975), dessen Kurzgeschichten und Romane in den fünfziger und sechziger Jahren eine große Leserschaft fanden;
  • Esad Mekuli (1916–1993), Lyriker, gründete 1949 die erste albanischsprachige Literaturzeitschrift Jugoslawiens Jeta e re (dt.: „Neues Leben“), die er bis 1971 als Chefredakteur leitete.
  • Enver Gjerqeku (* 1928), Lyriker, der die klassischen Formen bevorzugt
  • Din Mehmeti (* 1932) gilt als Vertreter moderner albanischer Lyrik.
  • Azem Shkreli (1938–1997) Lyriker und Prosaist, thematisierte in seinen frühen Versen das Leben der Bergbewohner.
  • Anton Pashku (1938–1995), Kurzgeschichten, Romane und Dramen, er gilt als Meister psychologischer Darstellung, sein Werk scheint beeinflusst von Franz Kafka oder Robert Musil;
  • Nazmi Rrahmani (* 1941) schildert in seiner Prosa das kosovo-albanische Dorfleben;
  • Ali Podrimja (* 1942), moderner Lyriker, bekannt im Kosovo und in Albanien, gilt als herausragender Vertreter moderner Lyrik.
  • Beqë Cufaj (* 1970), in Deutschland lebender Schriftsteller und Journalist.

Architektur

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler im Kosovo

Sport

Schon vor der Unabhängigkeit gab es viele landesweite Sportverbände, die allerdings erst jetzt auf internationaler Ebene in Erscheinung treten, so das Olympische Komitee, der Fußball-, Basketball-, Handball- und Tischtennisverband. Im Gegensatz zu einzelnen Vereinen dürfen die Nationalmannschaften des Kosovo bisher überwiegend nicht an internationalen Turnieren teilnehmen.[114] Vollständige internationale Teilnahmerechte besitzt der Kosovo auf Grund serbischer, russischer oder chinesischer Vetorechte derzeit nur im Tischtennis und Gewichtheben.[13]

Literatur

  • K. Hassine, Housing and Property Directorate/Claims Commission in Kosovo (HPD/CC), Eine Studie zur Modellwirkung von HPD/CC für den internationalen Eigentumsschutz Privater, mit einem Vorwort von Dr. Veijo Heiskanen, Studienreihe des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, Band 21, 2009, ISBN 978-3-7083-0620-9.
  • Hannes Hofbauer: Experiment Kosovo, Promedia-Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85371-285-6
  • Helmut Kramer, Vedran Džihić: Die Kosovo-Bilanz. Scheitert die internationale Staatengemeinschaft?. LIT, Wien 2006 (2. aktualisierte Auflage). ISBN 3-8258-8646-8
  • Karl Kaser, Wolfgang Petritsch, Robert Pichler: Kosovo/Kosova. Mythen, Daten, Fakten. Klagenfurt/Celovec, Wieser-Verlag, 1999, ISBN 3-85129-304-5
  • Christine von Kohl, Wolfgang Libal: Kosovo: gordischer Knoten des Balkan. Wien, Zürich 1992, ISBN 3-203-51161-4
  • N. Malcolm: Kosovo – A Short History, 1998, ISBN 978-0-06-097775-7
  • Militärgeschichtliches Forschungsamt (MGFA), Wegweiser zur Geschichte, Kosovo, 3. Auflage, 2008, ISBN 978-3-506-75665-7.
  • Hansjörg Strohmeyer: Collapse and Reconstruction of a Judicial System: The United Nations Missions in Kosovo and East Timor, in: American Journal of International Law, Vol. 95, 2001, S. 46–63.
  • D. Rossbacher, Friedenssicherung am Beispiel der Interimsverwaltung der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK), Die Zivilverwaltung als neue Form der Friedenssicherung, 2004, ISBN 3-8300-1280-2.

