Heilbronn
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heilbronn
Heilbronn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heilbronn hervorgehoben
49.1416666666679.2222222222222157
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 157 m ü. NN
Fläche: 99,88 km²
Einwohner:

122.879 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 1230 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 74072–74081
Vorwahlen: 07131, 07066
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 21 000
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 7
74072 Heilbronn
Webpräsenz: www.heilbronn.de
Oberbürgermeister: Helmut Himmelsbach (parteilos)
Lage der Stadt Heilbronn in Baden-Württemberg
Frankreich Schweiz Österreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis Göppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis Lörrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schwäbisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis Tübingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild
Detailkarte
Blick über die Heilbronner Innenstadt in Richtung Wartberg

Heilbronn [haɪ̯lˈbrɔn] ist eine Großstadt im Norden Baden-Württembergs. Mit über 120.000 Einwohnern ist sie die sechstgrößte Stadt dieses Landes und die zweitgrößte ehemals württembergische Stadt.

Die am Neckar gelegene ehemalige Reichsstadt[2] ist heute ein Stadtkreis und zugleich der Sitz des Landkreises Heilbronn, der sie vollständig umgibt. Darüber hinaus ist sie Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken, die den Nordosten Baden-Württembergs umfasst. Die Gegend um Heilbronn wird in der weiteren Region meistens das Unterland genannt.

Heilbronn ist bekannt als Stadt des Weins. Sie wird auch Käthchenstadt genannt, nach dem Namen der Titelperson in Heinrich von Kleists Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Heilbronn vom Satelliten Landsat 7 aus gesehen (Pseudofarben)

Geographische Lage

Heilbronn liegt im nördlichen Baden-Württemberg, in der vom Neckar geschaffenen, fruchtbaren Talfläche des Heilbronner Beckens, das nördlicher Ausläufer des Neckarbeckens ist. Zu beiden Seiten des Flusses ist die Stadt dicht von ausgedehnten Weinberglandschaften umgeben. Im Westen schließt sich dem das vergleichsweise wenig hügelige Gartacher Feld an, im Osten umschließt von Norden nach Süden die Bergkette aus Wartberg, Galgenberg, Büchelberg und Schweinsberg die Stadt. Zusammen mit den weiter östlich anschließenden Bergen Hintersberg und Reisberg (beide ebenfalls auf Heilbronner Gemarkung) bilden sie die Heilbronner Berge, die wiederum Ausläufer der Löwensteiner Berge sind.[3]

Der höchste Punkt des Stadtgebiets liegt auf dem in der äußersten südöstlichen Spitze des Stadtwaldes gelegenen, 378 m ü. NN hohen Reisberg, die zweithöchste Erhebung ist mit 372,8 m der Schweinsberg. Ihren tiefsten Punkt erreicht die Gemarkung mit 151 m am Ausfluss des Neckars in Richtung Neckarsulm. Das Stadtgebiet dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über 13 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 19 Kilometer aus.[4] Heilbronn hat Anteil an den drei Naturräumen Neckarbecken, Kraichgau und Schwäbisch-Fränkische Waldberge.[5]

Heilbronn liegt in der Nähe der Mundart-Grenze zwischen dem schwäbisch-alemannischen und dem fränkischen Dialekt.

Geologie

Heilbronn liegt im nördlichen Teil des vielfältig zergliederten Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Eine Tiefbohrung, die 1912/13 im Heilbronner Nachbarort Erlenbach auf 163,68 m ü. NN bis in 856 m Tiefe niedergebracht und 1954/56 durch seismische Untersuchungen ergänzt wurde, erbrachte Aufschluss über die Gesteinszusammensetzung im Raum Heilbronn. Die Oberfläche des ursprünglichen, aus Gneisen und Graniten zusammengesetzten variszischen Grundgebirges liegt demnach in 1080 bis 1.100 m unter NN. Darüber liegen Hunderte von Metern dicke Schichten von Sedimentgesteinen, zuunterst die des Perm (rund 390 m Rotliegend, 23,6 m Zechstein), gefolgt von denen der Trias (517 m Buntsandstein, 72,7 m Unterer Muschelkalk, 94,5 m Mittlerer Muschelkalk, 86 m Oberer Muschelkalk) und schließlich des Keupers (79 m Unterer Keuper, 27 m Mittlerer Keuper). Im mittleren Muschelkalk ist im Norden der Kernstadt und im Nordwesten des Stadtgebietes ein bis zu 45 m mächtiges Steinsalz-Vorkommen abgelagert, das bergmännisch ausgebeutet wird.

Übergangszone zwischen Gipskeuper und Schilfsandstein im früheren Heilbronner Steinbruch beim Jägerhaus

Mit dem Mittleren Keuper ist fast das Niveau des Neckars erreicht, der das Stadtgebiet von Süden nach Norden teilt. In der Flussaue, die große Teile des Heilbronner Industriegebietes und den westlichen Stadtteil zwischen Altneckar und Neckarkanal umfasst, wird er von einer rund 3 m hohen Decke des vom Neckar abgelagerten Talaueschotters überlagert, auf der wiederum rund 3 m angeschwemmte Lehme liegen. Weiter entfernt vom Fluss finden sich Schotterschichten, die unter der Kernstadt nur 5 bis 10 m mächtig sind, aber im Westen des Stadtgebietes zwischen Böckingen, Frankenbach und Neckargartach bis zu 35 m erreichen. Fast überall liegt auf ihnen noch eine 6 bis 13 m dicke Schicht aus angewehtem, fruchtbarem Löss und aus Lösslehm.

Die nicht von Flussablagerungen bedeckten Heilbronner Berge im Osten des Stadtgebietes spiegeln die weitere geologische Schichtenabfolge wider, die im übrigen Stadtgebiet durch Erosion abgetragen wurde. Auf 28 bis 29 m Unterer Keuper folgen 130 bis 150 m Gipskeuper und eine etwa 20 bis 45 m mächtige Schilfsandstein-Schicht, die früher in Steinbrüchen ausgebeutet wurde und deren braungelbe Heilbronner Sandsteine ehedem das Heilbronner Stadtbild prägten. Die drei höchsten Berge im Südosten des Stadtgebietes, der Reisberg (378 m ü. NN), der Schweinsberg (372,8 m ü. NN) und der Hintersberg (364,8 m ü. NN), tragen darüber noch die höheren Schichten der Unteren Bunten Mergel und Lehrbergschichten (zusammen rund 32 bis 35 m) sowie Kieselsandstein (5 bis 16 m).[6]

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Heilbronn. Sie gehören alle zum Landkreis Heilbronn, im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn aufgeführt sind es:

Stadt Bad Wimpfen, Stadt Neckarsulm, Erlenbach, Stadt Weinsberg, Lehrensteinsfeld, Untergruppenbach, Flein, Talheim, Stadt Lauffen am Neckar, Nordheim, Leingarten, Stadt Schwaigern, Massenbachhausen und Stadt Bad Rappenau.

Stadtgliederung

Stadtteil Eingemeindung Einwohner[7] Fläche[8]
Heilbronn 54.909 31,334 km²
Biberach 1. Januar 1974 05.022 10,582 km²
Böckingen 1. Juni 1933 21.289 11,353 km²
Frankenbach 1. April 1974 05.528 8,889 km²
Horkheim 1. April 1974 04.063 4,852 km²
Kirchhausen 1. Juli 1972 03.729 11,471 km²
Klingenberg 1. Januar 1970 02.209 2,721 km²
Neckargartach 1. Oktober 1938 09.273 11,249 km²
Sontheim 1. Oktober 1938 11.491 7,400 km²
Heilbronn Biberach Böckingen Frankenbach Horkheim Kirchhausen Klingenberg Neckargartach Sontheim
Heilbronner Stadtteile

Das Stadtgebiet von Heilbronn ist in neun Stadtteile gegliedert. Neben Heilbronn selbst sind dies Biberach, Böckingen, Frankenbach, Horkheim, Kirchhausen, Klingenberg, Neckargartach und Sontheim.

Zu manchen Stadtteilen gehören noch weitere Orte im geographischen Sinne wie Einzelhöfe und Wohnplätze. Im Einzelnen sind dies zu Biberach die Höfe Konradsberg, zu Frankenbach der Hipfelhof und zu Neckargartach der Altböllinger Hof, Neckarau und der Neuböllinger Hof.

Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind Hetensbach und Rühlingshausen, beide auf Markung Böckingen, Utenhusa auf Markung Biberach, Altböckingen und Hanbach und Rappach, alle drei auf Markung Heilbronn, Böllingen und Trapphof, beide auf Markung Neckargartach, sowie Ascheim und Widegavenhusa, beide auf Markung Kirchhausen.

Böckingen, Frankenbach und Neckargartach gehörten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts schon als reichsstädtische Dörfer zu Heilbronn. Böckingen und Neckargartach wurden 1933 bzw. 1938 wieder eingemeindet; das einstige Deutschordens-Dorf Sontheim kam ebenfalls 1938 zu Heilbronn. Die restlichen Stadtteile folgten mit der Gebietsreform in den 1970er Jahren: 1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim. Heilbronn selbst ist heute mit den Stadtteilen Böckingen, Neckargartach, Frankenbach, Sontheim und Horkheim zu einem geschlossenen Siedlungsgebiet verwachsen. Biberach, Kirchhausen und Klingenberg sind allseitig von größeren land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.[9]

Raumplanung

Heilbronn gehört mit dem Umland zum nördlichen Bereich des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt ist Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken und damit eines von insgesamt 14 im Rahmen des Landesentwicklungsplans 2002 des Landes Baden-Württemberg ausgewiesenen Oberzentren. Dieses übernimmt für die Städte und Gemeinden Abstatt, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Eberstadt, Ellhofen, Eppingen, Flein, Gemmingen, Güglingen, Ilsfeld, Ittlingen, Kirchardt, Lauffen am Neckar, Lehrensteinsfeld, Leingarten, Löwenstein, Massenbachhausen, Neckarwestheim, Nordheim, Obersulm, Pfaffenhofen an der Zaber, Schwaigern, Siegelsbach, Talheim, Untergruppenbach, Weinsberg, Wüstenrot und Zaberfeld auch die Aufgaben des Mittelbereichs.

Raumbedeutsame Maßnahmen werden für die Region Heilbronn-Franken durch den Regionalverband Heilbronn-Franken erarbeitet.

