Rieseby


Rieseby
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rieseby
Rieseby
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rieseby hervorgehoben
54.5444444444449.822222222222230
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Schlei-Ostsee
Höhe: 30 m ü. NN
Fläche: 38,85 km²
Einwohner:

2.436 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24354
Vorwahlen: 04355, 04358
Kfz-Kennzeichen: RD
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 137
Adresse der Amtsverwaltung: Holm 13
24340 Eckernförde
Webpräsenz: www.rieseby.de
Bürgermeister: Johann Kempe (CDU)
Lage der Gemeinde Rieseby im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Rieseby (dänisch: Risby, plattdeutsch: Riesby) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie liegt in der Region Schwansen, eingebettet zwischen Schlei und Ostsee, an der Bahnstrecke Kiel – Flensburg und in unmittelbarer Nähe zu den Ostseebädern Eckernförde und Damp.

Im Gemeindegebiet liegen neben dem Kirchdorf die Dörfer Norby (dänisch Nordby) mit dem Ausbau Norbyheide, Sönderby (Sønderby) mit den Ausbauten Vosskuhl und Drengberg, Basdorf (Bostorp) mit Moorholz, Kratt und Hummelsweth, Zimmert (Simmert) mit Boholm und Ulenholz sowie die Güter Büstorf (Bystorp) mit Holzhof, Sönderbyhof, Hörst, Patermess, Büchenau, Stubbe mit Stubberholz, Krieseby (Krisby) mit Kriesebyau und Saxtorf mit Legerholz. Daneben bestehen noch die kleineren Streusiedlungen Buchholz, Mührholm, Steckswiese, Neuwiese und Nordberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Kirche

Die Gemeinde Rieseby gehört zu den Anrainern der Schlei und hat in dem etwa 9 km nördlich von Eckernförde liegenden Kirchdorf ihr Zentrum. Nachbargemeinden sind im Südwesten Kosel, im Süden Gammelby und Barkelsby, im Südosten Loose, im Nordosten Holzdorf und im Osten Thumby. Eine natürliche Grenze bildet das Schleiufer der Gutsländereien von Büstorf und Stubbe, von wo aus die auf der gegenüberliegenden Schleiseite liegenden Dörfer Ulsnis, Gunneby, Lindaunis und Lindaumühlenholz sichtbar sind.

Geschichte

Torhaus Gut Krieseby
Torhaus Gut Stubbe

Rieseby wurde erstmals im Jahre 1352 im registrum capituli slesvicensis erwähnt und als Rysbyharret (Riesbyharde) dort aufgeführt. Bereits im registrum capituli von ca. 1407 wurde der Ort Rysebu genannt, im Jahre 1641 liest man auf der Schwansenkarte des Kartographen Johannes Mejer die Namen Riesebuy beziehungsweise Rießbuy. Wann sich die heute gültige Schreibweise herausgebildet hat, ist bislang noch nicht ermittelt.

Auch die Herkunft des Namensteils Riese ist nicht abschließend geklärt. Möglicherweise setzt sich der Ortsname aus dem altdänischen Wort ris (Busch, Wald) und by (Dorf, Siedlung) zusammen.

Als einer der Kirchorte auf dem wahrscheinlich schon seit dem 6. Jahrhundert von Jüten und Angeln besiedelten Südufer der Schlei zählte Rieseby zu den bedeutendsten Siedlungen im Eider-Schlei-Gebiet. Die spätromanische Backsteinkirche, die um 1220 errichtet worden war und in katholischer Zeit vermutlich dem heiligen Petrus geweiht war, gehört zu den beeindruckendsten Denkmälern der Waldemarenzeit im Schleswiger Land. Diese Periode, die von 1150–1250 andauerte, ist nach den Königen Waldemar I., Knuth VI. und Waldemar II. benannt.

Die Schleswiger Domkirche, deren Patron ebenfalls der hl. Petrus ist, verfügte über mehrere wichtige Besitztümer im heutigen Gemeindegebiet. Eines dieser Besitztümer war die Burg Stubbe im Jahnsholz, die 1417 zerstört wurde. Später wurde sie bei dem Gut Stubbe auf einer Schleiinsel gegenüber von Lindaunis neu errichtet.

Im späteren Mittelalter war Rieseby als Thingstätte Versammlungsort der Riesebyharde (Rysbyharret) und damit der Halbinsel Schwansen. Davon zeugt noch heute noch der Straßenname Dingstock. Das moderne Ortswappen trägt diesen Bezügen mit seinen beiden Motiven, der bischöflichen Mitra in den schleswigschen Farben sowie dem Dingstock Rechnung.