Filmografie

Siehe auch

 Portal:Kosovo – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kosovo

Weblinks

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Wiktionary Wiktionary: Kosovo – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Kosovo – geographische und historische Karten
 Wikisource: Kosovo – Quellen und Volltexte

Institutionen im Kosovo

Internationale Organisationen

Seiten aus deutschsprachigen Ländern

Einzelnachweise

  1. Verfassung des Kosovo: Constitution of the Republic of Kosovo (englisch), S. 8.
  2. [http://esk.rks-gov.net/rekos2011/?cid=2,40,265 Statistisches Amt des Kosovo: Vorläufige Ergebnisse der Volkszählung 2011 (englisch). Abgerufen am 13. November 2011.
  3. a b laut Angaben des IWF (Februar 2011)
  4. a b c Siehe die Webseite des kosovarischen Außenministeriums: Countries Recognitions
  5. Laut Duden ist die Verwendung eines bestimmten Artikels nur eine Nebenvariante.
  6. Abspaltung des Kosovo: Abhängig unabhängig, Spiegel Online vom 18. Februar 2008.
  7. Vgl. Heiko Krüger, Der Berg-Karabach-Konflikt: Eine juristische Analyse. Springer, Berlin/Heidelberg 2009, ISBN 978-3-642-01723-0, S. 70: „Bei genauerer Betrachtung war das Verhalten derjenigen Staaten, die das Kosovo anerkannten, vor allem durch politische Motive dominiert. Den rechtlichen Aspekten wurde lediglich eine sekundäre Bedeutung beigemessen. Ziel war es, die sicherheits- und wirtschaftspolitische Situation im Kosovo als eine Region in der Mitte Europas zu verbessern. Der Schlüssel dazu wurde in der Akzeptanz des Kosovo als selbstständigen Staat gesehen. […] Rechtliche Beweggründe und Überlegungen wurden vielmehr bewusst nicht bzw. nur begrenzt kommuniziert. […] Freilich erscheint damit auch die Anerkennung des Kosovo aus rechtlicher Perspektive fragwürdig und nicht konform mit dem Völkerrecht.“
  8. Gutachten des Internationalen Gerichtshofs
  9. Seit dem 12. Juni 2008 beschränkt sich die Rolle der am 10. Juni 1999 eingerichteten UNMIK auf sog. Residualzuständigkeiten. Ihre ursprünglichen Aufgaben sind von den kosovarischen Behörden und von der Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo („EULEX Kosovo“) übernommen worden; siehe hierzu z. B. Kosovo – Aufbau von Institutionen für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und den Schutz von Minderheiten, u. s. Infobox „Hintergrund: Internationale Präsenzen in Kosovo“, Webseite des Auswärtigen Amts. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  10. Siehe z. B. unter: [1] und [2]
  11. Heinrich Tischner: Völker-, Länder- und Gruppennamen – Dardaner
  12. Enti i Statistikës së Kosovës: Statistika e Popullsisë. Abgerufen am 16. März 2011.
  13. a b Märkische Allgemeine Zeitung vom 16. Februar 2009, S. 4 (Auszug).
  14. Volkszählung 2011
  15. Malcolm, Noel (1998). Kosovo. A Short History, S. 356.
  16. John Pilger: Don't forget what happened in Yugoslavia, in: New Statesman, 14. August 2008.
  17. Verfassung der Republik Kosovo vom 15. Juni 2008, Artikel 5
  18. Constitutional Framework for Provisional Self-Government vom 15. Mai 2001
  19. Aydin Babuna: The Albanians of Kosovo and Macedonia: Ethnic Identity Superseeding Religion. In: Nationalities Papers. 28, Nr. 1, 2000, S. 67–92, hier S. 79 (http://www.ingentaconnect.com/content/routledg/cnap/2000/00000028/00000001/art00005, abgerufen am 16. Mai 2008).
  20. International Crisis Group (Hrsg.): Religion in Kosovo. In: ICG Balkans Report. 105, Priština/Brüssel 2001, S. 3 (PDF, abgerufen am 16. Mai 2008).