Geschichte

Stadtrecht 1281

Besiedlung und Stadtgründung

Die ältesten menschlichen Spuren in den fruchtbaren Neckarauen des Heilbronner Beckens datieren bis in die Altsteinzeit (30.000 v. Chr.) zurück. Bei Heilbronn trafen sich bereits in der Vorzeit uralte Fernwege, die dort den Neckar überquerten. Die Römer sicherten im 1. Jahrhundert n. Chr. ihre Grenze längs des Neckarlimes mit Kastellen, u. a. beim späteren Ortsteil Böckingen, wo sich insgesamt acht Römerstraßen trafen. Nach den Römern herrschten ab Mitte des 3. Jahrhunderts die Alamannen im Neckarraum und wurden um 500 durch die Franken verdrängt, die ihre östlichen Provinzen mit Königshöfen besiedelten. Auf einen solchen Königshof geht vermutlich die erste größere Siedlung im Bereich der heutigen Kernstadt zurück.

Der Ort wird erstmals als villa Helibrunna in einer auf das Jahr 741 datierten Schenkung erwähnt. Der Name deutet auf einen Brunnen bzw. eine Quelle hin. Ein Markt wurde um 1050, ein Hafen um 1140 erstmals genannt. Der Ort entwickelte sich früh zum bedeutenden Handelszentrum und ging nach dem Ende der Karolinger auf deren Regionalfürsten, die Grafen von Calw, über. Der einstige fränkische Fürstenhof zersplitterte in Herrschaftshöfe und diese wiederum in kleinere Anteile. Neben verschiedenen Grafen, Klöstern mit ihren Heilbronner Pfleghöfen und dem ab um 1225 auftretenden Deutschen Orden, der den Deutschhof als Kommende errichtete und den Nachbarort Sontheim besaß, gelangten Besitzrechte in Heilbronn auch in die Hände des immer einflussreicher werdenden Patriziats. 1225 wurde die Stadt erstmals als oppidum (befestigte Stadt) bezeichnet und als Lehen des Stauferkönigs Heinrich (VII.) an Württemberg verliehen.

1281 verlieh König Rudolf I. von Habsburg Heilbronn das Stadtrecht, wobei auch erstmals ein Rat der Stadt erwähnt wurde, der sich aus dem Patriziat bildete. Um 1300 wurde die Kilianskirche erstmals genannt sowie ein Marktplatz mit Rathaus. 1322 verlieh König Ludwig der Bayer der Stadt die hohe Gerichtsbarkeit.

Reichsstadt ab 1371

Ansicht der Reichsstadt Heilbronn 1557
Ansicht der Reichsstadt von 1617
Heilbronn mit Bollwerk (1643)

Der Hafen und die durch Wasserkraft betriebenen Mühlen am Neckar, der ab 1333 dank des Neckarprivilegs zum Nutzen der Stadt aufgestaut und umgeleitet werden konnte, ließen den Handel in Heilbronn erblühen, so dass das vom Kaiser geschützte Patriziat der Stadt vom Einfluss des umgebenden niederen Ritteradels recht frei blieb. 1360 konnte die Bürgerschaft das Schultheißenamt vom vorigen Lehensträger Württemberg erwerben. Am 28. Dezember 1371 wurde die Stadt durch eine Verfassung Kaiser Karls IV. zur Reichsstadt. Ein äußerst enges Verhältnis zum Kaiser sowie ein Bündnis mit der Kurpfalz von 1417 bis 1622 festigten die Stellung gegenüber Württemberg. Die politische Stabilität des 15. Jahrhunderts führte zu einer weiteren Blüte der Stadt, in der damals etwa 4000 Menschen lebten. Zahlreiche historische Bauten gehen auf diese Periode zurück.

Im Jahr 1519 war Götz von Berlichingen als Gefangener des Schwäbischen Bundes in Heilbronn inhaftiert. Im Bauernkrieg trat Jäcklein Rohrbach als rebellischer Bauernführer in Heilbronn in Erscheinung, beging mit dem Neckar-Odenwälder Bauernhaufen um Ostern 1525 die Weinsberger Bluttat und plünderte anschließend das Heilbronner Karmeliterkloster.

Während des Dreißigjährigen Kriegs litten die Stadt und die umliegenden reichsstädtischen Dörfer sehr. Nach der Schlacht bei Wimpfen wurde 1622 Neckargartach niedergebrannt. 1633 errichteten Schweden und Franzosen ein Bollwerk um Heilbronn. 1634 bis 1647 war die Stadt wieder in der Hand kaiserlicher Truppen, danach zogen französische und anschließend kurpfälzische Truppen ein. Die Stadt blieb aber auch nach dem Westfälischen Frieden 1648 Aufmarschplatz und evangelische Kreisfestung des Schwäbischen Reichskreises. Im Spätjahr 1688 wurde Heilbronn im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen unter Ezéchiel de Mélac besetzt, die bei ihrem Abzug vor anrückenden kursächsischen Truppen im Dezember 1688 neun Mitglieder der Patrizierfamilien für teilweise über ein Jahr als Geiseln verschleppten. 1694 fand der letzte Hexenprozess in der Reichsstadt statt.

Um 1750 entstanden prachtvolle Bauten im Rokokostil, darunter das Schießhaus. Ab 1770 wurde Heilbronn durch den Vieh- und Pferdemarkt für über ein Jahrhundert einer der größten südwestdeutschen Umschlagplätze für Schlachtvieh.

Württembergische Oberamtsstadt ab 1802

Eisenbahnknotenpunkt Heilbronn 1855
Heilbronn 1858

Heilbronn kam in Folge der Mediatisierung im September 1802 mit anderen Reichsstädten an Württemberg und wurde Sitz des Oberamts Heilbronn. Zwei der Oberamtmänner des 19. Jahrhunderts, nämlich Joseph Christian Schliz und Friedrich Mugler, wurden die beiden ersten Ehrenbürger der Stadt.

Ab 1815 machte man den Neckar wieder schiffbar, der seit dem hohen Mittelalter durch unzählige Wehre und Mühlen versperrt gewesen war. Von 1819 bis 1821 wurde der Wilhelmskanal gebaut, er förderte die einsetzende Industrialisierung, die insbesondere durch die Heilbronner Papiermühlen vorangetrieben wurde. 1832 war Heilbronn die württembergische Stadt mit den meisten Fabriken, man nannte es das schwäbische Liverpool. Ab 1839 erschloss man planmäßig Vorstädte, so auch westlich des Neckars, wo ab 1848 der Bahnhof stand, anfangs Endbahnhof der Württembergischen Nordbahn. Bis 1880 entstanden Eisenbahnverbindungen nach allen wichtigen süddeutschen Städten.

Heilbronn galt 1848 als württembergisches Zentrum der Märzrevolution. Bis zum Sommer 1849 kam es oftmals zu Unruhen in der Stadt, die mehrfach nur durch die Entsendung königlichen Militärs aus Stuttgart unterdrückt werden konnten.

1875 wurde ein Floßhafen errichtet, 1886 folgte ein Salzhafen und 1888 der Karlshafen. Am 16. Januar 1892 nahm Heilbronn mit dem Anschluss an das Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen als erste Stadt der Welt die Fernversorgung mit Strom auf.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Heilbronn ein wichtiger Warenumschlagplatz in Süddeutschland und eine ausgeprägte Industrie- und Arbeiterstadt, in der es zahlreiche Arbeiter- und Sportvereine gab und eine freie Presselandschaft; die Stadt galt als „rote Hochburg“. Bei der Novemberrevolution 1918/19 kam es zu keinen größeren revolutionären Handlungen.

Zeit des Nationalsozialismus

Heilbronn 1945

Die 1923 gegründete Ortsgruppe der NSDAP blieb bis zur „Machtergreifung“ klein und bedeutungslos, schaltete dann aber ab 1933 unter Kreisleiter Richard Drauz die örtlichen Vereine und die örtliche Presse energisch gleich.

1935 wurden die Großschifffahrtsstraße Heilbronn-Mannheim und der Heilbronner Kanalhafen eröffnet, bis heute ein wichtiger Umschlagplatz am Neckar und einer der zehn größten deutschen Binnenhäfen. 1936 wurde die Autobahn nach Stuttgart fertig.

Die ehemalige Stadt Böckingen wurde 1933 nach Heilbronn eingemeindet. Im Zuge einer Verwaltungsreform kamen am 1. Oktober 1938 auch noch die zuvor selbstständigen Gemeinden Sontheim und Neckargartach zu Heilbronn, das Stadtkreis wurde und zugleich Sitz des neuen Landkreises Heilbronn. Mit 72.000 Einwohnern war die Stadt nun die zweitgrößte in Württemberg nach Stuttgart.

Am 10. November 1938 wurde die Heilbronner Synagoge durch Brandstiftung zerstört. Im Laufe des Jahres 1939 wurde die traditionsreiche jüdische Gemeinde in Heilbronn fast gänzlich ausgelöscht.

Im September 1944 errichtete die SS im Stadtteil Neckargartach das SS-Arbeitslager Steinbock, ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof, in dem über 1.000 Häftlinge zusammengezogen wurden, die in der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit verrichten mussten. 246 dabei Umgekommene liegen auf dem KZ-Friedhof an der Böllinger Straße begraben.[10]

Im Zweiten Weltkrieg war Heilbronn ab Dezember 1940 vielfach Ziel von Luftangriffen. Der Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944, bei dem die Altstadt völlig zerstört wurde und über 6500 Menschen ihr Leben verloren, wurde zur Katastrophe für die Stadt. Als amerikanische Truppen am 12. April 1945 Heilbronn besetzten, hatte die Stadt nur noch 46.350 Einwohner.

Gegenwart

Bauarbeiten am Kiliansplatz 2007
Neckarpartie an der Friedrich-Ebert-Brücke

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 gehörte Heilbronn zur amerikanischen Besatzungszone. In einer gewaltigen Kraftanstrengung gelang in nur wenigen Jahren der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt. Ab 1951 waren US-Truppen dauerhaft in Heilbronn stationiert.

