Bordesholm
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bordesholm
Bordesholm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bordesholm hervorgehoben
54.18333333333310.01666666666732
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Bordesholm
Höhe: 32 m ü. NN
Fläche: 10,16 km²
Einwohner:

7.360 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 724 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24582
Vorwahl: 04322
Kfz-Kennzeichen: RD
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 022
Adresse der Amtsverwaltung: Mühlenstraße 7
24582 Bordesholm
Webpräsenz: www.bordesholm.de
Bürgermeister: Helmut Tiede (CDU)
Lage der Gemeinde Bordesholm im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Bordesholm ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bordesholm liegt zwischen Kiel und Neumünster. Der Name bedeutet „am Ufer der Insel“. Im Norden führt die L 49 an Bordesholm entlang. Im Südwesten von Bordesholm befindet sich der ca. 70 ha große und bis zu 8 m tiefe Bordesholmer See.

Landschaft

Der Ortsteil Alt-Bordesholm um die Klosterkirche herum liegt auf einer ehemaligen Insel, der Klosterinsel. Umfangreiche Wasserstandssenkungen sowie bauliche Veränderungen (Parkplätze und Gebäude) haben dazu geführt, dass der Inselcharakter verloren ging und nur noch durch die ehemalige Insel umgebendes Feuchtgrünland angedeutet wird. Der Bordesholmer See (24 m ü. NN) prägt dennoch weiterhin den landschaftlichen Charakter des Ortes. Der Abfluss des Sees erfolgt über den Stintgraben und den Schmalsteder Mühlenteich in die Eider. Im Westen des Sees befindet sich ein rund 44,8 ha großer Laubmischwald (als „Wildhof“ bezeichnet) mit teils guten Beständen alter Eichen, die teilweise wegen Fledermausvorkommen unter besonderen Schutz gestellt wurden. In direkter Ufernähe befinden sich Feuchtwälder, geprägt durch Erlen, Eschen und Weiden. Am südlichen Ende des Sees befindet sich eine kaum einsehbare Bucht mit ausgedehnten Röhrichtbeständen und einem gut ausgeprägten Erlensumpf. Der abgeschiedenen Lage wegen wurde hier ein künstlicher Brutcontainer für den Eisvogel aufgestellt. Die Insel im Bordesholmer See dient Grau- und Kanadagänsen als Brutstätte.

Im Süden grenzt das Gemeindegebiet an das Dosenmoor, eines der besterhaltenen Hochmoore des Hügellandes. Umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen sollen den Zustand langfristig verbessern. Ansonsten ist das Gemeindegebiet durch Siedlungen und intensive Landwirtschaft geprägt.

Sein Wappen hat Bordesholm der um die 600 Jahre alten Bordesholmer Linde zu verdanken, die sich in der Nähe der Klosterkirche befindet.

Geschichte

Eine Besiedelung im Raum Bordesholm lässt sich bis in die Altsteinzeit (9000 v. Chr.) nachweisen. Ab etwa 5000 v. Chr. machten sich einzelne Gruppen an den Rändern der Sümpfe und Seen sesshaft. Waldflächen wurden hier gerodet, Haustiere gezüchtet und Getreide angebaut. In der Bronzezeit begannen Bestattungen in großen Grabhügeln, unter anderem in dem noch existierenden Brautberg (ca. 1600 v. Chr.) im Norden von Bordesholm. Die stark bewaldete und wasserreiche Region blieb jedoch noch lange dünn besiedelt.

Im Mittelalter um 850 kamen die hier ansässig gewordenen Holsten erstmals durch den Missionar Ansgar mit dem Christentum in Berührung. Eine systematische Verbreitung des christlichen Glaubens erfolgte die nächsten 300 Jahre nicht.

Der Ort entstand um 1330 durch den Umzug des 1127 von Bischof Vicelin († 1154) gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts von Neumünster auf eine Insel im damaligen Eidersteder See und entwickelte sich am Rande dieser Insel. Die vom Kloster Bordesholm erhaltene Klosterkirche wurde 1309 begonnen und enthält u. a. das Grabmal der Herzogin Anna von Brandenburg (1487–1514) neben ihrem in der Klosterschule von Bordesholm erzogenen Gatten Friedrich I. (1471–1533) und das Epitaph des Gelehrten Johann Daniel Major (1634–1693).[2]

Der Brautberg nahe Bordesholm

Durch das Chorherrenstift wurde Bordesholm kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region zwischen Kiel und Neumünster. Im Zuge der Reformation wurde das Chorherrenstift im Jahr 1566 unter Herzog Hans dem Älteren geschlossen. Der Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann wurde hundert Jahre später in den Schleswiger Dom überführt. Die Reste der Klosterbibliothek bilden bis heute den Grundstock der Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Das Gebiet um Bordesholm stand von 1773 bis 1864 unter dänischer Verwaltung. Durch den Ort führte die Altona-Kieler Chaussee. Diese ca. 94 km lange Landstraße wurde zwischen 1830 und 1832 vom damaligen König Friedrich VI. von Dänemark erbaut. Ein Bordesholmer Teilstück ist jetzt die „Alte Landstraße“. 1844 wurde ca. zwei Kilometer östlich vom damaligen Ortskern ein Bahnhof an der Strecke Hamburg-Altona–Kiel eröffnet. Der auf dem Eidersteder Gemeindegebiet befindliche Bahnhof hieß erst „Bordesholm“ und wurde später in „Bordesholm-Bahnhof“ umbenannt.