  21. Bis zur Gründung der Republik Kosovo Anfang 2008 wurden kosovarische Flüchtlinge in Statistiken gemäß Ihrer Staatsangehörigkeit als Jugoslawen, bzw. Serben gewertet. Da die Migrationsströme der Jugoslawienkriege Ende der 1990er Jahre jedoch als weitestgehend abgeschlossen betrachtet werden können, ist davon auszugehen, dass es sich bei den sprunghaft ansteigenden Flüchtlingszahlen aus dem serbischen Staatsgebiet um Albaner gehandelt hat. Details werden erst nach einer Überarbeitung der Daten und Neuzuweisung der betroffenen Nationalitäten möglich sein (siehe PDF).
  22. [3]
  23. Kosovo: Das Strafrechtssystem lässt die Opfer im Stich. In: Human Rights Watch. 29. Mai 2006, abgerufen am 27. Januar 2011.
  24. Kristine Höglund: Managing Violent Crises: Swedish Peacekeeping and the 2004 Ethnic Violence in Kosovo. In: International Peacekeeping. 14, Nr. 3, 2007, S. 403–417, hier S. 406 (http://www.informaworld.com/smpp/content~content=a780628499~db=all~order=page, abgerufen am 16. Mai 2008).
  25. Kosovo: UNHCR-Position zur Schutzbedürftigkeit von Personen im Lichte der jüngsten ethnisch motivierten Auseinandersetzungen. In: UNHCR. 9. April 2004, abgerufen am 27. Januar 2011.
  26. Der Spiegel: Unruhen im Kosovo: Uno-Polizei stürmt Gerichtsgebäude – Serben greifen Konvoi an, 17. März 2008.
  27. The Troubled Birth of Kosovo. The New York Review of Books (3. April 2008). Abgerufen am 8. Januar 2011.
  28. “Two countries rescind Kosovo recognitions”, B92.net, 8. September 2011; Fantomska priznanja Prištine, Radio-televizija Srbije, 8. September 2011 (serbisch).
  29. Die Welt: Kosovo: EU-Polizisten schützen serbische Minderheit, 16. Februar 2008.
  30. Erklärung der französischen EU-Präsidentschaft: Einsatz von EULEX-Mission im gesamten Kosovo (9. Dezember 2008)
  31. Vgl. Verfassung des Kosovo in Kraft gesetzt bei spiegel.de, 15. Juni 2008 (aufgerufen am 15. Juni 2008)
  32. Vgl. AFP: Verfassung im Kosovo in Kraft getreten bei google.com, 15. Juni 2008. Abgerufen am 15. Juni 2008.
  33. UNO lässt Kosovos Unabhängigkeitserklärung prüfen (nicht mehr online verfügbar), tagesschau.de vom 8. Oktober 2008; siehe die Ankündigung des UN-Generalsekretärs gegenüber dem Internationalen Gerichtshof vom 9. Oktober 2008
  34. Sueddeutsche.de / dpa: Gerichtshof bestätigt Unabhängigkeit Kosovos, erschienen am 22. Juli 2010 um 17:27 Uhr
  35. Unabhängigkeit des Kosovo ist rechtens, Süddeutsche Zeitung vom 22. Juli 2010.
  36. Deutsche Botschaft Pristina
  37. European Commission Enlargement: Kosovo – EU Kosovo relations
  38. International Monetary Fund: „IMF Offers Membership to Republic of Kosovo“, Press Release No. 09/158, 8. Mai 2009.
  39. Kosovo – Mazedonien und Kosovo legen Grenzstreit bei, Ad-hoc-news.de, 18. Oktober 2009.
  40. Präsident Sejdiu tritt zurück, derStandard.at, 27. September 2010.
  41. Wahl Pacollis zum Staatspräsidenten des Kosovo. Abgerufen am 28. Februar 2011.
  42. Wahl einer neuen kosovarischen Regierung, Februar 2011. Abgerufen am 28. Februar 2011.
  43. Neuwahlen im Kosovo am 12. Dezember
  44. Vorwurf: Wahlsieger im Kosovo der Manipulation beschuldigt, Focus, 14. Dezember 2010.
  45. Kosovo: Regierungschef Thaçi gewinnt Parlamentswahlen, Spiegel Online, 13. Dezember 2010.
  46. Amnesty International: ai Jahresbericht 2007: Serbien
  47. The links between intellectual property crime and terrorist financing, Text of public testimony of by Ronald K. Noble, Secretary General of INTERPOL before the United States House Committee on International Relations, One hundred eighth congress, July 16th 2003, Zugriff 15. Mai 2008