Nachdem im Jahr 1968 die Bundesautobahn 6 von Heilbronn nach Mannheim mit der monumentalen Neckartalbrücke für den Verkehr eröffnet wurde und die A 81 nach Würzburg 1974, die A 6 nach Nürnberg 1979 folgten, nahm die regionale Wirtschaft durch verbesserte Verkehrserschließung einen starken Aufschwung. Zahlreiche Großbetriebe siedelten sich in neu entstandenen Industrie- und Gewerbegebieten entlang der neuen Verkehrsadern an, und die Wirtschaftsregion in ihrer heutigen Ausprägung entstand.

Durch die Eingemeindung von Klingenberg 1970 überschritt Heilbronn die Zahl von 100.000 Einwohnern und wurde damit Großstadt. 1972 und 1974 kamen noch Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim hinzu. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb Heilbronn kreisfreie Stadt und Sitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn. Die Stadt wurde Sitz des Regionalverbandes Franken, inzwischen in Regionalverband Heilbronn-Franken umbenannt.

Fleiner Straße und Sülmer Straße waren Hauptverkehrsachsen der Vorkriegsstadt, in der Nachkriegszeit hatte man hier nach der alten Quartierstruktur wieder aufgebaut. In den 1970er Jahren richtete man in diesem Viertel Fußgängerzonen ein und beruhigte in den umgebenden Bereichen den Verkehr. Die Allee wurde im Gegenzug zur wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachse, an ihr entstanden Unterführungen und Bauwerke im zeitgenössischen Stil wie das 1974 vollendete Wollhauszentrum und das 1982 eröffnete Theater Heilbronn.

Ab 1980 stationierten die USA auf der Heilbronner Waldheide nuklear bestückte Mittelstreckenraketen des Typs Pershing II. Ein Raketenunglück auf dem Gelände im Jahr 1985 erregte das Interesse der Öffentlichkeit. Nach Unterzeichnung der INF-Verträge zog die US-Armee 1987 die Raketen und 1992 die letzten Einheiten ab. Seitdem gibt es in Heilbronn keine militärischen Einrichtungen mehr.

Ab 1998 wurde die Stadt ans Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn Karlsruhe angeschlossen, dafür wurden große Flächen der Heilbronner Innenstadt bis 2005 abermals umgebaut. Bis in die Gegenwart folgten weitere Großbauten im Stadtbereich: zwei Neckarbrücken wurden errichtet; die Nord- und die Südstadt wurden im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“ begrünt und bebaut; in der Innenstadt entstanden zwei neue, große Einkaufszentren.

In den Jahren 2005 und 2006 war Heilbronn erste UNICEF-Kinderstadt Deutschlands. 2007 erhielt die Stadt den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2019. Im Frühsommer 2007 erregte die Tötung einer Polizistin in Heilbronn großes Aufsehen und brachte die Stadt kurzzeitig in die internationale Berichterstattung. Man fahndete nach der mutmaßlichen Täterin, dem „Heilbronner Phantom“; die beschriebene Person erwies sich im März 2009 aber als bloßes Konstrukt aufgrund eines Ermittlungsfehlers.

Religionen

Kilianskirche, vom Kiliansplatz aus gesehen
Deutschordensmünster
Heilbronner Synagoge

Protestanten

Heilbronn war seit der Reformation durch Johann Lachmann 1528 eine nahezu rein evangelische Stadt mit der Kilianskirche als geistigem Zentrum. Der Rat und die Bürgerschaft bekannten sich geschlossen zur Augsburger Konfession. Katholiken waren unerwünscht, Juden war es verboten, sich in Heilbronn niederzulassen. Nach dem Übergang an Württemberg wurde die Stadt 1803 Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Heilbronn) und 1823 eines Generalats (heute Prälatur oder „Sprengel“ mit einem Prälaten oder „Regionalbischof“ an der Spitze, siehe Prälatur Heilbronn) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Protestanten stellen bis heute in Heilbronn mit rund 38 Prozent der Bevölkerung die Mehrheit, gefolgt von Katholiken mit 24 Prozent.

Katholiken

Die katholische Gemeinde der Stadt hatte ihre Mutterkirche in dem vom Deutschen Orden erbauten Deutschordensmünster St. Peter und Paul, das auch für die wenigen Katholiken in den historisch zur Stadt gehörenden Stadtteilen zuständig war. Die Stadtteile Biberach, Kirchhausen und Sontheim sind traditionell katholisch geprägt, da sie einst zum Deutschen Orden zählten und daher auch während der Reformation katholisch geblieben waren. Die katholischen Gemeinden gehören heute zum Dekanat Heilbronn der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

(Mehr zur Geschichte der christlichen Konfessionen in Heilbronn findet sich in den Artikeln zu den bedeutendsten Gotteshäusern: Kilianskirche und Deutschordensmünster.)

Juden

Juden sind in Heilbronn seit 1050 belegt, hatten jedoch von 1438 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Aufenthalts- bzw. Ansiedlungsverbot. In den 1860er Jahren wurden Juden rechtlich wieder anderen Bürgern gleichgestellt. Im Jahr 1877 wurde die Heilbronner Synagoge eingeweiht, das Bauwerk wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Die Nationalsozialisten löschten die jüdische Gemeinde bis 1939 fast vollständig aus. In den 1980er Jahren gab es nur sechs Familien jüdischen Glaubens in Heilbronn. Insbesondere durch den Zuzug aus Osteuropa wuchs die Gemeinde danach auf über 150 Mitglieder an. 2006 wurde das neue Jüdische Zentrum Heilbronn eingeweiht. Die jüdische Gemeinde Heilbronn ist eine Filialgemeinde der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg mit Sitz in Stuttgart.

(Zur Geschichte der Juden in Heilbronn siehe auch: Jüdische Gemeinde Heilbronn.)

Muslime

Fatih-Moschee Heilbronn

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn haben sich nach 1960 zahlreiche Migranten (Gastarbeiter) angesiedelt. Die Zahl der gemeldeten Ausländer stieg von rund 2500 Personen im Jahr 1961 auf 13.700 im Jahr 1974 (12 % der Wohnbevölkerung). Für die Muslime unter diesen Personen entstanden die ersten islamischen Gotteshäuser, zunächst provisorisch in kleinen Räumlichkeiten. Nach und nach wurden im Stadt- und Landkreis Heilbronn dann mehrere Moscheen erbaut, die im Stadtgebiet u. a. in der Goppeltstraße, Hans-Seyfer-Straße, Salzstraße, Weinsberger Straße Ecke Allee und in der Böckinger Straße zu finden sind.

Die Zahl der Muslime im Stadtkreis Heilbronn wird auf über 10.000 Personen geschätzt. Den Großteil davon stellen Muslime türkischer Abstammung, die zum Teil von einer Heilbronner Niederlassung der DITIB vertreten werden; daneben gibt es Muslime bosnischer, kurdischer, arabischer und deutscher Abstammung.

Sonstige

  • Griechisch-Orthodoxe Gemeinde (in der Aukirche)
  • Syrisch-Orthodoxe Mor-Afrem-Kirche
  • Adventgemeinde
  • Gemeinde entschiedener Christen
  • Evangelisch-methodistische Kirche mit der Pauluskirche (Heilbronn)
  • Freie evangelische Gemeinde Heilbronn
  • Freie Reformierte Baptisten
  • Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
  • Zeugen Jehovas sind für Heilbronn schon seit dem Jahr 1920 belegt, ihre ersten Gruppen sammelten sich in Heilbronn aus den „Ernsten Bibelforschern“. Die recht kleine Gemeinde wurde während des Nationalsozialismus angefeindet und verfolgt, zahlreiche Gemeindemitglieder starben in Konzentrationslagern. Die Zeugen Jehovas errichteten 1953 in Heilbronn wieder einen ersten Königreichssaal, dem zahlreiche weitere Säle bis in die Gegenwart folgten.
  • Die Neuapostolische Kirche hatte ab 1896 Gemeinden in Heilbronn und Umgebung, die zunächst von Frankfurt am Main aus verwaltet wurden. In den 1920er Jahren bildeten sie dann den eigenen Bereich Heilbronn, der am 1. Januar 1926 zu einem eigenständigen Verwaltungsbezirk mit 212 Gemeinden in Württemberg und Bayern wurde; der Sitz des Bezirks befand sich in der Lerchenstraße 8 in Heilbronn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Bezirk Heilbronn bis 1953 der Bezirk Stuttgart, mit Sitz dort.

Eingemeindungen

Ehemals selbstständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Heilbronn eingegliedert wurden:

Jahr Orte Zuwachs in ha
1. Juni 1933 Böckingen, Stadt (seit 1919) 1135
1. Oktober 1938 Neckargartach 1125
1. Oktober 1938 Sontheim 740
1. Januar 1970 Klingenberg 272
1. Juli 1972 Kirchhausen 1147
1. Januar 1974 Biberach 1058
1. April 1974 Frankenbach 889
1. April 1974 Horkheim 486

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung

Im 15. Jahrhundert lebten etwa 4.000 Menschen innerhalb der Stadtbefestigung. 1840 wurden 11.300 Einwohner gezählt, 1890 hatte Heilbronn 30.000 Einwohner. Bis zum 1. Juni 1933 verdoppelte sich diese Zahl, u.a. durch die Eingemeindung der Stadt Böckingen (11.593 Einwohner 1925), auf 60.000 Einwohner. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verlor Heilbronn rund 40 Prozent seiner Bevölkerung, von 77.000 Einwohner 1939 blieben 1945 nur 47.000.

1956 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht, am 1. Januar 1970 überschritt sie durch die Eingemeindung von Klingenberg die Grenze von 100.000, wodurch sie Großstadt wurde. Ende Dezember 2008 hatten in Heilbronn nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 122.098 Menschen ihren Hauptwohnsitz. Unter den über 24.000 Ausländern in der Stadt bilden die rund 8.700 Türken die größte Volksgruppe.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.

Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Die Angaben nennen ab 1843 die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 die Wohnbevölkerung und seit 1987 die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“.