Nach dem deutsch-dänischen Krieg wurde Bordesholm preußisch im Norddeutschen Bund. Später war es Teil des Kreises Kiel und 1883 bis 1932 Kreisstadt. Von 1867 bis 1975 war es Sitz eines Amtsgerichts.

1906 kam zur Gemeinde Bordesholm die Gemeinde Eiderstede im Rahmen einer Vereinigung hinzu. Eiderstede hatte damals 733 Einwohner und umfasste 544 Hektar Land, Bordesholm hatte 589 Einwohner und umfasste 279 Hektar Land.[3]

Am 1. Juli 2007 gab die Gemeinde ihre Amtsfreiheit auf und bildet seitdem mit den Gemeinden des bisherigen Amtes Bordesholm-Land das Amt Bordesholm.

Etwa 1 km nördlich von Bordesholm befindet sich der Brautberg, ein gut erhaltener Grabhügel aus der älteren Bronzezeit (um 1700 v. Chr.). Früher erbaten Brautpaare hier den Segen der Ahnen, und auch heutzutage werden hier hin und wieder standesamtliche Trauungen durchgeführt.

Politik

Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 sieben Sitze, die SPD hat sechs. Die FDP und die Grünen haben je drei Sitze.

Seit 1991 gibt es einen Seniorenbeirat, der aus sieben Mitgliedern besteht und von den älteren Einwohnern in einer Seniorenversammlung gewählt wird.

Wappen

Blasonierung: „In Gold über blauem Wellenschildfuß, dieser belegt mit einer silbernen Lilie, eine wachsende grüne Linde.“[4]

Gemeindepartnerschaft

Seit 1993 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit Kekava in Lettland.

Wirtschaft und Infrastruktur

Als zentraler Versorger des Umlandes bietet Bordesholm neben zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten auch einen Agrarhandel für Futtermittel und Getreide sowie eine tierärztliche Praxis für landwirtschaftliche Nutztiere.

Verkehr

Westlich der Gemeinde liegt das Bordesholmer Dreieck, an dem die Bundesautobahn 215 nach Kiel von der Bundesautobahn 7 von Hamburg nach Flensburg abzweigt. Außerdem führt die L 318 durch Bordesholm. Bordesholm hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Hamburg–Kiel.

Bildung

In Bordesholm befindet sich seit 1946 die Verwaltungsakademie Bordesholm.

Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Bordesholm stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit Bordesholm verbunden

  • Hans Brüggemann (* 1480 in Walsrode/Lüneburger Heide, † 1540 an unbekanntem Ort), Bildhauer aus Norddeutschland
  • Hans Heinrich Brüning (* 1848 in Hoffeld, † 1928 in Kiel), deutscher Ethnograph und Linguist
  • Adolf Freiherr von Heintze (* 1864 in Berlin, † 1956 in Kiel), Landrat und Präsident des Raiffeisenverbandes
  • Andreas Laer van Deventer (* in Deventer/Niederlande, † 1502 in Bordesholm), Klosterpropst in Bordesholm
  • Christian Graf von Reventlow (*1807, † 1845 in Bordesholm), Amtmann und königlich-dänischer Kommissar
  • Augusta Louise zu Stolberg-Stolberg (* 1753 in Bad Bramstedt, † 1835 in Kiel), Brieffreundin Goethes
  • Arthur Zabel (* 1891 in Wittenberge/Elbe, † 1954 in Heikendorf), Gewerkschaftssekretär
  • Eduard Völkel (* 1878 in Eckernförde, † 1957 in Bordesholm), Bischof von Schleswig
  • Heide Simonis (* 1943 in Bonn), SPD-Politikerin, frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein
  • Ralf Stegner (* 1959 in Bad Dürkheim), SPD-Politiker, Wohnsitz und Bürgerbüro in Bordesholm
  • Johann Garleff (*1878 in Oldenburg, † 1976 in Bordesholm), Dipl.-Ing. Architekt

Literatur

  • Paul Steffen: … meine Adresse ist Bordesholm, Paul Steffen KG, Bordesholm 1970
  • Paul Steffen (Hrsg.): Amt und Kreis Bordesholm - 1566-1932, Paul Steffen KG, Bordesholm 1984
  • Friedrich Nicolaus Schrader: Reise nach Bordesholm und Kiel im Sommer 1831, Paul Steffen KG, Bordesholm 1985
  • Ulla Wiedling: Bordesholmer Impressionen, Bordesholm 1988
  • Jahrbücher für das ehemalige Amt Bordesholm, Geschichtsverein für das ehemalige Amt Bordesholm e.V., Bordesholm 1999/2000
  • Bordesholm - ein Rückblick auf 66 Jahre einer 666-jährigen Geschichte, AG Heimatsammlung, Bordesholm 1993
  • Henning Oldekop: Topographie des Herzogtums Holstein - Kreis Bordesholm, Geschichtsverein für das ehemalige Amt Bordesholm e.V., Bordesholm 1996

Quellen

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2010 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 500 kB) (Hilfe dazu)
  2. Kunst-Topographie Schleswig-Holstein, 1969, S. 617–621.
  3. Eiderstede – Vom Bauerndorf zum Ortsteil. Bilder erzählen aus vergangenen Tagen. Geigerdruck GmbH. 1998.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Weblinks

 Commons: Bordesholm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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