  48. Nika Stražišar Teran: Peacebuilding and Organized Crime. The Cases of Kosovo and Liberia. Working Paper 1/2007 – Arbeitspapier der Schweizerischen Friedensstiftung, August 2007, Kap. 3.3; abgerufen am 15. Mai 2008.
  49. Declaration on Establishing the Assembly of the Community of Municipalities of the Autonomous Province of Kosovo and Metohija
  50. UNMIK at a glance (englisch)
  51. Report of the Secretary-General on the United Nations Interim Administration Mission in Kosovo, S/2009/300, 10. Juni 2009 (englisch)
  52. „UNMIK’s present role ‚political‘“, B 92 News (Tanjug-Meldung), 20. Juni 2009 (englisch)
  53. Kosovaren haben eine eigene Armee, derStandard.at, 21. Januar 2009.
  54. http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3966201,00.html
  55. US. Department of State, Narcotics and Control report
  56. Center for the study of democracy, CSD report 10, Smuggling in South East Europe Smuggling of illicit Drugs
  57. Drug War Chronicle – world’s leading drug policy newsletter, 26. Sep. 2008 Europe: Kosovo Has Lowest Illicit Drug Prices in Region
  58. Michel Chossudovsky, University of Ottawa, Department of Economics, 1999 KOSOVO FREEDOM FIGHTERS'FINANCED BY ORGANISED CRIME
  59. Frank Viviano, Chronicle Staff Writer, 5. Mai 1999 KLA Linked To Enormous Heroin Trade / Police suspect drugs helped finance revolt
  60. The International Institute for Strategic Studies, Volume 5, Issue 4 – May, 1999 The Kosovo Liberation Army
  61. New York University's Center for War, Peace, and the News Media, 22. Jun. 2000 Drug dealers flourish in post-war Kosovo
  62. The Guardian, 14. Mar. 2000 Kosovo drug mafia supply heroin to Europe
  63. NATIONAL POST, 13. Apr. 2000 Drug wars: Kosovo's new battle
  64. Parliamantary Question by Roberto Fiore to the Comissionl, Subject, Drug trafficking in Kosovo Drug trafficking in Kosovo
  65. Olli Rehn, European Parlament, 23. Dez. 2008
  66. Kosovo: Zumindest der Kopierer läuft, derStandard.at, 14. Februar 2010.
  67. UNHCR, Freedom in the World 2008 – Kosovo (Serbia)
  68. Corruption and Crime: An interview with Avni Zogiani, in: World Politics review, 2. Februar 2008.
  69. Vertrauliche Studie des Instituts zur Politik zum Thema Operationalisierung von Security Sector Reform (SSR) auf dem Westlichen Balkan, Berlin 2007, S. 48 (PDF).
  70. ibid. World Politics review, 2. Februar 2008.
  71. Spiegel Online, 2. Mai 2007 How high is the price for peace
  72. Vertrauliche Studie des Instituts zur Politik zum Thema Operationalisierung von Security Sector Reform (SSR) auf dem Westlichen Balkan, Berlin 2007, S. 51 (PDF).
  73. Kosovo: A Souring View of the EU Mission, STRATFOR Global Intelligence, 2. Dezember 2008.
  74. Der BND in den Untiefen des Kosovo, Welt Online, 29. September 2008
  75. Kosovo: Mafia-Staat von UN-Gnaden, Stern, 29. Februar 2008
  76. BND: Kosovo fest im Griff der organisierten Kriminalität
  77. ibid. Welt, 29. September 2008
  78. Mafiagelder im Kosovo sollen künftig konfisziert werden
  79. ibid. Vertrauliche Studie des Instituts zur Politik zum Thema: Operationalisierung von Security Sector Reform (SSR) auf dem Westlichen Balkan, Berlin 2007, S. 52 (PDF).
  80. Der BND im Kosovo: Hintergründe einer seltsamen Affäre, Stern, 27. November 2008
  81. ibid. Welt, 29. Sep. 2008
  82. Süddeutsche Zeitung, 28. Nov. 2008 BND-Mitarbeiter im Kosovo auf freiem Fuß
  83. Weltwoche, 26. Oktober 2005 Rechtsstaat lieber nicht
  84. ibid. Vertrauliche Studie des Instituts zur Politik zum Thema Operationalisierung von Security Sector Reform (SSR) auf dem Westlichen Balkan, S. 41 (PDF).