Heilbronn rangierte zum 31. Dezember 2007 mit seinem Einwohnerstand auf Platz 59 der Liste der Groß- und Mittelstädte in Deutschland. Zum 31. März 2011 hatte Heilbronn 123.418 Einwohner und damit erstmals über 123.000.[11]

Jahr Einwohner
1399 5.500
1501 6.168
1618 6.000
1769 6.077
1803 5.692
1818 7.200
1830 10.703
1. Dezember 1840 ¹ 11.311
3. Dezember 1849 ¹ 12.377
3. Dezember 1852 ¹ 13.687
3. Dezember 1858 ¹ 14.029
3. Dezember 1861 ¹ 14.333
3. Dezember 1864 ¹ 16.400
3. Dezember 1867 ¹ 16.700
1. Dezember 1871 ¹ 18.955
Jahr Einwohner
1. Dezember 1875 ¹ 21.200
1. Dezember 1880 ¹ 24.446
1. Dezember 1885 ¹ 28.038
1. Dezember 1890 ¹ 29.941
2. Dezember 1895 ¹ 33.461
1. Dezember 1900 ¹ 37.891
1. Dezember 1905 ¹ 40.004
1. Dezember 1910 ¹ 42.688
1. Dezember 1916 ¹ 38.104
5. Dezember 1917 ¹ 37.331
8. Oktober 1919 ¹ 44.012
16. Juni 1925 ¹ 45.520
16. Juni 1933 ¹ 60.308
17. Mai 1939 ¹ 77.569
31. Dezember 1945 47.474
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 52.745
13. September 1950 ¹ 64.643
25. September 1956 ¹ 79.458
6. Juni 1961 ¹ 89.100
31. Dezember 1965 95.348
27. Mai 1970 ¹ 101.660
31. Dezember 1975 113.177
31. Dezember 1980 111.938
31. Dezember 1985 111.338
25. Mai 1987 ¹ 110.970
31. Dezember 1990 115.843
31. Dezember 1995 121.509
31. Dezember 2000 119.305
31. Dezember 2005 121.613
31. Dezember 2010 122.879

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Gemeinderat

Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 40 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,9 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Sitzverteilung im Gemeinderat
  CDU     14 Sitze (− 2)  32,3 % (−5,2)
  SPD     11 Sitze (− 1)  25,3 % (− 1,7)
  FDP/DVP     5 Sitze (+ 1)  13,6 % (+ 4,4)
  GRÜNE     4 Sitze (+ 1)  10,4 % (+ 2,4)
  FWV     3 Sitze (+ 1)  8,5 % (+ 2,6)
  Pro Heilbronn     2 Sitze (+ 2)  4,8 % (+ 4,8)
  Die Linke     1 Sitz (+ 1)  2,9 % (+ 2,9)
  Andere     0 Sitze (− 3)  2,3 % (− 10,1)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Oberbürgermeister.

In den fünf Stadtteilen, die in den 1970er-Jahren nach Heilbronn eingegliedert wurden (1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim), bestehen Bezirksbeiräte, da sie entsprechend der Hauptsatzung der Stadt Heilbronn Stadtbezirke im Sinne von § 64 Abs. 1 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg bilden. Diese Gremien sind zu wichtigen, den Stadtteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann allerdings dem Gemeinderat der Gesamtstadt Heilbronn.

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Heilbronn

Stadtoberhaupt

Helmut Himmelsbach

Der Oberbürgermeister von Heilbronn wird für eine Amtszeit von acht Jahren von den Bürgern Heilbronns (einschließlich der EU-Ausländer) gewählt. Der derzeitige Amtsinhaber Helmut Himmelsbach wurde am 17. Juni 2007 wiedergewählt. Er bleibt bis 2014, seinem 68. Lebensjahr, für sieben Jahre im Amt.

Für eine ausführliche Darstellung der Stadtverwaltung siehe Geschichte der Stadt Heilbronn. Die Amtsträger bis 1945 werden in der Liste der Bürgermeister von Heilbronn behandelt.

Wappen und Flagge

Die Blasonierung des Heilbronner Wappens lautet: In Gold der rot bewehrte und rot bezungte schwarze Reichsadler mit einem von Rot, Silber und Blau geteilten Brustschild. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß-Blau.

Der Reichsadler als Symbol der Reichsunmittelbarkeit Heilbronns ist in den Siegeln der Stadt seit 1265 belegt. In der Stadt Heilbronn erschien er bei farbiger Darstellung immer auf goldenem Schildgrund (zuerst nachweisbar in einem Wappenfenster von 1487 in der Kilianskirche), während er im Hauptbanner der Reichsstädte von 1462, in Siebmachers Wappenbuch von 1605 und in Wappenbüchern des 18. Jahrhunderts auf silbernem Grund dargestellt wird.

Zur Unterscheidung vom Reichs- und von anderen Adlerwappen trat seit 1556 in Wappenzeichnungen, seit dem 18. Jahrhundert auch in Siegeln der Brustschild auf. Im Planprospekt J. S. Schlehenrieds von 1658 steht er sogar gleichberechtigt neben dem Schild mit dem Adlerwappen. Die Herkunft der Farben des Brustschildes konnte bis heute nicht sicher geklärt werden. 1556, 1581 und 1681 kamen sie auch in der Reihenfolge Blau-Silber-Rot vor; die heute übliche Reihenfolge Rot-Silber-Blau, die auch in die rot-weiß-blaue Stadtflagge Eingang gefunden hat, ist erstmals 1560 nachgewiesen. In manchen Siegeln des 17. und 18. Jahrhunderts enthielt der Brustschild nur die auf den Stadtnamen hinweisenden Großbuchstaben HB.[12]

Siehe auch: Liste der Wappen in Stadt und Landkreis Heilbronn

Städtepartnerschaften

Wappen der Partnerstädte im Boden vor dem Rathaus

Heilbronn unterhält zu sechs Städten in fünf Ländern eine Städtepartnerschaft oder -freundschaft:

Abgeordnete aus Heilbronn

Die Stadt Heilbronn bildet zusammen mit nördlichen Gemeinden und Städten des Landkreises den Wahlkreis Heilbronn für die Wahlen zum Deutschen Bundestag. Mit Direktmandat wurde bei den Wahlen 1998, 2002, 2005 und 2009 der Kandidat der CDU, Thomas Strobl gewählt. Die 2005 und 2009 unterlegenen Mitbewerber der SPD (Josip Juratović) und der FDP (Michael Link) kamen über die Landesliste in den Bundestag. Bei den Wahlen 1998 kam nur der SPD-Mitbewerber Harald Friese über die Landesliste in den Bundestag.

Für die Wahlen zum Landtag von Baden-Württemberg liegt die Stadt Heilbronn, seit 2006 mit anderen Gemeinden, im Wahlkreis 18 (Heilbronn). Er schickte seit 1996 stets Johanna Lichy (CDU) in den Landtag.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Kirchen

Westturm der Kilianskirche

Das bekannteste Kirchenbauwerk in Heilbronn ist die evangelische Kilianskirche, deren 1529 vollendeter Westturm mit seinem reformatorischen Bildschmuck als erstes bedeutendes Renaissance-Bauwerk nördlich der Alpen gilt. Auch der geschnitzte Marienaltar von Hans Seyfer aus dem 15. Jahrhundert gilt als bedeutender Kunstschatz. Das katholische Deutschordensmünster und die evangelische Nikolaikirche bestehen ebenfalls schon seit dem Mittelalter. In der überwiegend protestantischen Stadt gibt es darüber hinaus noch mit Wichernkirche (ev.), Aukirche (griech-orth.), Martin-Luther-Kirche (ev.), Kreuzkirche (ev.), Christuskirche (ev.), Wartbergkirche (ev.), Mor-Ephräm-Kirche (syr.-orth.) und Augustinuskirche (kath.) zahlreiche neuere Kirchenbauten.

Die Filiale Heilbronn der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) betreibt das Jüdische Zentrum Heilbronn.

Historische Gebäude der Innenstadt

Heilbronner Marktplatz mit Käthchenhaus (links) und Rathaus (rechts)

Am Marktplatz befinden sich neben der Kilianskirche das auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Heilbronner Rathaus mit seiner schmuckvollen Renaissance-Uhr und der Ehrenhalle im Innenhof, das historische Käthchenhaus mit markantem Erker, das barock anmutende Geschäftsgebäude Haus Zehender und die bis aufs 14. Jahrhundert zurückgehende Sicherer’sche Apotheke. Der nur wenig entfernt liegende Deutschhof am Deutschordensmünster war eine seit dem Mittelalter bestehende Hauskommende des Deutschen Ordens und erhielt im 18. Jahrhundert im Wesentlichen seine heutige Gestalt. Heute sind dort unter anderem das Stadtarchiv Heilbronn, die Städtischen Sammlungen und das Archäologie-Museum untergebracht. Das heute ebenfalls als Museum genutzte, um 1600 erbaute Fleischhaus hat seinen Namen von der einstigen Verwendung als städtischer Gerichtsbau mit Fleischhalle.

Sämtliche heute noch bestehenden historischen Gebäude der Innenstadt wurden beim Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 schwer beschädigt oder zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut.

Der Bollwerksturm und der Götzenturm am Neckar sind Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Der Hafenmarktturm in der Sülmerstraße war Teil der Klosterkirche des ehemaligen Heilbronner Franziskanerklosters, von der nach Zerstörung 1688 nur noch der Turm erneuert wurde. Der weithin sichtbare Turm auf dem Wartberg wurde im 12. Jahrhundert als Wachturm oberhalb der Stadt angelegt. Der Aussichtsturm auf dem Schweinsberg wurde 1886 im Stil des Historismus erbaut.

Das Schießhaus in der Bahnhofsvorstadt westlich des Neckars, das im Stil des Rokoko erbaut und auch als Veranstaltungssaal des Heilbronner Pferdemarktes genutzt wurde, weist ebenso wie der Alte Heilbronner Bahnhof von 1848 und das ehemalige Postamt No. 2 auf die wirtschaftliche Prosperität im 18. und 19. Jahrhundert hin. Den General-Wever-Turm auf der Theresienwiese erbaute man im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker.

Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Cäcilienbrunnenhaus, das einst einen Teil der Stadt mit Wasser versorgte. Etwa gleich alt ist das Trappenseeschlösschen, ein kleines Wasserschlösschen im Osten von Heilbronn. Etwas weiter südlich im dort auslaufenden Köpfertal liegt die Köpferbrunnenanlage, die man im späten 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Gestalt errichtete.

