2. Hannoversches Dragoner-Regiment Nr. 16
Das Regiment beim Einrücken in die Kavallerie-Kaserne in Lüneburg etwa 1908

Das 2. Hannoversche Dragoner-Regiment Nr. 16 war ein Kavallerieverband in der Preußischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Verbandszugehörigkeit 1914

Aufstellung

Als Stammtruppe des Regiments gilt ein, am 24. September 1813 durch den Oberstleutnant von Estorff in Lüneburg aufgestelltes Husaren-Regiment, das als englischer Verband gezählt wurde. Es wurde als Estorff’sches- oder Lüneburger Husaren-Regiment bezeichnet. Diese Einheit kämpfte in den Befreiungskriegen und wurde am 25. Januar 1814 in den Dienst des Königreichs Hannover übernommen. Am 9. März 1815 erhielt es die Bezeichnung Husaren-Regiment des Prinzregenten (Der spätere König Georg IV.).

Am 18. August 1815 wurde dem Regiment erlaubt, wegen seiner Teilnahme an der Schlacht von Waterloo, an der Kopfbedeckung ein sogenanntes Vaterlandsbandeau mit der Inschrift WATERLOO zu tragen.

Im Jahre 1818 wurden dem Verband die Städte Lüneburg, Uelzen, Lückow und Harburg als Garnisonen zugewiesen.

1820 erhielt es die Bezeichnung Husaren-Regiment des Kronprinzen. Später wurde es umgewandelt und trug in den letzten Jahren seines Bestehens innerhalb der Hannoverschen Armee den Namen Kronprinz Dragoner-Regiment.

Nach der Niederlage Hannovers im Deutschen Krieg von 1866 wurden die Überreste des Regiments in preußischen Dienst übernommen und mit Allerhöchster-Kabinetts-Ordre durch König Wilhelm I. am 30. Oktober 1866 als Dragoner-Regiment Nr. 16 wiedererrichtet. Dazu mussten noch die Kürassier-Regimenter Nr. 4 und Nr. 8, sowie die Dragoner-Regimenter Nr. 5 und Nr. 7 je eine Eskadron abgeben.

Am 7. November 1867 erhielt das Regiment dann seinen Namen 2. Hannoversches Dragoner-Regiment Nr. 16 und wurde zunächst in Northeim und Einbeck untergebracht, bevor es im Juli 1871 nach Lüneburg verlegt wurde.

Einsätze

Befreiungskriege

  • Das Regiment war nur in geringfügige Kampfhandlungen verwickelt

Herrschaft der Hundert Tage

  • Zunächst für drei Monate im Grenzschutz eingesetzt, war die Einheit während der Schlacht von Waterloo dem Korps des Prinzen Friedrich der Niederlande zugeteilt, kam aber nicht zum Einsatz. Nach der Beendigung des Krieges rückte das Regiment in Paris ein und blieb danach für drei Jahre als Besatzungstruppe in Frankreich stationiert.

Deutscher Krieg

Deutsch-Französischer Krieg

  • In der Schlacht von Mars-la-Tour am 16. August 1870 war das Regiment zu Schutz der linken Flanke der preußischen Kavallerie abgestellt.
  • Danach zu den Belagerungstruppen vor Metz eingeteilt
  • Im November 1870 im Einsatz gegen die französische Loirearmee bei Orléans, Chartres und Le Mans.
  • Ende Juni 1871 erfolgte die Rückkehr in die Heimatgarnisonen.

Erster Weltkrieg

Mit der Mobilmachung wurde im Regiment eine sechste Eskadron aufgestellt und die Einheit in zwei Halbregimenter (1., 3. und 5. Eskadron, sowie 2., 4. und 6 Eskadron) aufgeteilt. Diese wurden der 17. und 18. Division als Divisionskavallerie zugewiesen. Die Einheiten überschritt im Verband des X. Korps die belgische Grenze bei Lüttich und nahmen am Vormarsch durch Nordfrankreich teil. Das 1. Halb-Regiment wurde nach dem Rückzug von der Marne im November 1914 an die Ostfront nach Russisch-Polen verlegt, wo es bis Ende 1915 verblieb. Das 2. Halb-Regiment versah im Westen bis 1916 den Bahn- und Kanalschutz. Nach der Rückkehr des 1. Halb-Regiments aus dem Osten wurde das Regiment wieder vereint und zunächst zur Feldarbeit in den besetzten Gebieten Frankreichs eingesetzt. Dann löste man den Regimentsverband doch wieder auf und verteilte die einzelnen Eskadronen auf die verschiedensten Kriegsschauplätze, wo sie im Stellungskampf oder auch im Sicherungsdienst Verwendung fanden. Die 6. Eskadron nahm am Feldzug in Rumänien teil.

Im Januar 1919 kehrte das Regiment Eskadronsweise nach Lüneburg zurück, wurde demobilisiert und bis zum 15. März 1919 aufgelöst.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr die 3. Eskadron des 13. (Preußisches) Reiter-Regiments in Lüneburg.

Uniform

Die Dragoner trugen einen kornblumenblauen Waffenrock und eine anthrazitfarbene Hose. Der Waffenrock war mit schwedischen Aufschlägen ausgestattet

Die sogenannte Abzeichenfarbe des Regiments war gelb. Von dieser Farbe waren die Ärmelaufschläge, der Stehkragen, die Epaulettenfelder und Passanten. Der Kragen und die Ärmelaufschläge waren mit einer weißen Paspel versehen. Auf den Schulterstücken und Epauletten befand sich die Regimentsnummer. Die Knöpfe und Beschläge waren aus Neusilber. Von der linken Schulter zur rechten Hüfte lief ein weißes Bandelier mit schwarzer Kartusche. Bandelier und Kartusche wurden zum Ausgehanzug und zum Gesellschaftsanzug nicht getragen. Der Helm war mit einem Dragoneradler aus Neusilber ausgestattet, Schuppenketten und Helmspitze waren aus Tombak. Über den Hals des Adlers war das Vaterlandsbandeau gelegt. Zur Parade wurde ein schwarzer (für die Musiker ein roter) Rosshaarbusch aufgesteckt. Die Landeskokarde war weiß-schwarz. Ebenso die Lanzenflagge der Mannschaften. Der Leibriemen (die Dragoner trugen kein Koppel) war weiß und mit einer einfachen Dornschnalle versehen.

Gemäß A.O.K. vom 14. Februar 1907 wurde ab den Jahren 1909/10 für den Felddienst die feldgraue Uniform M 1910 eingeführt. Bei dieser Uniform war das Riemenzeug und die Stiefel naturbraun, der Helm wurde von einem schilffarbenen Überzug verdeckt. Bandelier und Kartusche wurden nicht mehr getragen.

Literatur

  • Jürgen Kraus: Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg: Uniformierung und Ausrüstung - 1914 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2004 (= Kataloge des Bayerischen Armeemuseums, 2), ISBN 3-9501642-5-1.
  • Hugo F. W. Schulz: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914. Podzun-Pallas Verlag, Friedberg 1985; Lizenzausgabe Weltbild Verlag, Augsburg 1992, ISBN 3-89350-343-9.

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