  85. AG Friedensforschung Uni Kassel: Kosovo fest in der Hand der Organisierten Kriminalität
  86. ibid. Vertrauliche Studie des Instituts zur Politik zum Thema Operationalisierung von Security Sector Reform (SSR) auf dem Westlichen Balkan, S. 41 ff.
  87. Michael Palairet: Ramiz Sadiku: A Case Study in the Industrialisation of Kosovo. In: Soviet Studies. 44, Nr. 5, 1992, S. 897–912, hier S. 898 (online).
  88. Wolfgang Tucek: Die EU gibt dem Kosovo 500 Millionen. In: Wiener Zeitung, 11. Juli 2008
  89. EU-Kommission: Kosovo Report 2009
  90. Das gekappte Rettungsseil – Auswanderung, Familien und die Zukunft des Kosovos, Studie der Europäischen Stabilisierungsinitiative (PDF)
  91. Jakob Kreidl, Der Kosovo-Konflikt, Frankfurt 2006, ISBN 3-631-54422-7, S. 253 ff.
  92. Michael Steiner in einem Interview mit Südosteuropa-Mitteilungen 04/2002, S. 61–67; zit. n. Kreidl, S. 256.
  93. a b Länderreport Kosovo des Bundesamtes für Flüchtlinge und Migration
  94. Bericht der Weltbank über Kosovo
  95. CIA World Factbook: The World Factbook: Kosovo
  96. a b Der Spiegel Nr. 32 vom 8. August 2011, S. 92–94 („Kosovo: Die Puppenspieler – Manipulierte Wahlen, Misswirtschaft, Korruption – in der Balkan-Republik geht es nicht voran. Die Schar der Uno- und EU-Beamten ersticke jede Entwicklung, sagen junge Kosovaren.“)
  97. Boston.com, 20. Februar 2008, Other new states hint at Kosovo’s future
  98. a b Fortschrittsbericht 2008 der EU-Kommission, 5. November 2008, S. 46–48.
  99. Baubeginn für Kraftwerk Zhur. In: nov-ost.info. 13. Januar 2011, abgerufen am 13. Januar 2011.
  100. Hydro PowerPlant Zhur feasibility study is presented. In: Kosova e re Power Plant. 3. Juni 2009, abgerufen am 13. Januar 2011.
  101. Kosovo: Machbarkeitsstudie für Wasserkraftwerk. In: Cismo. 4. Juni 2009, abgerufen am 13. Januar 2011.
  102. Review of HPP Zhur Feasibility Study Including Preparation of Preliminary EIA and Preliminary SA. Abgerufen am 13. Januar 2011.
  103. http://www.kosovorailway.com/home.php?lang=3&mod=home&cat=32
  104. Serbien übernimmt Eisenbahn in Nordkosovo, sueddeutsche.de vom 3. März 2008.
  105. Bericht über das Projekt Prishtina–Skopje
  106. http://www.kohajone.com/html/artikull_37992.html
  107. http://balkaninsight.com/en/main/news/16836/
  108. a b c d e f g h i Ergänzung des Gesetzes über die Feiertage vom 23. Mai 2008
  109. IREX Media Sustainability Index (MSI) Europe and Eurasia 2008: Kosovo
  110. a b c d USAID (Hrsg.): Kosovo Media Assessment: Final Report. ARD, Burlington, VT 2004, S. 1 f. (http://ics.leeds.ac.uk/papers/pmt/exhibits/1930/Kosovo_Media_Assessment.pdf, abgerufen am 16. Mai 2008).
  111. a b c Cees van Zweeden: The State of the Media in Kosovo. 18, Nr. 2, 2007, S. 138–149, hier S. 142–143 (http://www.ingentaconnect.com/content/mnp/hels/2007/00000018/00000002/art00006, abgerufen am 16. Mai 2008).
  112. a b c d e f g h i Isuf Berisha: Kosovo/a. In: Sandra Bašić-Hrvatin, Brankica Petković, Lenart J. Kučić (Hrsg.): Media Ownership: Impact on Media Independence and Pluralism in Slovenia and Other Post-socialist European Countries. Peace Institute, Ljubiljana 2004, S. 220–247, S. 228-231 (http://mediawatch.mirovni-institut.si/eng/media_ownership.pdf, abgerufen am 16. Mai 2008).
  113. Cees van Zweeden: The State of the Media in Kosovo. 18, Nr. 2, 2007, S. 138–149, hier S. 138 (http://www.ingentaconnect.com/content/mnp/hels/2007/00000018/00000002/art00006, abgerufen am 16. Mai 2008).
  114. New Kosova Report, 14. Oktober 2007

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