Brunnen und Denkmäler

Siebenröhrenbrunnen bei der Kilianskirche

Heilbronn hat viele historische Brunnen und Denkmäler; um 1960 waren es allein 50 Brunnen. Der Siebenröhrenbrunnen von 1541 bei der Kilianskirche geht vermutlich auf die Quelle zurück, die der Stadt den Namen gab, er wurde bereits mehrfach erneuert. In der Stadtmitte stehen außerdem der nach dem Zweiten Weltkrieg zeitgenössisch erneuerte Hafenmarktbrunnen von 1593 und der Fleinertorbrunnen von 1601. Ein großer Teil des Heilbronner Wassers floss durch das östlich der Innenstadt liegende Cäcilienbrunnenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die Köpferbrunnenanlage im Tal des Köpfers dient seit dem 19. Jahrhundert der Naherholung. Der Theaterbrunnen von 1983 am Stadttheater und der Komödiantenbrunnen von 1996 am Kiliansplatz wurden in jüngerer Zeit in Heilbronn errichtet. Für Einzeldarstellungen von Heilbronner Brunnen siehe Brunnen in Heilbronn.

Die markanten Denkmäler in der Heilbronner Innenstadt sind das Denkmal für Robert Mayer auf dem Marktplatz und das Synagogen-Mahnmal an der Allee. Im und am Hafenmarktturm sind mehrere Krieger- und Vertriebenen-Ehrenmale. Gedenksteine im Stadtgebiet erinnern außerdem u. a. an das frühere KZ Steinbock, an Euthanasie-Opfer sowie an den Raketenunfall von 1985 auf der Waldheide. Für eine Übersicht der Heilbronner Denkmäler siehe Denkmäler in Heilbronn.

Villen

Da besonders die Heilbronner Villenviertel im Gegensatz zur Innenstadt den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden haben, sind viele der Heilbronner Denkmäler repräsentative Bürgerhäuser verschiedener Epochen. Die ältesten Heilbronner Villen sind die klassizistische Villa Rauch beim Wollhausplatz und die Villa Mertz am Rosenberg beim Götzenturm, beide von 1811. Im ab 1840 angelegten Bereich Wilhelmstraße/Cäcilienstraße befinden sich neben dem klassizistischen Wilhelmsbau (1845), der Villa Faißt (1875) und der Villa Link (1871) mehrere weitere stattliche Bauten. Im östlich gelegenen Villenviertel um Dittmar- und Alexanderstraße liegen die Villa Schliz (Jugendstil, 1901), die Villa Hagenmeyer (Historismus, 1899), die Villa Pielenz (Neue Sachlichkeit, 1905) und zahlreiche weitere Villen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Parks und Grünanlagen

Größere Parks sind der vom Pfühlbach durchflossene, 1926/27 neu gestaltete Pfühlpark im Heilbronner Osten und der aus der baden-württembergischen Landesgartenschau 1985 hervorgegangene Wertwiesenpark am Neckar im Süden der Stadt. Die Bundesgartenschau 2019 soll Heilbronn ein neues Parkgelände im alten Industriegebiet am Neckarbogen bringen. Ein Arboretum sowie Schul- und Schaugärten bietet der unterhalb des Wartbergs gelegene Botanische Obstgarten Heilbronn. Im Stadtwald östlich der Stadt liegt zudem die als Naherholungsgebiet genutzte Waldheide.

Unter den Heilbronner Friedhöfen sind der Hauptfriedhof mit einem der frühesten Krematoriumsbauten von 1905, der Ehrenfriedhof für die Opfer des Luftangriffs auf Heilbronn, der Alte Friedhof mit zahlreichen historischen Grabmalen und Denkmälern sowie der 1867 angelegte Jüdische Friedhof geschichtlich bedeutsam.

Natur

Im Stadtgebiet von Heilbronn finden sich folgende Naturschutzgebiete:

  • Altneckar Horkheim: 43,2 ha; Gemarkungen Lauffen am Neckar, Nordheim und Heilbronn
  • Frankenbacher Schotter: 14,4 ha
  • Köpfertal: 32 ha; Gemarkung Heilbronn
  • Prallhang des Neckars bei Lauffen: 2,96 ha; Gemarkungen Lauffen am Neckar, Talheim und Horkheim
  • Schilfsandsteinbruch beim Jägerhaus mit Umgebung: 29,6 ha; Gemarkung Heilbronn

Kultur

Konzert- und Kongresszentrum Harmonie
Stadttheater Heilbronn

Das Konzert- und Kongresszentrum Harmonie ist ein bedeutender Veranstaltungsort in Heilbronn. Die Anlage wurde von 1999 bis 2001 zu ihrer heutigen Gestalt ausgebaut und hat jährlich etwa 170.000 Besucher.[13] Der in einem Seitentrakt der Harmonie beheimatete Kunstverein Heilbronn besteht mit zwei Neugründungen seit 1879 und hat seit 1956 rund 400 Veranstaltungen durchgeführt.[14]

Mehrere größere Ausstellungen und Projekte in Heilbronn hatten Skulpturen zum Gegenstand, so u. a. das vom Kunstverein ausgerufene Jahr der Plastiken 1978, die Skulpturenallee 1985 oder die Skulpturenstadt 1996, von denen zahlreiche Arbeiten in Heilbronn verblieben sind. Dem Motto der Ausstellung von 1996 folgend findet die Präsentation der Objekte auch weiterhin unter dem Motto Skulpturenstadt Heilbronn statt.

Für eine Übersicht der Skulpturen siehe Skulpturen in Heilbronn.

Im Deutschhof befinden sich die Städtischen Sammlungen, die ihren Schwerpunkt auf Werken regionaler Künstler haben, darunter Maler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Heinrich Friedrich Füger und Carl Doerr sowie Künstler des 20. Jahrhunderts wie Heinrich Altherr und Peter Jakob Schober. Außerdem gibt es dort einen Sondersammelbereich mit Kleinplastiken internationaler Bildhauer wie Wilhelm Lehmbruck und Henry Moore.

Die Stadtbibliothek Heilbronn hat einen Bestand von über 293.000 Medien an ihrem Hauptsitz im Theaterforum K3 sowie in den beiden Zweigstellen in Böckingen und Biberach. Außerdem gibt es eine Fahrbücherei.

Die Stadt Heilbronn fördert verschiedene kulturelle Projekte, darunter das Zigarre Kunst- und KulturWerkHaus sowie Kommunales Kino im Theaterforum K3.

Theater

Das städtische Theater Heilbronn am Berliner Platz wurde von 1979 bis 1982 für insgesamt rund 55 Mio. DM erbaut und führt die Tradition des dort einst befindlichen Stadttheaters fort. Zusammen mit dem angrenzenden, 2001 fertiggestellten Logentheater des Theaterforums K3 bietet das Theater Heilbronn Schauspiel-, Musical- und Opernaufführungen. Speziell im Bereich der Musicals wurden von 1989 bis 2003 rund 20 Ur- und Erstaufführungen dargeboten. Neben dem Stadttheater bietet auch das Theaterschiff Heilbronn wechselnde Darbietungen.

Museen

Die Städtischen Museen Heilbronn im Deutschhof zeigen (neben der bereits erwähnten Kunst- und Skulpturensammlung) im Archäologie-Museum vorgeschichtliche Ausgrabungen aus der Gegend um Heilbronn. Das Archäologie-Museum steht in der Tradition der von Alfred Schliz (1849–1915) begründeten und im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten früheren städtischen Sammlung von Bodenfunden. Im Deutschhof ist außerdem eine Dauerausstellung des Stadtarchivs zur Stadtgeschichte zu sehen. Das Naturhistorische Museum im nahegelegenen historischen Fleischhaus zeigt eine Ausstellung zur Erdgeschichte, um deren Erforschung sich in und um Heilbronn vor allem Friedrich von Alberti (1795–1878) verdient gemacht hat, auf den die Benennung Trias der Abfolge von Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper zurückgeht. Der Eintritt zu den Dauerausstellungen der Städtischen Museen ist frei.

Das Kleist-Archiv Sembdner ist aus der Sammlung des Kleist-Forschers Helmut Sembdner hervorgegangen, die 1990 von der Stadt Heilbronn angekauft wurde.

Museale Angebote zur Technikgeschichte in Heilbronn sind der Historische Industriepark Neckargartach der Stadtwerke Heilbronn, der aus einem historischen Pumpwerk im Gebäude der ehemaligen Widmann'schen Papierfabrik und einer historischen Hammermühle im Stadtteil Neckargartach besteht, sowie das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks im Stadtteil Böckingen.

2009 eröffnete im umgebauten Hagenbucher-Gebäude die Experimenta, das größte Science Center in Süddeutschland.

Musik

Das 1961 von Jörg Faerber gegründete Württembergische Kammerorchester Heilbronn spielt hauptsächlich Musik des Barock und der Klassik.

Regelmäßige Veranstaltungen

Heilbronner Weihnachtsmarkt, 2009
Unterländer Volksfest, 2006
Spielbetrieb in der Lavatec Arena

Sport

Wichtige Heilbronner Sportvereine sind der Fußballverein FC Heilbronn, der Heilbronner Eishockey Club (HEC) mit der Profimannschaft Heilbronner Falken und der Handballverein TSB Heilbronn-Horkheim.

Der FC Heilbronn ging aus den Vereinen Heilbronner SpVgg und dem zeitweiligen Zweitligisten VfR Heilbronn hervor und bestreitet seine Heimspiele im etwa 17.000 Zuschauer fassenden Frankenstadion. Der HEC ging aus dem 1934 gegründeten Rollschuh- und Eislaufverein Heilbronn hervor, der in den 1970er Jahren große Erfolge bei Deutschen und Internationalen Meisterschaften verbuchen konnte und 1976 die Deutsche und im Folgejahr die Europäische Rollkunstmeisterschaft austrug.[15] Die Heilbronner Falken bestreiten ihre Heimspiele im 4000 Zuschauer fassenden Eisstadion Heilbronn.

Im Motorsport ist das Heilbronner Team Live-Strip.com Racing aktiv. Das nach Heilbronn benannte ATP-Challenger-Tennisturnier Heilbronn Open findet jährlich im Januar im benachbarten Talheim statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Weinberge im Heilbronner Osten

Der Weinbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Mit 514 ha (davon ca. 2/3 rote Rebsorten) hat die Stadt Heilbronn nach Brackenheim und Lauffen am Neckar die drittgrößte Rebfläche im Weinbaugebiet Württemberg. Überwiegend wird Trollinger und Riesling angebaut. Die Hochschule Heilbronn bietet einen Studiengang für Weinbetriebswirtschaft an.

