Garde-Kürassier-Regiment
Gardekürassier etwa 1830 (links)

Das Garde-Kürassier-Regiment war ein Kavallerieverband in der Preußischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Verbandszugehörigkeit 1914

Stiftungstag des Regiments: 21. Februar 1815

Aufstellung

Im Jahre 1815 ordnete König Friedrich Wilhelm III. die Aufstellung des Garde-Ulanen-Regiments aus der Garde-Kosaken-Eskadron sowie zwei Eskadrons des Schlesischen National-Kavallerie-Regiments an. Der Verband wurde 1821 zu Kürassieren umgegliedert und erhielt die Bezeichnung Garde-Kürassier-Regiment.

Einsätze

Gedenktafel am Haus Columbiadamm 68, in Berlin-Tempelhof

1815 bis 1914

Kaserne des Garde-Kürassier-Regiments beim Tempelhofer Feld (Stadtplan von 1895) – heute am Columbiadamm

1848 wurde das Regiment anlässlich der revolutionären Unruhen bei Straßenkämpfen in Berlin eingesetzt.

Im Feldzug gegen Dänemark von 1864 erfolgte für das Regiment keine Mobilmachung.

Im Krieg gegen den Deutschen Bund 1866 rückte das Regiment nach Böhmen aus. Es hatte bei Skalitz eine erste Feindberührung und nahm später an der Schlacht bei Schweinschädel und der bei Königgrätz teil. Im September kehrte das Regiment nach Berlin zurück.

Der Krieg 1870/71 gegen Frankreich standen die Garde-Kürassiere in der Schlacht bei St. Privat in der Reserve. Es folgten Gefechte in der Gegend von Sedan und anschließend die Teilnahme an der Schlacht von Sedan am 1. September 1870. Im folgenden Winter war das Regiment der Belagerungstruppe um Paris zugeteilt und kehrte im Juni 1871 in seine Garnison zurück.

Erster Weltkrieg

Nach der Mobilmachung erfolgte der Ausmarsch des Regiments am 4. August 1914 durch Luxemburg und Belgien nach Nordfrankreich. Nach der Teilnahme an der Marneschlacht der anschließende Rückzug und bis Dezember 1914 Stellungskämpfe an der Aisne.

Vom Dezember 1914 bis Juli 1915 Einsatz im Grenzschutz an der belgisch-holländischen Grenze. Ab August 1915 Verlegung an die Ostfront, Teilnahme an den offensiven Kämpfen in Russisch-Polen und Galizien. Von Oktober 1915 bis Februar 1918 Stellungskämpfe bei Pinsk und Kowel. Danach Verlegung nach Schlesien, wo das Regiment seinen Kavallerie-Status endgültig verlor und zum Kavallerie-Schützen-Regiment im Verband der Garde-Kavallerie-Schützen-Division umgewandelt wurde. Nach Beendigung der infanteristischen Ausbildung wurden die vormaligen Kürassiere bis zum Kriegsende in den Abwehrkämpfen an der Westfront eingesetzt.

Bereits am 10. November 1918 begann der Rückmarsch und am 10. Dezember zog das Regiment durch das Brandenburger Tor in Berlin ein, wo anschließend die Demobilisierung begann.

Zur Niederschlagung der Unruhen in Berlin wurden aus den Resten der Einheit drei Freiwilligen-Eskadrons formiert. Eine davon (Eskadron Bredow) wurde beritten gemacht und kämpfte im Baltikum gegen die polnischen Insurgenten, die beiden anderen wurden in den Straßenkämpfen anlässlich des Spartakusaufstandes in Berlin eingesetzt.

Verbleib nach 1918

Im September 1919 formte man aus den Resten der Garde-Kürassiere die Brandenburgische-Garde-Kürassier-Eskadron und gliederte sie am 1. November 1919 in das Reichswehr-Reiter-Regiment 3 ein.

Die Tradition führte in der Reichswehr die 2. Eskadron des 4. (Preußisches) Reiter-Regiments in Perleberg fort.

Uniform

Gardekürassier zur Parade
Gardekürassier im dunkelblauen Waffenrock

Bis 1912 wurde auch im Felde ein weißer Koller und weiße Stiefelhosen getragen. Offiziere waren mit Epauletten, Unteroffiziere und Mannschaften mit Schulterklappen ausgestattet. Dazu kamen schwarze Kürassierstiefel (sogenannte Kanonenstiefel) und der Kürassierhelm aus Tombak mit neusilbernen Abzeichen, sowie ein weißes Bandelier mit schwarzer Kartusche. Bei Paraden wurde zusätzlich ein weißmetallener, zweiteiliger Küraß angelegt.) Auf dem Helm befand sich vorn der Gardestern. (Die Musiker führten anstelle der Spitze einen roten Rosshaarbusch). Zum normalen Dienst trugen die Kürassiere einen dunkelblauen Waffenrock. Als Gesellschaftsuniform war dieser bei Offizieren mit Epauletten und Fransen ausgestattet. Dazu gehörte eine weiße Schirmmütze mit blauem Besatzstreifen.

Die Abzeichenfarbe auf den schwedischen Aufschlägen und dem Kragen war blau, die Epaulettenfeldern waren weiß, die Knöpfe und Borten in Silber.

Zur Gala wurde ein ponceauroter Waffenrock getragen.

Gemäß A.O.K.-Erlass vom 14. Februar 1907 wurde ab den Jahren 1909/10 für den Felddienst die feldgraue Uniform M 1910 eingeführt. Bei dieser Uniform war das Riemenzeug und die Stiefel naturbraun, der Helm wurde von einem schilffarbenen Überzug verdeckt. Bandelier und Kartusche wurden nicht mehr getragen.

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