Im 16. Jahrhundert wurde das Dorf Rieseby unter dem Druck des sich ausbreitenden Adels aufgelöst und fiel wüst, nur die Pfarrkirche blieb bestehen. Erst im 19. Jahrhundert kam es zu einer Siedlungsneugründung. Die freie Gemeinde wurde auf Grund eines Preußischen Erlasses vom 29. März 1876 gebildet und umfasste zunächst nur die Dörfer Rieseby, Norby, Basdorf mit den zugehörigen Ausbauten und die Höfe Hörst und Patermess.

Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Kiel – Flensburg im Jahre 1881 brachte für den Ort einen mächtigen Aufschwung. In den folgenden Jahren entstanden mehrere Häuser an der Dorfstraße, darunter 1891 die Meierei. Elektrisches Licht war ab 1909 verfügbar. Eine wesentliche Erweiterung des Gemeindegebietes erfolgte 1928 durch den Anschluss der bis dahin selbständigen Gutsbezirke Büchenau, Saxtorf (mit Ausnahme von Erichshof und Charlottenhof), Stubbe (ohne den Wohnplatz Guckelsby) und Krieseby (ohne den Wohnplatzanteil von Sieseby).

Politik

Seit der Kommunalwahl 2008 hat die CDU neun Sitze, die SPD fünf, der SSW zwei und die Grünen haben einen Sitz in der Gemeindevertretung.

Wappen

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin eine goldene Bischofsmütze mit seitlich ausschwingenden Bändern, in Gold ein verzierter schwarzer Dingstock in Form eines Antoniuskreuzes mit jeweils einem Ring an den Querarmenden.“[2]

Partnergemeinden

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Mühle Anna in Rieseby

In Norby liegt die Mühle Anna, die ein Heimatmuseum beherbergt, zu dem auch die Alte Sägerei und das Außengelände mit einem Göpelschuppen zählen. Die Ausstellungsfläche innerhalb der Mühle geht über mehrere Etagen mit insgesamt über 2000 zu besichtigenden Exponaten. Der Eingangsbereich mit dem Trauzimmer ist antiquarisch möbliert ein Raum, der auch für Eheschließungen und Veranstaltungen genutzt wird. Direkt neben der Mühle Anna im villenartigen ehemaligen Müllerhaus befindet sich das Atelier im Mühlenhaus, ein kleines Künstleratelier.

Gut Saxtorf

Gut Saxtorf

Das adelige Gut Saxtorf (dänisch: Saxtorp, plattdeutsch: Saxdörp[3] [4]) entstand im 16. Jahrhundert. Die Grundherrschaft Saxtorfs ist jedoch erheblich älter. Ende des 15. Jahrhunderts war Saxtorf im Besitz der Familie Wohnsfleth, ein ritterliches Geschlecht. 1494 erwarben die Ritter von Blome Saxtorf. Hinrich Blome baute das Gut planmäßig auf, doch schon 1500 erwarb die Familie Ahlefeldt das Anwesen. Bis 1566 verblieb es in Besitz der Ahlefeldts. Durch Heirat gelangte das Gut zu der Familie Rantzau, die es bis 1633 bewirtschafteten. Erneut durch Heirat fiel es zurück an die Familie von Ahlefeldt. 1690 erwarben die von Brockdorffs das Gut, 1741 gelangte die Familie von Ahlefeldt abermals in den Besitz von Saxtorf.

Cai von Ahlefeldt errichtete 1648 ein beeindruckendes barockes Herrenhaus in französischer Manier. Am 2. Weihnachtstag 1847 brannte dieses Gebäude weitgehend nieder. Ein Rest des Hauses wurde in den bald aufgeführten Neubau, der 1852 vollendet wurde, integriert.

Nach dem Tod Carl F.G v. Ahlefeldt fiel der Besitz gänzlich aus der Familie. N. G. Gülich aus Berlin erwarb Saxtorf dann für 1 Million Mark. Dennoch wechselten die Besitzer Saxtorfs ständig. 1919 erwarb Peter Hoff aus Olufskjer das Gut,seitdem blieb der Besitz in der Familie Hoff. 1955 war sein Sohn Johann Ludwig Hoff der Besitzer. Danach sein Adoptivsohn Bernd Hoff-Hoffmeyer-Zlotnik, der Sohn seiner Schwester, den Johann L. Hoff 1969 adoptierte.

Der Hamburger Architekt Friedrich Stammann plante diesen Neubau in der damals modischen Formensprache der Neugotik (Neogotik) als dreiflügelige Anlage. Ein zentral angeordneter, fünfetagiger Turm betont die Symmetrie der Anlage. Ende der 1970er Jahre wurde das Gut für eine ZDF-Krimiserie Im Auftrag von Madame als „schottisches Spukschloss“ genutzt. Das Studio Hamburg produzierte 1984 im Auftrag des NDR die Siegfried-Lenz-Novelle „Ein Kriegsende“ und nutzte das Gut als Drehort.

Persönlichkeiten

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Rieseby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2010 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 500 kB) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  3. [1]
  4. Goethe nennt es Sexdorf; Tagebücher, 30. August 1807 [2]

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