Der Weinbau hat in Heilbronn eine lange Tradition. Er wird 1146 erstmals urkundlich erwähnt, es gab ihn hier jedoch wohl schon zur Zeit der Römer. Der Stadt flossen starke Einnahmen zu durch die von den örtlichen Wengertern erhobenen Steuern auf die Produktionserträge, aber auch durch die Abgaben der für den Weinbau tätigen Handwerker und der Weinhandel betreibenden Kaufleute; die überlieferten einschlägigen Weinbüchlein aus der Steuerstube zählen zu den wichtigsten Quellen der Stadtgeschichte. In reichsstädtischer Zeit legte der Rat durch Verordnungen die Jahresarbeit der Weingärtner genauestens fest. 1556 gab es 170 Privatkeltern und Trotten. Goethe nannte 1797 die Zahl von 12.000 Morgen Weinbergen um die Stadt.

1888 schlossen sich Heilbronner Weingärtner zur Weingärtnergesellschaft Heilbronn zusammen, die dann 1933 mit der 1919 gegründeten und konkurrierenden Winzergenossenschaft Heilbronn verschmolz. Am 14. Juli 1972 schloss sie sich weiter mit den Weingärtnergenossenschaften aus Erlenbach und Weinsberg zur Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg zusammen; diese sitzt seit 1973 knapp jenseits der Heilbronner Stadtgrenze auf der Gemarkung von Erlenbach. Auch zahlreiche private Weingüter haben ihren Sitz in Heilbronn.

Verkehr

Straße

Dank des etwa 6 km ostnordöstlich des Stadtzentrums auf dem Gebiet der Nachbarstadt gelegenen Weinsberger Kreuzes, in dem sich die Bundesautobahnen 81 (WürzburgStuttgart) und 6 (MannheimNürnberg) schneiden, ist Heilbronn gut zu erreichen. Durch die Stadt selbst führen die Bundesstraßen 27 (MosbachStuttgart), 39 (MainhardtSinsheim) und 293 (nach Karlsruhe). Eine wichtige Entlastungsstraße, die die A 6 im Norden bei Obereisesheim quer durch das Stadtgebiet mit der B 27 im Süden bei Sontheim verbindet, ist die Neckartalstraße. Innerstädtische Hauptstraße ist die Allee.

Heilbronn ist ein Vorreiter des „Grünpfeils“. An den Straßenkreuzungen im Stadtgebiet steht seit 1996 insgesamt 65-mal dieses Verkehrszeichen, womit es hier dichter vorkommt als überall sonst in den Alten Bundesländern.

Bahnanlagen in Heilbronn (Blick nach Südwesten). In der Bildmitte der Hauptbahnhof
Stadtbahn überquert von der Kaiserstraße kommend die Allee

Eisenbahn

Heilbronn wird als eine von wenigen deutschen Großstädten nicht vom Fernzugnetz der Deutschen Bahn AG bedient, trotzdem ist die Stadt ein Bahnknotenpunkt: Die Frankenbahn verbindet Stuttgart mit Würzburg, die in Bad Friedrichshall-Jagstfeld abzweigenden Neckar- und Elsenztalbahnen führen nach Heidelberg und Mannheim, die Hohenlohebahn erreicht über Öhringen Schwäbisch Hall.

Neben dem Heilbronner Hauptbahnhof gibt es für Regionalbahn-Züge in der Stadt an der Frankenbahn den weiteren Haltepunkt Sülmertor. Der Heilbronner Güterbahnhof liegt im Stadtteil Böckingen.

Auf der Kraichgaubahn verkehrt von Karlsruhe kommend die Stadtbahn Heilbronn, die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben wird. Die Linie S4 führt derzeit über mehrere Halte in Böckingen, den Hauptbahnhof, die Heilbronner Innenstadt und weiter über die Hohenlohebahn bis zum Öhringer Teilort Cappel. Weil es beim Neubau der Strecke durch das Heilbronner Stadtgebiet und bei der Sanierung und Elektrifizierung der bestehenden Strecke von Heilbronn nach Öhringen lange Verzögerungen gab, wurde die offizielle Eröffnung mehrmals verschoben und fand erst am 10. Dezember 2005 statt. In Planung sind weitere Stadtbahnlinien nach Sinsheim, Mosbach-Neckarelz und Zaberfeld; dazu soll auch ein weiterer Neubauabschnitt in der Heilbronner Innenstadt für die Nordstrecke Richtung Neckarsulm entstehen.

Mehrere alte Bahnhöfe in Heilbronn werden heute nicht mehr bedient. Am Heilbronner Südbahnhof begann früher die Bottwartalbahn, eine Schmalspurbahn nach Marbach am Neckar, deren Betrieb ab 1966 sukzessive eingestellt wurde. Der verbliebene Güterverkehr zum Südbahnhof endete um das Jahr 2000. Ebenfalls aufgelassen wurden inzwischen der Haltepunkt in Klingenberg und der Böckinger Bahnhof an der Frankenbahn, mit dem Ausbau der Stadtbahn Richtung Öhringen ebenfalls der Haltepunkt Karlstor an der Hohenlohebahn.

Durch das Industriegebiet am Neckar und den Heilbronner Kanalhafen führt das Schienennetz der Industrie- und Hafenbahn, betrieben von den Stadtwerken Heilbronn.

Öffentlicher Personennahverkehr

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet besorgen Busse der Stadtwerke Heilbronn (Verkehrsbetriebe) und einiger anderer Verkehrsunternehmen. Darüber hinaus verkehrt die Stadtbahn (siehe oben) nach dem Karlsruher Modell. Von 1897 bis 1955 hatte Heilbronn ein eigenes Straßenbahnnetz.

Die Stadt gehört dem Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr an.

Der Heilbronner Kanalhafen
Der Osthafen im Industriegebiet

Schifffahrt

1333 leitete man den Hauptarm des Neckars längs der Stadtmauer um, durch entstehende Wehre und Mühlen wurde die Durchfahrt auf dem Fluss versperrt, so dass bis ins 19. Jahrhundert die vom Rhein kommende Schifffahrt hier endete und allein Flöße den Neckar bei Heilbronn passieren konnten. Zur Umgehung dieses Engpasses wurde der Wilhelmskanal erbaut und am 17. Juli 1821 eröffnet. Im Zuge der Industrialisierung erweiterte man ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Hafenanlagen entlang des Flusses. Seit 1875 gab es den Floßhafen. Dort wurde per Eisenbahn aus dem Schwarzwald angeliefertes Holz zu Floßverbänden zusammengestellt, um es von hier auf dem Wasserweg in Richtung Rhein weiterzutransportieren. Der Holzumschlag in Heilbronn begründete die Heilbronner Sortierung, eine heute noch in Bayern und Rheinland-Pfalz übliche Klassifizierungsmethode für Stammholz.

Ab 1878 betrieb die Schleppschifffahrt auf dem Neckar AG zwischen Mannheim und Heilbronn auf dem Neckar Kettenschifffahrt. 1886 wurde als Umschlagzentrum für das Bergwerk der Salzhafen erbaut, 1888 der Karlshafen. Die 1921 begonnene und 1935 vollendete Kanalisierung des Neckars von Mannheim bis herauf nach Heilbronn förderte die weitere Entwicklung der Neckarschifffahrt. Die Kettenschifffahrt stellte man danach ein. Zur vollendeten Kanalisierung des Neckars bis Heilbronn eröffnete man 1935 den Heilbronner Kanalhafen. 1952 erreichte der Flussausbau flussaufwärts Stuttgart, 1968 Plochingen.

Mit einem Umschlag von ca. 4 Mio. t ist der Hafen Heilbronn heute (Stand 2008) der achtgrößte deutsche Binnen- und der wichtigste Neckarhafen, in dem 50 % des Gesamtumschlags am Neckar anfällt. Alle Heilbronner Häfen zusammen (Kanalhafen, Osthafen, Salzhafen, Ostseite des alten Neckars) umfassen eine Gesamtfläche von ca. 78 ha und Kaianlagen einer Länge von ca. 7,2 km. Die Industrie- und Hafenbahn Heilbronn verkehrt auf ca. 18 km Schienen, 38 Krananlagen bewältigen den Umschlag, der zu 80 % aus Salz aus dem Bergwerk, Kohle fürs Kraftwerk und Baustoffen besteht. Teil der Hafenanlagen ist auch ein zuletzt 2003 erweiterter Schwergutkai, auf dem Einzellasten von bis zu 350 t Gewicht umgeschlagen werden können.[16] Der Heilbronner Hafen ist Ausgangs- und Zielpunkt von Schwertransporten der Augsburger Luftfahrtindustrie und des dortigen Schiffsmotorenherstellers MAN Diesel.

Luftfahrt

Einen Flugplatz gibt es in Heilbronn nicht, ein Hubschrauberlandeplatz existiert hingegen beim Klinikum am Gesundbrunnen. Ein weiterer, auch geschäftlich nutzbarer Hubschrauberlandeplatz im Gewerbegebiet Böllinger Höfe ist seit April 2010 im Probebetrieb und soll ab 2011 für zunächst zwei Jahre in den Regelbetrieb gehen.[17]

Ortsansässige Unternehmen

Die Heilbronner Gewerbestruktur hat sich beständig gewandelt. Dominierten zu Beginn der Industrialisierung Betriebe der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der chemischen sowie der Papier- und der Silberwarenindustrie, so gesellten sich diesen bald die Branchen Steine und Erden sowie Textil hinzu. Manche Industriezweige wie etwa die Textil- und die Silberwarenindustrie sind heute vollkommen verschwunden, während sich andere neu angesiedelt haben, etwa die holz- und die metallverarbeitende Industrie.[18]

Heute (Stand 2006) ist Heilbronn ein Wirtschaftsstandort mit über 90.000 Arbeitsplätzen.[19]

Lebensmittel

Knorr-Koch-Centrum in Heilbronn

Der 1838 in Heilbronn gegründete, lebensmittelverarbeitende Betrieb Knorr wurde inzwischen nach mehrmaligem Verkauf zu einer Marke des internationalen Unilever-Konzerns, der in Heilbronn weiterhin produziert und forscht.

Das milchverarbeitende Unternehmen FrieslandCampina Germany (ehemals Südmilch), eine Tochter der niederländischen Firma FrieslandCampina, hat seinen Sitz ebenfalls in Heilbronn.

Die Stadt war lange Zeit auch ein bedeutender Brauereien-Standort. 1816 zählte man bereits sechs Betriebe dieser Branche in der Stadt. Zur bekanntesten und langlebigsten Marke sollte die 1865 gegründete Brauerei Cluss werden, die 1982 an Dinkelacker verkauft wurde. Heute existieren in Heilbronn nur noch einige wenige Hausbrauereien.

Industrie

  • Das bedeutende Chemieunternehmen Brüggemann-Gruppe wurde 1868 in Heilbronn gegründet.
  • Der 1877 in Heilbronn gegründete Schreibwarenhersteller Baier & Schneider vertreibt von dort aus seine unter dem Markennamen Brunnen bekannten Produkte.
  • Seit 1914/15 besteht das Unternehmen KACO, ein weltweit tätiger Hersteller von Spezial-Dichtungen und Wechselrichtern, der inzwischen zur brasilianischen Sabó-Gruppe gehört.
  • Ab 1925 bestand in Heilbronn ein Automobilwerk des Neckarsulmer Unternehmens NSU, das 1928 von Fiat übernommen wurde und fortan NSU-Fiat-Pkws baute. In den Jahren 1952 bis 1955 wurde dort ein Modell des Fiat 500 gefertigt, 1960 das Modell 1100 D. Ab 1973 war Fiat Deutschland eine bloße Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Heilbronn, die Zentrale wurde 1996 nach Frankfurt am Main verlegt. In Heilbronn sind weitere Unternehmen des Konzerns wie die Fiat Bank GmbH ansässig.
  • Die seit 1950 in Heilbronn ansässige Läpple-Gruppe, ein Automobilzulieferer und Werkzeugbauer, beschäftigt weltweit etwa 5000 Mitarbeiter, davon etwa 1350 in Heilbronn.
  • Das Unternehmen Wolffkran, im Jahr 1854 von Friedrich August Wolff in Heilbronn als Eisengießerei gegründet, ist einer der ältesten Kranhersteller in Deutschland. Heute sitzt die Firmenzentrale des inzwischen internationalen Kranherstellers in Zug in der Schweiz. Wolffkran produziert nach wie vor Baukrane in Heilbronn, seit 2008 auch in Luckau.
  • Pflanzen-Kölle ist ein 1812 gegründetes Handelsunternehmen für Gärtnereiartikel mit gegenwärtig etwa 1200 Beschäftigten. Der Hauptsitz der Gesellschaft ist seit 1890 in Heilbronn.

Banken und Versicherungen

Dresdner Bank

Annähernd 30 Banken sind im Stadtkreis Heilbronn vertreten, und das Bankgeschäft blickt am Ort auf eine lange Tradition zurück. Schon im 11. Jahrhundert sollen sich in Heilbronn Bankiers aufgehalten haben, die südfranzösischen sog. „Kawerschen“.[20] Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist Heilbronn ein wichtiger Bankenstandort. Die erste Bank am Ort war die Privatbank Rümelin & Co, die gute Verbindungen zu Instituten in Frankfurt (Rothschild) hielt und einst die einzige Bank in Württemberg außerhalb Stuttgarts war.[21] Heute stehen auf drei der vier Blöcken an den Ecken der zentralen Innenstadtkreuzung von Allee und Kaiser-/Moltkestraße Bankgebäude.

Das größte Institut der Stadt ist die aus der 1856 gegründeten Oberamtssparkasse entstandene Kreissparkasse Heilbronn mit einem Geschäftsvolumen von 7 Milliarden Euro, 101 Filialen und 1638 Mitarbeitern. Die Heilbronner Filiale der ehemaligen Dresdner Bank, heute Commerzbank, ist die zweitälteste. Sie geht auf das 1860 gegründete Bankgeschäft Max Gumbel-Kiefe zurück, das 1918 von der Darmstädter Bank übernommen wurde[22], die dann 1930 mit der Dresdner Bank fusionierte. Die Volksbank Heilbronn geht auf den Heilbronner Bankier Abraham Gumbel zurück, der im Jahre 1909 den Heilbronner Bankverein gründete. 1956 nahm das Haus die genossenschaftliche Rechtsform an, seit 1982 heißt es Volksbank Heilbronn. Sie ist heute mit einer Bilanzsumme von knapp 1,6 Milliarden Euro die größte Kreditgenossenschaft der Region.

In Heilbronn sind außer diesen noch vertreten: die Südwestbank, die Sparda-Bank, die Norisbank, die Targobank, die Santander Consumer Bank (Deutschland), die Baden-Württembergische Bank, die BBBank, die Hoerner Bank, die GE Money Bank, die HypoVereinsbank, die SEB AG, die Fürstlich Castell’sche Bank und die Fiat Bank.[23]

Die Württembergische und Badische Versicherungs-Aktiengesellschaft (Wüba) wurde 1837 als Württembergische Schiffahrts-Assecuranz-Gesellschaft zu Heilbronn gegründet. Nach mehrfachen Verkäufen ist die Wüba, die in Heilbronn Stand Ende 2009 rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, seit 1. Dezember 2009 eine Marke des Versicherungsunternehmens Chartis Europe S.A., ehemals AIG Europe.[24]

Bergbau

Gelände der Südwestdeutsche Salzwerke AG
Dampfkraftwerk der EnBW

Heilbronn ist Sitz der Südwestdeutsche Salzwerke AG, die in der Stadt seit 1883 ein Salzbergwerk betreibt, das mit dem 1994 stillgelegten Bergwerk in Bad Friedrichshall-Kochendorf durch einen Stollen verbunden ist. Für das Heilbronner Bergwerk, dessen Salzabbau im Laufe der Zeit weit nach Westen fortgeschritten ist, wurde 2004 der neue Schacht „Konradsberg“ beim Heilbronner Ortsteil Biberach fertiggestellt. Das Heilbronner Steinsalzbergwerk ist nach Unternehmensangaben das größte in Westeuropa.[25]

ZEAG-Wasserkraftwerk in Heilbronn

Ver- und Entsorgung

Die ZEAG Energie AG ist einer der ältesten deutschen Energieversorger. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Heilbronn und betreibt das Wasserkraftwerk Heilbronn. Im Industriegebiet von Heilbronn betreibt die EnBW AG das Kraftwerk Heilbronn. Von den insgesamt sieben Blöcken sind noch drei in Betrieb. Befeuert werden diese mit Steinkohle, Block 7 hat auch noch die Möglichkeit, Klärschlamm mitzuverbrennen.[26] Es ist durch seine beiden 250 Meter hohen Kamine, die zu den höchsten freistehenden Bauwerken Baden-Württembergs zählen, und seinen 140 Meter hohen Kühlturm weithin sichtbar. In einem stillgelegten Block des Kraftwerks befindet sich seit 1998 das Veranstaltungszentrum Block E.

Medien

Heilbronn ist Sitz eines Studios des Südwestrundfunks (SWR). Von hier wird das Regionalprogramm Frankenradio bei SWR4 Baden-Württemberg ausgestrahlt. Der Privatsender L-TV produziert ein regionales Nachrichtenfenster für den Großraum Heilbronn/Ludwigsburg. Der private Rundfunksender Radio Ton hat seinen Sitz in Heilbronn; außerdem verfügt der private Radiosender Hit-Radio Antenne 1 über ein Studio in Heilbronn.

Als Tageszeitung erscheint in Heilbronn seit 1946 die Heilbronner Stimme. Kostenlos wird zweimal pro Woche das Anzeigenblatt echo verteilt. Außerdem gibt es die monatlichen Stadtmagazine Freizeit Journal, Moritz und Phonk.

Behörden, Gerichte und Einrichtungen

Portal des Heilbronner Landgerichts
Das Klinikum am Gesundbrunnen

Heilbronn ist Sitz des Regionalverbands Heilbronn-Franken, des Landratsamts Heilbronn sowie der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der IHK Heilbronn-Franken, deren Kammerbezirke jeweils die Region Heilbronn-Franken ist. Ferner gibt es eine Agentur für Arbeit, ein Finanzamt und ein Hauptzollamt. Das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn ist mit 850 Betten das größte der vier Krankenhäuser der regionalen Krankenhaus-Holding Stadt- und Landkreis Kliniken Heilbronn GmbH (SLK-Kliniken).

Heilbronn verfügt über ein Amtsgericht und das Landgericht Heilbronn, die beide zum Oberlandesgerichts-Bezirk Stuttgart gehören. Ferner gibt es das Arbeitsgericht Heilbronn (mit Kammern in Crailsheim) und das Sozialgericht Heilbronn, dessen Gerichtsbezirk umfasst den Stadtkreis Heilbronn, die Landkreise Heilbronn, Ludwigsburg und Schwäbisch Hall sowie den Hohenlohekreis und den Main-Tauber-Kreis. Die Justizvollzugsanstalt Heilbronn, das Heilbronner Gefängnis, befindet sich in 1867 bis 1870 errichteten Gebäuden auf einem 3,5 Hektar großen Gelände am Rande der Innenstadt. Außerdem gibt es eine Außenstelle der JVA in Talheim, die Staatsdomäne Hohrainhof, wo im offenen Vollzug neben Ackerbau und Viehzucht auch Weinbau betrieben wird. Das Heilbronner Gefängnis ist (Stand 2008) mit durchschnittlich knapp über 320 Gefangenen belegt.[27]

Die Stadt ist auch Sitz der Prälatur Heilbronn und des Kirchenbezirks Heilbronn der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie des Dekanats Heilbronn des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

In Heilbronn befindet sich ebenfalls eine Betriebsstätte der Kommunalen Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF), die als Systemhaus für den kommunalen Bereich den westlichen und nördlichen Teil Baden-Württembergs abdeckt.

Bildung

Hochschulen

Die Hochschule Heilbronn wurde im April 1961 als Staatliche Ingenieurschule gegründet und bietet Technik-, Wirtschafts- und Informatik-Studiengänge an. Das Studienangebot der 2005 gegründeten, privat getragenen Stiftungshochschule German Graduate School of Management and Law umfasst verschiedene betriebswirtschaftliche und juristische Studiengänge. Seit im Oktober 2010 eine Außenstelle der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach in Heilbronn ihren Betrieb aufnahm, ist die Stadt auch ein Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.[28] Neben diesen Hochschulen gibt es in Heilbronn noch zwei Staatliche Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, an denen angehende Lehrer an Grundschulen, Hauptschulen und Gymnasien die zweite Phase der Lehrerausbildung absolvieren.

Schulen

Die Stadt Heilbronn unterhält als Schulträger 35 Schulen an 36 Standorten, in denen im Schuljahr 2007/2008 insgesamt 20.882 Schüler in 939 Klassen unterrichtet wurden.[29]

Allgemeinbildende Schulen

Mensa des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums (erbaut 2007)
Turnhalle der Gerhard-Hauptmann-Schule (erbaut 2003)
Gustav-von-Schmoller-Schule, Erweiterungsbau (2003)

Berufsbildende Schulen
Berufsschulen in der Trägerschaft der Stadt Heilbronn sind die Gustav-von-Schmoller-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) sowie das Technische Schulzentrum Heilbronn, bestehend aus der Johann-Jakob-Widmann-Schule und der Wilhelm-Maybach-Schule (mit Technischem Gymnasium). Der Landkreis Heilbronn ist Träger der Andreas-Schneider-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) und der Christiane-Herzog-Schule (Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium und Biotechnologischem Gymnasium). Seit Herbst 2005 gibt es eine weitere Berufliche Schule, die Peter-Bruckmann-Schule (für die Berufsfelder Gesundheit, Hauswirtschaft, Nahrung und Pflege), und im Oktober 2009 eröffnete das Heilbronner Kolpingbildungszentrum (s. u.) ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium.[30]

Privatschulen
In Heilbronn besteht ein großes Angebot an privaten Schulen, u. a.:

  • Abendrealschule Heilbronn e. V.
  • Alice-Salomon-Schule für Erziehungshilfe (Träger ist die Diakonische Jugendhilfe Region Heilbronn e. V., ehemals Kleingartacher e. V.)
  • Berufskolleg für Grafik Heilbronn
  • Diakonisches Institut für Soziale Berufe – Berufsfachschule für Altenpflege, Fortbildung, Weiterbildung
  • Freie Waldorfschule Heilbronn (Träger ist der Verein für Waldorfpädagogik Unterland e. V.)
  • Internationaler Bund e. V. Bildungszentrum Heilbronn
  • Katholisches Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn (Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium, Träger ist die Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart)
  • Kolping-Bildungszentrum Heilbronn – Berufskolleg für Grafik-Design, Kolping-Abendgymnasium und Kolping-Akademie für Betriebswirtschaft
  • Akademie für Kommunikation in der Innovationsfabrik mit den Berufskollegs für Grafik-Design, Mode und Design und Technik und Medien
  • Paracelsus-Schule für Heilpraktiker

Kindergärten

In Heilbronn gibt es insgesamt 87 Kindergärten und Kindertageseinrichtungen, 34 davon haben als Träger die Stadt Heilbronn.[31] Seit Januar 2008 ist in Heilbronn der Kindergartenbesuch kostenlos. Dies gilt für alle Kinder vom dritten Geburtstag bis zur Einschulung und in allen Kindergärten aller Träger.[32]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Stadt Heilbronn

Das Ehrenbürgerrecht in Heilbronn wurde durch das Württembergische Gesetz betreffend die Gemeindeangehörigkeit vom 16. Juni 1885 eingeführt und von späteren ähnlichen Gesetzen fortgeführt. Vor 1885 gab es in Heilbronn den Begriff des „ehrenhalber verliehenen Bürgerrechts“.

Ehrenringträger

Als zweithöchste städtische Auszeichnung wird seit 1959/60 der Ehrenring der Stadt Heilbronn vergeben. Zu den bisher rund 30 Trägern zählen neben dem Heimatforscher Wilhelm Mattes zumeist langjährige Stadträte und die früheren Oberbürgermeister Paul Meyle, Hans Hoffmann und Manfred Weinmann.

Sonstige mit der Stadt verbundene Personen

Zu den in Heilbronn geborenen und besonders bekannt gewordenen Persönlichkeiten zählen der Physiker Robert Mayer, der Architekt Adolf Cluss, der Dichter Wilhelm Waiblinger, der Automobilpionier Wilhelm Maybach und der frühere Generalbundesanwalt Kurt Rebmann.

Eine detaillierte Übersicht über die Ehrenbürger der Stadt Heilbronn und der früheren Gemeinden sowie von weiteren Personen, die in Heilbronn geboren sind oder mit der Stadt in Bezug stehen, findet sich in der Liste der Heilbronner Persönlichkeiten.

150°-Panoramabild der Heilbronner Innenstadt, Standort: Rosenberg-Hochhaus
150°-Panoramabild der Heilbronner Innenstadt, Standort: Rosenberg-Hochhaus

Siehe auch

 Portal:Heilbronn – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Heilbronn

Literatur

Weblinks

 Commons: Heilbronn – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Heilbronn – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Umgangssprachlich hat sich aus der Bezeichnung „Freie und Reichsstädte“ auch der historisch falsche Begriff Freie Reichsstadt gebildet.
  3. Quellen für die geographische Lage:
    Topographische Karte 1:25 000. Blatt 6821 Heilbronn. 3. Auflage. Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2001, ISBN 3-89021-059-7
    Geologische Karte von Baden-Württemberg. 1:25 000. 3. Auflage. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, [Freiburg] 1986
    Horst Brunner: Geologische Karte 1:25 000 von Baden-Württemberg. Erläuterungen zu Blatt 6821 Heilbronn. Unveränderter Nachdruck der 3. Auflage von 1986. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg 1995. S. 4
  4. Quelle für Höhenlagen sowie Ausdehnung: Amtlicher Stadtplan Heilbronn. Maßstab 1: 15.000. 40. Auflage, Ausgabe 2007. Stadt Heilbronn, Vermessungs- und Katasteramt, Heilbronn 2007. Karte sowie Beilage S. 2
  5. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  6. Quellen für den Abschnitt Geologie:
    Otto Linck und Helmut Wild: Geologischer Aufbau und erdgeschichtliche Entwicklung. In: Stadt- und Landkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart und Aalen 1974, ISBN 3-8062-0121-8. S. 91–117
    Geologische Karte von Baden-Württemberg. 1:25 000. 3. Auflage. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, [Freiburg] 1986
    Horst Brunner: Geologische Karte 1:25 000 von Baden-Württemberg. Erläuterungen zu Blatt 6821 Heilbronn. Unveränderter Nachdruck der 3. Auflage von 1986. Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg 1995. S. 4–76
  7. Stand 30. September 2009. Gem. Beilage zum Amtlichen Stadtplan 1 : 15 000. 41. Auflage. Stadt Heilbronn, Heilbronn 2010, S. 2
  8. Gem. Adressbuch Stadt Heilbronn 2009/2010. Bleicher, Gerlingen 2009, ISBN 3-921097-84-3, S. 30
  9. Quellen für den Abschnitt Stadtgliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 1–19
    Hauptsatzung der Stadt Heilbronn vom 15. Juni 2000 (PDF; abgerufen 23. Dezember 2007)
    Werner Heim: Die Ortswüstungen des Kreises Heilbronn. In: Historischer Verein Heilbronn. 22. Veröffentlichung. Heilbronn 1957. S. 72
  10. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0. S. 47
  11. Neckarstadt hat mehr als 123 000 Einwohner. In: Heilbronner Stimme. 2. August 2011 (bei stimme.de, abgerufen am 2. August 2011).
  12. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 21
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 45ff.
  13. http://www.heilbronn.de/index.php?f=cont_bild_text_mittig.htm&d=/kul_frei/kultureinrichtungen/harmonie/&s=& Besucherzahl lt. www.heilbronn.de
  14. http://www.kunstverein-heilbronn.de/cms/front_content.php?idcat=53 Daten zum Kunstverein lt. www.kunstverein-heilbronn.de
  15. Verwaltungsbericht Stadt Heilbronn 1975–78, S. 54 ff.
  16. Christof Krämer: Regionales Entwicklungskonzept Verkehr. Regionalverband Heilbronn-Franken, Heilbronn 2004
  17. Manfred Stockburger: Hubschrauber fliegen Böllinger Höfe an. In: Heilbronner Stimme. 4. November 2010 (bei stimme.de, abgerufen am 7. November 2010).
  18. Ernst Schmid: Die gewerbliche Entwicklung in der Stadt Heilbronn seit Beginn der Industrialisierung. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1993, ISBN 3-928990-39-X (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Heilbronn. Band 3), S. 106
  19. Strukturdaten der Region Heilbronn-Franken auf regionalverband-heilbronn-franken.de (abgerufen am 20. Juli 2008)
  20. http://www.stadtarchiv-heilbronn.de dort: Geschichte im Archiv – Geschichte der Stadt Heilbronn – Stadtgeschichte Teil 1: 741 bis etwa 1200, von Christhard Schrenk
  21. Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der Industrie und Handelskammern Stuttgart Heilbronn Reutlingen und Ulm 1855–1955
  22. Hans Franke: Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1963 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn, 11) (hier als PDF mit 1,2 MB)
  23. Gelbe Seiten regional, Ausgabe 2010
  24. wet: Wüba ist integriert. In: Heilbronner Stimme. 2. Dezember 2009 (bei stimme.de, abgerufen am 6. Dezember 2009).
  25. Selbstdarstellung des Unternehmens Südsalz (abgerufen am 23. April 2008)
  26. Darstellung auf der Homepage des Betreibers (abgerufen 18. November 2010)
  27. Geschichte und Gebäude auf jva-heilbronn.de (abgerufen am 22. Februar 2009)
  28. Iris Baars-Werner: Schwarz-Stiftung setzt 70 Millionen Euro. In: Heilbronner Stimme. 4. Februar 2009 (bei stimme.de, abgerufen am 4. Februar 2009).
  29. Schulbericht der Stadt Heilbronn 2007/2008, Seite 6 (PDF)
  30. Gertrud Schubert: Abitur im Klosterhof. In: Heilbronner Stimme. 24. Oktober 2009 (bei stimme.de, abgerufen am 25. Oktober 2009).
  31. Datenbank der Stadt Heilbronn zu Betreuungsangeboten für Kinder
  32. Angelika Dietrich: »Was nix kostet, ist nix«. In: Die Zeit vom 27. Dezember 2007

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